Große Flußdeltas sinken schneller als der Meeresspiegel steigt – Klimaschau 258

Eine aktuelle Studie eines Teams um Leonard Ohenhen von der University of California Irvine im Fachmagazin NATURE stellt bereits im Titel fest, daß sich weltweit Flußdeltas absenken. Ist das eine Folge der menschgemachten Erderwärmung oder, wie so häufig, ein natürlicher Prozeß, der, analog zum Schmelzen der Gletscher, auch ohne Einwirkung industrieller Emissionen stattfindet?
Das Auffächern von Flußläufen im Mündungsbereich zum Meer ist weltweit ein häufiges Phänomen, das unter anderem vom Widerstand herrührt, der das Meerwasser dem einströmenden Süßwasser entgegensetzt. Als Folge davon staut sich das Flußwasser etwas und teilt sich in mehrere Mündungsarme mit feuchten oder sumpfigen Zwischengebieten auf. Von oben sieht der Mündungsbereich dann „delta“-förmig aus wie das ägyptische Nildelta.




Petersberger Klimadialog in Berlin – was ist das? Umweltminister offen gegen Kanzler

Neben der jährlichen UN-Klimakonferenz COP gibt es zwischendurch zahlreiche kleinere Konferenzchen auf nationaler und internationaler Ebene. Da Deutschland das politisch grünste Land der Welt ist, wurde unter dem Kabinett Merkel II 2010 zunächst in dem Petersberger Gästehaus bei Bonn ein internationaler Minister-Gipfel zur Vorbereitung der UN-Konferenz im November abgehalten.

Seitdem finden die Petersberger Konferenzen aber zentral in Berlin statt. Am 21. und 22. April besuchten Delegierte aus rund 30 Ländern den Gipfel. Worum geht es eigentlich? Wird nicht genug vom Weltuntergang erzählt und darüber beraten? Oder soll hier schlicht eine weitere touristische Möglichkeit mit Konferenz-Anstrich geschaffen werden? Annalena Baerbock, noch als Außenministerin, dazu:

„Der Petersberger Klimadialog ist und bleibt der Ort, wo wir Allianzen bilden können unter Nationen, die vorangehen wollen: Industrienationen, Inselstaaten, Schwellenländer und die Zivilgesellschaft kommen hier zusammen. Hier wollen wir die Grundlagen für gemeinsame Beschlüsse auf der Weltklimakonferenz legen und hier kommen wir mit konkreten Partnerschaften für den Klimaschutz auch über geopolitische Grenzen hinweg in den Dialog. …

Wir stehen mit der Klimakrise gemeinsam vor der größten Sicherheitsherausforderung unseres Jahrhunderts. Alle, die heute hier versammelt sind, können ihren Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise leisten. Denn, und das ist die gute Nachricht des jüngsten IPCC-Berichts: Wir haben die politischen Instrumente, wir haben die finanziellen Mittel auf der Welt und die technischen Lösungen, um diese Krise einzudämmen.“

Mit anderen Worten: nichts wird da gemacht, nur gut gegessen und getrunken. Vielleicht treffen sich wie bei der UN wieder einige Öl- und Gashändler, um ihre Verträge beim Bier auszuhandeln.

Was geschah dieses Jahr, 2026, im besonderen? Bundeskanzler Merz hieklt eine Rede, in der er betonte, Klimaschutz dürfe die industrielle Basis in Deutschland nicht gefährden:

„Eine Transformation, die zur Deindustrialisierung führt, wird in der Bevölkerung keine Akzeptanz finden und letztlich Innovationen behindern“

Weise Worte, denen er wie üblich wohl keine Taten folgen lassen wird. Daher sind die Einlassungen des Umweltministers Schneider (SPD) wohl eher ernstzunehmen:

„Wir werden alles dafür tun, daß Wind- und Solarenergie noch stärker in Deutschland werden, daß wir uns unabhängig machen von Öl- und Gasimporten aus dem Ausland. Und deswegen muß alles, was wir an Gesetzen machen, sich diesem Ziel unterordnen“. (heute journal)

Ein klarer Widerspruch zum Kanzler – aber Merzens konservative Aussagen und Ankündigungen sind seit Amtsantritt 2025 sowieso nur Schall und Rauch. Es wird schließlich grüne Umverteilungs-Politik gemacht, weswegen Merz kürzlich dazu mahnte, mehr und härter zu arbeiten, damit dem Staat das Steuergeld nicht ausgeht. Geld, daß sowieso schon en masse verschleudert wird und in den Taschen überflüssiger Forscher, Pharmabuden, NGOs, chinesischen Klimaprojekten und auf peruanischen Fahrradwegen landet.




Woher kommt der Strom? Kassen der Spekulanten für Preisdifferenzgeschäfte klingeln

15. Analysewoche 2026  von Rüdiger Stobbe

Die aktuelle Analysewoche lässt die Kassen der Länder und Speicherbetreiber, die Preisdifferenzgeschäfte tätigen, klingeln. Werden am Ostermontag dem verschenkten Strom noch 126€/MWh um 13:00 Uhr, sowie 124€/MWh um 14:00 Uhr als Abnahmebonus mitgegeben, kann der diese elektrische Energie zum Abend wieder für um die 100€/MW an Deutschland zurück verkauft werden. Die restliche Woche bietet bis auf den Freitag und den Sonntag immer negative Strompreise an, die weidlich zum „Strom einkaufen“ genutzt werden. Der meiste Strom geht aus Deutschland am Samstag weg. Da kostet die Megawattstunde noch mal minus 80€. Der Rückverkaufspreis beläuft sich wenige Stunden später auf mehr als plus 70€/MWh. Die Im- und Exporttätigkeit der aktuellen Woche.  

Ein Blick auf die konventionelle Stromerzeugung in Deutschland belegt, dass diese Form der Bereitstellung elektrischer Energie wieder stark schwankt. Die Pumpspeicherkraftwerke machen das, wofür sie in erster Linie neben der Erbringung von Systemdienstleistungen gebaut wurden. Sie verkaufen billig eingekauften Strom und machen ebenfalls gute Geschäfte.

Souverän-starke Techniker- und Ingenieursleistung über die Ostertage

Trotz der starken regenerativen Erzeugung über die Ostertage und dem sehr geringen Bedarf kam es offensichtlich nicht zu wirklich kritischen Situation in Richtung „Stromausfall“. Dank an die Techniker und Ingenieure bei Netzbetreibern und in der Stromproduktion, die den massiven Stromanfall so souverän gemeinschaftlich gehandhabt haben. 

Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 15. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau nur zu einer massiven Stromüberzeugung über die Mittagsspitze und darüber hinaus mit stark negativen Preisen führen wird. Wenn denn diese Strom-Übererzeugung dann noch von der Technik „gebändigt“ werden kann und ein Blackout vermieden wird. 

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?

Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.

Sonderfall Wind- und Solarkraft

Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.

Tageswerte

Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.

Starke regenerative Stromerzeugung mit einer Winddelle über Tag. Die Strompreise.

Die Windstromerzeugung nimmt erheblich ab. PV-Strom wächst.  Weniger PV-Strom. Die Strompreise.

Windstrom ist gering. PV-Stromerzeugung weiter frühlingshaft. Die Strompreise.

Windstrom zieht etwas an.  Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.

Starker Windstromrückgang mit recht schwacher PV-Erzeugung.  Die Strompreise.

Regenerativer Strom übersteigt den Bedarf.  Die Strompreise.

Wind- und PV-Strom sinken massiv ab.  Die Strompreise.

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.deAgora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.




17. Internationale Klima- und Energie-Konferenz IKEK am 26. Juni 2026 in Halle!

Einladung zur 17. Internationalen Klima- und Energiekonferenz (IKEK-17),
26. bis 27. Juni 2026, Halle an der Saale

(English version below)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Unterstützer, Freunde und Interessierte,

wir freuen uns, Sie herzlich zur 17. Internationalen Klima- und Energiekonferenz (IKEK-17) einzuladen, die am 26. und 27. Juni 2026 in den Räumlichkeiten der HALLE MESSE GmbH in Halle (Saale) stattfindet.

 

Die Konferenz bringt erneut hochkarätige internationale Experten zusammen. Zu den Referenten zählen unter anderem:

Das vorläufige Konferenzprogramm wird in Kürze veröffentlicht.

Die gesamte Veranstaltung wird simultan in Deutsch und Englisch gedolmetscht.

Teilnahmegebühren:

  • 2-Tagesticket (Fr./Sa., inkl. Abendessen): 200 €

  • 1-Tagesticket (Fr., inkl. Abendessen): 150 €

  • 1-Tagesticket (Sa.): 100 €

  • Ermäßigtes 2-Tagesticket (mit Nachweis): 100 €

Tickets können unter folgendem Link erworben werden: TixTown  (Link)

Anfahrt:

Halle Messe
Messestr. 10
06116 Halle (Saale)

Der Veranstaltungsort Halle Messe ist sehr gut ausgeschildert und leicht über die A14 (Abfahrt „Halle-Ost“) zu erreichen. Per Bahn über den ICE-Knotenpunkt Halle (Saale) Hbf mit direkter ÖPNV-Anbindung u.a. an die S-Bahn-Haltestelle „Halle Messe“, per Flugzeug über den nahegelegenen Flughafen Leipzig/Halle (LEJ). Es gibt ausreichend Parkmöglichkeiten vor Ort.

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Die Durchführung einer internationalen Konferenz dieser Größenordnung erfordert erhebliche organisatorische und finanzielle Mittel. Als unabhängige und private Institution ist das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) e.V. auf die Unterstützung von Förderern, Freunden und engagierten Bürgern angewiesen.

Wenn Sie unsere Arbeit und den offenen wissenschaftlichen Austausch unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über Ihre Spende. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft uns, auch künftig hochwertige Veranstaltungen und Forschungsarbeit zu ermöglichen. Vielen Dank!

Spendenmöglichkeiten per Banküberweisung an:

Zahlungsempfänger: Europäisches Institut für Klima & Energie
IBAN: DE34 8309 4454 0042 4292 01
BIC: GENODEF1RUJ
Bank: Volksbank Gera Jena Rudolstadt

oder via PayPal 

Darüber hinaus laden wir Sie ein, diese Einladung in Ihrem Netzwerk weiterzugeben und so weitere Interessierte und potenzielle Unterstützer zu erreichen.

Wir würden uns sehr freuen, Sie persönlich in Halle an der Saale begrüßen zu dürfen und gemeinsam zwei inspirierende Konferenztage zu erleben!



English version:

Dear supporters, colleagues and friends,

we are pleased to cordially invite you to the 17th International Climate and Energy Conference (IKEK-17), which will take place on 26 and 27 June 2026 at the premises of HALLE MESSE GmbH in Halle (Saale), Germany.

Once again, the conference will bring together distinguished international experts. Confirmed speakers include, among others:

  • John Clauser, University of California, Berkeley (Nobel Laureate in Physics, 2022)

  • Henrik Svensmark, Technical University of Denmark

  • Michael Limburg, EIKE

  • Stefan Kröpelin, University of Cologne

  • Nicola Scafetta, University of Naples Federico II

  • Ronan Connolly, CERES Science

  • Willie Soon, Harvard University

  • William Happer, Princeton University, (invited)

The preliminary conference program will be published shortly.

The entire event will be simultaneously interpreted in German and English.

Participation fees:

  • 2-day ticket (Fri/Sat, incl. dinner): €200

  • 1-day ticket (Fri, incl. dinner): €150

  • 1-day ticket (Sat): €100

  • Reduced 2-day ticket (with valid proof): €100

Tickets can be purchased soon on this site!

Venue and directions:

Halle Messe
Messestr. 10
06116 Halle (Saale)
Germany

The venue, Halle Messe, is well signposted and easily accessible via the A14 motorway (exit “Halle-Ost”). By rail, it can be reached via the ICE-Train hub “Halle (Saale) Hauptbahnhof” with direct public transport connections, including the S-Bahn stop “Halle Messe”. By air, the nearest airport is Leipzig/Halle (LEJ). Ample parking is available on site.

Please support our work!

Organising an international conference of this scale requires substantial organisational and financial resources. As an independent and privately funded institution, the European Climate and Energy Institute (EIKE) relies on the support of sponsors, friends, and engaged citizens.

If you would like to support our work and promote open scientific exchange, we would greatly appreciate your donation. Every contribution—large or small—helps us continue to organize high-quality events and conduct research. Thank you very much.

Donations can be made via bank transfer to:

Beneficiary: Europäisches Institut für Klima & Energie
IBAN: DE34 8309 4454 0042 4292 01
BIC: GENODEF1RUJ
Bank: Volksbank Gera Jena Rudolstadt

or via PayPal

We also kindly encourage you to share this invitation within your network in order to reach additional interested parties and potential supporters.

We would be delighted to welcome you in person in Halle (Saale) and to share two inspiring days of conference discussions with you!

 

 




In der Klimadebatte geht es selten um Wissenschaft – Klimaschau 257

Der Wissenschaftsjournalist Axel Bojanowski von der Zeitung die WELT kritisierte schon häufiger die finanziellen und politischen Interessen hinter den Umwelt- und Klimawissenschaften. In einer Kolumne vom Oktober 2025 konstatiert er sogar: „In der Klimadebatte geht es selten um Wissenschaft“, was er mit fünf nachdenklich machenden Beispielen belegt.