Das Wärmepumpendesaster – von Fritz Vahrenholt

Im März 2023 ist die Abweichung der globalen Temperatur vom 30-jährigen Mittel der satellitengestützten Messungen der University of Alabama in Huntsville (UAH) leicht angestiegen,  und zwar auf 0,20 Grad Celsius (siehe Grafik oben). Der Temperaturanstieg beträgt im Durchschnitt pro Jahrzehnt seit 1979 lediglich 0,13 Grad Celsius.

 

Das Wärmepumpendesaster
Zunächst hatte man den Eindruck gewonnen, dass nach den nächtlichen Verhandlungen des Koalitionsausschusses am 28.3.2023 das Schlimmste verhindert worden sei, was den geplanten Eingriff der Grünen in den Heizungskeller der Deutschen betrifft. Doch nachdem nunmehr der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Anhörung verschickt worden ist, ist klar: Die Grünen haben sich auf der ganzen Linie durchgesetzt und die FDP hat sich über den Tisch ziehen lassen.
Es bleibt dabei: Ab dem 1.1.2024 ist ein Einbau einer Öl -und Gasheizung nicht mehr möglich. Die Möglichkeit, die die Bundesregierung einräumt, bei einer Havarie/Totalausfall der Heizung für drei Jahre eine neue Gasheizung einbauen zu lassen, ist wirklich keine Alternative, denn wer baut für drei Jahre eine neue Gasheizung ein, um sie dann nach drei Jahren durch eine Wärmepumpe ersetzen zu lassen?
„Ziel des Gesetzes ist es, einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele zu leisten“

heißt es in §1 des Gesetzentwurfes. Wie Prof. Ganteför in seinem sehenswerten Video zeigen konnte, bringt der Austausch einer Gasheizung durch eine Wärmepumpe bei dem heutigen Stromerzeugungsmix keinerlei CO2-Entlastung.

Es ist kaum zu glauben. Da plant die Bundesregierung die Bürger nach Schätzungen des Gesetzentwurfs mit Kosten von 45 Milliarden in den nächsten fünf Jahren zu belasten und es ist eine CO2-Mogelpackung?

Der Strommix der letzten zwölf Monate hatte einen CO2-Ausstoß von 0,517 kg CO2 pro kWh. Das wird nach dem 15.4.2023 eher noch einmal schlechter, wenn die letzten drei CO2-freien Kernkraftwerke abgestellt werden und durch vermehrten Kohle- und Gasstromeinsatz ersetzt werden müssen.
Die CO2-Emission einer Gasheizung beträgt 0,16 kg pro kwh. Eine Wärmepumpe mit einem üblichen Wirkungsgrad von COP = 3 (COP = Coefficient of performance) macht aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Um eine Erdgasheizung mit einer Wärmepumpe zu vergleichen, muss man also den CO2-Fußabdruck einer kWh Strom durch 3 teilen. Das sind 0,172kg/kWh. Bei tiefen Temperaturen im Winter kann die Wärmepumpe auch auf einen COP von 2,5 sinken. Dann ist die Bilanz noch schlechter. Bei COP 3 stösst die Wärmepumpe mehr CO2 aus als eine Erdgasheizung und bei COP 2,5 sogar fast soviel wie eine Ölheizung.(siehe Grafik, alle Zahlen von Ganteför, die Quelle der CO2– Emission des Strommix ist hier).
Keine CO2-Einsparung, aber wahnsinnig hohe Kosten
Ich bin nicht gegen die Technik der Wärmepumpe. Sie ist für Neubauten oder für Häuser mit einer Niedrigwärmeversorgung (Fussbodenheizung) eine geeignete Wärmeversorgungsmöglichkeit. Nur darf man den Bürgern diese Technik nicht mit dem Argument vorschreiben, dass damit auf absehbare Zeit ein Beitrag zur CO2-Minderung erfolgen würde. Im Gesetzentwurf der Bundesregierung wird deb Belastungen der Bürger in den nächsten fünfJahren  Einsparungen in ähnlicher Höhe in den darauffolgenden 18 Jahren gegenübergestellt. Diese Milchmädchenrechnung funktioniert aber nur, wenn in den nächsten 20 Jahren die Strompreise sinken und die Gaspreise steigen. Wenn es umgekehrt kommt, zahlt der Bürger massiv drauf. Der heutige Preisvergleich zeigt das schon. Der Gaspreis liegt bei zehn €ct/kWh und der Strompreis bei 40 €ct/kWh. 40 €ct/kWh entsprechen bei COP3 13 €ct/kWh Gaspreis. Die Gasheizung ist also heute günstiger als eine Wärmepumpe.  Kostengleichheit entsteht, wenn man einen eigenen Stromzähler für die Wärmepumpe einrichtet, dann kostet der Strom heute etwa 30 €ct/kWh.
Woher die Bundesregierung einen zukünftigen Kostenvorteil ableitet, bleibt schleierhaft, denn Sie betreibt ja eine Politik der Stromverknappung. Nach dem Abschalten der Kernkraftwerke im April 2023 sollen ja im April 2024 noch 10.000 MW Kohlekraftwerke vom Netz gehen.  Dass uns der Zubau von Wind und Solar im Winter bei einer Dunkelflaute nicht helfen wird, habe ich in meinem Buch „Die grosse Energiekrise“ vorgerechnet. Daher hat ja auch schon sinnigerweise der Chef der Bundesnetzagentur E-Ladestationen und Anschlüsse von Wärmepumpen als jederzeit abschaltbar erklärt , um Netzzusammenbrüche zu vermeiden. Alles allein  auf Strom zu setzen und dann als erstes Kraftwerkskapazität abzustellen ist eine der verantwortungslosesten Entscheidungen dieser Bundesregierung.
Nimmt man allerdings die Planungen der Bundesregierung ernst, etwa 20.000 MW Gaskraftwerke bis 2030 zu bauen, um die blackout-Gefahr zu verringern, dann stellt sich eine noch viel drängendere Frage nach der Sinnhaftigkeit der grünen Energiepolitik dieser Bundesregierung. In 2030 sollen dann etwa 150 Terawattstunden (TWh) Erdgasstrom erzeugt werden. Das entspricht etwa 300 TWh Erdgas (bei  wohlmeinendem Wirkungsgrad von 50 % in einem Gaskraftwerk). Zum Vergleich :
277 TWh Erdgas werden in deutschen Haushalten zur Wärmeerzeugung eingesetzt (2022). Die Erdgasversorgung der Bürger soll mit der scheinheiligen Begründung wegfallen, dass man sich von Gasimporten unabhängiger mache (Energiesouveränität). Gleichzeitig plant die Bundesregierung einen großen Ausbau der Gasimporte in der gleichen Größe. Wer kann das dem Bürger erklären ?
Aber – so wird eingewandt werden – die Gaskraftwerke sind doch Wasserstoff-ready !
Hier hat der Bundeswirtschaftsminister in seiner Not, eine angebliche Technologieneutralität zu begründen, darauf hingewiesen, dass man ja auch Wasserstoffheizungen mit grünem oder blauem Wasserstoff einsetzen könne. Damit niemand auf dumme Gedanken kommt, hat er diese Option gleich selbst wieder in Frage gestellt. Den Wasserstoff  würde es so schnell nicht geben und ausserdem wäre der vier mal so teuer. Kaum ein Journalist hat gemerkt, dass er damit das Kernstück der grünen klimaneutralen Energieversorgung abgeräumt hat. Ich schreibe das hier im Blog seit Jahren, dass Wasserstoff viermal so teuer wie Erdgas werden wird und nun bestätigt der Wirtschaftsminister en passant, dass die Energiepläne der Bundesregierung Wolkenschieberei sind. Habeck:
Übrigens: nach einem Eigentümerwechsel hat der neue Eigentümer oder auch der Erbe spätestens nach 2 Jahren die Gasheizung zu ersetzen. Einzige Ausnahme: über 80-jährige sind von der Austauschpflicht ausgenommen (siehe Erbenregelung).
Apropos Kernkraftwerke. Bundesminister Habeck in der Ukraine :
„Die Ukraine wird an der Atomkraft festhalten. Das ist völlig klar – und das ist auch in Ordnung, solange die Dinger sicher laufen. Sie sind ja gebaut.“
Und was macht die CDU-Opposition ?  Spahn fordert eine Förderprogramm für den Umbau auf Wärmepumpen. Da wissen wir jetzt, wie eine CDU-geführte Bundesregierung mit den Bürgerinteressen umgehen würde.
„Die große Energiekrise“
Mein neues Buch hat es bis auf Platz 6 der Spiegelbestsellerliste Sachbuch/Paperback geschafft. Nach wie vor wird es mit keinem Wort von den Mainstream Medien erwähnt.
Wer ein signiertes Exemplar erwerben möchte, den bitte ich, sich per e-mail an Service@parlamentsbuchhandlung.de zu wenden. Ich habe dort erneut zahlreiche Exemplare signiert, die von der Parlamentsbuchhandlung vertrieben werden. Ansprechpartner Hans-Peter Lenz 030/22489544.



Wissenswertes zur Wärmepumpe … klimaschädlicher als Gasheizungen?

Nach Robert Habecks plötzlicher Attacke auf deutsche „Fossil“-Heizungen wird die Wärmepumpe neben Wasserstoffheizungen und Rapsöl-Verbrennern plötzlich medial gehypet. Dabei sind alle drei Alternativen wirtschaftlich nicht sinnvoll: Es gibt keine Wasserstoff-Infrastruktur, weder für Autos, noch für Heizungen; Rapsöl ist nur begrenzt in Monokulturen anbaubar; und die superteure Wärmepumpe ist teuer und in mindestens 50% der Gebäude in Deutschland überhaupt nicht einsetzbar – vom Handwerkermangel ganz zu schweigen.

Zur Pumpe hat der Physiker Gerd Ganteför aus Konstanz in seinen Videos unter dem Titel Grenzen des Wissens einiges höchst Interessantes und Pikantes publiziert…
Nebenbei: Er hat auch unser Buch Strom ist nicht gleich Strom rezensiert, Video hier.Hier kann man es auf Amazon kaufen…





Demokratie wegen Klimakollaps am Ende? „Gesellschaftsrat“ für Klimaschutz – Interview mit der Letzten Generation

von AR Göhring

Schon Robert Habeck deutete in einem Gespräch mit Richard Precht im ZDF an, daß das chinesische System schneller und effizienter das Klima retten könne als die träge westliche Demokratie. Was natürlich Unfug ist – auch wenn die Chinesen an Zahl die meisten Windräder und Photovoltaikanlagen bauen, errichten sie gleichzeitig ein Kohlekraftwerk nach dem anderen und stoßen wesentlich mehr CO2 aus als Öko-Weltmeister Deutschland, auch in Zukunft.

Kritiker vermuten hinter solchen Aussagen grüner Politiker eher eine mehr oder minder unbewußte Begeisterung für autoritäre Systeme, die bestimmten Persönlichkeiten deutlich mehr Chancen bieten als die bewährte westliche pluralistische Demokratie. Gebildete und fleißige Staatsbürger, die nach Leistung und Talent befördert werden, dominieren in der Demokratie – Leistungsverweigerer und Dogmatiker hingegen in der Theo- und Autokratie.

Da die grünen Parteioberen mittlerweile überwiegend beruflos sind – und auch ihr NGO-Saum kaum noch professionelle Kompetenz besitzt, ist zu erwarten, daß sie nicht den pluralistischen „herrschaftsfreien Diskurs“ , sondern eher die „diskursfreie Herrschaft“ bevorzugen. Nichts Neues unter der Sonne also, wie die Bibel sagt. Oder, Mark Twain, die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.

Insofern wundert es nicht, daß ein Sprecher der Letzten Generation LG, also der aktuell medien-beherrschenden Asphaltkleber, wie seine Kollegin Aimée van Baalen bei hart aber fair, „Gesellschaftsräte“ fordert. Im Interview mit dem Deutschlandfunk hat er es aber nicht ganz leicht, da der der Journalist Rainer Brandes ungewöhnlich hart nachfragt – und dem Sprecher sogar ins Wort fällt. Sein Einwand: Der LG-Mann solle nicht von den „bekannten“ Klimakollapsfolgen erzählen, sondern von seiner Rats-Idee. Außerdem fordere er etwas, was es schon gäbe: den Deutschen Bundestag. Was sei beim Rat anders – vor allem: was sei besser?

Theodor Schnarr, ein schon reiferer Vertreter der Letzten Generation, antwortet, daß die Regierung und das Parlament versagt hätten – sie hätten nicht einmal „einfachste Sicherheitsmaßnahmen wie das Tempolimit“ hinbekommen. Das solle ein von der LG konzipierter „Gesellschaftsrat“ schneller schaffen, weil er unabhängig von „Lobbyinteressen“ und Wahlkampfterminen sei.

Brandes hakt sofort nach (guter Journalist!) und fragt, wieso man denn gerade in diesem Rat sicher vor Einflußnahme sein könne. Schnarrs Lösung: Die Mitglieder des Rates sollen anonym sein! Anonyme Demokratie? Demokratie mit unbekannten Volksvertretern, die nicht konkret überwacht werden können? Den Schreiber dieser Zeilen erinnert solches Gedankengut sogleich an den Großen Bruder Nummer eins in Kambodscha, der war auch anonym (erst nach dem Zusammenbruch der roten Khmer erfuhren die Überlebenden von Pol Pot).

Immerhin gesteht Schnarr zu, daß in dem anonymen Rat nicht nur „vegane Professorinnen aus Leipzig“, sondern auch „Autofans aus Neubrandenburg“ sitzen sollen. Allerdings soll sich das Parlament dazu verpflichten, die „sozial gerechten“ Vorschläge, die in „moderierten Runden“ der Räte ausgearbeitet werden, umzusetzen.

Brandes hakt erneut ein (sehr guter Journalist!) und will wissen, wie diese Idee mit dem freien Mandat der Abgeordneten zu vereinbaren sei. Schnarr weicht auf Behauptungen aus – zum Beispiel, daß eine Mehrheit im Volk mehr Klimaschutz wolle (das zeigte bekanntlich die Klimaabstimmung in Berlin neulich – nicht).

Wie sollen die namenlosen Mitglieder des Rates denn bestimmt werden? Das soll per Los geschehen – im Prinzip keine schlechte Idee, hatten die Altvorderen in Attika vor 2.400 Jahren teils auch schon so gemacht. Bei der bekanntermaßen Negativ-Auswahl der letzten Jahre in Parlamenten und Regierungen kann es mit dem Niveau daher nur aufwärts gehen, wenn Leute zufällig gelost werden. Erstaunlicherweise verlangt Schnarr nicht, daß nur Freiwillige gelost werden können, sondern tatsächlich alle – wie bei den Schöffen vor Gericht.

Das erstaunt den Interviewer – er fragt, was denn wäre, wenn ein „festgefahrener Klimaleugner“ in so einem Rat säße, also solche Leute wie EIKE-Leser. Der LG-Mann bleibt erstaunlich gelassen und verweist auf Irland – da gab es bei der Abstimmung zum Abtreibungsrecht auch Räte, in denen erzkatholische Hardliner aufgeweicht und vom „richtigen“ Weg überzeugt wurden. Klingt für kritische Ohren eher nach Ausübung sozialen Drucks – vielleicht setzt Schnarr genau darauf? Dennoch wäre es interessant, zu sehen, wie Vertreter von Fridays for future oder der Letzten Generation reagierten, würde eine Ratsempfehlung durch das Wirken eines EIKE-Lesers nicht im Sinne der grünen Alarmisten ausfallen. Wahrscheinlich so, wie die Massenmedien reagierten, als kürzlich der Klima-Volksentscheid in der Hauptstadt für die grünen Oligarchen krachend scheiterte: „Zwei Drittel Berlins werden als „Randbezirke“ verunglimpft.“

Hier zum Nachhören.




Das Ende des Waldes? Leben wir bald in der Wüste? – Klimawissen – kurz&bündig

Im Zusammenhang mit der Theorie des Klimawandels wird in den Medien gern behauptet, daß die Wälder des Planeten gefährdet seien. Aber stimmt das?
Gerade das deutsche „Waldsterben“ in den 80ern lädt ein, sich die Situation in Mitteleuropa in den 2020ern anzuschauen – mit überraschendem Ergebnis!




EIKE International: Die Wahrheit hinter der Behauptung, daß ‚jeder die Klimapolitik unterstützt'“.

Der englischsprachige Kanal „European Institute for Climate and Energy“ zeigt unsere beliebte Klimaschau auf Englisch: