Wohin treibt die AfD in der Energiewende-Politik?

Die Wahl zum EU-Parlament ist gelaufen, die AfD mit sieben Abgeordneten drin, der Wahlkampf vorbei und damit die Zeit gekommen für intensive Arbeit am Parteiprogramm. Das ist wichtig auch für die drei in Deutschland bevorstehenden Landtagswahlen (Sachsen, Thüringen, Brandenburg). Dabei sind vor allem jene Teile der Politik ins Visier zu nehmen, die die Deutschen finanziell besonders belasten. Das ist nach wie vor die unsägliche Banken-Staaten-Euro-Rettungspolitik, das ist aber ebenso die ruinöse deutsche Energiewende-Politik. Beide erreichen in ihren Auswirkungen die gleiche wirtschaftliche Dimension mit drohenden Belastungen von rund je 1 Billion Euro und darüber. Aber anders als in der Euro-Rettungspolitik hat die Alternative für Deutschland in der Energiewende-Politik noch keine widerspruchsfreie Position bezogen, keine rundum überzeugende Alternative gefunden. Schon gar nicht in ihrem Bundesvorstand. Hier stehen sich zwei konträre Positionen gegenüber. Das färbt ab auf die Programmatik. Wie sieht die aus, wie sollte sie aussehen?

Die beiden Bestandteile der deutschen Energiewende-Politik

Die Energiewende-Politik der deutschen Altparteien besteht bekanntlich aus zwei extremen Bestandteilen: erstens die Stromerzeugung aus Kernkraft und fossilen Brennstoffen abschaffen und zweitens den Strom möglichst nur noch mit Windkraft, Solarzellen und Pflanzenmasse (Faulgas) erzeugen, fälschlich und schönfärberisch „erneuerbare“ Energien genannt; richtig müssen sie „neue instabile Energien“ heißen. Das Abschaffen der Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen wird begründet erstens mit deren Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), dieses menschenverursachte (anthropogene) Gas erwärme das Erdklima, und zweitens mit der Behauptung, die fossilen Energieträger gingen bald zur Neige. Das eine ist unbewiesen und bestreitbar, wie auch von mir hier vielfach dargelegt, das andere falsch. Auf diese Lage muss sich also auch das AfD-Programm zur Energiepolitik beziehen, wobei Energiepolitik konkreter Stromerzeugungspolitik zu nennen wäre. Wie hat sich die Partei dazu bisher artikuliert?

Ein deutlicher Gegensatz zu den Altparteien

Geschehen ist das in ihrem Programm zur EU-Wahl, beschlossen auf ihrem Bundesparteitag am 22.März 2014. Dort ist unter „IV. 9 Energieversorgung und Umweltschutz“ zu lesen: „Die europäische Umwelt- und Energiepolitik muss an den Zielen Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet werden. Alle Entscheidungen sind künftig auf der Grundlage rationaler Faktenanalysen statt ideologischen Wunschdenkens zu treffen.“ Der erste Satz versteht sich als Binsenweisheit von selbst, aber wichtig ist vor allem dieser letzte Satz, denn zur gegenwärtigen Stromerzeugungspolitik der Altparteien steht er in deutlichem Gegensatz. Die nämlich beruht allein auf Ideologie (Öko-Ersatzreligion und Fanatismus) und Wunschdenken sowie irrationaler Faktenverweigerung.

Womit sich die AfD ebenfalls sehen lassen kann

Vernünftig ist im AfD-Programm auch dies: „Wissenschaftliche Untersuchungen zur langfristigen Entwicklung des Klimas aufgrund menschlicher CO2-Emissionen sind sehr unsicherheitsbehaftet. Zudem kann ein globales Problem nur durch ein koordiniertes Vorgehen aller großen Wirtschaftsnationen gelöst werden. Deshalb lehnt die AfD nationale und europäische Alleingänge ab.“ Das bedeutet: Weil die deutsche Energiewende ein nationaler Alleingang ist, lehnt die AfD diese Wende ab. Damit kann sie sich sehen lassen.

Aber konsequent müsste es heißen: Finger weg von CO2-Zertfikaten

Doch kommt anschließend diese Einschränkung: „Um dem Vorsichtsprinzip Rechnung zu tragen, kann aber im Rahmen internationaler Abkommen eine graduelle Reduktion von CO2-Emissionen vereinbart werden. Diese sollte ausschließlich durch marktwirtschaftliche, technologieneutrale Instrumente wie z. B. CO2-Zertifikate erfolgen. Da die Auswirkungen menschenverursachter CO2-Emissionen auch nicht annähernd genau bestimmt werden können, muss sich ein Zertifikatesystem daran orientieren, was für Haushalte und Unternehmen finanziell tragbar ist.“  Obwohl also der Zusammenhang zwischen Klimaentwicklung und anthropogenen CO2-Emissionen „unsicherheitsbehaftet“ ist, tritt die AfD in diesem Programm für „eine graduelle Reduktion von CO2-Emissionen“ ein. Das ist inkonsequent und ein Herumeiern: Wer wirklich vorsichtig verfahren will, tut überhaupt nichts und wartet einfach ab. Dann darf es folgerichtig auch keinerlei CO2-Zertfikate geben, zumal doch die CO2-Auswirkungen „auch nicht annähernd genau bestimmt werden können“. Das ist wahrlich ziemlich schwachsinnig: Etwas tun, obwohl man nicht weiß, ob es richtig oder falsch ist. Heißen müsste es: Finger weg von CO2-Zertfikaten.

Ziemlich eindeutig ist die Haltung zum EEG

Dagegen äußert sich das AfD-Programm zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ziemlich eindeutig: „Das EEG muss komplett abgeschafft werden. Ansprüche von Altanlagen-Besitzern sind rechtskonform abzufinden. Alle Energiemarkt-Eingriffe durch Subventionen wie z. B. staatlich garantierte Vergütungen oder Vorrangeinspeisung für bestimmte Stromerzeugungsanlagen, sind sofort einzustellen. Sie führen zu einer noch stärkeren Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im EU-Binnenmarkt und weltweit, denn sie verteuern den Strom in Deutschland auf unverantwortliche Weise und schädigen die bisher hohe Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland.“

Aber es reicht nicht aus, nur das EEG zu Fall zu bringen

Allerdings noch eindeutiger wäre, das EEG „ersatzlos“ abzuschaffen. Denn „komplett“ abschaffen klingt zwar schön, lässt aber die Möglichkeit offen, anstelle des EEG eine Ersatzregelung für das Vorantreiben von Strom mit Wind, Sonne, und Pflanzenmasse zu installieren. Längst nämlich haben die Energiewende-Politiker neues Regelwerk parat, um auch ohne EEG die neuen instabilen Energien zu bevorzugen und den Bürgern aufzuzwingen. Es handelt sich um das sogenannte Quotenmodell (zuweilen auch Ausschreibungsmodell genannt) und darum, die CO2-Zertfikate zu verknappen. Damit würden die Stromkosten nur weiter hochgetrieben. Es reicht also nicht aus, nur das EEG zu Fall zu bringen, um den Anstieg der Stromkosten zu begrenzen. Ist es weg, darf es also durch keine weiteren Zwangsmaßnahmen ersetzt werden.

Wo sich die AfD im Programm selbst widerspricht

Schön klingt auch, wenn man im Programm liest: „Neue Zielvorgaben für den Ausbau erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz nach 2020 lehnt die AfD als ein schädliches Wettbewerbshemmnis ab, solange andere hochindustrialisierte Länder nicht gleichartige Maßnahmen ergreifen.“ Aber warum lehnt sie nur „neue“ Zielvorgaben ab, nicht auch die alten, die bisherigen? Einerseits will sie das EEG „komplett abschaffen“ und „Ansprüche von Altanlagen-Besitzern rechtskonform abfinden“, andererseits aber an den bisherigen „Zielvorgaben für den Ausbau erneuerbarer Energien“ festhalten? Hier widerspricht sie sich selbst und provoziert die Frage, was von beidem sie denn nun wirklich will: weg mit dem EEG oder weiterhin immer mehr Strom aus den neuen instabilen Energien?

Der physikalische Nachteil des „Ökostroms“, der nicht wegzubringen ist

Eben deshalb ist auch der folgende Programmsatz nicht astrein: „Die AfD unterstützt die Erforschung von Technologien, die der Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen dienen, und die Erforschung von Speichertechnologien, die diese wertvollen Energiequellen verlässlich nutzbar machen können.“ Gewiss, man kann dies als ein taktisches Entgegenkommen an Energiewende-Bewegte innerhalb und außerhalb der Partei verstehen. Auch ist nichts dagegen zu sagen, neue Techniken zu erforschen, selbst wenn sie dazu dienen, „Ökostrom“ zu erzeugen und zu speichern. Aber den gewaltigen, physikalisch bedingten Nachteil der zu geringen Energie- und Leistungsdichte dieser Art von Stromerzeugung wird auch diese weitere Erforschung nicht aus der Welt schaffen. Und wieso sind diese Energiequellen dann „wertvoll“? Derzeit ist der Strom, den sie liefern, weil nur subventioniert und per Gesetz durchsetzbar, gar nichts wert. Denn ohne diese massive Unterstützung würde ihn niemand kaufen.

Der volkswirtschaftliche Wert des „Ökostroms“ liegt sogar unter Null

Es ist sogar noch schlimmer, nämlich dann, wenn man die volkswirtschaftlichen Kosten des EEG-Stroms berechnet. Die Stromverbraucher-Schutzvereinigung NAEB, der auch ich angehöre, hat das versucht und kommt auf einen volkswirtschaftlichen Wert des EEG-Stroms („Ökostroms“) von minus 1,6 Cent je erzeugter Kilowattstunde. Dieser Strom hat also einen „Wert“ von sogar unter Null und belastet unsere Volkswirtschaft, statt ihr zu nützen. Mit jeder neuen Anlage nimmt die Belastung zu. Oder anders formuliert: Jede Kilowattstunde dieses Stroms, die nicht erzeugt wird, verbessert das deutsche Bruttosozialprodukts um 1,6 Cent. Dabei sind dieser Berechnung Annahmen zugrunde gelegt, die für den EEG-Strom im Ergebnis sogar noch günstig ausfallen; sonst wäre der Minusbetrag noch größer, zum Beispiel dann
– wenn Arbeitnehmer aus einer zusammenbrechenden EEG-Branche keinen neuen Arbeitsplatz bekommen, sondern den Etat mit Arbeitslosengeld belasten;
– wenn als Opportunitätskosten die preisgünstige Stromerzeugung mit Kernkraft und Braunkohle angesetzt werden;
– wenn die bereits heute vorhandenen verdeckten Kosten der Produktion von EEG-Strom, die sich an anderen Stellen des Verbraucherstrompreises wiederfinden, mit berücksichtigt werden, z.B. erhöhte Transportverluste im Netz.

Warum die fossilen Energieträger ablösen?

Etwas auszusetzen ist am Programmteil der AfD zur Energiepolitik auch dies: „Forschung und Entwicklung von innovativen Technologien und neuen Verfahren, die langfristig die fossilen Energieträger ablösen können, sollen gefördert werden. Langfristig soll Deutschland seine Abhängigkeit von importierten Energieträgern reduzieren. Die dauerhafte Subventionierung jeglicher Art der Energieerzeugung lehnt die AfD ab.“ Warum sollen die fossilen Energieträger abgelöst werden, wenn sie überhaupt nicht knapp sind und eine Verknappung auf hunderte von Jahren gar nicht droht? Warum ablösen, wenn die AfD nicht doch insgeheim dem Glauben anhängt und zu wissen vorgibt, anthropogenes CO2 erwärme das globale Klima? Das stünde dann im Widerspruch zu ihrem Programmsatz „Wissenschaftliche Untersuchungen zur langfristigen Entwicklung des Klimas aufgrund menschlicher CO2-Emissionen sind sehr unsicherheitsbehaftet“? Auch hier muss gelten: Davon, was unsicher ist, lässt man die Finger.

Was es bedeutet, den Import von Energieträgern zu verringern

Und warum soll Deutschland seine Abhängigkeit von importierten Energieträgern reduzieren? Erstens widerspricht das den guten Gründen, warum freier Handel im Prinzip sinnvoll ist und allen nützt, sowie auch dem, dass sich die AfD implizit und prinzipiell zum Freihandel bekennt. Traut sie ihm etwa doch nicht? Zweitens: Angesichts der in Deutschland zu wenig eigenen Energierohstoffe läuft das Reduzieren darauf hinaus, verstärkt jene Energieträger zu nutzen, die in Deutschland zur Verfügung stehen. Das sind Sonne und Wind. Die „Abhängigkeit reduzieren“ bedeutet also noch mehr Strom mittels Wind, Sonne und Pflanzenmasse. Das geht aber nur mit staatlichem Zwang oder staatlichen Anreizen (Subventionen), weil sonst keiner diesen Strom kaufen würde. Eben solche Interventionen aber will die AfD doch gerade verhindern, denn: „Alle Energiemarkt-Eingriffe sind sofort einzustellen.“

Die Energiepolitik in den „Politischen Leitlinien“ der AfD

Im Mai 2014 hat die AfD in ziemlicher Eile „Politische Leitlinien“ zusammengestellt. Auch in ihnen steht etwas zur Energiepolitik (sprich: Stromerzeugungspolitik): „Ebenso wenig können wir billigen, dass eine Energiewende planwirtschaftlich durchgesetzt wird, deren immense Kosten von allen Haushalten – unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation – gleichermaßen zu tragen sind. Aus unserem Bekenntnis zur sozialen Verantwortung in der Marktwirtschaft lehnt die AfD jede Subvention der Energiegewinnung – außer Anschubfinanzierungen für neue zukunftsträchtige Technologien – ab. Das EEG als System der Dauersubvention ist abzulehnen. Die Energieproduktion hat sich am Markt zu bewähren, muss Versorgungssicherheit gewährleisten, umweltverträglich und bezahlbar sein und darf die ökonomische Entwicklung Deutschlands nicht behindern.“

Der Unterschied zwischen den „Leitlinien“ und dem Programm

An dieser Aussage fällt auf, dass sie „weicher“ formuliert ist als im Programm. So entschiedene Sätze wie „Alle Entscheidungen sind künftig auf der Grundlage rationaler Faktenanalysen statt ideologischen Wunschdenkens zu treffen“ fehlen. Ebenso „Das EEG muss komplett abgeschafft werden“. Oder: „Staatlich garantierte Vergütungen oder Vorrangeinspeisung für bestimmte Stromerzeugungsanlagen, sind sofort einzustellen“. Allerdings hatte AfD-Bundessprecher Bernd Lucke, als er den Leitlinien-Entwurf des Parteivorstandes den Parteimitgliedern am 25. März 2014 für „inhaltliche Anregungen oder Korrektur- und Ergänzungsvorschläge“ zuschickte, dazu angemerkt: „In den Leitlinien soll unser politischer Grundkonsens ausgedrückt werden. Es geht nicht darum, kontroverse Positionen zu entscheiden. Schlagen Sie deshalb nur Änderungen vor, die Ihrer Auffassung nach innerparteilich auf sehr breite Zustimmung stoßen werden. Es geht nicht um Detailarbeit.“

Der ursprüngliche Vorschlag des Parteivorstandes

Zur Energiepolitik stand im Vorstandsentwurf ursprünglich daher auch nur dies drin: „Ebenso wenig können wir billigen, dass eine Energiewende planwirtschaftlich durchgesetzt wird und die immensen Kosten von allen Haushalten gleichermaßen zu tragen sind – unabhängig von ihrem persönlichen Einkommen.“ Ich selbst als eines von vielen Parteimitgliedern habe vorgeschlagen, dies so zu formulieren: „Ebenso wenig können wir billigen, dass eine ohnehin sehr fragwürdige Energiewende staatlich interventionistisch durchgesetzt wird.“ Die weitaus längere Endfassung geht also auf Mitgliederwünsche zurück.

Den Mitgliederwillen unzulässig verfälscht

Festzuhalten ist jedoch, welcher Formulierung 85 Prozent der 2772 Mitglieder, die an der Befragung teilnahmen, zugestimmt hatten. Sie lautete: „Ebenso wenig können wir billigen, dass eine Energiewende planwirtschaftlich durchgesetzt wird, deren immense Kosten von allen Haushalten – unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation – gleichermaßen zu tragen sind. Aus unserem Bekenntnis zur sozialen Verantwortung in der Marktwirtschaft lehnt die AfD jede Subvention der Energiegewinnung ab, außer Anschubfinanzierungen für neue zukunftsträchtige Technologien. Das EEG ist zu streichen. Die Energieproduktion hat sich am Markt zu bewähren, muss Versorgungssicherheit gewährleisten, umweltverträglich und bezahlbar sein und darf die ökonomische Entwicklung Deutschlands nicht behindern.“ Was beide Texte unterscheidet, ist nur ein Satz. Die weit überwiegende Mehrheit sprach sich für den Satz aus „Das EEG ist zu streichen“. Das Redaktionsteam des Parteivorstandes hat daraus gemacht „Das EEG als System der Dauersubvention ist abzulehnen“ und damit den Mitgliederwillen unzulässig verfälscht. Doch ist diese Verfälschung den Mitgliedern in der abschließenden Abstimmung über die gesamten „Leitlinien“ wohl nicht aufgefallen und ging daher so durch. Daran beteiligt haben sich 3.297 Mitglieder. Sie stimmten zu mit 92,6 Prozent.

Der vollständige „Mut zur Wahrheit“ ist auch in der Energiepolitik nötig

An alldem ist also zu sehen: Die AfD hat in ihrem Programm zur Stromerzeugungspolitik gute, vernünftige Ansätze, aber sie verwickelt sich dabei auch in Widersprüche. Diese sind, wie in Parteien üblich, das Ergebnis vom Bemühen, zwischen unterschiedlichen Meinungen auszugleichen. Sie können gleichwohl die Frage provozieren, ob das AfD-Programm die Wähler und vielleicht auch viele Mitglieder benebeln soll. Wohin also treibt die AfD in der Energiewende-Politik wirklich? Und die nächste Frage muss dann lauten: Wo bleibt da der „Mut zur Wahrheit“, den die AfD in ihren bisherigen Wahlkämpfen (Bundestag, EU-Parlament) versprochen hat und doch sicher auch weiterhin bekunden will? In der Energiepolitik ist er ebenfalls nötig. Zu viele AfD-Mitglieder aber bringen ihn offenbar doch nicht auf, sei es, dass sie fehlinformiert sind, also CO2 als Schadstoff sehen und vor Kernkraft Todesangst haben, sei es, dass sie nicht zu überzeugende Energiewende-Gläubige sind und Tatsachen nicht wahrhaben wollen, sei es, dass sie zu den Profiteuren der Energiewende gehören. Angehörige der beiden letzten Gruppen mögen sich in die AfD eingeschleust haben, um dort ein Programm „die Wende der Wende“ zu verhindern oder aufzuweichen.

Was zuversichtlich und was nachdenklich stimmt

Festzuhalten ist aber auch, was die die Mitgliederbefragung zum EU-Wahlprogramm ergeben hat: Von den damals rund 17.500 AfD Mitgliedern (heute weit über 18.000) haben sich an der Programm-Umfrage 5.154 beteiligt. 60 Prozent von ihnen halten es für sehr wichtig und 35 % für wichtig, das EEG komplett abzuschaffen, zusammen also 95 Prozent. Und solange die Unsicherheit über die CO2-Wirkungen auf das Klima (Erwärmung) nicht überzeugend ausgeräumt ist, halten es 48 Prozent für sehr wichtig und 39 Prozent für wichtig, „jegliches Hantieren mit CO2-Emissionen, Emissionszielen und Zertifikaten“ abzulehnen – zusammen also 87 Prozent. Das stimmt zuversichtlich. Nachdenklich stimmt, dass sich nur 29 Prozent an der Befragung beteiligt haben. Das zeugt nicht gerade von einer besonders breiten Entschlossenheit unter den Mitgliedern, sich auch programmatisch für das Ziel ihrer Partei zu engagieren, nämlich zu neuen politischen Ufern aufzubrechen bzw. zu altbewährten zurückzukehren. Oder haben derart viele AfD-Mitglieder (71 Prozent) keinen PC? Denn die Mitgliederbefragung fand elektronisch über das Internet statt.
Der Beitrag erschien zuerst in K.P. Krauses Blog hier




Riskante Stromspeicher für „Erneuerbare Energien“: „Einfamilienhäuser werden brennen“

Die Energiewende, voran mit seinem -Volksvermögen in Unmengen verbrennenden- EEG, leidet von Anfang an, an der naturgesetzlich vorgegebenen extrem geringen Energiedichte ihrer Energieressourcen und ebenso naturgesetzlich vorgegebenen Volatilität. D.h. die Hauptressourcen Wind- und Sonne liefern, wenn überhaupt,  nur minderwertigen Zappelstrom ab. Leider ebenso naturgesetzlich vorgegeben, und damit von keinem noch so schlauen Politiker zu ändern, ist die Tatsache, dass sich Elektrizität in großen Mengen nicht direkt speichern lässt.  Weil aber trotzdem – wider besseres Wissen aller Beteiligten- unbedingt die Energiewende vorangetrieben werden soll, es ist einfach viel zu viel Geld damit zu verdienen, gelangt die Umwandlung der erzeugten Elektroenergie in mechanische oder chemische Energie, die sich in Maßen und nur unter hohen Verlusten speichern lässt, immer stärker in den Fokus.
Das Problem dabei ist, dass diese Verfahren, bisher für Mini-Energiemengen wie bei der Taschenlampe, oder dem Auto mit seiner Batterie, seit gut hundert Jahren in vielerlei Formen technisch erprobt und ausgereift, nicht im Großformat zur Verfügung stehen. Deswegen werden mit hohen Steuermitteln alle Arten von Speichern – insbesondere chemische Speicher in Form von Akkus- „gefördert“.
Der Bund hat dazu über ein KfW Programm allein in den letzten 12 Monaten rund 4000 PV Speicher „gefördert“. Und damit eine neue Bonanza für alle Glücksritter und Schnellgeldjäger aufgemacht. So hat „der größte Kapitalvernichter aller Zeiten“ (Anmerkung: Dieser Titel gebührt eigentlich der Bundesregierung mit ihrer Eurorettungs- und Energiewendepolitik) Frank Asbeck, Gründer und Chef von Solarworld, der es schaffte innerhalb von wenigen Jahren den Aktienkurs seines Unternehmens  um 97 % zu verringern, nun auch auf diese neue Staats-initiierte Bonanza abgesehen, um hier wiederum das schnelle Geld zu Lasten der Steuerzahler zu machen. Dazu will er zusammen mit Batterieherstellern Solarmodule mit Pufferbatterien anbieten.
So liest man im Handelsblatt:  „Wir werden noch in diesem Sommer ein Energiepaket für Eigenstromversorger anbieten“, kündigte er an. „Darin kombinieren wir eine Solarstromanlage mit einem Batteriespeicher und einer Verbrauchskontrolle.“ Doch auch hier hat Mutter Natur einen festen Riegel vorgeschoben. Während Dieselkraftstoff eine Energiedichte von rd. 12 kWh/kg hat; weisen die besten handelsüblichen Batteriespeicher wie Lithium-Ionen Akkus zu Beginn ihrer Lebensdauer gerade mal auf 0,13 bis 0,2  kWh/l[1] auf.
Doch auch wenn also Batteriespeicher um Längen nicht an z.B. fossile Energieträger wie Diesel herankommen, wird ihre Möglichkeit – in Kleinmengen jedenfalls- rel. unkompliziert sowohl elektrische Energie hinein, wie auch herauszubekommen, immer häufiger für Kleinanlagen, wie sie in Ein- und Zweifamilien Häusern benötigt werden,  genutzt. Zumal ja, wie schon erwähnt, der Steuerzahler für einen großen Teil der Kosten aufzukommen hat.
Doch je besser der Wirkungsgrad, je höher die Energiedichte, je zahlreicher die lade- und Entladevorgänge, desto teurer und auch gefährlicher wird auch hier der Spaß.  „There is no free lunch“ wusste schon der Wirtschaftnobelpreisträger und Verfechter des freien Marktes Milton Friedman. D.h. jede noch so „günstige“ Speicherlösung erhöht die Kosten pro kWh und wie wir sehen, das Gefahrpotential mit ihnen umzugehen, noch einmal beträchtlich. Die Kostenzunahme wird wohl kaum jemanden stören, sofern der Staat Gesetze erlässt, die andere zwingen diese Kosten zu übernehmen. Anders mag es aussehen, wenn Gefahr für Leib und Leben, und zwar das eigene, im Verzuge ist.
Denn die Kosten sind nicht die einzige Hürde, zumal sie ja mittels Zwangsabgabe von Unbeteiligten elegant umschifft werden kann, aber nun könnte von anderer Seite eine neue Hürde die massenhafte Verbreitung von Akkumulatoren zur Speicherung von NIE (Nachhaltig Instabile Energien) begrenzen.

Denn wie viele dieser „Lösungen“ wie sie heute angeboten werden, sind brandgefährlich. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) fand nämlich heraus, dass die Lithium-Ionen-Batterien, die hauptsächlich für diese Aufgabe angeboten werden, zu innerer Überhitzung und dann auch noch zu Explosionen neigen. So berichten es die VDI nachrichten in ihrer Ausgabe vom 23. Mai 2014, Nr. 21 unter TECHNIK & GESELLSCHAFT
„Ich möchte mir nicht ausmalen, welche Folgen so eine Explosion in einem Wohnhaus hätte“, sagt Andreas Gutsch, der die explosiven Batterietests mit seinem Kollegen Olaf Wollersheim initiiert hat. Genau dieses Szenario drohe aber: „Es ist vorhersehbar, dass Einfamilienhäuser abbrennen werden“, warnen die KIT-Forscher. Bei Testkäufen von Photovoltaik(PV)-Speicher-systemen mit Lithium-Ionen-Technik seien sie auf eklatante Sicherheitsmängel gestoßen.  Und „Bei einem Test hatten sich die giftigen Dämpfe aus einer überladenen Batterie wie Nebelschwaden über den Boden gelegt. „In so einem Szenario schlagen nicht einmal die Rauchmelder an“, gibt er zu bedenken.
Ein gravierendes Problem sorglos zusammengeschusterter Lithium-Ionen-Batterien ist ihr Verhalten bei Kurzschlüssen oder unkontrollierter Überladung: Die Zellen werden heiß und in ihnen bildet sich ein hoch explosives Gemisch. Dämpfe der lösungsmittelhaltigen Elektrolyte gehen schon ab circa 40 °C in Flammen auf. Entweicht das Gemisch beim Platzen der Zellen oder beim Öffnen dafür vorgesehener Sicherheitsventile schlagartig, reicht eine heiße Oberfläche oder ein Funken zu jenem Inferno, das die KIT-Forscher in ihrer Brandversuchshalle mehrfach beobachtet haben.
Und es kommt noch dicker:
Die Wissenschaftler werten das Ergebnis ihrer Stichprobe als absolut erschreckend. Sie haben frei verkäufliche, über ein KfW-Programm gar förderfähige PV-Batteriesysteme gekauft, die ihnen bei einfachen Störfällen buchstäblich um die Ohren geflogen sind. Rund 4000 solcher PV-Batteriesysteme hat der Bund im vergangenen Jahr über ein KfW-Förderprogramm mit bis zu 30 % bezuschusst, insgesamt flossen dabei 76 Mio. €.
Das bedeutet, dass der Kauf explosions- und brandgefährlicher Batteriemodule vom Steuerzahler mit 19.500 € pro PV Batterie-System bezuschusst wurde. Auf die Folgeschäden darf gewartet werden.
Der Wahnsinn der Energiewende mit ihren Untergesetzen hat damit eine neue Stufe erreicht.


[1] Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Akkumulator




Chinesischer Klima-Aktivist führt globale Presse an der Nase herum

Wirklich ein Versehen? Früher im Verlauf dieses Tages verkündete der chinesische Klima-[Berater] He Jiankun, dass die Volksrepublik künftig ihren Kohlendioxid-Ausstoß eindämmen werde. Das war eine mächtige Verlautbarung, zumindest wurde sie so wahrgenommen. Denn gestern erst hat der amerikanische Präsident ebenfalls überraschend mitgeteilt, zielstrebiger als bisher gegen den Kohlendioxid-Ausstoß mobilmache zu wollen.
Doch nun macht China wohl schon wieder einen Rückzieher. „Was ich heute gesagt habe, war meine persönliche Meinung“, sagte He der Nachrichtenagentur Reuters in Peking. Seine Aussagen vom Vormittag seien nur für „akademische Studien“ gedacht gewesen. „Was ich gesagt habe, stellt nicht die Haltung der chinesischen Regierung oder irgendeiner Organisation dar“, stellte er klar.
Mehr zu der Farce in der New York Times: Behind the Mask – A Reality Check on China’s Plans for a Carbon Cap
Bis hierhin übernommen von ACHGUT

Reaktionen

Wie begierig, fast wie bei einem Junkie nach mehr vom tödlichem Stoff, hingegen diese süße, wenn auch durchweg falsche Nachricht über den „Durchbruch“ bei Chinas CO2 Senkungszielen aufgenommen wurde, zeigen die Reaktionen der hiesigen Offiziellen.
Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, sprach von einem Schub für die Klimapolitik weltweit:

„Es ist bemerkenswert, dass jetzt sowohl China als auch die USA bereit zu sein scheinen, wieder eine Führungsrolle einzunehmen.“ Auch für Europa könne es an der Zeit sein, aus seiner Klimamüdigkeit aufzuwachen.
und (SPON)
„Wenn China tatsächlich eine absolute Obergrenze für seinen Ausstoß von Treibhausgasen einführt, würde das einen Schub bedeuten für die Klimapolitik weltweit“, kommentiert Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Die Wissenschaft zeige, dass die Welt sich mehr und mehr Kipppunkten im Klimasystem nähere. Die große Frage sei, wie strikt Chinas Emissionsgrenze sein wird.

Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth lobte hingegen den Vorstoß Obamas.

„Das ist der entscheidende Impuls, den wir brauchen, um die internationalen Verhandlungen zu beschleunigen und mehr Ehrgeiz auf der Welt auszulösen“, sagte er im rbb-Inforadio.

„Die neue Klimaverordnung hat Signalwirkung für den weltweiten Abschied von der Kohle“, erklärte der Politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals.

Und auch der frühere deutschen Umweltminister, Klaus Töpfer (CDU), wurde um seinen Senf gefragt:Für ihn sind die Pläne ein wichtiges Zeichen.

„Als psychologisches Signal kann man das gar nicht überschätzen, das ist eine große Sache“, sagte der ehemalige Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen im „Deutschlandradio Kultur“.

Und nun diese herbe Enttäuschung. Alle sind einem Umweltaktivisten auf den Leim gegangen:  April, April im Juni. Geht doch!




Scheidender PIK Professor Gerstengarbe beschuldigt Vahrenholt und Limburg der „Fälschung von Grafiken“

„Die fälschen Grafiken. Irre!“, sagt er.“ Zitat Ende.

Diese Behauptung ist eine Lüge!

Entweder lügt F.W. Gerstengarbe oder der berichtende Reporter hat ihn missverstanden. Falsch ist es auf jeden Fall. Niemand von uns fälscht Grafiken. Ich nicht und Fritz Vahrenholt auch nicht. Da sollte er mal lieber bei den ständig nach oben korrigierten GISS Kurven nachschauen. Da würde er schnell fündig.
2. Bild rechts: Temperaturverlauf Berlin & Dahlem 1700 -2008 Quelle: Institut f. Meteorologie FU Berlin; Stand 2009
Doch da ich nicht weiß, worauf sich G.  mit seiner Pauschalaussage bezieht, kann ich es nur vermuten:
Vor einigen Jahren als sich die PNN begeistert über G. und seine apokalyptischen Behauptungen ausließ, schickte EIKE denen u.a. eine lange Widerlegung der schon damals z.T. abenteuerlich falschen Behauptungen des Potsdamer Klimaforschers samt einer Kurve der Berlin & Dahlemer Mitteltemperatur. Nur begann die nicht 1892, als die Potsdamer Säkularstation auf freiem Feld gegründet wurde (heute ist sie von Wald umgeben, aber eine Korrektur sei nicht nötig meinte G. auf meine Anfrage) sondern um 1700. Da beginnen die Aufzeichnungen in Berlin. Von Potsdam gerade mal 14 km Luftlinie entfernt. Und siehe, der Trend war fast flach. (ca. + 0,1 K/Jhh) Seit 1700 hatte sich der Trend der Mitteltemperatur kaum verändert. Soviel zur fürchterlichen Erwärmung.
Nur sagte die Erwärmung als solche, überhaupt nichts über deren Ursache aus. Nach dem Ende der kleinen Eiszeit, sollte eine Rückerwärmung nicht so ungewöhnlich sein. und warum der Mensch daran schuld sein solle, erschließt sich auch offenbar nur Eingeweihten, wie F.W. Gerstengarbe und seinen Mit-Panikern vom PIK
Wer da Grafiken, bzw. insbesondere Statistiken fälscht, möge der Leser beurteilen.
und im Interview weiter
Zitat: „„Was mich ärgert, ist deren Präsenz in den Medien.“ Dann schmunzelt er wieder. Einmal habe er einen der Skeptiker gefragt, warum er das alles macht. Weil es seinen Zwecken diene, sei die Antwort gewesen….“ Zitatende
Das ist Gerstengarbe wie er leibt und lebt. Weil er mal einen „Skeptiker“ gefragt hat, wenn es denn stimmt, was der ihm vermeintlich sagte, schließt er sofort auf alle. Wie bei seinen Horrormärchen von den zunehmenden Extremwettern, die er jedem erzählt. Aus einer lokalen Überschwemmung wird sofort eine Klimakatastrophe für alle.
Er ist eben ein richtiger, in der Wolle gefärbter Vertreter der Zunft von Panik erzeugenden Wissenschaftlern, die das PIK (Postdam Institut für Klimafolgenforschung) zu Dutzenden heranzieht.

Wie schon damals behauptet G. immer noch jede Menge Vermutungen, die durch nichts Reales- außer von seinen Modellen- gestützt werden.

Deswegen veröffentlichen wir hier eine Replik auf sein Interview mit der PNN vom 13.8.2008 in einer Mail von EIKE vom 4.8.2009 an den damaligen PNN Reporter Jan Kixmüller. Darin finden Sie eine gründliche Würdigung der vielmals falschen oder halbwahren Ausführungen des G. (hier). Eine Antwort bekamen wir nie. Weder von Gerstengarbe noch von der PNN. Stattdessen die Aussage von den gefälschten Grafiken.
Mit Dank an Leser Julius Hanover  der dieses obige Interview mit der erneuten Lüge in der PNN gefunden hat.




Eines geht nur – Ökologie oder Windstrom

Was meint Öko?  Soll etwas als harmlos und wünschenswert ge­kennzeichnet werden, erhält es die Vorsilbe ‚nachhaltig’ oder ‚öko’. Nachhaltig und Öko haben Hochkon­junktur und wurden zum Markenzeichen für ein gutes und friedliches Leben. ‚Nachhaltig und ökologisch’ wurde zur Zauberfor­mel, die unsere Zukunft sichert. Wirklich? Nein, denn eines fällt auf und sollte zu denken geben: unsere Reproduktionstätigkeiten bleiben unerwähnt, obwohl doch nun wirklich nichts nachhaltiger sein könnte – und auch ökologisch. Und zwar so, wie man Öko­logie zuerst definiert hat.
Ihr geistiger Vater war Ernst Haeckel, der 1866 den Begriff eingeführt hat. Er war Zoologe und Anhänger des zu seiner Zeit noch jungen Modells von der biologischen Evolution, das Charles Darwin 1859 publiziert hatte. Er  verstand  unter Ökologie die Lehre von den Bedin­gungen der Lebewesen im Kampf ums Da­sein und vom Haushalt der Natur.
Eine Konkretisierung der ursprünglichen Definition, stammt z.B. von Bick (1998) „Ökologie ist die Wissenschaft vom Stoff- und Energiehaushalt der Biosphäre und ihrer Untereinheiten (zum Beispiel Ökosysteme) sowie von den Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Organismen, zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren
Mo­dern interpretiert ist „Ökologie die Wissenschaft, die sich mit den Wechselbe­ziehungen be­fasst, die die Verbreitung und das Vorkommen der Orga­nismen bestim­men.“ (zitiert in Wikipedia von Lampert/Sommer (1993) übernommen aus Krebs (1985).
Daraus folgt, dass alle unsere Aktivitäten anti-ökolo­gisch sind, die die Wechselbeziehungen zwischen den Orga­nismen, ihrer Vorkommen und ihrer Verbreitung beeinträchtigen,. Das gilt auch für das Öko­system ‚Luft’ mit allen Organismen, Vorkommen, Verbreitung und Wechselbeziehungen. Auch sie sind das Ergebnis der Evolution, weshalb jeder störender Eingriff zwangsläufig ökologiefeindlich ist, also auch die Wind­kraftanlagen, deren Strom bekanntlich als sauber oder grün oder öko­logisch ein­wandfrei gepriesen wird.
Das Gegenteil ist richtig: Seit mehr als 500 Millionen Jahren hat das Leben im Rah­men der biologischen Evolu­tion mit seinen unzähligen Arten das Meer, die Erdoberfläche, den Boden und auch die Luft besie­delt und dort jeweils Gleichgewichte hergestellt. Das EEG macht das Biotop Luft für viele dort be­heimatete Tiere zu einem todbringenden Lebensraum. Windstrom als ökologisch zu bezeichnen, ist Blasphemie. Noch zu keiner Zeit haben Menschen ein Bio­top derart wissentlich und absichtlich verändert – mit Konsequenzen, die heute auch noch nicht im Ansatz abzuschätzen sind. Wer ein System än­dern will, muss es genau kennen und verstehen. Das ist im Falle der Windenergie eindeutig nicht der Fall. Auch hier ist nicht gut gemacht, was gut gemeint ist: Statt, wie beabsichtigt, die Natur zu schützen, wird sie massiv beschädigt – und zwar nachhaltig.
„Gefährlich sind die Windräder nicht“
So lautet kurz und bündig die Schlussfolgerung der Grünen von Bad Driburg anlässlich ihres Be­suches einer Windkraftanlage im Raume Paderborn, wie im Mitteilungsblatt vom 28.11.2013 be­rich­tet wurde. Die Grünen begründen ihr Urteil damit, dass der Sturm Kyrill „keine einzige Wind­kraftanlage zum Umkippen“ brachte, während er doch „viele Hektar Wald umlegte“.  Welch ein Vergleich! Was die Grünen in ihrem Bericht ver­schwiegen haben, sind die schlimmen Fakten. Dafür einige Beispiele.
(1)  Matt Ridley berichtet in der Times (Stichwort: Clive Handler Pulmonary hypertension): „Wie Clive Hambler von der Oxford University dokumentiert hat, werden in jedem Jahr zwi­schen 6 und 18 Millionen Vögel und Fledermäuse in Spanien allein durch Windräder getötet, einschließlich seltener Gänsegeier, von denen in einem Jahr 400 Exemplare getötet worden sind, ….. In Tasmanien sind die Keilschwanzadler wegen der Windturbinen vom Aussterben bedroht. Norwegische Windparks töten jedes Jahr zehn Seeadler. Deutsche Windturbinen töten 200000 Fledermäuse pro Jahr“.
(2)  AP/dpa, t-online.de, 23. November 2013: In den USA will eine Windenergiefirma eine Geldstrafe von einer Million Dollar (rund 740.000 Euro) zahlen, weil in ihren Windrädern 14 Steinadler umgekommen sind. Das Unternehmen Duke Energy aus Charlotte in North Carolina gab eine Einigung mit den Behörden bekannt, nach der es sich eines Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutz von Zugvögeln schuldig bekennen werde.
(3)  Falmouth, Cape Cod, Mass., USA, BARNSTABLE (22. November): Das Oberste Ge­richt stellt fest, dass Hausbesitzer in der Nähe von WKA ‚irreparable physische und psychi­sche Schä­den erleiden“. Gerichtsurteil Richter Christopher J. Muse am Oberen Verwaltungs­gericht erließ die einstweilige Verfügung, dass in Falmouth die Betriebsstunden der WKA wegen dieser Schä­den stark zu reduzieren sind. Mit dem Urteil müssen zwei Windkraftwerke von 19.00 bis 07.00 Uhr von Montag bis Samstag, sowie ganztägig am Sonntag, Thanksgi­ving, Weihnachten und Neujahr, mit sofortiger Wirkung abgeschaltet werden. „Dies ist ver­mutlich das erste Mal, dass ein Gericht in den USA entschieden hat, dass es genü­gend Be­weise dafür gibt, dass Windkraft­anlagen in der Nähe von Wohngebieten ein Ge­sundheitsri­siko für Familien sind, die in der Nähe leben“, sagte Lilli-Ann Green, ein Vor­standsmit­glied der Organisation Wind Wise Massachu­setts.                                                                                    (Quelle: http:// wind­wahn.de/index.php/news/gerichte/gesundheit-vor-windenergie)
4) Fledermäuse als Opfer der Energiewende: Zum Fledermaussterben in der Nähe von Wind­rädern gibt es eine Studie der kanadischen Biologien Erin Baerwald von der Universität Cal­gary:  Große Windanlagen werden zu Todesfallen für Fledermäuse.  Zwar werden die Fle­dermäuse nicht wie die großen Greifvögel von den Flügeln der Windräder zerschreddert. Zum Verhängnis wird ihnen der durch das schnelle Rotieren der Flügel erzeugt Unterdruck. Kom­men die Fledermäuse, angelockt von den Insekten, den Flügeln zu nahe, erleiden sie ein Ba­rotrauma: Infolge des plötzlichen Luftdruckanfalls bläht sich ihre Lunge auf, was zum Zerrei­ßen der umschließenden Blutgefäße führt. Die Tiere stürzen ab und gehen an innerer Verblu­tung zugrunde, wie 90% der obduzierten Fledermäuse zeigen.
Noch schlimmer fällt das Urteil für die Gewinnung von „Grüner Bio-Energie“ aus, die extrem anti-ökologisch ist. Der Öko­loge Ulrich Eichelmann und sein Team beweisen das in „Climate Crimes“, als DVD ab­rufbar. Ein Ausschnitt: „Kaum mit Worten wiederzugeben ist der Frevel an der deutschen Flur, wie sie Ei­chelmann im Film beschreibt. Das Land verödet zur artenfeindlichen Mono­kultur von Maisfel­dern bis zum Horizont, auch Biosphärenreservate werden davon nicht ver­schont. Alles nur, da­mit ge­nügend Biogas produziert wird, um die Klimaziele zu erfüllen. Im Namen einer vermeint­lich sauberen Energie. Viele Vogelarten sind bereits vollends ver­schwunden, andere werden fol­gen. Feldhasen und andere Bodenbewohner wird man nicht mehr zu Gesicht be­kommen. Die größte Biogasanlage im Land benötigt 1000 Tonnen Mais pro Tag. 7000 Anla­gen stehen bereits, pro Jahr kommen im Durchschnitt etwa 1000 hinzu. Die Maisbauern kön­nen – letztlich aus sub­ventionierten Einnahmen – jede Pacht bezahlen, deshalb haben sich die Pachtpreise mehr als verdoppelt, bäuerliche Betriebe machen pleite. Übrigens: 2011 konnte Deutschland zum ersten Mal seinen Getreidebedarf nicht mehr selbst decken.“  Und dafür müssen in den armen Ländern immer mehr Kinder verhungern.
Die Politik, die viel Nachhaltiges oder Ökologisches einfordert, erkennt in der Regel nicht, wenn sie das Gegenteil propagiert. Im Klartext, Politiker wissen nur selten, was Ökologie wirklich ist. Und das umso weniger, je häufiger und lauter sie davon reden. Verständlich, denn in unseren Parlamenten agiert die Generation ‚Naturwissenschaften abgewählt’. Manche Politiker halten Ökologie für ihre Kernkompetenz. Selten war die Diskrepanz zwischen Überzeu­gung und Kenntnis größer. Dazu ein Beispiel zum Beweis:
Katrin Göring-Eckardt, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, fordert in ihren Redebeiträgen die 100%ige Gewinnung von Strom aus Regenerativen Ener­gien als Mittel der ökologischen Erneuerung. Mal abgesehen davon, dass Windstrom und Bio-Energie nicht ökologisch produziert werden können, ist das aus zwei Gründen nicht erreich­bar: Erstens liefern Sonne und Wind bestenfalls in einem knappen Fünftel der Zeit Strom und zweitens ist das Speicherproblem noch lange nicht gelöst – und sehr wahrscheinlich für die benötigten Mengen auf unabsehbare Zeit nicht lösbar. Die sich daraus ergebenden Folgerun­gen sollte auch Frau Kat­rin Göring-Eckardt kennen und deshalb auf solche Forderungen ver­zichten. Nun mahnt sie aber auch gleichzeitig Glaubwürdigkeit an, beispielsweise in Günter Jauch’s Talkrunde,  und da wird der Fall problematisch, denn wer in der Politik eine absolut unrealistische Forderung stellt und trotzdem Glaubwürdigkeit verlangt, ist entweder extrem unwissend, was infolge der fachfremden akademischen Ausbildung und praktischen Tätigkeit in evangelischer Theologie von Frau Gö­ring-Eckardt verständlich wäre, oder verlogen, denn er praktiziert den in der Politik nicht selten anzutreffenden Zynismus zur Gewinnung von Wählerstimmen. Welcher Grund bei Frau Göring-Eckardt zutrifft, ist nicht zu beurteilen. Aber fest steht, dass die unsinnige 100%-Forderung nicht akzeptierbar ist, denn durch Werben mit einer nicht erfüllbaren Forderung wird der Bürger betrogen.
Vermutlich wäre Frau Katrin Göring-Eckardt entsetzt, würde sie erkennen und anerkennen  müssen, was ökologische Erneuerung wirklich bedeutet: eine Reaktivie­rung der „Bedingun­gen der Lebewesen im Kampf ums Dasein“ (Darwin/Heckel). Die Bezeichnung Ökostrom ist falsch – ebenso der inflationäre Gebrauch von ‚Öko’ als Vorsilbe.
Was Frau Göring-Eckhardt recht ist, ist unser neuen Umweltministerin Barbara Hendricks billig: Im Interview mit der Neuen Westfälischen am 18.02.2014 betont sie „An unseren langfristigen Zielen rütteln wir nicht. 2050 sollen mindestens 80% unserer Stromversorgung aus erneuerbaren Energien stammen.“ Frau Hendricks dokumentiert damit, dass sie weder die geringen von der Natur vorgegebenen Produktionszeiten der ‚Erneuerbaren’ kennt – knapp 20% der Stunden eines Jahres – noch die daraus resultierende Notwendigkeit, in Sonnen- und Wind­zeiten Strom im Überschuss zu produzieren, um ihn für die licht- und windlose Zeit zu spei­chern. Die Speicher sind nicht vorhanden. Das Problem der Speicherung ist völlig ungelöst. Auf dem CDU-Workshop (Energiepolitik am Scheideweg) am 18.11.2013 in Düsseldorf fol­gerte die Wissenschaft: Die Erforschung geeigneter Speichermethoden dauert Jahrzehnte, wenn nicht Generationen, und keiner kann heute wissen, ob sie Erfolg haben wird.
Inzwischen sagen allerdings auch Prominente, was die Energiewende bedeutet. Zwei Bei­spiele:
Prof. Dr. Hans-Werner Sinn (IFO-Institut München, Vortrag 16.12., Video abrufbar: „Ener­giewende ins Nichts“. Aussage: Die Energiewende wird scheitern.
Vizekanzler und Fachminister Siegmar Gabriel, Vortrag 17.4. bei SMA Solar in Kassel, Vi­deo abrufbar. Kernaussagen:
Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht.”
“Die Wahrheit ist, dass wir auf allen Feldern die Komplexität der Energiewende unterschätzt haben”.
“Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte”. 
Apropos:  Nachhaltig
Die Natur ist es nicht – wäre sie es gewesen, gäbe es uns Menschen nicht, denn Evolution hätte nicht stattgefunden. Und die Wirtschaft ist es noch weniger – alle paar Jahre braucht unser PC ein neues Betriebs­system, oder wir ein neues Auto