Beweise gegen den „Hockeyschläger“: Antarktis im Mittelalter eisärmer – Klimaschau 255
geschrieben von AR Göhring | 7. April 2026
Eine im Jahr 2025 erschienene Studie in „Nature Communications“ des Teams um Jamie Wood aus Australien untersuchte den historischen sedimentären DNA-Gehalt von See-Elefanten der antarktischen Küstengebiete und kam zu dem Schluß, daß die Eisgrenze um das Jahr 1.000 erheblich weiter im Inland lag als heute. Dieses Ergebnis ist ein Hinweis auf hohe mittlere Temperaturen im Hochmittelalter und widerspricht damit der sogenannten „Hockeyschläger“-Theorie der offiziösen Klimaforschung.
Die Bundesregierung verpulvert weiter Milliarden für die grüne Energiewende – von Fritz Vahrenholt
geschrieben von AR Göhring | 7. April 2026
Die globale Temperatur ist im März 2026 gegenüber Februar etwa gleichgeblieben – siehe die Satellitenkurve von Roy Spencer im Titel. Sie liegt nun um 0,38 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel. Der Abkühlungstrend neigt sich dem Ende und es deutet sich ab Herbst ein El-Nino an, der die globalen Temperaturen im nächsten Jahr erhöhen wird. El Niño ist eine natürliche zyklische Erwärmung des tropischen Pazifiks, die sich alle 3-5 Jahre ereignet. Das hat zwar nichts mit CO2 zu tun, aber wir werden erleben, wie Politik und Medien die steigenden Temperaturen zum Anlass nehmen werden, ihren fatalen Weg der Energiewende damit weiter zu begründen.
Dieses weiter so dokumentiert das von der Bundesregierung beschlossene Klimaschutzprogramm, das Ende März von Umweltminister Schneider vorgestellt worden ist.
Und in Wirklichkeit liegen die Kosten für das Programm noch dramatisch höher, da die Folgekosten der weiteren Wind- und Solarsubvention nicht berücksichtigt worden sind. Die Diskrepanz zwischen Worten des Kanzlers und den Taten der Bundesregierung wird auch an folgender Bemerkung des Umweltministers deutlich:
„Es ist uns als Bundesregierung gelungen, dieses Programm ohne größeren Streit zu erarbeiten“.
Also kein Streit mit dem Kanzleramt oder mit dem Wirtschaftsministerium, das sagt uns: Im Geld ausgeben zu Lasten der Bürger ist man sich einig.
Ich zeige Ihnen jetzt, um wieviel Geld es wirklich geht, in dem ich einen Punkt aus dem Klimaschutzprogramm herausgreife: die zusätzliche Ausschreibung von 12.000 MW Windkraft ab 2027, was 2.000 Windkraftanlagen entspricht.
Mehr Windkraftausschreibungen erhöhen den Zuschlagswert
Noch im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) der grünen Ampel war das Ziel festgelegt worden, bis 2030 115 000 MW Windkraft zu erreichen. Dazu sollten jedes Jahr
10.000 MW Windkraft ausgeschrieben werden, die maximal 7,25 €ct/kWh an Einspeisevergütung bekommen sollen. Am 31.3.2026 hatten wir einen Stand von 69.000 MW Windkraft in Deutschland. Um ja nicht das Ziel von rot-grün-gelb zu verfehlen, hat die Bundesregierung nun die Ausschreibungsmenge um 12000 MW insgesamt erhöht. Das führt aber zu mehr Anlagen mit höherer Vergütung. Denn bislang gab es mehr Anträge als 10.000 MW im Jahr, so dass die höchsten Zuschlagswerte wegfielen. Dadurch waren die Zuschlagswerte deutlich niedriger als 7,25 €ct/kWh. Mit der Mengenausweitung wird es Projektierern wieder eher möglich, ihre Gebote so nahe wie möglich am Höchstwert zu platzieren, weil ja nahezu alles was beantragt wird, bedient wird.
Mehr Windkraftausschreibungen erhöhen die Zuzahlungen aus dem Bundeshaushalt
Es gibt aber noch einen zweiten kostentreibenden Effekt der Mehrausschreibung von 12.000 MW Windkraft. Mehr Windkraftanlagen im Bestand senken zusätzlich den Börsenstrompreis dann, wenn es Wind gibt. Dann bekommt der Betreiber die Differenz zwischen Börsenpreis, der dann öfter nahe Null sein wird, und seinem Gebotspreis von bis zu 7,25 €ct/kWh aus dem Bundeshaushalt ersetzt.
Höherer Zuschlagswert und häufigere Zuzahlung wegen niedrigem Börsenpreis führen zu höherer Subvention aus dem Bundeshaushalt. Dr. Christoph Canne von Vernunftkraft hat das ausgerechnet: es führt zu einer Zusatzsubvention von 8 Milliarden € über die nächsten 20 Jahre. Darüber verliert Minister Schneider kein Wort.
So machen es die Schildbürger: Windkraftanlagen dorthin, wo kein Wind weht
Er verbirgt sich im Klimaschutzprogramm zur Windenergie noch ein weiterer Anschlag auf den Bundeshaushalt. Bundesminister Schneider möchte, dass mehr Windenergie im Süden Deutschlands platziert wird:
Worum geht es? Im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) hatte Robert Habeck den § 36h hinzugefügt. Weil mit der normalen EEG-Vergütung niemand auf die Idee käme, im windschwachen Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen und südlichen Rheinland-Pfalz ein Windkraftwerk zu errichten, weil es sich nicht rechnet, wurde ein Korrekturfaktor ins Gesetz eingebracht, der die EEG-Vergütung für den Süden auf das 1,55-fache erhöht, wenn der Wind nur 50 % des bundesdeutschen Referenzstandortes ausmacht. Wenn es nur 60 % sind, erhöht sich der Zuschlag um „nur“ das 1,42-fache, bei 70 % das 1,29-fache. Es ist wie bei den Schildbürgern: dort, wo wenig Wind ist, ist Windenergie besonders unwirtschaftlich und deswegen bezahlt der Steuerzahler mehr.
Der Referenzstandort für große Anlagen in Deutschland liegt bei etwas über 3000 Volllaststunden im Jahr. In Bayern und Baden-Württemberg beträgt er im Durchschnitt etwa 50 -70 %, der Durchschnitt dürfte bei 60 %, also etwa 2000 Vollaststunden liegen. Für diese eigentlich unwirtschaftlichen Standorte wird dann bis zu 1,42 mal 7,25 €ct/kWh, das sind 10,3 €ct/kWh gezahlt. Der durchschnittliche Marktwert für Windenergie an Land war im letzten Jahr 7,44 €ct/kWh. Die Differenz in zwischen 10,3 und 7,44 €ct/kWh ist 2,86 €ct/kWh. Eine 6MW-Anlage macht bei 2.000 Volllaststunden 12 Mio. kWh. Das ergibt im Jahr ein Subventionsbedarf von 343 200 € pro Anlage. Bei 2000 Anlagen sprechen wir von 686,4 Millionen € im Jahr mit einer 20Jahres-Garantie. Das macht dann über 20 Jahre 14 Milliarden € aus.
Dies Geld kommt aus dem Klimaschutzfonds, der mit dem Geld der Bürger und der Betriebe aus den CO2-Abgaben auf Gas, Öl, Benzin und Strom gespeist wird.
Diese Tricks zu Lasten der Bürger war man von der Ampel gewohnt, die Bundesregierung macht da munter weiter. Nur der Freistaat Bayern macht das Loch noch größer. Auf Antrag der Landesregierung Bayern, eingebracht vom Bundesvorsitzenden der Freien Wähler, dem Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, hat der Bundesrat am 27.März beschlossen, schon in diesem Jahr die Ausschreibungsmenge um weitere 5000 MW Windkraft zu erhöhen, so dass alle, die bislang bei der Ausschreibung wegen zu hohen Preisen zu kurz gekommen sind, noch in diesem Jahr in den Genuss der EEG-Subvention kommen sollen. Das ist Wind-Lobbyismus auf Kosten der Steuerzahler pur. Aber zugestimmt haben alle Bundesländer außer Sachsen. Letztere haben sich wenigstens enthalten.
Die Märchenerzähler von Berlin
Um die verfehlte Energiewende weiter fortsetzen zu können, scheut sich die Bundesregierung auch nicht davor, die Unwahrheit zu verbreiten. In der Einleitung des Klimaprogramms 2026 (S.12) begründet sie die Maßnahmen des Programms mit dem Pariser Klimaabkommen:
„Bis Mitte des Jahrhunderts soll die globale Bilanz der Treibhausgasquellen – und senken ausgeglichen sein“.
Im Pariser Klimaabkommen heißt es aber in Artikel 4, dass „in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts ein Gleichgewicht zwischen den anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen aus Quellen und dem Abbau solcher Gase durch Senken … herzustellen“ ist.
Die zweite Hälfte des Jahrhunderts heißt zwischen 2051 und 2099. Das war damals so formuliert worden, weil Indien erklärt hatte, nicht vor 2070, und China nicht vor 2060, ein solches Ziel erreichen zu wollen. Die EU will 2050 treibhausgasneutral sein. Die USA und Argentinien wollen überhaupt kein Ziel in diesem Jahrhundert festlegen.
Warum in aller Welt fälscht die Bundesregierung den Text des Pariser Abkommens in ihren offiziellen Dokumenten, um in Abweichung von Paris bereits 2045 treibhausneutral zu werden?
Da wird man als Antwort hören: Das Bundesverfassungsgericht hat uns aufgegeben, 2050 klimaneutral zu werden. Das war zwar falsch und naturwissenschaftlich höchst fragwürdig, aber kein Bundesverfassungsgericht würde die Bundesregierung daran hindern, anstatt 2045 die Zahl 2050 ins Klimaschutzgesetz zu schreiben. Und schon hätten wir heute eine Gnadenfrist von 5 Jahren gewonnen, um der höchstbedrängten Industrie und den durch CO2-Steuern abkassierten Bürgern Luft zu verschaffen. Ein fünfjähriges Moratorium für die europäischen und deutschen Klima-Sonderlasten würde unmittelbar ein neues Wirtschaftswunder entfachen!
Doch Kanzler Merz hatte es im März 2025 für nötig befunden, mit Hilfe von Grünen und Linken(!) die Jahreszahl 2045 in das Grundgesetz, Artikel 143 h, zu schreiben. Und diese Zahl wieder zu ändern, ist schwierig, weil SPD, Grüne, Linke auf absehbare Zeit eine Sperrminorität von 25 % zustande bringen werden.
Das Klimaschutzgesetz auf die Zahl 2050, und damit wieder auf EU – Norm hoch zusetzen, ist durch diese Operation nicht einfacher geworden.Unabhängig hiervon könnte und müsste sich die Bundesregierung den Nationen Italien, Tschechien, Polen, Belgien, Ungarn und Griechenland anschließen, die die CO2-Bepreisung für die nächste Zeit aussetzen wollen.Die Bundesregierung könnte ohne weiteres bis 2028 die Verteuerung von Gas, Öl, Benzin und Diesel durch die CO2-Steuer aussetzen und damit ein beispielloses Konjunkturprogramm entfachen. Wenn überhaupt soll es hierfür erst 2028 einen europäischen CO2– Emissionshandel geben.Die Bundesregierung könnte sofort das Fracking-Verbot für Deutschland aufheben, was zu einer Reindustrialisierung Deutschlands führen würde.Die Bundesregierung könnte das Kernkraftverbot aufheben.Die Bundesregierung könnte sofort den Kohleausstieg bei noch 27 großen Kohlekraftwerken beenden oder aufschieben.Zwar liebäugelt Bundeskanzler Merz mit einer Verschiebung des Kohleausstiegs, aber sein Parteikollege Ministerpräsident Wüst hat sich in NRW feiern lassen, dass er die rheinischen Braunkohlereviere, die noch hunderte Jahre Energie liefern könnten (und zwar für Strom und für Kraftstoffe aus Kohle, wie es Helmut Schmidt in den siebziger Jahren untersuchen liess) mit Rheinwasser volllaufen lassen will, um somit den nächsten Generationen diesen Kohlenstoffschatz unwiederbringlich zu zerstören.Wir haben zu viele grüne Zerstörer an den Schalthebeln der Politik, die das Parteibuch von CDU und SPD haben. Es liegt an uns, den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes, auch in den Wahlkabinen zum Ausdruck zu bringen, dass wir mit dieser Politik nicht einverstanden sind.
Wie wird mit CO2-Emissionshandel Kasse gemacht?
geschrieben von AR Göhring | 7. April 2026
Das Geld ist nicht weg – es haben jetzt nur andere.
Die Phase 4 des europäischen Emissionshandelssystems wurde gestartet – was bedeutet das für deutsche und andere EU-Bürger?
Der Emissionshandel wird von Aktivisten und Politikern als eine kapitalistische und „elegante“ Methode der Lenkung und letztlich Reduktion der Freisetzung von Kohlenstoffdioxidgas aus Fabriken, Heizungen und Fahrzeugen beworben.
Das Grundprinzip ist schon lange vom Hochhausbau in New York oder Chikago bekannt: Die Verwaltung begrenzte die maximale Höhe der Wolkenkratzer, damit die Straßen nicht zu dunklen zugigen Meilen werden. Bleibt ein Bauherr unter der erlaubten maximalen Traufhöhe, kann er die Differenz an einen Nachbarn verkaufen, der diesen Differenzwert dann über die erlaubte Traufhöhe bauen darf. USA-typisch können diese Differenzwerte in Form von „Aktien“ an einer Börse gehandelt werden – Spekulation und Preisschwankungen inbegriffen.
Ein Potsdamer Klimaforscher, Ottmar Edenhofer, sagte 2010 zur NZZ in dem Zusammenhang recht ehrlich:
Zunächst mal haben wir Industrieländer die Atmosphäre der Weltgemeinschaft quasi enteignet. Aber man muß klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.
14. November 2010, NZZ am Sonntag
CAP-and-Trade (CaT) – „Begrenze und verkaufe“
Das Wolkenkratzer-Prinzip wurde in Form von Verschmutzungsrechten auf die Klimaschutzpolitik übertragen: Es wird vom Staat eine begrenzte Menge von sogenannten „CO2-Zertifikaten“ festgelegt. Diese entsprechen einer politisch festgelegten Gesamtobergrenze der Emissionen („CAP“ – also englisch „Kappe“), die llmählich sinkt. Fabriken oder Kraftwerke, die Kohlendioxid ausstoßen, müssen Verschmutzungsrechte kaufen. Fabriken oder Kraftwerke, die wenig bis kein CO2 ausstoßen, können Rechte verkaufen. In Deutschland geschieht der Handel an der European Energy Exchange EEX in Leipzig. „An der EEX werden Strom, Erdgas, CO2-Emissionsrechte, Frachtprodukte, Metalle und Agrarprodukte gehandelt…Die EEX befindet sich im City-Hochhaus am Augustusplatz in Leipzig.“ (Wiki)
Um die nicht geringen Kosten der Zertifikate zu verringern oder völlig einzusparen, sind die Firmen oder Konzerne gezwungen, ihre Produktionsmethoden zu verändern, damit weniger CO2 freigesetzt wird. Man könnte zum Beispiel „erneuerbare Energiequellen“ EE wie eine Photovoltaikanlage aufs Fabrikdach bauen, um weniger „schmutzigen“ Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken beziehen zu müssen. Im Ergebnis erhält das Gas einen Marktpreis, mit dem das Management kalkulieren kann (und muß).
Die Aktivisten und Politiker versprechen sich von dieser CO2-Bepreisung
(1) eine marktwirtschaftliche Fexibilität, um planwirtschaftlich-sozialistische Effekte („Ökosozialismus“) zu verhindern: Die Firmen können selbst entscheiden, ob und wieviele Klimazertifikate sie kaufen. Es entsteht also ein klassischer Markt (dessen Gesamtvolumen allerdings politisch-zentral festgelegt wird).
(2) erhöhte Effizienz, weil zunächst dort Emissionen eingespart werden, wo es finanziell am günstigsten ist.
Problem, dargestellt an unserem Beispiel der Fabrik mit PV-Anlage: Scheint die Sonne nicht ausreichend, muß die Firma doch wieder ans öffentliche Netz, und erhält dort Strom von gasbetriebenen Ersatzkraftwerken, die bei Dunkelheit als zweite Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden muß – ohne EE wäre nur eine einzige Infrastruktur nötig. Die Kosten der zweiten Infrastruktur werden über verschiedene Wege an die Steuerzahler und Verbraucher weitergereicht. Damit wird Vorteil (1) deutlich verringert oder gleich ad absurdum geführt, da die Manager wegen künstlich verknappter Energie aus volatilen Quellen (Wind, Sonne, auch Bioöl) weniger Handlungsspielraum haben.
Lösung für große und mittelständische Unternehmen: raus aus Deutschland, in Länder mit billigem Strom, und vor allem mit niedrigeren Klimastandards, zum Beispiel Ungarn. Diese Lösung wählen immer mehr deutsche Firmen – mit dem Ergewbnis, daß der Gesamt-CO2-Ausstoß deutscher Produzenten im In- und Ausland STEIGT statt zu sinken. Genau das läßt sich auch schon beobachten – die unterschiedlichen CO2-Monitore wie EDGAR zeigen Deutschland seit Jahren im Spitzenbereich „schmutziger“ Produktion – Schweden oder Frankreich hingegen, je nach Datenbank, dank Kernkraft im sauberen Bereich.
Wird international frei gehandelt – oder gibt es nationale und regionale Märkte?
Wären die CO2-Zertifikate eine „elegante marktwirtschaftliche“ Lösung, müßten die Zertifikate möglichst international und frei handelbar sein. Sind sie aber nicht – so hat die Europäische Union seit 2005 das zentrale EU-Emissionshandelssystem (ETS, engl. Emission Trading System), das Kraftwerke, Industrie und teilweise den Luftverkehr abdeckt.
Deutschland als Klima-Musterländle hat zusätzlich ein nationales System für Wärme und Verkehr, das „Brennstoffemissionshandelsgesetz“. Das ist allerdings eine CO2-Steuer mit festgelegten Preisen, die erst in Zukunft handelbar werden sollen.
In den USA, unter Barack Obama und Joe Biden ebenfalls summarisch zwölf Jahre ein Klima-Musterstaat, gibt es kein nationales, sondern nur ein regionales System, das mehrere Bundesstaaten umfaßt, so die Regional Greenhouse Gas Initiative der nordödstlichen Staaten, die nur den Stromsektor betrifft. Im grün-verrückten Kalifornien, vor allem seit der Zeit Arnold Schwarzeneggers als Gouverneur, gibt es ein eigenes System, das „California-CAP-and Trade Program“.
Großbritannien hat nach dem Brexit ein nationales „UK Emissions Trading System“.
Auch China, das sich sonst gern von Klimaschutz-Verpflichtungen fernhält, hat mittlerweile das nach abgedeckten Emissionen weltgrößte Programm „Chinese National Emissions Trading System“ und begann mit dem Energiesektor, wird aber schrittweise erweitert.
Was geschieht in der 4.Phase des EU-Emissionshandelssystems?
In der 4. Handelsperiode zwischen 2021 und 2030 werden die Vorgaben noch weiter verschärft. Das Ziel besteht darin, die CO2-Emissionen noch schneller zu senken und den Preis für CO2 stabil hoch zu halten. Da wir 2026 bereits die Halbzeit geschafft haben, können wir den Erfolg der 4.Phase beurteilen. Was ändert sich gegenüber 2021?
Die Gesamtmenge an Zertifikaten wird jedes Jahr stärker verringert, und der lineare Reduktionsfaktor LRF* wurde erhöht (aktuell etwa 4% per anno). Um die EU-Industrie international wettbewerbsfähig zu halten, gibt die EU teils kostenlose Zertifikate aus – in Zukunft aber weniger.
Zwei Geldtöpfe („Fonds“) für Innovation und Modernisierung wurden noch praller gefüllt – damit werden Klimaprojekte in ärmeren EU-Staaten finanziert und angebliche „Wunderwaffen“ der Klimarettung wie CO2-Abscheidung (Carbon capture) und Wasserstoff-Technologie. Im Klartext: Bekanntermaßen selbst aus Sicht der Alarmisten unnütze Technik, die zu teuer und zu iuneffizient ist, wird mit Steuergeldern bezahlt.
Die allgemein unbekannte „Marktstabilitätsreserve“ MSR reduziert automatisch Zertifikate, wenn zu viele auf den Markt geworfen werden, damit Preisabstürze verhindert werden.
Zusätzlich zu den traditionellen Energiesektoren Kraftwerke (Strom), Industrie und EU-Luftverkehr werden nun auch die Schiffahrt und Gebäude+Verkehr einbezogen – für letztere soll ein eigenes System, ETS2, aufgebaut werden. Außerdem wurde ein neues Instrument eingeführt: Der Carbon Border Adjustment Mechanism, deutsch Kohlenstoff-Grenz-Ausgleichsmechanismus für Importe aus dem Nicht-EU-Ausland, da fremde Produzenten ohne die EU-Kosten billiger anbieten können.
Der härteste Punkt der 4. Phase ist die Verschärfung der Klimaziele, die sogar „Fit for 55“ übertreffen: Bis 2030 (in vier Jahren ! also) sollen die CO2-Emissionen statt um 55% um 62% gegenüber 2005 sinken.
Das EU-Emissionshandelssystem 2 (ETS2) ab 2027
Das ETS 2 erfaßt die beim ETS 1 noch nicht beachteten Sektoren Verkehr & Gebäude – hier werden die Bürger und Steuerzahler also direkt betroffen. Der Mechanismus ist derselbe wie beim ETS 1 – Cap and trade, begrenze und handele. Es wirt also politisch-planwirtschaftlich festgelegt, wieviel CO2 ausgestoßen werden darf – und diese Menge sinkt. Zahlen muß den Spaß am Ende der Verbraucher, aber nicht direkt – die Eintreibung erfolgt via Energieversorger und Kraftstoffanbieter. Die Mieter dürfen sich dann über noch höhere Heizkosten, und die Auto- und Brummifahrer über höhere Spritpreise freuen.
Welchen Vorteil hat angeblich das ETS2? Fahren und heizen mit „Fossilen“ wird teurer . „Alternativen“ wie E-Autos, Wärmepumpen und Dämmung der Hauswände wird attraktiver. Der Nutzen für die Umwelt ist längst bekannt: Negativ, da der Strom für Wärmepumpen zum Gutteil aus Kohle- und Gaskraftwerken kommt, und Häuserdämmung teils derart viele Emissionen zur Folge hat, daß es Jahzehnte braucht, um das wieder einzusparen.
*LRF:
Er gibt an, wie stark die Gesamtmenge an verfügbaren Emissionszertifikaten jedes Jahr reduziert wird.
Der LRF ist ein jährlicher Prozentsatz.
Er sorgt dafür, daß die erlaubten CO₂-Emissionen kontinuierlich sinken.
Dadurch wird CO₂ knapper und teurer, was Anreize zur Emissionsreduktion schafft.
Konkrete Werte:
Bis 2020: ca. 1,74 % pro Jahr
2021–2023: 2,2 % pro Jahr
Ab 2024 (verschärft durch Klimaziele): etwa 4,3 % pro Jahr
Woher kommt der Strom? Windflaute bei starker PV-Stromerzeugung
geschrieben von AR Göhring | 7. April 2026
Woher kommt der Strom? von Rüdiger Stobbe
Die aktuelle Analysewoche nimmt beeindruckend vorweg, was im Sommerhalbjahr immer öfter vorkommen wird. Windflaute bei starker PV-Stromerzeugung. Teure Stromimporte. Hört sich zwar alles nicht schlimm an, ist es aus versorgungstechnischer Sicht in Sachen Strom aber durchaus. Zum einen ist die Residuallast in der Zeit, wo keine Sonne scheint, besonders, hoch. Wenn dann aber über Tag die Sonne scheint, ist dank des subventionierten PV-Zubaus ohne Sinn und Verstand (meine Meinung) über die Mittagsspitze häufig mit sehr niedrigen, wenn nicht sogar negativen Strompreisen zu rechnen. Hinzu kommt die gewollte Notwendigkeit (guter Verdienst für alle außer den Stromkunden) große Mengen Strom importieren zu müssen. All` diese Sachverhalte werden in der aktuellen Analysewoche von Mutter Natur präsentiert.
Am Mittwoch und Donnerstag erreichen die Erneuerbaren dank der massiven PV-Stromerzeugung fast den Bedarf. Am Dienstag wird bereits zu minus 3€/MWh exportiert, am Mittwoch werden wenigstens noch 3€/MWh eingenommen. Von diesen Preisen wollen selbstverständlich auch alle die profitieren, die momentan Batteriespeicher planen/bauen. Bis zu 214€/MWh werden am Abend für die Stromeinspeisung aufgerufen. Eine feine Preisdifferenz (226€), ein gutes Geschäft.
Am Sonntag übersteigt die regenerative Stromerzeugung den Bedarf erheblich. Der Strom wird nicht nur verschenkt. Bis zu 12€/MWh werden den Abnehmern mitgegeben. Der Strompreis am Abend liegt bei bis zu 174€/MWh. Auch hier lohnt die Speicherung und Wiedereinspeisung zu Abend.
An der schwarzen Im- und Exportlinie ist die Nutzung dieser Preisdifferenzen gut zu erkennen. Der Mittwoch ist das Beispiel der Woche.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 12. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wie nehmen den Ausbaugrad von 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau nur zu einer massiven Stromüberzeugung mit oft negativen Preisen führen wird. Zu den PV-Strom armen Zeiten ist die zusätzliche Stromerzeugung weiter gering, so dass die Residuallasten im Vergleich zu heute teilweise steigen. Ab und zu übertreffen sie den gesamten heutigen Strombedarf.
Am Freitag, den 27. März 2026 fand auf Veranlassung der Fraktion Bündnis90/die Grünen im Deutschen Bundestag eine Debatte über zwei Anträge ( Antrag 1 / Antrag 2) zur Verbesserung des Klimaschutzes statt. Bemerkenswert ist der erste Forderungs-Punkt aus Antrag 2: Klimagerechtigkeit – CO2 bepreisen und das Leben für alle Menschen bezahlbar machen. Das ist die faktische Verhöhnung der Bevölkerung, denn die CO2-Bepreisung soll doch genau dazu führen, was aktuell den Ölkonzernen vorgeworfen wird. Die Erhöhung der Spritpreise in einem Umfang, der den Menschen die Individual-Mobilität verleidet. Dass unsere Energiewendefreunde die hohen Preise nicht begrüßen, liegt allein an der Tatsache, dass angeblich die Falschen, die Ölkonzerne, diese in Deutschland verursachen und Geld damit verdienen. Dabei ist der Sprit in Belgien um die 0,3 € pro Liter günstiger. Ob das wohl an der dort nicht vorhandenen CO2-Bepreisung plus hoher Steuerabgreife (Mehrwertsteuer auf Steuern und Abgaben), wie in Deutschland üblich, liegt?
Mein wiederkehrender Appell an die Verantwortlichen von „Unsererdemokratie“ und die „Freunde der Energiewende“: Stoppen Sie die Energiewende. Streichen Sie die CO2-Steuern – dann wird auch der Sprit billiger – und bauen Sie wieder eine kostengünstige, verlässliche Energieversorgung mit Kernenergie auf, bevor es zu spät ist. Ein guter, weil wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist die geplante Änderung des alten Habeck-Heizungsgesetzes in das Gebäudemodernisierungsgesetz. Ein weiterer guter Ansatz ist das sogenannte Netzpaket. Weiter so: Hören Sie auf, einer Schimäre nachzujagen. Die Energiewende ist zum Scheitern verurteilt.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Windstrom und PV-Strom erreichen mit den übrigen Erneuerbaren die Bedarfslinie. Negativpreise sind die Folge, denn der fossile Netzstabilisierungsstrom – wird als Systemdienstleistung vergütet – kommt immer noch hinzu! Die Strompreise.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.