Woher kommt der Strom? 19. Analysewoche 2023 – Stromimporte fast ohne Unterbrechung

19. Analysewoche 2023 – von Rüdiger Stobbe

Das hat es so noch nicht in Deutschland gegeben. Zogen die Stromimporte ab Mai bereits in den vergangenen Jahren aus CO2-Ersparnis und ökonomischen Gründen regelmäßig an, so waren sie doch moderat. Die 19. Kalenderwoche 2023 stellt einen neuen Rekord dar. Praktisch wird die komplette Kalenderwoche fast ohne Unterbrechung Strom aus dem benachbarten Ausland importiert. Wobei es nicht weiter verwundert, dass die Strompreise in den wenigen Stunden, in denen Deutschland Strom exportiert, die geringsten sind, zweimal sogar fast die Null-Linie erreichen. Den deutschen Normalbürgern wird damit ein CO2-Ausstoß vorgegaukelt, der faktisch nicht korrekt ist. Das CO2 des importierten Stroms wird zwar nicht auf den deutschen CO2-Ausstoß angerechnet. Es ist dennoch vorhanden. Genauso wie Strom aus Kernkraft gleichwohl mit fast Null CO2-Ausstoß importiert wird. Hier die Werte für die 19. Analysewoche 2023.

Bemerkenswert und einer tiefergehenden Analyse würdig (wird folgen) ist der FAZplus – Artikel von Joachim Müller-Jung am 17.5 2023 erschienen ist.

„Es ist Monat eins nach dem deutschen Atomkraft-Aus. Vom Kernkraft-Kater keine Spur mehr, von Blackout-Spekulationen sowieso nicht. Stattdessen: fallende Strompreise und nicht etwa steigende Kohlendioxidemissionen aus der Kohleverstromung, die als Atomstromersatz vorgesehen war, sondern sinkende Emissionen – sogar dort, wo das leistungsfähigste der letzten drei Atomkraftwerke, Isar 2 bei Landshut, vom Netz ging.

Was ist da passiert? Die Antwort findet sich in den Datenströmen der Energie-Institute: Sonne und Wind legten zu. Der Anteil der regenerativen Energiequellen am deutschen Strommarkt hat sich noch einmal erhöht, im ersten Quartal laut Agora auf 48 Prozent. Kohle und Kernkraft liegen zusammen bei 32 Prozent. Der Wettlauf ist entschieden: 50 Prozent mehr Strom wurden im Vorjahr aus erneuerbaren Quellen in die Netze gespeist als mit der Kernkraft in nuklearen Spitzenzeiten um das Jahr 2001. Die Schweiz, deren Ökostromanteil vor acht Jahren noch doppelt so hoch lag wie in Deutschland, ist 2022 erstmals überflügelt worden. […] Quelle

Ich werde den Eindruck nicht los, Herr Müller-Jung will damit vermitteln, dass der Anstieg der regenerativen Stromerzeugung ab dem 16.4.2023 sachlich etwas mit dem endgültigen Ausstieg Deutschlands aus der Stromerzeugung per Kernenergie zu tun hat. Das ist in etwa so, als hielte man sich die Augen zu, um nicht gesehen zu werden. Gut, das Beispiel hinkt. Es gibt aber einen schönen Einblick in die mentale Verfaßtheit des FAZ-Journalisten. Um unseren Lesern echte Fakten zu liefern, hier ein korrekt-relevanter Vergleich: 31 Tage vor und 31 Tage nach dem Ausstieg aus der Kernenergie.

Genauere Analysen demnächst. Jetzt nur so viel. Der exorbitante Stromimport (2,72 TWh netto) in den ersten 31 Tagen nach Deutschlands Ausstieg aus der Kernkraft, Stromimport, der nicht auf Deutschlands CO2-Ausstoß angerechnet wird, wurde von Herrn Müller-Jung wahrscheinlich nicht gesehen. Wäre der importierte Strom – man hätte es gekonnt, es war nicht gewünscht – in Deutschland erzeugt worden, hätte dies rein fossil per Kohle und Gas erfolgen müssen. Mit entsprechend prozentualer Senkung des Anteils der „Erneuerbaren“ plus CO2-Anstieg. Mit sehr wahrscheinlichem Anstieg des Strompreises. Dass der Stromimport ausschließlich politischen und ökonomischen Interessen geschuldet ist, darauf kann ein FAZ-Journalist kaum kommen. Er bemerkt den Import erst gar nicht.

Wochenanalyse KW 19/2023

Montag, 8. Mai 2023 bis Sonntag, 14. Mai 2023Anteil Wind- und PV-Strom 38,0 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,5 Prozent, davon Windstrom 19,8 Prozent, PV-Strom 18,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,5 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 19. Analysewoche ab 2016

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 19. KW 2023: Factsheet KW 19/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

  • Der Heizungstipp: Gas-, Ölheizung oder Wärmepumpe? Heinz Fischer, Heizungsinstallateur aus Österreich hier bei Kontrafunk vom 12.5.2023
  • Weitere Informationen zur Wärmepumpe im Artikel 9. Analysewoche.
  • Prof. Ganteförs überraschende Ergebnisse zu Wärmepumpe/Gasheizung (Quelle des Ausschnitts)
  • Neu: Interview mit Rüdiger Stobbe zum Thema Wasserstoff plus Zusatzinformationen
  • Viele weitere Zusatzinformationen
  • Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden bis auf sehr wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Jahresüberblick 2023 bis zum 14.5.2023

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 8. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 42,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,9 Prozent, davon Windstrom 24,3 Prozent, PV-Strom 18,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,3 Prozent.

Wind- und PV-Stromerzeugung sind zufriedenstellend. Dennoch muss fast den ganzen Tag Strom importiert werden. Der Strompreis ist deshalb in der Tendenz vom Preisniveau her gesehen höher. Er schwankt,  gleichwohl auf höherem Niveau,  gemäß Angebot und Nachfrage.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 8. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 8.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 9. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 46,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,0 Prozent, davon Windstrom 27,2 Prozent, PV-Strom 19,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,1 Prozent.

Heute, über die Mittagsspitze kein Stromimport. Der Preis fällt auf den drittniedrigsten Stand der Woche. Deutschland exportiert Strom netto. Für 6 Stunden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 9. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 9.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 10. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 33,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,6 Prozent, davon Windstrom 19,4 Prozent, PV-Strom 14,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,2 Prozent.

Die PV-Stromerzeugung schwächelt, die Windstromerzeugung lässt heute über Tag erheblich nach. Der Strompreis & der ganztägige Stromimport.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 10.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 11. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 22,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 38,7 Prozent, davon Windstrom 10,1 Prozent, PV-Strom 12,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,9 Prozent.

Noch weniger PV-Strom. Die Windstromerzeugung ist heute wieder schwach, zieht zur Nacht aber etwas an. Der Strompreis & der ganztägige Stromimport.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 12. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 38,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,7 Prozent, davon Windstrom 22,0 Prozent, PV-Strom 16,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,8 Prozent.

Zwischen 8:00 und 9:00 Uhr gibt es eine Kurz-Windstromsenke. Danach zieht die Windstromerzeugung kontinuierlich an. Der Strompreis & der ganztägige Stromimport. Die Windstromsenke läßt sofort den Preis ansteigen!

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 13. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 43,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,0 Prozent, davon Windstrom 21,2 Prozent, PV-Strom 22,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 17,5 Prozent.

Wochenende. Niedriger Bedarf. Deutschland exportiert heute wieder etwas Strom. Selbstverständlich fällt der Preis. Fast in´ s Bodenlose.  Aber eben nur fast. Zweitniedrigster Preis der Woche.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 13.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 14.2023: Anteil Wind- und PV-Strom 34,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,8 Prozent, davon Windstrom 10,1 Prozent, PV-Strom 24,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 19,9 Prozent.

Noch weniger Bedarf. Heute vermeidet Deutschland den Stromexport zum Nulltarif. Der niedrigste Preis der Woche bringt aber für einige Stunden sehr günstigen Importstrom.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 14.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

In eigener Sache

Leser D. Schmidt schrieb am 16.05.2023 diesen Kommentar:

Ich sehe gerade, daß die Leser hier keine Lust mehr haben ihre Beiträge zu kommentieren. Das liegt aber nicht an den Mühen, die sie sich machen, sondern einfach an der schlichten Erkenntnis, dass eh jeder weiß, woher der Strom gerade kommt, und was dieser kostet. Es macht sich Resignation breit bei unseren Mitbürgern und Lesern hier. Denn Sie wissen, sie können hier eh nichts mehr dagegen unternehmen. Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Selbst die noch so akkuratesten Daten helfen auch nicht mehr aus diesem Dilemma. Für Deutschland ist der Zug mal wieder abgefahren. Nicht nur beim Thema Strom. Trotzdem 1000-facher Dank für ihre Mühen, um uns das Drama in Zahlen darzustellen.

Ich freue mich über die Anerkennung – auch früher durch andere Leser – der in der Tat aufwendigen Analysen. Von Beginn an werden die Analyse-Artikel nicht in dem Umfang kommentiert wie zum Beispiel Meinungsartikel. Was soll man auch schon zu Inhalten schreiben, die nichts anders besagen, dass 1 + 1 = 2 und eben nicht 11 ist. Analysen, nachhaltige und dauerhafte Analysen wie diese Kolumne seit Januar 2019 sind allerdings genauso wichtig wie eine Meinungsvielfalt, die sich aus einem demokratischen Pluralismus ergeben sollte. Aus Grundlagen, welche mittels Analysen und anderer Forschung geschaffen werden, entstehen weiter reichende Erkenntnis und Meinungen.  Wobei bemerkenswert ist, dass eine Institution, eine NGO wie Agora-Energiewende die Werte zur Stromerzeugung in Deutschland sachgerecht aufarbeitet und zur allgemeinen Verwendung (In dieser Kolumne und bei www.stromdaten.info werden die Daten genutzt. Neben denen der Bundesnetzagentur) veröffentlicht, dass die Mitarbeiter bei Agora selbst nicht merken, dass der ´Energiewendeaufwand` in keinem gesunden Verhältnis zum Ergebnis (Dekarbonisierung) steht. ´Energiewendeaufwand` meint nicht nur die direkten Kosten, sondern auch die vielfältigen, die diversen Schäden, die Natur, Umwelt und Menschen hinnehmen oder erleiden müssen.

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass erst Robert Habecks „Heiz-Hammer“ (BILD) zu einem Nachdenken in Medien (weniger) und Bevölkerung (mehr) führt, welche den Energiewendeunfug in Frage stellt. Man könnte es aus den Analysen dieser Kolumne schließen. Doch erst der unverschämte Zu- und Angriff auf das Wohn-Eigentum vieler Bürger und damit auch von vielen wohlhabenden Journalisten, lässt das Fass überlaufen. Das Nachdenken entwickelt sich zu einer Art „Bürgerwut“, die das geplante Gebäudeenergiegesetz und später womöglich auch die Ampel in der Versenkung verschwinden lassen wird. Am Ende wird die ´Energiewende` gestoppt werden. Immer mehr Bürger merken, man erfährt und man weiß allmählich, dass ein Spurengas mit einem Anteil von 0,04 Prozent in der Luft plus Zuwachs 0,0X Prozent kaum Temperatursteigerungen von zwei, drei oder mehr Grad C oder gar die Weltenverbrennung verursachen wird. So etwas glauben nur Kinder und solche, die es geblieben sind, sowie Leute, die zu viel vom Klebstoff eingeatmet haben, mit dem sie sich auf der Straße oder sonst wo festkleben.

Der explosivartige Methangasausbruch (25 x „klimaschädlicher“ als CO2) nach den Pipelinesprengungen in der Ostsee jedenfalls hatte keinen meßbaren Temperaturanstieg zur Folge. Wenn dem so gewesen wäre, würde noch heute davon berichtet. Auch eine aktuelle Google-Recherche ergab keinen Treffer. Das aber  von einschlägigen Stellen gewarnt wird, ist selbstverständlich. Das Angst-Level der Menschen braucht schließlich regelmäßig „Futter“.

Doch auch wenn CO2 die Erd-Temperatur nachhaltig steigen lassen würde:

Die Welt wird nicht verbrennen – Die Lösung ist in Sicht …

Dr. habil. Denglers wissenschaftliche Analyse zur CO2-Begrenzung in der Atmosphäre

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




Wie toll sind Wärmepumpen? Physikprofessor Harald Lesch klärt auf

Nachdem Physikprofessor Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimaforschungsfolgen bereits darüber aufklärte, wie empfehlenswert die durch die Politik Habecks geförderte Wärmepumpe ist, legt nun Kollege Harald Lesch vom ZDF nach und führt noch genauer aus, wie toll Wärmepumpen sind!

Nach dem Video werden Sie sich sofort eine kaufen – garantiert!

Kapitel:
0:00 Intro 0:30 Worum geht’s? 2:30 Alternative Holzheizung? 5:30 Alternative Biogas? 7:47 Alternative Wasserstoff? 10:50 Alternative Wärmenetze 13:27 Wärmepumpe: der Faktencheck 17:04 Woran hakt es? 21:06 Ein Ausblick




Milliardäre und BlackRock nutzen die Klimapolitik zur Privatisierung der Regierungen

von AR Göhring

Die Korruptions- und Vetterwirtschaft-Affäre um Patrick Graichen hat auch in den Massenmedien eine Aufklärungswelle losgetreten, die die tatsächlich hinter der Klimapolitik stehende eher lichtscheue Lobby und Finanzindustrie immer mehr ins Bewußtsein rückt.

MdB Beatrix von Storch sagte vor drei Wochen schon im Bundestag, wo man auch grünen Lack kratze, überall

„Milliardäre, Milliardäre, Milliardäre“.

In einem aktuellen Artikel der Jungen Freiheit schreibt von Storch zu den aktuellen Erkenntnissen, wer die Energiewende und Klimapolitik überhaupt antreibt und finanziert.

Einer der wichtigsten Akteure ist der britische Magnat Christopher Hohn, dessen Hedgefond The Children’s Investment Fund zwar als karitativ daherkomme, aber in Nordamerika als Immobilien-Investor agiere. Wenn Bürger unter Vortäuschung beliebiger erfundener Tatsachen ihr Häuschen ein zweites Mal bezahlen müßten, und das nicht könnten, werden zahlreiche Immobilien zeitgleich auf den Markt geworfen, was die Preise senkt. Immo-Heuschrecken wie Hedgefonds greifen dann en gros zu und vermieten die Häuser und Wohnung an den Staat, der von den gerade ruinierten Hausbesitzern via Steuern finanziert wird, und viele Sozialmigranten aufnimmt, die untergebracht werden müssen.

BlackRock und die Grünen

Ein extrem wichtiger Akteur in der Welt des Finanzkapitalismus ist die Vermögensverwaltungsgesellschaft BlackRock von Larry Fink, die mittlerweile zehn Billionen Euro im Portfolio hat und an etwa 17.000 Unternehmen beteiligt ist– das entspricht einem Zehntel des globalen Bruttoinland-Produktes BIP. Mit den beiden anderen Riesen-Investoren Vanguard und State Street kontrolliert BlackRock Inc. fast 90% der wichtigsten US-Konzerne.
Die Marktwirtschaft der USA frißt sich offenbar selber, indem sie gigantische Oligopole erzeugt, die lebenswichtige Konkurrenz als Kontrollmechanismus abschafft und somit eine Art private Planwirtschaft etabliert.

In der DDR kontrollierten Staats-Bonzen die Betriebe – in der Planwirtschaft neuen US-Typs befehligen Konzernbonzen den Staat.

Das ist nichts Neues, sondern wurde von den Altvorderen im 19. Jahrhundert bereits als Problem gesehen. Daher beschloß das US-Parlament nach dem Bürgerkrieg den Sherman Act – ein Gesetzespaket zur Zerschlagung sich monopolisierender Konzerne. Erfolgreich angewandt wurde der Act um 1900 gegen StandardOil – ein einzigartiges Beispiel demokratischer Schlagkraft gegen zu mächtig werdende Wirtschaftsmagnaten.

Ein ehemaliger Kommunikationsberater von BlackRock Inc. ist der Schwede Ingmar Rentzhog – der „Entdecker“ von Greta Thunberg, der das minderjährige und eigentlich ahnungslose Mädchen mit einer fast schon genial zu nennenden PR-Kampagne als Klima-Ikone vermarktete. Das ging nur, weil der Mann durch seine alten Jobkontakte bei BlackRock und JP Morgan über ein elitäres Kommunikationsnetzwerk verfügte.

Rentzhog ist mittlerweile aber eher eine Fußnote geworden – viel wirkmächtiger ist „Climate Finance Partnership“, eine Partnerschaft zwischen BlackRock und den Regierungen von Deutschland, Frankreich, Japan und großen US-Stiftungen wie der Hewlett Foundation. Hier sitzt/saß der „mächtigste Grüne“ der Welt, Hal Harvey, der ein immer üppiger wucherndes Geflecht von NGOs (Non Government Organisations – zu deutsch Nichtgewählte Organisationen) gründete, darunter die Climate Works Foundation, die European Climate Foundation, die Climate Imperative Foundation, die Stiftung Klimaneutralität und Agora-Energiewende, deren Chef bis 2021 „Dr.“ Patrick Graichen war.

Die NGO-Stiftungen haben das Ziel, die Politik dazu zu bewegen, angeblich klimaschützende Technologien per Gesetz durchzudrücken. Das geht auch nicht anders, da, wie der geneigte EIKE-Leser seit langem weiß, „Klimaschutz“-Technologie derart ineffizient und teuer ist, daß kein wirtschaftlich handelnder Marktteilnehmer auch nur einen Euro dafür herausrücken würde. Dennoch ist der zu erwartende politisch erpreßte Gewinn höher als die Marge der gewöhnlichen Arbeit am Markt. Von Storch dazu:

Grund für die Förderung der Klimapolitik durch die globalen Finanzindustrie sind die enormen Gewinnaussichten: Das BlackRock Investment Institute bezifferte den Investitionsbedarf, um die Klimaziele zu erreichen, weltweit auf 50 bis 100 Billionen Euro. Das entspricht dem Volumen der gesamten Weltwirtschaft. Die „Green Transition“, die das BlackRock Investment Institute als „historisch einmalige Anlagemöglichkeit“ bezeichnete, zielt auf die größte Vermögensumverteilung der Geschichte.

Es ist schon amüsant – die Vertreterin einer als „rechts“ und „kapitalistisch“ verschrieenen Partei tritt gegen den globalen Finanzkapitalismus und die Ausbeutung der kleinen Leute an. Die „linken“ Grünen hingegen besorgen mit den beiden roten Parteien das Geschäft der neoliberalen Ausbeuter. Noch pikanter: US-Milliardär Donald John Trump handelte als 45. US-Präsident im Sinne Storchs – und würde es als 47. Präsident höchstwahrscheinlich wieder tun, weswegen ihn ein Bündnis aus Superkapitalisten und Superlinken dringend zu verhindern sucht.

Das „linke“ Bündnis hat beste Aussichten auf Erfolg, da sowohl in Europa wie in den USA BlackRock bereits eine systemgefährdende Größe und Vernetzung erreicht hat:

Nachdem BlackRock bereits die Europäische Zentralbank dabei beriet, welche Wertpapiere sie aufkaufen sollte, schloß die EU-Kommission im Jahr 2020 mit BlackRock einen Beratervertrag zur Umsetzung des „Green New Deal“ im Bankenbereich ab. Die Geld- und Klimapolitik war nun in BlackRocks Hand vereint.

Die Rettung der Demokratie: „Die Grünen haben ihren Zauber verloren“

Genau deswegen ist die Affäre Graichen aus demokratischer Sicht so wichtig: Wie Julian Reichelt kürzlich meinte, hätten die Grünen „ihren Zauber verloren“. In der Tat hatte die grüne Partei mit ihrem NGO- und Mediensaum es seit 1980 geschafft, sich als Vertreter der Moral und der Wissenschafft darzustellen, weswegen bis heute kaum ein Wissenschaftler, Politiker oder auch nur einfacher Bürger es wagt, den Dogmen vom klimatischen Weltuntergang oder der erdzerstörenden Industrie öffentlich zu widersprechen. Die Vetternwirtschaft, die Vielflieger-Doppelmoral, die komplette Ahnungslosigleit der Bildungsverweigerern, der krasse Antisemitismus und die enormen Privatfinanzen grüner Akteure haben nun aber die Weltretter-Fassade zumindest teilweise einstürzen lassen. Was zur Folge hat, daß nun zunehmend Steuerzahler und Wähler nicht nur das Personal, sondern auch die Narrative der elitären Grünen in Frage stellen.

Problem: Nicht nur r2grüne Politiker stehen auf der Gehaltsliste globaler Superkapitalisten und deren Stiftungen, sondern auch CDU-Chef Friedrich Merz. Der sauerländische Katholik mag privat eher bodenständig sein (Familie & Flugzeug….), aber als ehemaliger Deutschland-Chef von BlackRock wird er jetzt nicht unabhängig sein – das anzunehmen, wäre naiv. Er redet ja auch wie grüner Finanzler: Die Grünen seien laut ihm

„sehr bürgerlich, sehr offen, sehr liberal und sicherlich auch partnerfähig“

Kollege Martin Lück von BlackRock dazu entsprechend:

„Daß die grüne Transformation kommen wird, ist unumstritten. Ereignisse wie die Entzauberung der Grünen sorgen lediglich für einen Aufschub, nicht aber für ein Ende dieser Umstellung.“

Ganz sicher? Wir von EIKE und unsere Leserschar sind aber noch im Weg – und viele, viele andere, die dank der ungeschickten Zivilversager in der Regierung immer mehr werden. Passend dazu:

Florida, Missouri und Louisiana ziehen Milliarden von BlackRock wegen ESG-Strategie ab

ESG = „Environment, Social, Governance“, also „Umwelt“ (= Klimaschutz), „sozial“ (= Klimaschutz), „nachhaltige Unternehmensführung“ (= Klimaschutz)




Die Privatisierung der Regierung: Agora-Clan im Wirtschaftsministerium

von AR Göhring

Vor allem Tichys Einblick ist es zu verdanken, daß die filzigen Verstrickungen der Grünen und ihres NGO-Saumes allgemein bekannt werden und auch von den Massenmedien publiziert werden müssen. Ein Artikel vom Sonnabend zeigt deutlich, wie die von Milliardenjongleur Hal Harvey mitgegründete gemGmbH Agora Energiewende nach Bildung der Ampel das Bundeswirtschaftsministerium übernahm.

Erleben wir gerade die Privatisierung der Bundesregierung? Das wäre pikant – weil gerade linke, grüne und kapitalismuskritische Kreise stets, und durchaus zu Recht, vor der Dominierung der Politik durch das große Kapital gewarnt hatten. Wobei betreffende Politiker wie die Minister der US-Kabinette Bush jun. I und II nicht unmittelbar im Management von Rüstungskonzernen saßen, sondern „nur“ große Aktienpakete besaßen. Daß nun Manager aus stiftungsfinanzierten Lobby-Organisationen direkt Ministerien führen, ist neu. Grüne „Energiewende“-Politik ist wie bei Bush jun. reiner Kapital-Lobbyismus- nur mit anderem Personal.

Konkrete Personalien im Wirtschaftsministerium, nach Tichy:

Sieben Staatssekretäre der Ampel-Regierung sind oder waren Mitglied beim „Rat der Agora“ – darunter fünf beamtete und zwei parlamentarische Staatssekretäre.(…) Dort wird nach den Richtlinien der Chatham House Rule diskutiert, heißt: Was in die Agora reingeht, kommt nicht aus der Agora heraus. (..)
Es gibt keine Transparenz und keine Korrekturmechanismen.

Das Schaubild von Autor Marco Gallina:

Agora Energiewende – Agora Verkehrswende

Rat für Energie:
Stefan Tidow, Grüne
Staatssekretär Umweltministerium

Sven Giegold, Grüne
Staatssekretär Wirtschaftsministerium

Johann Saathoff (bis 21), SPD
Parlam. Staatssekretär Innenministerium

Michael Theurer (bis 21), FDP
Parlam. Staatssekretär Verkehrsministerium

Rat für Verkehr:
Christiane Rohleder, Grüne
Staatssekretärin Umweltministerium

Susanne Henckel
Staatssekretärin Verkehrsministerium

Beide Räte:
Patrick Graichen, Grüne
Bis 21 Chef Agora Energiewende
danach Staatssekretär Wirtschaftsministerium

Jochen Flasbarth, SPD
Staatssekretär Entwicklungsministerium
Zuvor Staatssekretär Umweltministerium

außerdem:

Rainer Baake, Grüne, Gründer der Agora, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium 2014-18

und Andreas Feicht, CDU, Mitglied des Agora-Rates, Staatssekretär Bundeswirtschaftsministerium 2019-21

„Sowohl der Rückbau des Gasnetzes wie auch die Wärmewende sind Agora-Ideen, die es über ihren ehemaligen Direktor Patrick Graichen ins Bundeswirtschaftsministerium geschafft haben“, so Gallina.

Die elitären Gesellschafts-Ingenieure haben es zwar schon vor über 50 Jahren geschafft, das „Mensch zerstört Umwelt“-Narrativ als nicht hinterfragbares Dogma in der westlichen Kultur zu verankern, aber Vetternwirtschaft und Abzocke blieben zum Glück auch im grün geprägten Gemeinwesen verachtenswerte und unmoralische Verhaltensweisen. Eine Leserin auf Facebook teilte uns dazu etwas höchst Interessantes mit:

Aus dem Buch von Anna Veronika Wendland „Atomkraft! Ja bitte! …“, einer Grünen:
Der Energiewendestaat –
„Wer mit wem im Atomstaat und Großinsdustrie“, so lautet der Titel eines der Bücher, die noch aus Anti-Atomzeiten in meinem Bücherregal stehen. In seiner Einleiung lesen wir: „Hauptanlass für dieses Buch ist die politische Unkultur in der Bundesrepublik, die sich seit Jahrzehnten in einem ungebrochenen Verfilzungsprozess von Politik, Wirtschaft und Verwaltung, unter reger Beteiligung Verbands- und Gewerkschaftsfunktionären ausgebreitet und vertieft hat.“
Dieser Satz wurde vor 35 Jahren geschrieben, vor Energiewende, EEG-Umlage und Klimagesetz. Diejenigen, die ihn schrieben, wollten es anders machen. Schauen wir also auf die heutigen Akteure, die sich aufgemacht haben den schwierigen und ungewissen Weg der Energietransformation zu gestalten.
Wer sie sind und von wem lassen sie sich beraten, und machen sie es wirklich anders?
Derzeit wird unsere Energie- und Klimapolitik von Menschen und von Organsiationen dominiert, die an Macht und Einfluss den ökonomisch politischen Eliten des verflossenen Kohle- und Atomstromstaates in Nichts nachstehen – ja, sie ihn noch übertreffen. Denn sie haben etwas geschafft, was den fossil-nuklearen Eliten nie gelang. Sie sind dabei, in Gestalt von Umweltorganisatioen, eine Art Symbiose-Opposition mit ins Boot zu holen. Niemand in der deutschen Umweltszene schreibt das kritische „Wer mit Wem im Energiewendestaat und Großindustrie“, denn die Szene ist inzwischen Teil des Staates …
Das weitsichtige Buch von Anna Wendland ist übrigens gerade einmal ein Jahr alt – da haben sich die grünen Parteifreunde/feinde der Autorin beeilt, zu beweisen, was die Historikerin beschreibt. Da kann man nur sagen: nur weiter so, Grüne!



Dürre-Rätsel gelöst – Klimaschau 148

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 148. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:14 Brasilianisches Dürre-Rätsel gelöst
3:44 Klimamodelle schaffen den Regen nicht