Gegen „Plünderung des Planeten“: Mit „Feuer der Solidarität“ 25 Fahrzeuge von Amazon in Berlin abgefackelt

Kurzmeldung:

Anarchisten (?) zündeten in Berlin 25 Lieferfahrzeuge von Amazon an. Im Bekennerschreiben begründeten sie ihre Tat wie folgt:

In den frühen Morgenstunden des 16. Januar 2023, haben wir uns Zugang zu einem gut gesicherten Gelände in der Germaniastraße in Berlin-Tempelhof verschafft und 25 Amazon-Prime Fahrzeuge mittels Brandsätzen aus dem Verkehr gezogen. Ein Feuer der Solidarität mit den Besetzer*innen (sic!) in Lützerath und den Gefangenen im Hungerstreik.
(…)
In Verbundenheit mit den Besetzer*innen Lützeraths.
Gegen die fortschreitende Plünderung des Planeten – Den techno-industriellen Komplex angreifen.
Freiheit für alle Gefangenen!




EU-Parlament beschließt faktisches Verbot von neuen PKW mit Verbrennermotoren ab 2035

von AR Göhring

Das von Parteien und Ländern bereits im Oktober 2022 verabredete Verbot von Verbrennermotoren wurde am Dienstag im EU-Parlament beschlossen.

Danach werden ab 2035 auf dem Gebiet der Europäischen Union keine Personenkraftwagen und Kleintransporter mit Diesel- oder Benzinmotor mehr neu zugelassen. Ausgenommen sind (noch) Laster, da man offenbar wenigstens in dem Bereich begriffen hat, daß große Transporter mit Elektromotor keine nennenswerten Reichweiten haben. Vielleicht hat sich auch die Transportlobby durchgesetzt.

Zusätzlich sollen bereits 2030 alle PKW 55% weniger Kohlendioxid ausstoßen – wird das ohne Computer-Meßwertschummelei wie bei Volkswagen damals funktionieren? „CO2-frei“ heißt übrigens nur „am Auspuff CO2-frei“ – wieviel Emission bei der Stromproduktion anfiel, wird nicht gefragt. Das ist genau der Trick, mit dem Elon Musk seine Milliarden (>200) gemacht hat – weil seine Teslas „klimaneutral“ seien, müssen deutsche Verbrenner-Hersteller ihm seine Zertifikate abkaufen. Daß schon die Produktion der E-Autos, erst recht die Erzeugung des Ladestroms, enorme CO2-Mengen freisetzen, wird einfach mißachtet. Dabei könnte es sogar mehr CO2 sein, als durch Verbrenner freigesetzt wird…

Man merkt: Es geht nur ums Geschäft einiger politisch umtriebiger Interessensgrüppchen – und nicht zuletzt wohl um die Ideologie von Reichen, die sich die Flughäfen und Autobahnen nicht mit der Plebs teilen wollen. Denn eines ist klar: Werden nur noch Stromer im Personenbereich zugelassen, wird der Individualverkehr wie zu Kaisers Zeiten zum Privileg der Reichen. In Europa wurde das eigene Auto erst nach dem Ersten Weltkrieg in den 1920er Jahren zu einem häufigeren Phänomen – also vor recht genau 100 Jahren. Passend zu aktuellen Entwicklungen, die ebenfalls auf das Konto grüner Denkweise gehen, hatten deutschsprachige Großstadtbewohner vor 1920 in der Mehrheit auch noch keine Zentralheizung und kein fließendes warmes Wasser in den Häusern und Wohnungen. Wir bewegen uns also nicht gleich ins Mittelalter, aber zurück in die Wilhelminische Ära. Wer will das? Bestimmte reiche „Weltretter“, natürlich, aber wie viel Promille der Bevölkerung in den DACH-Staaten machen die aus?

„Man kann alle Menschen eine Zeitlang betrügen, oder einige immer- aber niemals alle für immer“ sagte schon Abraham Lincoln.

Und 2035 ist in zwölf Jahren! Ist es daher realistisch, daß das Gesetz tatsächlich zur Anwendung kommt? Eher nicht, wenn heute schon einige Städte E-Autos nicht in Tiefgaragen lassen und laut Klaus Müller von der Bundesnetzagentur Strom rationiert werden soll. Bekam der Grüne am Dienstag in seinem Büro eigentlich die Krise, als er vom Abstimmungsergebnis des EU-Parlaments erfuhr? Wahrscheinlich nicht, da der Chef der Agentur wohl mit jeder Koalition wechseln wird und sich dann niemand mehr an ihn erinnern wird.

Die Erfahrungen mit hohem Stromauto-Anteil haben die Norweger gerade gemacht. Jahrzehntelang waren die Preise für elektrische Energie im Wasserkraft-Paradies Europas niedrig – aber seit 2022 explodieren sie auch dort. Warum? Wegen des ehedem billigen Stroms haben die Norweger wie verrückt Teslas und andere Stromer gekauft – dem Vernehmen nach soll schon ein Drittel aller PKW mit Akku fahren. Ob die grünen, oder wenigstens die anderen Politiker in der Schweiz, Österreich und Deutschland das Beispiel Norwegen zur Kenntnis nehmen?




Klimapolitische Kämpfe in den sozialen Medien – „Warum die Massenmedien Fake News verbreiten, um sie zu bekämpfen“

AR Göhring

Der US-amerikanische Naturschützer Michael Shellenberger gerät wegen seiner Sympathie für Kernkraftwerke offenbar ins Visier von grünen Journalisten: „Warum die Massenmedien Fake News verbreiten, um sie zu bekämpfen“

Auf seinem Blog berichtet er von journalistischen Vorwürfen, „Bots“, also programmierte Twitter-Konten, würden seine umweltpolitische Agenda unterstützen, indem sie ihn teils namentlich erwähnen. Shellenberger sollte angeblich Dienste eines Online-Marketing-Unternehmens in Anspruch genommen, das eine Kampagne betrieb. Der Vorwurf kam von einem Reporter des französischen LeMonde, der mit anderen Journalisten grüner Zeitungen wie Spiegel und Guardian zur „Desinformationsindustrie“ recherchierte.

Der Naturschützer stellte den Reporter telefonisch zur Rede, der ihm zwei der Bot-Nachrichten als Beispiel übermittelte. In diesen „Tweets“ waren Nachrichten verlinkt, die Shellenberger aus den Medien übernommen und auf seinem Konto publiziert hatte. Offizielle Nachrichtenmeldungen also – keine „Desinformation“! Der LeMonde-Reporter orakelte, daß ein Kernkraftbesitzer, der den letzten Meiler in Kalifornien, Diablo Canyon, betreibt, Shellenberger mit einer Kampagne bei Twitter unterstütze – auch ohne Wissen des Naturschützers. Shellenberger hält das für unwahrscheinlich, da der linke kalifornische Ministerpräsident Newsom schon vor einem Jahr grünes Licht für den Weiterbetrieb von Diablo Canyon gab. Außerdem führe er schon seit Jahren intensive Twitter-Debatten mit diversen Journalisten, Politikern und Aktivisten und hält es dafür für unwahrscheinlich, daß eine rechte (?) Desinformationsindustrie, so sie denn existiere, nennenswerten Einfluß habe.

Dem kann man als deutschsprachiger Klimaskeptiker nur zustimmen, da es sich beim Vorwurf von LeMonde, Spiegel & Co. wohl eher um eine typisch ideologische Projektion handelt: Man versucht dem Gegner unterzuschieben, was man selber tut.

Ist nicht fast jede neuere Natur-Doku von ARD&ZDF mittlerweile eine Klimamanifest? Sind „Nachrichten“ von ARD&ZDF, Spiegel, Zeit & Co. nicht längst nur noch Darstellungen im Sinne einiger Interessensgruppen wie der Klimarettungs-Industrie, oder gleich der Regierungskoalition? Wenn man nach „Desinformation“ sucht, muß man also gar nicht lange suchen – es reicht, BBC, ARD, SRF oder ORF einzuschalten, oder sich am Bahnhof die New York Times, den Guardian, den Spiegel oder die NZZ zu kaufen, um viele schöne Beispiele zu finden.

Nebenbei: Kürzlich beklebten empörte Bürger in Großbritannien und den Niederlanden Filialen ihrer jeweiligen öffentlich-rechtlichen Desinformations-Anstalten. Stein des Anstoßes: Nachrichten-Manipulation der Sender zu Impf-Nebenwirkungen. Man sieht: Öffentliches Ankleben kann im Sinne der Demokratie ein sehr nützliches Mittel sein – wenn man es nicht auf der Straße mit seinen Händen und Sekundenkleber tut.

Eine aktuelle und reichlich groteske Desinformationskampagne von grünen Regierungen und ihren Hofmedien sind die derzeit grassierenden Ufo-Sichtungen. Man kann solchen Unfug nur noch mit Humor ertragen:

Zwei Außerirdische kreisen in ihrem Ufo um die Erde. Fragt der eine: „Wollen wir nicht endlich mal landen und uns vorstellen?“ Der andere: „Es ist noch zu früh – die essen gerade Insekten, um das Klima zu ändern.“




Woher kommt der Strom? Fünf Tage Dunkelflaute

4. Analysewoche 2023

Erst zum Ende der 4. Analysewoche frischt der Wind auf. Bis zum Wochenende gibt es wie in der Vorwoche Dunkelflautentage. Diesmal sind es insgesamt fünf. Es muss praktisch durchgehend Strom von den europäischen Nachbarn importiert werden, damit der Strombedarf Deutschlands gedeckt werden kann. Die konventionelle Eigenerzeugung wäre unrentabel.

Wochenübersicht 4. KW 2023 

Montag, 23. Januar 2023 bis Sonntag, 30. Januar 2023Anteil Wind- und PV-Strom 14,7 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 25,3 Prozent, davon Windstrom 13,5 Prozent, PV-Strom 1,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,7 Prozent.

Eine Woche, die belegt, dass die Energiewende faktisch gescheitert ist. Auch theoretisch angenommene, rechnerische  Ausbaugrade von 68 oder 86 Prozent regenerativer Stromerzeugung in den Jahren 2030 oder 2040 reichen bei weitem nicht aus, um die aktuell schwachen Windverhältnisse hochgerechnet in die Menge elektrische Energie umzuwandeln, welche benötigt wird, um den Strombedarf Deutschlands auch nur annähernd zu decken. Es müssten hunderte Kraftwerksblöcke à 300 MW innerhalb der nächsten Jahre zugebaut werden, um auch nur annähernd den Strombedarf Deutschlands in solch´ schwachen Windstromzeiten zu decken.

PV-Stromerzeugung findet im Winter mit um die zwei Prozent, oft auch nur unter einem Prozent praktisch nicht statt. Der Strom-Importbedarf ist hoch. Die konventionellen Stromerzeuger vermeiden es, die Stromproduktion zu stark hochzufahren, weil die Preise für sie dann außer Kontrolle geraten könnten. Schon jetzt fällt der Preis immer dann, wenn die Stromproduktion den Bedarf übersteigt. Noch mehr Strom-Überproduktion ließe den Preis in´ s Bodenlose sinken, wie die Nacht von Sonntag auf Montag eindrucksvoll zeigt.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur vierten Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur KW 4/2023 Factsheet KW 4/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Jahresübersicht 2023

Nachdem das  Jahr 2023 regenerativ insgesamt ´erfreulich` begonnen hat, lässt die regenerative Stromerzeugung in KW 4/2023 erheblich nach. Das hatte sich in KW 3 bereits angedeutet.  Es wird eine noch größere Menge konventionell erzeugter Strom als in der Woche zuvor benötigt. Zum größten Teil als Ergänzung zur Deckung des deutschen Strombedarfs. Zum Teil aber auch aus Netzstabilisierungsgründen.

Bedenken Sie immer das Folgende: Wenn im Herbst/Winter die Windstromerzeugung in den Bereichen liegt, den sich die Freunde der Energiewende erhoffen, geht das immer mit „schlechtem Wetter“ einher. Die Energiewende ist ein „Schlechtwetterwende“. Im Sommer geht eine starke PV-Stromerzeugung oft mit sehr hohen Temperaturen einher. Und dennoch. Im Sommer reicht die PV-Stromerzeugung bei weitem nicht, um auch nur den Strom-Bedarf Deutschlands zu decken. Geschweige denn „überschüssigen Strom“ für Bedarfslücken zu speichern. Es gibt praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Es gibt praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Der Beleg. Überschüsse werden bis auf wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023: Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Beachten Sie bitte Peter Hagers Jahresresümee 2022 der Zulassungszahlen PKW allgemein & E-Mobilität nach den Tagesanalysen.

Tagesanalysen 

Bitte beachten: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 23. Januar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 9,9 Prozent. Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 20,4 Prozent, davon Windstrom 9,00 Prozent, PV-Strom 0,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,5 Prozent.

Die Woche beginnt mit schwacher Wind- und PV-Stromerzeugung und leitet damit eine Reihe von Dunkelflautentagen ein. Der Strompreis schwankt zwischen 149 und 270€/MWh. Wieder der Beleg, dass vor allem Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 23. Januar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 23.1.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 24. Januar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 7,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 18,1 Prozent, davon Windstrom 6,3 Prozent, PV-Strom 1,00 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,9 Prozent.

Der Dienstag ist der zweite Dunkelflautentag. Wieder ist viel Importstrom notwendig, um den Bedarf zu decken. Wieder schwanken die Preise stark.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 24. Januar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 24.1.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 25. Januar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 7,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 18,4 Prozent, davon Windstrom 7,4 Prozent, PV-Strom 0,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,5 Prozent.

Ein ähnliches Bild wie am Dienstag. Das Preisniveau sinkt etwas.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 25. Januar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 25.1.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 26. Januar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 11,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 21,6 Prozent, davon Windstrom 10,4 Prozent, PV-Strom 0,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,4 Prozent.

Der vierte Dunkelflautentag. In der Spitze liegt der Strompreis wieder über 200€/MWh. Es ist ein Importpreis. Sobald Deutschland überschüssigen, konventionellen Strom exportiert, fällt der Preis.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. Januar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 26.1.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 27. Januar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 15,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 25,8 Prozent, davon Windstrom 14,5 Prozent, PV-Strom 1,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,1 Prozent.

Heute ist die Windstromerzeugung etwas stärker als an den Vortagen. Sobald jedoch der off-shore-Strom ab Mittag „ausfällt“ und die wenigen PV-Stromerzeugung wegfällt, ist wieder echtes Dunkelflauten-Niveau erreicht. Das Preisniveau liegt im Bereich des Wochenbeginns.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. Januar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 27.1.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Samstag, 28. Januar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 11,5 Prozent. Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 23,00 Prozent, davon Windstrom 9,7 Prozent, PV-Strom 1,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,4 Prozent.

Der zweite ´halbe` Dunkelflautentag. Ab Mittag zieht die Windstromerzeugung – auch auf See – etwas an. Der deutsche Strom reicht aus. Stromimport ist nicht nötig. Es ist Wochenende, der Bedarf ist gering. Der Strompreis sinkt.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. Januar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 28.1.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Sonntag, 29. Januar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 40,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,00Prozent, davon Windstrom 38  Prozent, PV-Strom 2,3 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 10,6 Prozent.

Noch weniger Bedarf. 60 GW werden heute nicht erreicht. Dafür steigt die Windstromerzeugung stark. Der Strompreis fällt – wie oben bereits gezeigt – massiv, weil zu viel Strom im Markt ist. Die Konventionellen können die Erzeugung nicht so schnell herunterfahren, wie die Windstromerzeugung heute anzieht.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. Januar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 29.1.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Jahresresümee 2022 E-Mobilität & Mehr

Anstehende Subventionskürzungen treiben Elektromobilität zum Jahresende

Der deutsche PKW-Neuwagenmarkt steckte nach wie vor in der Krise. Die wesentlichen Ursachen waren Corona, Chipmangel, andere Zulieferprobleme sowie die allgemeine Kaufzurückhaltung auch wegen des Kriegs in der Ukraine.

Ausnahme: Einen Zulassungsschub bei den E-Autos (BEV) im letzten Quartal brachte den PKW-Neuzulassungen insgesamt ein Plus von 1,1 %. Das reichte aber bei weitem nicht, um das Niveau des Jahres 2020 oder früher wieder zu erreichen

2022: 2.651.237 (+ 1,1% ggü. 2021)
2021: 2.622.132 (- 11,2% ggü. 2020)
2020: 2.917.678 (- 19,1% ggü. 2019)
2019: 3.607.258

Neuzulassungen PKW-Antriebsarten im Einzelnen

Benzin: 863.445 (- 11,2% ggü. 2021), Anteil: 32,6% (2021: 37,1%)

Diesel: 472.274 (- 9,9 % ggü. 2021), Anteil: 17,8 % (2021: 20,0%)

Hybrid: 465.228 (+ 8,4% ggü. 2021), Anteil: 17,2% (2021: 16,4%)

Plug-In-Hybrid: 362.093 (+ 11,3% ggü. 2021), Anteil: 13,7% (2021: 12,4%)

Elektro (BEV): 470.559 (+ 32,2% ggü. 2021), Anteil: 17,7% (Anteil 2021: 13,6%)

Flüssiggas: 15.006 (+ 48,3% ggü. 2021), Anteil: 0,6%

Erdgas: 1.846 (- 52,9% ggü. 2021), Anteil: 0,1%

Plug-In-Hybrid-PKW: 362.093 mit 90 Modellen (2021: 86 Modelle)

Top 10 nach Herstellern plus Marktanteile 2022

Mercedes (11 Modelle): 15% (2021: 19,6%)
BMW (8 Modelle): 11,9% (2021: 12,4%)
VW (6 Modelle): 8,5% (2021: 11,1%)
Audi (8 Modelle): 8,2% (2021: 11,1%)
Ford (2 Modellen: 8,0% (2021: 5,7%)
Seat (3 Modelle): 7,5% (2021: 7,3%)
Kia (4 Modelle): 5,5% (2021: 3,6%)
Mitsubishi (1 Modell): 5,2% (2021: 3,3%)
Volvo (5 Modelle): 4,1% (2021: 6,2%)
Hyundai (3 Modelle): 3,7% (2021: 2,7%)

Beliebteste Modelle 2022

Ford Kuga (SUV): 28.410 (2021: 16.434)
Mitsubishi Eclipse Cross (SUV): 18.852 (2021: 4.417)
Seat Formentor (SUV): 17.671 (2021: 8.377)
BMW 3er (Mittelklasse): 12.763 (2021: 10.277)
Hyundai Tuscon (SUV): 10.296 (2021: 5.264)
Audi A3 (Kompaktklasse): 10.271 (2021: 10.280)
VW Golf (Kompaktklasse): 9.216 (2021: 15.228)
Mercedes A-Klasse (Kompaktklasse): 9.084 (2021: 10.729)
Audi Q3 (Geländewagen): 9.034 (2021: 7.044)
Kia Ceed (Kompaktklasse): 8.851 (2021: 7.645)

Elektro-PKW (BEV): 470.559 mit 80 Modellen (2021: 64 Modelle)

Die Top 10 nach Herstellern und deren Marktanteile 2022

Tesla (4 Modelle): 14,9% (2021: 11,2%)
VW (6 Modelle): 13,4% (2021: 20,3%)
Hyundai (3 Modelle): 7,0% (2021: 7,5%)
Fiat (3 Modelle): 6,4% (2021: 3,5%)
Opel (4 Modelle): 6,2% (2021: 5,1%)
Audi (4 Modelle): 6,0% (2021: 4,2%)
Renault (3 Modelle): 5,9% (2021: 9,2%)
Mercedes (8 Modelle): 5,4% (2021: 3,4%)
BMW (6 Modelle): 5,0% (2021: 4,6%)

Spitzenreiter 2022 waren Tesla (löste VW als Nummer 1 ab) und Fiat (war 2021 nicht unter den Top Ten). Unter den Top Ten konnten Mercedes, Audi, Opel und BMW-Marktanteile hinzugewinnen.

Verlust von Marktanteilen

VW (2022: 13,4% / 2021: 20,3% / 2020: 23,8%)

Renault (2022: 5,9% / 2021: 9,2% / 2020: 16,2%)

Smart (2022: 2,2% / 2021: 6,7% / 2020: 8,3%)

Die beliebtesten zehn E-Modelle 2022

Tesla Model Y (SUV): 35.426 (2021: 4.400)
Tesla Model 3 (Mittelklasse): 33.841 (2021: 35.262)
Fiat 500 (Minis): 29.635 (2021: 12.516)
VW ID4 (SUV): 24.847 (2021: 12.734)
VW ID3 (Kompaktklasse): 23.487 (2021: 26.693)
Hyundai Kona (SUV): 17.029 (2021: 17.240)
Opel Corsa (Kleinwagen): 14.979 (2021: 10.858)
Dacia Spring (Minis): 14.366 (2021: 4.045)
Hyundai Ioniq5 (SUV): 14.080 (2021: 6.971)
VW Up (Minis): 13.238 (2021: 30.797)

Zum Jahresende wurde die Millionenmarke bei den BEV-Autos überschritten (Bestand Ende 2021: rund 618.000).

Das Ziel der Ampelregierung, 15! Millionen BEV-Autos bis zum Jahr 2030 auf die Straße zu bringen, ist mehr als ambitioniert. Es müssten in den verbleibenden acht Jahren jeweils rund 1,8 Millionen BEV-PKW neu zugelassen werden.

2023 werden eine insgesamt hohe Inflation, steigende Zinsen, gestiegene Rohstoff- und Strompreise sowie die Kürzungen (BEV), der Wegfall (Plug-In) von Subventionen den weiteren Anstieg bei den BEV dämpfen und bei den Plug-In-Hybrid-PKW deutlich abschwächen.

Ziel der „Verkehrswender“ ist nicht der 1:1-Ersatz der Verbrenner-PKW durch rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge, sondern eine Halbierung des PKW-Bestandes in Deutschland durch eine permanente Verteuerung der individuellen Mobilität.

Quelle der Zulassungszahlen

Eine kritische Betrachtung der Jahresrückblicke ´Strom` 2022 von Bundesnetzagentur und Agora-Energiewende sowie ergänzende, weiterführende Literatur, Artikel, Videos und mehr rufen Sie hier auf.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.




Wer hätte das gedacht? Viele CO₂-Zertifikate sind nicht mehr als heiße Luft

von AR Göhring

Wie Recherchen von Zeit, Guardian und SourceMaterial ergaben, decken sogenannte Verschmutzungsrechte oder „Klimazertifikate“ des Verkäufers Verra die tatsächlichen Einsparungen kaum ab.

Wissen Sie, was „Klimazertifikate“ sind? Das ist so etwas wie die „Luftrechte“ in Chikago oder New York-Stadt, wo die Verwaltung es nicht erlaubt, über eine gewisse Traufhöhe hinaus zu bauen (in deutschen Städten ist das übrigens auch die Regel). Grund: Die Straßen in Manhattan sollen nicht zu dunklen Schluchten werden.

Möchte aber jemand trotzdem höher bauen, kann er beim Nachbarn, der unter der maximalen Traufhöhe blieb, dessen Minus-Meter kaufen. Auf diese Weise entsteht – Wunder! – ein neues Produkt, das sogar an Börsen gehandelt werden kann.

Diese Überlegung wurde schon vor Jahrzehnten in die „Umweltschutz“-Politik übernommen. Wenn ein Unternehmen, zum Beispiel ein altes norwegisches Wasserkraftwerk, kaum oder gar keine Emissionen hat, kann es die „Einsparung“ an CO2 an zum Beispiel die Deutsche Bahn verkaufen: Das ist der Grund, wieso unsere ICE „klimaneutral“ fahren, die Regionalbahnen, die am selben Netz hängen, aber nicht. Das ist auch der Grund, warum es „klimaneutrale“ Wurst (drei Scheibchen in aufwändiger Plasteverpackung), „klimaneutrale“ Zahnbürsten von Dr. Best oder „klimaneutrales“ Mineralwasser aus Thüringen gibt.

Neben diesem Marketing-Gag gibt es aber für einige Branchen sogar die Pflicht, solche Zertifikate zu kaufen. Papierhersteller zm Beispiel werden dazu gezwungen, und können dann dichtmachen, wenn die Zertifikate zu teuer sind.

Und teuer sind sie – RWE soll dem Vernehmen nach als wertvollsten Besitz diese Zertifikate erworben haben. Und Elon Musk, vor kurzem noch seine „klimaneutralen“ Teslas geliebt, machte einen Großteil seiner ca. 200 Milliarden Dollar mit Zertifikatehandel, weil E-Autos angeblich keine CO2-Emissionen verursachen (in Wirklichkeit natürlich eher mehr als ein Verbrenner).

Das Beispiel Tesla zeigt, daß der Zertifikatehandel von vornherein als Geschäftsmodell ausgelegt ist – man könnte auch „Masche“ sagen, oder Hütchenspielertrick. Nun haben ausgerechnet die grünen Zeitungen Zeit und Guardian zusammen mit einem anderen Organ die organisierte Betrügerei aufgedeckt, wie infosperber berichtet.

Der große Zertifizierer Verra, der die angeblichen Einsparungen einer Firma wie Tesla berechnet (schätzt, fühlt?), hat sich wohl des öfteren „vertan“. Präziser:

Der größte Teil der der überprüften Zertifikate kompensiere nichts, stellt die Recherche fest.

Grund: Die „nach eigenen Richtlinien“ taxierten Unternehmen sind in jüngerer Zeit vor allem Waldschutzprojekte. Da sich die Aufnahme von CO2 durch wachsende Bäume, die durch Einschlag oder Naturkatastrophen auch verloren gehen können, über Jahrzehnte hinzieht, ist die Taxierung nur grob möglich – oder gar nicht. Rein rechnerisch, um Geld zu verdienen, allerdings schon, da durch das Schutzprojekt verhinderter Einschlag zu einem Großteil eingerechnet wird.

Etwa 30 Prozent der weltweit verkauften Emissionsgutschriften seien solche verhinderten Entwaldungen, schätzt «SourceMaterial». Ohne Kontrollen könnte so theoretisch die gesamte stehende Waldfläche der Welt als CO2-Gutschrift verkauft werden.

Oder alte norwegische Wasserkraftwerke, die im wasserreichen Nordland schon lange fast den gesamten Strombedarf decken…..
Ein Waldökologe aus den USA untersuchte die CO2Bilanzen von Projekten und schaute sich Satellitendaten an.

Dabei stieß er auf etliche Projekte, bei denen die Kompensation viel zu hoch angesetzt war, und sogar solche, bei denen der Wald trotzdem zerstört wurde. Das Unternehmen habe unter Druck gestanden, «gute» Zertifikate zu finden, die es verkaufen könne, sagt er.

Ayrey hält das System von Verra für eines, in dem systematisch manipuliert wird. Er vergleicht das mit Doping – mache es einer, müssten es alle tun und jeder wisse Bescheid. Das ist nicht mehr nur spekulativ, sondern so ähnlich wie Falschgeld.

Nur acht von 29 Projekten verhindern tatsächlich Entwaldung. 94% der „Carbon Credits“ hätten gar nicht ausgestellt werden dürfen.

Nicht, daß EIKE-Leser so etwas wundern würde. Immerhin haben wir in Deutschland den Grünen Punkt mit seinen bunten Mülltonnenparaden und seinem Vertragsoligopol der Entsorger – und mittlerweile Müllsortieranlagen, die die ganze Müllsortiererei überflüssig machen würden, wenn die Abgaben für den Grünen Punkt nicht so einträglich wären.

Fazit: „Umweltschutz“ ist seit den 1980ern eine Goldgrube für allerlei überflüssige Forschung, NGOs, Marketingexperten, Politiker und Produzenten. Mit der Klimapanikmache ist der alte Öko-Trick aber auf eine Ebene gehoben worden, die die Umverteilung von der Wirtschaft hin zu nichtsnutzigen Zehrern geradezu ruinös macht – Stichwort „Desindustrialisierung“.