IPCC Synthese-Report und die deutschen Medien samt Politik- Die Vorbeter, die Nachbeter

Die Medien beten gläubig nach, was der sogenannte Weltklimarat (IPCC) vorbetet. Das ist auch jetzt wieder zu besichtigen. In Kopenhagen war’s, vergangenen Sonntag. Dort hat der Internationale Klimawandel-Ausschuss (International Panel on Climate Change, IPCC) der Öffentlichkeit seinen Abschlussbericht präsentiert. Offiziell nennt er sich Synthesebericht des Fünften Sachstandsberichts. Für alle ist bombenfest klar: Anthropogene „Treibhausgase“ (im wesentlichen CO2) sind auf dem höchsten Stand aller Zeiten, diese Gase erwärmen das Klima, der Mensch ist schuld, runter mit den Gasen, dann klappt’s mit dem Klimaziel, nämlich die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen.
Dumm nur, dass der Globaltemperatur das CO2 gleichgültig ist
In den „Kernbotschaften“ (hier), die den Synthesebericht nochmals zusammenfassen, liest man: „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig, und es ist äußerst wahrscheinlich, dass der menschliche Einfluss die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war.“ Der Fußnote entnimmt man, was „äußerst wahrscheinlich“ bedeutet: Die Aussage trifft zu 95 bis 100 Prozent zu. Dumm nur, dass der Globaltemperatur dieser CO2-Anstieg ziemlich gleichgültig sein muss, denn in den zurückliegenden siebzehn Jahren hat sie sich nicht verändert, sie ist sogar minimal rückläufig gewesen.
Aber das Hirn lässt sich mit allem Blödsinn füllen
Ferner liest man: Dieser Anstieg „führte zu einer Aufnahme von Energie in das Klimasystem. Davon wurde in den vergangenen 40 Jahren mehr als 90 Prozent durch die Ozeane gespeichert, so dass diese erwärmt wurden.“ Damit jedoch werden Ursache und Wirkung verwechselt. Denn wenn die Temperatur (durch Energieaufnahme von der Sonne) steigt, geben die Ozeane Teile des in ihrem Wasser gelösten Kohlendioxids frei, und wenn sie sinkt, binden sie das Gas. Also nicht der CO2-Anstieg erwärmt die Ozeane, sondern wenn die Ozeane erwärmt werden, gasen sie CO2 aus. Dass die Erwärmung auf der Erde vor dreihundert Jahren stärker war als heute, findet sich zum Beispiel hier. Damals gab es das anthropogene CO2 der industriellen Welt von heute nicht. Der Kabarettist Richard Rogler (Jahrgang 1949) hat einmal gesagt: „Wenn du zuviel säufst, geht die Leber am Alkohol kaputt. Wenn du zuviel rauchst, haut’s die Lunge auseinander. Aber das Hirn lässt sich mit allem Blödsinn füllen – es bleibt schmerzfrei.“
In den politisch folgsamen Medien rührt sich kein Zweifel
Bei der Pressekonferenz in Kopenhagen sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: „Der Einfluss des Menschen auf das Klima ist klar, und er nimmt weiter zu.“ Ebenso der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri: Der Klimawandel lasse sich mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 95 Prozent auf den menschlichen Einfluss zurückführen. Aber das ist nicht nur mit Wahrscheinlichkeit, sondern mit Gewissheit falsch, denn die Tatsachen und viele andere Wissenschaftler belegen Gegenteiliges. .Aber der Klimawandel-Ausschuss und die politisch folgsamen Mainstream-Medien pflegen sie zu unterdrücken. Gegen die IPCC-Botschaften rührt sich in diesen Medien kein Zweifel. Sie geben unkritisch und alarmistisch die Darbietungen des Ausschusses wieder. Die ganze offizielle Darstellung siehe hier. Vom englischen Dramatiker und Humoristen Douglas Jerrold (1803 bis 1857) stammt das Wort „Die Wahrheit kann warten. Sie ist es gewohnt.“
Deine Wissenschaftler, meine Wissenschaftler
Mit imposanten Zahlen sollen die Menschen beeindruckt und die Verlautbarungen glaubhaft gemacht werden: Das Abschlussdokument gebe die Auswertung von mehr als 30 000 wissenschaftlichen Einzelveröffentlichungen wieder. Grundlage für die vierzigseitige Zusammenfassung des neuen Kompendiums sei die Arbeit von mehr als 2000 Wissenschaftlern weltweit und von mehr als fünftausend Seiten Papier. In der Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums liest man: „Seit 2010 arbeiteten mehr als dreitausend Experten aus mehr als 70 Ländern am Gesamtbericht, davon mehr als 100 aus Deutschland.“ Die ganze Pressemitteilung hier. Aber viele tausend Wissenschaftler lassen sich auch gegen den CO2-Wahn und den IPCC aufbieten. Also Deine Wissenschaftler, meine Wissenschaftler. Fragen muss man aber stets, wer von wem finanziell abhängig und wer unabhängig (geworden) ist. Es fällt auf, wie oft sich erst pensionierte Wissenschaftler offen zu äußern wagen. Ohnehin kommt es nicht auf die Zahl der Wissenschaftler an. Für das, was als Erkenntnis belegbar ist, genügt ein einziger.
Was ist los mit unseren Klimagurus?
Aus Perth in Australien schickte der deutsche Unternehmer und Klimaschutzkritiker Frank Abels*) am 3. November folgenden Kommentar: „Was ist los mit unseren Klimagurus, schwächeln sie, muss man sich gar Sorgen machen, denn mit einem Mal ist das mit der Klimarettung gar nicht mehr so eilig. “Es gibt noch ein Zeitfenster von zwei bis drei Jahrzehnten in dem der Klimawandel zu akzeptablen Kosten gebremst werden kann”, heißt es nun neuerdings beim IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Dieser Satz manifestiert einmal mehr die Unglaubwürdigkeit und den Mangel an Seriosität der ganzen ‚Klimabranche’, denn zu Beginn der Klimahysterie hieß es doch, die Menschheit habe nur noch fünf Jahre Zeit, um die Katastrophe abzuwenden. 1997 warnte Prof. Rahmsdorff vom PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung), dass sich die Temperatur schon bis 2005 um 1° Celsius erhöhen werde. Und was trat wirklich ein? Seit 1997 ein leichtes Absinken der Globaltemperatur.“ (Teile dieses Kommentars sind in der Tageszeitung Die Welt vom 5. November auf Seite 2 als Leserzuschrift abgedruckt).
Also noch ‘ne Prognose
Frank Abels weiter: „Diesem Tatbestand des Ausbleibens der Klimaerwärmung seit 17 Jahren ist es vermutlich geschuldet, dass auf einmal vergleichsweise moderate Töne im jüngsten IPCC-Bericht stehen, denn im ‚Kleingedruckten’ dieses Berichtes, den fast nur Fachleute lesen, wird dieses Ausbleiben der prognostizierten Erwärmung durchaus erwähnt. Das ist peinlich, und das mochten die Experten des IPCC auch nicht in die für Politiker gedachte Kurzfassung des Berichtes schreiben. IPCC versucht sich mal wieder argumentativ in die Zukunft zu retten, indem nun prognostiziert wird, dass nach der gegenwärtigen Stagnations- und Abkühlungsphase in 10 bis 20 Jahren die Klimaerwärmung garantiert weitergeht, daher also das neue “Zeitfenster” im aktuellen IPCC-Bericht. Also noch ne´ Prognose, aber wie glaubwürdig ist das angesichts der vielen falschen Vorhersagen der Vergangenheit.“
Australische Medien im Unterschied zu deutschen
In einem weiteren Brief schrieb Abels am 4. November: „In Australien fühle ich mich nicht nur wegen des Wetters, der netten Menschen und der schönen Lage sehr wohl, sondern auch weil es hier keine dogmatische Festlegung in der Klimafrage oder anderen Politbereichen gibt. Besonders nicht, seit die Regierung Abbot dem Klimaspuk ein Ende setzte. Wo ist nun der entscheidende Unterschied? Gestern und heute waren in allen deutschen Medien Betroffenheitsartikel wegen des neusten Klimakatastrophenberichtes des IPCC zu lesen. Ich konnte nicht einen kritischen Artikel oder Leserbrief finden. In fast allen wichtigen australischen Zeitungen war es dagegen genau anders. THE AUSTRALIAN, wohl die größte Zeitung des Landes, brachte an prominenter Stelle einen Leitartikel, in dem die Aussagen des IPCC mit kompetenten Argumenten zerpflückt und der ganze Klimaunfug bloßgestellt wurde. Aber noch besser waren die vielen Leserbriefe, die fast alle in die gleiche Kerbe schlugen und die IPCC-Thesen verurteilten. Lediglich ein einziger war pro IPCC – der hatte wohl die Funktion Ausgewogenheit darzustellen.“
Für Frank Abels ein schöner Tag
„Aber es kam in der gleichen Ausgabe der Zeitung noch viel besser. In einem ausführlichen Artikel wurde gefordert, nun auch in Australien Kernkraftwerke der neusten Generation (inhärent sicher) zu bauen, weil der aus Tritium gewonnene Strom weniger als die Hälfte des ohnehin schon billigen Kohlestroms kostet. (übrigens hatte Australien bisher keine Kernkraftwerke).“ Abels schloss seinen Brief, dieser Dienstag, der 4. November 2014, sei also ein schöner Tag im Leben eines Klimaschutzkritikers
Ein Österreicher schreibt an Kanzlerin Merkel
Auch aus Österreich bekam ich Einschlägiges zugeschickt. Es war ein Brief an Kanzlerin Merkel vom 24. Oktober. Der österreichische Bürger Peter Kafka**) schrieb ihr: „In diesen Tagen haben Sie gegenüber der Öffentlichkeit mehrfach vertreten, dass Sie eine Reduktion der CO2-Emission um 40 Prozent bis 2020 für richtig halten und dies auch gegenüber der EU verlauten lassen.  Sie haben aber nicht gesagt:
Die CO2-Einsparmaßnahmen sind also nutzlos
1) „Wie und wo“ die CO2-Emission um 40 Prozent konkret vermindert werden muss.
Wo: Infrage kommen beispielhaft: der Autoverkehr, Luftverkehr, Kohle- und Gas- und Ölkraftwerke, der Hausbrand, sog. Bio-Kraftwerke, der Binnenschiffsverkehr, die Stahlindustrie, tausende Kleinbetriebe mit Feuerstellen, usw. und letztlich wir Menschen durch unsere Atmung.
Die Verantwortungsträger in Politik und Industrie müssen erkennen, dass die  planwirtschaftlichen Maßnahmen zur CO2-Einsparung dazu geführt haben, dass  die CO2-Emissionen zurzeit ansteigen. Die Maßnahmen sind also diesbezüglich  nutzlos. Das „Wie“ bleibt bei so einer simplen Aufzählung von CO2-Emittenten immer noch offen. Sie haben auch noch nicht gesagt:
Wer die Treiber von Temperaturänderungen wirklich sind
2) dass CO2 nicht der Verursacher der erdgeschichtlich immer ablaufenden lokalen und/oder globalen Klimaveränderungen ist. Die thermodynamischen Treiber von Temperaturänderungen sind die Sonnenaktivität, die Wolkenbildung, der Wasserdampf und Staub in der Atmosphäre durch die Landnutzung, Emissionen aus Vulkanen, großflächige Veränderungen der Erdoberfläche durch Bebauung, der Waldrodung oder der Landwirtschaft, Meeresströmungen und vieles anderes.“
Es gibt keinen messtechnischen Nachweis
„Sie wissen als Dr. rer. nat. sicherlich, dass es weltweit kein relevantes Experiment gibt, das die von Wissenschaftlern nur theoretisch begründete Korrelation zwischen CO2-Gehalt und Lufttemperatur nachweist. Ebenso gibt es auch keinen messtechnischen Nachweis, dass in einem Kontrollvolumen der erdnahen Atmosphäre die örtliche Lufttemperatur sich mit dem örtlichen CO2-Gehalt verändert. Auch die Mittelwerte der beiden Variablen in diesem Kontrollvolumen zeigen keine Korrelation.  Ihrem gut informierten Kanzleramtsbüro muss auch bekannt sein, dass sowohl die aus vielen örtlichen Messwerten weltweit gemittelte bodennahe Lufttemperatur sowohl weltweit als auch in Deutschland und z.B. auch in Wien und Graz in den vergangenen 15 Jahren leicht gesunken ist. Und dies, obwohl  der CO2-Gehalt rund um [auf] 400 ppm gestiegen ist.“
Das CO2 ist mutiert zu einem Geschäftsmodell von Wissenschaft und Industrie
„Schlussfolgerungen: Da die CO2-Frage für jeden Bürger bedeutsamen Einfluss auf seine Lebensweise hat und politische Entscheidungen dazu immense finanzielle Auswirkungen auf seine wirtschaftliche Existenz nach sich ziehen, bitte ich Sie dringend, zu den zwei von Ihnen nicht behandelten Fragen (siehe oben) Ihr Büro anzuweisen, mir eine konkrete und sachdienliche Antwort zukommen zu lassen. Die CO2-Frage ist ja nachweislich zu einem Geschäftsmodell von Wissenschaft und Industrie mutiert, dem die Politik – wegen des Mangels an Sachkunde – hilflos gegenüber steht. Mit besten Dank und mit freundlichen Grüßen Dr. techn. Peter Kafka.“
Abschließend Niels Bohr und Voltaire
Es trifft wohl zu, was der dänische Physiker Niels Bohr (1885 bis 1962) so ausgedrückt hat: „Alles ist möglich, vorausgesetzt, dass es genügend unvernünftig ist.“ Und da einem die Klimaschutzpolitik wie fanatische Besessenheit vorkommt, lässt sich auch an eine Bemerkung das französischen Autors Voltaire (1694 bis 1778) erinnern: “Bedenkt, dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen, einen Schurken wohl.”
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*) Wer ist Frank Abels? Er ist ein erfolgreicher mittelständischer Unternehmer. Er lebt jeweils ein halbes Jahr in Australien (Perth, Rockingham am Cockburn Sound) und das andere halbe Jahr in Deutschland (Munster, Lüneburger Heide), wo der Betrieb seiner Frank Abels Consulting & Technology GmbH (FAC) steht. Wer wissen will, womit sich das Unternehmen befasst, wird hier fündig: http://www.fac-gmbh.de/fac-gmbh.php Privat schreibt Abels an Freunde, Verwandte und Bekannte regelmäßig Briefe, in denen er anschaulich das Leben in Australien und die Besonderheiten dort schildert. Er schickt, seit ich ihn kenne auch mir. Ich habe mit ihm abgesprochen, dass ich seine Briefe veröffentlichen darf. Die Zwischenüberschriften im Brieftext sind von mir eingefügt.
**) Die Anschrift liegt mir vor. Die Zwischenüberschriften im Brieftext sind von mir eingefügt.




Die deutsche Energiewende – das Billionen-Grab

Wie sich die 7 Billionen Euro zusammensetzen

Allein die zusätzlichen Stromkosten, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verursacht, beziffert Limburg auf rund 2 Billionen Euro. Die zusätzlichen Kosten für das Stromnetz mit weiteren Trassen veranschlagt er auf 1 bis 1,5 Billionen. Die Energiesparverordnung (EnEV) führt nach Limburg zu einer Kostenbelastung von rund 3 Billionen.
Hinzukommt: Mit zu hohen Stromkosten verlieren Betriebe an Wettbewerbsfähigkeit. Zwingt das, wie es schon geschieht, zu Schließungen oder zu Verlagerungen ins Ausland, gehen Arbeitsplätze dauerhaft verloren. Die Kosten, die sich daraus ergeben, sind noch nicht bezifferbar, aber es werden, so Limburg, weitere Milliarden sein. Hinzukommt, dass mit immer mehr Windkraft- und Fotovoltaikanlagen die Gefahr für die Netzstabilität noch größer wird als schon bisher. Denn der Strom mit Wind und Sonne ist höchst unzuverlässig, ist „Flatterstrom“. Netzzusammenbrüche führen zu flächendeckenden Stromausfällen. Auch diese Kosten lassen sich vorher schwer berechnen. In die Milliarden werden auch sie gehen.

7 Billionen Euro sinnlos verpulvert

Also rund 7 Billionen insgesamt. Wer nun sagt „Na ja, bis zum Jahr 2050 ist es noch ziemlich weit, und der jährliche Betrag – seit Beginn bis dahin durchschnittlich auf die Jahre gerechnet – sieht doch schon viel kommoder aus, das packen wir schon“, der unterschlägt, das auch der jährliche Betrag schon zuviel ist. Vor allem aber unterschlägt er dies: Diese Kosten von 7 Billionen sind völlig unnötig und werden sinnlos verpulvert. Denn ohne seine „Energiewende“ könnte sich Deutschland wie zuvor reibungslos und sicher mit Strom versorgen, ohne diese Billionen ausgeben zu müssen und ohne alle damit zu belasten. Und noch schlimmer: Das Klima wird damit schon gar nicht gerettet, dieses vorgebliche Ziel also noch nicht einmal erreicht.

Wieviel sind 7 Billionen? Zum Beispiel: 140 Milliarden 50-Euro-Scheine

Eine Billion ist bekanntlich eine Eins mit zwölf Nullen. Eine Billion sind tausend Milliarden, sieben Billionen also siebentausend Milliarden oder siebenhunderttausend Millionen oder sieben Millionen Millionen. Das sind Größenordnungen, die sich der Normalbürger schwer vorstellen kann. Versuchen wir es mal mit der 50-Euro-Banknote. Wer eine Billion Euro in 50-Euro-Scheinen auszahlen wollte, müsste sich 20 Milliarden dieser Scheine besorgen. Würde man alle diese Geldscheine der Länge nach hintereinander legen, so entstünde ein Band, das sich siebzigmal um den Erdball wickeln ließe. 2)   Das also ist eine Billion. Aber mit sieben Billionen Euro in 50-Euro-Noten (= 140 Milliarden Scheine) käme man vierhundertundneunzigmal um die Erde herum. Also ziemlich viel Holz, untertreibend salopp gesagt. Aber zuviel Holz, wenn man nicht verblödet ist, es sei denn, es stecken Ziele dahinter, die verborgen bleiben sollen. Aber was verborgen wird, ist noch gefährlicher.

Womit die Menschen für die „Energiewende“ geködert werden

An Zielen, an Absichten, die nicht verborgen werden, führte Limburg in Frankfurt (neben dem Vermeiden von CO2 als „Klimaschutz“) diese auf: eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte verringern (Internalisierung externer Kosten), fossile Energieressourcen schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen fördern sowie mit der EnEV bis 2050 einen nahezu „klimaneutralen“ Gebäudebestand zu erreichen. Ebenfalls ausdrückliches Ziel der Energiewende ist „Weg von der Stromerzeugung mit Kernkraft“. Aber für die Wende geködert werden die Menschen mit der bekannten, aber unbewiesenen Behauptung, anthropogenes CO2 führe zu einer zu starken Erwärmung der Erde und damit zu einem  Klimawandel, folglich sei das (bestehende) Klima zu retten.

Für 7 Billionen Euro ein Temperatursenkungseffekt in 36 Jahren um 0,004 Grad

Selbst dann, wenn man der Behauptung glaubt und ihr folgt: Das Ergebnis ist derart grotesk, dass es ein Wahnsinn ist, dafür 7 Billionen Euro auszugeben und zu verschwenden. Auch das führte Limburg vor. Geht man vom Jahr 2000 aus, dann belief sich der errechnete deutsche Ausstoß von anthropogenem CO2 in Deutschland (Industrie, Haushalte, Verkehr, Energie u.a.) auf rund 830 Millionen Tonnen. Da sind zwar auch andere sogenannte Treibhausgase dabei, aber zu 99 Prozent bestehen diese 830 Millionen aus CO2. Der Ausstoß dieses vorgeblichen Treibhausgases soll – unter anderem durch Stromerzeugung mittels Wind, Sonne und „Biogas“ – bis 2050 auf 166 Millionen Tonnen verringert werden. Dann hätte das einen errechneten Temperatursenkungseffekt von gewaltigen 0,004 Grad – aber nur rein theoretisch, denn ob es wirklich (in 36 Jahren!) so kommt, ist unbeweisbar.

Für zigtausend subventionierte Arbeitsplätze zigtausende bedrohte und vernichtete

Die Arbeitsplätze in der Windkraft-, Fotovoltaik- und Biogasindustrie sind hochsubventioniert. So beliefen sich die EEG-bedingten Zwangsbelastungen der Stromverbraucher 2013 netto auf rund 20 Milliarden Euro. Mit diesem Betrag wurden die Erzeuger von EEG-Strom (aus Wind, Sonne, Biogas) subventioniert. 2013 waren in dieser Industrie nach Angaben Limburgs rund 85 000 Menschen real beschäftigt. Jeder Arbeitsplatz ist also im Durchschnitt mit 235 000 Euro subventioniert worden, weit mehr als einst im deutschen Kohlebergbau. Diesen subventionierten Arbeitsplätzen muss man auch jene Arbeitsplätze gegenüberstellen, die die Energiewende durch die Stromverteuerung vernichtet. Als Beispiele direkter Arbeitsplatzverluste nannte Limburg diese: Bei den Stromversorgern seien 20 000 Beschäftigte bedroht, bei den Kraftwerkzulieferern akut derzeit etwa 10 000, EnBW baue 1350 Arbeitsplätze ab, RWE 10 400, EON 11 000, Siemens (bei der Windkraft) 1000, Vattenfall 1500 sowie RWE, Evonik, Lanxess zusammen 30 000.3)
1) Veranstalter dieser 8. Konferenz Internationalen Klima- und Energiekonferenz (IKEK-8) und der früheren sieben Konferenzen ist das Europäische Institut für Klima und Energie e.V., das sich abgekürzt EIKE nennt. Michael Limburg ist dessen Vize-Präsident.
2) Quelle für das Beispiel hier.
3) Limburg gab auch einen Überblick, womit alles begann, und darüber, wie es weiterging. Zuerst gab es das Stromeinspeisungsgesetz, in Kraft getreten am 1. Januar 1991. Seine Autoren waren Matthias Engelsberger (CSU) und Wolfgang Daniels (Grüne). 1991 standen in Deutschland rund 1000 Windkraftanlagen, 1999 waren es schon 10 000. Bundesumweltministerin von 1994 bis 1998 ist Angela Merkel (CDU) gewesen, danach hat bis 2005 Jürgen Trittin (Die Grünen) das Amt gehabt. Am 1. Januar 2001 folgte das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Die Autoren: Michaele Hustedt, Hans-Josef Fell (beide Bündnis 90/Die Grünen), Hermann Scheer und Dietmar Schütz (beide SPD). 2001 waren rund 11 500 Windkraftanlagen aufgestellt und 2013 rund 24 000. Am 1. Februar 2002 trat die Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft.
Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog von Dr. K.P.Krause als dessen erster Teil. Weitere Teile daraus folgen in Kürze




Taschenspielertricks mit der EEG Umlage – AGORA fordert weitere EEG Subventionen..

Reduzierung der EEG-Umlage

In den letzten Tagen wurde in der Presse die Reduzierung der EEG-Umlage von 6,24 Cent je Kilowattstunde auf 6,17 Cent angekündigt. Dies ist nicht gerade viel, aber selbst diese winzige Senkung scheint einzig auf einem Buchungstrick zu beruhen. Der Bund der Steuerzahler meldet:

„Trügerischer EEG-Überschuss: Das EEG-Konto weist zum Ende August einen Überschuss von 1,5 Mrd. Euro aus. Der Überschuss ist jedoch hauptsächlich aufgrund einer Buchungsänderung entstanden. Die Zahlungen der sogenannten Marktprämie, dem zweithöchsten EEG-Ausgabeposten, werden künftig erst im Folgemonat kontowirksam. Somit fielen im August einmalig Ausgaben von rund 700 Mio. Euro weg, die nun erst im September das Konto belasten werden. Aufgrund des Überschusses kann aber mit einer Reduzierung der EEG-Umlage zum Jahreswechsel gerechnet werden.“

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/eeg-umlage-deutliche-entlastung-von-stromkunden-bleibt-aus/10860376.html
http://www.steuerzahler.de/Stromverbraucher-endlich-entlasten/63717c73763i1p637/index.html

Planer fordern eine neue Ökostrom-Abgabe

… der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt:
http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article133325028/Planer-fordern-eine-neue-Oekostrom-Abgabe.html
Die Frage ist, wer das bezahlen soll, wer davon profitiert und was es nutzt.
 

Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler kritisiert öffentliche Steuergeldverschwendung durch Windkraft

„Kein Glück mit der Windenergie

Die Naturstrom Landkreis Böblingen GmbH, eine Tochtergesellschaft des Landkreises Böblingen, hatte große Pläne. Im Dezember 2011 wurde die Planung für den Bau von zwei Windkraftanlagen auf einem Flurstück in der Nähe der Autobahn und unweit des Stuttgarter Flughafens auf der Gemarkung der Stadt Leonberg endgültig angestoßen. Dazu beauftragte man eine Fachfirma zur Begleitung und Erstellung der Genehmigungsunterlagen. Die Genehmigung schien kein Problem. Windmessungen ergaben eine positive Wirtschaftlichkeitsprognose, die Erschließung schien einfach und auch der Natur- und Artenschutz war gewährleistet. Als offener Punkt stand jedoch noch das Thema Flugsicherung aus – und das wurde dem Projekt zum Verhängnis. Im Juli 2013 wurden die Planungen aufgrund von Einwänden der Flugsicherung gestoppt und nach einer negativen Entscheidung durch die Fluglärmkommission im November 2013 endgültig eingestellt. An den bis dahin angefallenen Entwicklungskosten in Höhe von rund 373.000 Euro beteiligen sich die Stadtwerke Sindelfingen anteilig mit rund 27.000 Euro für einige Messungen. Den Löwenanteil von rund 346.000 Euro trägt dagegen die Naturstrom Landkreis Böblingen GmbH. Inzwischen ist klar: Auch die für 2014 vorgesehene Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes mit geringeren Einspeisevergütungen hätte – so die Ausführungen des Landrats – das wirtschaftliche Aus des Projekts bedeutet. Auf Nachfrage teilte der Landkreis Böblingen mit, dass er keine weiteren Windenergieanlagen plane.“
http://www.schwarzbuch.de/content/kein-gluck-mit-der-windenergie
Hier wird ein Projekt kritisiert, welches gar nicht realisiert wurde. Was ist aber mit all den kommunalen Windparks, welche im laufenden Betrieb Verluste produzieren? Bitte meldet alle defizitären kommunalen Windparks (auch kommunaler Energieversorger / Stadtwerke) an den Bund der Steuerzahler und den Landesrechnungshof, am besten mit entsprechendem Hintergrundmaterial (z.B. Auslastung in % [Volllaststunden], Gegenüberstellung IST-Ertrag mit SOLL-Ertrag aus Projektprospekt, IST-Ertrag als % des Referenzertrages, usw.).
http://www.schwarzbuch.de/node/add/verschwendungsfall
  

Neue Bauordnung mit Überraschungen

Ökologisches Bauen:  Jetzt kommt die Zwangsbegrünung
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bauordnung-in-baden-wuerttemberg-zwangsbegruente-haeuser-13208204.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/baden-wuerttemberg-gruene-fesseln-13208196.html
Ziemlich problemlos soll künftig jeder in seinem Garten Kleinwindkraftanlagen aufbauen können …
Wer einen Garten hat, darf dort zukünftig ein kleines Windrad hinstellen, damit die Energiewende noch mehr Schwung bekommt. Ob es dem Nachbarn nun passt oder nicht … 

Grüne Energie wird überproportional viel gefördert

40 Milliarden Euro Subventionen für Ökostrom

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eu-unterstuetzungen-helfen-am-ehesten-oekostrom-13204505.html
http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-studie-140-milliarden-euro-energiesubventionen/10833902.html
Den „niedrigen Kosten“ der Windenergie sind sicherlich noch die Kosten für Backup-Kraftwerke bzw. Stromspeicher und die Stromtrassen hinzuzurechnen um ein realistisches Bild zu bekommen.
Mit Dank an BÜRGERINITIATIVE  „PRO SCHURWALD“     

mailto: pro-schurwald-lichtenwald@web.de

Internet:  www.pro-schurwald.com




Die dunkle Seite von WIKIPEDIA: EIKE Zensur – kurz und knapp

So zensiert Wikipedia in Deutschland

EIKE wegzensiert – kurz und knapp
Auf Wikipedia geschieht nichts ohne Diskussionen. Auf jeder Seite findet man oben neben „Artikel“ den Knopf „Diskussion“, und dort sieht man, was an dem jeweiligen Artikel tatsächlich interessant ist und kontrovers diskutiert wird. Jeder kann hier durch Drücken von „Bearbeiten“ (ebenfalls ein Karteireiter oben) mitreden, ohne sich anmelden zu müssen. Allerdings wird ohne Anmeldung die IP-Nummer veröffentlicht, sobald man seine Bearbeitung speichert.

Nun würde man erwarten, dass bei einer so gewichtigen Angelegenheit wie der „Blacklist“, die ja immerhin eine handfeste Zensur darstellt, eine ausführliche Diskussion und Bewertung stattfindet, es sei denn, es handelt sich um eine offensichtliche SPAM-Seite. Die Diskussion, die zur Sperrung von EIKE geführt hat, ist über drei Jahre her, längst archiviert, kann aber hier nachgelesen werden. Vereinfacht dargestellt lief sie so ab (die Beteiligten Benutzer sind kmk, Jbo, hg6996 und seth)

  • kmk: „EIKE ist eine Klimaleugner-Seite! Immer wieder wird versucht, die Seite zu verlinken, zuletzt hier“ “(es folgen 2 Beispiele, beide mit dem selben Link, nämlich zu Cleves Vortrag zum THTR).
  • Jbo: „Es wird immer wieder versucht, EIKE als Belege zu verlinken. Daher SPAM!“ (Weitere Beispiele werden nicht angegeben)
  • Hg6996: „EIKE-Inhalte sind gruselig!“ (führt als Beispiel EIKEs Grundsatzbehauptung zur Zunahme des antarktischen Eisschilds an und als „Gegenbeweis“ einen Artikel aus den Geophysical Research Letters)
  • seth: „Ok, EIKE gehört auf die Blacklist.“
  • seth (5 Tage später): „Erledigt. Die Links aus den Artikeln und Diskussionen sind auch alle entfernt.“
  • Hg6996: „Super, danke!“

Eine wahrhaft kurze und knappe Diskussion. Nun mag dies bei einer Webseite mit offensichtlich rechtswidrigen Inhalten angemessen sein, hier geht es jedoch um einen als gemeinnützig anerkannten Verein, dem renommierte Doktoren und Professoren angehören, und der vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) immerhin schon als ernstzunehmender Streitpartner eingeladen wurde (siehe hier und hier). Diese „Diskussion“ ist um so erschreckender, als dass die Blacklist nach den eigenen Richtlinien so klein wie möglich gehalten werden sollte und Sperrungen grundsätzlich nur temporär sein sollten. Wäre EIKE ein Angeklagter vor Gericht, so käme dies einer Verurteilung zu lebenslanger Haftstrafe ohne Verhandlung und ohne „Indizien“ gleich. Wer weiss, wer als nächster dran ist.
Was passiert, wenn eine Webseite auf der Blacklist ist? Versucht nun ein Benutzer, einen Link auf irgendeine EIKE-Seite zu setzen, um damit Aussagen zu belegen oder auch nur weiterführende Informationen anderen Lesern zugänglich zu machen, so erhält er beim Abspeichern eine Fehlermeldung: „Die von dir vorgenommenen Änderungen werden durch den Spamfilter blockiert. […] Der folgende Text wurde vom Spamfilter gefunden: eike-klima-energie.eu“. Auch auf Diskussionsseiten kann EIKE nicht mehr verlinkt werden, was es natürlich besonders schwierig macht, dessen „Unschuld“ zu belegen. Mehr noch, jeder Speicherversuch wird ab jetzt registriert und kann von Administratoren kontrolliert werden, was in der großen Diskussion (s.u.) dann wiederum als Argument gegen EIKE angeführt wurde.
Das „Blacklisten“ von EIKE passierte im August 2011. Ein und zwei Jahre danach folgten zwei Wünsche von unterschiedlichen Benutzern auf Entsperrungen, wenigstens auf Unterseiten, die jedoch wiederum brüsk abgelehnt wurden (siehe Fortsetzung der Diskussion darunter). Der zuständige Administrator „seth“ blieb und bleibt hart. Die Blacklist wird nicht verändert.
Woher hat ein Administrator diese Rechte? Dazu ein kleiner Ausflug in das Wikipedia-Rechtesystem.

Von Administratoren, Sichtern und Benutzern…

Auf Wikipedia kann jeder mitschreiben – in der Theorie. Drückt man ohne Anmeldung den „Bearbeiten“-Knopf, so scheint dies auch zu gelingen – das Speichern ist erlaubt. Eine Überraschung erlebt man jedoch auf der deutschen Wikipedia, denn nach dem Speichern ist die Änderung keineswegs in den Artikel übernommen, sondern schlummert unter einem Karteireiter oben, unter „Ungesichtete Änderungen“. Nun muss man darauf warten, dass sich ein „Sichter“ des Artikels annimmt und die Änderung genehmigt.
Ein Sichter ist ein Benutzer, der mindestens 200 Bearbeitungen getätigt hat, in diesem Sinne also „erfahren“ ist (es gibt noch weitere Kriterien, die sich aber dann meist automatisch daraus ergeben). Nach 50 Bearbeitungen ist man aber bereits „passiver Sichter“, was bedeutet, dass die eigenen Bearbeitungen automatisch gesichtet werden – man ist also nicht mehr auf einen Sichter angewiesen. Von den 2 Millionen registrierten deutschen Benutzern haben 30 000 den passiven Sichterstatus erlangt, 15 000 den „aktiven“.
Administratoren (kurz Admins) werden im Gegensatz zu Sichtern durch Wahlen bestimmt, grundsätzlich für unbestimmte Zeit, es sei denn, eine Mindestzahl von Benutzern verlangt eine Wiederwahl (oder Abwahl, je nach Ausgang). Die Kriterien für die Wahlberechtigung sind dabei ganz ähnlich denen von Sichtern: Mindestens 200 Bearbeitungen. Admins haben besondere Rechte: Sie dürfen Artikel und Benutzer sperren, Artikel löschen, und Eintragungen auf der besagten Blacklist vornehmen. Auf Wikipedia gibt es zurzeit 253 Admins.
Es gibt noch weitere Typen von Benutzern wie „Checkuser“, „Bürokraten“ und „Oversighter“, die jedoch keine so große Rolle spielen. Die täglichen Grabenkämpfe spielen sich unter Benutzern, Sichtern, und Admins ab. Am meisten werden Artikellöschungen bemängelt, weil sie nach Meinung weniger Admins „nicht relevant“ seien. Ein interessantes Beispiel ist der Artikel des frisch gekürten deutschen Nobelpreisträgers Eric Betzig, der nach der Erstellung des Artikels vor 5 Jahren prompt von einem Admin zur Löschung vorgeschlagen wurde. Diese sogenannte „Löschadmin“-Diskussion ist ein ständiges Streitthema auf der deutschen Wikipedia.

…und was diese tatsächlich machen

Soweit die guten Absichten, aber wie sieht das in der Praxis aus? Ein Sichter soll in erster Linie Vandalismus verhindern, z.B. dass ein Benutzer, ob angemeldet oder nicht, Artikel verunstaltet, sei es aus Spaß oder als gezielte Platzierung von Links, denn Wikipedia gilt bei Suchmaschinen als „besonders wertvoll“, eine Link aus Wikipedia erhöht somit das eigene Ranking. Auf der englischsprachigen Wikipedia gibt es das Sichtersystem übrigens nicht, so dass jede Änderung sofort öffentlich ist. Bei offensichtlichem Vandalismus dauert es aber nicht lange, bis dies einem anderen Benutzer auffällt, und die Änderung wieder rückgängig gemacht wird. Bei häufig besuchten Artikel geschieht dies innerhalb einer Minute, denn es gibt viele Autoren, die den Artikel überwachen.
Es ist also fragwürdig, ob ein Sichtungssystem überhaupt notwendig ist, um so mehr, wenn man beobachtet, was die Sichter tatsächlich machen. Statt einer Änderung, die offensichtlich kein Vandalismus ist, stattzugeben, wird von den Sichtern fast immer eine inhaltliche Prüfung vollzogen, es sei denn, es handelt sich lediglich um die Verbesserung von Tippfehlern. Diese inhaltliche Prüfung sollte jedoch im Diskurs von den Benutzern untereinander vollzogen werden, nicht durch eine übergeordnete Instanz. Der Sichter wird damit zum Richter.
Ähnlich verhält es sich mit den Admins. Sie sollten nur Löschanträge, Benutzersperren und Blacklisteinträge auf formale Richtigkeit prüfen. Am Beispiel der Blacklistdiskussionen sieht man jedoch, dass auch eine aktive Teilnahme an den Diskussionen stattfindet. Mehr noch, Admins fühlen sich auch bemüßigt, selbst an den Richtlinien für die Blacklist mitzuarbeiten, während sie mit ihren Sonderrechten als einzige auch zum Vollzug und damit zur Auslegung berechtigt sind. Dass so etwas nicht gutgehen kann, ist der Grund, dass in unserem Staat eine Gewaltenteilung eingeführt wurde. Auf Wikipedia gilt das nur bedingt.

EIKE-Blacklistdiskussion 2014 – rekordverdächtig

Die grundlose Sperrung von EIKE erfüllt vermutlich den Straftatbestand der üblen Nachrede. Die Server stehen aber in den USA, weshalb Wikimedia Deutschland jede Verantwortung weit von sich weist. Einige Wikipedia-Benutzer wollten dies nicht hinnehmen, so dass es vor einigen Wochen zu einer erneuten, dritten Diskussion kam, die den Rahmen des Üblichen sprengte. Die komplette Diskussion ist hier zu finden, es wäre aber eine Zumutung, den Inhalt hier detailliert wiederzugeben – möge sich jeder selbst ein Bild machen. Es handelt sich um die vermutlich längste Diskussion im Wikipedia-Namensraum.
Am Ende war das Ergebnis: EIKE bleibt auf der Blacklist. Lediglich einen Einzellink hat der Admin seth nun freigegeben, und Sie dürfen raten, welchen. Richtig, es handelt sich um den Link zu Cleves Vortrag zum THTR, also jenen Link, der 2011 ursprünglich als Grund für die Sperre angegeben wurde, siehe oben. Alleine der Versuch, diesen Vortrag zu verlinken, wurde damals mit einer Komplettsperrung der Domain geahndet. 3 Jahre später gesteht der verantwortliche Admin ein, dass dies wohl ein Fehler war, entsperrt den Link, bleibt aber dabei, dass EIKE insgesamt auf die Blacklist gehört. Eine bemerkenswerte Logik.
Der tiefere Grund für das Scheitern, EIKE von der Blacklist zu entfernen, liegt in den Mehrheitsverhältnissen. Es gab zwar keine offizielle Abstimmung, jedoch standen am Ende der Diskussion 3 Verteidiger 12 Gegnern von EIKE gegenüber. Dies sieht zwar „demokratisch“ aus, berücksichtigt aber nicht, dass es hier um Grundsätze und deren Auslegung geht. Man legt in unserem Rechtssystem schließlich auch nicht per Mehrheitsbeschluss fest, dass eine Person hinzurichten sei. Dennoch bleibt die Frage, woraus sich diese Mehrheitsverhältnisse ergeben. Warum gibt es so viele „erfahrene“ Wikipedia-Benutzer, die so eine unerhörte Vorgehensweise billigen?
Dabei ist natürlich zunächst die Frage zu stellen, ob es sich bei diesen „Erfahrenen“ tatsächlich um normale Benutzer handelt. Es ist nämlich auffällig, dass diese teilweise mit mehreren Zehntausend (!) Bearbeitungen in nur wenigen Jahren aufwarten (Beispiel hier, Berechnung dauert etwas). Es ist schwer vorstellbar, dass sich hinter so einem Benutzerkonto nur jeweils eine Person verbirgt, und es gibt keine Möglichkeit, dies zu überprüfen. Es ist sogar denkbar, dass Cluster von Benutzerkonten systematisch von Interessengruppen aufgebaut und unterhalten werden, um über Wikipedia-Artikel die Wahrnehmung bestimmter Themen zu verändern. Die Bearbeitungen einzelner Benutzer können alle eingesehen werden, so dass man sich fragt, wie derartige dauerhafte Bearbeitungsorgien wie diese (Benutzer Andol) auf einen einzelnen Benutzer zurückzuführen sind. Wikipedia wird von derartigen „Benutzern“ langsam aber stetig umgestaltet.
Drumherum scharen sich dann oft Mitläufer, die wahrscheinlich real sind, aber dafür nur nach sehr einfachen Mustern argumentieren, bzw. den Unsinn der Wortführer nur wiederholen. Diese bestimmen jedoch die Mehrheitsverhältnisse in Diskussionen, was dann zu entsprechenden Ergebnissen wie die Sperrung von EIKE führt. Bei genauerem Hinsehen sind die Mehrheitsverhältnisse jedoch durchaus angreifbar. In der Blacklistdiskussion bedurfte es nur weniger zusätzlicher EIKE-Verteidiger, und die Lage wäre gekippt. Warum gibt es so wenige davon?
Eine naheliegende Erklärung ist die, dass naturwissenschaftlich-technisch ausgebildete Leute kaum Interesse an Bearbeitungen auf Wikipedia haben. Sie interessieren sich für ihren Beruf, den sie meist aus Leidenschaft und Interesse betreiben. Viel Zeit, sich auf Wikipedia mit unausgebildeten und meist aggressiv und auf schlechtem Niveau argumentierenden Leuten herumzuschlagen bleibt da nicht. Wissenschaftliche Aufarbeitung von Themen kostet Zeit, und diese Zeit fehlt eben beim Engagement auf Wikipedia. Das Problem: Derweil übernehmen diejenigen Wikipedia, die beliebig dafür Zeit haben, dafür aber nicht das nötige Fachwissen. Im Ergebnis entsteht ein Zerrbild, das wiederum auf die öffentliche Meinungsbildung zurückwirkt, denn Politiker und Journalisten bedienen sich auch gerne aus Wikipedia. Mit dieser Zurückhaltung sägen gute Wissenschaftler also am eigenen Ast. Was kann man tun?

Aufruf an die Leser

Daher appellieren wir an alle Leser und Mitglieder mit naturwissenschaftlich-technischer Ausbildung: Engagieren Sie sich bei Wikipedia! Nutzen Sie Ihr Fachwissen, um dort Artikel zu verbessern! Scheuen Sie sich nicht vor Diskussionen!
Seit einiger Zeit können Artikel auf Wikipedia ohne Kenntnis der Syntax bearbeitet werden, sobald man auf „Bearbeiten“ klickt wird die Seite so, wie sie ist, editierbar. Dies gilt jedoch nicht für Diskussionen, hier muss man sich noch etwas auskennen. Der Erfolg von Wikipedia beruht zu einem nicht geringen Teil aber gerade darauf, dass diese Syntax sehr einfach ist. Im einfachsten Fall kann man einfach Text schreiben, und er erscheint so, wie man ihn tippt. Für komplexere Formatierungen, z.B. bei Diskussionen, gibt es gute Anleitungen:

Aber wichtig: Man sollte immer erst diskutieren, bevor man wesentliche Änderungen in Artikeln vornimmt, sonst kann man ziemlich sicher sein, dass ein anderer Benutzer die Änderung gleich wieder revertiert. Niemals einen Edit-War anfangen.
Ein Anfang ist leicht gemacht. Gehen Sie mal auf die Diskussionsseite eines bekannten Artikels, z.B. der zu “Kernenergie“. Dort findet man gleich mehrere Themen, wo Sie auch ohne Anmeldung mitreden können. Besser ist es natürlich, sich zu registrieren – und keine Angst, die persönlichen Daten wie Email und Klarname können nicht mal Admins einsehen. Sie können also immer anonym bleiben. Der Vorteil: Ab jetzt zählt jede Bearbeitung. Und sobald Sie 50 Bearbeitungen in Artikeln (nicht in Diskussionen) gemacht haben, sind Sie bereits passiver Sichter. Die genauen Bedingungen stehen hier.
Beim Diskutieren können Sie auch ganz gut die Wikipedia-Gepflogenheiten und die Syntax kennen lernen. Seien Sie am Anfang eher unauffällig und lassen Sie sich nicht frustrieren – irgendwann klappt es. Sie werden nicht selten von anderen „(„erfahrenen“) Benutzern zurechtgewiesen werden, oder Ihre Bearbeitungen werden kommentarlos zurückgesetzt. Es ist trotzdem wichtig, dran zu bleiben, denn nur so kann auf Dauer die Übermacht derjenigen gebrochen werden, die Wikipedia nur als Plattform benutzen, ideologischen Unsinn zu verbreiten.
Hoffen wir also, dass sich auch unsere Leser engagieren, und dass wir langfristig etwa bewirken können. Denn, wie gesagt, wir wissen nicht, wer als nächstes auf die Blacklist kommt.




Die wahre AGW-Skeptiker-Lehre

Am Anfang war die AGW-Lehre: Anthropogenic Global Warming – die menschengemachte globale Erwärmung – und die geht so:
1.1 Das Klima verändert sich – es wird immer wärmer
1.2 und das geht auch noch durch dieses Jahrhundert und darüber hinaus immer weiter
1.3 Die Ursache dafür ist überwiegend das menschliche Wirtschaften durch die steigenden CO2-Emissionen
1.4 Diese Entwicklung hat katastrophale Folgen für die Menschen:
1.4.1 Die Eisschilde schmelzen ab – der Meeresspiegel steigt und überflutet Küsten
1.4.2 Die Meere „versauern“, d.h. werden weniger basisch, und schädigen die maritimen Ökosysteme
1.4.3 Es gibt zunehmende Extremwetter, die Menschen töten und Lebensgrundlagen zerstören
1.4.4 Die Klimaveränderungen schädigen die landwirtschaftliche Produktion
1.1   Darum müssen enorme Anstrengungen unternommen werden, um das zu verhindern
1.2   Durch globale Anstrengungen ist es möglich, die CO2 Emissionen zu begrenzen oder zu senken
1.3   Durch eine nationale Vorreiterrolle wird der Prozess unterstützt.
1.4   Erneuerbare Energien in der Stromversorgung stellen dazu die Grundlage bereit.
Dieses kurzgefasste Programm ist aber alles andere als unumstritten. Die AGW-Vertreter versuchten ihr Programm daher als Klima-Konsens zu vermarkten und bedienten sich effizienter Marktingkanäle mit den Hauptzielgruppen der Politiker und Wählerschichten. Kritiker wurden als ‚Klimaleugner‘ verunglimpft und ein moralisches Gebot zur Befolgung des Programms über eine Dauer-Medienkampagne dem Menschen eingeimpft.
Natürlich gibt es keine Klimaleugner, denn niemand leugnet die Existenz von Klima, egal wie es definiert wird. Auch den Klimawandel bestreitet wohl kaum jemand, denn Wetter und Klima haben sich stets gewandelt.
Allerdings sind nahezu alle o.g. Punkte zweifelhaft. Man nennt die Form des begründeten Zweifels AGW-Skeptizismus. Hier nur angerissen:
2.1   Die letzten 16 -18 Jahre (je nach Datenquelle, Satellit, terr. Stationen) zeigen keine weitere globale Erwärmung, obwohl die CO2 Konzentration deutlich gestiegen ist
2.2   Wie sich das Klima weiter entwickelt, ist ungewiss. Wenn man die These der sich überlagernden Zyklen mittels der erprobten Analysemethode FFT (Fast Fourier Transition) als Gegenmodell präsentiert, stehen wir am Beginn einer langen Abkühlung.
2.3   Der Einfluss des CO2 auf das Klima ist zumindest quantitativ ungewiss und umstritten – es kann also nicht von einer klaren quantifizierbaren Ursache-Wirkungsbeziehung ausgegangen werden.
2.4   Die unklare Entwicklung hat unklare Folgen für die Menschen:
2.4.1 Die Eisschilde an den Polen schmelzen ein wenig und wachsen wieder zyklisch. Dramatischer Schwund ist nicht zu erwarten.
2.4.2 Der pH-Wert der Meere schwankt leicht und das ausschließlich im basischen Bereich , aber das bedeutet nicht keineswegs zwingend eine Schädigung der maritimen Ökosysteme – denn diese sind  wie schon vielfach in der Vergangenheit bewiesen- sehr anpassungsfähig.
1.4.3 Es gibt keine zunehmende Extremwetter, den  dies ist weder statistisch noch kausal nicht nachweisbar
1.4.4 Die Klimaveränderungen begünstigen in weiten Teilen die landwirtschaftliche Produktion – Erträge wachsen durch CO2-Düngung, der Sahel ergrünt. Die bilanzierte Wirkung bleibt unklar.
2.5   Es müssen keine Anstrengungen unternommen werden, um irgend etwas zu verhindern, denn es gibt auch kein nachgewiesenes Problem.
2.6   Auch durch globale Anstrengungen ist es nicht möglich, die CO2 Emissionen wesentlich zu begrenzen oder zu senken, denn die Erfordernisse des Lebens und Wirtschaftens lassen sich in einer wachsenden Bevölkerung und Wirtschaft nicht deutlich reduzieren, zumal die jeweiligen nationalen Interessen divergieren.
2.7   Durch eine nationale Vorreiterrolle würde der Prozess der Dekarboniserung nur unterstützt werden, wenn demonstriert würde, dass kostengünstige und effektive Alternativen möglich sind. Die Realität zeigt für D das Gegenteil: Die Energiewende verschlingt Billionen, schädigt damit uns alle über die Wirtschaft und den Volkswohlstand. Der Nutzen zur Emissionsreduktion ist nicht nachweisbar. D fungiert als abschreckendes Beispiel.
2.8   ‚Erneuerbare‘ Energien in der Stromversorgung stellen dazu keine Grundlage bereit:  Sie haben eine marginale Energiebilanz bei hohen Kosten und geringer Versorgungssicherheit.
Das ist jedoch nur sehr oberflächlich betrachtet. Das Problem der wahre AGW-Skeptiker-Lehre fängt jetzt erst an. Denn der Teufel steckt im Detail.
Denn die kritischen Positionen teilen sich in mehrere Lager:
3.1   Radikale THE Skeptiker: Der Treibhaus-Effekt sei nicht nur ein irreführender Name, sondern der steigende CO2-Anteil trägt auch nichts zur Erwärmung bei. Wer etwas anderes behauptet, läge wissenschaftlich falsch, ggf. sei er/sie gekauft
3.2   Wissenschaftliche moderate Skeptiker: CO2-Einflüsse auf das Klima existieren, machen aber weit weniger Wirkung aus, als gemeinhin behauptet wird. Diese sind verglichen mit natürlichen Schwankungen vernachlässigbar. Wer dies bestreitet, würde die wissenschaftliche Basis verlassen. Und dem Ansehen der Skeptiker schaden.
3.3   Wissenschaftliche Agnostiker: Da man die Wirkung von CO2 nicht sicher bestimmen kann, ist jede Vermutung Makulatur und wissenschaftlich gar nicht vertretbar. Dies trifft sowohl 3.1 als auch 3.2. Beide argumentieren nicht der Wissenschaft entsprechend
Auch in vielen anderen Detailfragen gibt es teilweise erbitterte kontroverse Positionen.
Daran wird klar: Viele Positionen sind vermeintlich gegenseitig unvereinbar. Die wahre Lehre ist demnach unteilbar, und die Wissenschaftlichkeit wird einander gegenseitig aberkannt. Interessant darin, dass sich teilweise eher eine Akzeptanz gegen alarmistische Positionen aufbaut, als gegen jene, die eine andere skeptische Position vertreten. Man beschuldigt jeweils das andere Lager, den Pfad der Wissenschaften verlassen zu haben und wirft jenen vor, die Position der Skeptiker zu schwächen.
Ich halte das für einen fatalen Fehler. Auch wenn man in Sachargumenten sicher auch dem Einen oder Anderen Irrtümer nachweisen kann, sollte eine Rechthaberei besser außen vor bleiben. Denn diese führt nur in den Grabenkrieg und nutzt dem eigentlichen Gegner.
Eine Sachdiskussion sollte in dem Geiste getragen sein, dass niemand vor Irrtum gefeit ist. Auch die eigene Ansicht muss sich einer Revision unterziehen können, und gegnerische Irrtümer sollten verständnisvoller besprochen werden. Immerhin wurde von offizieller Seite so viel Unsinn aufgetischt, dass ein radikales Misstrauen gegen vermeintliche Experten zumindest verständlich wird.
Dies führt zu einem anderen Dilemma, dass sich auch vermehrt in Diskussionen abzeichnet. Einerseits werden komplexe Sachthemen diskutiert. Viele fühlen sich bei der Beurteilung dieser überfordert. Was ist die Lösung? Man vertraut auf Experten, denen man das eigene Urteil delegiert. Nur widersprechen sich aber die Experten. Wie erkenne ich aber den richtigen Experten und unterscheide sie von den Scharlatanen? Gegenseitige Vorwürfe bringen nur wieder den Grabenkampf oder die willkürliche Expertenwahl nach fachfremden Kriterien.
Ein beliebtes Stereotyp ist die Interessengebundenheit der Experten. Man kann für fast jede Meinung den passenden Experten selektieren. Nur ist dann die Sachbezogenheit nicht mehr der Maßstab, sondern tritt hinter völlig sachfremden Kriterien zurück. Allerdings ist in Diskussionen oft dieser Effekt zu beobachten:
Der Dieb zeigt mit den Finger auf einen Dritten und ruft: ‚Haltet den Dieb.‘
Tatsächlich gibt es falsche Experten, gekaufte Experten und handverlesene Experten. Diese sind aber nicht leicht als solche zu erkennen, denn auch die moralisch Ehrenhaften mögen von einer falschen Ideologie verblendet sein. Gegenseitige Vorwürfe sind nur wiederum charakteristisch für einen Grabenkampf und klären nichts. Auch wenn der Verdacht gerechtfertigt wäre, hilft dagegen nur das Sachargument und dessen möglichst nüchternen Beurteilung,
Andere setzen dagegen auf die überlegene eigene Erkenntnis und halten keinen Experten für vertrauenswürdig … und werden schließlich als Universaldilettanten und Ignoranten klassifiziert. Der Anspruch eigenen Expertentums mag zuweilen auch begründet sein. Zuweilen ist man als Einäugiger im Land der Blinden König. Aber eigene Selbstüberschätzung steigert die Gefahr der Selbstverblendung.
Einen Königsweg gibt es aus diesem Dilemma nicht. Denn ich kann mir eine eigene Meinungsbildung durch Delegation nicht seriös erleichtern, ohne ein leichtes Opfer für Blender, Scharlatane und falsche Experten zu werden. Andererseits kann ich in der Regel auch nicht genügend Wissen erwerben, um allen Experten qualifiziert widersprechen zu können und die Gefahr des Dilettantismus vermeiden.
Der beste Kompromiss bleibt, sich die Argumente anzusehen und Fragen zu stellen. Wenn ‚Experten‘ Argumente liefern und diese belegen, können diese zutreffend sein. Wenn die Gegenseite diese Argumente nicht überzeugend entkräften kann, wird man diesen auch folgen können. Auf diese Weise ist man zwar noch immer nicht vor Irrtümern gefeit, wird aber vielen Fallstricken entgehen und zu einer fundierteren Ansicht gelangen.
Ich kann von mir als interessierten Laien sagen, dass ich im Kontext der Diskussionen an verschiedenen Stellen meine Ansichten änderte, weil ich durch bessere Argumente überzeugt wurde. Nicht immer waren dabei Meinungsgegner nett, auch wenn sie die besseren Argumente hatten. Ich kann auch jeden verstehen, der aus der oft persönlichen Gesprächssituation heraus nicht bereit ist, sich einem rüpelhaften Gegner zu beugen, sondern sich gegen die gegnerischen Argumente immunisiert und ein Festungsdenken entwickelt. Das aber ist wirklich bedauerlich, denn darunter leidet die Sachlichkeit und behindert den Fortschritt der Erkenntnis. Darum meine Empfehlungen:
4.1        Gehen Sie stets davon aus, dass sich jeder Mensch irren kann. Sowohl man selbst, als auch der Meinungsgegner.
4.2        Versuchen Sie dem Meinungsgegner eine goldene Brücke zu bauen, wenn Sie sich im Recht sehen. Sie erleichtern ihm damit ein besseres Verständnis und legen ihm keine Steine in den Weg.
4.3        Wenn ihre Argumente besser sind, brauchen sie eine sachliche und nüchterne Auseinandersetzung nicht zu fürchten. Bewahren Sie Stil und Respekt für einen Meinungsgegner, der es vielleicht an Kenntnissen und Umgangsformen vermissen lässt. Man kann vom Meinungsgegner keine Vorleistungen fordern.
4.4        Wenn sich ein Meinungsgegner trotz überlegener Argumente nicht überzeugen lässt, lassen sie diese besser einfach stehen, und beschränken sich auf eine sachliche Kritik. Vielleicht braucht er einfach Zeit, um die besseren Argumente anzuerkennen.
4.5        Sie können sich von einer Argumentation, die sie für falsch halten, natürlich distanzieren. Das sollte aber nicht dazu führen, in fruchtlose Grabenkriege und kontraproduktive Ausgrenzungen abzugleiten.
4.6        Stürzen Sie sich in Diskussionen möglichst nicht auf besonders extreme Positionen, sondern fördern Sie vernünftige Beiträge – auch wenn sie nicht ihre Meinung teilen. Ein stumme Zustimmung zur Vernunft und ein lautstarker Protest gegen die Unvernunft verlagern den Fokus der Diskussion von der Vernunft zu Unvernunft.
4.7        Provokationen und persönliche Angriffe von Meinungsgegnern müssen nicht immer unbeantwortet bleiben, aber meist ist es besser, diese einfach zu ignorieren.
Wenn wir darauf verzichten, Verkünder der einzig wahren Lehre zu sein, wird dies die Überzeugungskraft der eigenen Position keineswegs schwächen. Verständige Zuhörer und Gesprächspartner werden die Qualität der Argumente würdigen. Wer sich jedoch von den eigenen Autoritätsansprüchen blenden lässt, wird sich einer anderen Autorität zuwenden, wenn ihm diese profunder erscheint … also eine zu schwache Strategie.
Würdigen Sie guten Stil in der Diskussion, auch beim Meinungsgegner. Das weckt Vertrauen und die Bereitschaft, bei der Sachebene zu bleiben.
Ich habe diese Empfehlungen nicht nur an Dritte adressiert, sondern predige sie mir auch selbst. Denn es ist nicht immer leicht, gute Vorsätze auch umzusetzen … Was dazu führt:
Nehmen Sie sich selbst nicht zu ernst!
Über den Autor: Martin Landvoigt ist Dipl. Agraringenieur und seit Jahren mit der Thematik befasst.