Publikumsfragen: KLIMA-NARRATIVE mit Anthony Lee, Michael Limburg, Markus Fiedler und Felix Feistel

Die FairTalk-Sendung zum Thema Klimaschwindel mit EIKE-Vizepräsident Michael Limburg bietet auch eine Frage&Antwort-Runde mit dem Publikum im Saal – etwa 180 Zusehern.




Woher kommt der Strom? Problem der Stromübererzeugung

41. Analysewoche 2023 von Rüdi Stobbe

Je mehr Windkraft- und PV-Anlagen installiert werden, desto größer wird das Problem der Stromübererzeugung. Insbesondere über die Mittagsspitze werden die 25 Prozent Großgeneratoren-Strom zusätzlich zu einer sehr hohen PV-Stromerzeugung zu erheblichen Überschüssen führen. Und die führen zum Preisverfall.

Der Montag wartet mit einer Besonderheit auf. Der importierte Strom dieses Tages ist an diesem Tag tatsächlich günstiger als der in Deutschland hergestellte. Das ist selten und „verläuft“ sich selbstverständlich bei den in aller Regel hohen Importstrompreisen. Der Blick auf die Gesamtwoche belegt das. Wobei auffällt, dass der Strompreis insgesamt niedrig ist. Das liegt an der hohen Eigenproduktion, die häufig dazu führt, dass der Strompreis gegen null €/MWh tendiert. Die Preisvolatilität ist hoch. Wobei sich die drei Preisspitzen beim Stromimport ergeben. Wundert das?

Ab Freitag 9:00 Uhr bis Sonntag ist praktisch kein Stromimport netto mehr notwendig. Dementsprechend gering ist der Strompreis für diese drei Tage im Mittel. Mit 49 €/MWh liegt er um einiges unter dem mittleren Wochenstrompreis von 78 €/MWh.

Ein Blick auf diesen Chart belegt, dass die Stromübererzeugung, die zu Niedrigpreisen führt, in erster Linie mit den etwa 25 Prozent konventionell-fossile Stromerzeugung mittels großer, konventioneller Stromgeneratoren zusammenhängt, die – egal wie viel Strom regenerativ erzeugt wird – notwendig sind, um die Wechselstromnetzfrequenz 50 Hz stabil zu halten. In diesem Sachverhalt liegt ein großes Problem der Energiewende. Je mehr Windkraft- und PV-Anlagen installiert werden, desto größer wird das Problem der Stromübererzeugung. Insbesondere über die Mittagsspitze werden die 25 Prozent Großgeneratoren-Strom zusätzlich zu einer sehr hohen PV-Stromerzeugung zu erheblichen Überschüssen führen. Das führt – wie bereits diese Woche gut zu erkennen – zum Preisverfall. Schaut man auf die Projektion 86 Prozent des Agora-Zukunftsmeters, welches die 25 Prozent nicht berücksichtigt, wird das Problem offensichtlich. Die notwendige zusätzliche Stromerzeugung wird mindestens an vier Tagen zu einer Strommenge führen, die zu Negativpreisen führen wird. Eine Lösung dieses Problems ist nicht in Sicht. Genauso wenig wie praktikable Speichertechnologien, die überschüssigen Strom in diesen Mengen für wind- und solararme Zeiten bevorratet.

Eingedenk der Tatsache, dass die aktuellen Energiewender es nicht mal geschafft haben, über ein Nachdenken zu 60 GW absolut notwendigen Backup-Gaskraftwerken hinauszukommen, ist kaum anzunehmen, dass zu den oben angesprochenen, technisch wesentlich komplexeren Aspekten irgendwelche Konzepte in den Energiewende-Schubladen liegen. Der Einwand, dass mit Hochdruck an einem sogenannten „Wasserstoffhochlauf“ gearbeitet wird, ist wenig überzeugend. Der wenige grüne Wasserstoff (10 GW) soll in Bereichen (zum Beispiel Verkehr, Stahlherstellung) genutzt werden, wo andere Energieformen wesentlich sinnvoller wären. So wie geplant, ist grüner Wasserstoff reine Energieverschwendung (75 Prozent Verlust) ohne irgendeinen Klimanutzen. Wenn es so was denn überhaupt gibt. Importe von Wasserstoff sind klimatechnisch grober Unfug. Warum sollen Länder grünen Strom für Deutschland zu Wasserstoff verarbeiten, wenn sie selbst Kohle für ihre Energieversorgung nutzen müssen? Das ist faktisch Energiekolonialismus, den Deutschland betreiben will.

Überblick

Montag, 9.10.2023 bis Sonntag, 15.10.2023Anteil Wind- und PV-Strom 46,1 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,2 Prozent, davon Windstrom 37,2 Prozent, PV-Strom 8,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,1 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 41. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 41. KW 2023: Factsheet KW 41/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

Jahresüberblick 2023 bis zum 15. Oktober 2023 

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2, Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.

Montag, 9. Oktober 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 28,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,5 Prozent, davon Windstrom 22,7 Prozent, PV-Strom 5,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,5 Prozent.

Am heutigen Montag war der Importstrom tatsächlich etwas günstiger als der in Deutschland erzeugte Strom. Die Preisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 9. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 9.10.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 10. Oktober 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 31,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,2 Prozent, davon Windstrom 19,7 Prozent, PV-Strom 11,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,8 Prozent.

Ab Mittag zieht die Windstromerzeugung kräftig an. Zu Vorabend bleibt dennoch eine Lücke, die geschlossen werden muss. Die Preisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 10.10.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 11. Oktober 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 57,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 67,8 Prozent, davon Windstrom 46,0 Prozent, PV-Strom 11,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,2 Prozent.

Viel Windstrom, das Preisniveau ist niedrig.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.10.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 12. Oktober 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 31,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,9 Prozent, davon Windstrom 25,6 Prozent, PV-Strom 5,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,4 Prozent.

Kaum PV-Strom, die Windstromerzeugung lässt stark nach. Die Strompreisbildung bringt eine Strompreisspitze (Import)

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.10.2023: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 13.10.2023: Anteil Wind- und PV-Strom 55,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 65,5 Prozent, davon Windstrom 45,9 Prozent, PV-Strom 9,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,4 Prozent.

Massiver Anstieg der Windstromerzeugung. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 13.10.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 14. Oktober 2023 Anteil Wind- und PV-Strom 59,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 70,2 Prozent, davon Windstrom 51,3 Prozent, PV-Strom 8,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,7 Prozent.

Wochenende: Wenig Bedarf, viel regenerative StromerzeugungPreis im Keller. Ausnahme: der Vorabend, der etwas Ertrag bringt.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 14.10.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 15. Oktober 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 55,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 67,2 Prozent, davon Windstrom 46,4 Prozent, PV-Strom 9,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,3 Prozent.

Weiter wenig Bedarf: Noch immer hohe regenerative Stromerzeugung. Das Preisniveau bleibt niedrig.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15. Oktober ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 15.10.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten, Agora-Chart 2030, Agora-Chart 2040

PKW-Neuzulassungen September 2023

Von Peter Hager.

BEV-Zulassungen brechen ein

Mit 224.502 PKW-Neuzulassungen im September lagen diese fast auf der Höhe des Vorjahresmonats. Gegenüber August 2023 fielen die Neuzulassungen um 17,9 Prozent.

Wie erwartet gingen durch das Auslaufen der Förderung für Firmenfahrzeuge die Neuzulassungen von BEV-PKW gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich zurück. Im Vergleich zum sehr starken August brachen die BEV-Neuzulassungen um über 63 Prozent ein.

Bei den Plug-in-Hybrid-PKW gab es einen sehr starken Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Besonders stark war dagegen der Zuwachs bei den Hybrid-PKW (ohne Plug-in). Zuwächse gab es auch bei Fahrzeugen mit Benzin- und Diesel-Antrieb.

Folgerichtig stieg der Anteil von PKW mit Verbrennungsmotor auf fast 79 Prozent (in 08/2023 lag er bei 63 Prozent).

Antriebsarten

  • Benzin: 78.979 (+ 9,1% ggü. 09/2022 / Zulassungsanteil: 35,2%)
  • Diesel: 39.900 (+ 4,6% ggü. 09/2022 / Zulassungsanteil: 17,8%)
  • Hybrid (ohne Plug-in): 57.795 (+ 44,1% ggü. 09/2022 / Zulassungsanteil: 25,7%)
    darunter mit Benzinmotor: 41.019
    darunter mit Dieselmotor: 16.776
  • Plug-in-Hybrid: 15.383 (- 45,7% ggü. 09/2022 / Zulassungsanteil: 6,9%)
    darunter mit Benzinmotor: 14.320
    darunter mit Dieselmotor: 1.063
  • Elektro (BEV): 31.714 (- 28,6% ggü. 09/2022 / Zulassungsanteil: 14,1%)

Quelle  

Top 10 nach Herstellern (01-09/23)

Hybrid-PKW (ohne Plug-in): 490.855 (01-09/22: 344.703)

Audi: 17,5%
Mercedes: 15,1%
BMW: 15,0%
Toyota: 7,6%
Ford: 6,9%
Hyundai: 4,9%
Fiat: 4,6%
Suzuki: 3,9%
Volvo: 3,3%
Nissan: 3,3%

Hybrid-PKW (mit Plug-in): 123.345 (01-09/22: 215.647)

Mercedes: 23,5%
BMW: 12,9%
Audi: 9,7%
Seat: 7,0%
Ford: 6,2%
Volvo: 5,3%
VW: 4,4%
Opel: 3,8%
Kia: 3,7%
Skoda: 3,1%

Elektro-PKW (BEV): 387.289 (01-09/22: 272.473)

VW: 14,3%
Tesla: 13,3%
Mercedes: 7,3%
Hyundai: 6,0%
BMW: 5,8%
Audi: 5,7%
Opel: 4,9%
Fiat: 4,2%
Skoda: 3,7%
Smart: 3,5%

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 09/2023 (Gesamt: 31.714)

Tesla Model Y (SUV): 3.921
Opel Corsa (Kleinwagen): 2.175
Fiat 500 (Minis): 1.765
Opel Mokka (SUV): 1.286
VW ID 4/5 (SUV): 1.265
Audi Q4 (SUV): 1.187
Skoda Enyaq (SUV): 1.137
Mercedes GLA (SUV): 1.104
Mercedes C-Klasse (Mittelklasse): 1.007
Seat Born (Kompaktklasse): 974

Die zurückhaltende Nachfrage nach BEV-Fahrzeugen geht auch an Branchenprimus Tesla nicht spurlos vorüber. Im 3. Quartal wurden rund 430.000 Fahrzeuge (Modelle S, X, 3 und Y) produziert, was zugleich das schwächste Quartal 2023 bedeutet.

Quelle

Zudem machten sich die Preisreduzierungen in einem deutlichen Gewinnrückgang auf 1,7 Milliarden Euro bemerkbar (- 52 Prozent ggü. Vorjahresquartal).

An 15 Millionen E-PKW bis 2030 glaubt wohl niemand mehr

Der BDEW (Bundesverband der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft) geht in seinem letzten E-Mobilitätsmonitoring beim derzeitigen Hochlauf von einem Bestand von 8 Millionen E-PKW (BEV und Plug-In-Hybrid) bis 2030 aus.

Das Angebot an öffentlichen Ladepunkten (Stand 01.07.23: 100.838 Ladepunkte mit einer installierten Ladeleistung von 4,5 GW) sieht der BDEW als „komfortabel“ an. Schließlich ist die Ladeleistung doppelt so hoch wie nach EU-Vorgabe und die geringe Tagesbelegung zwischen 3 Prozent und maximal 25 Prozent hat noch „viel Luft nach oben“. Der BDEW sieht jetzt Politik und Automobilindustrie in der Pflicht:

„Um das Ziel von 15 Millionen E-Pkw bis 2030 zu erreichen, braucht es jetzt eine 15 Millionen-E-Auto-Strategie, die gezielt auf die Fahrzeugseite ausgerichtet sein sollte. Schließlich bewerten die Nutzerinnen und Nutzer laut einer BDEW-Umfrage vor allem die hohen Fahrzeug-Preise und die langen Lieferzeiten von E-Fahrzeugen als schwierig.“

Das riecht schon wieder stark nach weiteren Subventionen. Dabei vergisst der BDEW all die Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die, im Gegensatz zu Bewohnern von Ein- oder Zweifamilienhäusern, eben keine Lademöglichkeit in unmittelbarer Nähe zur Verfügung haben oder alternativ am Arbeitsplatz nutzen können.

Quelle

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




Sind Erdgas und Öl prinzipiell unendlich? „Deep hot Biosphere“ von Thomas Gold wird neu publiziert

EIKE veröffentlich das Buch „Biosphäre der heißen Tiefe“ von Thomas Gold am 1. November 2023

Die alten antiquarischen Übersetzungen wurden von uns neu bearbeitet und nun aktualisiert neu herausgebracht.

Sind die „fossilen“ Energieträger wirklich fossil? Warum haben dann die Nachbarplaneten der Erde teils auch Mineralöl und Erdgas in ihrer Kruste – obwohl es dort nie Leben gab? Das moderne Universalgenie Thomas Gold (gest. 2004) veröffentlichte nach der Mars-Mission 1996 sein Buch zur Theorie der Tiefen Biosphäre, die sich weit unter der für Menschen erreichbaren Schichten befinden könnte. Diese bakterienähnlichen Lebewesen hätten auch ohne Sonnenlicht genug Energie zum Leben – die prä-fossilen Kohlenwasserstoffen böten reichlich davon.

AUF1 führte zum Thema ein Interview mit uns

Original hier

Der verstorbene Architekt Konrad Fischer machte zum Thema schon vor langer Zeit ein Video:




Wunderwaffe Thorium

Eine Diskussion über neue Energiequellen ohne den Hinweis auf Thorium wäre wie eine Diskussion über Gesundheit ohne Hinweis auf Karl Lauterbach. So wie der hat Thorium anscheinend nur gute Eigenschaften: Es kommt relativ häufig vor, hinterläßt wenig Radioaktivität und man kann keine Bomben daraus bauen. Und der Nachteil? Thorium ist kein spaltbares Material und kann nicht zur Erzeugung von Energie verwendet werden.

von Hans Hoffmann-Reinecke

Der richtige Proporz

Zur Erklärung ein kurzer Blick in die Physik. Der winzige Atomkern besteht aus noch winzigeren Legosteinen. Die einen sind rot, genannt Protonen, die anderen grau, genannt Neutronen. Alle Protonen haben positive elektrische Ladung und stoßen sich gegenseitig sehr vehement ab. Die Neutronen dagegen wirken wie Klebstoff.

Die Zahl der Protonen in einem Atomkern bestimmt, was für einen Stoff man vor sich hat: Sechs Protonen beispielsweise ergibt Kohlenstoff. Nur ein Proton mehr, und wir haben ein ganz anderes Element vor uns: Stickstoff. Die Zahl der Neutronen andererseits bestimmt, ob das Ganze zusammen hält.

Varianten mit gleich viel roten, aber verschieden vielen grauen Legosteinen heißen Isotope. In leichten Kernen, wie etwa Kohlen- oder Sauerstoff, sind graue und rote Legosteine ungefähr gleich häufig; bei schwereren Kernen wie Blei oder Uran überwiegen dann die grauen. Auf den Proporz von Grau und Rot kommt es an, damit der Kern stabil ist.

Radioaktivität

Bei Überschuß von grauen Legos kommt es zu einer spontanen Umwandlung im Atomkern: Das Neutron fühlt sich irgendwie unwohl mit seiner Identität, es trennt sich von einem Körperteil, einem Elektron, und wird zum Proton. Jetzt haben wir einen grauen Lego weniger und einen roten mehr im Kern, und das bedeutet, dass wir ein anderes Element erzeugt haben. Bei dieser Umwandlung wird übrigens meist noch ein Gammastrahl in die Gegend geschleudert, man spricht deshalb auch von Radioaktivität.

Gewisse instabile Isotope wurden versehentlich bei der Schöpfung des Universums erzeugt und sind heute noch damit beschäftigt, zu zerfallen. So etwa die Atomkerne von „Kalium 40“, mit 19 roten und 21 grauen Legosteinen (19 + 21 = 40). Vor Äonen geschaffen, sind sie heute noch vorhanden und finden sich mit ihrer Radioaktivität in kaliumhaltigen Lebensmitteln. So etwas würde Sie nie essen? Viele Grüße von der Banane, die Sie heute zum Frühstück verzehrt, haben die war radioaktiv.

Zur Sache Kernenergie

Was würde passieren, wenn Sie mit einem Legostein nach einem Atomkern werfen? Mit einem roten würden Sie nicht weit kommen, weil der die elektrische Abstoßung durch die anderen, im Kern residierenden Protonen nicht überwinden könnte. Und ein grauer Lego? Der hätte eine Chance! Er wird im Kern sogar willkommen geheißen. Aber dann stellt sich vielleicht heraus, dass es schon genug von diesen grauen Legos gibt und man überredet ihn, sich in einen roten zu verwandeln.

In Kernreaktoren, die mit ein paar Prozent Uran-235 und ansonsten mit Uran-238 bestückt sind, fliegen Neutronen scharenweise herum. Die Kerne von Uran-238 fangen sich so ein Neutron gerne ein, und ups! Jetzt ist ein Uran-239 Kern entstanden, mit 92 roten und 147 grauen Legos. Der hat aber zu viele graue Legos an Bord uns wandelt sich schrittweise in ein Element mit 94 Protonen um, genannt Plutonium, genauer gesagt Plutonium-239. Das ist der Stoff, aus dem Atombomben gebaut werden, und genau dafür wurden auch einstmals Reaktoren gebaut.

So weit, so gut

Wir aber wollen ja Energie erzeugen. Die bekommen wir, weil es ein paar ganz spezielle Kerne gibt, die ein einfallendes Neutron nicht bei sich aufnehmen, sondern die den Besuch zum Anlaß nehmen, um sich total zu spalten, in zwei leichtere Kerne! Dabei bleiben ein paar Neutronen übrig, weil leichtere Kerne ja prozentual weniger Neutronen beherbergen. Und diese freien Neutronen verursachen nun weitere Spaltungen – Voilà, wir haben eine Kettenreaktion. Dabei entsteht jede Menge an Energie, die in Wärme, Dampf und Strom umgewandelt wird.

Im typischen Atomreaktor laufen also zwei parallele Prozesse ab: Einfang und Spaltung. Manche Kerne fangen Neutronen ein und verwandeln sich in andere Elemente, andere Kerne spalten sich und erzeugen sehr viel Energie. Vom ersteren Typ ist Uran-238, vom letzteren ist Uran-235. Spaltung ist erwünscht, weil sie Energie liefert. Einfang ist unerwünscht, weil dabei sehr langlebige radioaktive Stoffe entstehen, für die man dann ein sicheres Endlager suchen muß.

Thorium

Was wir bis jetzt beschrieben haben, geschieht in herkömmlichen Kernreaktoren, so wie sie in Deutschland abgeschaltet und im Rest der Welt gebaut werden. Doch nun ist plötzlich die Rede von Thorium, benannt nach dem mächtigen, aber nicht unumstrittenen Gott Thor aus der nordischen Sagenwelt.

Diese Substanz, genauer gesagt Thorium 232, hat einen Atomkern aus 90 roten Legosteinen und 142 grauen (90+ 142 = 232). Was würde passieren, wenn wir unsere Reaktoren mit Thorium füllen würden? Nichts – tote Hose. Thorium-232 ist kein spaltbares Material. Könnten wir aber in einen Uranreaktor etwas Thorium einschmuggeln, dann würde es interessant, denn das Thorium 232 fängt jetzt Neutronen ein wie Schwalben die Mücken am Sommerabend.

Und was dann passiert, das ahnen Sie schon: das entstandene Th233 hat einen grauen Legostein zu viel, und der wird jetzt rot. Wir bekommen also einen Kern mit 91 roten und 142 grauen Legos, genannt Pa-233. Den Namen brauchen Sie sich nicht zu merken, denn auch der hat ein Neutron zu viel, und verwandelt sich weiter in einen Kern mit 92 roten und 141 grauen Legos. Die 92 kommt uns aber bekannt vor, denn es handelt sich um Uran, und jetzt um das Isotop Uran 233 (92 + 141 = 233).

Ein Ofen, der seinen eigenen Brennstoff erzeugt

Das in den Uran-betriebenen Reaktor eingeschmuggelte Thorium wird also selbst zu Uran! Genauer gesagt verwandeln die beim Betrieb des Reaktors entstehenden Neutronen letztlich das Thorium-232 in das Isotop Uran-233. Und dieses Uran-233 ist nun ein interessanter Kern, denn der lässt sich seinerseits durch Neutronen spalten und erzeugt die gewünschte Energie!

Wenn wir das Ganze geschickt aufbauen und Geduld haben, dann kommt vielleicht der Moment, in dem wir das ursprünglich zum Betrieb des Reaktors notwendige Uran-235 gar nicht mehr benötigen. Bei der Spaltung von Uran-233 entstehen dann genug Neutronen, um einerseits die Kettenreaktion anzutreiben und andererseits auch noch Thorium in Uran-233 zu verwandeln. Ist das nicht wunderbar? Ein Ofen, der seinen eigenen Brennstoff erzeugt.

Man kann die Idee noch weiter spinnen und einen Reaktor designen, der mehr Uran-233 aus Thorium erzeugt, als er verbraucht, er „brütet“ gewissermaßen neuen Brennstoff.

Worauf warten wir noch?

Fangen Sie jetzt aber bitte nicht an, in Ihrem Garten neben der Fotovoltaik und der Wärmepumpe einen kleinen Thorium-Reaktor zu bauen. Es könnte sein, dass Ihr Projekt ebenso wenig Erfolg hätte, wie all die hier aufgelisteten. Auch wenn die Theorie absolut logisch ist, so müssen bei ihrer Verwirklichung doch noch extrem anspruchsvolle technische Aufgaben gelöst werden.

Thorium ist also keineswegs eine neue Idee. Vielleicht haben Sie schon einmal vom deutschen Reaktor THTR-300 in Hamm-Uentrop gehört, dem nur ein kurzes und tragisches Leben beschieden war. Das war bereits vor 50 Jahren.

China hat sich jetzt des Themas angenommen und hat kürzlich in der Wüste Gobi einen Zwei-Megawatt-Thorium Liquid-Fuelled Molten Salt Reactor (MSR) in Betrieb genommen. Man hat abgeschätzt, daß die Thorium Reserven Cinas reichen würden, um das Land für die kommenden 20.000 Jahre mit Energie zu versorgen. Für die Zeit danach muss sich die Regierung dann noch etwas einfallen lassen.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors ThinkAgain. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




KLIMA-NARRATIVE mit Anthony Lee, Michael Limburg, Markus Fiedler und Felix Feistel

FairTalk „AUF AUGENHÖHE“ lädt wieder ein!

Die Veranstaltung wurde am 12.9.23 in Hamburg aufgezeichnet.

Zu Beginn weist Moderator Jens Lehrich darauf hin, daß angefragte Klima-Alarmisten die Einladung zu FairTalk stets ablehnen. Daher hatte man diesmal auf eine Einladung der grünen Seite verzichtet. Dafür gibt Markus Fiedler den Advocatus diaboli – nicht ganz ernst gemeint  allerdings…

Ein zuvor eingeladener namenloser Klima-Alarmist schrieb vor rund zwei Jahren:

„Unabhängig von meinem Terminkalender würde ich auch so meine Teilnahme absagen. 99% der seriösen Wissenschaftler*innen sehen keinen Zweifel am menschgemachten Treibhauseffekt und den dramatischen Folgen.

Bei Scientists4Future unterstreichen diese Position rund 27.000 Wissenschaftler*innen. Sie planen nun offenbar, einen seriösen Wissenschaftler und einen Klimawandelleugner in eine Sendung zu setzen, um damit den Eindruck zu erwecken, die Frage des Klimawandels sei noch offen. Das bildet in keinster Weise den wissenschaftlichen Konsens ab.

Das letzte Mal, daß ich eine ähnliche Anfrage bekommen habe, war eine vom russischen Staatsfernsehen, die ich dankend abgelehnt habe. Ich weiß nicht, warum Sie auf diese Weise Quote machen wollen. Auf meine Unterstützung können Sie dabei nicht bauen.“

Wir übersetzen in Klartext:

„Unabhängig von meinem Terminkalender würde ich auch so meine Teilnahme absagen, weil ich Angst habe, als Leugner und Miet-Professor entlarvt zu werden. 99% der politisch abhängigen und mit Steuergeld üppig bezahlten Wissenschaftler haben selbstverständlich Zweifel am menschgemachten Klimawandel und den angeblichen dramatischen Folgen – würden das aber nie öffentlich zugeben, weil sie sonst genau wie ich ihre Karriere vergessen könnten.

Bei Scientists4Future wird das Weltuntergangs-Märchen sogar von rund 27.000 Wissenschaftlern verbreitet. Sie planen nun offenbar, einen politisch abhängigen Wissenschaftler wie mich und einen seriösen Kritiker (z.B. von EIKE) in eine Sendung zu setzen, um den Klimaschwindel ohne jeden politischen oder medialen Schutz durch ARD/ZDF in harter und fairer Debatte zu entlarven. Das bildet in keinster Weise meine finanziellen Interessen ab.

Das letzte Mal, daß ich eine ähnliche Anfrage bekommen habe, war eine vom russischen Staatsfernsehen, weil nur noch außerhalb der westlichen Welt das Klima-Narrativ hinterfragt werden kann und wird. Ich weiß, daß Sie mit dieser fairen und harten journalistischen Methode Quote machen können, ohne Zwangsgebühren eintreiben zu müssen. Auf meine Unterstützung können Sie dabei nicht bauen, weil ich weiterhin mit politisch bestellter „Forschung“ Kasse machen will.“

Wen Lehrich wohl gefragt hat? Edenhofer, Schellnhuber oder gar Rahmstorf? A propos: Schellnhuber war vor einigen Jahren einmal in Bayern zu einer Veranstaltung eingeladen. Als er hörte, daß EIKE-Presseprecher Horst Lüdecke auch kommen sollte, sagte er ohne Kommentar ab. Quelle: Lüdecke.

Oder vielleicht war es Martin Visbeck vom Geomar, der Herrn Limburg in einer angehängten eMail einst als Schluss einer kontroversen Diskussion über CO2 als Treibhausgas bzw. zur „Versauerung“ der Ozeane wissen ließ:

„…Die West Deutsche Zeitung kenne ich nicht und ziehe es auch vor die Fakten aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder den autorisierten Informationen unserer Regierung zu beziehen.“