COP 19 in Warschau: Der Gipfel der Zyniker, Heuchler und Träumer

Die ersten Meldungen im Radio und den öffentlich – rechtlichen TV-Sendern waren schon ein unverzeihbarer Skandal. Sie lauteten: In den Philippinen habe ein Tropensturm von ungewöhnlicher Stärke gewütet. Es seien mindestens drei Tote zu beklagen. „Drei Tote?“ Wer hat das denn in die Welt gesetzt? Und wie konnte eine solche Meldung alle Kontrollen einer Nachrichtenredaktion passieren, ohne dass es jemanden auffällt, dass Haiyan sich schon seit einigen Tagen als der stärkste Taifun seit Jahrzehnten auf den Inselstaat zubewegt?
Da ging mal wieder Schnelligkeit vor Nachdenken, Ahnungslosigkeit vor Wissen, Routine vor Sorgfalt. Heute-journal Moderator Klaus Kleber hat sich dann, als das wahre Desaster deutlich wurde, so halbwegs für die „Drei-Tote-Meldung“ entschuldigt. Aber damit wurde nicht erklärt, wie so etwas passieren kann.

Video (leider nur in Englisch) vom Vortrag des US-Astronauten von Apollo 7 Walt Cunningham (81) vor rund 300 Teilnehmern auf dem CFACT EIKE Kongress am 21.11.13 im Auditorium Maximum der Kardinal Stefan Wyschinski Universität in Warschau: Colonel Walt Cunningham war Pilot auf der Mondfähre Apollo VII , dem ersten bemannten Apollo-Flug in den Weltraum. Oberst Cunningham erklärt, warum Amerikas Raumfahrtpioniere schockiert und von der heutigen Politisierung der Wissenschaft bestürzt sind, um damit der globale Erwärmungs-Agenda zu dienen. Sie fordern die Abschaffung der Verfälschungen und Vorurteile aus der wissenschaftlichen Untersuchung und eine Rückkehr zu der strikten Anwendung von rein wissenschaftlichen Methoden.

Doch das war erst der harmlose Anfang einer Desinformationswelle. Ein Taifun in den Philippinen löst mittlerweile sofort eine Sondersendung bei der ARD aus, auch wenn die Redaktion noch nicht mehr weiß, als die wenigen Informationen, die ihr ein paar Agenturen gemeldet haben. Und wenn man schon nicht mehr zeigen kann, als die spärlichen Bilder, die gerade in den Nachrichten gesendet wurden, hilft ein Interview über die Ursachen des Taifuns. Und Moderatorin Hanni Hüsch wird unversehens zur Spezialisten für die Klimaerwärmung. In Hamburg bietet sich dann natürlich der immer verfügbare und unvermeidliche Mojib Latif an, beschäftigt im vom Staat finanzierten Hamburger Max Planck Institut für Meteorologie. Pflichtgemäß verkündet er: „Solche starken Taifune sind das Ergebnis der Klimaerwärmung.“ Das wird natürlich wissenschaftlich etwas verbrämter formuliert. Aber das Stichwort für die Träumer und Heuchler war gegeben: Haiyan ist das Ergebnis der unverantwortlichen Industriestaaten des Westens.

Das ist ebenso präzise und journalistisch unredlich wie die „Drei-Tote-Meldung.“  Hauptsache eine Sondersendung. Hauptsache schnell! Zwei Fragen hätte Frau Hüsch vorher klären sollen:
1.) Seit 15 Jahren haben wir eine leichte Temperaturabkühlung. Warum taucht dann gerade jetzt ein Monstertaifun auf? Latif begründete das mit einer Erwärmung des Pazifiks – an einigen Stellen. Aber die gibt es immer wieder, das ist nichts Neues.
2.) Selbst das Potsdamer Institut für Klimafolgeforschung, sozusagen das Zentralkomitee für die Erklärung der Klimakatastrophen hat mehrfach durch seinen Institutsleiter und Kanzlerinberater Prof. Hans Joachim Schellnhuber ausgesagt: Die natürliche Temperatur unserer Erde liegt bei 15 Grad. Und auch darüber besteht Einigkeit: Zurzeit beträgt die Welttemperatur 14,5 Grad. Wie also kann eine Klimaerwärmung, die nicht eingetreten ist, Taifune auslösen? Hanni Hüsch hat nicht gefragt. Sie hat aber noch viele Sondersendungen über die Katastrophe moderiert, die wenig erklärten, eher zur Kategorie „Elendsvoyeurismus“ gehörten.

Mojib Latif hat schon viel gesagt, wenn er die Klimazukunft beschreibt. Im Jahre 2000 versprach er uns, dass wir nie wieder im Winter Schnee schaufeln müssen. Als es dann in den letzten Jahren ganz anders kam, korrigierte er sich: Er habe von den Jahren 2050 bis 2100 gesprochen. Dann werden wir ihn nicht mehr befragen können.

Er und seine Erwärmungsfreunde haben auch für Südeuropa Dürren vorausgesagt. Das war 2000 als in Mallorca die Stauseen einmal leer waren. Seit 12 Jahren aber sind alle Seen in Südeuropa randvoll und gerade jetzt schwimmen in Sardinien die Autos durch die Straßen.
Von der Voraussage der angeblichen Zunahme der Hurrikans und Taifunen mal abgesehen, weil die in den letzten Jahren abgenommen haben, heißt es jetzt: Die wenigen Stürme würden aber heftiger. Das gibt keine Statistik her – bleibt eine Behauptung. Trotz Haiyan.
Was allerdings in den Tagen danach in und um die Warschauer Weltklimakonferenz aus dem Elend, das Haiyan angerichtet hat, gemacht wurde, ist an Zynismus nicht zu überbieten. Während die Konferenz wieder einmal zeigte, dass es kein verbindliches Klimaabkommen mehr geben wird, weil die Interessen der einzelnen Staaten zu unterschiedlich sind und sich nicht unter einer neuen gigantischen UN-Behörde mit supranationalen Vollmachten ausgleichen lassen. Sozusagen als Ersatzhandlung wurde in Warschau die moralische Keule geschwungen. Wer nicht an die Hochrechnungen und politischen Konstrukte des „Weltklimarates“ glaubt, wurde mehr oder weniger als mitverantwortlicher Mörder an den Opfern des Taifuns abgestempelt. Dass dies die sich selbst in den Stand der Heiligkeit versetzten so genannten Umweltverbände tun, ist fast selbstverständlich. Deren Zynismus können wir ja in Deutschland hautnah erleben, wenn sich zum Beispiel der B.U.N.D. und Nabu gegen entsprechende Zahlungen für das Aufstellen von Windrädern in geschlossenen Waldgebieten kaufen lassen.  Aber in Warschau hat auch der deutsche Christdemokrat und Umweltminister Peter Altmaier diese wilde These wiederholt. Auch er versucht damit aus der Zerstörung und dem vieltausendfachen Tod einfacher Menschen politisches Kapital zu schlagen. Dieser Zynismus ekelt mich an.
Dass auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ins selbe Horn bläst, ist schon eher verzeihlich. In Syrien muss er tatenlos zuschauen, wie ein Diktator sein Volk abschlachtet. Da gehen die Opferzahlen in die Hunderttausende. Als oberster UN-Repräsentant präsidiert er über eine Organisation, in der alle Staaten die Menschenrechtskonvention unterschrieben haben, aber sich mindestens die Hälfte nicht daran hält. Er muss Verbrechern und Mördern mit diplomatischem Geschick begegnen, damit die vielleicht ein bisschen weniger morden und stehlen. Also, da kommt es auf eine weitere Verdrehung der Realität nicht so an. Sein dringender Appell, doch bitte sehr, bis zur nächsten Konferenz 2015 in Paris ein Abkommen gegen die Erderwärmung unterschriftsreif vorzubereiten, wird nichts nutzen – und das ist gut so. Wir brauchen keine neue UN-Behörde, die anderen schon funktionieren kaum.

Was aber sehr viel Menschenleben retten könnte, wäre der Aufbau einer internationalen Katastrophen-Eingreiftruppe, die mehr Geld und mehr Befugnisse hat, als die bisherige UN-Hilfsorganisation. Auch in den Philippinen hat es sich wieder einmal gezeigt, dass vor allem Hilfe in den ersten Stunden oder Tagen viele Menschen retten könnte. Aber genau da hapert es. Meistens fehlt eine benutzbare Infrastruktur, fehlt es an Organisationserfahrung, an schwerem Gerät und Helikoptern. Wie wäre es, wenn die Staatengemeinschaft die 100 Milliarden Dollar, die für einen undurchsichtigen Klimafolgefonds für Entwicklungsstaaten vorgesehen sind, stattdessen für eine Katastrophenhilfe nutzen würde? Sie müsste jedem Staat zur Verfügung stehen, der vorher unterschreibt, dass er an diese Organisation auch Hoheitsrechte abtritt und nicht durch Zollgebühren auf Hilfslieferungen am Elend seiner Bürger noch verdienen will. Sie stünde dann bei allen Desastern zur Verfügung – ob Erdbeben oder Stürmen.

In den Philippinen haben die Amerikaner wieder einmal gezeigt, wie so etwas aussehen kann. Sie sind eingeflogen und haben erst einmal den Flughafen wieder benutzbar gemacht, damit die anderen Helfer überhaupt in Tacloban landen konnten. Eine Flotte unter Führung des Flugzeugträgers „Washington“ hat sich sofort auf den Weg gemacht mit tausenden Soldaten, Tonnen von Hilfsgütern, Fluggerät und Feldkliniken. Das entspricht in etwa der Aufgabenteilung in der Welt: Die Umweltretter von Greenpeace und WWF zum Beispiel sind für die moralische Entrüstung zuständig, die Amerikaner für die praktische massive Hilfe. Es ist schon am Rande der Peinlichkeit, wenn dann in den Sendungen darauf hingewiesen wurde, dass die Amerikaner damit natürlich auch ihre Dominanz im Pazifik unterstreichen wollten und dass sie in den Philippinen besondere Interessen pflegen. Ja, sie sind die Macht im Pazifik, aber kein Staat hilft so schnell und konsequent wie die USA. Die Nörgler haben übersehen, dass es die Amerikaner waren, die auch in Myanmar bei der großen Flutkatastrophe 2008, bei der zirka 180 000 Menschen ertrunken sind, mehr geholfen haben, als alle anderen Nationen zusammen, obwohl es sich um eine eher feindlich gesonnene Militärdiktatur handelte.
In den vielen Sondersendungen kamen leider nicht die Ursachen zur Sprache, die in diesem Fall mitverantwortlich sind, dass die Zahl der Todesopfer so hoch ausfiel. Ich kenne Tacloban noch aus den 80er Jahren. Damals hatte diese Ansammlung von Hütten und einfachen Holzhäusern nur knapp 100 000 Einwohner. Jetzt 30 Jahre später waren es 200 000. Die Philippinen haben eine der höchsten Geburtenraten der Welt, nicht zuletzt wegen des starken Einflusses der katholischen Kirche. Der jetzige Präsident Benigno Aquino III. war der Erste, der den Mut hatte, kostenlos Kondome zu verteilen, was ihm den Zorn der Kirche einbrachte.

Die explodierende Bevölkerungszahl hat nämlich zur Folge, dass Regionen in den Philippinen besiedelt werden, die dafür eigentlich absolut ungeeignet sind. Bei einer meiner Filmproduktionen entdeckte ich im Süden der Hauptinsel Luzon einen traumhaften Strand. Weißer Korallensand und Palmen soweit das Auge reichte, glasklares Meer. Aber weit und breit keine Siedlung, kein Touristenhotel, nichts. Mein Begleiter klärte mich auf: „Hier sind wir in der „Einflugschneise“ der Taifune. In deren Saison wird hier alles weggeblasen und weggespült.“ Die Mitte der Philippinen war deswegen immer dünner besiedelt als der Norden und der Süden. Aber irgendwo müssen die Menschen ja hin. Und so wuchsen auch die Siedlungen und Städte in der betroffenen Visayas – Region. Mit Klimawandel hat das überhaupt nichts zu tun.
Dass trotzdem bei uns der Eindruck entsteht, dass immer mehr furchtbare Katastrophen die Welt heimsuchen, liegt auch an dem journalistischen Wahrnehmungsgrad. Als ich einmal während meiner Korrespondentenzeit in Asien in Manila war und sich ein starker Taifun ankündigte, fragte ich bei der „heute-Redaktion“ an, ob ich darüber berichten solle. Es gab mehrere hundert Tote und Manila stand unter Wasser. Aber damals war ein Taifun in den Philippinen noch kein Thema. War weit weg. Heute würde das wohl eine Sondersendung werden, um die drohende Klimakatastrophe in Erinnerung zu bringen.

Erstaunlich zurückhaltend zeigten sich auch die Katastrophenreporter, wenn sie über die Sicherheitslage in den betroffenen Gebieten berichteten. Von bewaffneten Banden war da die Rede, von Kriminellen, die aus einem Gefängnis ausgebrochen seien. Nur einmal, bei einem Beitrag über ein Dorf, das eine Selbstschutztruppe aufgebaut hat, fiel das Wort „NPA“. Aber das wurde nicht übersetzt. Warum? Die NPA, die es immer noch in den ganzen Philippinen gibt, auch auf der direkt betroffenen Insel Samar, ist eine kommunistische Guerillaarmee, die die Menschen mit Schutzgeldzahlungen erpresst und jegliche wirtschaftliche Entwicklung verhindert. Die NPA (New Peoples Army) gilt als Steuereintreiber für die kommunistische Partei. Ihr Gründer lebt in den Niederlanden. Dass diese Verbrecher jetzt auch noch die obdachlose Bevölkerung bedrohen, ist offensichtlich im deutschen Fernsehen keine Nachricht.

Fazit: Je weiter entfernt sich eine Katastrophe abspielt, je besser lässt sie sich für innenpolitische Zwecke missbrauchen – und kein Elend ist furchtbar genug, um es nicht noch politisch auszunutzen.

Anmerkung:
Der Autor dieses Artikels war 6 Jahre als ZDF Fernost – Korrespondent auch für die Philippinen zuständig und hat dort fast 100 Nachrichten- und Dokumentationsfilme produziert. Von der Präsidentin Corazon Aquino, der Mutter des heutigen Präsidenten erhielt er die philippinische Auszeichnung „Rooster of Heroes“ für seine Berichterstattung über die Revolution 1986.

zuerst erschienen auf ACHGUT




Unbequeme Wahrheiten über den Kanzlerinnen-Berater Schellnhuber! Teil 12 (Epilog 2) : Mediale Tsunamis ?

Und der Meteorologe Karsten Brandt macht auch innerhalb nur eines Jahres einen merkwürdigen “Sinneswandel” durch. Aber einen ganz “dicken Hund” hat sich der Doku-Sender “PHOENIX” erlaubt, der eine Anmoderation zum Thema “Klimawandel” für die 2. Ausstrahlung – 9 Tage später – nachträglich verändert hatte, obwohl die erste Anmoderation wissenschaftlich korrekt gewesen war. In die 2. Anmoderation wurden stattdessen nun suggestive Falschbehauptungen durch Verwendung irreführender Begriffe eingebaut. Dadurch wird nun womöglich beweisbar, wie eine TV-Berichterstattung rund um den Klimawandel mit “politischen Motiven” und suggestiv-falschen wissenschaftlichen Aussagen vorsätzlich und bewusst manipuliert wird. Wiedermal wurde der Tsunami 2004, der bekanntlich durch ein Erdbeben ausgelöst worden ist, nun bei PHOENIX plötzlich auch zum Wetterphänomen. Aber machen Sie sich dazu selbst ein Bild in dem folgenden Video. Auch Dunja Hayali vom “ZDF-Morgenmagazin” ist mit dieser “Tsunami-Nummer” auch wieder mit dabei:

Das obigen Video analysiert ebenfalls die mediale Berichterstattung über die Hurrikans/Taifune im Vorjahr 2012 und im VorVorjahr 2011 und fördert auch zu diesen angeblichen Extremwettern sehr Erstaunliches zu Tage.  Aber der “Schocker zum Abschluss” der “unbequemen Wahrheiten” wird wohl für viele Zuschauer der 15-minütige Zusammenschnitt der DokuFiktion “Crash 2030” aus dem Jahr 1994 sein, an der u.a. auch Hans J. Schellnhuber und Hartmut Grassl als “Wissenschaftliche Beratung” agierten. Wer sich diese Doku-Fiktion in voller Länge (45 Minuten) anschauen will, kann sich das HIER antun. Aber der ARD-ModeratorReinhold Beckmann hat sich im Vergleich zur 2009er-”Trash”-Klimasendung mit “Klimapapst” Hans J. Schellnhuber in diesen Tagen doch wahrlich zum Positiven weiterentwickelt. Vorsichtiger Respekt, Herr Beckmann, auch DAS muss und wird im Video von Epilog 2 erwähnt werden.

Mit diesem “Epilog 2″ endet nun definitiv das Videoprojekt über die “10 unbequemen Wahrheiten über Hans J. Schellnhuber“, was uns seit gut einem halben Jahr in Atem gehalten hat. Wir hoffen es hat Ihnen viel an Aufklärung über die Berichterstattung über den Klimawandel gebracht. Wir wurden bisher nicht von der “Gegenseite” darüber informiert, dass wir seit dem 02.09.2013 – seitdem die “unbequemen Wahrheiten” veröffentlicht wurden – irgendetwas nicht korrekt berichtet hätten. Wir haben wohl nichts Falsches erzählt. Insofern können wir uns wohl ein wenig auf die Schulter klopfen.

Die Macher und Unterstützer des “Klimamanifests-von-Heiligenroth” sind nach wie vor an Feedback und Kritik über dieses Filmprojekt interessiert. Der 6-minütige Videotrailer mit einer integrierten Playlist mit allen 15 Einzel-Filmen (Trailer, 12 Kapitel, Trailer von Kapitel 8 und AddOn-Film zu Kapitel 2 & 3 ) ist weiterhinseit dem 27.08.2013 online.




Die Pleite von Warschau: Erlebt Greenpeace gerade sein Warschaugrad?

Bei langdauernden kriegerischen Auseinandersetzungen gibt es zeitweise lange Perioden, in den sich die Gegner in verlustreichen Kämpfen gegenseitig zermürben, ohne dass e seiner Seite gelingt, dem Gegner jenen entscheidenden Schlag zu versetzen, der die Balance des Krieges zugunsten der eigenen Seite neigt. Und dann kommt es oft ganz überraschend zu einem Schlüssel-Ereignis, von dem man oft erst hinterher feststellt, dass es sich dabei um den entscheidenden Wendepunkt handelt, ab dem eine der Seiten nicht mehr die Kraft findet, ihren Gegner wirklich zu gefährden. Ab diesem Moment hat die unterlegen Seite ihre Initiative verloren, muss sich im Wesentlichen auf Defensivmaßnahmen beschränken und kann nur darauf hoffen, dass der Gegner eher bereit ist, einen für ihn vorteilhaften Friedensdeal zu akzeptieren als die enormen Kosten und Risiken einer Fortsetzung des Krieges einzugehen. Einer der bekanntesten Wendepunkte des zweiten Weltkriegs war die Schlacht um Stalingrad, der Punkt, an dem der Vormarsch der bisher anscheinend unaufhaltsamen deutschen Kriegsmaschine gestoppt werden konnte. Die weitere Entwicklung ist bekannt: Der langsame, aber unaufhaltsame Zusammenbruch der deutschen Ostfront bis zur Eroberung Berlins und dem Ende des dritten Reichs.

Nach einer langen und erbitterten Schlacht um die öffentliche Meinung…

Durchaus vergleichbare Wendepunkte der Auseinandersetzung findet man auch bei großen kontrovers geführten Debatten auf geistig-politischem Gebiet. Und mit Blick auf die jahrzehntelangen Bemühungen von Greenpeace, WWF und ihrer zahllosen NGO-Spießgesellen um die Kontrolle der öffentlichen Meinung bezüglich der angeblichen Globalen Erwärmung durch vom Menschen verursachte CO2-Emissionen scheint ein solcher Wendepunkt gerade erreicht worden zu sein. Die UN-Veranstaltung in Warschau, auf der eigentlich weitergehende Maßnahmen zur Verringerung dieser Emissionen hätten beschlossen werden müssen, erlebte eine Reihe klarer Absagen wichtiger Industrienationen, die an dieser Scharade nicht mehr teilnehmen wollen. Andere gaben zwar fleißig Lippenbekenntnisse zur edlen Aufgabe der Rettung des Planeten und des Klimas ab, hielten sich jedoch bei konkreten Zusicherungen auffällig zurück.

Vielleicht werden Historiker, welche die realen Dimensionen des Schlags, den die CO2-Alarmisten in Warschau erhalten haben, in einem leicht fasslichen Schlagwort fassen wollen, hierfür Begriff Warschaugrad prägen. Nach dem quasi vollständigen Scheitern des eigentlichen Hauptziels der Veranstaltung, der Weiterführung von Massnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes, richtete sich die Aufmerksamkeit fast ausschließlich auf finanzielle Aspekte. Dabei ging es letztlich darum, wie hoch die Kompensationszahlungen reicher Nationen sein sollten, welche die ärmeren Länder als Ausgleich für angeblich vom CO2-Ausstoß der Reichen verursachten Schäden durch Klimakatastrophen einfordern konnten. Dabei wurden selbst Ereignisse wie Tornados und Hurrikane, welche eindeutig nicht dem CO2 in die Schuhe geschoben werden können, als Argument aufgeführt. Möglicherweise wird die Liste bei kommenden Veranstaltungen noch um Asteroideneinschläge, Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis erweitert werden…

Fakt ist: Die Veranstaltung degenerierte zu einem reinen Gezänk ums Geld und wurde vor einem vollständigen Scheitern nur durch einen Formelkompromiss sowie einen Trick der EU-Vertreter bewahrt, welche den ärmsten Ländern schnell noch 100 Mio. € zuschoben, woraufhin diese umfielen. Wie üblich durfte Deutschland dabei den Zahlmeister spielen, indem es dazu rund 1/3 der Gesamtsumme beisteuerte.

..scheint die CO2-Lüge an Strahlkraft zu verlieren

Die klare Botschaft von diesem kläglichen Ausgang und dem entsprechenden Echo in den Medien dürfte die sein, dass die von Greenpeace und ihren zahlreichen Verbündeten in staatlichen Institutionen, wissenschaftlichen Einrichtungen und den Medien vertretene Lüge über den angeblich nachteiligen Einfluss des CO2 auf das Klima offensichtlich an Strahlkraft verliert. Die Gier allzu zahlreicher Profiteure hat inzwischen zu einem derartigen Ausmaß an Kosten und einem wachsenden Rattenschwanz an technischen Problemen in Schlüsselindustrien geführt, dass es zu einem Schwenk der öffentlichen Meinung zumindest in einigen aufgeklärteren Ländern wie Australien gekommen ist. Natürlich wurde, ganz wie auch im oben angeführten historischen Beispiel, der letzte Schuss noch nicht abgefeuert bzw. das letzte Wort noch nicht gewechselt, aber von jetzt an dürften sich die Vertreter der Theologie von der menschengemachten globalen Erwärmung (Anthropogenic Global Warming, AGW) auf dem absteigenden Ast befinden.

Während einige führende Politiker wie Fr. Merkel immer noch eisern an dem einmal eingeschlagenen Kurs in der Energiepolitik festhalten, wird es insgesamt doch immer deutlicher, dass eine wachsende Zahl wichtiger Länder wie Kanada, Australien und Japan bereits dabei sind, den Ausstieg aus dem Klima- und CO2-Unsinn zu vollziehen. Und mit diesen ersten Rissen im bisher dichten ideologischen Bollwerk, das die Zweifel der Skeptiker – oft auch als Klimaleugner verunglimpft – zurückhalten sollte, dürfte die weitere Entwicklung ähnlich beschleunigt verlaufen wie bei einem Dammbruch. Möglicherweise kommt es zu einer regelrechten Stampede hochqualifizierter Schwätzer und akademischer Scharlatane, die aus den bisher sicher geglaubten Pöstchen im Staatsapparat und in NGO’s herausgespült werden und sich gezwungen sehen, hektisch nach neuen Betätigungsfeldern zu suchen.

Greenpeace sucht bereits nach neuen Geschäftsmodellen

Ein ziemlich deutliches Signal, dass die Führungskader bei Greenpeace und anderen NGO’s diese Gefahr bereits erkannt haben, zeigt sich in den offenkundigen Bemühungen um die Aktivierung neuer Geschäftsfelder. Entsprechende Versuchsballons werden zur Zeit von prominenten Vertretern der Organisation wie Monika Griefahn z.B. in Fernsehinterviews lanciert. Angesichts einer Situation, in der die Öffentlichkeit die Lust daran zu verlieren scheint, immer mehr Geld in dem „schwarzen Loch“ der CO2-Bekämpfung zu versenken, werden offensichtlich neue Themen gesucht, mit denen man vorgeben kann, den Planeten vor der Menschheit zu retten, wobei die Aufrechterhaltung des bisherigen Zuflusses an Spendengeldern eine zentrale Rolle spielt. Zu den Aufgabenstellungen, die sich hierfür eignen dürften, gehört das Thema Plastikmüll in den Ozeanen. Hierzu wurden auch schon unterschiedliche Varianten entwickelt, beispielsweise Mikro-Plastikpartikel, die über die Nahrungskette wieder in die menschliche Nahrung gelangen, oder die Vergiftung von Fischlebern durch Plastik-Inhaltsstoffe. Andere Themen, die in letzter Zeit eher auf Sparflamme gehalten wurden, aber jederzeit wieder reaktiviert werden können sind beispielsweise Feinstäube, Pharmazierückstände in Flüssen oder auch die Geräuschpegel, welche mit gewerblichen Aktivitäten sowie dem Transport von Menschen und Gütern unvermeidlicherweise auftreten, Stichwort z.B. Frankfurter Flughafen. Man darf gespannt sein, mit welchen Argumenten die Herrschaften uns wieder die Bettelschale vorhalten werden, wenn die CO2-Masche irgendwann gar nicht mehr zieht.

Chinas Cleverness

Wenn man sich in Erinnerung ruft, wie sich die Schuldzuweisungen bezüglich der CO2-Emissionen bei solchen UN-Konferenzen in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt haben, so muss man seinen Hut vor der Cleverness ziehen, mit der China es geschafft hat, sich aus der Schusslinie zu bringen. Und das trotz der Tatsache, dass das Land im Rahmen seiner bemerkenswerten wirtschaftlichen Expansion inzwischen zum weltweit grössten CO2-Emittenten aufgestiegen ist. Dennoch hatte es in diesem Jahr geschafft, derartigen Vorwürfen nahezu völlig zu entgehen. Erreicht wurde dies durch die Schaffung einer Allianz aus ärmeren und in Entwicklung befindlichen Ländern, die sich durch aggressive Forderungen nach Kompensationszahlungen in mehrstelliger Milliardenhöhe von westlichen Industrieländern hervortat, während sie in ihrer Mitte CO2-Gorillas wie China und auch Indien abschirmten. Nach Ansicht einiger Beobachter gelang es selbst den Diplomaten der USA lange Zeit nicht, in diese Einheitsfront einen Keil zu treiben. Erst die Europäer schafften es in letzter Sekunde, mithilfe einer Zusage von 100 Mio. € die ärmsten Länder aus dieser Gruppierung auf ihre Seite zu ziehen. Dennoch blieb China das mediale Spießrutenlaufen, dem sich andere Teilnehmer ausgesetzt sahen, weitgehend erspart. Man darf gespannt sein, welche Lehren die Meister des Lächelns und der leisen Töne aus dieser Erfahrung ziehen und bei der nächsten Konferenz einsetzen werden.

Wohin geht das das kluge Geld?

Eine weitere interessante Entwicklung, die man parallel zum Verlauf des Warschauer Gipfels beobachten konnte, war eine Änderung im Investitionsverhalten der Börsen als mögliche Reaktion auf das Debakel der AGW-Vertreter. Man mag zu Börsianern stehen wie man will, aber sie sind Meister im Aufspüren künftiger Trends. Zwar kann es noch Jahre dauern, bis sich die Klimarettungsambitionen heute führender Politiker wie der EU-Kommissarin Conny Hedegaard oder des Präsidenten Obama abgenutzt haben. Diese Leute haben sich unter Missachtung der Gesetze der Physik, der Märkte und des gesunden Menschenverstandes viel zu tief in diese Sackgasse verrannt, als dass sie jetzt noch ohne Gesichtsverlust zurück könnten. Doch das kluge Geld scheint schon jetzt die Botschaft verstanden zu haben: Aktien von Uranminen, die seit den Ereignissen von Fukushima ständige Kursverluste erlitten haben, weisen plötzlich teils erhebliche Kurssteigerungen auf. Dies mag sehr wohl ein Signal dafür sein, dass die bisherige Talfahrt gestoppt wurde und eine Bodenbildung stattgefunden hat. Zusammen mit Nachrichten wie der, dass in Spanien – einst ambitionierter Vorkämpfer für „erneuerbare“ Energien – Betreiber von Fotovoltaikanlagen für den Eigenbedarf künftig eine spezielle Gebühr bezahlen sollen, solange sie zur Absicherung ihrer Gesamtversorgung ihren Anschluss an das Stromnetz aufrechterhalten, könnte dies vielleicht dazu führen, dass Bankfinanziers nach und nach „Erneuerbare“ Projekte als riskant einstufen. Auf der anderen Seite ist nicht auszuschliessen, dass Investitionen in Aktien von Uran- und Kohleminen sowie von Herstellern und Betreibern konventioneller Kraftwerkstechnologie nach einer langen Durststrecke jetzt langsam wieder an Attraktivität gewinnen.

Fred F. Mueller

Update der Redaktion:

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten berichten auch über Warschau..Auszug:

Nichts als Streit: Weltklima-Konferenz in Warschau gescheitert

Aus Protest haben Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt, darunter der BUND, Greenpeace und WWF, die Veranstaltung in Polen verlassen. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger erklärt in einer Aussendung:

„Die verantwortungslose Untätigkeit der Regierungen angesichts der schon heute dramatischen Ausmaße des Klimawandels hat uns keine andere Wahl gelassen. Mit unserem Boykott wollen wir auf den in dieser Form noch nie dagewesenen Einfluss der Wirtschaftsverbände auf den Klimaschutzprozess aufmerksam machen. Die fossile Industrie hat die Klimakonferenz in Warschau okkupiert und macht es damit unmöglich, im Klimaschutz voranzukommen“.

Um wieder Vertrauen in die internationale Klimadiplomatie aufzubauen, müsse derLobbyismus der Wirtschaft drastisch eingeschränkt werden, so Weiger.

Zeitgleich zu den streitenden Klima-Rettern fand in Warschau eine Veranstaltung des privaten „Europäischen Instituts für Klima und Energie“ (EIKE) mit Vortragenden aus Deutschland, Polen und den USA statt.

Die Klima-Skeptiker hatten es diesmal deutlich leichter: Sie übergossen die Klima-Retter mit Spott und Häme – und das Chaos auf der aus Steuergeldern finanzierten Veranstaltung scheint ihnen recht zu geben. Die Themen des Vorträgelauteten „Die Katastrophe der UN Klima- und Energiepolitik“ oder „Der UN-Klimarat: Eine Schande für die Wissenschaft“.




Aus dem deutschen Stromparadies in den Blackout!

Ohne Feuer, Strom und Treibstoffe müssten wir alle noch unter den Bedingungen der frühen Steinzeit leben in Höhlen oder in Baumhütten ohne Licht und ohne ein wärmendes Feuer. Nur mit Hilfe der Energie können wir auch den Winter ertragen, haben jederzeit Licht, können in einer Stunde Strecken überwinden, für die früher mehr als eine Woche gebraucht wurden. Mit Strom wird heute Energie an fast jeden beliebigen Ort geliefert. Ohne Strom gibt es keinen Kühlschrank, keine Spülmaschine, keine Waschmaschine, kein Radio und Fernsehen, kein Internet und I-Phone, keine Zentralheizung, kein fließendes Wasser und keine Abwasserbeseitigung. Für uns ist Strom heute ein nicht verzichtbarer Grundbedarf, genau wie das tägliche Brot. Mit der „Energiewende“ droht uns aber der Black Out.

Die Leistung des Menschen

Der Mensch ist ein schwaches Lebewesen. Seine Leistungsfähigkeit liegt bei lächerlichen 100 Watt (W). Pferde leisten sieben- bis achtmal mehr. Sie brauchen aber auch mehr Nahrung. Wenn ein Mensch jeden Tag des Jahres 10 Stunden arbeitet, hat er eine Arbeit (mechanische Energie) von 350 Kilowattstunden (kWh) erbracht. In Europa liegt heute der Primär-Energieverbrauch bei 50.000 kWh pro Einwohner und Jahr. Das heißt, jeder Europäer nutzt die Arbeit von rund 150 Menschen. Wenn man berücksichtigt, dass ein Großteil der Primärenergie als Wärme genutzt oder verloren geht, nutzt jeder von uns immer noch die Arbeitskraft von 60 Menschen. Vor 200 Jahren hatten selbst Fürsten und Könige häufig nicht so viele Diener.

Heute geht es uns allen daher in vieler Hinsicht besser als den Königen vor 200 Jahren.

Wir reisen zum Beispiel viel schneller und bequemer als damals zu Pferd oder in Kutschen. Nachrichten, die früher erst nach Monaten eintrafen,  gehen fast kostenlos und sekundenschnell um den Erdball. Die Beispiele kann man beliebig fortsetzen.

Mangel an mechanischer Energie

Das Feuer, die Wärmeenergie, nutzte der Mensch mit der Menschwerdung. (Der Mensch erhebt sich aus der Tierwelt durch die Sprache und die Energienutzung). Er konnte sich Wärmen und Essen bereiten. Auch das Brennen von Ton zu Steinzeug war eine frühe Erfindung. Als mechanische Energie gab es zunächst nur die geringe Arbeitskraft der Menschen. Der Einsatz von Pferden, Eseln und Ochsen war dann eine kleine Verbesserung. Die Erfindung der Wind- und Wassermühlen führte zu einem deutlichen Fortschritt. Die Anlagen waren jedoch ortsgebunden. Mahlgut musste zu den Mühlen gekarrt oder geschleppt werden. Wassermühlen gab es nur an Wasserläufen mit ausreichendem Gefälle. Die Wege dorthin waren oft weit. Die Windmühlen arbeiteten nur, wenn Wind wehte. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Trotz dieser Verbesserungen war mechanischer Energie weiter Mangelware. Menschen mussten die meiste Arbeit verrichten. Die Lösung waren Sklaven. Es gab Sklaven auf der ganzen Welt von China über Europa bis nach Mexiko. In Europa hießen die Sklaven Leibeigene oder Untertanen, die zu Arbeitsleistungen für die Herrschaft verpflichtet waren. Viele Kriege wurden geführt, um Sklaven zu gewinnen. Mehr als die Hälfte der Einwohner im antiken Rom waren Sklaven.

Die Sklaverei wurde nicht von Politikern oder durch humane Forderungen abgeschafft. Die Erfindung von James Watt, die Umwandlung von Wärmeenergie in mechanische Energie mit der Dampfmaschine, beendete die Sklaverei. Mechanische Energie wurde durch die Dampfmaschine so billig, dass Sklavenarbeit einfach zu teuer war. Auch die Hungerjahre wurden mit dieser Erfindung besiegt. In Gebieten mit Missernten durch Überschwemmungen, Dürren, Spätfröste oder Insektenplagen hatten die Menschen nicht mehr genug im Winter zu essen. Mit den drei Kilometer pro Stunde langsamen Ochsenkarren konnte aus den angrenzenden Überschussgebieten nicht genug Nahrungsmittel heran geschafft werden. Viele Menschen verhungerten. Mit der Dampfmaschine auf Rädern, der Eisenbahn, war der Transport ausreichender Nahrungsmittel in die Hungergebiete kein Problem mehr.

 

Strom, der universelle Energietransport

Mit dem von Siemens erfundenen elektro-dynamischen Prinzip, dem Generator, konnte mechanische Energie in Strom umgewandelt und mit Drahtleitungen einfach und preiswert zu den Verbrauchern transportiert werden, um dort Licht, Wärme, mechanische Energie oder andere Energieformen zu erzeugen. Strom selbst ist keine Energie, sondern ein Energietransport. Daher lässt sich Strom auch nicht speichern. Er muss zum Zeitpunkt seiner Erzeugung auch verbraucht werden. (Die Speicherkraftwerke speichern mechanische Energie, Wasserstoff ist ein Brennstoff, Warmwasserspeicher speichern Wärmeenergie).

Vor gut 100 Jahren wurden Stromleitungen in die Häuser gelegt. Damit fing ein neues Zeitalter an. Mit einer Schalterdrehung war der Raum sofort erleuchtet. Das langwierige und gefährliche Hantieren mit Kerzen war vorbei. Dieser Luxus kostete richtig Geld. Für eine Kilowattstunde (kWh) musste ein Facharbeiter eine Stunde arbeiten. Die Beleuchtung seiner Wohnung mit 15 Watt Lampen kostete ihm fast einen Monatslohn im Jahr. Doch die Kosten gingen schnell zurück. 1975 war die Kilowattstunde mit 0,9 Minuten eines Facharbeiterlohns am Günstigsten. Doch dann wurden die Abgaben auf Strom erhöht. Die auf Glauben und nicht auf Realitäten beruhenden Maßnahmen gegen den angeblich von Menschen verursachten Klimawandel verteuerten mit der unwirtschaftlichen und unsozialen Energiewende den Strom kräftig weiter. Heute muss ein Facharbeiter wieder 1,5 Minuten für eine kWh arbeiten. Und er braucht wesentlich mehr Strom für die wachsende Zahl der Elektrogeräte.  Die Stromkosten werden damit zu einer immer größeren Belastung. Die Haushalte, die Ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können, nähern sich der Millionengrenze. Sie erleiden durch die Abschaltung des Stromes unfreiwillig und vorzeitig den Black Out, der uns allen durch die unsinnige Energiewende droht.

Mit Strom beleuchten wir nicht nur unsere Wohnungen. Er wird zum Kochen, Kühlen und Gefrieren genutzt. Er treibt Waschmaschinen und Spülmaschinen und viele Küchengeräte. Radio, Fernsehen und Internet laufen nur mit Strom. Die Zentralheizung wird mit Strom gezündet und gesteuert, das Wasser wird mit Elektropumpen zum Verbraucher gedrückt und das Abwasser zur Kläranlage. Mit Strom können wir Temperaturen bis 5.000 Grad Celsius erzeugen. Wir können damit Schweißen und Löten und viele hochschmelzende Metalle erzeugen. Für uns ist es selbstverständlich, aus einer Steckdose die Arbeitskraft von 20 Menschen problemlos  zu zapfen. 

Wir  können heute auf Strom nicht mehr verzichten, ohne unseren Lebensstandard erheblich einzuschränken. Die vielen elektrischen Küchengeräte und die Kühlketten für Lebensmittel haben zu einer wesentlichen Arbeitsentlastung im Haushalt geführt. Nur so konnte es zu einer Emanzipation der Frauen kommen; denn ohne die zahlreichen elektrischen Hilfsmittel hätte die Hausfrau einen zehnstündigen Arbeitstag, um das Essen für die Familie zu bereiten und das Haus und die Wäsche zu säubern.

Stromverteuerung ist unsozial

Phantasten, wie die Mitglieder des Club of Rome, aber auch viele Politiker in Deutschland, fordern mit unbewiesenen Katastrophenszenarien eine Verringerung des Energieverbrauchs unter dem Deckmantel der Weltklimarettung. Dazu sollen Elektrogeräte mit höherer Effizienz, also geringeren Verlusten dienen. Doch solche Geräte können sich nur Reichere leisten. Die vielen Mitbürger, die gerade ihren Lebensunterhalt bestreiten können, müssen weiter mit ihren billigen Elektrogeräten leben, die viel Strom fressen. Es wird auch nicht über die alternde Bevölkerung nachgedacht, die immer mehr elektrisch angetriebene Hilfsmittel braucht, weil menschliche Hilfe bei der abnehmenden Kinderzahl nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht. Wir werden also in Zukunft noch mehr Elektrogeräte betreiben und dafür noch mehr Strom brauchen. Eine Reduzierung des Stromverbrauchs um ein Drittel, wie es von Politikern gefordert wird, ist eine Utopie.

Sozial ist der Abbau der vielen gesetzlichen Abgaben auf den Strom. Dazu gehört die Stromsteuer, die hohen Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), die durch den Ökostrom verursachten höheren Netzkosten, die Kosten für Kohlenstoffdioxid (CO2) Zertifikate, die Brennelemente-Steuer der Kernkraftwerke, die Abgabe für die Kraft-Wärmekopplung, die Umlage für abschaltbare Lasten und die Offshore-Umlage. Als Nächstes kommt noch die Bereitstellungsgebühr für Dampfkraftwerke und Gaskraftwerke, die gebraucht werden, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Auf diese staatlich verordneten Kosten kommt noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die dem Staat rund 5 Milliarden Euro pro Jahr in die Kassen spült.

„Ohne die staatlich verordneten Abgaben, die mit einer unsinnigen und unbewiesenen Ideologie zur Klimarettung begründet werden, kostet unser Strom weniger als die Hälfte der derzeitigen Preise und er bleibt zuverlässig.“ sagt Heinrich Duepmann, der Vorsitzende der Stromverbraucherschutz-Bewegung NAEB e.V. „NAEB fordert daher die sofortige Abschaffung des EEG und die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent, die auch sonst auf alle Grundbedürfnisse gezahlt wird.“

www.naeb.info

Übernommen von mmnews




UN Klimatreffen Warschau (COP 19): Aktivisten missbrauchen Taifun Haiyan für eigene Zwecke: Studien fanden für die vergangenen Jahrzehnte keine Zunahme der Taifunaktivität

Neben den hohen Windgeschwindigkeiten kam jedoch noch ein weiterer unglücklicher Umstand hinzu, der die Opferzahlen nach oben schnellen ließ: Gerade als Haiyan auf Land traf herrschte nämlich Flut, so dass die Flutwelle noch viel höher auflief, als sie es sonst eigentlich getan hätte.

Abbildung 1: Zugbahn von Taifun Haiyan (alias Yolanda) im Bereich der Philippinen vom 6. Bis 9. November 2013. Quelle: PAGASA.

Was war eigentlich nochmal genau ein Taifun und wie unterscheidet er sich vom bekannteren Hurrikan? Als Taifune werden tropische Wirbelstürme in Ost- und Südostasien sowie im nordwestlichen Teil des Pazifischen Ozeans, westlich der internationalen Datumsgrenze und nördlich des Äquators bezeichnet (rot markiertes Gebiet in Abbildung 2). Tropische Wirbelstürme im Atlantik und nordöstlichen Teil des Pazifiks heißen hingegen Hurrikane.

Abbildung 2: Namen der tropischen Wirbelstürme in den verschiedenen Regionen: 1)  Hurrikan, 2) Taifun, 3) Zyklon. Quelle: Wikipedia.

Wie nach jeder größeren Extremwetterkatastrophe nutzten sogleich Klimaaktivisten die Situation aus und missbrauchten das schlimme Ereignis für eigene Zwecke. So nahm ein Delegierter der Philippinen bei der UN-Klimakonferenz in Warschau den Sturm in einer emotionsgeladenen Rede zum Anlass, zu einem entschiedenerem Kampf gegen den Klimawandel aufzurufen. Die Morgenpost berichtete:

«Stoppt diesen Wahnsinn», sagte Yeb Sano, der mit den Tränen kämpfte, als er von den Auswirkungen des Taifuns «Haiyan» in seiner Heimat berichtete. Er kündigte an, solange zu fasten, bis die Klimakonferenz eine bedeutsame Vereinbarung erzielt habe.

Auf der gleichen Klimakonferenz kündigte Japan an, seine CO2-Einsparungsbemühungen erheblich drastisch nach unten zu schrauben. Sogleich inszenierte eine Klimaaktivistengruppe ein fragwürdiges mediales Happening im Rahmen einer Pressekonferenz in Warschau, bei dem als Japaner verkleidete Schauspieler auf am Boden liegende Philippiner eintraten. Die Tagesschau stieg sofort mit ein und verbreitete das Schmierentheater dankbar.

Währenddessen meldet sich in der Zeit der Klimaaktivist Klaus Töpfer zu Wort:

Der Taifun “Haiyan” auf den Philippinen ist nach Einschätzung von Klaus Töpfer ein weiterer Augenöffner für den Klimawandel. […] Es sei Fakt und keine Spekulation, dass solche Stürme häufiger kämen und dass sie stärker würden, so der ehemalige Bundesumweltminister [im Deutschlandfunk].

Auch der Klimaspezialist und Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon ist sich sicher, dass Haiyan auf den menschengemachten Klimawandel zurückgeht, wie er jetzt in einer Rede an der Universität Tallinn in Estland erklärte. Im Bayerischen Rundfunk sprach der klimareligiöse Mojib Latif von einer Katastrophe “biblischen Ausmaßes”, die auf jeden Fall als Folge der Klimaerwärmung zu werten wäre. Im ZDF-Morgenmagazin behauptete Stefan Rahmstorf aus dem Bauch heraus, dass dies wahrscheinlich der stärkste Taifun war, der jemals auf Land getroffen ist (hier das Video). In seinem Blog fragt der Forscher:

Wie ruhig können diejenigen, die sich mit aller Macht gegen Klimaschutzmaßnahmen stemmen, im Angesicht der Bilder aus den Philippinen noch schlafen?

Seiner Hauspresse, den Potsdamer Neuesten Nachrichten, diktierte Rahmtorf weitere persönliche Einschätzungen in den Block (Fettsetzung ergänzt):

Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und so verheerenden Unwettern wie dem Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen. […] „Solche Stürme sind in den letzten drei Jahrzehnten häufiger geworden und Klimamodelle lassen eine weitere Verstärkung für die Zukunft erwarten.“ […] Der Taifun „Haiyan“, der am Freitag die Philippinen traf, gilt als der stärkste Tropensturm, der seit Beginn der Wetterbeobachtungen auf Land traf. Es wurden extreme Windböen von mehr als 300 Stundenkilometern gemessen. 

In seinem Klimalounge Blog versuchte Rahmstorf zudem den Anschein zu erwecken, er hätte allerneueste, exklusive Informationen, die seine Sichtweise stützen:

Im Juni war ich eine Woche beim International Hurricane Summit auf Kos, um mich auf den aktuellsten Forschungsstand zu bringen. […] Weitgehend unumstritten ist eine Zunahme der stärksten Stürme (damit sind die der Kategorien 4 und 5 gemeint) seit Beginn der Satellitenmessungen (z.B. Elsner et al. 2008). Die stärkste Zunahme findet man im Nordatlantik (siehe z.B. Abb. 3 in Coumou and Rahmstorf, A Decade of Weather Extremes, Nature Climate Change 2012). Für die Zeit vor Beginn der Satellitenära in den 1970ern ist die Datenlage außerhalb des Nordatlantiks nicht gut genug, um klare Aussagen zu machen. […] Einen interessanten neuen Ansatz zum Erfassen der früheren Zeiträume haben Grinsted et al. (PNAS 20122013) gefunden: sie nutzen Gezeitenpegeldaten ab 1923 von den Küsten, die Sturmfluten registrieren, um die Geschichte der auf Land treffenden Tropenstürme zu rekonstruieren. Damit wurde zunächst eine auch langfristige Zunahme im Nordatlantik belegt – die Analyse für den Rest der Welt wurde in Kos präsentiert aber noch nicht publiziert, sodass ich das Ergebnis hier noch nicht verraten kann.

Der Potsdamer tut sehr geheimnisvoll. But don’t hold your breath. Rahmstorfs PIK-Kollege Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe sieht die Situation in einem Interview mit ntv nämlich realistischer (Fettsetzung ergänzt):

Doch anders als nach einem Tsunami gibt es für diese Naturkatastrophe möglicherweise einen Verursacher: den Klimawandel. Sicher ist das nicht; “an einem einzelnen Ereignis können Sie den Klimawandel nicht nachweisen”, sagt der Klimawissenschaftler Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe n-tv.de. “Der Klimawandel ist ein schleichender Prozess, da muss man sich schon die Entwicklung über längere Zeiträume ansehen.” Eine quantitative Häufung von tropischen Wirbelstürmen sei nicht zu beobachten, sagt Gerstengarbe.

Interessanterweise sieht auch der IPCC die Wirbelsturmgefahr ganz anders als Stefan Rahmstorf, worauf Axel Bojanowski im Spiegel hinwies (Fettsetzung ergänzt):

Der Uno-Klimarat hat die Erkenntnisse in seinem jüngsten Bericht vom September zusammengefasst: Es gebe keine erkennbaren Langzeittrends bei tropischen Zyklonen, also bei Hurrikanen und Taifunen. Allerdings: Die stärksten Wirbelstürme, so eine Vermutung, könnten in Zukunft noch zerstörerischer werden. Tropische Stürme ziehen ihre Energie aus warmem Wasser. Doch die Gleichung “wärmere Ozeane gleich mehr Stürme” geht nicht auf. Scherwinde können sie schwächen. Lindernd wirken sich auch Staubpartikel aus. Entsprechend scheint die Verringerung der Luftverschmutzung in der westlichen Welt seit Ende der siebziger Jahredazu beigetragen zu haben, dass seither wieder mehr Hurrikane über dem Atlantik kreisen. […] Weltweit habe es im vergangenen Jahrzehnt sogar eine unterdurchschnittliche Aktivität tropischer Stürme gegeben, berichtet die WMO. Die globale Aktivität tropischer Stürme sei auf einen Tiefpunkt gefallen, schrieb der Klimaforscher Ryan Maue von der Florida State University 2011. Seit 1872 gehe die Anzahl der Stürme zurück, zeigte auch eine Studie 2012.

Das wollen wir genauer wissen. Was schrieb der IPCC wörtlich zu den gefährlichen Wirbelstürmen in seinem neuen Klimazustandsbericht, der vor einigen Wochen ganz frisch herauskam? (Fettsetzung ergänzt):

“In summary, this assessment does not revise the SREX conclusion of low confidence that any reported long-term (centennial) increases in tropical cyclone activity are robust, after accounting for past changes in observing capabilities.”

Roger Pielke Jr. wies darauf hin, dass eine mögliche anthropogene Beeinflussung der tropischen Wirbelstürme aufgrund seiner Studien wohl erst in einigen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten zu erkennen sein wird:

In practical terms, on timescales of decision making a signal that cannot be seen is indistinguishable from a signal that does not exist.

Ganz im Gegensatz zu Rahmstorf, Latif und Töpfer fand die seriöse Wissenschaft keine Steigerung der Taifuntätigkeit in den letzten Jahrzehnten weder global noch in der philippinischen Region. Hat Rahmstorf die Hurrikan-Tagungswoche auf der griechischen Insel Kos vielleicht eher dazu genutzt, sich ausgiebig am Strand zu sonnen, anstatt sich auf die Fachvorträge zu konzentrieren? Es bleibt ein absolutes Rätsel, auf welcher Datengrundlage Rahmstorf & Co. ihre fragwürdige Behauptung aufbauen wollen. Was in einem Zeitungsinterview schnell daher gesagt ist, muss anhand solider Daten belegbar sein. Und hier hakt es. Langzeitdaten sind für jedermann im Internet verfügbar, zum Beispiel jene von Ryan Maue, einem Spezialisten für tropische Wirbelstürme. Auf seiner Webseite stellt er Kurven zur Verfügung, welche die Entwicklung der globalen tropischen Wirbelsturmenergie für die vergangenen 43 Jahre darstellt (Abbildung 3). Das Fazit fällt eindeutig aus: Die letzten fünf Jahre waren eher ruhig. Eine intensivere tropische Wirbelsturmaktivität gab es in den 1990er Jahren sowie um 2006. Langfristig ist keine Steigerung belegbar.

Abbildung 3: Global akkumulierte tropische Wirbelsturmenergie seit 1970. Quelle: Ryan Maue.

Auch die lokale Entwicklung lässt wenig Raum für alarmistische Spekulationen. Ein Forscherteam um Kubota et al. veröffentlichte 2009 in denGeophysical Research Letters eine Taifunstatistik der Philippinen für die letzten 100 Jahre (Abbildung 4). Wieder das gleiche Bild: Kein Anstieg der Taifunaktivität trotz globaler Erwärmung in der gleichen Zeit um mehr als ein halbes Grad. Die Autoren schreiben in ihrer Arbeit:

“Despite global warming during the 20th century the number of tropical cyclones annually making landfall in the Philippines did not experience any net change. All variability was merely oscillatory activity around a mean trend of zero slope”

Abbildung 4: Anzahl der Taifune, die seit 1900 die philippinische Küste erreicht haben. Aus Kubota et al. 2009 (mit Dank an WUWT).

Und wie sehen dies eigentlich die philippinischen Behörden? Laut dem philippinischen Wetterdienst (Philippine Met Agency, PAGASA) war in den letzten 65 Jahren kein Anstieg der Taifune in der philippinischen Region zu verzeichnen (Abbildungen 5 und 6).

Abbildung 5: Anzahl der Taifune, die seit 1948 die philippinische Küste erreicht haben. Quelle: PAGASA.

Abbildung 6: Entwicklung der Taifunhäufigkeit seit 1948 in der Region der Philippinen (PAR=Philippines Area of Responsibility). Quelle: PAGASA.

Erweitern wir auf die gesamte westliche Nordpazifikregion, zu der auch die Philippinen gehören, ist in den letzten 60 Jahren sogar eine Abnahme der Taifune zu verzeichnen, wie eine Studie eines Teams um Jessica Weinkle von der University of Colorado in Boulder im Journal of Climate aus dem Juli 2012 belegt (Abbildung 7). Die Autoren schreiben in ihrer Arbeit:

From currently available historical TC records, we constructed a long-period global hurricane landfall dataset using a consistent methodology. We have identified considerable interannual variability in the frequency of global hurricane landfalls; but within the resolution of the available data, our evidence does not support the presence of significant long-period global or individual basin linear trends for minor, major, or total hurricanes within the period(s) covered by the available quality data. Therefore, our long-period analysis does not support claims that increasing TC landfall frequency or landfall intensity has contributed to concomitantly increasing economic losses.

Abbildung 7: Anzahl der Taifune, die seit 1950 die Küsten im westlichen Nordpazifik erreicht haben. Quelle: Roger Pielke Jr. auf Basis von Daten inWeinkle et al. 2012. Pielke war Coautor der Studie.

Auch der verzweifelte Versuch, aus dem schrecklichen Taifun einen Rekordsturm zu machen, der alles Bisherige übertrumpfte, muss bei näherer Überprüfung der Fakten als gescheitert angesehen werden. Die nach Rekorden gierende Sensationspresse und die ihnen zuliefernden Klimaaktivisten sollten hier vielleicht überlegen, in Zukunft eine qualitätssichernde Faktencheck-Zwischenstufe einzuführen. So konzedierte dasGreenpeace-Magazin am 13. November 2013 in einem Beitrag:

Kurz vor der Küste hatte «Haiyan» eine mittlere Windgeschwindigkeit von geschätzten 314 Kilometer pro Stunde und Spitzenböen von bis zu 379 Kilometern pro Stunde. Das ist jedoch laut DWD kein Rekord, denn die höchsten mittleren Windgeschwindigkeiten, die bisher bei einem Taifun im Nordwestpazifik beobachtet wurden, hatte «Nancy» im September 1961. Damals wurden die mittleren Windgeschwindigkeiten auf bis zu 342 Kilometer pro Stunde geschätzt. Allerdings seien nach neuen Erkenntnissen die Windgeschwindigkeiten in den 1940-1960er Jahren überschätzt worden, heißt es in dem DWD-Beitrag. Auch bei den Spitzenböen habe «Haiyan» keinen Rekord aufgestellt: Nach Erkenntnissen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sei die bisher stärkste Windgeschwindigkeit bei dem Tropensturm «Olivia» mit einer Böe von 407 Kilometern pro Stunde am 10. April 1996 auf Barrow Island (Australien) gemessen worden.

Eine genaue Analyse der Daten ergab jetzt, dass Haiyan lediglich auf Platz sieben der stärksten auf den Philippinen registrierten Taifune rangiert. Obwohl die Opferzahl des Sturms letztendlich nur ein Fünftel der ursprünglich angegebenen Zahl betrug, sind auch gut 2000 Todesopfer ein schlimmer Blutzoll, den die Philippinen an Haiyan zahlen mussten. Dabei darf jedoch auch nicht vergessen werden, dass tropische Wirbelstürme neben Pest, Cholera und Kriegen stets zu den übelsten Massenmördern der Geschichte zählten. Auf wunderground gibt es eine Aufstellung der Wirbelstürme mit den höchsten jemals zu beklagenden Opferzahlen und Haiyan wird hier durch unvorstellbare Zahlen von bis zu 300.000 weit übertrumpft (Abbildung 8).

Death counts from large killer cyclones are highly uncertain, particulary for those before 1900. The above rankings are somewhat speculative. Information sources: EM-DAT, the International Disaster Database; Banglapedia, Wikipedia,Climate change impacts and adaptation assessment in Bangladesh“ by Anwar Ali, and Encyclopedia of Hurricanes, Typhoons, and Cyclones (1999), by David Longshore.

Abbildung 8: Liste der 31 schlimmsten Wirbelstürme mit den meisten Todesopfern. Aus Wunderground.com.(Die Übertragung der Liste machte Schwierigkeiten. Sie ist schlecht lesbar, bitte bei Interesse auf Originalwebsite Wunderground.com nachlesen)

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe und Redaktionsleiter wetter.net, beklagte in einem Blogbeitrag den Mangel an historischem Kontext in der klimaalarmistischen Haiyan-Berichterstattung:

6. Was hat der Klimawandel [mit dem Taifun Haiyan] zu tun?
Es ist wie immer: kaum wird auf der Erde ein Ereignis beobachten, welches ja “noch nie” gab, schon wird wieder über die Ursachen diskutiert. Ebenso schnell landet man dann wieder beim Stichwort “Klimawandel”. “Haiyan war einer der stärksten Taifune, die man beobachtet hat” – das klingt erstmal sehr spannend – aber es fehlt ein wichtiger kleiner Hinweis, nämlich: “seit Beginn der Wetteraufzeichnungen”. Und diese regelmäßigen Wetteraufzeichnungen gibt es in Sachen weltweiter tropischer Wirbelstürme erst seit ein paar Jahrzehnten! Wenn wir hier also von dem stärksten Sturm aller Zeiten sprechen, dann sind diese “aller Zeiten” noch nicht einmal volle 100 Jahre. Die Erde ist nun aber “schon” etwas älter als 100 Jahre und wir wissen überhaupt nicht, welche Naturkatastrophen es vor 500 oder 1000 Jahren schon gegeben hat und eben auch nicht welche tropischen Wirbelstürme. Für die vielen “Klimaexperten” dieser Erde ist dieses Ereignis natürlich wieder ein gefundenes Fressen, um wieder mächtig auf die Werbetrommel “böser Klimawandel” zu hauen, dabei kann nicht ein einziger dieser Damen und Herren nachweisen, dass es ähnliche Stürme nicht schon vor etlichen 100 Jahren gegeben hat, geschweige denn das dieser Sturm im Zusammenhang mit einer vom Menschen gemachten Klimaveränderung steht. Wie hieß es nach den letzten kalten Wintern in Mitteleuropa aus dem Mund der Klimaexperten so schön: “Ein paar zu kalte Winter sind noch lange kein Indiz für eine Trendwende in Sachen Klimawandel”. Ein einziger größerer Taifun soll nun aber im Umkehrschluss als Bestätigung herhalten? Ein sehr spannender Gedankengang!

Noch deutlicher wurde Ulli Kulke in einem Artikel in der Welt zu den Ereignissen:

Eine Tragödie, für die der Mensch nichts kann
Das furchtbare Leiden der Sturmopfer auf den Philippinen bewegt die Welt. Doch wer jetzt verkündet, der Taifun Haiyan sei menschengemacht, handelt wider besseres Wissen und verantwortungslos. […] Die Philippinen sind seit Menschengedenken eines der meistgeschädigten Durchzugsgebiete schwerster Taifune. Ihre katastrophale Wirkung wurde durch eine immer dichtere Besiedlung verstärkt, aber auch durch das Abholzen schützender Küstenwälder sowie des Dschungels im Landesinneren zugunsten von Palmölplantagen. Auch wenn es sich um namhafte deutsche Klimaforscher und das öffentlich-rechtliche Fernsehen handelt: Wer jetzt über den Bildschirm verkündet, der Taifun Haiyan sei gewiss menschengemacht, handelt wider besseres Wissen und verantwortungslos. Auch vor einer wichtigen Klimakonferenz.

Einen Missbrauch der Taifunkatastrophe der Klimaalarmisten für eigene Zwecke sieht auch Jasper von Altenbockum in einem Artikel in der FAZvom 11. November 2013:

Die Politik sollte nicht mit Ängsten spielen, schon gar nicht mit Katastrophen. Es ist deshalb unvorsichtig und unangebracht, den Taifun „Haiyan“ dazu zu missbrauchen, der UN-Klimakonferenz in Warschau vorzuwerfen, zu wenig gegen den Klimawandel zu tun. Den Opfern in den Katastrophengebieten muss schnelle und großangelegte Hilfe zuteil werden; die wird und sollte nicht aus Warschau kommen. […]Ehrlich und verantwortungsvoll wäre es, wenn gerade jetzt und gerade in Warschau darauf hingewiesen würde, dass es einen simplen Zusammenhang zwischen „Monsterstürmen“ und dem Klimawandel nicht gibt; dass auch die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass deren Zahl zunehmen wird. Warum sollte es derzeit auch eine „Klimawandel-Pause“ geben, gleichzeitig aber immer mehr Klimawandel-Katastrophen?

Und abschließend noch eine wichtige Frage: Warum hat sich niemand aus der offiziellen deutschen Forschung in der Presse zu Wort gemeldet und die falsche, unmoralische Darstellung der historischen Taifuntrends durch Rahmstorf, Latif und Hobbyklimatologe Töpfer richtiggestellt, obwohl dies unter Hinweis auf begutachtete Publikationen ein Leichtes gewesen wäre? Wollte man wieder einmal “der klimaskeptischen Seite keine Munition liefern” und ließ daher die Fehler einfach so durchgehen? Was ist von dieser gefährlichen Passivität von mit deutschen Steuermitteln bezahlten Forschern zu halten, die aus Angst vor grünen Repressalien nicht mehr frei in der Öffentlichkeit sprechen können? Quo vadis deutsche Wissenschaft?

Lesetipps: Klimarealistischer Beitrag der Daily Mail, Taifunstatistik der letzten Jahre auf naturgewalten.de.

Der Beitrag erschien zuerst in „Die kalte Sonne“