Woher kommt der Strom? markante mehrtägige Niedrigpreisphase

14. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe

Die  aktuellen Analysewoche,  die Osterwoche wartet mit der ersten markanten, mehrtägigen Strom- Niedrigpreisphase – zum Teil ganztägig – auf, die erst Ostermontag nach Sonnenuntergang endet. Das bedeutet nicht, dass es danach über die Mittagsspitzen keine Negativpreise mehr gäbe. Im Gegenteil. Preise aber um die Null-€-Linie und geringer gibt es Tag und auch zur Nacht nur an regenerativ starken und bedarfsarmen Feiertagen. Wie zum Osterwochenende. Das war eine Hochzeit des deutschen Stromexports für die europäischen Nachbarn und alle anderen Player (Stromspeicherbesitzer), die den Strom günstig bis sehr günstig mit Bonus (Negativpreise) „einkaufen“, um ihn zu geeigneten Zeitpunkten (Hochpreisphasen am Morgen, am Vorabend) zu verkaufen. Achtung: Es ist selbstverständlich niemals derselbe Strom, dieselbe elektrische Energie, wie sie eingekauft wurde.

Wie funktioniert das Prinzip des „Strom-Gelddruckens“?

Ein Land, dem Stromspeicher (zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke) zur Verfügung stehen, lädt diese mit dem günstig eingekauften Strom aus Deutschland auf. Wird der Strompreis verkaufsrelevant, geht der Strompreis also in die Höhe, benötigt Deutschland dringend Strom, dann wird dieser entsprechend hochpreisig an den großen Nachbarn in der Mitte Europas verkauft.

Doch auch Länder ohne – genügend – Speicherplatz, Beispiel Norwegen, können von der Preisdifferenz profitieren. Dass über Ostern in Deutschland nur geringer Bedarf, aber regenerativ starkes Wetter sein wird, wussten alle, die mit Strom handeln, vorher. Dementsprechend wurde die steuerbare Stromerzeugung (Norwegens Wasserkraftwerke) heruntergefahren und durch den geschenkten Strom aus Deutschland ersetzt. Später, aber oft noch am gleichen Tag, wird mit der eigenen Stromerzeugung der Stromexport nach Deutschland bewerkstelligt. Ergebnis unter dem Strich für alle: Sehr gute Gewinne.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 14. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen wie bereits oben für den Montag den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau nur zu einer massiven Stromüberzeugung über die Mittagsspitze mit negativen Preisen führen wird.

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Sonderfall Wind- und Solarkraft

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Die regenerative Stromerzeugung sinkt tendenziell. Die Strompreise.

Die Windstromerzeugung nimmt weiter ab. PV-Strom wächst.  Weniger PV-Strom. Die Strompreise.

Komplette Windflaute. PV-Stromerzeugung weiter frühlingshaft. Die Strompreise.

Windstrom weiterhin sehr gering.  Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.

Wenig Bedarf. Zum Abend starker Windstromanstieg. Viel PV-Strom. Die Strompreise.

Wenig Bedarf. Starke Winddelle zum Abend. PV-Strom weiter stark.  Die Strompreise.

Erneute Winddelle über Tag, aber auf hohem Niveau während der Mittagsspitze.  Die Strompreise.

PKW-Neuzulassungen März 2026: E-Autos (BEV) wachsen stark – Tesla ist mit dabei

Zusammengestellt von Peter Hager

Die 294.161 PKW-Neuzulassungen im März 2026 bedeutet ein deutliches Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Von den 345.523 PKW-Neuzulassungen im Vor-Corona-Jahr 2019 ist man immer noch ein gutes Stück entfernt. Noch deutlicher ist der Unterschied beim Vergleich des 1. Quartals 2019 (880.092) mit dem 1. Quartal 2026 (699.404).

Selbst wenn die aktuellen Werte wohlwollend betrachtet werden. Das ist kein Durchbruch der Verkehrswende, das ist ein Armutszeugnis, allein, wenn man die Unterstützung durch die Förderung und die „Hilfe“ durch die hohen Spritpreise betrachtet. Der Verbrenner dominiert noch immer. Hybridfahrzeuge sind unter dem Strich eben auch Verbrenner. Nicht mal ein Viertel reine Elektrofahrzeuge wurde neu zugelassen. Allein Benziner und Diesel bringen da schon mehr Gewicht auf die Neuzulassungswaage.

Antriebsarten

  • Benzin: 66.959 (- 4,9 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 22,8 %)
  • Diesel: 37.664 (- 0,6 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 12,8 %)
  • Hybrid (ohne Plug-in): 87.850 (+ 17,4 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 29,9 % / mit Benzinmotor: 71.363 /mit Dieselmotor: 15.968)
  • Plug-in-Hybrid: 29.996 (+ 13,0 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 10,2 % / mit Benzinmotor: 28.304 /mit Dieselmotor: 1.692)
  • Elektro (BEV): 70.663 (+ 66,2 % ggü. 03/2025 / Zulassungsanteil: 24,0 %)

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 03/2026

  • Tesla Model Y (SUV): 6.841
  • Skoda Elroq (SUV): 3.872
  • Skoda Enyaq (SUV): 3.392
  • VW ID 3 (Kompaktklasse): 3.298
  • VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 3.039
  • VW ID 4/5 (SUV): 2.554
  • Tesla Model 3 (Mittelklasse): 2.359
  • Mercedes CLA (Mittelklasse): 2.221
  • Audi A6 (Obere Mittelklasse): 2.208
  • Seat Tavascan (SUV): 1.936

Zusätzlich: Mehr als 1.000 Neuzulassungen

  • Audi Q6 (SUV), Audi Q4 (SUV)
  • BMW X1 (SUV), BMW X3 (Geländewagen), BMW 4er (Mittelklasse), BMW 5er (obere Mittelklasse)
  • Citroen C3 (Kleinwagen)
  • Hyundai Inster (Kleinwagen)
  • Mini (Kleinwagen)
  • Seat Born (Kompaktklasse)

Quelle I , Quelle II

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.deAgora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.




Klaus-Eckart Puls bei Kontrafunk: Klimamodelle werden absichtlich falsch gedeutet

Der Frühling ist zu warm, der Winter zu heiß, so interpretieren Politik und Leitmedien gängige Klimamodelle.

Doch wie aussagekräftig sind diese Daten? Antworten liefert der Diplom-Meteorologe Klaus-Eckart Puls im Interview mit Kontrafunk.

 




Abrupter Klimawandel – menschgemacht oder natürlich? Klimaschau 256

Die Behauptung einer nie dagewesenen Geschwindigkeit des Klimawandels gehört zu den erst in den letzten Jahren aufgekommenen Argumenten der Alarmisten in Wissenschaft & Journalismus.
Demnach habe sich durch den Ausstoß von Kohlendioxid der europäischen Industrie die mittlere Erdtemperatur seit 1850 so rasch verändert wie nie zuvor. Aber stimmt das?

Nein – seit geraumer Zeit untersuchen Forscher schnelle Temperaturwechsel im Erdklima. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Studie mit dem Titel „Globale atmosphärische Fernwirkungen während Dansgaard-Oeschger-Ereignissen“ einer Arbeitsgruppe um Bradley Markle von der Seattle University im Bundesstaat Washington. Sie erschien 2017 im Fachblatt „Nature Geoscience“.
Bereits vor Jahrzehnten sind vor allem durch die Arbeit des dänischen Forschers Willi Dansgaard und seines Schweizer Kollegen Hans Oeschger abrupte Klimaschwankungen bekannt geworden.




Wird man aus dem Blackout in Spanien lernen?

Sozialisten wollen die heilige Kuh „Erneuerbare“ aus dem Schußfeld nehmen

von Edgar L. Gärtner

Bald begehen wir in Europa einen unrühmlichen Jahrestag. Am 28. April vor einem Jahr ging auf der iberischen Halbinsel um die Mittagszeit fast gar nichts mehr. Aufzüge und Beleuchtungen in Hochhäusern, Klimaanlagen, Operationssäle in Krankenhäusern und andere lebenswichtige Anlagen warn plötzlich ohne Strom. Der Blackout hielt fast zwölf Stunden an und forderte nach seriösen Schätzungen an die 150 Menschenleben, was die sozialistische Regierung Spaniens unter Pedro Sánchez in dieser Höhe nicht bestätigen will. Die Fachleute sprechen vom folgenreichsten Stromausfall in Europa seit 20 Jahren. (Ich habe im vergangenen Jahr hier bei EIKE darüber berichtet.)

Was war passiert? An diesem sonnenreichen Frühlingstag war die Leistung der inzwischen in Spanien Landschaften prägenden großflächigen Fotovoltaik-Anlagen, die größtenteils nicht regelbar sind, gegen Mittag auf fast 18.000 Megawatt hochgeschnellt. Das waren über 60 Prozent des damaligen gesamten spanischen Strombedarfs. Gleichzeitig trugen dort Windkraftanlagen zu über 12 Prozent zur Elektrizitätsproduktion bei – mehr als die wenigen im Betrieb verbliebenen Kernkraftwerke, deren Anteil nur noch 11,6 Prozent erreichte. Hinzu kamen noch über 5 Prozent thermische Solarenergie und einige Wasser- und Gaskraftwerke. Doch um 12h23 brach das Netz zusammen.

Entscheidend für den Zusammenbruch des Elektrizitätsnetzes war nach Ansicht André Merlins, des Gründungs-Direktors des französischen Netzbetreibers RTE, der übermäßige Anteil ungeregelter Photovoltaik. Denn um im Netz Platz zu schaffen für den kurz vor Mittag exponentiell ansteigenden Solarstrom, regelten die Ingenieure die verbliebenen Gas- und Wasserkraftwerke und möglicherweise auch die Kernkraftwerke maximal herunter. Doch dann kam es im Netz zu heftigen Fluktuationen von Frequenz und Spannung und in deren Folge zu einem plötzlichen Leistungsabfall. Die verbliebenen rotierenden trägen Massen der Generatoren der Kern-, Wasser- und Gaskraftwerke konnten diesen Leistungsausfall der großflächigen Solarkraftwerke nicht abfangen. Das von der Vereinigung der europäischen Elektrizitäts-Transportnetz-Betreiber ENTSO-E erst im März 2026 in einem dicken Bericht mit großer Verspätung publizierte Diagramm zeigt, was am 28. April 2025 passiert ist.

von ENTSO-E

Diese von ENTSO-E gelieferte Grafik zeigt, dass der überproportional hohe Anteil ungeregelter Photovoltaik im spanischen Strommix bei schnellen Leistungsschwankungen nur begrenzt durch regelbare Kraftwerke und rotierende Massen stabilisiert werden kann.

Dieses Diagramm lässt zwei unterschiedliche Interpretationen zu, die aber beide zeigen, dass der übergroße Solaranteil am spanischen Strom-Mix für den Zusammenbruch des Netzes verantwortlich war. Um die „Erneuerbaren“ aus dem Schussfeld zu nehmen, wiesen Pedro Sanchéz und seine Getreuen auf das plötzliche Aufkommen von Wolken und die damit verbundene Frequenz- und Spannungsfluktuation hin. Manche gingen dabei gar so weit, den Klimawandel dafür verantwortlich zu machen. Als Abhilfe hat die sozialistische Regierung folglich Investitionen in Stromspeicher von fast einer Milliarde Euro angekündigt.

Eine Enquête des spanischen Senats bestätigte dagegen zwar den raschen Wechsel von Frequenz und Spannung um die Mittagszeit, wies aber anhand des ENTSO-E-Reports darauf hin, dass das zu geringe Gewichtl der Trägheit rotierender Massen für den Zusammenbruch des spanischen Elektrizitätsversorgungsystems verantwortlich war. Dem könnten nur Investitionen in nukleare und fossile Kraftwerke abhelfen. Das mühsame Wiederhochfahren des spanischen Netzes erfolgte in der Tat mithilfe der Einspeisung französischen Nuklearstroms über die Kopplungsstelle im Baskenland und eine zweite Kopplungsstelle in Katalonien. Auf sich gestellt hätten die Spanier dafür viel länger gebraucht.

Den unbezweifelbaren Beleg für die zweite Erklärung lieferte schließlich die Aufzeichnung der Dialoge zwischen den Dispatchern des spanischen Netzbetreibers Red Electrica de España (REE), die gegen den Widerstand der Sozialisten vom spanischen Parlaments-Magazin Demócrata veröffentlicht und vom spanischen Senat übernommen wurden. Spanien müsste danach wieder zurückkehren zu einem System der Elektrizitätsversorgung, dessen Rückgrat herkömmliche Kraftwerke mit Generatoren bilden.

Am 28. Januar dieses Jahres geriet das spanische Stromnetz schon wieder an den Rand des Zusammenbruchs, als der herannahende Orkan „Kristin“ die rasche Abschaltung aller Windräder notwendig machte. Durch den Vorfall Ende April 2025 vorgewarnt, fuhren die Dispatcher rechtzeitig Gasturbinen und koppelten industrielle Großverbraucher ab. Im Vergleich zur herkömmlichen Elektrizitätsversorgung mithilfe von Großkraftwerken bleibt das System der „Erneuerbaren“ also höchst störanfällig.

Dennoch setzen die Regierungen von Spanien, Frankreich und Deutschland weiterhin auf den massiven Ausbau der „Erneuerbaren“. Angesichts der durch den Krieg gegen den Iran heraufbeschworenen Energiekrise verbreiten sie mit Nachdruck die Illusion, damit die Abhängigkeit von Öl und Gas aus dem Nahen Osten oder aus Rußland verringern zu können. Zwar hat Ursula von der Leyen als Präsidentin der EU-Kommission vor wenigen Wochen öffentlich den Ausstieg aus der verläßlichen und sauberen Kernenergie bedauert. Aber die EU-Kommission fährt fort, dem französischen Staatskonzern EDF auf Druck der schwarzroten deutschen Bundesregierung bei der Finanzierung des Baus neuer Kernreaktoren Steine in den Weg zu legen. Und sie hat noch immer nicht entschieden, das Fracking der eigenen bedeutenden Schiefergasvorräte zuzulassen. Stattdessen versucht man, den Europäern Gasheizungen zu verbieten. So bleibt es bis auf Weiteres offen, ob Westeuropa aus dem tödlichen Blackout vom 28. April 2025 wirklich etwas lernen wird.




Woher kommt der Strom? erhebliche Windflaute

13. Analysewoche 2026 von Rüdiger Stobbe

Am Montag der aktuellen Analysewoche kommt es zu einer erheblichen Windflaute. Dieser Tag ist beispielhaft für die Probleme, die eine Energiewende mit sich bringt, in der praktisch keine Energie für die Deckung der Grundlast Deutschlands zur Verfügung stünde. Wenn nach Abschaltung der letzten grundlastfähigen Kohlekraftwerke die angekündigten, aber noch nicht mal ausgeschriebenen Gaskraftwerke fehlen. Halt, halt rufen unsere Freunde der Energiewende dazwischen. Bis dahin haben wir die Erneuerbaren doch bereits massiv weiter ausgebaut. So plant die Bundesregierung aktuell 2.000 zusätzliche Windkraftanlagen bis zum Jahr 2030. Aber nicht nur das. Auch die Stromerzeugung mit PV-Anlagen, auch Biomasse- und Wasserkraftstromerzeugung wird im Prognosemodell von Agora-Energiewende dargestellt. Für den Montag sähe die Stromerzeugung bei einem Ausbau der Erneuerbaren auf rechnerische 86 Prozent so aus.  Zum Vergleich noch mal der echte, der aktuelle Chart von Agora Energiewende vom 23.3.2026. Die PV-Stromerzeugung übertrifft in der Prognose zur Mittagszeit den Bedarf bei weitem, so dass mit negativen Preisen zu rechnen wäre. Ansonsten – und das ist das Entscheidende – wird die Windstromerzeugung nur ein ganz klein wenig stärker. Kurz gesagt: Es können so viele Windkraftwerke vorhanden sein, wenn der Wind kaum weht, gibt es kaum Strom. Und sofort sei dabei gesagt, dass es keine Speichermöglichkeiten gibt, noch jemals geben wird, um den fehlenden Strom auch nur annähernd zu ersetzen. Diese Aufgabe müssen fossile Backup-Kraftwerke übernehmen. Sonst gehen die Lichter aus. Alles andere ist dummes Gerede.

Ab Dienstag baut sich ein Windbuckel auf, der sich dann langsam wieder abbaut und Freitagmorgen in einem Windloch endet. Zum Wochenende herrscht unregelmäßige Windstromerzeugung auf niedrigem Niveau. Sonntag zieht die Windstromerzeugung ab Mittag wieder an, um einen – Achtung Spoileralarm – wind- und PV-stromstarken Montag der Folgewoche einzuleiten.

Die Strompreise sinken über die Mittagsspitze jeden Tag ab. Sie erreichen an vier Tagen die Null-Linie. Selbstverständlich wird zu diesen Zeiten viel Strom vom Ausland eingekauft. Dann, wenn von Deutschland Strom benötigt wird, exportieren Deutschlands Nachbarn den Strom zurück und verdienen an der Preisdifferenz gutes Stromkundengeld. Die Strompreise werden wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, der Ukraine und im Iran tendenziell steigen. Die preistechnischen Hintergründe (Merit-Order-Prinzip) erklärt Marie Droste bei WELT-TV. Der konkrete Strompreis schwankt an der Strombörse wegen des Prinzips Angebot und Nachfrage. Deshalb ist es für viele Verbraucher sinnvoll, den konkreten Strompreis konkreter Stromhändler mittels eines Vergleichsprogramms herauszufinden und das für ihn passende Angebot zu zeichnen. So hat der Stromkunde für eine gewisse Zeit keine Preissorgen. Gleiches gilt für den Gaspreis.  Tendenziell werden Gas und Strom teurer werden und den Verbraucher belasten. Verträge laufen aus; dann muss man nehmen, was aktuell angeboten wird. Denn ohne Gas und Strom läuft in Deutschland, läuft in der zivilisiert-entwickelten Welt nichts! Und sei es Gas aus Flaschen und Strom aus Generatoren. Energie ist für die Menschen (über)lebensnotwendig.

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 13. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen wie bereits oben für den Montag den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau nur zu einer massiven Stromüberzeugung über die Mittagsspitze mit oft negativen Preisen führen wird.

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Sonderfall Wind- und Solarkraft

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Fast keine Windstromerzeugung. PV-Stromerzeugung frühlingshaft stark. Die Strompreise.

Windbuckel wird aufgebaut. Weniger PV-Strom. Die Strompreise.

Der Windbuckel wird abgebaut. PV-Stromerzeugung weiter schwach. Die Strompreise.

Donnerstag, 26.3.2026

Windstrom nimmt weiter ab.  Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.

Windstrom Tiefpunkt der Woche ab Dienstag. Viel PV-Strom. Die Strompreise.

Wenig Bedarf. Windstrom leicht abnehmend. PV-Strom heute nicht ausreichend. Die Strompreise.

Windstrom und PV-Strom erreichen mit den übrigen Erneuerbaren die Bedarfslinie diese Woche so gerade. Deshalb leichte Negativpreise. Sie sind auch die Folge des fossilen Netzstabilisierungsstroms, der als Systemdienstleistung vergütet wird. Die Strom aus Kraftwerken mit großen Schwungmassen kommt immer noch hinzu, auch wenn die Erneuerbaren bereits „reichen“, um den Bedarf zu decken! Die Strompreise.

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.deAlle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.deAgora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.