Grüner Plan statt Marktwirtschaft – Armut für Alle?

von Klaus H. Richardt

Robert Habeck ist sauer über die Veröffentlichung von Teilen seines neuen Klimaschutzgesetzes, das in Baden-Württemberg seit 1.2.2023 bereits Gesetz ist (Klima-Gesetz in BaWü: Schnellschuß mit gravierender Auswirkung (epochtimes.de)). Dieses und Habecks neues Gesetzesvorhaben liegen genau auf der Linie dessen, was das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in seinem ‚Leitbild Soziale Marktwirtschaft‘ schreibt (Zitat der Einleitung):

‚Die Soziale Marktwirtschaft ist die Grundlage unserer freiheitlichen, offenen und solidarischen Gesellschaft. Die zentrale Idee der Sozialen Marktwirtschaft besteht darin, die Freiheit der Wirtschaft und einen funktionierenden Wettbewerb zu schützen und gleichzeitig Wohlstand und soziale Sicherheit in unserem Land zu fördern. Um jedoch den Schutz globaler Umweltgüter wie dem Klima oder der Biodiversität zu gewährleisten, bedarf es einer grundlegenden Weiterentwicklung des deutschen, aber auch des internationalen Ordnungsrahmens.‘

Deutschland will den Internationalen Ordnungsrahmen verändern

Die ersten beiden Sätze, die sich mit der Freiheit der Wirtschaft und einem funktionierenden Wettbewerb beschäftigen stammen noch von Ludwig Erhard und haben sich seit Gründung der Bundesrepublik bis zur Einleitung der Energiewende durch Angela Merkel bewährt. Bis dahin hat unsere Wirtschaft überall hin jene Produkte geliefert, die der internationale Markt verlangt hat.

Jetzt wollen die GRÜNEN mit ihren Ampelpartnern den internationalen Ordnungsrahmen verändern, ohne daß die Welt das will und kann, wie die Ergebnisse von Scharm-el-Scheich gezeigt haben.

Wie soll ein Ölland wie Saudi-Arabien von jetzt auf nachher aus dem Öl aussteigen, ohne Alternativen parat zu haben, mit denen das Land Geld verdienen kann?

Wie soll ein Land wie China, mit bald 1,5 Mrd. Menschen, von jetzt auf nachher aus den fossilen Energien aussteigen? Sie modernisieren gerade ihre Wirtschaft, sind aber auf dem Kraftwerksmarkt noch zum Teil auf dem Stand unserer 60er Jahre, mit unsauberen Kohlekraftwerken und Atemwegserkrankungen bei den Kindern. Das werden und wollen sie schrittweise ändern mit funktionierenden Modellen von der Kohle zum Gas bzw. zur Kernkraft, aber das Geld für die Investitionen muß erst noch erwirtschaftet werden. Hierüber haben DIE GRÜNEN nicht nachgedacht, wie bei so manchen anderen Dingen auch, weshalb deren Auftritt in Sharm el Sheikh im Wesentlichen gescheitert ist.

Die internationale Gemeinschaft wird weiterhin fossile Energien nutzen müssen, wenn sie ihre Volkswirtschaften weiterentwickeln will.

Individuelle Mobilität

Strukturschwache Länder in Afrika, dem Nahen Osten, Asien und große Flächenländer in Amerika, Australien und Neuseeland werden es wohl kaum schaffen, kurzfristig landesweit überall Kraftwerke und Ladenetze für E-Autos zu installieren, ganz abgesehen von den zusätzlichen Investitionskosten für die anzuschaffenden Fahrzeuge. 2022 sind weltweit 2.170 Mio. Pkws im Einsatz, davon 27,92 Mio. (oder 1,3 %) E-Autos.

Um den enormen Mobilitätsbedarf zu befriedigen, werden weltweit jährlich im Schnitt 60 Mio. Pkws und 20 Mio. Lkws produziert, wobei in der Bundesrepublik 2016 noch 5,75 Mio. Pkws erzeugt wurden. Nach der Verunsicherung der Käufer durch das Dieselbetrugsgeschrei sind es 2022 noch 3,43 Mio., ein Rückgang um 40% (siehe unten, eigene Grafik mit Zahlen des VDA).

vom Autor

Die in Deutschland produzierten Lkw waren im Weltmarkt nie besonders vertreten, mit 2016 0,167 Mio. und 2022 0,19 Mio. oder weniger als 0,1% vom Weltmarkt.

Ja, der Dieselbetrug hat stattgefunden. Es war der Versuch, gegenüber der ausländischen Konkurrenz 1.000,- € an Pkw-Produktionskosten einzusparen, ohne Doppelkatalysator und Harnstoffeinspritzung. Aber die Abgasbilanz des Euro-IV-Autos konnte sich bereits sehen lassen, weshalb ein Euro IV-Diesel 2004 für drei Jahre KfZ-steuerbefreit war. Die weiteren Reduktionsstufen bis Euro 6b waren nur der Reduktionswut der EU geschuldet, nach dem Motto: Darf es etwas mehr Grenzwertverschärfung sein! Bei all dieser Verbesserungswut wird jetzt sogar die Physik vergewaltigt, indem das sogenannte Thermofenster (Abschalten der Abgasreinigung beim Warmlaufen des Motors wegen kaltem, noch dysfunktionalem, Katalysator) verboten wird!

Zusammen mit der CO2-Abgabe und dem beschlossenen fossilen Verbrenner-Verbot 2035 steht unsere in Deutschland beheimatete Autoindustrie vor einem gewaltigen Problem:

Unsere Autoindustrie ist auf dem Weltmarkt wegen zu hoher Kosten und gesetzlicher Einschränkungen nicht mehr konkurrenzfähig!

Deutsche Deindustrialisierung?

Eine Statistik der Akademie Bergstraße (https://www.akademie-bergstrasse.de/deindustrialisierung)

listet seit letztem Jahr eine Menge neuer Insolvenzen auf, besonders in der Automobilzulieferer-, Stahl- und Gußindustrie, alles Produzenten die besonders von der CO2-Abgabe, den gestiegenen Energiekosten, dem Stückzahlrückgang bei der Autoproduktion und dem Teilerückgang (ein Auto mit Verbrennungsmotor hat ca. 2000 Teile im Antriebsstrang (Motor, Getriebe, Abgassystem, Kraftstoffversorgung), ein E-Auto ca. 120 Teile (Batterie, E-Motor)) betroffen sind.

Gewerkschaftliche Mitschuld an Desindustrialisierung

Am besten sind dabei noch die Gewerkschaften. Sie verlangen den Erhalt von Arbeitsplätzen, werfen aber Unternehmen wie Continental, Schaeffler, Mahle, Kolbenschmidt etc., die dazu beitrugen den Weltmarkt bisher mit spitzentechnischen Autos mit Verbrennungsmotor zu versorgen vor, sich nicht rechtzeitig um „umweltfreundliche“ Produkte gekümmert zu haben. Ja, sie entwickeln sogar mit dem BUND einen Leitfaden, wie die Wirtschaft umgebaut werden soll:

So schreiben die Vorsitzenden der IG-Metall und des BUND im Vorwort zu einer Broschüre „Szenarien für die Mobilität der Zukunft“ (Zitat):

….Als BUND und IG Metall stehen wir zusammen für eine sozial-ökologische Wende ein. Wir sind uns einig, dass es eine schnelle und naturverträgliche Energiewende und eine zügige Mobilitätswende mit klaren Perspektiven für die Beschäftigten braucht. Und wir teilen die Vision, dass in Zukunft alle Menschen Zugang zu attraktiver, klimafreundlicher und bezahlbarer Mobilität haben. In einem Szenarien-Prozess von IG Metall und BUND hat sich über das Jahr 2021 hinweg eine Gruppe auf den Weg gemacht, Zukunftsbilder für den Mobilitätssektor 2030 zu zeichnen. Sie hat verschiedene Geschichten der Zukunft entworfen, Perspektiven getauscht, voneinander gelernt und Ideen für die Gestaltung der Mobilitätswende entwickelt. Auf dieser Basis haben sich BUND und IG Metall während der Koalitionsverhandlungen 2021 gemeinsam positioniert. In abschließenden Workshops im Februar 2022 entwickelte die Gruppe ein wünschenswertes Zukunftsbild. Denn der gerechte Übergang in eine umweltgerechte Mobilitätswirtschaft kann nur im demokratischen Miteinander gestaltet werden…(Zitatende).

Letztendich ist die Wirkung solcher, mit der Ampel abgestimmter Handlungsweisen, die Gleiche wie in der sozialistischen Planwirtschaft: Eine Gewerkschaft, die gegründet wurde, um die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten, bestimmt, was produziert werden darf, wundert sich aber dann, daß Firmen schließen, weil die neuen Produkte schwer- oder unverkäuflich sind.

Wenn das mit der europaweit politisch verschuldeten Kosten- und Absatzproblematik so weitergeht, werden alle Autohersteller ins Ausland abwandern und die Zulieferer wegen zu hoher Kosten in unserem Hochlohnland untergehen. Und das ist ein wesentlicher Teil unserer Volkswirtschaft, wie das statistische Bundesamt am 24.2.22 schrieb (Zitat):

Die 60 Betriebe im Bereich der Herstellung von Personenkraftwagen und Personenkraftwagenmotoren erwirtschafteten im Jahr 2021 einen Umsatz von 295,6 Milliarden Euro. Das sind 16,1 % des gesamten Industrieumsatzes. Im Vergleich zum Vorjahr (274,4 Milliarden Euro) war das ein Anstieg um 7,7 %. Allerdings lag der Umsatz um 6,9 % unter dem Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019. Damals hatte er 317,5 Milliarden Euro betragen. (Zitatende).

Andererseits werden immer mehr Fahrzeuge, auch von deutschen Herstellern, im Ausland gebaut. Das bringt zwar Gewinn für die Unternehmen, hilft aber nicht unserer Volkswirtschaft, die auf Arbeitsplätze in Deutschland und Export von hier angewiesen ist. So wurden von deutschen Herstellern im Jahr 2020 bereits 9,8 Mio. Pkw im Ausland produziert, gegenüber 3,5 Millionen im Inland. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Belegschaft.

Zusammenfassung

Die gesamte deutsche Industrie kann nur überleben, wenn sie weiterhin Produkte erzeugt, die der Weltmarkt verlangt und die, wegen ihres Alleinstellungsmerkmals, trotz hoher Produktionskosten noch dort verkauft werden können.

Deutschland, mit gerade einmal 85 Millionen Einwohnern, gegenüber acht Milliarden weltweit, kann sich nicht einbilden, den internationalen Ordnungsrahmen verändern zu können, wenn das die anderen wirtschaftlich nicht schaffen. Die Welt wird weiterhin fossile Energien nutzen, solange die noch preiswert zu bekommen sind, wie der weltweite Verbrauch an fossilen Energien belegt, der gleichgeblieben ist, nur die Lieferungen gingen weniger nach Deutschland, was die Preise, wegen sinkender Nachfrage, für die anderen reduziert hat.

Ludwig Erhard brachte Wohlstand für alle, die grüne Volkswirtschaft erzeugt eines ganz schnell: Armut für alle!

Aber es gibt einen Trost: das ist vollkommen gerecht!

Der Autor Klaus Hellmuth Richardt schlägt in seinen Büchern vor, Veränderungen der Wirtschaft erst einzuführen, wenn sie ausführbar und wirtschaftlich sind. Alleingänge sind, bei unserem CO2-Anteil von 1,8% schädlich für unsere Wirtschaft und haben keinerlei Einfluß auf das globale Klima.

 




Woher kommt der Strom? Wasserstoffwirtschaft ist Energievergeudung

10. Analysewoche – Wasserstoffwirtschaft ist Energievergeudung

von Rüdiger Stobbe 

Auch ein „massiver“ Ausbau der Wind- und PV-Stromerzeugungsanlagen hätte in der 10. KW 2023 nur wenig gebracht. Keinen Tag hätte ein Ausbaugrad von 68 Prozent dazu geführt, dass die „Erneuerbaren“ den Bedarf Deutschlands gedeckt hätten. Beim Ausbaugrad 86 Prozent sähe es etwas ´besser` aus. Zeitweise müssten dennoch um die 50 GW fossil (aktuelle installierte Leistung Gas 31 GW) erzeugter Strom zwecks Bedarfsdeckung in das Stromnetz eingespeist werden. Apropos Stromnetz: Da kann die regenerative Stromerzeugung noch so gewaltig sein: Etwa 25 Prozent der Gesamtstromproduktion müssen zwecks Stabilisierung der Netzfrequenz fossil/atomar mit großen Generatoren hergestellt und Preis senkend zusätzlich in das Stromnetz eingespeist werden. Das rechnet das Agora Zukunftsmeter nicht ein. Weil man dort wohl glaubt, dass dieses Problem irgendwann mal per Digitalisierung gelöst sein wird. Wird es nicht. Eine Digitalisierung, die nicht mal die Eisenbahn pünktlich fahren lässt, wird kaum in der Lage sein, zig-tausende Windkraftanlagen, die alle unregelmäßig (Zeit und Dauer) laufen plus Millionen PV-Module konstant und dauerhaft auf eine Netzfrequenz 50 Hertz zu trimmen. Das geht nur anlog. Eben mittels großer Generatoren in Gas- und Kohle oder Kernkraftwerken, die mit mindestens 1.500 Umdrehungen pro Minute (Doppelmagneten) bzw. 3.000 Umdrehungen pro Minute Strom in erzeugen. So, wie im echten Leben alles Wahre nur analog geht.

Montag, 6. März 2023 bis Sonntag, 12. März 2023Anteil Wind- und PV-Strom 33,1 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,9 Prozent, davon Windstrom 27,6 Prozent, PV-Strom 5,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,8 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 10. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur KW 10/2023 Factsheet KW 10/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Der Heizungstipp

Gas-, Ölheizung oder Wärmepumpe? Der Tipp vom Schornsteinfeger hier.

Weitere Informationen zur Wärmepumpe im Artikel 9. Analysewoche

Wasserstoff für den Alltagsbetrieb. Lohnt das?

Die Herstellung von grünem Wasserstoff für den Betrieb von Wasserstoffbussen, Bahnen, Personen-Kraftfahrzeugen usw. ist nicht nur sehr energieintensiv. Es erhöht sogar indirekt den CO2-Ausstoß. Warum?

  • Zunächst wird zur Herstellung von Wasserstoff grüner Strom gebraucht. Windstrom-Erzeugung hat im Durchschnitt einen Wirkungsgrad von großzügigen 25% = Vier Windkraft-Anlagen sind nötig, um 100% der Nennleistung mit einer Anlage Strom im Durchschnitt zu erzeugen. Bei der PV-Stromerzeugung sind es 12,5% = Acht PV-Module sind nötig, um die Nennleistung eines PV-Moduls komplett in Strom umzusetzen.
  • Wenn der aufwendig erzeugte grüne Strom zur Herstellung von Wasserstoff verwendet wird, fehlt er im allgemeinen Stromnetz. Der somit dort nicht vorhandene grüne Strom, muss fossil-konventionell erzeugt werden.
  • Die Wasserstofferzeugung kostet mit allen Nebenaspekten (Verflüssigung, Transport, Lagerung) etwa 50% der Energie des grünen Stroms. Bleiben 50% Wasserstoff-Energie, mit denen die Wasserstoffbusse betankt werden. Dort wird der Wasserstoff mittels Brennstoffzelle zurück in Strom gewandelt und mit einer Pufferbatterie zum Bewegen, zum Heizen usw.  des Busses verwendet. Das kostet nochmals 50% der Energie, die im getankten Wasserstoff gespeichert ist. Dieses Schaubild veranschaulicht den gesamten Energieabfluss des Transformationsprozess´ Strom – Wasserstoff – Strom.
  • Etwa 25% der Energie* der ursprünglichen 100% Energie des grünen Stroms bleiben für den Betrieb von Wasserstoffbussen oder anderen Wasserstoff-Fahrzeugen (zum Beispiel Züge) übrig.
  • Das ändert nichts an der Tatsache, dass sich die Initiatoren faktisch unsinniger Wasserstoffprojekte, die Hersteller von Wasserstoff-Fahrzeugen** usw. eine goldene Nase verdienen. Klimatechnisch – weniger CO2-Ausstoß – nutzt Wasserstoff in der täglichen Nutzung nichts. Im Gegenteil. Der für die Wasserstofferzeugung verschwendete grüne Strom fehlt im allgemeinen Stromnetz und muss ersatzweise fossil-konventionell erzeugt werden. Die Folge: Mehr CO2-Ausstoß!
  • Nur wenn dauerhaft Strom weit über Bedarf (mindestens 105 Prozent) regenerativ produziert wird, sollte der tertiäre Energieträger (Wind/Solar primär, Strom sekundär) grüner Wasserstoff als Strom-Speichermedium oder Kraftstoff/Industriewasserstoff/Wärmeträger usw. verwendet werden.

*Quelle der verwendeten Werte ist das Bossel-Papier aus dem Jahr 2010. Es mag sein, dass sich manche Details aufgrund intensiver Forschung und Weiterentwicklung bis heute verändert haben und die Strom-Wasserstoff-Stromausbeute heute bei 30, oder sogar 35% liegt. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Wasserstoffnutzung über den reinen Forschungsaspekt hinaus gigantische Energieverschwendung und damit vollkommener Unfug ist.

**Die deutsche Autoindustrie hat sich bereits vor Jahrzehnten in Sachen Wasserstoffmobilität versucht. „Schon um 1995 beschäftigten sich Fahrzeugbauer intensiv mit Brennstoffzellen-Pkw. Daimler-Benz stellte mit dem Necar II (New Electric Car) ein Forschungsfahrzeug vor und rühmte es als das „mit Abstand umweltfreundlichstes Auto der Welt“.[24] Wird demgegenüber auch die Herstellung des Wasserstoffs als Vorkette bis zur Betankung (Well-to-Tank) in die Betrachtung einbezogen (Well-to-Wheel-Betrachtung), verschlechtert sich dessen Ökobilanz drastisch[25], wird es gar als „Eines der klimafeindlichsten Autos überhaupt“[26] bezeichnet. Eine neuere Ökobilanz von 2015 zeigt auf, unter welchen Rahmenbedingungen Brennstoffzellenfahrzeuge ökologisch konkurrenzfähig werden im Vergleich zu batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen und konventionellen Fahrzeugen mit Otto- oder Dieselmotoren.[27]“ (Quelle) Damals wurde die Arbeit an der Wasserstoffmobilität bei Mercedes-Benz auf Eis gelegt.

Jahresübersicht 2023

Achtung: Es gibt praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden bis auf sehr wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 6.März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 21,0 Prozent. Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 31,9 Prozent, davon Windstrom 16,3 Prozent, PV-Strom 4,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,9 Prozent.

Die Woche beginnt mit Flaute. Erst zum Vorabend frisch zunächst der Wind auf See, dann auch an Land auf. Stromimporte netto fallen heute nicht an. Im Gegenteil. Die Stromüberproduktion steigt ab 18:00 Uhr, die Preise sacken ab.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 6. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 6.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 21. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 43,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 52,8 Prozent, davon Windstrom 38,4 Prozent, PV-Strom 5,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,1 Prozent.

Der Dienstag wartet mit einem regenerativen Buckel auf. Über Tag lässt die Stromerzeugung per Wind und PV nach. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 7. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 7.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 8. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 17,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,3 Prozent, davon Windstrom 3,2 Prozent, PV-Strom 12,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,8 Prozent.

Heute herrscht wieder Flaute. Nettostromimporte werden über Tag notwendig. Die Preisentwicklung auf höherem Preisniveau als an den Vortagen ist entsprechend.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 8. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 8.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 9. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 23,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 34,7 Prozent, davon Windstrom 18,2 Prozent, PV-Strom 5,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,4 Prozent.

Die regenerative Stromerzeugung verharrt heute wieder auf niedrigem Niveau. Stromimporte netto werden notwendig. Die Strompreisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 9. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 9.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 10. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 42,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 52,8 Prozent, davon Windstrom 37,5 Prozent, PV-Strom 5,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,2 Prozent.

Der Freitag wartet mit überdurchschnittlicher regenerativer Stromerzeugung auf. Die Preisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 10.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Samstag, 11. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 37,8 Prozent. Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 48,9 Prozent, davon Windstrom 32,4 Prozent, PV-Strom 5,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,1 Prozent.

Am ersten Tag des Wochenendes lässt die regenerative Stromerzeugung wieder nach.  Die Strompreisentwicklung.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Sonntag, 12. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 43,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,8 Prozent, davon Windstrom 29,5 Prozent, PV-Strom 6,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,7 Prozent.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Flaute bis Mittag. Sogar in der Nacht muss Strom netto importiert werden. Da wird sogar der Nachtstrom hochpreisig.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den werbefreien Politikblog Mediagnose.




Die Kippunkt-Kontroverse – Rahmstorf gegen Bojanowski

von AR Göhring

Axel Bojanowski von der Welt ist ein alter Hase im Journalismus-Geschäft und bestens vertraut mit den Untiefen der Klimaforschung. Kürzlich publizierte er einen Artikel zur Konstruktion der „Kipp-Punkte“, die zum Gutteil auf das Potsdamer Haus von Schellnhuber und Rahmstorf zurückgeht. Rahmstorf, der viel twittert, zieh Bojanowski durch den Nachrichtendienst sofort der Unwissenheit – der retournierte auf seinem Blog bei Substack.

Die „Kipp-Punkte“ und ähnliche Weltende-Fristen sind ein beliebtes Mittel des Öko-Alarmismus. Schon in den 1970ern hatten professionelle Panikmacher wie Schmetterlingsbiologe Paul R. Ehrlich („Die Bevölkerungsbombe“) unablässig vor diversen ökologisch bedingten Katastrophen gewarnt, die in naher Zukunft einträfen. Die Spitze dieser Entwicklung bildete der Wettstreit von Spiegel und Stern zu Beginn der 80er, wer den deutschen Wald am frühesten sterben läßt – schon in fünf, oder schon in drei Jahren?

Auch wenn sich die peinlichen Weltuntergangsfantasien aus dem pseudowissenschaftlich-journalistischen Komplex stets als Hirngespinst erwiesen, fielen die Medienkonsumenten der westlichen Länder, vor allem der deutschsprachigen, immer wieder auf sie herein. Dennoch wollten sich die Klimaalarmisten ab den 1990ern wohl besser absichern und führten die Kipp-Punkt-Rhetorik ein: Da wurde nicht mehr – juristisch durchaus faßbar – von einem totalen Verlustereignis im Jahr x gesprochen, sondern etwas verschwurbelt von einer Art Point of no return, an dem die weisgesagte Katastrophe noch nicht sichtbar sein muß, es aber schon „zu spät“ sei, weil ein „Selbstläuferprozeß“ nicht mehr umkehrbar geworden sei.

Selbstläuferprozesse wurden vor allem vom britischen Mathematiker Ronald Fisher schon in den 1930ern analysiert – und wurden in der Modellierungs-lastigen Klimaforschung heutiger Tage übernommen. Im Englischen werden sie als „Runaway“-Prozesse bezeichnet, was etwas bildhafter ist: Ein einmal begonnener Prozeß hat Folgen, die ihn verstärken und so aufrecht erhalten, bis zum bitteren Ende. Typisches Beispiel aus der Evolutionsbiologie: Weibliche Säuger schätzen große Hörner oder Geweihe der Männchen – mit der Folge, daß die Hörner und Geweihe immer größer werden. Mitunter zu groß – schon Darwin vermutete, daß so manche Spezies an ihren hohen Kosten zugrunde ging.

Bezogen auf das Klima wird gerne behauptet, daß das toxische Industrie-CO2 die Atmosphäre erhitze, es verdampft mehr Wasser, das noch mehr Wärme in der Atmosphäre halte usw. – die „positive Rückkopplung“.

Ob das in der Atmosphäre tatsächlich passiert, darf bezweifelt werden, da Wasserdampf in den oberen Schichten der Atmosphäre kondensiert und zu Albedo-senkenden Wolken wird und somit kühlt, siehe Svensmark-Shaviv-Effekt.

Die Kipp-Punkte sind also keine klaren Aussagen zum Untergang wie damals beim Waldsterben, sondern theoretische Umschlagpunkte, hinter denen irgendwann später der Untergang komme – geschickt, oder? Daher werden diese Punkte seit den 90ern gern ausgerufen, wie der von Klima-Hypermillionär Al Gore, der in den Nuller Jahren von nur noch „100 Monaten“ sprach, die „wir Zeit hätten“. Nach Ablauf der rund acht Jahre hatten dummerweise alle, Medien, Al Gore und Klimaforscher, die Warnung wieder vergessen. Ähnlich amüsant die Titelgeschichte der Bild-Zeitung von 2007, die uns „nur noch 13 Jahre“ gab. Im besonders kalten und schneereichen Winter 2020/21 dann ging Henryk Broder mit dem ausgedruckten Bild-Titel um den Hals auf eine FfF-Demo, um an die gebrochenen Versprechen der Untergangsszene zu erinnern.

Henryk Broder weist auf eine Weltuntergangserzählung der Presse von 2007 hin, nach der uns nur noch 13 Jahre blieben. Bild von 2020.

A propos Fridays for future: Greta Thunberg löschte kürzlich einen vor fünf Jahren geteilten Artikel in ihrem Twitter-Konto, nachdem „in fünf Jahren“, also jetzt, wieder einmal so ein Kippunkt erreicht sei.

Quelle: Twitter

Vermutlich aus diesem Anlaß schrieb Axel Bojanowski für die Welt den Artikel „Wie ein Forschernetzwerk die Kipppunkte-Warnung in die Debatte trickste“. Auch die neueste und krawalligste Klimaschützergruppe, die Asphaltkleber der „Letzten Generation“, nutzen die Theorie schon im Namen, da die Jungen um 20 die letzten seien, die das Eintreten der Kipp-Punkte noch verhindern könne. Trotz der hochaggressiven und mittlerweile teils straffällig gewordenen Klimakleber unterstützen die professoralen Alarmisten die Aktivisten noch:

Wenig überraschend macht sich auch die „Letzte Generation“ die Kippunkt-Theorie zunutze und lässt ihre Anhänger wissen: „Wir sind die letzte Generation vor den Kipppunkten.“ Unterstützt werden die Klima-Hysteriker von Wissenschaftlern wie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Institutsdirektor Johan Rockström warnte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar gleich vor 16 Kipppunkten. Bei neun ortet er Anzeichen der Instabilität. Grund genug für den schwedischen Resilienzforscher, die Apokalypse auszurufen. Die Kipppunkte hätten das Potenzial, „die Menschheit zu unterminieren“, verkündet Klima-Kassandra Rockström.

Dumm nur, daß der UN-Weltklimarat IPCC im aktuellsten Sachstandsbericht AR 6 die Kippunkt-Theorie nicht sonderlich unterstützt – die Punkte seien zwar möglich, aber nicht wahrscheinlich.

Die Phänomene könnten zwar „nicht ausgeschlossen werden“, doch es gebe „ungenügende Evidenz“, einen „Mangel an Daten“, das Thema sei „herausfordernd“.

Erfahrene EIKE-Leser wundert das nicht – im vollständigen Bericht mit Hunderten Seiten steht sowieso kaum etwas eindeutig Alarmistisches drin – man liest hier themenunabhängig häufig „könnte“ oder „ist wahrscheinlich“. Erst der Kurzbericht für Politiker und die Massenmedien machen daraus eindeutig angsteinflößende Aussagen.

 

Rahmstorf-Kritiker Klimaforscher Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg

antwortet auf die Frage, welcher Kipppunkt ihm am meisten Sorge bereite, kurz und klar: „keiner.“

Das hatte er schon mehrfach betont – die PIK-Theorie scheint auch in Deutschland nicht besonders beliebt zu sein. Nachdem die Kipp-Punkte schon einige Jahre in der Diskussion waren, verhalfen ihr Rahmstorf und Schellnhuber mit einer Publikation in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ PNAS 2008 zum Durchbruch. Seltsamerweise aber nicht mit einem begutachteten Forschungsartikel, sondern nur einer Art Umfrage, die von der Redaktion des Magazins als „Perspective“ eingestuft wurde. Das sind zum Beispiel Texte, die Akademie-Neumitglieder wie damals Schellnhuber als Einstandsartikel publizieren dürfen.

Dennoch wurde der PNAS-Artikel extrem einflußreich – mit Tausenden von Zitierungen. Eine folgende zweite Umfrage ein Jahr später wurde diesmal als echte wissenschaftliche Studie akzeptiert – mit der Konsequenz, daß von der Gewißheit der Existenz wenig übrig blieb. Folgerichtig lautete der Titel im IPCC-Sachstandsbericht-Duktus „Ungenaue Wahrscheinlichkeitsabschätzung von Kipppunkten im Klimasystem“. 2018 folgte während eines warmen Sommers ein weiterer „Perspective“-Artikel von Schellnhuber et al. – der aber keine neuen Informationen enthielt, nur die bekannten Spekulationen. Es ist schon erstaunlich, wie bereitwillig das Organ der Nationalen US-Akademie der Wissenschaften solche Texte veröffentlicht. Die PNAS als Herold der politischen Interessensgruppen? Erneut war der mediale Almauftrieb groß – der Herold hat in der Tat seine Aufgabe erfüllt.

Aber auch andere Magazin-Größen wie Nature machen fleißig mit: 2019 publizierten die PIKler dort einen weiteren Kippunkt-Kommentar. Ein Kollege, Justin Ritchie, wunderte sich über den häufigen Gebrauch des Konjunktivs in Schellnhuber&Cos Artikel:

„Wenn es elfmal ‚falls‘ braucht, um eine Meinung zu stützen, dann sollte man die Substanz überprüfen. Nach dem Lesen bin ich nun weniger überzeugt von bevorstehenden Kipppunkten.“

Noch peinlicher: Der Nature-Artikel enthielt grobe Fehler, die offiziell verbessert werden mußten. Trotzdem legten die PIKler noch nach und publizierten 2022 eine weitere „Perspective“:

„Climate Endgame – Erforschung katastrophaler Klimawandelszenarien“.

Falls der geneigte Leser nun denkt, daß wir von EIKE unsere Finger im Spiel hatten, weil der Titel so schön satirisch-übertrieben klingt: Nein, haben wir nicht, die machen das von ganz alleine.

Die zunehmende Zuspitzung des eigenen Narrativs klingt für kritische Ohren wie das Verhalten von Profiteuren, die ihre Felle davonschwimmen sehen. Da die „Perspective“ im Jahr 2022 publiziert wurde, erinnert man sich an einen anderen politmedialen Komplex, dessen Vertreter sich ebenfalls zunehmend radikalisierten: 2022 wurden angesichts Tausender Montagsdemonstrationen Coronakritiker und Impfunwillige von den Eliten heftig beschimpft und mit der Zwangs-Transfektion bedroht.

So, wie nun ein zunehmend desorientierter Gesundheitsminister nervös gestikulierend von ZDF-Journalisten einer peinlichen Befragung unterzogen wird, könnte es bald auch dem Schwesterkomplex der Klimaforscher gehen. Der zunehmend ungeduldige Kipp-Punkt-Widerspruch von internationalen Kollegen deutet auf eine bevorstehende Revision des CO2-Narrativs hin. Die finanziell gebeutelten Bürger mögen das zunächst kaum mitbekommen – dafür werden sie von den dilettierenden Wirtschafts- und Gesundheitsministern der Grünen bis aufs Blut gereizt, unterstützt vom realitätsfremden EU-Apparat. Habeck will schon 2024 die „fossilen“ Heizungen verbieten, während Brüssel weitere unbezahlbare Haussanierungen verlangt – alles für „das Klima“.

Ob nun Politik oder Magazine – der Gegenwind wird stärker, die Nerven liegen blanker. Da wird jeder Strohhalm genutzt, zum Beispiel Axel Bojanowski Unwissenheit vorzuwerfen, wie der für seine „Rabiatheit“ (Zitat Spiegel 2007) bekannte Stefan Rahmstorf gerade via Twitter. Da muß das Argument herhalten, es habe schon vor 2008 Diskussionen über klimatische Kipp-Punkte gegeben. Als Beispiel werden diverse Zeitungs-Titel angeführt.

Zwar mag der Welt-Artikel von Bojanowski auf den Klima-unerfahrenen Leser so wirken, als hätte die Diskussion um Kipp-Punkte erst 2008 begonnen – ein hartes Argument gegen die vorgebrachten Punkte Bojanowskis ist es nicht. Stattdessen dreht sich alles mehr oder minder um das übliche „Wir sind mehr“ – man denke nur an die unwissenschaftlichen Umfragen im Stile von „97% aller Wissenschaftler…“

Es lohnt sich daher, Rahmstorfs Tweets zu verfolgen, einige aktuelle Schlaglichter der Nervosität zu Kippunkt-Debatte:

https://twitter.com/rahmstorf/status/1636001606607990786

https://twitter.com/rahmstorf/status/1636001606607990786

Zum Schluß eine lustige Fußnote: Anders Levermann vom PIK meldete noch 2020 in der taz das Ende des EINEN Kippunktes – Zitat:

– Noch mal: Was ist mit den Kipppunkten?
– Erstmal: Es gibt Kipppunkte von Teilen des Klimasystems, aber wir können nicht genau sagen, bei welcher Temperatur wir die für welche Elemente im Erdsystem überschreiten. Dass wir sie bei unbegrenzter Erwärmung irgendwann überschreiten, ist klar, nur wann? Da gibt es einfach Unsicherheitsbereiche.

Aber, und das ist mir wichtig, es gibt definitiv nicht den einen Kipppunkt für das gesamte Klima, vor dem sich alle fürchten, der die Erwärmung dann immer weiter beschleunigt und vorantreibt. Alle Länder auf null Emissionen bis 2050 hätte den Vorteil, dass damit das Risiko sinkt, dass es gesellschaftlich kippt. Denn auch gesellschaftlich kann es Kipppunkte geben, positive oder negative.




Richard Lindzen: Stimmen wirklich „alle Wissenschaftler“ überein? Die Tricks der Alarmisten

„Wie können Musikwissenschaftler bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen?“

Die Zeitung Deutschland-Kurier hat mit unserem Konferenz-Referenten Richard Lindzen ein Interview zur alarmistischen Klimapolitik geführt. Er erklärt in Teil 1, wie die Behauptung vom menschgemachten Klimawandel zur medialen Realität werden konnte: Politiker wollten, daß das Thema bekannt wird und förderten die „Klimaforschung“ mit erheblichen Steuermitteln. Ergebnis: Gab es früher in den USA oder Frankreich nur ein paar Institute für systemische meteorologische Forschung, waren es kurze Zeit später Hunderte – alle möglichen Akademiker bezeichneten sich plötzlich als „Klimaforscher“, weil die Münze im Kasten klingt.

Sogar Musiker sind da nicht außen vor, wie Lindzen launig mitteilt:

Im zweiten Teil wird es physikalisch:

Im dritten und letzten Teil analysiert Lindzen die Politik, und wie sie auf Wissenschaft und Wirtschaft einwirkt. „Jede politische Bewegung will Macht. (…) Den Verwaltungschefs der Universitäten ist Wissenschaft völlig egal. Aber sie wissen, wenn jemand Fördergeld für die Wissenschaft gibt, gehen in den USA 50% davon an die Vewaltung“

 

Etwas länger Lindzens letzter Vortrag auf der EIKE-Konferenz 2014 in München:




Woher kommt der Strom? Wärmepumpen nutzen nur bei Betrieb mit grünem Strom dem Klima.

9. Analysewoche 2023, von Rüdiger Stobbe

Wärmepumpen nutzen nur bei Betrieb mit grünem Strom dem Klima. Der aber ist nur wenig verfügbar. Das wird sich auch mit dem weiteren Ausbau der „Erneuerbaren“ nur geringfügig ändern. Unsere Detailanalyse unten belegt, dass der Ausbau nicht mit der Steigerung des Strom-Bedarfs mithalten kann. Gedeckt wird der Bedarf ohnehin nicht dauerhaft. Auch nicht im Durchschnitt. Vor allem aber nicht in Flautenzeiten wie diesen.

Übersicht KW 9/2023

Die aktuelle Analysewoche wartet von Montag bis Freitagmittag wieder mit fast fünf Flautentagen auf. Erst am 3. März 2023 frischt der Wind ab 12:00 auf. Es ist keine Dunkelflaute, weil die PV-Stromerzeugung mit 10,2 Prozent Strom-Mixanteil im obigen Zeitraum weit über fünf Prozent lag. Der Strompreis schwankt im Flauten-Zeitraum regelmäßig. Vormittags und Nachmittags – dort entstehen sogar Stromlücken – notiert er hoch. Über die Mittagszeit sinkt er ab. Das liegt an der dann stärker auftretenden Strom-Erzeugung über Bedarf. Diese Übererzeugung beobachten wir am Wochenende insbesondere deshalb, weil der Bedarf niedriger ist als an den ersten fünf Werktagen einer Kalenderwoche. Das senkt das insgesamt doch hohe Preisniveau. Dennoch erkennt man die preistreibende Wirkung der Nachfrage am späten Nachmittag, am Vorabend nach Wegfall der PV-Stromerzeugung. Diese Vorabendlücke ist ein generelles Problem der Stromerzeugung.

 

Montag, 27. Februar 2023 bis Sonntag, 5. März 2023Anteil Wind- und PV-Strom 24,8 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,8 Prozent, davon Windstrom 15,9 Prozent, PV-Strom 8,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,0 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur neunten Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur KW 9/2023 Factsheet KW 9/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

 

Die Stromversorgung von Wärmepumpen

Wenn die Menschen am späten Nachmittag, am Vorabend nach Hause kommen, steigt der Strombedarf an. Das wird sich noch verstärken, wenn die geplanten Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen zusätzlich Strom ziehen. Die Fahrzeuge können selbstverständlich „smart“ später betankt werden. Die Heizung sollte allerdings schon laufen. Deshalb sind PV-Anlagen auf dem Dach eines Einfamilienhauses auch nur mit entsprechendem Speicher sinnvoll. Nur so kann der – im Winter spärlich – gewonnene Strom bedarfsgerecht verteilt werden. Wobei im Winter die Sonne eben nur kurz scheint und wenig stark ist. Gerade in der Zeit, in der besonders viel Energie benötigt wird. Wobei ich hier noch mal ausdrücklich darauf hinweisen möchte, dass eine Wärmepumpe im Winter durchaus eine reine Stromheizung sein kann. Die Jahresarbeitszahl (JAZ), die Anzahl der Teile Wärmeenergie, die mit einem Teil elektrischer Energie per Wärmepumpe gewonnen werden kann, ist eben ein Wert über das Jahr gesehen. Ein Durchschnittswert. Der sieht anders aus, als sich die Realität darstellt. Im Sommer, wenn die Heizung praktisch nicht gebraucht wird, ist es nicht schwer, einen Wert von 3, 4 oder mehr zu erzielen. Da benötige ich die Wärme aber nicht. Oder nur zur Warmwasserbereitung. Im Winter hingegen sinkt der Wert bis hinunter auf 1 = reine Stromheizung. Im Durchschnitt bleiben dann 2,5 oder 2 oder welcher Wert auch immer. Faktisch heizt man aber mit Strom. Vor allem dann, wenn die Wärme gebraucht wird. In strengen, kalten Winterszeiten. Das kostet richtig Geld. Die Stromrechnung wird Bände sprechen. Hinzu kommt, dass der Strom in Deutschland zwar im Durchschnitt zu knapp 50 Prozent regenerativ hergestellt wird. Wind und Sonne haben in diesem Jahr Stand 5.3.2023 lediglich 33,6 Prozent Anteil an der Stromerzeugung. In der aktuell betrachteten Woche sind es nur 24,8 Prozent. Die reine Windstromerzeugung beträgt 15,9 Prozent. Auch wenn man Biomasse- und Laufwasserstrom – um die 11 Prozent und praktisch nicht weiter ausbaubar – hinzurechnet: Besonders „grün“ ist der für die bestehenden Wärmepumpen genutzte Strom offensichtlich nicht. Das wird sich auch in Zukunft kaum ändern. Flautenzeiten wird es immer geben.  Da nutzen auch die doppelte oder drei-fache Menge Stromerzeugungsanlagen kaum etwas. Wenig Sonne – nachts immer keine Sonne – und wenig Wind bedeuten wenig grünen Strom, wie zum Beispiel das Agora Zukunftsmeter für das Jahr 2030 bei gleicher Wetterlage wie im bisherigen Jahr 2023 prognostiziert.

Gas-, Ölheizung oder Wärmepumpe? Der Tipp vom Schornsteinfeger hier.

Jahresübersicht 2023

Achtung: Es gibt praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden bis auf sehr wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Beachten Sie bitte Peter Hagers Kfz-Zulassungsinformationen Februar 2023 nach den Tagesanalysen.

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 27. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 20,8 Prozent. Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 31,6 Prozent, davon Windstrom 12,5 Prozent, PV-Strom 8,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,7 Prozent.

Die regenerative Erzeugung ist schwach. Tageshöchstpreise werden erzielt, wenn Strom importiert werden muss.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 27.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 21. Februar 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 21,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,2 Prozent, davon Windstrom 10,0 Prozent, PV-Strom 11,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,8 Prozent.

Die Flaute hält an. Die PV-Stromerzeugung ist stärker als gestern. Deshalb ist die Lücke zu deren Ende umso größer. Es muss mehr Strom aus dem benachbarten Ausland importiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. Februar ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 28.2.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 1. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 23,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 34,0 Prozent, davon Windstrom 11 Prozent, PV-Strom 12,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,7 Prozent.

Weiter Flaute, weiter Stromimport, weiter hohe Preise

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 1.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 2. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 21,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,1 Prozent, davon Windstrom 10,3 Prozent, PV-Strom 11,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,8 Prozent.

Der letzte komplette Flautentag. Die Strompreisentwicklung und der Stromimport zum Vorabend.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 2. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 2.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 3. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 21,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,7 Prozent, davon Windstrom 13,4 Prozent, PV-Strom 7,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,3 Prozent.

Bis Freitagmittag fällt die Windstromerzeugung auf den niedrigsten Stand der Woche. Um dann zum Wochenende anzuziehen. Am Vormittag ist viel Importstrom zu wie immer knackigen Preisen notwendig.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 3. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 3.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Samstag, 4.März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 48,0 Prozent. Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 58,7 Prozent, davon Windstrom 43,0 Prozent, PV-Strom 5,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,7 Prozent.

Viel mehr Windstrom, weniger PV-Strom als an den meisten Vortagen. Das Strompreisniveau sinkt. Es wird gleichmäßig über Bedarf Strom produziert. Zur Vorabendzeit steigt die Nachfrage aus bereits oben erläuterten Gründen. Da steigt der Preis entsprechend an.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 4. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 4.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Sonntag, 5. März 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 27,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,0 Prozent, davon Windstrom 23,1 Prozent, PV-Strom 4,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,1 Prozent.

Noch weniger Bedarf als am Vortag. Die Windstromerzeugung lässt wieder nach. Die PV-Stromerzeugung ist schwach. Die Preisbildung gleicht der vom Samstag.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 5. März ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 5.3.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Kfz-Zulassungen Februar 2023 & mehr

Zusammenstellung von Peter Hager

Die 206.210 PKW-Neuzulassungen im Februar bedeuten ein Plus von 2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum sehr schwachen Januar beträgt der Zuwachs 15 %.

Bei den E-Autos zeigen die Vorziehkäufe im 4. Quartal 2022 – bedingt durch die ab Januar geltenden Subventionskürzungen (Reduzierung bei BEV und Wegfall bei Plug-in-Hybriden) – weiter ihre Bremsspuren.

Antriebsarten

Benzin: 75.373 (+ 8,9 % ggü. 02/2022 / Zulassungsanteil: 36,5 %)

Diesel: 38.433 (- 7,3 % ggü. 02/2022 / Zulassungsanteil: 18,6 %)

Hybrid (ohne Plug-in): 47.064 (+ 24,2 % ggü. 02/2022 / Zulassungsanteil: 22,8 %)
darunter mit Benzinmotor: 31.556
darunter mit Dieselmotor: 15.508

Plug-in-Hybrid: 11.916 (- 44,8 % ggü. 02/2022 / Zulassungsanteil: 5,8 %)
darunter mit Benzinmotor: 11.557
darunter mit Dieselmotor: 359

Elektro (BEV): 32.475 (+ 14,7 % ggü. 02/2022 / Zulassungsanteil: 15,7 %)

Quelle

Top 10 nach Herstellern (01-02/23)

Hybrid-PKW (ohne Plug-in): 88.893 (01-02/22: 73.116)

Audi: 17,8%
Mercedes: 16,9%
BMW: 13,7%
Toyota: 9,3%
Ford: 8,3%
Fiat: 5,3%
Suzuki: 4,4%
Hyundai: 4,0%
Nissan: 3,4%
Volvo: 3,0%

Hybrid-PKW (mit Plug-in): 20.769 (01-02/22: 40.483)

Mercedes: 21,6%
BMW: 10,3%
VW: 9,9%
Audi: 9,4%
Seat: 9,0%
Volvo: 5,7%
Skoda: 4,3%
Porsche: 3,5%
Peugeot: 3,4%
LYNK: 3,3%

Elektro-PKW (BEV): 50.611 (01-02/22: 49.198)

Tesla: 23,6%
VW: 13,8%
Audi: 9,4%
Mercedes: 8,0%
Hyundai: 5,9%
BMW: 3,9%
Fiat: 3,1%
Smart: 3,1%
Skoda: 3,0%
Mini: 2,7%

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 02/2023 (Gesamt: 32.475) 

Tesla Model Y (SUV): 6.442
VW ID 4/5 (SUV): 2.099
VW ID 3 (Kompaktklasse): 1.898
Audi Q8 (Geländewagen): 1.343
Tesla Model 3 (Mittelklasse): 1.239
Audi Q4 (SUV): 1.215
Fiat 500 (Minis): 1.183
Mini (Kleinwagen): 1.045
Seat Born (Kompaktklasse): 898
Hyundai Ioniq5 (SUV): 849

Aus für deutsches Solar-E-Auto Sion

Das kompakte BEV-Modell Sion des Münchner Start-up Sono Motors sollte bei einer Akkureichweite von rund 300 km mit seinen Solarzellen auf der Karosserie zusätzlich durchschnittlich 112 Kilometer pro Woche fahren können. Anscheinend konnte das Unternehmen die zusätzlich erforderlichen Finanzmittel für die Vorserie im Jahr 2023 und den Start der Serienproduktion im Jahr 2024 nicht akquirieren.

Sono Motors:

„Trotz der mehr als 45.000 Reservierungen und Vorbestellungen für den Sion waren wir gezwungen, auf die anhaltende Instabilität der Finanzmärkte zu reagieren und unser Geschäft zu verschlanken.“

Die Firma will sich jetzt auf die Integration und Nachrüstung von Solardächern für Busse und Lastwagen konzentrieren. Damit verbunden ist der Wegfall von 300 Stellen.

Quelle

DB gibt Startschuß für Wasserstoffbusse

Die Deutsche Bahn bestellt für DB Regio Bus beim portugiesischen Hersteller Caetanobus 60 Wasserstoffbusse vom Typ „H2 CityGold“ für rund 40 Millionen Euro. Ab Anfang 2024 sollen die ersten sieben Busse in Niedersachsen und Schleswig-Holstein fahren.

Die Reichweite je Tankfüllung Wasserstoff gibt die DB mit 350 km (Winter) und 550 km (Sommer) an. Caetanobus gibt diese jedoch mit bis zu 400 km an.

Eine Anfrage zu den unterschiedlichen Reichweitenangaben sowie zu den Kosten je Personen-km wollte die zuständige Pressestelle der DB nicht beantworten.

Quelle

Vielleicht liegt es auch daran, dass in einer Gegenüberstellung der unterschiedlichen Antriebsarten (Deutsche Energie Agentur Dena) der Bus mit Dieselantrieb bei Reichweite und Kosten je Personen-km auch perspektivisch deutlich vor dem Wasserstoffantrieb liegt.

Eine wichtige, laufend erweiterte Ergänzung zur Kolumne: Kritische Betrachtung der Jahresrückblicke Strom 2022 von Bundesnetzagentur und Agora-Energiewende sowie ergänzende, weiterführende Literatur, Artikel, Videos (Neu: Die Grenzen der Windstromerzeugung) und mehr rufen Sie hier auf.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den werbefreien Politikblog Mediagnose.