Greta Thunberg auf Michael Shellenbergers Spuren? Sie demonstriert jetzt auch gegen Windkraft

von AR Göhring

Greta Thunberg forderte einmal Kernkraftnutzung zur Bewältigung des Klimawandels, äußerte sich nach Protest danach aber nicht mehr zum Thema. Nun irritierte die schwedische Ikone der Klimaschutzbewegung erneut, weil sie in Oslo gegen einen Windpark in Lappland demonstrierte.

In der norwegischen Hauptstadt Oslo blockierte Greta Thunberg gemeinsam mit samischen Aktivisten den Eingang des Energieministeriums. Grund ist die Forderung nach Teilabriß des größten landgebundenen Windparks Europas in der nordwestlichen Region Fosen, wo wie in Schweden und Finnland das Urvolk der Samen (oder Lappen) lebt, die lange vor den Indogermanen und Finno-Ugriern Europa besiedelten. Daher werden die häufig noch als Rentierzüchter lebenden Samen von Aktivisten gern als eine Art Euro-Indianer gesehen. Früher wurden sie tatsächlich von den Nordgermanen und Finnen an den Rand gedrängt – in den modernen Sozialstaaten ist das aber längst nicht mehr der Fall, da ist jede im Land lebende Ethnie geschützt.

Man fragt sich, wieso dann überhaupt im Lappengebiet ein riesiger Windpark errichtet werden konnte. Es lief wohl so wie in Deutschland – die Rechte der Energiewende-Profiteure haben Vorrang, und wenn finanzschwache Bürger, ob nun deutsche Dörfler oder samische Rentierzüchter, sich nicht unter Aufbietung aller Mittel und sonstiger Ressourcen wehren, setzen die Lobbyisten und Politiker den Bau durch.

Im Falle Fosens haben die Windgegner-Lobbyisten nun erfolgreich zurückschlagen können – erstaunlich! Zitat Wikipedia:

Am 11. Oktober 2021 erklärte der Oberste Gerichtshof die Betriebserlaubnis der zwei Teilparks Storheia und Roan im Nachhinein für ungültig, da sie die kulturellen Rechte des indigenen Volkes der Samen beeinträchtigen und gegen entsprechende internationale Schutzkonventionen verstoßen. Daraufhin forderten Vertreter der Samen den Abriß der Anlagen, die norwegischen Behörden ordneten aber erst weitere Gutachten an. Im Februar 2023 protestierte Greta Thunberg zusammen mit Aktivisten aus dem Volk der Samen gegen das Fortbestehen dieser Teilparks und sagte: „Eine Klimawende, die die Menschenrechte verletzt, ist keine Klimawende, die ihres Namens würdig ist.“

Na also, geht doch. Die Frage ist nur, ob nur „Euro-Indianer“ die von Thunberg erwähnten „Menschenrechte“ haben sollen, oder auch Dorfbewohner, die nicht zu einer wie auch immer definierten Randgruppe gehören. Würde Greta Thumberg auch mit der Bürgerinitiative aus St. Gangloff gegen die Zerstörung ihrer thüringischen Heimat demonstrieren?

Thunberg ist immer wieder für Überraschungen gut. Vielleicht wird sie einen Weg wie Natur- und Klimaschützer Michael Shellenberger aus Kalifornien einschlagen, der heutzutage vehement gegen „erneuerbare Energien“ und für Kernkraft eintritt..




Bauernprotest gegen angebliche Umweltpolitik nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Belgien

von AR Göhring

Letzte Woche legten 2.700 flämische Traktoren den Hauptstadtverkehr in Brüssel teilweise lahm. Grund: Ähnlich wie bei den niederländischen Nachbarn versuchen autoritäre Politiker, im Namen der Reduktion angeblich giftigen Stickstoffs im Boden die Zahl der Bauernhöfe zu senken.

Im belgischen Flandern spricht man niederländisch und kann sich daher problemlos mit den Nachbarn im Nordosten verständigen. Das haben die flämischen Bauern wohl getan – und trugen den Protest gegen eine angebliche Naturschutzpolitik der Regionalregierung in großer Zahl nach Brüssel. Die Argumentation der flämischen Regionalpolitiker deckt sich mit der der internationalen Initiative, die auch in Kanada oder Sri Lanka versucht(e), mit Klima-Argumenten selbstsüchtige Interessen durchzusetzen. Künstlicher Ammonium-Dünger setzt nach mikrobiellem Abbau Lachgas N2O frei, das angeblich das CO2 beim Erderwärmen unterstütze. Tatsächlich soll es in den Niederlanden durch das via Klimaschutzpolitik induzierte Bauernsterben darum gehen, zusätzliches Bauland zu schaffen, um Einwanderung zu ermöglichen. Ob das so stimmt oder nicht – es würde nur den Interessen entrückter Mini-Eliten dienen.

Daß die Pläne zur „Ent-Nitrogenisierung“ der Landwirtschaft unwissenschaftlicher Unfug sind, bewies die Regierung in Sri Lanka schnell und eindrucksvoll: 2022 stürmten hungernde Bauern nach einer gewaltigen, künstlich verursachten Mißernte den Regierungspalast bei Colombo und verjagte das um sein Leben bangendes Kabinett. Die Regierung hatte ihr „Umweltschutzprogramm“ für die Landwirtschaft importiert – im Land wurde die Idee nicht geboren.

In Deutschland und den Benelux-Staaten wird seit geraumer Zeit nicht mehr großzügig gedüngt, sondern knapp/optimal – Dünger ist teuer, und Naturschutzbestimmungen gegen Eutrophierung gibt es schon lange. Bleiben noch die Kühe und Schweine als Quelle von Gülle und damit von Stickstoff.

„Keine Zukunft ohne Bauern“ hieß es auf Plakaten der Demonstranten. Sie fürchten, die Zahl der Tiere in ihren Ställen drastisch reduzieren oder sogar ganz schließen zu müssen.

Also eine ähnliche Situation wie in den Niederlanden – wer die Vorgaben beim Düngen oder in der Tierhaltung nicht erfüllen kann, wird schließen müssen. Schon daran sieht man, daß das „Stickstoff“-Problem nur geografisch verschoben wird. Wenn Belgien weniger Bauern hat, gibt es auch weniger heimische Lebensmittel – der Ersatz wird importiert werden müssen. Daß das nicht „klimaneutral“ sein kann, ist klar.




Deutscher Ethikrat macht jetzt auch in Klima

von AR Göhring

Der deutsche Ethikrat unter seiner Vorsitzenden Alena Buyx spielte in der Corona-Politik eine – gelinde gesagt – äußerst umstrittene Rolle. Genau wie Karl Lauterbach machen die Ethiker jetzt in Klima.

Gesundheitspolitiker – und nun Minister – Karl Lauterbach twitterte im Januar 2021 plötzlich zum Thema „Klima“, in dem er auf die angeblich erderwärmungsbedingten Buschbrände in Australien hinwies. Vorher hatte der bekannte Gesundheitsexperte noch nie etwas dazu gesagt – ahnte er schon, daß der Coronakomplex zusammenbrechen und seine mediale Hoch-Zeit vorbei sein werde? Ein Jahr später stellte Lauterbach sogar ein ganzes Klima-Buch vor – im typischen Alarmismusstil geschrieben. Das, wie der Anhang zeigte, mehr oder minder schnell zusammengegoogelte Werk wurde sogar im Tipi Berlin von der ARD (rbb) prominent vorgestellt.

Das nun zunehmend kollabierende Gebäude rund um die Coronapolitik, die der Klimapolitik frappierend ähnlich ist, bringt die prominentesten Gesichter der erfundenen Krise nun in Bedrängnis. Der deutsche Ethikrat (Mitglieder), in der Ära Merkel 2008 etabliert, beziehungsweise seine telegene Vorsitzende Alena Buyx, versucht nun, sich aus der Affäre zu ziehen („Eine von Wut getriebene Suche nach Schuldigen hilft überhaupt nicht“) – wohl auch durch Ablenkung, indem man plötzlich aufs Klima zu sprechen kommt. Daher organisierte der Deutsche Ethikrat eine Anhörung zum Thema „Gerechtigkeit und Verantwortung angesichts des Klimawandels“ am 23.02.2023 (möglicherweise wegen Krankheit Buyx‘ ausgefallen, kein Dokument zu finden). O-Ton der Vorsitzenden im Vorfeld:

„Aber der Klimawandel und die Bewältigung der Klimakrise, das wird die größte Veränderung unserer aller Leben in den nächsten Jahren“, sagt die Medizinethikerin.

„Und eine andere Frage, die finde ich persönlich am schwierigsten: Wie schaffen wir das eigentlich, dass wir diese wirklich großen Veränderungen […] hinkriegen und gleichzeitig in dieser demokratischen Gesellschaft uns das nicht auseinanderkracht?“

Ja, das ist eine gute Frage, nach allem, was Alena Buyx selber in den letzten zwei Jahren gesagt hat.

Der Schwenk zum Klima wird (vorerst) ganz gut klappen, da der klimapolitische Komplex die Wirtschaft und Demokratie eher unmerklich abbaut, und noch viele Bürger der jahrzehntelang sehr langsam eingeschlichenen und zumindest bis vor kurzem perfekten Öko-PR unkritisch gegenüberstehen. Aber was, wenn die Energie-Preise noch weiter steigen, und wegen des Festhaltens Habecks am Windstrom und Atomausstieg Blackouts drohen?

Quelle: BW24




Woher kommt der Strom? Drei Wind-Flautentage

von Rüdiger Stobbe

7. Analysewoche 2023

Die KW 7/2023 beginnt mit drei Wind-Flautentagen.  Die PV-Stromerzeugung liegt für diese drei Tage bei durchschnittlich 6,3 Prozent.  Deshalb keine „Dunkelflautentage“ Erst zum Abend des 15. Februar frischt der Wind etwas auf. Danach wird sehr viel Windstrom erzeugt. Ab 17. Februar, 17:00 Uhr fällt die Windstromerzeugung wieder ab. Allerdings nicht in den Flautenbereich. Um dann zum Wochenbeginn der KW 8/2023 richtig zu zulegen.

Technischer Hinweis: Die von uns bevorzugt verwendeten Daten der Agora-Energiewende, sind vom 13. bis 16. Februar 2023 fehlerhaft. Deshalb kommen in dieser Analyse die Daten der Bundesnetzagentur, die unseres Wissens unbearbeitet von Entsoe übernommen werden, zur Anwendung. Das ergibt manchmal Ungereimtheiten bei der grafischen Darstellung. So wird zum Beispiel der Bedarf trotz Strom-Imports nicht immer exakt aufgefüllt oder der Stromimport „passt“ nicht. Deshalb blenden wir den Stromimport aus. Er kann von Ihnen jederzeit zugesteuert werden.

Ab 17. Februar werden die Charts der Zukunfts-Agorameters der Jahre 2030 und 2040 korrekt erstellt. Vorher erstellen wir sie auch, doch diese sind erkennbar fehlerhaft. Solange bis die Daten von Agora korrekt eingespeist werden. Die Korrektur erfolgt dann automatisch.

Übersicht KW 7/2023

Montag, 13. Februar 2023 bis Sonntag, 19. Februar 2023Anteil Wind- und PV-Strom 35,1 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 45,5 Prozent, davon Windstrom 29,7 Prozent, PV-Strom 5,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,3 Prozent.

Die regenerative Erzeugung im Wochenüberblick. Die Strompreisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur siebten Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur KW 6/2023 Factsheet KW 7/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

 

Jahresübersicht 2023

Es gibt praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden bis auf sehr wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2, Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 13. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 13,2 Prozent. Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 23,9 Prozent, davon Windstrom 7,5 Prozent, PV-Strom 5,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,6 Prozent.

Nur weil die PV-Stromerzeugung über 5 Prozent liegt, handelt es sich nicht um einen Dunkelflauten- sondern nur um einen Flautentag. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 13.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 14. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 12,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 22,8 Prozent, davon Windstrom 5,3 Prozent, PV-Strom 6,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,6 Prozent.

Wieder ein Flautentag. Wieder ein Tag an dem auch eine Verfünffachung der installierten Leistung Wind- Solarkraft nicht viel bringen würde. Ohne konventionell erzeugten Strom geht es nicht. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 14.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 15. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 18,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,6 Prozent, davon Windstrom 10,4 Prozent, PV-Strom 7,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,5 Prozent.

Der dritte Flautentag der siebten Analysewoche. Nach Sonnenuntergang zieht die Windstromerzeugung an. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 15.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 16. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 34,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,7 Prozent, davon Windstrom 27,4 Prozent, PV-Strom 6,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,4 Prozent.

Mit einer kleinen Delle über die Mittagszeit steigt die Windstromerzeugung weiter an. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 16. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 16.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 17. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 61,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 70,2 Prozent, davon Windstrom 59,3 Prozent, PV-Strom 2,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 8,7 Prozent.

Der Freitag bringt viel Windstrom. Die Preisentwicklung

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 17. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 17.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Samstag, 18. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 58,5 Prozent. Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 69,00 Prozent, davon Windstrom 55,3 Prozent, PV-Strom 3,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,5 Prozent.

Auch zum Wochenende ist die regenerative Stromproduktion überdurchschnittlich hoch. Aus Netzstabilitätsgründen müssen die konventionellen Stromerzeuger bis zum Sonnenuntergang über Bedarf produzieren. Die Preisentwicklung.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 18. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 18.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Sonntag, 19. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 45,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,8 Prozent, davon Windstrom 38,7 Prozent, PV-Strom 6,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,7 Prozent.

Heute für einen Sonntag wieder eine überdurchschnittlich hohe regenerative Stromerzeugung. Am Nachmittag zieht die Windstromerzeugung nochmals an. Montag wird es viel Windstrom geben. Die Preisentwicklung inkl. Montag, 20.2.2023. Aus Netzstabilitätsgründen können die konventionellen Stromerzeuger die Produktion nicht herunterfahren. Zuviel Strom im Markt bedeutet niedrige Preise. Dieser Sachverhalt wird sich nicht ändern. Deswegen ist es mehr als zweifelhaft, dass Investoren auf freiwillig-marktwirtschaftlicher Ebene Backup-Gaskraftwerke bauen werden. Es werden bereits Überlegungen angestellt, das Strommarkt-Design zu ändern.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 19. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 19.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Eine kritische Betrachtung der Jahresrückblicke Strom 2022 von Bundesnetzagentur und Agora-Energiewende sowie ergänzende, weiterführende Literatur, Artikel, Videos und mehr rufen Sie hier auf. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den werbefreien Politikblog MEDIAGNOSE seit über sechs Jahren




Robert Habeck überreizt es: Verbot „fossiler“ Heizungen ab 2040?

von AR Göhring

Offensichtlich motiviert von der Entscheidung des EU-Parlamentes, ab 2035 keine Verbrennermotoren neu zuzulassen, will Wirtschaftsminister Habeck ab 2040 in Deutschland keine Heizungen mehr zulassen, die 100% „fossile“ Energieträger wie Kohle oder Erdgas verbrennen – es müssen 65% „erneuerbare Energien“ enthalten sein.

Außerdem werden bereits vorher kaum zu schaffende Auflagen für ältere Heizungen zu erfüllen sein – die dann vor Ablauf ihrer Betriebsfähigkeit- gegebenenfalls raus müssen. Welche Heizanlagen können die Bürger dann überhaupt noch neu kaufen? Die Auswahl erscheint, theoretisch zumindest, noch reichhaltig: Wärmepumpen für Luft und Boden, Fernwärme, reine Elektroheizungen (?) wie in Schweden, und Verbrenner für nachwachsende Pflanzenöle, zum Beispiel Raps.

Verboten werden hingegen Mineralölheizungen, Erdgasanlagen und andere Gasheizungen (Butan etc.). Schon jetzt sind in einigen Wohnlagen, meist Innenstädten, Holzheizungen zum Neueinbau untersagt.

Der Plan aus dem Wirtschaftsministerium hat eine regelrechte Protestwelle in den alternativen und sozialen Medien hervorgerufen. Auch unabhängig von der Richtigkeit der CO2-getriebenen Erderwärmungshypothese griffen sich viele Fachleute an den Kopf und gaben zu bedenken, daß weder jetzt noch später genug personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen, um das wahnwitzige Vorhaben umzusetzen.

Bereits seit einiger Zeit sind Handwerkertermine für den Einbau einer Wärmepumpe nur mit sehr langer Wartezeit zu bekommen. Das kann nämlich nicht jeder Gas-Wasser-Installateur, sondern nur spezialisierte Heizungsbauer. Doch auch wenn sie das lernten, wären es immer noch viel zu wenige. Hinzu kommt, daß etwa 50-60% aller Gebäude in Deutschland dafür schlicht ungeeignet sind. Und selbst wenn es ginge – viele in Altbauten zu installierende Wärmepumpenheizungen benötigen einen Vorlauftemperatur, die nur mit zusätzlichem Gas- oder Elektromodul erreicht werden kann. Und zusätzlich gilt, wenn all diese Probleme gelöst würden, bliebe der Strommangel als finales Hauptproblem – ohne Kernkraft, nur mit Flatterstrom-Lieferanten wie Wind und Sonne, bliebe an zahlreichen Dunkelflautetagen (meist im Winter) das Netz ohne genügend Strom. Wie in den letzten acht Wochen beinahe jeden einzelnen Tag. Aber besonders dann, wenn die schnell regelbaren teuren (!) Gaskraftwerke, weil nicht vorhanden, den nötigen Strom für die Wärmepumpen nicht werden liefern können.

Robert Habeck erklärte nun vor einigen Wochen, wie er sich das Strommangel-Problem konkret vorstellt: Waschen, wenn der Wind weht, und dann kann man die saubere Wäsche gleich zum Trocknen in den Wind hängen. Will er, daß wir es auch so machen, wenn die Wohnung kühl ist? Heizen, wenn der Wind weht?

Ein Buchhändler aus Berlin-Mitte, der im Augenblick eine Gasheizung im Geschäftshaus betreibt, erzählte uns, daß er bald wohl an das Fernwärmerohr in der Nähe muß. Dafür gibt es aber nur einen Anbieter – Wettbewerb adé. Und das heiße Wasser wird von einem Kraftwerk ein paar Kilometer entfernt geliefert, das – ausgerechnet – mit Erdgas betrieben wird. Er muß also seine Erdgasheizung rausreißen, um von einer sehr großen zentralen Erdgasheizung beliefert zu werden. Auch wenn Fernwärmeleitungen mit ihrem ca. 1m Durchmesser ganz gut isoliert sind, treten vor allem bei winterlichen Temperaturen ordentlich Verluste auf.

Die Ingenieure unter den geneigten Lesern mögen nun den Plan entwickeln, ihren Mineralölverbrenner umzurüsten, um später auf Rapsöl umsteigen zu können. Aber Vorsicht: Während Mineralölprodukte überwiegend aus gesättigten Alkanen bestehen, sind in biologischen Ölen, vor allem von Raps und Lein, nicht wenige ungesättigte Fettsäuren enthalten, die gerne miteinander reagieren und so Konglomerate bilden – der Chemiker spricht von Verharzung. Es hat einen Grund, warum man Leinöl zur Oberflächenbehandlung von Holz oder als Basis von Linoleumboden nimmt. Ob der Einbau eines neuen Brenners reicht, aus einer Fossil- eine Pflanzenölheizung zu machen?

Bliebe alternativ noch die klassische Elektroheizung, was ohne eine hohe Kern- oder Wasserkraftdichte wie in Frankreich oder Schweden aber nicht zu machen ist. Man stelle sich die groteske grüne Fantasie im Jahr 2040 vor: Während einer mehrtägigen Dunkelflaute im Winter springen sämtliche Elektro-und Fernwärmeheizungen an, gleichzeitig laden alle noch verbliebenen Autofahrer ihre Stromer, und Züge und Trambahnen verlangen auch noch ordentlich Power. Wenn es dann keine dichte Ersatz-Infrastruktur mit Gaskraftwerken gäbe, bräche die Versorgung sofort zusammen. Nur – schaffen Scholzens Mannen es, nach baldiger Abschaltung sämtlicher Kohle- und Kernkraftwerke genügend Leistung mit Gas bereitzustellen? Das darf bei der Chaostruppe, deren manch ein Mitglied nach einer 360°-Umdrehung eine Umkehr vermuten und von Ländern „Hunderttausende Kilometer von uns entfernt“ sprechen, nicht erwartet werden.

Und selbst wenn deutsche Ingenieure (sofern sie noch da sind) ein letztes Mal ein Wunder vollbrächten, und sämtliche Windräder und Photovoltaikplatten mit Gaskraftwerken abzusichern – Erdgasverbrennung ist die teuerste Art, Strom zu erzeugen.

Unser gebeutelter Innenstadt-Buchhändler sprach daher von „Quasi-Enteignung“ vieler Hausbesitzer. Denn was heute schon an Grundsteuer zu zahlen ist, zwingt einige Bewohner bereits, ihren Immobilienbesitz zu verkaufen. Was, wenn Rentner, die sich das Wohneigentum zur Alterssicherung zugelegt haben, die mehrere 10.000 Euro teuren neuen Heizanlagen nicht werden leisten können? „Kredit aufnehmen“, sagt ein Habeck oder eine Baerbock nun vielleicht. 30.000 Euro Kredit für 70jährige Rentner? Welche Bank vergibt solche Kredite?

Man hat den Verdacht, die Regierung arbeite nicht nur an der Desindustrialisierung Deutschlands, sondern tatsächlich auch an der kaum mehr zu verschleiernden schleichenden Enteignung der Bevölkerung. Und an wen geht das enteignete Vermögen dann? Weg ist das Geld ja nie – es haben nur andere, wie nach dem Börsenkrach 2008. Vielleicht an von der Regierung vertretene Interessensgruppen.

ARD und ZDF werden die Pläne wie üblich wahrscheinlich wieder verteidigen, auch wenn Robert Habeck mit seinem Satz „die gehen nicht pleite, die hören nur auf zu produzieren“ eigentlich klar gemacht hat, daß er von der Wirklichkeit überhaupt nichts weiß, und ihm das letztlich auch egal ist. Geht man den Menschen aber massenweise diekt an die Existenz, lassen sie sich von Schönfärberei durch Hofjournalisten deutlich weniger beeindrucken – die rund 2.200 Corona-Spaziergänge jeden Montag während der Zeit der drohenden RNA-Injektionspflicht bewiesen dies eindrucksvoll.

Leider muss auch daran gezweifelt werden, daß Habecks Pläne nicht umgesetzt werden, ähnlich wie auch bei der weltfremden Richtlinie der EU, ab 2035 keine Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen. Die Parteien werden sich zwar erbittert darüber streiten, wer in den Augen der Medien der weiße oder der schwarze Ritter sein darf. Doch am Ende wird es einen faulen Kompromiß geben, der all diese vernichtend – irrsinnigen Phantasien umzusetzen erlaubt. Wenn nicht sofort, wie jetzt angekündigt, dann eben etwas später, etwas weniger, etwas komplizierter. Dafür werden die Grün-Linken in den Altparteien und ihre Hofjournalisten schon sorgen. Garantiert.

Habeck und seine Mannen meinen die wirre Idee, Deutschland zu dekarbonisieren und zu ent-atomisieren, wirklich ernst, während alle anderen um uns herum fleißig Kohle- und Kernkraftwerke bauen. Ob sie es überreizen? Das glaubt wohl nur ein unverbesserlicher Optimist