Wir leben auf einer Kugel, also sprechen wir doch mal über den Raumwinkel

 

Uli Weber

Das Titelbild dieses Artikels ist das berühmte Apollo-Foto „Earthrise“, das William Anders am 24. Dezember 1968 als Mitglied der Apollo-8-Besatzung während einer Umkreisung des Mondes aus ca. 384.400 km Erdentfernung aufgenommen hatte. Als Kamera ist auf Wikimedia eine modifizierte Hasselblad 500 EL (Mittelformat) mit einem 250 mm Teleobjektiv angegeben. Laut GOOGLE-KI beträgt dessen XY-Öffnungswinkel etwa 12°-13° und entspricht in der Bildwirkung etwa einem 135-mm-Objektiv im Kleinbildformat. Dem titelgebenden Raumwinkel nähern wir uns jetzt zunächst einmal über Wikipedia, denn das versteht jeder und der Autor kann nichts falsch machen:

Steradiant (Wikipedia):Der Steradiant (Einheitenzeichen: sr) ist eine Maßeinheit für den Raumwinkel. Im Internationalen Einheitensystem (SI) ist er als abgeleitete Maßeinheit enthalten.

Auf einer Kugel mit 1 m Radius umschließt ein Steradiant eine Fläche von 1 m² auf der Kugeloberfläche. Der Raumwinkel der gesamten Kugeloberfläche beträgt 4π sr.

Definition: Gegeben sei eine Kugel mit dem Radius r. Dann ist ein Steradiant (sr) der Raumwinkel, den von der Mitte der Kugel aus gesehen eine Kugelkalotte mit der Fläche r^2 auf der Kugeloberfläche einnimmt. Dieser Raumwinkel lässt sich berechnen als die Fläche At der Kugelkalotte dividiert durch das Quadrat des Radius r: Ω = At/r^2

Die Division bewirkt, dass der Raumwinkel nicht vom Radius der betrachteten Kugel abhängt.

Der volle Raumwinkel (einer Kugel) beträgt 4π sr, der volle Winkel (Vollwinkel) einer ebenen Kreisscheibe (Vollkreis) 2π rad.“

1. Auffälligkeit: In der Kommentarfunktion zu meinem letzten EIKE-Artikel „Das THE-Paradigma scheitert bereits an der Ortstemperatur“ ergab sich ein interessanter Disput zwischen den Herren Heß, Schulz und weiteren Kommentatoren über die folgende Aussage, Zitat Heß:

Nein CERES Satelliten messen bei ca. 700 km und referenzieren die Flüsse auf 20 km als ‚TOA‘.“

1. Feststellung: Bei KT erfolgt die terrestrische IR-Abstrahlung auf einem ungenannten TOA. Die im Zitat genannte TOA-Interpretation von 20 km steht der hier im EIKE-Blog analog zur barometrischen Höhenformel für die Standardatmosphäre häufig verbreiteten sogenannten terrestrische „Abstrahlungshöhe“ von ca. 5 km entgegen. Das ist also eben mal so nebenbei eine Vervierfachung für die terrestrische Abstrahlungshöhe der IR-aktiven Gase.

2. Auffälligkeit: Aber weiter im Text, Herr Schulz hatte dann zurecht moniert, dass ein Satellit bei 700 km Höhe eine Messung durchführt, die dann auf 20 km Höhe referenziert wird, und nach der entsprechenden Fehlerbe­trachtung gefragt. Hier brach dieser interessante Dialog dann plötzlich ab – und es kam dort zu einem spontanen Themenwechsel durch einen Herrn Heinemann, was man auch als „Changing of the Subject“ bezeichnen könnte…

Schaunmeralsomalgezieltweiter: Die von Satelliten gemessenen Absorptionstrichter der IR-aktiven Gase wie CO₂, H₂O, O₃ und CH₄ im IR-Spektrum der Erde gelten als Beleg für den sogenannten „natürlichen atmosphärischen Treibhaus­effekt“, dessen kleiner Bruder uns als anthropogene globale Erwärmung (AGW) demnächst alle umbringen wird, wenn – ja wenn wir unseren CO2-Ablaß nicht rechtzeitig bezahlen. Ein engagierter EIKE-Kommentator und überzeugter THE-Verteidiger beweist diesen THE gerne mit der nachfolgenden Abbildung:

Abbildung 1 aus: Krüger „Grundlagen des Treibhauseffektes für EIKIANER“ (2016)

Das ist ein sehr schöner Beweis für den sogenannten THE 😉 leider konnte der Autor vom besagten Kommentator bisher nicht erfahren, wann, wo und von welchem Satelliten diese Messung in 70 km Höhe durchgeführt worden ist, wann der Satellit abgestürzt ist und wer diese Grafik erstellt hat. Denn eigenartigerweise zeigt diese Grafik exakt die 240 W/m^2 der „natürlichen Temperatur“ unserer Erde von -18°C im Vergleich mit den 390 W/m^2 Abstrahlung aus der sogenannten gemessenen globalen Durchschnittst­emperatur von 15°C.

2. Feststellung: Eine direkte Messung dieser beiden aus Durchschnittswerten abgeleiteten terrestrischen Spektren in Abbildung 1 ist physikalisch unmöglich.

3. Auffälligkeit: Vielleicht erinnern Sie Sich noch an die Farbgrafik mit den Temperaturdifferenzen zur globalen Durchschnittstemperatur von 15 °C aus meinem letzten Artikel:

Abbildung 2: Karte der durchschnittlichen Jahrestemperatur 2002 als Differenz zur Globaltemperatur von 15 °C (schwarz) – Bearbeitung Uli Weber – Lizenz: CC BY-SA 3.0

Original: Annual Average Temperature Map by Robert A. Rohde for Global Warming Art

(Wikimedia Commons) – Licence: CC BY-SA 3.0

Die 15°C-Linie (schwarz) musste durch Verbreiterung des Farbspektrums für den Wert von 15°C überhaupt erst einmal sichtbar gemacht werden. Und, dieser Linie folgend 😉 hat die Bodencrew des betreffenden Satelliten dann das vorstehend abgebildete terrestrische IR-Durchschnittsspektrum gemessen 😉 und der Satellit selbst aus vorgeblich „70 Kilometern Höhe“ die minus18Grad-Trichter der „klimaaktiven Gase“ beigesteuert 😉 Während also der Satellit abgestürzt ist – erst langsam und dann immer schneller – war eine globale Just-in-Time-Mittelung und Flächennormierung aller gemessenen Temperaturen unserer Erde erforderlich mit einer zeitgleichen Ortsbestimmung für den Schnittpunkt von Satelliten-Absturzbahn und der in obiger Abbildung schwarz dargestellten 15°C-Linie (sarc off).

3. Feststellung: Die „gemessenen“ IR-Spektren für 240 W/m² und 390 W/m² in Abbildung 1 sind Hokuspokus.

4. Auffälligkeit: Überlegen wir uns deshalb einmal, wie eine solche Spektrometermessung tatsächlich zu Stande kommt. Das ABB-Handbuch (2005) für das bodengestützte AERI-Instrument (Atmospherically Emitted Radiance Interferometer) gibt an, die Kalibrierung würde mit zwei internen Schwarzkörpern erfolgen. Weiter heißt es in „7.1.3 Specifications“, übersetztes Zitat:

Das Instrument hat eine Auflösung von einer Wellenzahl (1/cm). Der Wellenlängenbereich liegt zwischen 520 und 3300 Wellenzahlen bzw. zwischen 400 und 3300 Wellenzahlen im ER-Polardetektor. Die Datenerfassung erfolgt ausschließlich in atmosphärischen Fenstern. Die maximale Messreichweite ist die Obergrenze der Atmosphäre an einem wolkenlosen Tag. Im Standardmodus werden alle 8 Minuten, im Schnellabtastmodus jede Minute Messungen durchgeführt. Das Instrument blickt mit einem Sichtfeld von 1,3 Grad senkrecht nach oben in die Atmosphäre.“

4. Feststellung: Gemessen wird ausschließlich im atmosphärischen Fenster (Wellenzahl 700 bis 1250), aber Messdaten werden mit einer Auflösung von einer Wellenzahl zwischen den Wellenzahlen 520 (400) und 3300 ausgeworfen – das nennt man dann wohl eine spontane plancksche Spektral­verbreiterung. Wir brauchen uns aber gar nicht darüber zu streiten, denn es kommt noch viel dicker:

5. Auffälligkeit: Es ist unbestritten, dass die Abstrahlung infrarotaktiver Gase in unserer Atmosphäre zufällig und in alle Richtungen erfolgt. Unter der Annahme, dass die Apertur des Sichtfeldes die räumliche Auflösung eines Strahlungsinterferometers bestimmt, sollten Satelliteninstrumente ähnlich wie das AERI-Instrument* konstruiert sein, das über ein Sichtkegel von 1,3 Grad Öffnung verfügt. So verfügt der Airborne Scanning High-resolution Interferometer Sounder* (S-HIS) über einen Öffnungswinkel von 100 mrad und das Diviner Lunar Radiometer* über ein geometrisches IFOV des Detektors von 3.4 mrad seitlich und 6.7 mrad in Flugrichtung. Gehen wir bei den satellitengestützten Spektrometern also einfach mal von 1° bis 3° Sichtfeld aus.

5. Feststellung: Das Sichtfeld der satellitengestützten IR-Spektrometer entspricht dem Bildwinkel eines 1000mm-Teleobjektivs im KB-Vollformat von etwa 2,5 Grad. Die spontane Emission von IR-Photonen durch IR-aktive Gase erfolgt dagegen über einen Raumwinkel von 4Pi(sr) (=Vollkugel). Aus dem Weltraum gesehen umfasst die terrestrische Abstrahlung vereinfacht – und die ganz schlauen müssen jetzt auch wirklich ganz stark sein – eine (hemisphärische) Halbkugel von 2Pi(sr). Während also die IR-Abstrahlung im atmosphärischen Fenster radial von der Erde weg erfolgt und damit im Meßfeld des Spektrometers vom Satelliten liegt, wird von der kugelförmigen Abstrahlung der IR-aktiven Gase lediglich ein niederer Prozentsatz erfasst, vergleichbar mit dem Ausschnitt eines tausender Teleobjektivs. Im Vergleich entspricht der Ausschnitt des originalen 6×6 Titelfotos aus 384.400 km Erdentfernung der Bildwirkung eines 135-mm-Objektivs im KB-Format.

Abschlussfrage: Stellen die satellitengestützt gemessenen IR-Trichter im terrestrischen IR-Abstrahlungsfeld tatsächlich repräsentative physikalische Meßwerte dar, oder sind das lediglich Artefakte des Instrumentendesigns?

*) Die Referenzen der vorstehend genannten Gerätespezifikationen finden Sie in meiner aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichung.

 




Sind Pachtverträge mit Windkraftflächenbesitzern und– pächtern sittenwidrig? Und deshalb von vorneherein nichtig?

Der Podcast CumTempore von Prof. Schulte behauptet das.

Der größte Teil der insbesondere in den letzten Jahren und aktuell abgeschlossenen Pacht- bzw. Mietverträge von Agrarland bzw. Wald zum Bau von Windkraftanlagen oder Photovoltaikfeldern dürfte aufgrund extrem überteuerter Pachten/Mieten sittenwidrig und damit nichtig sein.

Es ist gemäß BGB und relevanter Gerichtsurteile von einem sittenwidrigen Pacht- oder Mietvertrag regelmäßig dann auszugehen, wenn der Pacht-/Mietzins gut 100 % über dem objektiven Marktwert der Gebrauchsüberlassung liegt. Zum Teil werden aber mehrere Hundert-% bis über 10.000 % überhöhte Pachten / Mieten gezahlt. Nichtig heißt, dass ein Vertrag von Anfang an ungültig ist. Es entfaltet keinerlei rechtliche Wirkung, weshalb bereits ausgetauschte Leistungen, sprich Pachten oder Mieten zumindest weit überwiegend zurückgegeben werden müssten.

Das sind ganz schlechte Nachrichten insbesondere für private und kommunale Verpächter, die sich bereits über Zuflüsse in Millionenhöhe in den kommenden Jahren freuen und ggf. bereits bald mit enormen Rückforderungen ihrer „Partner“, zumeist GmbH & Co KGs, konfrontiert werden.

Das Video deckt die Hintergründe auf und zeigt auch, welche weitere vielfältige Risiken auf die zum Teil viel zu gutgläubigen, privaten & kommunalen Verpächter übertragen werden. Es gibt auch Bürgerinitiativen Tipps, wie sie mit diesen Informationen umgehen können.

 




EIKE: 17. Klima und Energiekonferenz (17. IKEK) beginnt am 26.6. und 27.6.26 in Halle (Saale)

IKEK-17-Programm DEUTSCH

 

Anmeldung hier 

Anmeldung: 17. Internationale Klima- und Energiekonferenz 2026

 




Ein Verein aus Ulm versteht sich als Wegbereiter für ein „Klimaneutrales Energiesystem für 10 Milliarden Menschen“

Oder

Die Geschichte vom Traumhaus (Das Fass ohne Boden)

Die aktuelle Studie „ZUKUNFT DER STROMSYSTEMKOSTEN“ (hier) des Vereins „Global Energy Solutions All in forderte Elektroingenieur Klaus Maier zum Widerspruch heraus. Maier kommt abschließend zu dem Schluss:

„Deutschland zerstört seinen Wohlstand und erhält als ‚Lohn‘ lediglich, dass der Zeitpunkt, an dem die magischen 2 °C Temperaturerhöhung erreicht werden, nur um wenige Monate später eintritt.

Die Energiewende ist nicht schlecht gemacht – sie ist nicht zumachen!

Die längere Stellungnahme folgt unten.

Von Klaus Maier

Was will der Verein „Global Energy Solutions All in“?

Auf deren Internet-Seite findet man:

„Wir arbeiten an Lösungen, wie die Welt den Zustand der Klimaneutralität erreichen kann und alle Menschen ein Leben in auskömmlichem Wohlstand führen können.“

Aus der Seite „Partner werden“ des Internetauftrittes

Der Plan B für die Energiewende…

„Energie, Klima, Wirtschaft – Deutschland kann es besser! Während Sicherheit, Bildung und Infrastruktur dringend mehr Geld benötigen, verschwenden wir Milliarden für Klimaschutzmaßnahmen, die nicht wirken. Global Energy Solutions (GES) arbeitet an smarten, marktwirtschaftlichen Lösungen für Klimaneutralität in Deutschland, Europa und weltweit. Unsere Mission: Der Plan B für die Energiewende. Der Zustand unseres Landes zeigt, wie es nicht geht. Freiheit, Sicherheit und Wohlstand behalten wir nur, wenn wir alle Optionen kombinieren: Sonne und Wind mit zuverlässig steuerbaren Energien, z. B. fossil mit Carbon Capture oder nuklear. Außerdem klima-freundliche Kraftstoffe und Batterien. Lösungen statt Verbote. Funktionierende Systeme statt lähmender Bürokratie.“

Und aus der Seite „Entstehung“ von „Global Energy Solutions“

„Wenn es dem Verein gelingt, weltweit den Bau entsprechender Anlagen […] in die Wege zu leiten, dann entstehen daraus die Arbeitsplätze der Zukunft“, war Staatssekretär Norbert Barthle überzeugt, als der Verein „Global Energy Solutions e. V.“ am 27.08.2020 im Ulmer Rathaus mit einem Festakt gegründet wurde. Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nannte grünen Wasserstoff das „Öl der Zukunft“.

Und

„Die Aktivitäten des Vereins erfolgen in Partnerschaft mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und sind zudem Teil der vielfachen Aktivitäten im Land Baden- Württemberg und in der Region Ulm zum Thema Wasserstoff. „Ein guter Tag für Ulm, ein guter Tag für die Region“, sagte der Präsident der IHK Ulm, Dr. Jan-Stefan Roell, dazu und schenkte dem Verein zum Startschuss 5.000 Euro.“

Mehr Information zum Verein im Anhang.

Die Kritik und die Reaktion

Der Elektroingenieur Klaus Maier schrieb den Autoren von Global Energy Solutions zu Ihrer Studie „ZUKUNFT DER STROMSYSTEMKOSTEN“.

Guten Tag Herr XYZ,

ich habe Ihre Studie quergelesen und einige positive Aspekte entdeckt. So haben Sie sich beispielsweise um die volkswirtschaftlichen Stromsystemkosten gekümmert, ohne die Verteilung der Kosten auf Haushalte, Industrie, Gewerbe und Staat zu berücksichtigen. Positiv ist auch die realistische Betrachtung eines Energy-Only-Marktmodells. Es gäbe noch weitere Punkte, die ich nennen könnte, aber leider überwiegt meine grundsätzliche Kritik.

Aber lassen Sie mich mit der Geschichte vom Traumhaus beginnen:

Die Geschichte vom Traumhaus (Das Fass ohne Boden)

Familie Müller sitzt in ihrer engen Dreizimmerwohnung. Vier Kinder, Spielzeug überall, die Nerven liegen blank. Mutter Sabine drängt: „Wir brauchen Platz, jetzt sofort!“ Da taucht die Gelegenheit auf: Ein altes, stattliches Haus im Nachbarort steht zum Verkauf. Großes Grundstück, verlockend günstiger

Einstiegspreis. Der Makler drückt aufs Tempo: „Es gibt viele Interessenten, Sie müssen sich bis morgen entscheiden!“

Vater Thomas zögert kurz, aber die Sehnsucht nach der perfekten Zukunft siegt. Sie unterschreiben den Vertrag, ohne einen Gutachter mitzunehmen. Die Ratenzahlung presst ihr monatliches Budget bereits bis auf den letzten Cent aus, aber man redet sich ein: „Das wird schon irgendwie klappen.“ Doch kaum sind die Schlüssel übergeben, bricht die Realität über sie herein:

  • Der Keller ist feucht: Schimmel breitet sich aus.
  • Das Dach ist morsch: Beim ersten Regen tropft es im Kinderzimmer.
  • Die Heizung: Ein 35 Jahre altes Monstrum, das komplett ausgetauscht werden muss – zusammen mit den maroden Fenstern und den Leitungen.
  • Der riesige Garten: Ein Dschungel, der täglich Stunden an Arbeit verschlingt, die im Alltag mit vier Kindern einfach nicht da sind.

Ein professioneller Projektmanager würde an diesem Punkt die Reißleine ziehen. Er würde die Zahlen nüchtern nebeneinanderlegen, den Fehler eingestehen und sagen: „Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende. Wir verkaufen das Grundstück wieder, verbuchen den Verlust als Lehrgeld und retten, was von unserer Existenz noch übrig ist.“

Was macht Familie Müller stattdessen?

Sie weigert sich, den Fehler zuzugeben. Schließlich hat man sich so sehr auf das Projekt eingeschworen.

Um die Handwerker für das Dach zu bezahlen, wird der nächste überteuerte Kredit aufgenommen. Für die Heizung reicht das Geld nicht mehr, also wird provisorisch mit teuren Heizlüftern gearbeitet. Thomas rechnet sich die Haushaltskasse abends am Küchentisch schön: „Wenn wir beim Essen sparen und die Zinsen nächstes Jahr magisch sinken, geht die Rechnung auf!“

Aus dem Traum vom Familienglück ist ein unbezahlbares, stressiges Hamsterrad geworden. Sie reparieren an Symptomen herum, während das Fundament wegbricht – nur, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass der Kauf von Anfang an eine Fehlentscheidung war.

Die Brücke zur Realität: Warum das Projekt „Energiewende“ exakt so läuft.

Diese Geschichte spiegelt eins zu eins die aktuelle Sackgasse der politischen Großprojekte wider:

  • Der emotionale Impuls: Damals hieß es, die Energiewende koste den Bürger „nicht mehr als eine Kugel Eis im Monat“. Getrieben von der absolut verständlichen Sehnsucht nach einer sauberen Zukunft wurde das Projekt überstürzt gestartet.
  • Das Ignorieren der Substanz: Fachleute und Ingenieure warnten von Anfang an vor den „Feuchtigkeiten im Keller“ – der mangelnden Speichertechnologie für Dunkelflauten, den astronomischen Kosten für den Netzausbau und der Instabilität der Stromversorgung. Man ignorierte sie, weil man wollte, dass es einfach so klappt.
  • Das Schönrechnen im Hamsterrad: Heute explodieren die Netzentgelte, die Industrie wandert ab und die Kosten laufen völlig aus dem Ruder. Statt das Projekt als „gescheitert“ zu deklarieren und die ursprüngliche Zielsetzung, die Dekarbonisierung, zu hinterfragen, wird wie bei Familie Müller agiert: Es werden Milliarden an Subventionen dem verbrannten Geld hinterhergeworfen (die nächsten Kredite) und die Statistiken werden politisch schöngeredet, um das Gesicht nicht zu verlieren.

Das Fazit: Ein guter Steuermann korrigiert den Kurs, wenn er sieht, dass er auf ein Riff zusteuert. Wer jedoch den Kompass manipuliert, nur um recht zu behalten, lässt das Schiff sehenden Auges stranden.

Es gehört zum Grundwissen eines Projektmanagers, ein laufendes Projekt abzubrechen, wenn er feststellen muss, dass er die Ziele im Rahmen der einzuhaltenden Randbedingungen (Kosten, Zeit, Lösungsmerkmale) nicht erreichen kann.

Insofern frage ich mich, ob Ihnen der Widerspruch nicht bewusst ist, den Sie mit dem Ergebnis Ihrer Studie offenbaren?

Wenn einerseits das Industrieland Deutschland erhalten bleiben soll und andererseits Ihre Studie zeigt, dass die Dekarbonisierung so hohe Kosten verursacht, dass die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands zerstört wird, muss die Zielsetzung der Dekarbonisierung doch aufgegeben werden!

Sie zeigen die Problemfelder zwar quantitativ auf, bieten aber nur grundsätzliche und qualitative Ansätze zur Lösung bzw. zur Milderung der Probleme an.

An dieser Stelle vielleicht kurz zu meiner Person: Ich bin Elektroingenieur im (Un-)Ruhestand und beschäftige mich seit zwölf Jahren über 25.000 Stunden mit der Energiewende und ihren Implikationen. Dabei lege ich großen Wert auf quantitative Aussagen.

Meine Analyse von sechs Szenarien zeigt eindeutig, dass die Energiewende gescheitert ist, da sich die Dekarbonisierung und die Erhaltung unseres Wohlstandes gegenseitig ausschließen!

Falls Sie sich die Zeit nehmen möchten, einige meiner Papiere näher kennenzulernen (siehe Anlage), so kann ich Ihnen folgende Auswahl empfehlen:

Kurzfassung von Energiewende-Szenarien in Deutschland um 2045 https://magentacloud.de/s/nRa9AYJ2fkAwT7x

und die Langfassung:

Energiemodelle zur Bewertung alternativer Energiesysteme 2045 – Technische Endlösungen im Vergleich
https://magentacloud.de/s/Grrp2NFiE2cFgC2

In meiner Arbeit bewerte ich sechs Szenarien, die alle drei Sektoren (Strom, Wärme und Verkehr) als Gesamtheit betrachten und nicht, wie Sie es machten, nur den Sektor Strom. Meine Methodik ist also umfassender und damit aussagekräftiger.

Es gibt Aussagen verschiedener Institute und Professoren, die von nötigen Gesamtinvestitionen von bis zu 10 Billionen Euro ausgehen. Bei typischen laufenden Betriebskosten von 5 % bis 8 % (inklusive Finanzierungs-, Erhaltungs- und Ersatzkosten) wären das 500 bis 800 Mrd. € pro Jahr an dauerhaften volkswirtschaftlichen Kosten. Wie soll die deutsche Volkswirtschaft diese Kosten stemmen?

Nun kommt noch hinzu,

  • dass die Dramatik der Klimakatastrophe zurückgenommen wurde,
  • dass der Anteil Deutschlands an den CO2-Emissionen weniger als 2% der weltweiten Emissionen beträgt und
  • dass der Rest der Welt (außer der EU und Australien) nicht oder nur halbherzig bei der CO2 Reduktion mitmacht.

Deutschland zerstört seinen Wohlstand und erhält als „Lohn” lediglich, dass der Zeitpunkt, an dem die magischen 2 °C Temperaturerhöhung erreicht werden, nur um wenige Monate später eintritt.

Die Energiewende ist nicht schlecht gemacht – sie ist nicht zumachen!

Ich frage: Welcher Projektmanager ist für dieses Desaster verantwortlich und müsste zur Rechenschaft gezogen werden?

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Maier

————————-

Die Antwort kam prompt:

Sehr geehrter Herr Maier,

Ihren Zeilen entnehme ich, dass wir in der Bewertung einig sind.

Die Lösung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist preiswerte Grundlast. Leider gibt es hierfür nicht allzu viele Optionen.

Gruß

XYZ

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Das konnte ich so nicht stehen lassen und erwiderte (worauf keine Reaktion mehr erfolgte):

Guten Tag Herr XYZ,

ich verstehe Ihre Antwort nicht. Wie können Sie behaupten, dass wir uns in der Bewertung einig seien, wenn Sie in Ihren Handlungsempfehlungen lediglich Stellschrauben der Energiewende beschreiben, die optimaler eingestellt werden sollen? Offenbar mit der Vorstellung, die Energiewende so umzusetzen.

Im Gegensatz dazu habe ich in meiner Stellungnahme und in den von mir zitierten Arbeiten, die mehr als nur „ein paar Zeilen“ umfassten, aufgezeigt, dass die Energiewende scheitern muss. Es geht nicht nur um den Sektor Strom, sondern um die Sektorkopplung. Da macht es wenig Sinn, Strom selektiv zu betrachten.

Leider bin ich es gewohnt, dass es auf meine Kritik und Fragen zu Studien und Artikeln zu keinem ernsthaften, fairen Austausch von Argumenten kommt.

Entschuldigen Sie den Vergleich, aber es kommt mir so vor, als hätte man es mit sehr jungen Menschen zu tun, die sich ihre Visionen nicht zerreden lassen wollen. Oft bleibt ihnen nur, die brutale Realität zu erleben, bis alles Schönreden in Staub zerfällt – also die normative Kraft der Fakten. Der Lerneffekt ist nachhaltig, aber die Wunden schmerzen noch lange …

Konfuzius wusste schon: „Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste; und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Maier

———————-

Anhang:
Wer ist der Verein Global Energy Solutions e.V.?

Google Ki gibt Auskunft wer den Verein finanziert und welche der Firmen dort aktiv ist.
(Achtung: KI kann irren)

Der Verein Global Energy Solutions e.V. (GES) finanziert sich primär über eine Kombination aus öffentlichen Fördermitteln, Unternehmenspartnerschaften und Spenden. [1, 2, 3]

Die wichtigsten Säulen der Finanzierung im Detail:

  • Öffentliche Förderung: Der Verein erhält projektbezogene Zuschüsse des Bundes, wie etwa vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die Erarbeitung globaler klimaneutraler Energieszenarien. [1, 2]
  • Unternehmenspartner und Sponsoren: Industriepartner aus dem Energie- und Wirtschaftssektor unterstützen die Arbeit. Die Partnerschaften sind in abgestufte Pakete (bis zu Platinum-Sponsoring für €10.000 im Jahr) unterteilt. [1]
  • Fördermitglieder und Spenden: Als gemeinnütziger Verein nimmt die GES satzungsgemäß Spenden von Mitgliedern, Beiräten und Dritten entgegen. [1]

Der Global Energy Solutions e.V. (GES) vereint namhafte Großunternehmen in seinem Netzwerk und konzentriert sich inhaltlich auf pragmatische, technologieoffene Lösungsansätze für die globale Energiewende. [1]

Aktive Partner und Unternehmen

Im Partnernetzwerk des Thinktanks finden sich bekannte Akteure aus Industrie, Logistik und Technologie. Zu den offiziellen GES-Referenzen und Partnern zählen unter anderem: [1]

  • Bosch (Technologie und Automobilzulieferer)
  • Kühne + Nagel (Logistik)
  • Linde (Gase und Engineering)
  • Heraeus Group (Technologie und Edelmetalle)
  • Vinci Deutschland (Bau und Konzessionen)
  • Schwenk Zement & Progroup (Baustoffe und Papierindustrie)
  • Obrist Group (Entwickler für nachhaltige Antriebe und CO2-neutrale Kraftstoffe) [12]

Kernprojekte und inhaltliche Schwerpunkte

Die Arbeit des Vereins fließt primär in Studien, politische Beratung und Energieszenarien. Das übergeordnete Ziel ist ein klimaneutrales Energiesystem für 10 Milliarden Menschen bis Mitte des Jahrhunderts. Zu den wesentlichen Schwerpunkten gehören: [1, 2]

  • Szenarien für Schwellen- und Entwicklungsländer: In Zusammenarbeit mit Organisationen wie der UNIDO wird erforscht, wie Klimaschutz mit nachholender wirtschaftlicher Entwicklung (z. B. in Afrika) kombiniert werden kann. [1]
  • Der „All In!“-Ansatz statt reiner Elektrifizierung: Der Verein analysiert die Systemkosten der Energiewende. Er plädiert dafür, neben Wind und Sonne intensiv auf Carbon Capture (CO2-Abscheidung), Wasserstoff-Derivate (Powerfuels) und eine Rückkehr zur Kernenergie (z. B. Erforschung von Small Modular Reactors) zu setzen. [1, 2, 3, 4]
  • Wirtschaftspolitische Studien: Gemeinsam mit Partnern wie der DIHK (Deutsche Industrie- und Handelskammer) erarbeitet der Verein alternative Transformationspfade („Plan B“), die auf marktwirtschaftliche CO2-Bepreisung statt auf Verbote und Subventionen setzen. [1]

 




Die Batterie speichert Strom hier – die Grube dafür liegt anderswo

Großbatterien gelten derzeit als eines der großen Versprechen der Energiewende. Doch sie sind nicht nur ineffizient, sondern auch umweltschädlich: Was sauber und klimafreundlich daherkommt, wird mit Umweltzerstörung erkauft, die jedoch erst sichtbar wird, wenn man sich Technik und Prozesse hinter den Batteriespeichern genauer anschaut.

Von Holger Douglas

Überall im Land sollen gigantische Batteriespeicher entstehen: Zuverlässige Kraftwerke werden in die Luft gesprengt; grüne Minister wie der unselige Christian Meyer in Niedersachsen freuen sich vor den Ruinen und sprechen von Batterieparks, die für die sogenannte „Energiewende“ an alten Kraftwerksstandorten errichtet werden sollen, neben Solarparks, an Umspannwerken, in Industriegebieten. Planer und Politiker werfen mit Giga-Größen nur so um sich.

Das Wort „Batterie“ klingt harmlos. Da denkt jeder: Prima, habe ich auch zuhause in der Fernbedienung, in der Taschenlampe, im Wecker, im Handy, im Laptop. Man steckt sie hinein, das Gerät funktioniert. Doch zwischen der Knopfzelle im Haushalt und einem Batteriespeicher mit einer Kapazität von 400, 800 oder 4.000 Megawattstunden liegt nicht nur ein Größenunterschied, sondern ein ganzer Rohstoff-, Bergbau-, Chemie-, Brand- und Entsorgungskomplex.

Sie wissen nicht, wovon sie reden

Die Bundesnetzagentur meldete für 2024 bereits rund 9.710 Anschlussanfragen für Batteriespeicher ab der Mittelspannungsebene. Die beantragten Anlagen kamen zusammen auf etwa 400 GW Leistung und 661 GWh Speicherkapazität. In Betrieb waren zu diesem Zeitpunkt dagegen erst 921 Batteriespeicher mit rund 2,3 GW Leistung und 3,2 GWh Kapazität. Außerdem gab es rund 3.800 Anschlusszusagen mit zusammen 25 GW Leistung und 46 GWh Speicherkapazität. Die Behörde betont ausdrücklich: Eine Anschlusszusage bedeutet noch nicht, dass jedes Projekt gebaut wird. Aber dies zeigt schonmal die Größenordnung, um die es hier geht.


Gigawattstunden Batterien und Batterien Herstellung

Und damit beginnt die Rohstofffrage. Für eine einzige Gigawattstunde Lithium-Eisenphosphat-Batteriespeicher braucht man grob 100 bis 110 Tonnen Lithium, etwa 400 Tonnen Phosphor, rund 400 Tonnen Kupfer und etwa 700 bis gut 1.000 Tonnen Graphit. Diese Stoffe liegen nicht sauber sortiert im Regal. Sie müssen aus Lithiumerz, Kupfererz, Graphitlagerstätten und Phosphatgestein gewonnen werden.

Bei heutigen Kupfererzen liegen die Gehalte oft unter einem Prozent; bei Lithium-Hartgestein geht es um wenige Prozent Lithiumoxid. Daraus folgt: Für 1 GWh Batteriespeicher müssen in Bergwerken oder Tagebauen grob 55.000 bis 135.000 Tonnen Erz und Gestein bewegt, gebrochen, gemahlen, aufbereitet und chemisch verarbeitet werden.

Ein Fass ohne Boden

Mit einer Lastwagenladung ist das nicht transportiert. Das entspricht 2.200 bis 5.400 schweren Lkw-Ladungen, Dutzenden Güterzügen, 20 bis 48 Rheinschiffen oder ungefähr einem ganzen Schüttgutfrachter voll Erz und Gestein – und das pro Gigawattstunde. Und diese Gigawattstunde reicht bei deutscher Durchschnittslast im Netz rechnerisch nur gut eine Minute.

Für 1 GWh Energie müssen ca. 2.200 bis 5.500 LKW mit entsprechendem Schüttgut vollgeladen werden. Bild KI Copilot

Jetzt soll nicht nur ein Anschluss für eine Gigawattstunde gebaut werden, sondern es gibt bereits Anschlusszusagen für 46 GWh. Das wären grob geschätzt 2,5 bis 6,2 Millionen Tonnen Erz und Gestein, die dafür bewegt werden müssten. Oder plastischer: rund 100.000 bis 250.000 Lkw-Ladungen, 2.000 bis 4.800 lange Güterzüge oder 36 bis 89 Panamax-Schüttgutfrachter. Und diese 46 GWh würden Deutschland rechnerisch nicht einmal eine Stunde versorgen.

Nimmt man dagegen die extrem hohe Zahl der 661 GWh-Anschlussanfragen als theoretische Obergrenze, dann käme man auf etwa 36 bis 89 Millionen Tonnen Erz und Gestein. Das wäre ein eigener Bergbaukomplex.

Damit wird sichtbar, was im Wort „Batterie“ verschwindet. Der Speicher steht am Ende sauber in weißen Containern hinter einem Zaun. Die zerstörten Landschaften liegen anderswo: in Lithiumgruben, Kupferminen, Graphitlagerstätten, Phosphatabbau, Raffinerien, Chemiewerken und Tailings-Becken.

Wohin mit dem umweltschädlichen Müll?

Dann kommt das Ende der Batterie. Die kleine AA-Zelle gibt man im Supermarkt ab. Der E-Bike-Akku kommt ordentlich, wie das die neuen Ideologoen suggerieren wollen, zurück zum Händler oder zu einer Sammelstelle, die überdies noch wozu auch immer „qualifiziert“ ist. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass größere Lithium-Ionen-Akkus als Industriebatterien gelten und von entsprechenden Vertreibern oder ausgewählten kommunalen Sammelstellen angenommen werden können.

Aber niemand fährt einen ausgedienten 800-MWh-Batteriepark zum Wertstoffhof. Ein Großspeicher besteht aus Containern, Modulen, Hochvolttechnik, Leistungselektronik, Kühlung, Kabeln, Brandschutztechnik, Transformatoren und Fundamenten. Er muss demontiert, entladen, gesichert, transportiert, zerlegt und stofflich behandelt werden. Das ist Speziallogistik, kein Verbraucherpfand.

Rechtlich gibt es Rücknahme- und Recyclingpflichten. Eine weitere Verordnung aus dem Hause EU – nämlich die Batterieverordnung – schreibt unter anderem Rückgewinnungsziele vor: Lithium soll bis Ende 2027 zu 50 Prozent und bis Ende 2031 zu 80 Prozent zurückgewonnen werden; für Kupfer, Kobalt, Nickel und Blei gelten höhere Quoten von 90 beziehungsweise 95 Prozent. Das deutsche Batterierecht verpflichtet Hersteller beziehungsweise Organisationen der Herstellerverantwortung zur Rücknahme und Entsorgung; das neue BattDG verlangt sogar insolvenzsichere Sicherheiten für Rücknahme und Entsorgung.

So sieht es auf dem Papier aus. Die praktische Frage bleibt: Wo ist die industrielle Rücknahmekette für die Mengen, die jetzt in die Landschaften gebaut werden sollen? Wo sind die Anlagen, die nicht nur Pilotmengen, sondern hunderttausende Tonnen Altmodule aufnehmen? Wer bezahlt die Demontage, wenn Projektgesellschaften verschwinden? Was passiert mit beschädigten, brennenden oder teilzerstörten Modulen? Gerade Lithium-Eisenphosphat-(LFP)-Batterien, die heute bei stationären Speichern bevorzugt werden, enthalten kein wertvolles Kobalt und Nickel. Das macht sie sicherer und billiger, aber das Recycling wirtschaftlich schwieriger, weil weniger hochpreisige Metalle zurückgewonnen werden können. Fachquellen beschreiben LFP-Recycling deshalb ausdrücklich als wirtschaftlich anspruchsvoller.

Nur für Festreden geeignet

Hinzu kommt die Brandgefahr. Fachliche Brandschutzhinweise betonen, dass bei Lithium-Ionen-Großspeichern ein Totalverlust der betroffenen Anlage im Brandfall oft nicht verhindert werden kann. Die US-Umweltbehörde EPA weist darauf hin, dass Brände in Battery Energy Storage Systems schwer zu löschen sein können, erneut aufflammen können, schädliche Gase freisetzen und für Reinigung und Entsorgung spezialisierte Verfahren benötigen.

Damit heißt die Bilanz poesielos: Großbatterien taugen als Staffage für grüne Politiker bei ihren Sonntagsreden zur Einweihung einer neuen Anlage. Gewiss, technisch gesehen können sie Strom speichern und ein wenig die Frequenz halten, sie sollen kurzzeitig vielleicht etwas Regelenergie liefern, Strompreisspitzen ausnutzen und Netzengpässe glätten.

Die öffentliche Netzlast Deutschlands lag 2025 bei 466 TWh, also im Durchschnitt bei rund 53 GW. Eine Gigawattstunde Speicherinhalt reicht bei dieser Durchschnittslast rechnerisch für etwa 1,1 Minuten. Selbst 46 GWh Batteriespeicher entsprächen nur rund 52 Minuten durchschnittlicher öffentlicher Netzlast. Dann ist die sündhaft teure Batterie leer.

Diese Leistung wird erkauft mit der Zerstörung von Wäldern und anderen Naturräumen – angeblich, um das Weltklima zu retten.

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