Das „Windkraftsymposium“ in Berlin- eine kräftige Brise für eine wirklich nachhaltige Energiepolitik

Von Jörg Schierholz

Das „Windkraftsymposium“ der AfD-Bundestagsfraktion (Videos und Präsentationen unter https://afdbundestag.de/windkraft-symposium/) im Januar 2026 in Berlin war eine zweitägige Veranstaltung mit Fokus Analyse und Kritik am Ausbau der Windenergie und der deutschen Energiepolitik insgesamt. Die Veranstaltung diente auch als Vernetzungsplattform für Bürgerinitiativen gegen die Windkraft, der Sammlung fachlicher Kritik an der Energiewende und der politischen Mobilisierung gegen bestehende Ausbauziele der Bundesregierung. Über 25 Referenten, darunter mehrere international bekannte Wissenschaftler und Fachleute nahmen teil. Aufgrund des kritischen Fokus auf die Energiewende kam eine breite Berichterstattung in großen überregionalen Medien wie beispielsweise dem Spiegel, der Süddeutschen Zeitung, Die Zeit, FAZ, Tagesschau oder ZDF nicht vor.

Zusammenfassend wurde von verschieden Experten, Vertretern von Bürgerinitiativen und Fachpolitikern argumentiert, dass Windenergie aufgrund häufiger windarmer und sonnenarmer Phasen kein verlässlicher Pfeiler der Stromversorgung, gerade für die Gewährleistung der Grundlast sei. Durch die exponentiell steigende Anzahl an teuren Netzkorrekturen (Redispatch, Regelenergie, Netzengpassmanagement) aufgrund der stark schwankenden Einspeisung durch Sonne und Wind und einem dafür unzureichend ausgebautem Stromnetz steigt das Risiko, dass die Netzbetreiber gezielt Lasten oder Netzbereiche abschalten müssen (Brownout), um einen unkontrollierten Blackout zu verhindern. In der Analyse erwies sich der Ausbau der Windkraft damit als ökonomisch, technisch und ökologisch problematisch. Der Ausstieg aus der grundlastfähigen Kernenergie wurde als gewollter strategischer Fehler bezeichnet. Weiterhin wurden die Belastung von Landschaft, Wäldern und Lebensräumen, die Gefährdung von Vögeln und Fledermauspopulationen, der Flächenverbrauch sowie die „Industrialisierung der Landschaft“ kritisiert. Ein weiterer Schwerpunkt war die Kritik an Gesetzgebung und Genehmigungspraxis wie die staatliche Bevorzugung der Windenergie durch Subventionen (z. B. EEG-Regelungen, wie Vorrangeinspeisung), die Einschränkung von Bürger- und Eigentumsrechten durch sog. Beschleunigungsgesetze und die Forderung nach Korrektur oder Rücknahme von Ausbaugesetzen.

Das IPCC und der brisante Klimabeschluss des BVerfG

Entscheidend für die Bürgerrechte und Wirtschaft ist der Klimabeschluss des BVerfG (2021, Rn. 219):„Auf der Grundlage der Zahlen des IPCC hat der Sachverständigenrat für das Ziel, den Anstieg der mittleren Erdtemperatur… auf 1,75 °C zu begrenzen, ein ab 2020 verbleibendes konkretes nationales Restbudget von 6,7 Gigatonnen CO2 ermittelt.“ Was bedeutet das: Deutschland emittiert etwa 600 Megatonnen CO2 pro Jahr, das Restbudget ist bereits 2032 komplett aufgebraucht. Verhaltensweisen, die direkt oder indirekt mit CO2-Emissionen verbunden sind, sollen nur noch zugelassen werden, soweit sich die entsprechenden Grundrechte in der Abwägung mit dem Klimaschutz durchsetzen können. Zu Ende gedacht führt das zu Freiheitseinschränkungen wie bei Corona. Das BVerfG verlässt sich dabei auf mehr als unsichere Prognosen des IPCC, welches schon 2001 zu den eigenen Prognosen folgendes erklärte: „In Sachen Klimaforschung und -modellierung sollten wir anerkennen, dass es sich dabei um ein gekoppeltes, nichtlineares, chaotisches System handelt. Deshalb sind längerfristige Vorhersagen über die Klimaentwicklung nicht möglich.“ (www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/03/WGI_TAR_full_report.pdf Seite 78). 2013 (IPCC Bericht AR5, 2013, The Physical Science Basis, S. 16) prognostizierte das IPCC sinngemäß: „Eine Verdoppelung des CO2-Gehalts führt mit 85 % Wahrscheinlichkeit zu einer Temperaturerhöhung von 1 °C bis 6 °C“. Die schwammige Prognose („1 bis 6 Grad“) ist die „wissenschaftliche Grundlage“ für das Pariser Klimaabkommen von 2015, den „Green Deal“ der EU von 2019, die De-Industrialisierung und zukünftige „Freiheitseinschränkungen“ (BVerfG). Zudem: Nach den EM-DAT-Daten des Centre for Research on the Epidemiology of Disasters (UCLouvain) zeigt die Zahl der registrierten klimabezogenen Naturkatastrophen seit 2000 keinen klaren langfristigen Anstieg. Sie schwankt von Jahr zu Jahr und liegt seit den Spitzenwerten der frühen 2000er Jahre eher auf einem ähnlichen oder etwas niedrigeren Niveau. Damit wird der Entscheidung des BVerfG von 2021 die wissenschaftliche Grundlage entzogen.

Einen deutlichen Hinweis auf die eigentlichen Ziele der sogenannten Klimaneutralität gibt die Äußerung von Ottmar Edenhofer, Direktor des PIK, führender Autor des IPCC, der 2010 der Neuen Zürcher Zeitung erklärte: „Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik … fast nichts mehr zu tun.“ Laut Bill Gates’ Brief an die Teilnehmer von COP 30 (30. UN-Klimakonferenz) und Werbung für 36 Firmen aus dem Portfolio von Breakthrough Energy u.a. mit den Investoren Bezos, Bloomberg, Soros, und Zuckerberg wurde konstatiert, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen und damit die Beteiligungen von Breakthrough Energy nicht überlebensfähig wären ohne direkte Förderungen, Steuergutschriften, und Bevorzugung durch ESG-Kriterien. Breakthrough Energy wurde von Bill Gates gegründet und Start-ups in Bereichen wie Kernenergie, Wasserstoff, Langzeitspeicher, CO₂-Abscheidung, nachhaltige Kraftstoffe und Zement mitfinanziert. Konsequent weiter gedacht ist die „Energiewende“ auch eine Umverteilung von arm nach reich/superreich mit Hilfe von Steuergeldern (In Deutschland die Wind- und Solarparkbarone).

Ist CO2 der alleinige Übeltäter bei der globalen Erwärmung?

Michael Limburg (EIKE) erläuterte, dass Wasserdampf mit einem Anteil von 1,5 % an der Atmosphäre, seinem Absorptionsspektrum sowie Luftfeuchte, Regen, Schnee, Eis, Wolken und dem damit verbundenen Albedo gegenüber CO2. mit einem Anteil von 0,042 % und einem breiten 15-µm-Bereich relevantere Treibhausgas wäre. Darüber hinaus ist CO₂ für die Photosynthese und Pflanzenwachstum unverzichtbar. Auf Seite 44 der Kindle Ausgabe des Buches Der Klimawandel Diagnose, Prognose, Therapie der Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber und Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung heißt es: ,„Das insgesamt wichtigste Treibhausgas ist der Wasserdampf. Es taucht in der obigen Diskussion nur deshalb nicht auf, weil der Mensch seine Konzentration nicht direkt verändern kann.“ Unstrittig ist die Absorption der Infrarotstrahlung durch CO₂, unklar jedoch wie stark die Rückkopplungen im Klimasystem verglichen mit natürlichen Faktoren wie Sonnenaktivität, Vulkane und Ozeanzyklen sind.

Der Astrophysiker Henrik Svensmark erläuterte seine Hypothese, dass kosmische Strahlung über die Wolkenbildung das Klima beeinflussen könnte. Diese Hypothese wird wissenschaftlich bestätigt, offen ist in der Fachliteratur jedoch das Ausmaß auf den Klimawandel. Der Kernkonflikt besteht in der Frage, ob der jüngste Klimawandel überwiegend durch menschliche Treibhausgasemissionen verursacht wird.

Judith Curry, emeritierte Professorin für Atmosphärenwissenschaften an Georgia Institute of Technology kritisierte den Umgang mit Unsicherheiten in der Klimaforschung sowie Teile der Klimapolitik. Sie bestritt nicht, dass sich das Klima erwärmt, vertrat aber eine skeptische Einschätzung hinsichtlich der Stärke des menschlichen Einflusses und der Belastbarkeit mancher Klimamodelle. Sie empfahl die Konzentration auf neue Energie- und Speichertechnologien, damit klimafreundliche Lösungen wirtschaftlich attraktiver werden (Accelerate energy innovation), mehr Investitionen in Anpassung an Extremwetter wie z. B. Hochwasserschutz, hitzeresistente Infrastruktur, bessere Frühwarnsysteme (Build resilience to extreme weather) und eine intensive Verringerung der Luftverschmutzung sowie eine effizientere Energienutzung (No regrets pollution reduction).

Beeinflussung des lokalen Klimas, der Flora und Fauna durch Windparks

Zentrale Thesen des Themenblocks waren: Die Windkraftwerke beeinflussen das lokale Klima, die Beschaffenheit des Bodens, die Vegetation, das Grundwasser und führen zu Schädigungen an Vögeln, Fledermäusen und Insekten. Weitere Umwelteinwirkungen werden durch Rotorabrieb (z. B. Kunststoffe/PFAS-Debatte, Spitzen der großen Rotoren haben eine maximale Geschwindigkeit von 500kmh) und Brände (Freisetzung von Kunststofffasern) verursacht. Nachgewiesen ist: Windparks beeinflussen das lokale Klima mit nächtlichen Temperaturerhöhungen (Smith (2013): 1,6 °C bis 1,9 °C (https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/8/3/034006/pdf, Miller (2020): 0 bis 4 °C (https://physicstoday.aip.org/quick-study/the-warmth-of-wind-power, Zhou et al. 2012, https://www.nature.com/articles/nclimate1505), durch die Reduktion der Bodenfeuchtigkeit (Rajewski et al. 2020, https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2019GL086010) und der Beeinflussung der Windgeschwindigkeit bis zu 70 km hinter großen Offshore Windparks, in ähnlicher Größenordnungen, wie die mittleren Änderungen aufgrund des Klimawandels (Helmholtz Hereon 2022,https://www.hereon.de/communication_media/news/104924/index.php.de.

Die Reduktion der Windgeschwindigkeit auf der Leeseite führt zu einer reduzierten Durchmischung an der Wasseroberfläche, Steigerung der Wassertemperatur und Reduktion der Niederschläge an Land (Platis et al. 2018, https://www.nature.com/articles/s41598-018-20389-y), Afsharian et al. 2020, https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S016761051930649X) (Fahel und Archer 2020, https://link.springer.com/article/10.1007/s42865-020-00012-7)

Peter Mayer erläuterte Studien (meist aus China) zu Waldschäden verursacht durch Windparks (Zilong Xia 2024 Untersuchungsgebiete: China, die Vereinigten Staaten, Kanada, Schweden, UK -führende Länder mit 346.670 MW bzw. 134.846 MW); Schäden verursacht durch Bau und Betrieb, dem Platzbedarf für Windturbinen und die für die Installation der erforderlichen Ausrüstung, dem Bau von Zufahrtsstraßen und Fällung von Bäumen, der Bodenerosion bei Betrieb (China) mit Fragmentierung der Wälder, Lebensraumverlust, Degradierung und Vertreibung von Wildtieren, und Verringerung der Belaubung um bis zu ein Drittel und damit der Reduktion der CO2-Aufnahme in der Umgebung ( Zilong Xia, Studie Xuancheng Zhao 2025 (108 Feldparzellen bei Windpark in Innerer Mongolei untersucht)). Die Dimensionen des Aufbau einer WKA sind gigantisch: Das Fundament mit einem Durchmesser von 20 – 30 m und 2.000 – 4.000 Tonnen Beton, der Turm mit 60 – 250 Tonnen, die großen Rotorblätter bis max. 29 Tonnen je Blatt (Nordex N175). Laut einer Studie von Tara J. Conkling aus dem Jahre 2022 in Kalifornien hatten von 23 untersuchten gefährdeten Vogelarten Kaliforniens (Schleiereulen, Steinadler, Roadrunner, Gelbschnabelkuckucke…) 11 Arten einen Rückgang ihrer Populationswachstumsrate um mindestens 20% zu verzeichnen, seit Windparks gebaut wurden.

Windkraft wird „gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt“- Bürgerinitiativen

In den Beiträgen von Referenten der Bürgerinitiativen wurde auf die möglichen gesundheitlichen Belastungen durch Infraschall, die Auswirkungen auf Schlaf, Stressentwicklung und Lebensqualität hingewiesen sowie Kritik an der Nähe von Windanlagen zu Wohngebieten geübt und über Konflikte zwischen Kommunen, Landwirtschaft und Windkraftbetreibern berichtet. Die Genehmigungsverfahren, die „staatlicher Bevorzugung“ der Windkraft, die fehlende Bürgerbeteiligung und der wirtschaftliche Druck auf Landwirte wurden bemängelt und lokale Widerstandsstrategien gegen die Projekte vorgestellt. Erläutert wurde auch eine Vergleichsrechnung Windkraft vs. Kohlekraftwerk (Moorburg). Ein großes Steinkohlekraftwerk erzeugt ca. 13 TWh/Jahr bei 330 Volllasttagen im Vergleich zu einem Windpark gleicher installierter Leistung mit ca. 20 % Auslastung, also ca. ~72 Volllasttagen und einer Erzeugung von nur ca. ~1,12 TWh/Jahr bei gleicher Nennleistung. Dem steht als Anreiz eine garantierte Bruttokapitalrendite von ca. 8-9%/anno für die Investoren eines Windkraftwerkes als Subventionsentgeld entgegen.

Abschließende Forderungen

Gefordert wurde die Abkehr von planwirtschaftlichen Windflächenvorgaben und Klimagesetzen, Abbau diverser Fördermechanismen, weniger staatlicher Regulierung und eine technologieoffenen Energiepolitik mit einer Kombination aus Kernenergie, teilweise auch fossilen Kraftwerken und damit der Rückkehr zu steuerbarer, sicherer Energie statt Erneuerbaren.

Es gilt die Analyse von Hans Werner Sinn: CO2 bis 2050 auf Null- das schaffen wir nur, indem wir die Lichter in der Industrie ausmachen. Es ist mir unbegreiflich, wieso die Europäer diese Harakiri Politik immer noch mitmachen (WeWo 03/26/).

Privat-Dozent Dr.med. Dr. rer.nat. Jörg Schierholz ist habilitierter Mediziner, promovierter Diplom-Chemiker und arbeitet als Consultant für die Pharma-Biotech- und Medizintechnik-Industrie. Er publizierte über 100 Fachartikel, verfasste mehrere Patente und schreibt u.a. für den Kontrafunk, Achgut, Tichys Einblick, die Junge Freiheit und das Parlament Artikel im Bereich Medizin, Chemie, Wirtschaft und Umwelt. Podcasts von ihm sind auf Kontrafunk zu hören.

Er war etliche Jahre Mitglied des Bundesfachausschuss Gesundheit und Soziales der FDP.

 




Teil 2: Über den gesellschaftlichen Wert unserer steueralimentierten Wissenschaft

von Uli Weber

Teil 1 finden Sie hier

Was wir hier und heute live im medialen und politischen Klimawahn miterleben, ist ein intellektueller Rückfall ins religiöse Mittelalter und eine Rückabwicklung der abendländischen Aufklärung. Die hoch komplexe moderne „Wissenschaft“ hat dabei für eine selbstbestimmt MINT-ferne Mehrheit die Funktion des mittelalterlichen Kirchenlateins übernommen, das den einstmals mündigen Bürger zum gläubigen CO2-Ablaßzahler verdammt.

Die institutionelle Wissenschaft verwaltet und verteidigt inzwischen den Glaubenskatechismus der globalen Klimakirche. Sie ist aus ihrer Rolle als Motor der bürgerlichen Aufklärung und vor ihrem eigenen strengen Wahrheitsanspruch desertiert und hat sich zum alimentierten Hofnarren dieses wirtschaftlich erfolgreichen klimareligiösen Ablaßhandels zurückentwickelt. Und hier befindet sie sich in tiefgläubiger Eintracht mit der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015 auf dem Weg der Großen Transformation in ein dekarbonisiertes mittelalterliches Paradies.

Die Durchführung von geplanten Projekten ist auch immer ein ökonomisches Problem, denn am Ende kann man nur jenes Geld ausgeben, auf das man Zugriff hat. An der Ostseeküste werden aktuell immer noch beschädigte Deiche von der Ostsee-Sturmflut aus Oktober 2023 repariert und ertüchtigt. Im Ergebnis dieser Jahrhundertflut hatten die Landesschutz­deiche der Sturmflut standgehalten, aber von 35 Regionaldeichen versagten insgesamt 8, an 10 Regionaldeichen traten mittlere bis starke Schäden auf und an 20 Regionaldeichen wurden Wiederherstellungsmaßnahmen erforderlich (widersprüchliche Zahlenangaben aus der Originalquelle). Küstenschutz ist auch immer ein ökonomisches Problem, denn während das Land Schleswig-Holstein seine Landesschutzdeiche für ein solches Jahrhundertereignis aufgerüstet hatte, war das den kleinräumig strukturierten Wasser- und Bodenverbänden nicht in gleichem Umfang möglich gewesen.

Die ökonomische Betrachtung einer Problemlösung kann aber auch in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen, indem sich computergestützte Glaskugelalarme für die ferne Zukunft plötzlich als heiße Luft erweisen, wie das gerade mit dem IPCC-Höllenszenario RCP 8,5 als Grundlage für die Große Transformation in ein CO2-freies Mittelalter geschehen ist.

Die Erfahrung sagt, dass die Überführung eines organisch gewachsenen IST-Zustands (=0%) in eine neue Struktur (=100%) ganz grob in 4 Veränderungsphasen eingeteilt werden kann. Die 1. Phase umfasst etwa 10% Veränderung und besteht lediglich in einer zukunftsweisend optimierten Strukturierung des vorgegebenen IST-Zustands. Es folgen drei weitere Phasen zu jeweils 30%, in deren Abfolge sich die Kosten jeweils verdoppeln. Die letzte Phase 4, also 70-100%, kostet erfahrungsgemäß mehr als die drei vorangegangenen Phasen zusammen. Der Rückzug des Klimavatikans IPCC aus seinem Höllen-Szenario RCP 8,5, der von internen Wissenschafts­dissidenten erzwungen worden war, greift nun unmittelbar in die Phase 4 der Großen Transfor­mation zu einer CO2-freien globalen Zukunft ein. Im Ergebnis der vorstehend beschriebenen Erfahrungswerte reduziert sich damit die bisherige Zielsetzung auf etwa 70%, wodurch sich wiederum die Kosten für eine Zielerreichung schlagartig halbieren würden.

Erstaunlicherweise hatte diese Meldung des IPCC aber in der Politik kaum und in den „Qualitäts­medien“ nur sehr wenig Echo erzeugt.

Da die Netto-0-Politik, also die globale Dekarbonisierung, auf dem gestrichenen Höllen-Szenario RCP 8,5 aufbaut ist es völlig unverständlich, dass dadurch keinerlei gesellschaftspolitische Diskussion angestoßen worden ist. Noch viel unverständlicher ist allerdings, dass eine solche Diskussion nicht einmal aus der institutionellen Wissenschaft als Interessenvertreter wissenschaftlicher Wahrheit und der sie alimentierenden Bürger gefordert wird. Und aus den Reihen der Judikative, deren wegweisende Klimaurteile ebenfalls auf dem untergegangenen Höllen-Szenario aufbauen, konnte ebenfalls keine Reaktion festgestellt werden.

Also wird der einmal eingeschlagene Weg verbissen weiter verfolgt, auf dem kontinuierlich steigende Dekarbonisierungskosten bei immer weiter sinkender industrieller Wertschöpfung direkt in ein vorindustrielles Mittelalter führen müssen, wie das Titelbild aus dem 1. Teil beweist:

Abbildung: Screenshot SMARD – Bearbeitung U. Weber

Und was soll uns das nun sagen? Nun, die Stromversorgung in unserem Land besitzt die Qualität einer kaputten Uhr, denn die zeigt 2x am Tag die richtige Zeit an – und genauso kreuzt die solare Erzeugungsspitze 2x am Tag die Lastlinie des Stromverbrauchs, mit der sie eigentlich deckungsgleich verlaufen müsste. Der regelmäßige Zukauf fehlender elektrischer Energie und die regelmäßige kostenpflichtige Verklappung von unnötig erzeugter elektrischer Energie über den 24h-Tag kosten uns regelmäßig einen Haufen Geld. In einer Gesellschaft der Aufklärung und Selbstbehauptung hätte man einen solchen wirtschaftlichen Selbstmord bereits bei allerersten Anzeichen unterbunden. Aber um die planwirtschaftliche Energiewende ins vorindustrielle Mittelalter erfolgreich voranzubringen, plant die auf unser Land vereidigte Bundesregierung statt dessen eine Verdoppelung dieses Solarpeaks bis 2030 und bis 2045 sogar eine Vervierfachung.

Nach Wegfall des IPCC-Höllen-Szenarios RCP 8,5 hätte ein Staat, dessen Entscheidungsträger von Verantwortung, Wissenschaft, Recht und Lauterkeit getragen werden, solche überhöhten Ziele einfach den neuen Erkenntnissen angepasst und die Zukunftskosten für unsere Nachkommen halbiert – und genau das ist nun einmal nicht geschehen.

Es gibt nur einen erfolgversprechenden Analyseweg für eine konkrete Problematik, nämlich vom IST-Zustand hin zur Lösung. Beim Klimawahn besteht die Problematik vorgeblich in der Veränderung dieses IST-Zustands durch die fortlaufende anthropogene Nutzung von fossilen Energieträgern und den dadurch erzeugten CO2-Ausstoß hin zu einem Hitzekollaps der Erde. Zielsetzung ist dort eine Kontinuität des IST-Zustands durch den vollständigen globalen Ersatz fossiler Energieträger, also:

Präventiver Handlungsstrang: Problemstellung => Maßnahmenkatalog => erwünschtes Ergebnis

Mit dem Wegfall des Höllen-Szenarios RCP 8,5 hat sich die Zielsetzung „vollständiger Ersatz fossiler Energieträger“ verändert. Diese Veränderung müsste jetzt also aktuell nachgesteuert werden und ein darauf aufbauender reduzierter Maßnahmenkatalog den bisherigen ersetzen. Ein solcher Prozess wurde jedoch gar nicht erst eingeleitet, sondern alle beteiligten Regierungen und Organisationen machen einfach leise pfeifend weiter wie bisher und erheben den Wegfall von RCP 8,5 zum Ergebnis all ihrer vorherigen erfolglosen Anstrengungen. Ein solches Verhalten lässt Raum für jede beliebige Verschwörungstheorie, also auch für die nachfolgende:

Wenn ein bestehender Maßnahmenkatalog nicht an eine Reduzierung der ursächlichen Problematik angepasst wird, kann es sich durchaus um einen typischen Zielkonflikt handeln, bei dem das erwünschte Ergebnis bereits vordefiniert war, und der vorlaufende Maßnahmenkatalog mit seiner Begründung willkürlich darauf abgestellt worden ist. Denn selbstverständlich kann man die Pfeile in dem oben dargestellten Handlungsstrang auch umkehren:

Manipulativer Handlungsstrang: Problemstellung <= Maßnahenkatalog <= erwünschtes Ergebnis

Das nennt man dann „vom Ende her denken“, wobei der zeitliche Ablauf natürlich weiterhin von links nach rechts verläuft. Im Ergebnis entwickelt sich ein präventiver Handlungsstrang also parallel zum zeitlichen Ablauf, während ein manipulativer Handlungsstrang entgegengesetzt zum zeitlichen Ablauf „vom Ende her“ konstruiert wurde. Und um nun im globalsozialistischen Klimawahn dieses gewünschte Ziel auch wirklich zu erreichen, kann man natürlich nicht auf Veränderungen der als ursächlich definierten Problemstellung eingehen. Wie so ein manipulatives Konstrukt „vom Ende her“ in die Realität eingebracht wird, hatte einst ein superschlauer Insider ausgeplaudert:

Ein Selbstdarsteller verrät die Blaupause für die Große Transformation in eine CO2-freie Welt

Und das geht so:

(1) „Der erste Schritt ist das Hervorbringen von Ideen durch Thinktanks, Forschungsnetze und Interessenvertretungen – unterstützt durch strategischere Visionen seitens der Geldgeber.“

(2) „Dann kommt die wirkungsvolle Verpackung dieser Ideen – zum Beispiel eine andere Art der Einordnung von Umweltproblemen, indem man sich stärker auf Wirtschaftsideen konzentriert. Dadurch wird es möglich, positivere Geschichten über Arbeit, Lebensstil und die Zukunft zu erzählen.“

(3) „Diese Verschiebungen bei der Ideenfindung und Verpackung der Kommunikation führen dann zum dritten Schritt, in dem es um eine bessere Abstimmung der derzeit zersplitterten politischen Netzwerke geht, so dass unterschiedliche Organisationen ähnliche Ideen an ihre eigenen Interessengruppen weitergeben können.

(4) „Im letzten Schritt wird diese stärkere Einheit der Ideen zur wirtschaftlichen Umgestaltung in öffentlichen Druck umgewandelt, der von politischen Entscheidungsträgern und Parteien aufzunehmen ist.“

Wir haben in beiden alternativen Handlungssträngen also das Problem der terrestrischen Selbstverbrennung, dem mit der Dekarbonisierung der Welt abgeholfen werden soll, um in Zukunft ein mittelalterliches Klimaparadies zu errichten. Die fehlende Reaktion auf den Wegfall des Höllen-Szenarios RCP 8,5 stellt dabei eine starke Indikation für einen „vom Ende her“ gedachten manipulativen Handlungsstrang dar.

Damit aber wäre die Klimareligion lediglich das Opium fürs Volk, unter dessen mentalem CO2-Schleier eine mittelalterliche Art von globalem Sozialismus eingeführt werden soll.

Die westlichen Industrienationen werden also weiterhin ausgeplündert, deren wirtschaftliche Grundlage – günstige und jederzeit verfügbare Energie – wird weiterhin zerstört und deren Infrastruktur wird weiterhin auf Verschleiß gefahren. Die Bevölkerung des globalen Südens wird auch weiterhin mit fremdem Geld von einer eigenständigen Entwicklung ferngehalten, und weiterhin werden dort Urwälder abgeholzt und Plantagen für die „klimaneutralen“ Ersatzrohstoffe der Industrieländer angelegt. In beiden globalen Welten wird die Natur durch das Abgreifen sogenannter „erneuerbarer Energien“ großflächig zerstört und damit das Trümmerfeld für die nächste finanzielle UN-Ablassinitiative vorbereitet: Nach Aussage des „UN-Weltbiodiversitätsrates“ (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services – IPBES) zur weltweiten Artenvielfalt war nämlich bereits im Jahr 2019 die Zahl von 1.000.000 (in Worten: Eine Million) Arten auf unserer Erde vom Aussterben bedroht – und der geplante Flächenverbrauch für zusätzliche Vogelschredder, Solarbeschattungen und Industrieplantagen bis zur vollständigen Dekarbonisierung der Welt ist da anscheinen noch nicht einmal enthalten.

Vielleicht erinnern Sie Sich noch an den Club of Rome. In seinem Buch „The First Global Revolution“ (1991) von Alexander King (CoR-Präsident 1984-1990) und Bertrand Schneider (erster CoR-Generalsekretär) heißt es auf Seite 70, Zitat als GOOGLE-Übersetzung:         

Das Bedürfnis nach Feinden scheint ein gemeinsamer historischer Faktor zu sein. Einige Staaten haben versucht, innenpolitisches Versagen und interne Widersprüche dadurch zu überwinden, dass sie externen Feinden die Schuld geben. Der Trick, einen Sündenbock zu finden, ist so alt wie die Menschheit selbst: Wenn es zu Hause zu schwierig wird, lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Abenteuer im Ausland. Bringen Sie die geteilte Nation zusammen, um sich einem äußeren Feind zu stellen, entweder einem echten oder einem zu diesem Zweck erfundenen.“

Und weiter heißt es dort auf Seite 75, Zitat als GOOGLE-Übersetzung:         

Auf der Suche nach einem gemeinsamen Feind, gegen den wir uns vereinen können, kamen wir auf die Idee, dass Umweltverschmutzung, die Folgen der globalen Erwärmung, Wasserknappheit, Hungersnöte und dergleichen genau das Richtige wären. In ihrer Gesamtheit und ihren Wechselwirkungen bilden diese Phänomene einen roten Faden, dem sich alle gemeinsam stellen müssen. Aber wenn wir diese Gefahren als Feinde bezeichnen, tappen wir in die Falle, vor der wir unsere Leser bereits gewarnt haben, nämlich Symptome mit Ursachen zu verwechseln. All diese Gefahren entstehen durch menschliche Eingriffe in natürliche Prozesse und können nur durch veränderte Einstellungen und Verhaltensweisen überwunden werden. Der wahre Feind ist die Menschheit selbst.“

Es soll ja angeblich prophetische Bücher geben, die, von der Masse der Mitläufer ignoriert, rechtzeitig vor späteren Entwicklungen gewarnt hatten, ohne dass hinterher irgendwer davon irgendwas gewusst haben will. Ist die vorstehend zitierte CoR-Saga vielleicht eines davon?

 




Teil 1: Über den gesellschaftlichen Wert unserer steueralimentierten Wissenschaft

von Uli Weber

Wenn wir uns das Titelbild ansehen, dann wird sofort deutlich, was eine installierte solare Leistung von 103.260 Megawatt in der Stromversorgung einer wohlstandsverwahrlosten vormaligen Industrienation anzurichten vermag. Und da zu viel immer noch nicht genug ist, plant die Bundesregierung nach Angaben des NDR, den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf mindestens 80 % zu steigern:

  • Bis 2030 soll die Leistung von Windkraftanlagen auf 145 Gigawatt steigen.
  • Bis 2045 soll die Windkraft dann 230 Gigawatt erreichen.
  • Bei der Solarenergie sollen es 2030 sogar schon 215 Gigawatt sein.
  • Bis 2045 soll die Leistung der Solaranlagen insgesamt 400 Gigawatt betragen.

Bis 2030 steht also eine Verdoppelung des Solarpeaks an und bis 2045 eine Vervierfachung. Schon heute hat die Stromversorgung in unserem Land die Qualität einer kaputten Uhr, denn die zeigt 2x am Tag die richtige Zeit an – und genauso kreuzt die Lastlinie des Stromverbrauchs 2x am Tag die solare Erzeugungsspitze.

SARC: So würde das wohl aussehen, wenn religiöse Klimamissionare einen neuen MINT-fernen Aberglauben erfunden hätten und damit seit Jahrzehnten Vorschulkinder indoktrinieren würden.

Zitat von Stars Insider auf MS:

Die Dominanz des Menschen auf der Erde geht auf die außergewöhnliche Fähigkeit zurück, in großen Gruppen flexibel miteinander zusammenzuarbeiten. Anders als bei anderen Arten beruht unsere Zusammenarbeit auf dem gemeinsamen Glauben an abstrakte Konstrukte wie Nationen, Geld und Menschenrechte. Diese Konzepte existieren objektiv gar nicht, sondern entstehen erst durch kollektive Geschichten, die wir erschaffen und verbreiten. Die Fähigkeit, sich rund um erfundene Realitäten zu vereinen, ist zweifellos die außergewöhnlichste Eigenschaft unserer Art und der Grundstein der menschlichen Zivilisation.“

Hat sich vielleicht der feste Glaube an eine Klimakatastrophe schon zu einer MINT-fernen Ersatzreligion entwickelt und stürzen wir, zuerst intellektuell und später dann auch wirtschaftlich mit unserem Lebensstandard, ins fossilfreie Mittelalter zurück – ja, wird nicht gerade durch vorsätzliche ideologische Verblendung die Deindustrialisierung unseres Landes betrieben?

Heute gilt nicht mehr das Leistungsprinzip, sondern der feste Glaube an die Teilhabe von allen an allem, was man sich nur wünschen kann, auch wenn man dazu keinerlei fachliche Fähigkeiten und charakterliche Eignung mitbringt. Naja, das ist nicht ganz richtig, für Minijobber, Malocher, niedere Chargen in Verwaltung, Behörden und Unternehmen, Selbständige, Bauern und Handwerker sowie den Mittelstand gilt ein solches Wünschdirwas natürlich nicht, denn die sind auf jene Tätigkeiten zurückgeworfen, die sie wirklich beherrschen. Irgendwo muss ja schließlich die primäre und sekundäre Wertschöpfung für die tertiäre Wünschdirwas-Inversion unseres vormaligen Leistungsprinzips herkommen. Glücklich­erweise gibt es wenigstens noch unsere Wissenschaft, die sich in der historischen Entwicklung der abendländischen Aufklärung große gesellschaftliche Verdienste erworben hat. Heute, in einer Zeit von existenziellen Bedrohungen und Fake News, steht diese Wissenschaft in ganz besonderer Verantwortung für unsere Gesellschaft, der sie als Gegenleistung für ihre Alimentierung mit unserem Steuergeld ehrliche wissenschaftliche Erkenntnisse in zentralen Fragen unserer Zeit vermittelt:

Abbildung: Screenshot von der Internetseite der Helmholtz Gemeinschaft – Genehmigung für Informationszwecke im Impressum

Auf der HELMHOLTZKLIMA Dialog-Plattform kann sich der besorgte Bürger jederzeit Gewissheit über den Stand unserer Wissenschaft verschaffen und sich über böswillig verbreitete Lügenmärchen aufklären lassen. Dort heißt es beispielsweise zur Fragestellung „Kann man sich auf die Klimaforschung verlassen?“:

Behauptung: ‚Der IPCC betreibt Panikmache‘

Behauptung: ‚Der sogenannte Weltklimarat wurde mit dem Ziel gegründet, Beweise für die Theorie von der menschengemachten Erderwärmung zu finden. Damit waren alternative Forschungsansätze von vornherein ausgeschlossen. So ist es auch kein Wunder, dass der IPCC den Klimawandel ständig übertreibt.‘

Fakt ist: Ziel des IPCC ist eine neutrale Zusammenfassung des Forschungsstands, und mehrfach wurde dabei der Klimawandel unterschätzt

Quelle: https://www.helmholtz-klima.de/klimafakten/behauptung-der-ipcc-betreibt-panikmache

Also schaunmermal bei Wikipedia zum IPCC nach, Zitat: „Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), im Deutschen als Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen, meist als Weltklimarat bezeichnet, wurde im November 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) als zwischenstaatliche Institution ins Leben gerufen, um für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel zusammenzufassen mit dem Ziel, Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen zu bieten.“

November 1988 ist etwas ungenau, schließlich hat dieser Monat 30 Tage. Auch im Internet lässt sich keine genauere Datumsangabe finden, aber niemand, auch nicht das IPCC, hat einen ganzen Monat lang Geburtstag. Also schaunmerdochmal direkt beim IPCC vorbei, den der muss es ja wissen, Zitat in GOOGLE-Übersetzung:

Die Einrichtung des IPCC wurde 1988 von der UN-Generalversammlung befürwortet. Seine ursprüngliche Aufgabe bestand – wie in der Resolution 43/53 der UN-Generalversammlung vom 6. Dezember 1988 dargelegt – darin, eine umfassende Bestandsaufnahme sowie Empfehlungen zu erarbeiten, die den Wissensstand der Klimawissenschaft, die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels sowie potenzielle Reaktionsstrategien und Elemente für ein mögliches künftiges internationales Klimaübereinkommen betreffen.“

Dort steht also gar nichts vom November 1988, vielmehr wird der 6. Dezember 1988 als der Tag angegeben, an dem das IPCC 1988 von der UN-Generalversammlung befürwortet und beauftragt wurde. Undjetztschaunmermal, was die Gründer damals ganz konkret vom IPCC verlangt haben. Auszug aus der in der 70. Plenarsitzung der 43. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 6. Dezember 1988 verabschiedeten Resolution 43/53 in deutscher Übersetzung mit Hervorhebungen:

Generalversammlung – Dreiundvierzigste Tagung

43/53. Schutz des globalen Klimas für die gegenwärtigen und künftigen Generationen der Menschheit

Die Generalversammlung,

Die Initiative der Regierung Maltas, der Versammlung den Punkt „Erhaltung des Klimas als Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit“ zur Beratung vorzuschlagen, mit Wertschätzung begrüßend,

Besorgt darüber, dass bestimmte menschliche Aktivitäten globale Klimamuster verändern könnten, was gegenwärtigen und zukünftigen Generationen potenziell schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen droht,

Mit Besorgnis zur Kenntnis nehmend, dass die zunehmenden Beweise darauf hindeuten, dass ein kontinuierliches Wachstum der atmosphärischen Konzentrationen von Treibhausgasen zu einer globalen Erwärmung mit einem eventuellen Anstieg des Meeresspiegels führen könnte, deren Auswirkungen für die Menschheit katastrophal sein könnten, wenn nicht rechtzeitig Schritte auf allen Ebenen unternommen werden,

[…..]

6. Fordert Regierungen, zwischenstaatliche und nichtstaatliche Organisationen sowie wissenschaftliche Einrichtungen nachdrücklich auf, den Klimawandel als vorrangiges Thema zu behandeln, spezifische, kooperative und handlungsorientierte Programme sowie Forschungsarbeiten durchzuführen und zu fördern, um das Verständnis für sämtliche Quellen und Ursachen des Klimawandels – einschließlich seiner regionalen Aspekte und spezifischen zeitlichen Rahmenbedingungen sowie der Ursache-Wirkung-Zusammenhänge zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Klima – zu vertiefen, und sich, soweit angemessen, mit personellen und finanziellen Mitteln an den Bemühungen zum Schutz des Weltklimas zu beteiligen;

[…..]

70. Plenarsitzung, 6. Dezember 1988

Quelle: Download A_RES_43_53-EN.pdf von https://digitallibrary.un.org/record/54234?v=pdf

Also, so ganz ausdrücklich wurde das IPCC hier ja tatsächlich nicht exklusiv mit dem Klimawahn beauftragt, sondern vielmehr alle – also alle Regierungen, alle zwischenstaatlichen und nichtstaatlichen Organisationen sowie alle wissenschaftlichen Einrichtungen wurden dort nachdrücklich aufgefordert, den Klimawandel als vorrangiges Thema zu behandeln und sich mit personellen und finanziellen Mitteln an den Bemühungen zum Schutz des Weltklimas zu beteiligen – also auch das IPCC. Aber dazu benötigt es natürlich personelle und finanzielle Mittel.

Und woher kommen nun die finanziellen Mittel des IPCC?

Übersicht mit KI:Der IPCC (Weltklimarat) wird hauptsächlich durch freiwillige finanzielle Beiträge seiner Mitgliedsstaaten sowie durch personelle und administrative Unterstützung der Vereinten Nationen finanziert. Die wichtigsten Finanzierungsquellen im Detail:

  • Treuhandfonds: Der IPCC-Treuhandfonds finanziert das Sekretariat, die meisten Sitzungen, die Reisekosten für Experten aus Entwicklungsländern sowie die Publikation und Übersetzung der Berichte. Er wird durch freiwillige Spenden der 195 Mitgliedsstaaten gespeist.
  • Trägerorganisationen: Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) tragen durch die Bereitstellung von Personalmitteln und Räumlichkeiten direkt zur Finanzierung des Sekretariats bei.
  • Nationale Förderung (Gastgeberländer): Die Geschäftsstellen der Arbeitsgruppen und bestimmte Autorentreffen werden maßgeblich von den Ländern finanziert, in denen die jeweiligen Ko-Vorsitzenden ansässig sind (meist Industriestaaten).“

Die Finanzierung des IPCC kommt also direkt oder indirekt von den Regierungen derjenigen Mitgliedsländer, von denen die UN-Resolution 43/53 beschlossen worden war. Fassen wir die Faktenlage zur Unabhängigkeit unserer Wissenschaft also mal zusammen:

Nach Aussage der Helmholtz-Gemeinschaft ist das Ziel des IPCC eine neutrale Zusammenfassung des Forschungsstands.

Das IPCC selbst fühlt sich allerdings eher an die Resolution 43/53 der UN Vollversammlung vom 6. Dezember 1988 gebunden, nach der beispielsweise der Klimawandel als vorrangiges Thema zu behandeln sei.

Nun wird es spannend, denn hier ist guter Rat ist teuer: Der interessierte Leser wird sich jetzt möglicherweise fragen, ob unsere steueralimentierte Wissenschaft dem wertschöpfenden mündigen Bürger des Bonner GGs weiterhin als „unsere Wissenschaft“ aufrichtig zu Diensten steht, oder ob sie sich als „DerenWissenschaft“ zum informellen Teil von DerenDemokratie entwickelt haben könnte – und es bleibt offen, zu welchem Ergebnis er dabei am Ende wohl kommen mag…

 




Wiederinbetriebnahme Deutscher Kernkraftwerke?

Von Dr. Humpich

In einer aktuellen Studie der Radiant Energy Group wird euphorisch für eine Wiederinbetriebnahme aller stillgelegten Kernkraftwerke (KKW) in Deutschland plädiert. Nach eigenem Bekunden ist “Radiant Energy Group ein Beratungsunternehmen im Energiebereich, das eigene Forschung und evidenzbasierte Analysen erstellt, um Entscheidungsprozesse zu unterstützen und das Verständnis für Kernenergie zu vertiefen.” Bei aller Sympathie für das Anliegen, sind doch einige kritische Anmerkungen nötig.

Das Dogma des menschengemachten Klimawandels

Durch den gesamten Bericht zieht sich das Dogma der “CO2-freien Energieversorgung”. Nur noch in Deutschland gehört die Weltenrettung durch Vermeidung von CO2 zum Regierungsaberglauben. Die Kernenergie hatte und hat es nie nötig gehabt auf diesen Zug aufzuspringen. Kernenergie war immer die umweltfreundlichste Art elektrische Energie zu erzeugen und für lange Zeit auch die Wirtschaftlichste:

  • Geringster Flächenverbrauch durch die herausragend hohe Energiedichte.
  • Produktion nahe am Verbraucher. Keine Verkabelung der Landschaft nötig.
  • Keine “ewigen Lasten” durch Kohlebergwerke. (Anmerkung: Schon heute wird die überwiegende Menge von Natururan durch “in situ leaching” gefördert.)
  • Keine riesigen Halden aus Asche, die eine potentielle Gefahr für die Umwelt durch die darin enthaltenen Schadstoffe darstellt.
  • Lediglich eine geringe Menge von (radioaktiven) Spaltprodukten. Viele dieser seltenen Elemente können noch wirtschaftlich genutzt werden (z. B. Nuklearmedizin). Jedenfalls sind die anfallenden Volumina so gering, daß sie problemlos und kostengünstig (z. B. Deep Isolation) von der Biosphäre (ewig, wenn gewünscht) isoliert werden können.
  • Keine Belästigung durch Schall oder Abgasfahnen.
  • Keine großflächige Zerstörung von Wäldern, Meeren und Feldern.
  • Keine riesigen Mengen an Sondermüll, für die nicht einmal ausreichende Rückstellungen aufgebaut werden.

Kohle ist nicht der Feind

Stillgelegte KKW wieder in Betrieb nehmen zu wollen, um den idiotischen „Kohleausstieg bis 2038“ zu retten, ist schlicht weg absurd. Kohle war und ist der einzige relevante heimische Energieträger. Wie wichtig Versorgungssicherheit in diesen unsicheren Zeiten ist, ist inzwischen auch breiten Bevölkerungsschichten klar geworden. Die „Zeitenwende“ hat nicht nur bei der Rüstung statt gefunden, sondern auch bei der Energieversorgung. Mag die kriegerische Bedrohung von außen existieren, die Selbstzerstörung dieses Landes von innen durch die „Energiewende“ ist frei gewählt. Weder ein Putin, noch ein Trump hat dies gefordert — ganz im Gegenteil, eindringlich kritisiert. Wir alle müssen endlich zur Kenntnis nehmen, daß die „Klimakatastrophe“ genauso ein absurdes Konstrukt wie die „Klassenfrage“ der Sozialisten ist. Die „Linke“ brauchte einfach einen neuen Angstmacher. Wer glaubt, die verhuschten strickenden Vertreter auf den grünen Parteitagen seien die Verantwortlichen, irrt gewaltig. Je größer der Hass auf diese Gesellschaft ist, je intensiver ist der Kampf gegen „Atomkraft“ und Kohle. Für die Altlinken in unseren Parteien ist die „große Transformation“ lediglich ein Neusprech-Wort für die Einführung des Sozialismus. So viel Planwirtschaft wie heute, war noch nie.

Kohle ist der einzige wesentliche Rohstoff in Deutschland. Kohle hat Deutschland nicht nur industrialisiert, sondern auch nach zwei Kriegen wieder aus dem Elend geholt. Aus dieser Erfahrung heraus, hat z. B. die deutsche Sozialdemokratie – einst eine Mehrheitspartei (Willie wählen) – immer von Kohle und Kernenergie gesprochen. Der heute wieder international gelobte “Kugelhaufenreaktor” ist überhaupt aus dem Gedanken der “Kohleveredelung” entstanden (kalte Fernwärme, synthetische Kraftstoffe etc.). Wie stark muß man dieses Land verachten, wenn man nicht nur die eigene Kohle nicht mehr fördert, sondern die Förderung für folgende Generationen unmöglich machen will, indem man die Gruben bewußt absaufen läßt.

Kraftwerke nicht gegeneinander ausspielen

Die Studie übernimmt kritiklos den Kohleausstieg bis 2038 bzw. 2030. Auch bildungsresistente Kreise müßten inzwischen zur Kenntnis nehmen, daß es nachts dunkel ist und der Wind nicht immer weht. Das Gefasel von irgendwelchen Speichern in der Zukunft ist das bekannte Heilsversprechen der Sozialisten. Deshalb brauchen wir (fossile) Backup-Kraftwerke heute und morgen. Auch hier wieder der bekannte Irrsinn: Erstmal vorhandene Kohlekraftwerke zerstören und anschließend Kraftwerke für teures LNG neu bauen wollen.

Endlich Schluß mit der Manipulation der “Lebensdauer” von Kraftwerken. Technisch ist die Lebensdauer unendlich. Man kann immer verschlissene Bauteile auswechseln. Es wird nur irgendwann unwirtschaftlich: Meint, es ist billiger eine neue Anlage zu bauen, als die alte noch einmal zu reparieren. Jeder Autohalter kennt diesen Zusammenhang. Insofern unterscheiden sich Kohle- nicht von Kernkraftwerken. Auch bei Kohlekraftwerken finden regelmäßig Revisionen statt, bei denen z. B. verschlissene Belege der Mühlen erneuert werden oder irgendwann die kompletten Mühlen ausgetauscht werden. Alle Rohrwände werden regelmäßig auf Verschleiß geprüft und abgenutzte Bereiche ersetzt. Maßstab für alle Revisionen ist, – unabhängig vom Typ – den Betrieb ohne Ausfall bis zur nächsten Revision zu gewährleisten. Ausfälle kosten nämlich richtig Geld.

Die Aussage: “die 40-jährige Auslegungslebensdauer eines Kohlekraftwerks stellt sich vielmehr als ein echtes technisches Ablaufdatum dar, was bei Kernkraftwerksgenehmigungen nicht der Fall ist” ist Unsinn und nur als Propaganda gegen fossile Energien zu bewerten. Ursache für unsere existierenden Probleme ist nur die “Energiewende” und nicht die “Fossilen”. Wenn etwas stillgelegt werden muß, dann Windmühlen und Sonnenkollektoren, weil sie nicht immer verfügbar sind, wenn man sie braucht und unvergleichlich teuer als Versorgungssystem. Noch einmal in aller Deutlichkeit: Die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke in Deutschland als Ersatz für vorhandene Kohlekraftwerke ist schlicht nur als Wahnsinn zu bezeichnen.

KKW gleich KKW?

Es ist völlig unredlich die teuersten Neubauten der Welt mit der Wiederinbetriebnahme alter Kraftwerke zu vergleichen. Die Neubaukosten sind im doppelten Sinne rein politischer Natur: Die “Atomkraftgegner” haben mit Forderungen einer Pseudosicherheit (Doppelte Betonhülle, Core-Catcher usw.) die Baukosten in Europa erfolgreich in absurde Höhen getrieben. Politisch gesteuerte Genehmigungsbehörden haben durch Änderungen während der Bauzeit die Bauzeiten verlängert (Finanzierungskosten). Jeder – auch baugleicher Reaktortyp – war immer wieder ein erster seiner Art (Olkiluoto, Flamanville, Hinkley Point). Das es auch anders geht beweist China, Russland und Korea. Durch Serienfertigung beträgt die Bauzeit für einen Reaktor der Generation III+ in China 56 Monate bei einem spezifischen Preis von unter 2500 US$/kWel. Es ist nicht alles mit “billigen Löhnen” und günstigen staatlichen Krediten erklärbar.

Es ist auch unredlich, einen Reaktor der Generation III+ (passive Sicherheit!) mit Reaktoren der “Generation Biblis” zu vergleichen. O. K. man kann darüber diskutieren, ob deren “Sicherheit” nicht ausreichend ist, aber die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Unfall mit einem VW-Käfer ist nun mal geringer als mit einem heutigen PKW. Will man den VW-Käfer aber auf den heutigen Standard nachrüsten, dürfte er teurer als ein neuer PKW werden – abgesehen von allen sonstigen modernen Annehmlichkeiten. Wie man das ausgerechnet einer “atomkritischen Bevölkerung” verkaufen will, bleibt ein Rätsel. Es ist zu befürchten, wenn die geschulten “Atomkraftgegner” in den deutschen Medien sich auf diesen Punkt stürzen, dürfte es mit den Blütenträumen einer Wiederinbetriebnahme ein jähes Ende finden.

Der Hinweis auf die Programme in den USA (Palisades, Duane Arnold, Three Mile Island) ist äußerst fragwürdig. Sind doch die Vorgehensweisen grundsätzlich unterschiedlich: In den USA legt man nach der Abschaltung die Reaktoren trocken und läßt sie zum Abklingen der Radioaktivität (Arbeitsschutz) geplant für Jahrzehnte im sicheren Einschluss. In Deutschland haben die grünen Zerstörer sofort mit der Sprengung von Kühltürmen usw. begonnen. Hier war es das erklärte Ziel, durch möglichst schnelle und große Schäden den “Atomausstieg” unumkehrbar zu machen. Auch hier wieder eine Menge Heuchelei.

Der politische Wille

Das Bundesrecht verbietet die gewerbliche Stromerzeugung aus Kernenergie. Wie soll ein neues Gesetz in diesem Parlament verabschiedet werden? Eine Mehrheit pro Kernenergie ist ohne die AfD undenkbar. Sie ist die einzige Partei, die sich für Kernenergie klar und deutlich ausgesprochen hat. Alle anderen Parlamentarier waren aktiv, oder wenigstens passiv, an der Ächtung der “Atomkraft” beteiligt. Sie müßten erstmal ihren Irrtum öffentlich eingestehen. Und selbst wenn, bleibt da immer noch der Kokolores um die “Brandmauer”.

Wer soll denn in Deutschland die nötigen Genehmigungsverfahren durchführen? Die einschlägigen Behörden sind längst von Fachleuten bereinigt. Wer sich das antun mag, lese sich einmal die Berufe und Lebensläufe der dort Beschäftigten durch. Es gibt nichts besseres, um auf dem Boden der deutschen Realität hart zu landen.

Es wäre schon viel erreicht, wenn unsere Politiker – die ständig Europa in den Himmel loben – sich nicht in Brüssel immer gegen Kernenergie quer stellen würden. Wir könnten unsere Industrie vielleicht noch am Leben erhalten, wenn wir mit unseren Nachbarn enger zusammen arbeiten würden. Zwar wird jeder Investor und jede Bank lieber im benachbarten Ausland ein Kernkraftwerk bauen, als in dem Außenseiter-Deutschland. Wir könnten aber durch Kooperation unser Fachwissen erhalten und vor allen Dingen nicht den Anschluß bei der Weiterentwicklung verlieren. Sollte dann dereinst einmal ein neues KKW in Deutschland gebaut werden, stünden wenigstens deutsche Unternehmen und Fachleute zur Verfügung. Wenn das versäumt wird, werden wir uns einst für den Technologietransfer bei den Entwicklungsländern einreihen müssen. Ganz abgesehen davon, daß uns qualifizierte und auch noch gut bezahlte Arbeitsplätze fehlen werden, nebst Steuereinnahmen und günstigen Strompreisen.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors Nukeklaus hier




Neue Regeln für Energiehandel – Kritik an EU-Methanregel: Länder sehen Versorgungsrisiko

Die EU-Kommission hat die Methanverordnung auf den Weg gebracht. Sie betrifft die Einfuhr von Erdgas und Erdöl in die EU. Viele Länder und Unternehmen kritisieren das hohe Tempo der Umsetzung. Die Neuregelung hat weitreichende Folgen für Energieimporte und deren Regulierung.

Der Artikel erschien zuerst auf Epoch Times.

In Kürze:

  • Mehrere EU- und Nicht-EU-Staaten äußern Kritik an der EU-Methanverordnung.
  • Mit dieser Neuregelung will die EU die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren.
  • Für betroffene Unternehmen bedeutet das zunächst eine Mehrbelastung.
  • Die einzelnen Schritte zur Umsetzung dauern bis 2030.

Elf Mitgliedstaaten der Europäischen Union forderten in der vergangenen Woche eine Verschiebung der Umsetzung der EU-Methanverordnung (EUMR) um mindestens drei Jahre. Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderem Tschechien, die Slowakei, Polen, Italien und die Niederlande.

Auch Deutschland hat sich inzwischen diesem Appell angeschlossen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) warb „dringend“ für eine Überarbeitung der Methanverordnung. Am Freitag, 26. Juni, sagte sie vor einem Treffen der EU-Energieminister in Luxemburg:

„Wir brauchen mindestens eine Verschiebung oder eine Aussetzung der Methanverordnung, dass sich die Bundesrepublik Deutschland sicher mit Gasimporten, aber auch mit Mineralölprodukten wie Kerosin versorgen kann. Wir werden mit der Kommission sehr ernsthaft darüber sprechen müssen, dass wir unsere Versorgungssicherheit auf gar keinen Fall aufs Spiel setzen können.“

Was bedeutet die EU-Methanverordnung?

In ihrer derzeitigen Form würde die Verordnung dazu führen, dass Gasimporte und Mineralölprodukte ab 2027 nur noch eingeführt werden könnten, wenn sie die Vorgaben erfüllen, argumentierte Reiche.

Bei der Gas- und Ölförderung wird das Treibhausgas Methan freigesetzt. Um dies zu reduzieren, brachte die EU-Kommission die Methanverordnung auf den Weg. Sie trat 2024 in Kraft.

Die Regelung verlangt vor allem, dass bei Gasimporten die Methanemissionen entlang der Lieferkette berücksichtigt werden müssen. Die Verordnung verpflichtet die EU-Staaten, beim Import von Energie aus Drittstaaten verschiedene Berichts- und Überwachungsmaßnahmen einzuhalten. Diese Vorgaben werden schrittweise zwischen 2025 und 2030 eingeführt.

So sollen die Regeln beispielsweise ab 2027 auch für importiertes Gas und Öl gelten. Ein Einfuhrverbot ist in der Verordnung allerdings nicht vorgesehen, sollte ein Staat die Anforderungen nicht erfüllen. Stattdessen sollen die Mitgliedstaaten Verstöße etwa mit Geldbußen ahnden.

Warum will die EU den Methanausstoß reduzieren?

Die Methanverordnung ist Teil der Bemühungen der EU, die Treibhausgasemissionen der Mitgliedstaaten bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken. Das wiederum soll die Erwärmung der Erdatmosphäre verlangsamen oder stoppen.

Nach Angaben der Europäischen Kommission hat Methan eine stärkere Fähigkeit, Wärme in der Atmosphäre zu speichern, als Kohlenstoffdioxid (CO₂). Das „Treibhauspotenzial“ von Methan sei über einen Zeitraum von 100 Jahren 29,88-mal so hoch wie das von CO₂. Auf einer Zeitskala von 20 Jahren betrage der Faktor sogar 82,5, hieß es.

„Die Reduzierung der Methanemissionen ist daher notwendig, um die Klimaziele des Europäischen Grünen Deals für 2050 zu erreichen“, erklärte die EU-Kommission. Weiter hieß es, dass ein Drittel der durch menschliche Aktivitäten verursachten Methanemissionen aus dem Energiesektor stamme. Zudem bezeichnete die Kommission Methan als den „zweitgrößten Verursacher des Klimawandels“.

Kritik auch von außerhalb der EU?

Die elf EU-Staaten sind jedoch nicht die einzigen Kritiker des EU-Plans. Ebenso haben Energiebeauftragte aus vier Ländern – den Vereinigten Staaten, Katar, Nigeria und Algerien – am Dienstag, dem 23. Juni, einen Brief an die Staats- und Regierungschefs der EU geschickt. Darin warnen sie davor, dass die Umsetzung der geplanten Methanvorschriften die regionale Öl- und Gasversorgung beeinträchtigen könnte.

Die vier Staaten wiesen auch darauf hin, dass die meisten Exporteure, die Energieprodukte an die EU verkaufen, „die Anforderungen der EUMR an die Messung, Berichterstattung und Überprüfung von Methanemissionen nicht innerhalb des vorgeschriebenen Zeitrahmens erfüllen können“.

Zudem seien „laut einer unabhängigen, umfassenden Branchenanalyse fast alle EU-Ölimporte und ein erheblicher Teil der EU-Erdgasimporte“ ab Januar 2027 nicht mehr mit der EUMR konform. „Selbst bei einer anpassungsfähigen und flexiblen Umsetzung sind erhebliche negative Auswirkungen auf Versorgung und Preise sicher“, so die Länder.

EU-Importeure haben bereits damit begonnen, Öl und Gas einzukaufen, das für die Lieferung im kommenden Jahr gelagert werden soll. Derzeit gebe es jedoch „keinen gangbaren Weg“, um die EUMR-Vorschriften einzuhalten, heißt es in dem Schreiben.

Welche Schritte sind zu unternehmen?

Bis zum 5. Mai 2025 waren die Energiehandelsakteure gemäß der Verordnung dazu verpflichtet, ihre erste Umsetzungsplanung vorzulegen und drei Monate später die ersten Berichte zu den geschätzten Methanemissionen einzureichen.

Spätestens am 5. Februar dieses Jahres mussten die Akteure erneut detaillierte Berichte zur Menge der Methanemissionen für selbst betriebene Anlagen abgeben. Ab diesem Zeitpunkt waren zunehmend direkte Messungen nötig, um genauere Werte zu erhalten.

Bis zum 5. Februar 2027 müssen entsprechende Berichte für nicht selbst betriebene Anlagen eingereicht werden. Anschließend sollen die Berichte jährlich erfolgen. Zusätzlich müssen unabhängige Prüfstellen diese verifizieren.

Schon jetzt müssen EU-Importeure Informationen unter anderem zu Herkunft, Transportweg und Emissionsminderung der Lieferanten melden. Ab dem 1. Januar 2027 ist zusätzlich ein Nachweis erforderlich, dass die sogenannten MRV-Standards der Lieferanten EU-äquivalent sind. MRV steht für „Measurement, Monitoring, Reporting and Verification“ und bezeichnet ein dreistufiges Standard- und Qualitätssicherungssystem zur Erfassung von Treibhausgasemissionen und Klimaschutzprojekten.

Eine weitere Berichterstattung zur Methanintensität der Importe müssen die Lieferanten ab dem 5. August 2028 abgeben. Ab 5. August 2030 gilt schließlich ein maximaler Methanintensitätsgrenzwert. Dieser soll noch von der EU-Kommission festgelegt werden.

Wer ist konkret betroffen und welche Sorgen gibt es?

Bereits am 13. April richtete der Internationale Verband der Öl- und Gasproduzenten einen „dringenden Appell“ zur Änderung der EUMR an die EU-Energieminister. Dem Verband gehören weltweit führende Energiekonzerne wie Chevron, ConocoPhillips, BP und ExxonMobil an.

Neben diesen Unternehmen des Erdöl- und Erdgassektors sind auch Bergwerksbetreiber des Kohlesektors direkt von der EU-Neuregelung betroffen. Ebenso betrifft dies Importeure und Erzeuger von Rohöl, Erdgas und Kohle, die diese Brennstoffe in der EU vertreiben.

Der Verband warnte, die EUMR in ihrer derzeitigen Form stelle ein Risiko für die Energiesicherheit der EU dar. Er hob hervor, dass bis zu 43 Prozent der Erdgasimporte und rund 90 Prozent der Rohölimporte der EU ab Januar 2027 wahrscheinlich nicht den Vorschriften entsprechen würden.

„Darüber hinaus belastet die Verordnung auch die heimischen Produzenten und Infrastrukturbetreiber der EU erheblich, indem sie kostspielige und unverhältnismäßige Maßnahmen vorschreibt, die nur geringen Nutzen bringen oder möglicherweise sogar zu einem Nettoanstieg der Treibhausgasemissionen führen“, erklärte der Verband.

Und weiter: „Dies könnte den Rückgang der heimischen Produktion in Europa weiter beschleunigen, seine strategische Autonomie schwächen und die Energiewende verteuern.“

Was bedeutet die Verordnung für die Industrie?

Um die genannten Schritte umsetzen zu können, müssen sich die von der EU-Methanverordnung betroffenen Industrieunternehmen neu ausrichten. Die Regulierungen werden zunehmend strenger, während sich die Anforderungen an die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsmodelle gleichzeitig erhöhen.

Einerseits bedeutet diese Anpassung einen Mehraufwand für die Unternehmen, der meist mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Andererseits können sie sich durch eine frühzeitige Umstellung einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Wenn Unternehmen nachweislich ihre Methanemissionen reduzieren, können sie mögliche regulatorische Strafgebühren oder Sanktionen vermeiden. Da inzwischen viele Länder und Unternehmen auf Umweltbewusstsein achten, lässt sich zudem ein positives Image aufbauen und die Kundenbindung stärken.

Was bedeutet die Verordnung für die Energiesicherheit?

Bezüglich der Auswirkungen der Methanverordnung auf die Versorgungssicherheit gibt es unterschiedliche Perspektiven. Die EU-Kommission selbst sowie die US-amerikanische, nichtstaatliche Umweltschutzorganisation „Environmental Defense Fund“ bewerten die Auswirkungen als positiv. Letztere sieht darin „ein strategisches Instrument, um die Energiesicherheit Europas zu stärken“.

Laut einer Analyse von Rystad Energy werde sich das globale LNG-Angebot jährlich um rund 4 Prozent erhöhen. Dies werde von 2028 bis 2032 zu einem Überangebot führen. Dies gebe der EU die Freiheit, von den Lieferanten mehr Transparenz und Umweltleistung zu verlangen, ohne den Zugang zu Gas zu gefährden.

Es gibt jedoch auch Kritiker wie den US-Energieminister Chris Wright. Er erklärte am Mittwoch, 24. Juni, dass die „verrückten“ Methanvorschriften der EU den Import von LNG aus den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, die den Brief unterzeichnet haben, unmöglich machen würden. Wright warnte, dass dies die EU-Länder einem Risiko aussetze. Er sagte: „Es besteht ein erhebliches Risiko von Stromausfällen oder Heizungsproblemen im kommenden Winter.“

(Mit Material von AFP und theepochtimes.com)