Woher kommt der Strom? Teure Energiewende

32. Analysewoche 2023

von Rüdiger Stobbe

Am 19.8.2023 brachte die Tagesschau um 20:00 Uhr diesen Bericht über Strom, den Deutschland aus Dänemark und anderen EU-Staaten importiert. Der Bericht ist in weiten Teilen nicht korrekt. Weder ist der Stromimport billiger als die deutsche Strom-Eigenproduktion, noch wurden 19% Strom des Bedarfs im genannten Zeitraum von Deutschland importiert. Eine genaue Analyse des Berichts wird erstellt werden. Wer aber bereits jetzt Hintergründe zu den seit dem 16.4.2023 massiv angewachsenen Stromimporten lesen möchte, der sei auf diesen Artikel verwiesen.

Die Schlußaussage des Tagesschau-Berichtes, dass der europäische Strommarkt funktioniere, ist richtig. Er funktioniert auf Kosten des deutschen Stromkunden. Beispiel Norwegen. Da sieht man, dass der selbsterzeugte Strom mit 85€/MWh günstiger an der Börse gehandelt wurde als der Stromimport aus Norwegen mit 101€/MWh. Das gilt nicht nur für Norwegen speziell, sondern für die kompletten Importe.   Dass der aus Dänemark importierte Strom NICHT CO2-frei ist, belegt Statista. Fast ein Viertel des dänischen Stroms wird fossil erzeugt. Wobei der umstrittene Biomasseanteil nicht mal eingerechnet ist. Auch die Energietransformation von Biomasse erzeugt Schadstoffe und vernichtet ggfs. Nahrungsmittel, die in Hungergebieten der Erde dringend benötigt werden. Lebensmittel im wahren Sinn des Wortes.

In der 32. Analysewoche – bitte hier anklicken – wird das ganze Desaster der Energiewende „Strom“ offensichtlich. An den ersten zwei Tagen der Woche ist sehr viel Wind- plus PV-Strom im Markt. Erst ab Dienstagnachmittag muss wieder Strom importiert werden, der dann prompt zu höheren Preisen, die zuvor zum Teil negativ waren, führt. Über die Mittagszeit gab es eine erheblich über dem Bedarf liegende Stromproduktion. Dann kommt es zu einer bis zum Wochenende andauernden Windflaute, was durchgängigen Stromimport zu fast immer hohen Preisen begründet. Lediglich über die Mittagsspitze fällt der Strompreis trotz Importstromanteil. Ansonsten werden für den Importstrom die Spitzenpreise der Woche aufgerufen.  Von wegen billiger Importstrom. Was im Sommer noch geht, wird im Herbst/Winter nicht mehr möglich sein. Da benötigen die jetzigen Stromlieferanten ihren Strom selbst. Sie werden das größte Industrieland Europas nicht dauerhaft mit Strom versorgen können und das auch nicht wollen. Da muss Deutschland schon selbst für sorgen. Auch wenn im Sommer für alle Beteiligten – außer für die inländischen Stromkunden – beste Gewinn– und CO2-Verschleierungsmöglichkeiten bestehen. Man erkennt im Übrigen sehr schön, dass der Strompreis umso geringer ist, desto mehr von Deutschland selbst erzeugter Strom im Markt ist. Das gilt auch für den im Tagesschau-Bericht oben betrachteten Zeitraum Mai bis Juli. Die Aussage, der aus Dänemark eingeführte Strom sei „billig“ und werde deshalb gekauft, ist pure Volksberuhigung, um nicht zu sagen „Volksverdummung“. Importstrom ist nahezu immer hochpreisiger als selbst erzeugter Strom. Das liegt schon allein in der Nachfragesituation begründet. Nachfrage lässt die Preise steigen. Das entsprechende Angebot wird von Deutschlands Nachbarn dann passgerecht zugesteuert.

Wochenanalyse KW 32/2023

Montag, 7.8.2023 bis Sonntag, 13.8.2023Anteil Wind- und PV-Strom 48,1 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 63,4 Prozent, davon Windstrom 27,2 Prozent, PV-Strom 20,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,2 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 32. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 32. KW 2023: Factsheet KW 32/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Jahresüberblick 2023 bis zum 13. August 2023

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.

Montag, 7. August 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 60,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 72,9 Prozent, davon Windstrom 48,6 Prozent, PV-Strom 12,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,3 Prozent.

Der Montag ist ein windreicher Tag. Kurz: Es ist schlechtes Wetter. Der Strompreis geht über Mittag in den negativen Bereich. Der Preis wird durch Angebot und Nachfrage gebildet. Der hohe Preis um 7:00 Uhr liegt im leicht sinkenden Angebot bei hoher Morgennachfrage begründet. Das Überangebot über die Mittagszeit ist der Netzstabilität geschuldet, die Preisspitze zu Abend der erhöhten Nachfrage und dem daher nötigen Stromimport. So geht das Geschäft unserer Nachbarn: Strom billig, teilweise mit Bonus einkaufen. Später Strom zu hohen Preisen verkaufen.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 7. August ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 7.8.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. ImportabhängigkeitenAgora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 8. August 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 59,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 71,7 Prozent, davon Windstrom 43,5 Prozent, PV-Strom 16,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,0 Prozent.

Der Dienstag wartet wieder mit starker Windstromerzeugung auf. Die Stromeigenerzeugung reicht dennoch über weite Teile des Tages nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Preisentwicklung ist entsprechend.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 8. August ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum  8.8.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 9. August 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 45,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,6 Prozent, davon Windstrom 27,8 Prozent, PV-Strom 17,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,3 Prozent.

Die Windstromerzeugung lässt über Tag rapide nach. PV-Strom legt etwas zu. Das Wetter wird besser. Den ganzen Tag wird Strom importiert. Die Strompreise ziehen an.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 9. August ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 9.8.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 10. August 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 37,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,2 Prozent, davon Windstrom 8,7 Prozent, PV-Strom 28,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,7 Prozent.

Viel PV-Strom, kaum Windstrom. Ganztägiger Stromimport. Die Preisbildung ist entsprechend. Der Höchstpreis liegt über 200€/MWh.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. August ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 10.8.2023: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 11. August 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 37,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,5 Prozent, davon Windstrom 7,6 Prozent, PV-Strom 30,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,6 Prozent.

Sehr schönes Wetter zum Einstiegstag in´ s Wochenende: Fast kein Wind, Sonne satt. Wieder ganztägiger Stromimport. Die Preisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. August ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.8.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 12. August 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 42,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,1 Prozent, davon Windstrom 21,3 Prozent, PV-Strom 21,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 18,7 Prozent.

Die Windstromerzeugung legt etwas zu. Die PV-Stromerzeugung schwächelt. Der Bedarf ist wochenendmäßig gering. Ganztägiger Stromimport. Die Preisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. August ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.8.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 13. August 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 43,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 62,3 Prozent, davon Windstrom 17,2 Prozent, PV-Strom 26,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 18,4 Prozent.

Nach dem leichten Anstieg der Windstromerzeugung, nimmt diese über Tag wieder ab. Über die Mittagsspitze ist kein Stromimport nötig. Deutschland produziert komplett selbst. Der Preis sinkt auf 0€/MWh.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. August ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 13.8.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030, Agora-Chart 2040

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




300 Meter hohe Windräder sollen die Energiewende entscheidend voranbringen

von AR Göhring

Die Vervielfachung von Windrädern nützt bekanntlich nichts – bei Windstille erzeugen 30.000 Windräder genau so viel Strom wie 60.000 – keinen!

Ändert sich etwas, wenn man die Riesen-Spargel doppelt so groß macht? Jetzt haben sie 150 Meter wie der Kölner Dom, bald sollen es 300 Meter werden! Bläst der Wind dort oben häufiger und straffer? Fragwürdig – der Wind kann in Deutschland erfahrungsgemäß eher an den Küsten geerntet werden als im Voralpenland.

Fliegen da oben wenigstens weniger Vögel und Fledermäuse? Friedvögel wohl schon – aber die kreisenden Greifer werden vielleicht noch häufiger erschlagen. Fledermäuse jagen Insekten, und die fliegen meist in Bodennhähe.

Das Energiewende-Magazin Spektrum der Wissenschaft sieht es anders: Um die Windausbeute in 300 Metern zu überprüfen, wurde in der Lausitz ein Meßturm mit dieser Größe aufgestellt. Bauträger ist die beventum GmbH, die von einer Behörde namens Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIN-D gegründet wurde. Ergebnis:

Die bisherigen Ergebnisse dieser Messungen sind äußerst vielversprechend. Es wurde festgestellt, dass der Wind in dieser Höhe kontinuierlich und relativ konstant oberhalb der sogenannten Cut-in-Geschwindigkeit, die einer Geschwindigkeit von unter 3 m/s entspricht, weht. Lediglich weniger als 6,5% der Messungen lagen unterhalb dieser Geschwindigkeit.

Mitlesende Ingenieure mögen beurteilen können, ob das gut genug ist. Hier gibt es auch ein paar schöne Grafiken dazu.

Welche Vorteuile sollen die Riesenräder noch haben?

Im Vergleich zu herkömmlichen Windkraftanlagen sind die Kosten in der Kleinserie etwa 37% höher. Gleichzeitig kann eine Steigerung des Ertrags um fast 100% bei gleichem Rotordurchmesser erzielt werden. Das bedeutet, dass beispielsweise eine Vestas mit einer Nennleistung von 7,2 MW und einem Rotordurchmesser von 162 m voraussichtlich eine Produktion von rund 35 GWh erreichen wird, und gleichzeitig Stromgestehungskosten von unter 40 €/MWh erreichbar sind.

Hört sich gut an – nur tut es das bei den „Wunderwaffen“ der Energiewende immer. Was haben wir nicht schon von neuen Akkutypen gelesen, die brandsicher sind und viel mehr Kapazität haben. Meist Prototypen im Labor, deren wirtschaftliche Serienproduktion entweder unmöglich ist, oder in ferner Zukunft liegt.

Auf jeden Fall werden die Riesenräder aus noch größerer Entfernung zu sehen sein – und damit verschandeln sie die Landschaft noch mehr. Doppelt so große Anlagen benötigen auch wesentlich größere Fundamente. Man kann sich vorstellen, was das bedeutet, wenn die Ungetüme im Wald errichtet werden.

Hier ein Reklamevideo der Firma:




Viva Benito Juarez – grüner Kolonialismus auf Yukatan

von Hans Hofmann-Reinecke

Der grüne Kolonialismus hat die mexikanische Halbinsel Yukatan  entdeckt. In der Heimat der Maya sollen demnächst großflächige Photovoltaik-Anlagen und Windturbinen die Landschaft dominieren, riesige Industrieanlagen sollen zur Erzeugung von so genanntem grünen Wasserstoff und Ammoniak entstehen. Werden sich die Mexikaner gegen diese Intervention ebenso erfolgreich wehren schon einmal vor anderthalb Jahrhunderten?

Zum Abschied „La Paloma“

Mexiko ist eine Reise wert. Das Land pulsiert in einem Tumult aus Improvisation und Sinnlichkeit. Verkehrsregeln werden ignoriert, Mariachis spielten wild durcheinander und die Frauen ziehen sich aufregend schön an. Die Seele blüht auf in diesem herrlichen Chaos, das irgendwie doch immer funktioniert. Die Menschen sind lateinisch-herzlich, und sie sind gefährlich. Ja, es gibt hier mehr Leben, es gibt aber auch mehr Sterben.

Das mußte Maximilian erfahren, der jüngere Bruder von Kaiser Franz-Josef, der 1864 mit dreißig Jahren nach Mexiko geschickt wurde, um dort den Thron zu besteigen. Er war hingerissen von Kultur und Lebensart, und mit seiner Gattin Charlotte sprach er ab jetzt nur noch Spanisch.

Seine Liebe zu Land und Leuten wurde aber nicht erwidert. Benito Juárez und seine Truppen beendeten Maximilians Herrschaft, er wurde gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Für seine Hinrichtung hatte er zwei Wünsche: Während die Schüsse fielen, sollte das Lied „La Paloma“ ertönen; und die Soldaten des Kommandos sollten auf seinen Körper zielen, nicht auf den Kopf. Er wollte vermeiden, dass Bilder seines von Kugeln entstellten Antlitzes in die Geschichte eingingen. Die Männer bekamen für den Gefallen ein paar Goldstücke, die für den Verurteilten jetzt ja wertlos waren.

Das Lied wurde wie gewünscht gespielt, die tödlichen Treffer aber gingen geradewegs in des Kaisers Gesicht. Das ist Mexiko.

Das Ende der Welt

Es ist ein Ende, das man niemandem gönnt – und doch ist da im Unterbewussten ein heimlicher Wunsch, dass gewisse moderne Nachfahren Maximilians ein ähnliches Schicksal ereilen möge. Lassen Sie mich das erklären.

Zwischen Karibik und dem Golf von Mexiko liegt die Halbinsel Yukatan, etwa so groß wie Bayern, und fast genauso schön. Die Magie dieser Gegend hatte schon immer eine Anziehung auf Lebewesen aller Art, nicht nur auf die gefiederte Riesenschlange namens Quetzalcoatl (wie abgebildet), sondern auch auf normale Sterbliche wie die Maya. So entstand dort eine phantastische Zivilisation, mit widerstandsfähiger Architektur, heute noch sichtbar in Form der Pyramide von Chichen Itza. Auch entwickelte man höhere Mathematik, welche die Grundlage des Maya-Kalenders war, in dem sich das Ende der Welt für den 4. Dezember 2012 errechnete. Das war dann zufällig der Tag, an dem der CDU-Bundesparteitag Angela Merkel mit 97,94 % der Stimmen als Parteivorsitzende bestätigte.

Es bleibt aber nicht aus, daß hoch entwickelte Zivilisationen früher oder später durch Barbaren zerstört werden, und auch die magische Halbinsel Yukatan sollte nicht verschont bleiben. Die Barbaren des 21. Jahrhundert kommen jedoch nicht mit Keulen und Steinschleudern, sie zerstören ein Land mit Photovoltaik und Windmühlen.

Ammoniak aus Yukatan

Der grüne Kolonialismus hat neben Namibia, Dänemark und Feuerland nun auch diese magische Halbinsel entdeckt, wo riesige Industrieanlagen zur Erzeugung von so genanntem grünen Wasserstoff entstehen sollen. In der Heimat der Mayas sollen also demnächst großflächige Photovoltaik-Anlagen und Windturbinen die Landschaft dominieren.

Der dort gewonnene Strom soll dann helfen, Deutschlands Energiewende zu retten. Dazu sind ein paar Schritte notwendig:

  • Wind und Sonne Yukatans erzeugen Strom
  • Durch Elektrolyse wird aus dem Strom Wasserstoff H2
  • Der ist aber für den Transport zu unhandlich, deshalb macht man daraus Ammoniak NH3
  • NH3 wird gekühlt, unter Druck verflüssigt und auf spezielle Schiffe verladen
  • Die Schiffe fahren zwischen Kuba und Florida auf Kurs Nordost über den Atlantik und landen nach zwei oder drei Wochen in einem deutschen Hafen
  • Hier wird das NH3 entladen und unter Druck in einen Speicher transportiert
  • Bei Bedarf wird das NH3 dann zurück in H2 verwandelt
  • Der H2 wird über Brennstoffzellen oder Gasturbinen dann verstromt und ins Netz gespeist.

Wir brauchen die Schritte nicht einzeln durchzurechnen, um zu erkennen, dass das Ganze grotesk unökonomisch ist – was natürlich nicht ausschließt, dass an dem Prozess Beteiligte dabei stinkreich werden.

Deutschlands ökologische Anstrengungen zum Einsparen von CO2 waren und sind angesichts des geringen globalen Anteils ohnehin nur symbolisch, aber seit China das Pariser Abkommen von 2015 verlassen hat, sind sie weniger als symbolisch – sie sind idiotisch.

Torschlußpanik

Wenn auch die mathematische Kompetenz unserer grünen Regierenden eher gemäßigt ist, so dürften sie dennoch erkannt haben, dass 14 % Wählergunst, Tendenz südwärts, für die mittelfristige Zukunft keine guten Aussichten bieten, vorausgesetzt, dass Elemente der demokratischen Grundordnung weiterhin gelten. In den verbleibenden Monaten kann man dann versuchen, so viel Tafelsilber wie möglich zu verscherbeln, jeder auf seine Art. Annalena such sich noch ein paar hunderttausend Kilometer entfernte Locations, wo kulturelle Aneignungen aus der Kolonialzeit gutzumachen sind, und unser Minister für alles versucht, die Welt umzugestalten, wie er es in seinen Märchenbüchern beschrieben hat. Und bei alledem hat irgendjemand vergessen, die Richtlinien der Politik zu bestimmen.

Wäre das nicht der richtige Zeitpunkt für die gefiederte Riesenschlange, um die Zähne zu zeigen, oder für einen Nachfahren von Benito Juarez, der die Profiteure dieses Wahnsinns zwar nicht erschießen lässt, aber doch wenigstens zum Teufel jagt. Und wenn schon all das nicht gelingt, dann könnte ja vielleicht durch höhere Gewalt wieder so ein Himmelskörper in Yukatan einschlagen, wie er schon einmal dort landete, und den Dinosauriern den Garaus machte.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Schluß mit plumpem Klimakatastrophismus – Klimaschau 159

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 159. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:17 Seltene Extrem-Hitzewellen
1:52 Seriöse Abstufungen statt plumpem Alarmismus




Gegenwind für Stefan Rahmstorf auf Twitter (X)

von AR Göhring

Bekannte Klimaforscher der Alarmistenzunft wie Rahmstorf und Lesch sind hauptsächlich gute Politiker und Mediendarsteller. Neben Auftritten bei ARD & ZDF sind häufige Wortmeldungen in den sozialen Medien wie Twitter (jetzt X) obligat. Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimaforschungsfolgen PIK twittert gern und viel – er scheint die Zeit dafür zu haben. Man sollte meinen, daß die vielen Unterstützer der CO2-Theorie viel Lob darunter twittern, was früher auch der Fall war.

Aktuell scheint sich der Wind aber zu drehen: Kritiker schauen sich das X-Profil von Rahmstorf an und antworten in großer Zahl. Die Texte sind teils online-typisch schnoddrig und polemisch, aber auch in medias res. Eine kleine Auswahl:

Wenn’s regnet, ist es Extremregen. Wenn’s schneit, ist es die Klimakatastrophe. Wenn’s 30 Grad im Sommer wird ist es die nie dagewesene Hitzewelle.

Dann müssten die, die in viel wärmeren Regionen wohnen, also der Großteil der restlichen Welt im Vergleich zu Deutschland unter Extremregen leiden. Die Flüchtlingsströme aufgrund Extremregen sind bisher ausgeblieben oder? Wie kann man nur so sinnlos übertreiben wie Sie?

Wenn’s zuwenig regnet, geht die Welt unter. Wenn’s zuviel regnet, auch. Schon praktisch, dieser Klimawandel. Man kann jedes Wetterereignis in die Modelle einspeisen, am Ende kommt immer der Ruf nach mehr Einschränkungen raus

Ja, Extremregen, Extremsonne, ExtremExtremExtrem.
Also verbrennen wir nicht alle, sondern saufen ab? Man kommt ja bei dem ganzen hin und her gespringe zwischen den Extremen ja kaum noch mit.
Ich dachte, das beträfe die Dürren. „Wenige Wetterextreme richten so große ökologische, soziale und ökonomische Schäden an wie Dürren. Eine zentrale Aussage des im Februar 2022 veröffentlichten zweiten Teils des Sechsten Sachstandsberichts (AR6) des Weltklimarats (IPCC) ist, dass Dürren immer häufiger auftreten, sie schwerwiegender sind und immer mehr Regionen der Welt betreffen.
Eure „Daten“ bestätigen auch, dass das Tempolimit in Deutschland einen Einfluss darauf hat.
Und wo sind jetzt die Hitzetoten vor denen monatelang gewarnt wurde?
Aber uns wird die ganze Zeit über Dürre berichtet und natürlich ist der Mensch auch schuld. Mein Vertrauen in die „Wissenschaft“ ist futsch.
Wenn Keller bei Starkregen unter Wasser stehen, hat das nichts mit Klimawandel zutun sondern vielmehr mit den vollkommen vermockten urbanen Abwassersystemen.
Sind das die gleichen Studien wie bei Corona. Eigentlich ja nur Computer Simulationen wie bei COVID.
Vor 2 Monaten wurde doch noch erklärt, dass wir wegen der Klimaerwärmung einen Dürre-Sommer haben werden. Irgendwie sollte man sich schon entscheiden!
Ich neige eher dazu, dass angesichts der zunehmenden Zahl der kamerafähigen Handys in Verbindung mit der Zunahme der Zahl der Social-Media-Plattformen Extremwetterereignisse ein im Vergleich zu früheren Jahren Übermaß an Aufmerksamkeit bekommen.
Gut, nun wurde es oft genug gesagt u jeder hat es gehört + gelesen. Geht das nun im Loop so weiter, während noch ein paar Steuern erhoben, für viele Notwendiges unbezahlbar wird und peu à peu das Tun der Menschen eingeschränkt wird, oder geht es letzten Endes ganz anders weiter?
Juhu, die Wasserspeicher werden mal wieder voll und die Natur bekommt endlich genug Wasser. Die Einbetonierung der Natur, war und ist nicht Klimawandel.
Wir leben in einer abklingenden Eiszeit. Was schliessen wir daraus?
Letztes Jahr im Sommer, die Wälder verdorren, der Klimawandelführt zu Trockenheit Dieses Jahr im Frühsommer, ja es regnet, aber immer noch zu wenig Jetzt im August, ihr werdet alle durch den Klimawandel im Starkregen ertrinken
Keiner streitet den Klimawandel ab nur den menschengemachten! Sollten wir nicht lieber das Geld in die Hand nehmen um die Folgen zu bekämpfen statt zu versuchen Naturgewalten aufzuhalten?
Mein ganzes Leben habe ich irgendwelche Katastrophen konsumieren müssen, dieses mal, setze ich aus. Sorry Ach, übrigens, Deutschland geht gerade den Bach runter, interessiert auch keinen.
Vor zehn bis zwanzig Jahren waren solche Wettereignisse bei uns wesentlich häufiger als in den letzten zehn Jahren. Entweder schauen Sie nie aus dem Fenster oder Sie verkaufen uns hier für dumm.
Weltklima-Chef Jim Skea fordert Ende der Panikmache Nehmen sie das zur Kenntnis sie #Panikmacher!
Welche Klimaerwärmung, 8 Grad im August?
Wetterveränderungen hat und wird es immer geben. Habt ihr nun wieder eine neue Angstmache gefunden?! Außerdem sind viele Dinge hausgemacht. Zu nah an Flüssen bauen, in die Natur eingreifen und sich wundern wenn es Überschwemmungen gibt.
Manche posten statt Text auch Statistiken und Diagramme – fast noch eindrucksvoller als ein sprachlicher Kommentar:

https://twitter.com/corona_realism/status/1692230703335796962

 

https://twitter.com/ShrekLeMuep/status/1692433031187861655

Die Kommentare sind übrigens fast nur contra – positive Antworten muß man suchen. Was mag der Klimaprofessor denken, wenn er die Reaktionen auf seine Tweets liest?