Illusionen im Cockpit führen zu Katastrophen – auch in der Politik?

von Hans Hofmann-Reinecke

Im Juni 2009 stürzte Air France 447 auf dem Weg von Rio nach Paris in den Atlantik, wobei alle 228 an Bord ihr Leben verloren. Die Crew hatte ihren riesigen Airbus 330 für unzerstörbar gehalten. Könnte es sein, daß die derzeitigen Piloten und Pilotinnen im Cockpit des Flugzeugs „Deutschland“ unter einer ähnlichen Illusion leiden? Oder haben die vielleicht gar keine Fluglizenz?

Keine Nähe zur realen Katastrophe

Manche Entscheidungsträger sind sich nicht dessen bewußt, daß ihre Fehlleistungen ins Verderben führen könnten. Über Jahre agierten sie in einem erprobten System, dessen innere Logik für Stabilität und Sicherheit sorgte, in dem kleinere Abweichungen vom Sollzustand spontan korrigiert wurden. So haben sie nie miterlebt, daß man in die Nähe einer realen Katastrophe gekommen wäre. Sie sagten sich vielleicht, daß dieser Erfolg ein Ergebnis ihrer richtigen Entscheidungen gewesen sei, aber im Grund ihres Herzens halten sie das System für „unkaputtbar“.

Auch moderne Verkehrsflugzeuge sind solche Systeme. In ihr Design sind die Erfahrungen aus unendlich vielen Betriebsstunden eingeflossen und dank Kritik und Anregungen Tausender Piloten und Ingenieure gab es kontinuierliche Verbesserungen. So werden weltweit jährlich zig Millionen problemlose Starts und Landungen absolviert, von Piloten, die nicht alle das Format von Charles Lindbergh oder Neil Armstrong haben. Moderne Airliner sind Wunderwerke von Perfektion und künstlicher Intelligenz, aber es führt in die Katastrophe, wenn man sie für unzerstörbar hält, so wie einst die Titanic.

Eis über dem Äquator

Der Air France Flug 447, ein Airbus 330, war auf dem Weg von Rio nach Paris, als er nachts über dem Atlantik in der Nähe des Äquators in Gewitterwolken geriet, die sich hier auch in großer Höhe bilden können. Das führte zu Turbulenzen und dazu, daß die außen am Rumpf angebrachten Drucksensoren vereisten. Der Autopilot des Flugzeugs erhielt nun falsche Angaben über die Geschwindigkeit, und er tat das, wofür er in solch einem Fall programmiert ist: Er schaltete sich ab und übergab die Kontrolle an den „echten“ Piloten.

Nachts und in Wolken gibt es keinerlei visuelle Anhaltspunkte, die einem verraten, wo oben und unten ist, und auch das normale Körpergefühl läßt einen im Stich. Der Pilot, der jetzt sie Kontrolle übernimmt, weiß in diesem Moment nur, daß irgend etwas kaputt ist, dass er jetzt steuern und das Flugzeug in der Luft halten muß, ohne zu wissen, wie schnell es fliegt. Das ist zwar eine Situation, die im Simulator regelmäßig trainiert wird, aber es ist eine andere Sache, wenn es hoch am Himmel passiert und wenn das Leben von ein paar hundert Menschen auf dem Spiel steht.

War der Pilot seiner Aufgabe gewachsen?

Eine Ewigkeit, in der niemand eingriff

Die Leistung der anfangs zwei und dann drei Piloten im Cockpit des Airbus ist später an Hand der vom Meeresgrund geborgenen black boxes minutiös rekonstruiert worden.

Fakt ist, dass der „Pilot Flying“, der Pilot am Steuer, in einer ersten Reaktion die Nase des Flugzeugs so hoch nahm, dass die Strömung über die Tragflächen abriß, dass es zu einem „Stall“ kam, durch den das Flugzeug aufhörte zu fliegen und Richtung Ozean fiel. Das war natürlich ein schwerer Fehler – das Erstaunliche ist aber, dass weder der andere Pilot im Cockpit, der „Pilot Monitoring“, noch der Kapitän, der eine Minute später dazu kam, dagegen etwas unternahmen. Es gab zwar Kommentare und Ratschläge, aber niemand griff körperlich in die Kontrollen ein, um die Nase des Flugzeugs nach unten zu drücken und den Stall zu beenden. Wie konnte das sein? Immerhin ging es hier um Leben und Tod, man war nicht im Flugsimulator.

Das Flugzeug fiel nun aus rund elf Kilometer Höhe weiter Richtung Ozean. Der Fall dauerte über drei Minuten. Das ist eine Ewigkeit, in der das Flugzeug hätte abgefangen und gerettet werden können. Aber keiner der beiden anderen Piloten griff beherzt ein, sie verhielten sich eher wie Zuschauer, sie konnten nicht glauben, dass das die Wirklichkeit war, denn sie hatten noch nie so etwas erlebt. Im Grunde ihres Herzens hielten sie ihren Airbus 330 für unzerstörbar – too big to fail.

Ein Ziel in den Wolken

Das Flugzeug namens Bundesrepublik war viele Jahre recht gut auf Autopilot unterwegs. Natürlich gab es hin und wieder Turbulenzen, in denen ein echter Pilot eingreifen mußte, aber es kam nie zu einem Notfall. Seit einiger Zeit aber – und zwar schon seit länger als drei Minuten –  sitzen Personen im Cockpit, die entweder mutwillig oder aus Unkenntnis der Zusammenhänge in den Flug eingreifen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.

Da werden gerade mal ein paar Triebwerke abgestellt, die Flughöhe ändert sich nach belieben und das Ziel ist irgendwo in den Wolken. Ja, daß es Inkompetenz an den Schalthebeln der Macht gibt, das kam schon immer mal vor. Aber warum läßt man sie derzeit so lange gewähren? Warum greift niemand ein? Wann machen wir die längst überfällige Zwischenlandung um die Crew auszutauschen? Das „May-Day“ ist doch überdeutlich zu hören.

Auch das hier ist keine Video-Spiel, auch hier er geht um Leben und Tod. Und wir wollen doch nicht, daß eines Tages dieselben letzten Worte aus dem Cockpit des Flugzeugs mit dem Namen „Deutschland“ zu hören sein werden, wie bei dem tragischen Unglück von AF447.

Der Cockpit Voice Recorder hat sie aufgezeichnet :

Putain… on va taper. C’est pas vrai!“ (Sch…, wir crashen. Das kann nicht wahr sein!)

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors ThinkAgain. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Biologe Kutschera: „Der vorindustrielle Kohlendioxid-Gehalt war gefährlich niedrig“

zuerst erschienen bei AUF1

Der streitbare emeritierte C4-Professor Ulrich Kutschera aus Kassel wendet sich gegen unwissenschaftliche „Projekte“ der Kleptokraten wie Klimaschwindel. In einer aktuellen Publikation untersucht er mit seinem Team vom „Arbeitskreis Evolutionsbiologie“ die Auswirkungen des angeblich so giftigen Kohlendioxids aufs Pflanzenwachstum.

Herr Prof. Kutschera, Sie haben CO2-Dünge-Experimente mit dem Tahiti-Brautschleier (Tradescantia geniculate) durchgeführt. Warum gerade diese Pflanze, die in Europas Wohnungen gerne zur Zierde gehegt wird?

Prof. Kutschera: Das hat praktische Gründe. In meinem vor 25 Jahren erschienenen Buch „Grundpraktikum zur Pflanzenphysiologie“ hatte ich ein Experiment zur Transpiration der Laubblätter und einen Versuch zur CO2-Abhängigkeit der Photosynthese dargestellt. In beiden Fällen wurden Sprossen bzw. Stecklinge der aus Mexiko bzw. Südamerika stammenden Zimmerpflanze Tradescantia geniculate verwendet, die dafür optimal geeignet sind. Der Name „Tahiti-Brautschleier“ ist hierzulande eher unüblich; besser bekannt sind diese anspruchslosen Ziergewächse unter „Dreimasterblume“, „Tradeskanie“, oder auch „Gottesauge“. Als „atheistischer Evolutionsforscher“ gefällt mir der letzte Name besonders gut. Mit Stecklingen oder Keimpflanzen anderer Blütengewächse funktioniert der „Kutschera-Ehnes-Ausatemluft-Pflanzenwachstums-Versuch“ ebenso gut.

Sie haben Pflanzen als Kontrolle in unbehandelter Raumluft (0,04% CO2) gezogen, und welche mit satten 4% CO2 in der Luft – also 100 mal mehr. Hat sich der gesteigerte CO2-Gehalt bemerkbar gemacht?

Prof. Kutschera: Gemeinsam mit meinem Mitarbeiter Ingo Ehnes habe ich zunächst eine Apparatur entwickelt, in welcher unsere Tradescantia-Stecklinge optimal in feuchter Gartenerde wachsen und gedeihen können, wobei der Kohlendioxidgehalt der Luft über ein dünnes Rohr erhöht werden kann. Bei normalem CO2-Gehalt der Luft, derzeit ca. 0.04 Vol. %, wuchsen die Stecklinge wie bisher beobachtet heran. Wurde aber die Atmosphäre im Gefäß durch die Ausatemluft von Herrn Ehnes mit CO2 angereichert, ca. 4,0 Vol.%, also hundertfach erhöht, schossen die Sprosse an die Decke, entwickelten mehr Seitentriebe und Adventivwurzeln (sekundäre Wurzeln, wie bei Saatkartoffeln).

Außerdem blühten die Stecklinge unserer „Versuchs-Gottesaugen“, was innerhalb der drei Wochen Versuchsdauer in der Kontrolle nicht der Fall war. Kurz gesagt: Extra-CO2 führt einen enormen Entwicklungsschub herbei! Den Grundversuch habe ich in meinem aktuellen Buch „Der Corona-Wahn. Von der Virus-Angst zurück zur Klima-Hysterie“ beschrieben. Erst mit unserem aktuellen Forschungsartikel („Ausgeatmetes Kohlendioxid fördert die Pflanzenentwicklung“) liegt jetzt eine exakte wissenschaftliche Beschreibung unseres Experiments vor, sodass der Versuch weltweit reproduziert werden kann. 

Lehrbücher teilen uns mit, dass die evolutionär recht alten C3-Pflanzen, die Mehrheit in Europa, sich in einer Umgebung mit dreifachem (?) CO2-Gehalt im Vergleich zu heute entwickelten. Es sind die evolutionär jüngeren C4-Pflanzen (z.B. Süß- und Riedgräser), die mit niedrigen CO2-Werten gut klarkommen. Ist der heutige CO2-Anteil der Luft nicht recht niedrig? Wieso wachsen dann überhaupt noch Eichen und Buchen, und nicht nur Gräser bei uns?

Prof. Kutschera:  Das „Kutschera-Ehnes-Ausatemluft-Pflanzenwachstums-Experiment“ zeigt exemplarisch, daß auch der derzeit erhöhte CO2-Level von ca. 0,042 Vol. %, im Vergleich zum vorindustriellen Gehalt von ca. 0,028 Vol. % CO2 (um 1850) für typische Nutz- und Zierpflanzen, die dem C3-Photosynthesetyp angehören, noch zu niedrig ist. Der vorindustrielle Kohlendioxid-Gehalt war gefährlich niedrig, und sicher sub-optimal für das Getreide- und Kartoffelwachstum auf den damaligen Äckern – das haben Pflanzenphysiologen des 19. Jahrhunderts bereits erkannt. Wir wollen mit unserem einfachen Versuch diese Tatsache für Laien verständlich darlegen und hoffen, damit zur Aufklärung bezüglich der grassierenden „CO2-Panik“ beitragen zu können. 

Auch wenn Pflanzen besser wachsen, so heize das CO2 ja die Atmosphäre, sagen ihre Kollegen von den Klima-Instituten. Wird dann besseres Wachstum durch Dürre und Extremwetter rückgängig gemacht?

Prof. Kutschera: Wasserdampf und Kohlendioxid bestehen aus jeweils drei Atomen (H2O, CO2), d.h. diese Moleküle absorbieren Infrarot-Licht. Der dadurch herbeigeführte natürliche Treibhauseffekt hat die angenehmen ca. 15 Grad Celsius verursacht, welche derzeit vorherrschen. Dennoch muß die Frage gestellt werden, ob denn der IR-Absorptionseffekt bei derzeit ca. 0.042 Vol.% CO2 nicht bereits gesättigt ist – es gibt solide Studien, die genau das belegen. Meine umfassenden Photosynthese-Forschungen, durchgeführt in Stanford/ Kalifornien (USA), zeigen, dass bis ca. 0,08 Vol.% CO2 bei C3-Gewächsen ein weiteres robustes Wachstum erfolgen wird, d.h. es kann ein „CO2-Dünger-Effekt“ dokumentiert werden.

Jenseits von ca. 0,1 Vol. % CO2 ist dann aber eine Sättigung der Photosynthese erreicht, sodass langfristig eine Reduktion der CO2-Emissionen erfolgen sollte. Bis das eintritt, werden Kollegen in Kalifornien und China, wo derartige Forschung vorangetrieben wird, bereits „CO2-neutrale-Artificial-Photosynthesis“-Systeme entwickelt haben. Ich sehe daher keinen Grund zu einer „CO2-Panik“, wie sie leider derzeit medial verbreitet wird.

Seit 40 Jahren soll die Erde rund ein Drittel grüner geworden sein – also auch gesünder und ökologisch stabiler. Dennoch wird seit den 80er Jahren eine Ökokatastrophe nach der anderen verkündet. Könnte es nicht sein, daß menschliche Industrie-Aktivität, zum Beispiel via CO2, auch sehr gut für die Biosphäre sein kann? Ist der Katastrophismus zu einseitig? 

Prof. Kutschera: Unsere „CO2-Düngeversuche“ bei Zier- und Nutzpflanzen, wie den „Gottesauge-Stecklingen“, belegen jenseits aller Zweifel, daß die anthropogenen Kohlendioxid-Emissionen derzeit noch zur Ergrünung und Ertragssteigerung beitragen, allerdings unter der Voraussetzung einer ausreichenden Mineralsalz-Versorgung der Böden. Auf einem anderen Blatt steht aber die Umweltverschmutzung, z. B. im Zusammenhang mit der sog. „Corona-Pandemie 2020-21 (ohne Übersterblichkeit)“.

Unwissend-verantwortungslose Menschen haben Unmengen sinnloser Test- Masken- und „Corona-Impf“-Materialien, darunter schwere Umweltgifte, produziert und über den Hausmüll oder Wegwerfen in die Natur „entsorgt“. In meinem Buch „Der Corona-Wahn“ habe ich diese gigantische „Covid-19-Öko-Katastrophe“ dargestellt und angeprangert. Es ist absurd und ein Beleg für den grassierenden Bildungsnotstand, dass einerseits völlig überzogene „CO2-Angst“ verbreitet wird, andererseits noch 2023 über Millionen gekaufter sogenannte „Impfdosen“, toxisches Lipidnanopartikel-mRNA-Material enthaltend, der nächste Umweltskandal anläuft, und kaum jemand, schon gar nicht die „Grünen“, redet darüber. Der medial vorangetriebene „Umwelt-Katastrophismus Made in Germany“ ist somit definitiv zu einseitig!

Prof. Dr. Ulrich Kutschera ist ein in Deutschland und den USA tätiger Pflanzenphysiologe und Evolutionsbiologe, Buchautor & Musikproduzent. Als Autor von ca. 350 wissenschaftliche Publikationen, 16 Fachbüchern und zahlreichen musikalischen Werken (Symphonische Piano-Synthesizer-Musik) ist er weltweit mit Fachkollegen vernetzt und in Kooperationsprojekte eingebunden.




Harald Lesch und Mojib Latif bekamen gerade das Bundesverdienstkreuz

von ARG

„Sie verleihen sich gegenseitig steuerfinanzierte Preise“ ist seit rund acht Jahren eine Weisheit in kritischen Kreisen. Den (wahrscheinlichen) Anfang machte der Journalistenpreis 2015 für Dunja Hayali, die, wie wir heute wissen, seit damals auch von der Bundesregierung bezahlt wurde.

Passend zur Weisheit wurde gerade bekannt, daß Bundespräsident Steinmeier den Klimaprofessoren Mojib Latif und Harald Lesch Bundesverdienstkreuze anhängte. Ob es sich wieder um instabile billige Blechteile aus Fernost handelte, ist nicht bekannt. Mojib Latif sagte zum Anlaß:

„Ich habe Angst, daß die Welt in die Hände von Rattenfängern gerät“

Ob er pseudo- und halbwissenschaftliche Panikmacher meinte, die autoritären und antidemokratischen Politikern Argumente liefern, die eigenen Bürger zu terrorisieren und auszuquetschen? Wir wissen es nicht.

Auch ZDF-Prophet Harald Lesch und Kollege Mirko Drotschmann bekamen das Emailkreuz angeheftet. Begründung:

Die Moderatoren wurden für ihren Einsatz für Bildungsgerechtigkeit und ihr Engagement in der Wissensvermittlung ausgezeichnet.

Fast zwei Millionen sehen ihm bei seinen wöchentlichen Erklärungen des Weltgeschehens zu, und es gibt an den Schulen in unserem Land kaum einen jungen Menschen, der seine Erklärvideos zum Fach Geschichte nicht kennt“, hieß es in einer Erklärung, „dabei fördert Mirko Drotschmann stets auch das Wissen um demokratische Regeln und Werte“.

Die inhaltslos gewordenen Begriffe „Werte“ und „Demokratie“ dürfen heuer wohl nicht mehr fehlen, um eigene Schlagseite, Bürgerfeindlichkeit und Antiwissenschaft zu vertuschen.

Was werden Latif, Lesch & Co. eigentlich später sagen, wenn die Wirtschaft am Boden liegt, und noch mehr Bürger im Müll nach Flaschen wühlen? Während das Klimathema in den Medien keine Rolle mehr spielt, weil die unteren zwei Drittel andere Sorgen haben. Lesch & Latif natürlich nicht – die schlürfen nicht trotz, sondern gerade wegen ihres Klima-Engagements dann Champagner in ihrer Villa.

Sie werden vermutlich, wie Bernhard „Waldsterben“ Ulrich 1991 in der taz, behaupten, daß es ihnen „immer nur um die Wissenschaft“ ging, und die bösen Medien und Politiker daraus Panikmache strickten. Dumm nur, wenn man selber Medienonkel gewesen ist….




Woher kommt der Strom? 135 Millionen Euro für Importstrom

39. Analysewoche 2023

von Rüdiger Stobbe 

Der Montag der 4. KW 2023 zeichnet sich durch drei Stunden Stromimport (14,1 GW) am frühen Morgen aus, der Deutschland nichts kostet. Am Nachmittag hingegen, um 19:00 Uhr, werden für 11,6 GW 379, 70 €/MWh fällig. Das macht insgesamt 4,4 Mio. € und entspricht einem guten Viertel der Gesamtimportkosten dieses Tages in Höhe von 16 Mio € netto. Trotz der drei Stunden Stromimport zu 0€/MWh am Morgen.

Der Betrag, der in der kompletten KW 39 für Importstrom gezahlt wurde, beläuft sich auf gut 135 Mio. € netto. Der mittlere Importpreis lag bei 116€/MWh, der mittlere Strompreis bei 106€/MWh (Eigenerzeugung Deutschland) und der mittlere Exportstrompreis lag bei 74€/MWh (wenig Nachfrage/Überangebot).

Drei Quartale des Jahres 2023 sind vergangen. Wir werfen einen genaueren Blick auf die bisherigen statistischen Werte des Jahres. Mit Wirklichkeit haben diese Zahlen nur teilweise etwas zu tun. Das liegt an der Tatsache, dass ab 16.4.2023 der Stromimport massiv angestiegen ist und die Werte dadurch erheblich verfälscht werden. Warum? Die insgesamt 13,433 Terawattstunden netto, die aus dem Ausland zu einem Preis von gut zwei Mrd. € netto importiert wurden. sind rechnerisch für Deutschland CO2-frei. Sie werden keiner Form der Stromerzeugung zugerechnet. Sie bewirken dadurch, dass eben gut 13,4 TWh Strom in Deutschland NICHT fossil erzeugt werden muss. Das verbessert selbstverständlich das Verhältnis der regenerativen Stromerzeugung zum fossil erzeugten Strom. Der Anteil der „Erneuerbaren“ steigt prozentual-statistisch. Umgekehrt verhält es sich mit dem CO2-Ausstoß im Zeitraum. Der sinkt selbstverständlich, weil weniger Strom fossil erzeugt wird.

Die separate Betrachtung des Zeitraums 16.4.2023 bis 1.10.2023 verdeutlicht den Sachverhalt. Die für eine erfolgreiche Energiewende so wichtigen Werte verbessern sich nochmals gegenüber der Gesamtjahresbetrachtung. Das liegt ausschließlich am „neutralen Stromimport“. Faktisch ändert sich weltweit durch Deutschlands „gute Werte“ nichts, wie ein Blick auf den Strom-Import-Mix für diesen Zeitraum belegt.  CO2-Ausstoß und konventionelle Erzeugung finden nur woanders statt.

Was in den letzten beiden Abschnitten erläutert wurde, ist unseren Politikern und den meisten Journalisten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht bekannt. Was macht die Fachwelt? Die Fachwelt wird sich hüten, die Tatsachen auf den Tisch des Hauses zu legen. Dann droht „Liebesentzug“ der Geld- und Machtgeber. Wir werden es in den Jahresanalysen Anfang 2024 sehen. Da werden die „Fortschritte“ bei der Energiewende trotz Kernkraftausstieg besonders hervorgehoben werden.

Wochenanalyse

 Montag, 25.9.2023 bis Sonntag, 1.10.2023Anteil Wind- und PV-Strom 37,4 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 51,5 Prozent, davon Windstrom 19,4 Prozent, PV-Strom 17,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,1 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 39. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 39. KW 2023: Factsheet KW 39/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Jahresüberblick 2023 bis zum 1. Oktober 2023 

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.

Montag, 25. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 44,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,1 Prozent, davon Windstrom 24,2 Prozent, PV-Strom 19,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,0 Prozent.

Über Tag lässt die Windstromerzeugung massiv nach. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 25. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 25.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 26. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 25,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,0 Prozent, davon Windstrom 5,0 Prozent, PV-Strom 20,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,5 Prozent.

Windflaute. Deutschland benötigt am Morgen und Frühabend dringend Strom und bekommt ihn zu happigen Preisen. Da nutzt auch der  ´Billig`strom über die Mittagsspitze nichts.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 26.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 27. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 28,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,4 Prozent, davon Windstrom 9,4 Prozent, PV-Strom 18,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,0 Prozent.

Weiterhin Flaute. Erst ab 18:00 zieht die Windstromerzeugung wieder an. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 27.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 28. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 39,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 52,4 Prozent, davon Windstrom 21,7 Prozent, PV-Strom 17,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,3 Prozent.

Ab 6:00 Uhr sinkt die Windstromerzeugung. Die Strompreisbildung

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 28.9.2023: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 29. September 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 43,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,1 Prozent, davon Windstrom 30,9 Prozent, PV-Strom 12,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,0 Prozent.

Die Windstromerzeugung zieht zum Vorabend stark an. Ab 20:00 Uhr ist kein Stromimport nötig. Das Preisniveau sinkt erheblich.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 29.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 30. September 2023 Anteil Wind- und PV-Strom 41,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,6 Prozent, davon Windstrom 24,7 Prozent, PV-Strom 17,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,9 Prozent.

Die Windstromerzeugung lässt über den ganzen Tag verteilt nach. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 30. September ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 30.9.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 1. Oktober 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 39,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,2 Prozent, davon Windstrom 19,5 Prozent, PV-Strom 20,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,5 Prozent.

Von 12:00 bis 15:00 Uhr ist kein Stromimport notwendig. Die Strompreisbildung am bedarfsarmen Sonntag mit Negativpreisen im Kleinstformat.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 1.10.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030, Agora-Chart 2040

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




Medien schweigen: Erde wird gar nicht mehr wärmer!? – Klimawissen, kurz & bündig

No. 38. Es gibt etliche Sichtweisen zum Klima – die Apokalyptiker behaupten, es werde durch industrielle Emissionen durchgehend wärmer. Die Kritiker, „Leugner“, sagen, daß das menschlich erzeugte CO2 gar keine oder nur eine irrelevant kleine Wirkung im Vergleich zur Sonne hätten.

Hinter den Kulissen zeichnet sich in den Insituten ein neues Bild: Roy Spencer von der Universität von Alabama in Huntingdon/USA zeigt in seinen Satelliten-Datenaufzeichnungen, daß die Temperatur der letzten Jahre um einen Mittelwert oszilliert – es gibt also keine faktische Erwärmung mehr wie im 20. Jahrhundert.
Kommt eine neue Kühlphase auf uns zu – ähnlich den 1970er Jahren?