E – Mobilität versus Energiewende

Entgegen vieler medialer Bekundungen, hat sich auf diesem E-Mobilitätsgebiet, abgesehen von hervorragenden Entwicklungen in der E-Traktion, bis zum Hybrid AUTO z.B. dem BMW i8, in der Stromspeichertechnik zur Bereitstellung ausreichender elektrischer Traktionsenergie, bis auf durchaus erfreuliche Verbesserungen der Speicherfähigkeit und Lebensdauer im zweistelligen Prozentbereich und moderate Kostensenkungen in Relation zur Energiespeicherfähigkeit, den Kosten und der „Aufladezeit“ eines üblichen Benzintanks, nichts Wesentliches getan.

In Demut vor den physikalischen Gesetzmäßigkeiten ist es offenbar sehr schwer zu bekennen, dass die Ursache des Problems einfach verdrängt wird: Tatsache ist nämlich, dass wir nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft kein physikalisches Prinzip zur Stromspeicherung größerer Energiemengen zu bezahlbaren Kosten, jenseits zu der untauglichen elektrischen oder magnetischen Feldenergie sowie der chemischen Energie, die allesamt im eV-Niveau (nicht MeV) agieren, kennen.

Vergleichbar mit dem Energieinhalt eines 70 l Tanks mit rd. 650 kWh (1) Energieinhalt, der fast nichts kostet, in 2 Minuten geladen ist und länger hält als das Fahrzeug, zu einer Lithium-Ionenbatterie mit 20 kWh Speichervermögen (500 $/kWh bis 700 $/kWh), die 10.000 € (1) kostet, 6 h zur Aufladung benötigt und nach 7 Jahren ersetzt werden muss.

Beim Übergang der Stromerzeugung von der Primärenergie Kohle zur Energiegewinnung mit 8,14 kWh je kg C hin zur Kernenergie mit 20 Millionen kWh je kg U235, beide findet man in Natur-Lagerstätten unserer Erde, war eine ganz andere Welt aufgemacht, nicht nur prozentuale Verbesserungen realisiert.

Beim Übergang der Stromerzeugung von der Primärenergie Kohle zur Energiegewinnung mit 8,14 kWh je kg C hin zur Kernenergie mit 20 Millionen kWh je kg U235, beide findet man in Natur-Lagerstätten unserer Erde, war eine ganz andere Welt aufgemacht, nicht nur prozentuale Verbesserungen realisiert. 
Solange Vergleichbares nicht in der Energie-Speichertechnik gelingt, hat das E-Auto ohne massive staatliche Förderung nur Nischenchancen, ebenso wie sie die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenanlagen ohne staatliche Förderung auch nur hätte.
Wenn man den 80 kW Elektromotor mit Nennleistung, d.h. etwa bei 130 km/h und leichter Steigung belastet, ist die Batterie in 15 Minuten leer gefahren, man hat dann 32,5 km zurück gelegt und eine E-Tankstelle ist außer jeder Sichtweite.
Wenn man nur 60 km/h schnell fährt und dann auf ebener Strecke mit 10 kW auskommt, könnte man das Spiel 2 Stunden lang betreiben und hat sich dann 120 km weit fortbewegt.
Wenn man dann wieder zu Haus angelangt ist, kann man über Nacht aufladen und die Welt ist in Ordnung für den Einsatz am nächsten Tag.   Auf jegliche Heizung und 20 W Power-Lautsprecher hat der E-Autofahrer selbstverständlich verzichtet, für solchen „artfremden Komfort“ ist die nur spärlich verfügbare Energie zu kostbar, da diese voll zu Lasten der Traktion geht.
An diesem extremen, aber doch sehr realistischen Beispiel, kann man erkennen, wo die Grenzen der E-Mobilität derzeit und sicher auch noch in heute überschaubarer Zukunft von mindestens 20 Jahren liegen!  Genial ist die Problematik beim BMW i8 gelöst: Die 5,2 kWh Batterie (energetisch vergleichbar mit 0,5 Liter Benzin), bringt das Fahrzeug nach (NEFZ-Standard) mit dem 75 kW E-Motor und moderatem Tempo, 37 km weit. Der dazu verfügbare 170 kW Benzin-Motor bringt das Fahrzeug mit dem 42 l Tank rd. 600 km weit.

Fazit: Also ein hervorragendes Hybrid Fahrzeug BMW i8: 6 % E-Betrieb und 94 % Benzin-Betrieb für 126.000 bzw. 145.000 € in komfortabler Ausstattung zu haben. Einen Massenmarkt werden solche Entwicklungen wohl nicht sehen oder begründen können.

Wenn man auf die 6 % E-Betrieb verzichtet und ansonsten das gleiche Komfortfahrzeug für 100 % Benzinbetrieb nimmt, hat man locker 50.000 € gespart.

 Zu hoffen ist, dass die Kosten solcher Entwicklungen nicht auf die erfolgreichen Allgebrauchssegmente „mit 100 % Benzinbetrieb“ umgelegt werden, sondern dort verbleiben, wo sich die Marktnische im Exklusivsegment auftut.
Das damit zusammenhängende Energiewendeproblem wurde kürzlich vom Präsidenten des ifo- Insti-tutes in München, Herrn Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, sehr eindrucksvoll in 13 Thesen zusammenge-fasst mit einigen Kommentaren:
Siehe auch die Ausführungen vom Chef des ifo Institutes in München in seinen Vorträgen am 08. 07. 2014: 13 Thesen zur Energiewende http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/policy/Sinns-Corner/Sinn-Juni2014-14-Thesen-zur-Energiewende.html und dem Vortrag: „Energiewende ins Nichts“ am 16.12.2013 an der LMU in München http://www.youtube.com/watch?v=m2eVYWVLtwE.

Fazit: Hinfahrt München-Leipzig mit VW e-Golf, 450 km: 9 h, 50 min.; Rückfahrt 8 h, 15 min.

Helmut Alt
(1) korrigierte Fassung mancher Werte mit Dank an Leser Sigur Hanser




Auch das noch: Warmduscher gefährden Eisbären




Tiefe Kratzer am Sauberstrom-Image – Feuer und Tod: Die verschwiegenen Gefahren der Windenergie

Wegen der großen Turmhöhen sind Brände in Windenergieanlagen kaum zu löschen
Nach Erkenntnissen der Untersuchung sind Windenergieanlagen wesentlich anfälliger für teils schwerwiegende technische Defekte als man der Öffentlichkeit bisher glauben machen wollte. Demnach werden jeden Monat durchschnittlich zehn Windturbinen allein durch Feuer zerstört. Die Häufigkeit solcher Ereignisse lässt sich auch daran erkennen, dass eine Internetsuche nach Begriffen wie „Turbines on Fire“ sofort zahlreiche Hinweise und spektakuläre Bilder bzw. Filme liefert [FIR1, FIR2, FIR3]. Eine Website, die sich auf dieses Thema spezialisiert hat, berichtet, dass der „Daily Telegraph“ beispielsweise am 11. Dez. 2011 meldete, dass „RenewableUK“ bestätigt habe, dass es allein in Großbritannien in den letzten fünf Jahren 1500 Vorfälle und Unfälle mit Windturbinen gegeben habe [TOFI].

Video:
Windkraftanlage in Neukirchen bei Heiligenhafen (OH) brennt ab. NDR aktuell 19.04.2012
Allerdings dokumentiert diese Webseite auch eine Schwachstelle des oben erwähnten Berichts, weil dort ausgesagt wird, dass bei solchen Bränden bisher noch keine Menschen zu Schaden gekommen seien. Dass dies nicht stimmen kann, dokumentiert ein Bericht der niederländischen RTL Nieuws vom 29.10. 2013, über den auch in englischer Sprache auf einer internationalen Webseite berichtet wurde [FTOD]. Demzufolge wurden zwei Monteure bei der Wartung einer Vestas-Turbine von einem Feuer im Maschinenraum überrascht, das ihnen den Fluchtweg abschnitt. Aufgrund der leichten Brennbarkeit wesentlicher Bestandteile einer solchen Windenergieanlage – dazu gehören auch Hunderte Liter brennbaren Schmieröls – hatten die beiden keine Chance, da das gesamte Maschinenhaus abbrannte. Einer der beiden stürzte auf der Flucht vor dem Feuer zu Tode, der andere starb im Maschinenhaus an Brandverletzungen. Besonders erschütternd war dabei die Tatsache, dass beide noch sehr jung waren: Einer war 21, der andere sogar nur 19 Jahre alt. Wie meist bei solchen Bränden in großer Höhe auf freiem Feld hatte die Feuerwehr so gut wie keine Chance, etwas zu unternehmen.
Feuer nur die Spitze des Eisbergs
Doch Schäden durch Feuer sind nur die Spitze des Eisbergs. So zitiert „Turbines on Fire“ Ergebnisse aus einem Bericht des Internationalen Verbandes der Engineering-Versicherer (IMIA) über Schäden an Windenergieanlagen im dänischen Markt, der einen Zeitraum von 15 Jahren umfasste. Dem Bericht zufolge lag der Anteil von Bränden bei lediglich 7 % der Schadenssumme. Rechnet man dies mit den berichteten 10 Ereignissen im Monat hoch, so kommt es jährlich zu rund 1700 Schadensereignissen im Zusammenhang mit Windenergieanlagen. Hiervon betreffen 40 % mechanische Ausfälle wie Rotorblattschäden, 28 % gehen auf das Konto der Elektrik (LOP=Loss of Power, Kurzschlüsse etc.), weitere 20 % sind auf Blitzeinschläge zurückzuführen, während Sturmschäden 4 % des Schadensaufkommens ausmachten [TOFI].
Erschreckend viele Todesfälle
Besonders wirksam ist offensichtlich der ideologische Schleier, den die Windkraft-Lobby mit tatkräftiger Mithilfe ihrer zahlreichen Sympathisanten in den Medien über die tatsächlich recht erheblichen Gefahren der Windenergie für Leib und Leben geworfen hat. Zwar erhalten Meldungen über Feuer oder den Absturz eines Rotorblatts auf lokaler Ebene eine gewisse Aufmerksamkeit, doch werden selbst schwere Personenschäden oder gar Todesfälle so selbstverständlich hingenommen, dass sich in der Öffentlichkeit der Eindruck verfestigt hat, als sei die Windkraftbranche gegen solche Vorkommnisse mehr oder weniger gefeit. Auch eine Schnellsuche im Internet mit Suchbegriffen wie „Wind Unfall“ fördert vordergründig zumeist lediglich Einzelmeldungen zutage, wobei nur selten Todesfälle gemeldet werden. Eine deutsche Website, die sich explizit des Themas Windrad-Unfälle annimmt [WIUN], ist lediglich ein Torso ohne großen Nutzen, weil sie offensichtlich schon kurz nach dem Beginn der Recherche nicht mehr weitergeführt wurde. Auch bei Wikipedia findet man – kaum verwunderlich angesichts der bekannten Dominanz grüner Ideologen in diesem Medium – nur eine sehr unvollständige Auflistung ohne Erwähnung von Todesfällen. Erst im englischsprachigen Netz findet sich eine recht gute Dokumentation [UNFA], welche für den Zeitraum von 1975 bis 30.9.2009 insgesamt 674 Einzelereignisse auflistet, die sehr sorgfältig nach Merkmalen zugeordnet, beschrieben und mit Quellenangaben dokumentiert sind. Leider befindet sich das Material hinter einer Bezahlschranke und wurde zudem ab Oktober 2009 nicht mehr fortgeführt. Für den Berichtszeitraum dokumentiert es jedoch immerhin 60 Todesfälle im Zusammenhang mit Windenergieanlagen. Vergleicht man dies mit anderen Zahlenangaben – z.B. den 1500 Unfällen innerhalb von fünf Jahren allein in Großbritannien –, so erscheint es gerechtfertigt, die Zahl der weltweit seit 1975 aufgetretenen Todesfälle mit einem Faktor von mindestens 5, eher jedoch 10 anzusetzen. Es darf daher angenommen werden, dass die Windenergie im Zeitraum von 1975 bis heute mindestens 300 und möglicherweise sogar bereits über 600 Menschenleben gefordert hat. Das Saubermann-Image der Branche bricht damit in sich zusammen und erweist sich als nichts anderes denn als geschicktes Lügengebäude.
Fred F. Mueller
[FIR1] http://www.wind-watch.org/video-germanfire.php
[FIR2] http://www.youtube.com/watch?v=54YOaQixRUo
[FIR3] http://www.youtube.com/watch?v=eQrtXx3aJdM
[TOFI] http://turbinesonfire.org/
[INGD] http://www.ingenieur.de/Fachbereiche/Windenergie/Unterschaetzte-Gefahr-Jeden-Monat-geraten-zehn-Windturbinen-in-Brand
[FTOD] http://www.epaw.org/multimedia.php?lang=en&article=a19
http://www.rtlnieuws.nl/nieuws/binnenland/monteur-overleden-bij-brand-windmolen-ooltgensplaat
[UNFA] http://de.scribd.com/doc/23856814/Wind-Turbine-Accidents
[WIUN] http://docs.wind-watch.org/unfalldatei_2006.html




Nachhaltige – d.h. endlose- Endlagersuche! Ein Erfahrungsbericht

Jeder Teilnehmer der gut besuchten Veranstaltung konnte sich in den drei Stunden zu Wort melden und den Hauptakteuren Fragen stellen. Diese agierten quasi auf einer Bühne, obwohl es tatsächlich in dem Saal keine Erhöhung gab.
Wer beantwortete die Fragen des Publikums? Geologen, Bergingenieure, Geochemiker, Physiker, Strahlenbiologen? Nein, solche Leute sind offenbar nicht glaubwürdig.

Die Akteure waren:

Stefan Wenzel, Niedersächsischer Umweltminister (Agrarökonom)
Sophie Kuppler (Sozialwissenschaftlerin)
Ralf Meister, evangelischer Landesbischof (Theologe)
Marc André Wiegand, Regierungsdirektor (Jurist)
Es moderierte Asta von Oppen, ehemalige Lehrerin
Allein der Jurist, Herr Dr. Wiegand, hielt einen seinem Fach entsprechenden Vortrag, nämlich über Gesetzgebungsverfahren. Unter anderem wies er darauf hin: Wenn man sich einigt, sind gar keine Gesetze nötig; diese braucht man, wenn es keinen Konsens gibt.
Herr Wenzel sprach in seiner Einführung in die Veranstaltung über die Vorteile der Einbeziehung möglichst vieler Betroffener; ein Verfahren, welches es ansatzweise schon in vordemokratischer Zeit gegeben hätte.
Beim Vortrag von Herrn Meister fühlte man sich ins Altertum versetzt, als es noch kaum naturwissenschaftliche Erkenntnisse gab und man über das Atom nur spekulieren konnte. Es gäbe keine Wahrheiten, nur Standpunkte, die man auch selbst immer wieder in Frage stellen müsste. Vielleicht hätte er zu den griechischen Philosophen gepasst. 

Sokrates, der alte Greis,

Sagte oft in tiefen Sorgen:

„Ach, wie viel ist doch verborgen,

Was man immer noch nicht weiß.“

(W. Busch)

Meinen Einwand, es gäbe doch gesicherte Erkenntnisse über Strahlenwirkungen, über die keine Diskussion mehr möglich ist, ließ er nicht gelten. Als ich noch hinzufügte, aufgrund der Ergebnisse von 100 Jahren strahlenbiologischer Forschung wären in Fukushima keine Gesundheitsschäden zu erwarten, erhob sich unter dem Publikum ein Sturm der Entrüstung. Ein Teilnehmer verlangte, die Moderatorin sollte mir das Wort entziehen, was sie aber nicht tat. 
Am Schluss der Veranstaltung zeigte sich, dass doch nicht nur Kernkraftgegner anwesend waren; ich wurde von einigen lobend angesprochen. Diese waren auch der Meinung, das ganze Verfahren würde nie zu einem Endlager führen.
Sonst gab es große Einigkeit. Im wesentlichen sprachen in der Diskussion Vertreter der verschiedenen Öko- und Antigruppen; das Wohlwollen des Publikums war ihnen sicher. Einer beklagte, dass aufgrund mangelhafter Ausstattung man gegenüber Institutionen sehr im Nachteil wäre; offenbar möchte der Mann Geld vom Staat bekommen.
Ein wenig Ärger machte ein Geologe, welcher die allzu laienhafte Darstellung einer Vertreterin der Asse-Begleitgruppe kritisierte. Außerdem erregte es Missfallen, dass ein ehemaliger Ministerialbeamter versuchte, die abenteuerliche Darstellung eines anderen Anti-Menschen zu widerlegen: Man hätte zu Gorleben amtlich erklärt, der Salzstock reiche nicht bis unter die DDR. 
Sonst ging alles sehr friedlich zu, Angriffe gegen die böse Atomindustrie und dergleichen fehlten ganz. Lediglich eine Vertreterin der IPPNW (Internationale Ärzte gegen Atomkrieg) verlangte die Stilllegung der Anreicherungsanlage URENCO.
Herr Wenzel betonte dann auch in seinem Schlusswort, wie schön es doch wäre, dass Menschen unterschiedlicher Ansichten so friedlich diskutieren und einander zuhören könnten. Natürlich wäre noch nicht viel erreicht, man müsste dies Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung intensiv weitertreiben.




Umweltproblem Offshore Windpark

Langsam setzt sich auch beim größten Naturschutzverband NABU diese Erkenntnis durch und er bemüht nun die Gerichte. Nun streiten sich auch noch die Behörden, wer verantwortlich für dieses Desaster ist. Das Pikante: 2002 begutachtete des SH-Planungsbüro „Bio Consult“ den Windpark als „verträglich“ mit den Natura-2000-Richtlinien der EU, Inhaber von Bio Consult ist Dr. Nehls, damals stellv. NABU-Vorsitzender des NABU in SH:
* Offshore-Windkraftstandort „Butendiek“ / SH Ungereimtheiten beim Genehmigungsverfahren http://www.wattenrat.de/wind/wind12.htm
Darüber berichtete der Wattenrat bereits vor zwölf Jahren!
Nun, wo das Kind (oder Wal) in den Brunnen gefallen ist, wird der NABU aktiv. Aber auch andere Windparks in der Nordsee vertreiben oder schädigen Schweinswale, und ALLE Umweltverbände halten immer noch an den mit der Offshore-Industrie vereinbarten Schallgrenzwerten von 160 Dezibel (Artillerieabschus in unmittelbarer Nähe) 700m von den Rammstellen entfernt als „Kompromiss“ fest! Wie hoch sind die Lärmwerte direkt an der Baustelle?
Wattenrat-Links:
* Offshore-Windpark “Butendiek”: zweimal NABU
http://www.wattenrat.de/2014/02/19/offshore-windpark-butendiek-zweimal-nabu/
* Schweinswale und Windenergie: vereint gegen Schallschutzkonzept
http://www.wattenrat.de/2013/08/18/schweinswale-und-windenergie-vereint-gegen-schallschutzkonzept/
http://www.nabu.de/themen/meere/windparks/16939.html

Butendiek: Lärm vertreibt Schweinswale

Behörden-Hick-Hack wird zur Katastrophe für Deutschlands einzige heimische Walart

16. Juli 2014 – Deutschlands einzige heimische Wal-Art, der Schweinswal, flieht vor dem Baulärm des Offshore-Windparks Butendiek. Das zeigen aktuelle Flugbeobachtungen aus dem Sylter Außenriff. Für gewöhnlich halten sich hier im Juni die Schweinswale auf, um ihre Kälber aufzuziehen. Doch dieses Jahr wurden deutlich weniger Tiere gezählt als im Vorjahr. „Damit wird unsere größte Befürchtung zur traurigen Gewissheit: Der Baulärm des Windparks hat die Wale aus dem für sie eingerichteten Schutzgebiet vertrieben – und das mitten in ihrer Fortpflanzungszeit“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Das wollten wir mit unserer Klage am Verwaltungsgericht Köln verhindern. Doch anstatt Verantwortung zu übernehmen, ringen die Behörden seit Monaten um Zuständigkeiten und versuchen, unsere Klage mit allen Mitteln zu behindern“, so Miller weiter.
Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz führt die Tierärztliche Hochschule Hannover regelmäßig fluggestützte Schweinswalzählungen in der deutschen Nordsee durch. Die aktuellen Karten zeigen, dass fast jeder zweite Schweinswal aus dem FFH-Schutzgebiet Sylter Außenriff verschwunden ist. Besonders alarmierend ist die geringe Anzahl von Mutter-Kalb-Paaren, die sonst typisch für diese Jahreszeit sind. Im Radius von mehreren Kilometern um das Baugebiet des Windparks wurden während zweier Überflüge überhaupt keine Wale gesichtet. „Butendiek liegt mitten im FFH-Schutzgebiet, in der Kinderstube des Nordsee-Schweinswals“, kritisierte NABU-Meeresexperte Kim Detloff. 

„Trotzdem wurden die ohrenbetäubenden Rammungen vorsätzlich in die Fortpflanzungszeit von Mai bis August gelegt. Diese naturschutzpolitische Ignoranz vonseiten der Betreiber und der Behörden ist unfassbar. Schweinswale sind nach nationalem und europäischem Recht streng geschützt“, sagte Detloff.
Im April hatte der NABU auf Grundlage eines eigenen Rechtsgutachtens Klage nach Umweltschadensgesetz am Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Angeklagt ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Das BfN jedoch lehnt die Verantwortung ab und verweist auf die rechtliche Zuständigkeit des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH), der Genehmigungsbehörde für Offshore-Windparks. Seitdem streiten sich die Juristen um die tatsächliche Verantwortlichkeit von BfN und BSH.
Um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen, muss der NABU nun zwei getrennte Verfahren führen: zum einen die Klage auf Vermeidung weiterer Umweltschäden gegen das BSH am Verwaltungsgericht Hamburg, zum anderen die Klage gegen das BfN auf Sanierung des bereits eingetretenen Schadens am Verwaltungsgericht Köln. „Wäre das Thema nicht so traurig, könnte man über diese Posse nur den Kopf schütteln.
Doch die beiden zuständigen Behörden spielen auf Zeit und verweigern die inhaltliche Auseinandersetzung. Gleichzeitig geschieht im Sylter Außenriff eine ökologische Katastrophe“, warnte Detloff. Inzwischen fordert das BSH sogar das BfN zur Stellungnahme für das Hamburger Verfahren auf. „Das macht nicht nur die Verwirrung komplett, sondern zeigt auch, wie sehr sich die Behörden vor ihrer Verantwortung scheuen“, so der NABU-Meeresexperte.
Die nebulöse Umsetzung der europäischen Umwelthaftungsrichtlinie mit unklarer Zuständigkeit ist nach NABU-Meinung ein Fall für den Europäischen Gerichtshof (EuGH). „Die Splittung der Zuständigkeiten für das deutsche Umweltschadensgesetz entspricht ganz sicher nicht der Intention der europäischen Gesetzgebung“, sagte Kim Detloff. „Den Schweinswalen im Baugebiet Butendiek hilft eine Entscheidung des EuGH vermutlich nicht mehr. Aber möglicherweise kann noch der Schaden für die ebenfalls streng geschützten Seevögel im Baugebiet abgewendet werden, etwa für die Stern- oder Prachttaucher“, so Detloff.
Gleichzeitig erhofft sich der NABU von den Klagen in Hamburg und Köln, dass zukünftige Genehmigungsverfahren für Offshore-Parks den Anforderungen des geltenden Naturschutzrechts entsprechen.
Mit Dank an Leser Dr. Zielinski