„Na und?“ – Attentate der Klimaschützer auf Kunstwerke: Sympathisieren Museumsmanager heimlich mit Tätern?

von Axel Göhring

Nach einem Anschlag von selbsternannten Klimaschützern auf eines der Sonnenblumen-Gemälde von Vincent van Gogh in London gab es sofort in mehreren Städten Europas Nachahmungstäter: In Wien, Dresden, Berlin, Den Haag und Potsdam warfen Extremisten diverse Flüssigkeiten wahllos auf Gemälde und filmten sich dabei – die Täter im Haag wanderten dafür immerhin drei Monate ins Gefängnis.

In den deutschsprachigen Ländern hingegen passierte nichts – die Tatvideos zeigen ein ums andere Mal, daß die Extremisten erstaunlich ungestört ihre Texte aufsagen und in aller Ruhe die Bilder beschmieren können (die nicht ganz zufällig alle hinter Glas waren – die Täter hatten offenbar sehr wohl das eigene Schicksal im Auge). Zahlreiche Anfragen des Tichy-Journalisten David Boos zum Thema bei verschiedenen renommierten europäischen Museen wurden nur knapp&einsilbig beantwortet – außer von der Verwaltung des Prado in Madrid und der Uffizien in Florenz. Vom Barberini in Potsdam, dessen angegriffenes Bild „Heuschober“ von Monet dem Mäzen und Sammler Hasso Plattner gehört, kam nur ein trockener Hinweis auf die bestehende Pressemitteilung nach dem Anschlag.

Boos vermutete, daß die meist steuerfinanzierten Kulturfunktionäre in den Museen mit den seltsamen Klimaschützern sympathisieren. Und damit hatte er Recht, denn die Direktorin des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM) meinte:

Der Klimaschutz ist eines der zentralsten Anliegen unserer Zeit und ein legitimer Grund für Protest, denn das Thema braucht mehr öffentliche Aufmerksamkeit, um uns alle wachzurütteln.

Um seine Vermutung zu überprüfen, gab er sich als grüne Aktivistin aus und fragte erneut zum Thema „Anschläge auf Kunstwerke“. Und siehe da – plötzlich antworteten die Museen deutlich häufiger.

Die unterhaltsame Geschichte zeigt ein ernsthaftes Grundproblem der Postmoderne in Europa: Die akademische Elite fast aller Studiengänge hat sich mittlerweile die Werte und Normen der woken Grün-Linken zu eigen gemacht, vielleicht sogar auch tatkräftig befördert. Und deshalb dulden und billigen, oder fördern sie sogar, wenn auch versteckt, um nicht justiziabel zu erscheinen, auch diese  Angriffe auf die eigenen Kunstschätze, die ihnen anvertraut sind.?

Oder trauen sie sich nur nicht, dagegen zu opponieren? Offenbar gibt es zumindest Meinungswächter im eigenen Betrieb?

 

Erratum: In einer ersten Version stand, daß das Zitat der Direktorin des KHM („Klimaschutz ist eines der zentralsten Anliegen unserer Zeit“) von David Boos selber sei. Das stimmt natürlich nicht – solchen PR-Sprech würde ein kritischer Autor nicht verfassen.




Politiker im Streckbetrieb

von Hans Hofmann-Reinecke

Der Schritt über den Rubikon

Vor einiger Zeit brachte der von fast uns allen so verehrte Kanzler seine „Richtlinienkompetenz“ ins Spiel. Er tat dies mit der Entschlossenheit und Dramatik eines Gaius Iulius Caesar, der seinen Truppen befiehlt, den Rubikon zu überqueren. Worum ging es diesmal? Es ging darum, daß drei der verbliebenen deutschen Kernkraftwerke, die uns seit Jahrzehnten preiswert und zuverlässig mit Elektrizität versorgt haben, um sage und schreibe drei weitere Monate über das Jahresende 2022 hinaus am Netz bleiben sollten, bevor auch sie verschrottet würden.

Diese drei letzten nuklearen Mohikaner sollten noch bereit stehen, falls es bei der Stromversorgung zu unerwarteten Engpässen kommen sollte. Und? Kam es dazu? Hat des Kanzlers Machtwort uns gerettet?

Nehmen wir die Situation der 7. und 8. KW (Kalenderwoche – nicht Kilowatt) des laufenden Jahres, so wie sie hier unbestechlich und übersichtlich dargestellt ist. Da spuckten die besagten drei KKWs (Kernkraftwerke) gemeinsam pro Woche noch ganze 500 Gigawattstunden (GWh) aus. Ist das viel? Teilen wir diese Energie durch die Anzahl der Stunden einer Woche (7 x 24 = 168) dann kommen wir auf eine durchschnittliche Leistung von (500 GWh / 168 h) ≈ 3 GW (Gigawatt), oder auch drei Millionen kW (Kilowatt).

Ein zwei Personen Haushalt zieht im Mittel 0,3 kW elektrischer Leistung aus der Steckdose. Mit besagten 3 GW konnte man also um die 10 Millionen Haushalte versorgen.

Unsere Eliten im intellektuellen Streckbetrieb

Jedes der drei Kraftwerke trug dazu durchschnittlich 1 GW bei. Die Namen dieser drei Kandidaten sind Isar 2, Neckarwestheim und Emsland. Wenn Sie aber auf deren Visitenkarten schauen, dann steht da ganz stolz „Druckwasserreaktor 1,4 Gigawatt“! Was war da los? Warum haben sie nur 1,0 GW geliefert?

Sie wurden im „Streckbetrieb“ gefahren. Dieser Begriff wurde irgendwie von einflußreichen Laien wie Politikern und Journalisten aufgeschnappt, die sich dann im eigenen intellektuellen Streckbetrieb zu dem Thema äußerten. Es hörte sich dann so an, als würde man die Kraftwerke jetzt schinden wie ein Auto, bei dem das Motoröl ausgelaufen ist, und das man noch gnadenlos bis zu seinem Zusammenbruch weiterfährt.

Tatsächlich aber wird „Streckbetrieb“ routinemäßig angewandt, etwa wenn man das jährliche Abschalten eines Reaktors zum Wechsel von Brennelementen („Revision“) hinauszögern möchte. Zu dem Zeitpunkt  ist dann vielleicht die Konzentration des spaltbaren Materials (Uran 235) zu weit abgesunken, als daß die nukleare Kettenreaktion noch wie gewohnt weitergehen könnte, man kann den Reaktor aber dennoch weiter fahren, allerdings bei niedrigerer Betriebstemperatur.  Da funktioniert aus gewissen physikalischen Gründen die Kettenreaktion wieder.  Die Leistung ist dann zwar um 20% oder 30% geringer, aber die Show kann für ein paar Monate weitergehen. Deswegen bringen die besagten drei KKWs „nur noch“ 1,0 GW statt 1,4 GW Nennleistung.

Was dann?

Anfang 2023 sind die unerwarteten Engpässe bei der Stromversorgung also erwartungsgemäß eingetreten, und man war den drei Mohikanern für ihren Dienst dankbar. Ab 15. April aber soll nun für immer Schluß sein – oder? Wäre es denkbar, dass man auch dann noch mit unvorhersehbaren Engpässe rechnen muss, und dass sich der Kanzler ein weiteres Mal an seinen Amtseid erinnert und dazu entschließt, Schaden vom deutschen Volk zu wenden?

Dann würde sich die Frage stellen, ob und wenn ja welche Kernkraftwerke sich vielleicht doch wieder zum Leben erwecken ließen, und zwar über einen Streckbetrieb hinaus. Das Thema wurde ja kürzlich des Öfteren erörtert und das Ergebnis war: vielleicht, manche schon, es wäre aber sehr schwierig.

Ein altes armenisches Sprichwort sagt: „Wenn man ein Projekt nicht will, dann ist jede Schwierigkeit ein willkommener Grund, um die Finger davon zu lassen.“

Das trifft hier wohl zu und ich schlage vor, wir schauen uns das mal an.

Offensichtlich bräuchten wir für einen Weiterbetrieb der ruhenden KKW neuen Brennstoff. Wird es den geben? Die Beschaffung hat ja auch in der Vergangenheit geklappt, warum nicht heute? Das dauert vielleicht etwas, aber es ist möglich.

Dann brauchen wir geeignetes Personal, aber das ist in Kraftwerken auch noch nach der Abschaltung eine ganze Weile für den „Nachbetrieb“ vorhanden, und einige dieser Professionals würden vielleicht lieber einen sinnvollen Job machen, als die Zeit bis zur Rente nur abzusitzen.

Und wie steht es um die Technik? Wird die auch noch betriebsbereit vorhanden sein? Werden da nicht sofort nach Abschalten wichtige Sachen zersägt und abgerissen?

Nicht ohne meine Genehmigung

So ein Reaktor unterliegt der permanenten kritischen Überwachung durch das „Umwelt-oder-so-Ministerium“, wie auch immer sich das im jeweiligen Bundesland auch nennt. Ohne dessen Segen darf da niemand mit der Flex gerade mal ein Rohr abschneiden oder eine Wand einreißen. Ohne „Genehmigung für Stilllegung und Abbau“ darf da keine irreversible Veränderung vorgenommen werden. Diese Genehmigung ihrerseits ist kein Blatt Papier mit Stempel und Unterschrift des Ministers, es ist ein Konvolut von mehreren Aktenordnern, in denen eine Fülle von Auflagen für jede Handlung festgelegt ist.

Da könnte also stehen: „Ja, ihr dürft diese Schrauben rausdrehen, vorausgesetzt, dass dokumentiert wird, mit welchem Schlüssel das passiert und wo der und die Schrauben anschließend aufbewahrt werden.“

Besagte Genehmigung ist kein Standard-Dokument, sie wird für jeden Kandidaten spezifisch erstellt, und das kann dauern. Der Zeitraum zwischen Antragstellung durch den Betreiber des Kraftwerks und Erteilung durch die Behörde kann schon mal ein Jahr oder mehr dauern, und das gibt dem Reaktor eine Gnadenfrist. Und so kommt es, dass zwar außer unseren drei Kandidaten alle KKWs abgeschaltet sind, aber dass einige von ihnen diese Genehmigung aber noch nicht erhalten  haben. Welche das sind können Sie hier sehen. Die könnten also mit vertretbarem Aufwand wiederbelebt werden.

Was heißt vertretbar? Ist es vertretbar, wenn der Aufwand, um einen einzelnen Reaktor zu reaktivieren geringer ist, als der Bau von ein paar tausend Windkraftwerken plus den notwendigen Stromspeichern für Flaute, die ihn ersetzen sollen?  Das sieht nach einer einfachen Rechnung aus, aber wir haben da ein Naturgesetz außer Acht gelassen.

Der grüne Hauptsatz

Vielleicht sind ja unsere Überlegungen für die Katz. Vielleicht werden unsere grünen Maschinenstürmer ja dafür sorgen, dass ihr Allerheiligstes, das Dogma „Atomkraft nein danke“, um jeden Preis in Deutschland durchgesetzt wird, egal was Experten und das Ausland auch dazu sagen, egal welch unvorstellbarer Schaden der Bevölkerung und der Industrie dadurch zugefügt wird. Amtseid hin oder her – dem Vizekanzler und Energieminister ist kein Preis zu Lasten Deutschlands zu hoch, um den grünen Wahn gegen alle Widerstände durchzusetzen.

Da werden unsere grünen Freunde, die sonst der Logik so feindlich gesinnt sind, plötzlich ganz systematisch vorangehen, um ihren Einfluss bei den entsprechenden Stellen geltend zu machen. Sie werden dafür sorgen, dass ausgerechnet die aussichtsreichsten Kandidaten für Wiederbelebung so schnell wie möglich irreparabel geschädigt werden – siehe KKW Philippsburg, wo man gleich mal die Kühltürme gesprengt hat. Die letzten Brücken für eine Rückkehr zur Vernunft müssen so schnell wie möglich niedergebrannt werden.

So geht grüne Politik: Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Inverse Logik: Cappuccino-Bären als „Beweis“ für den Klimawandel?

von AR Göhring

Mischlinge aus Eis- und Grizzlybären, die nicht nur im Zoo, sondern auch in der Natur vorkommen, werden als Beweis für eine schmelzende Arktis angeführt. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Seit dem Schutzabkommen 1968 von USA, Kanada und der Sowjetunion für die Eisbären, die bis dahin bedenkenlos abgeschossen wurden, ist die Zahl der Tiere auf Allzeithoch. Die Gefährdung durch den „Klimawandel“, also den anthropogenen, wird seit den 80ern von nicht vertrauenswürdigen Zoologen als Grund zur Einstufung als „gefährdet“ vorgeschoben – ein profitables Geschäft für politiknahe Forscher.

Daß die Bären sich rasant vermehren und dadurch die menschliche Bevölkerung gefährden, wird paradoxerweise (bzw. klima-logisch) als Folge der „Erhitzung“ deklariert. Die Reviere der einzelnen Bären schrumpfen durch die hohe Populationsdichte, was dazu führt, daß in Rußland menschliche Siedlungen geplündert werden. Oder auch Vogelkolonien – die Bären sind nicht wählerisch. Erklärung der Klimaalarmisten: Die Raubsäuger brauchen Eisschollen zur Jagd auf Robbenbabys, und da diese angeblich alle wegschmelzten, müßten die armen Bären an Land jagen. Das ist zumindest halb gelogen, da nur in den Sommermonaten das Eis der Arktis in den letzten 15 Jahren tatsächlich erheblich schrumpfte (Meßmonat September). Pointe: In den kalten Monaten wächst es dafür umso stärker und toppt sogar Rekorde früherer Jahrzehnte (Meßmonat März). Da Eisbären wie viele Räuber im Gegensatz zu herbivoren Wiederkäuern nicht laufend essen, reicht die üppige Eisschollenbeute im Winter aus, um die Tiere übers Jahr fit und wohlgenährt zu halten – deswegen vermehren sie sich ja so stark.

Die hohe Populationsdichte sorgt für eine geografische Ausbreitung von Ursus maritimus, der sich dann mit großen Grizzly-Vertretern des Braunbären Ursus arctos paart, ähnlich Wölfen und Schäferhunden in Mitteleuropa. Das Ergebnis nennt man „Cappuccino“-Bären, also hellbraune Tiere, die in letzter Zeit häufiger in der Natur beobachtet werden. Ein Beweis für das derzeit gute Leben der Eisbären – in der Quantitätspresse aber ein Beweis für das Gegenteil:

Forscher kamen in einer Studie bereits 2021 zu dem Schluß, daß die hoch spezialisierte Ernährungsweise der Eisbären ihre Fähigkeit, sich an die erwärmende Arktis anzupassen, stark begrenze.

Doch anscheinend haben die Eisbären einen anderen Weg gefunden, sich an den Klimawandel anzupassen. Sie sind nahe Verwandte der Grizzlys. Die Arten können sich miteinander verpaaren, sowie Nachwuchs zeugen.

Da die Erwärmung im 20. Jahrhundert nicht ungewöhnlich war, sondern langfristig im üblichen Auf und Ab etwas völlig Normales, ist auch die Vermischung des Eisbären mit den großen Unterarten des Braunbären historisch normal – in kalten Phasen trennen sich Eis- und Braunbär, in Phasen der Erwärmung treffen sich die Schwesterarten und erzeugen Bastarde. Bei Pferd und Esel geht das auch – nur daß Maultier und Maulesel nicht mehr fortpflanzungsfähig sind. Können die Cappuccinobären hingegen noch zeugen oder gebären, wäre das der biologische Beweis, daß Eis- und Braunbär sowieso zu einer Art gehören, die sich einfach mit der Zeit in differenzierende Populationen aufspaltet. Nur bei sehr langer Trennung (Eiszeit) würden sich zwei neue, nicht mehr kreuzbare Arten bilden.

Weitere spannende Informationen zum großen Eisbären-Betrug der Klimaszene im Video von Susan Crockford und in unserem Kanal Klimawissen:




„Es gibt kein Null-Emissions-Auto – die CO2-Produktion wird nur örtlich verschoben!“

Nichts Neues unter Sonne – aber die Details der Elektro-Initiative in Deutschland, der Europäischen Union und den USA kann man in den Kurzvideos, die via Tiktok, Facebook und Twitter gerade Furore machen, besonders schön darstellen. Ein aktuelles Video auf Englisch bringt es auf den Punkt:

„Wenn man Emissionen nicht eliminiert, werden sie einfach nur woanders hin exportiert“

Das erleben die Bürger von Ampeldeutschland gerade – Wirtschaftsminister Habeck will ohne Sinn und Verstand Verbrennerheizungen, die mit „fossilem“ Öl und Gas betrieben werden, den Garaus machen. Besonders fieses Detail seines Vorhabens: Fällt ab 1.1.2024 ein Bauteil einer eigentlich modernen Gasheizung aus, ist die Reparatur verboten – die Bürger sollen sich mal eben eine neue Leinölheizung oder Wärmepumpe kaufen. Dabei ist Habeck in den letzten Monaten mit der Wirklichkeit schmerzhaft kollidiert und weiß eigentlich, daß, besonders nach der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke in vier Wochen, in Deutschland Strommangel herrscht – und Wärmepumpen laufen mit elektrischem Strom.

Und was er auch wissen müßte: Wärmepumpen kann nicht jeder Heizungs-Installateur einbauen, da braucht es eine Spezialisierung, sagt sogar Stefan Rahmstorf.

Will Habeck nicht wenigstens auf seine, also „die“ Wissenschaft hören?




Woher kommt der Strom? Wieder 2 1/2 Flautentage

8. Analysewoche 2023, von Rüdiger Stobbe

Stromimporte werden notwendig. Zum Wochenanfang und nach den Flautentagen Dienstag 12:00 Uhr bis Donnerstag 24:00 Uhr gibt es zwei Windbuckel. Zum Wochenende läßt die Windstromerzeugung bereits wieder nach. Die PV-Stromerzeugung ist insgesamt noch schwach, wird aber, da es Richtung Frühlingsanfang (20.3.2023 = TagundNachtgleiche) geht, tendenziell stärker. Denn: Die Tage werden immer länger. Bis sie ab Sommeranfang wieder kürzer werden, um im Herbst sogar kürzer als die Nächte zu werden. Zum Winteranfang ist dann der kürzeste Tag eines Jahres zu verzeichnen.

Zurück zur Analysewoche 8. Die Wochenhöchstpreise sind an den beiden Dunkelflautentagen zu verzeichnen. Der Stromimport kostet. Dass Angebot und Nachfrage, der jeweilige Anteil regenerativer und konventioneller Energie, das Über- oder Unterangebot von Strom den Preis bestimmen, zeigt die Strompreisentwicklung. Die Strom-Preisbildung ist komplex. Um überschüssigen, konventionellen Strom verkaufen zu können, müssen in aller Regel die Preise gesenkt werden.

Übersicht KW 8/2023

Montag, 20. Februar 2023 bis Sonntag, 25. Februar 2023Anteil Wind- und PV-Strom 35,8 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,5 Prozent, davon Windstrom 30 Prozent, PV-Strom 5,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,8 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur achten  Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur KW 8/2023 Factsheet KW 8/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Jahresübersicht 2023

Ein Blick auf die Windstromerzeugung der vergangenen Jahre bis zum 26. Februar zeigt eines deutlich. Auf Wind kann man sich nicht verlassen. Während im Jahr 2022 bis zum 26.2. mit 36,1 TWh viel Windstrom erzeugt wurde, liegt die aktuelle Erzeugung 2023 mit 29,2 TWh doch um einiges niedriger. Im Jahr 2021 allerdings war die Windstromerzeugung mit 22,8 TWh noch geringer (Quelle).  Die installierte Leistung (IL) Wind On- und Offshore liegt aktuell im Jahr 2023 bei 66 GW, der Volllaststundenanteil (VLa) bei 32,5%. Im Jahr 2022 waren es 63 GW IL, betrug der VLa 41,8.  Im Jahr 2021 waren es 62 GW IL, betrug der VLa 26,8 (Quelle IL, Quelle VLa). Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass man so viele Windräder bauen kann, wie man möchte. Der Wind, der diese mittlerweile gewaltigen Windkraftwerke antreiben soll, ist launisch und vollkommen unzuverlässig.

Wenn Sie die Quellen zur jeweiligen Windaussage aufrufen, schauen Sie auch mal auf die Stromerzeugung per Photovoltaik in den vergangenen Jahren. Auch die Sonne bescheint die Solarmodule auch nicht immer in gleichem Umfang. Abgesehen davon, dass die PV-Stromerzeugung im Durchschnitt naturgemäß immer nur 12 Stunden erfolgen kann. Im Winter ist die Sonnenscheindauer kurz und die Kraft der Sonne gering. Doch gerade im Winter wird Strom für Wärmepumpen dringend benötigt. Da liegt – neben vielem anderen – ein Hauptproblem der Energiewende.

Achtung: Es gibt praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden bis auf sehr wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2017

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 20. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 55,7 Prozent. Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 65,0 Prozent, davon Windstrom 49,2 Prozent, PV-Strom 6,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,4 Prozent.

Die regenerative Stromerzeugung liegt heute weit über dem Durchschnitt. Die Konventionellen müssen aus Netzstabilitätsgründen über Bedarf produzieren. Das Preisniveau ist entsprechend niedrig.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 20. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 20.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 21. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 33,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,7 Prozent, davon Windstrom 26,00 Prozent, PV-Strom 7,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,6 Prozent.

Über Tag rutscht die regenerative Erzeugung in eine Flautenphase = ein halber Flautentag.  Zum Vorabend werden Stromimporte notwendig. Mit entsprechenden Preisen.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 21. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 21.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 22. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 17,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,6 Prozent, davon Windstrom 9,2 Prozent, PV-Strom 8,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,3 Prozent.

Ein echter Flautentag. Stromimporte sind notwendig. Mit entsprechenden Preisen.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 22. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 22.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 23. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 16,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 27,4 Prozent, davon Windstrom 12,5 Prozent, PV-Strom 3,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,2 Prozent.

Der letzte Flautentag dieser Woche. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 23. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 23.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 24. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 38,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,5 Prozent, davon Windstrom 35,4 Prozent, PV-Strom 3,00 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,00 Prozent.

Die Windstromerzeugung zieht über Tag stark an. Stromimporte sind nicht mehr nötig. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 24. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 24.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Samstag, 25. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 48,0 Prozent. Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 58,7 Prozent, davon Windstrom 43,0 Prozent, PV-Strom 5,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,7 Prozent.

Die Windstromerzeugung lässt wieder nach. Die regenerative Erzeugung gesamt liegt ziemlich genau in Durchschnitt. Die Preisentwicklung.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 25. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 25.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Sonntag, 26. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 36,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 49,3 Prozent, davon Windstrom 29,3 Prozent, PV-Strom 7,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,4 Prozent.

Die Windstromerzeugung lässt weiter nach. Die Preisentwicklung.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 26.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Eine wichtige, laufend erweiterte Ergänzung zur Kolumne: Kritische Betrachtung der Jahresrückblicke Strom 2022 von Bundesnetzagentur und Agora-Energiewende sowie ergänzende, weiterführende Literatur, Artikel, Videos und mehr rufen Sie hier auf. Aktuell neu eingestellt: Detailanalyse der Rede von Kanzler Scholz beim WEF in Davos 2023.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den werbefreien Politikblog Mediagnose.