ZDF-Wissenschaftserklärer Harald Lesch gegen die AfD: Mogeln, tricksen, täuschen.

Prof. Harald Lesch ist ein Wissenschafts-Advokat tiefgrüner Ideologie. Jeder TV-Zuschauer erkennt es beim Anschauen seiner gut aufgemachten TV-Sendungen. Lesch ist im Nebenberuf ein Wissenschaftsjournalist, der sich lieber ins Rampenlicht stellt als über die Natur zu berichten. Wenn er die Themen CO2, Klima oder Energiewende anschneidet, ist es auch mit seiner wissenschaftlichen Korrektheit vorbei. Mogeln, tricksen, täuschen und das Heraufbeschwören von fiktiven Katstrophen ist dann angesagt. Ob er aus Überzeugung oder Erwerbsgründen als grüner Propagandist für das ZDF auftritt, ist nicht zu entscheiden.

Video der Untersuchung von Prof. Dr. Harald Lesch (Email: lesch@usm.uni-muenchen.de ) zu den Klimaaussagen des AfD Programmes, produziert von Terra X der Wissenschaftsmarke des ZDF  

 

Im jüngsten YouTube Video von Lesch (hier), erstellt vom ZDf, deren Programmmarke TERRA X ihn darin zu Wort kommen lässt, versucht er den Programmpunkten der AfD zu Klima und Energiewende an den Kragen zu gehen. Das Video ist sehenswert. Nicht seines fragwürdigen Inhalts sondern seiner propagandistischen Methoden wegen. Machen wir den Faktencheck – solches haben wir anlässlich früherer Entgleisungen von Lesch bereits unternommen und veröffentlicht (hier, hier, hier)! Wo mogelt, trickst und täuscht Lesch wieder einmal? Wir folgen dem Zeitablauf des Videos.

Einleitend betont Lesch, er behandele ein Sachthema. Warum dann ein Video solchen Tons gegen eine Partei und warum kein Video gegen den nun wirklich unüberbietbaren Unsinn der GroKo in Sachen Energiewende? Lesch bezeichnet den Klimawandel und die Energiewende als die großen Themen des 21./22. Jahrhunderts. Wen meint er damit? Es kann nur Deutschland sein. Die Welt interessiert sich für diese Themen überhaupt nicht. Der so oft beschworene Pariser Vertrag ist eine reine Absichtserklärung, bei der jeder Unterzeichner tun und lassen kann, was er will. Sogar eine ausdrückliche Ausstiegsklausel ist (überflüssigerweise) in ihm enthalten.

Insbesondere die deutsche Energiewende kopiert aus guten Gründen kein Land dieser Welt. China baut in Reihe neue Kohle- und Kernkraftwerke, Indien schickt sich an dasselbe zu tun. Wenn es Lesch um ein Sachthema ginge, warum verschweigt er die Aussagen der beiden Physik-Nobelpreisträger Ivar Giaever und Robert Laughlin, des weltberühmten Physikers Freeman Dyson, die zahlreichen Manifeste und Deklarationen von Klimaexperten gegen den IPCC-Alarmismus (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier). Warum kennt er nicht wenigstens einige der vielen begutachteten Fachpublikationen, die der menschgemachten Erwärmungshypothese  widersprechen (hier, hier)? Wahrscheinlich deswegen, weil von Lesch selber keine wissenschaftlich begutachten Publikationen zu Klimathemen bekannt sind.Vielleicht sollte er sich ein wenig informieren?

Bereits in der Einleitung von Lesch’s Video passieren Lapsus (auch dort, wo er der AfD recht gibt), die ihn als wenig fachkundig erscheinen lassen. Klima ist nämlich im Gegensatz zu Lesch’s Definition das Mittel lokaler Wetterdaten über mindestens 30 Jahre. So definiert es jedenfalls die WMO. Daraus folgt zweierlei. Erstens gibt es kein Weltklima sondern nur Klimazonen, die das lokale Klima abzugrenzen versuchen. Zweitens ist die Dauer von 30 Jahren nur ein Mindestzeitabschnitt zur Bestimmung einer Klimaperiode. Es sollten aber deutlich mehr sein, um tragfähige Aussagen über seinen unaufhörlichen Wandel machen zu können.

Lesch berichtet korrekt, das IPCC würde keine eigenen Klimamodelle betreiben und nur die Arbeiten verschiedener Forschungsgruppen aufsammeln und publizieren und versucht hier der AfD eine Falschaussage anzuhängen. Diese sprach nämlich von Klimamodellen des IPCC. Das ist zwar sachlich nicht völlig richtig, denn die Klimamodelle stammen in der Regel aus den dem IPCC zuarbeitenden Forschergruppen. Nun schreibt man aber einem Fachwissen sammelnden Buchautor die Aussagen seines Buchs in der Regel ihm selber und nicht seinen Quellen zu.

Aber, wie zum Beispiel EIKE Spürnase Heinzow nachwies, werden die Ergebnisse von Forschungen wie Modellläufen so getrimmt, dass sie auf jeden Fall noch im IPCC Bericht berücksichtigt werden können. Wenn Lesch daher folgert die AfD Aussage Die Klimaschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen basierend auf computergestützten Simulationen des IPCC („Weltklimarat“) sei falsch, ist dies lächerlich und versucht den Kern zu verschleiern. Es geht um Klimamodelle, nicht um Wortklauberei.

Ohne jede Hemmung verschweigt dagegen Lesch, dass das IPCC als politische Organisation  in seinen Veröffentlichungen nicht neutral ist. Es gibt zwei Arten von IPCC-Berichten, wissenschaftliche und politische. Letztere werden von den politischen Entscheidungsträgern der betreffenden Länder mit verfasst, was ausreichend über die Qualität ihres Sachinhalts aufklärt! Die wissenschaftlichen IPCC-Berichte sind dagegen weitgehend in Ordnung, sie liest ihres riesigen Umfangs wegen bloß kaum jemand. Nicht in Ordnung ist die politisch motivierte Selektion des IPCC. So werden etwa Ergebnisse von fiktiven Klimamodellen in den Vordergrund gestellt. Der Einfluss der aktiven Sonne auf Klimavorgänge wird dagegen heruntergespielt, indem das IPCC  die einschlägigen Fachveröffentlichungen unberücksichtigt lässt.

Im Gegensatz zur groben Falschaussage von Lesch über Klimamodelle kann von deren Zuverlässigkeit keine Rede sein. Sie können noch nicht einmal die Klimavergangenheit wiedergeben. Selbst eine verlässliche Berechnung der Eintrittszeitpunkte eines neuen El Nino ist mit ihnen unmöglich. Mit Klimamodellen Klimavorhersagen (Projektionen) für die nächsten 100 Jahre zu versuchen ist Kaffeesatzleserei. Allein im ersten Halbjahr 2016 erschienen 21 begutachtete Fachstudien, die diese Zuverlässigkeit in Frage stellten, bzw. sogar komplett verneinten (hier).

Abbildung 1: Modell Prognosen vs Beobachtungen (hier). 2 Modelle von 90 errechneten einen Verlauf der globalen Mitteltemperatur nahe den Beobachtungen durch Satelliten. Das liegt weit im Bereich des Zufalls. Nur 4 Modelle von 90 lagen unter den Trend der terrestrischen Messungen (Hadley CRU), die übrigens in Richtung Erwärmung zuvor „adjustiert“ wurden.  88 Modelle lagen zum überwiegenden Teil sehr massiv daneben. Gründe für die Abweichungen:unbekannt

Prof. Mojib Latif, hierzulande der bekannteste Klimamodellierer, lieferte uns im Jahre 2000 mit seiner Klimamodell-Prognose „In Deutschland würde es keine Winter mit Schnee mehr geben“ ein amüsantes Musterbeispiel (hier).

Lesch betont die sorgsamen Zusammenstellungen des IPCC, basierend auf begutachteten Fachpublikationen. Er unterschlägt dabei salopp, dass bei dieser Zusammenstellung das IPCC die vielen begutachteten Fachpublikationen außen vor lässt, welche mit der menschgemachten CO2 Erwärmungshypothese nicht zusammenpassen.

Stark verwirrt erscheint Lesch, wenn er versucht der AfD Inkorrektheit in der Aussage zum globalen Temperaturstillstand seit nunmehr 18 Jahren vorzuwerfen. Dabei zeigt er selber einschlägige Grafiken, jeder kann es sehen. Doch seine beginnt 1997 und endet schon 2012. Er behauptet, diese sei die Basis für die AfD Aussage bezüglich des Stillstands gewesen. Das ist eindeutig falsch. Das AfD Programm wurde am 1. Mai  2016 verabschiedet. In die Aussagen der AfD floss der wissenschaftliche Erkenntnisstand bis Ende 2015 ein. Und der sah so aus (Abb. 2).

Abbildung 2: Temperaturverlauf und Trend nach RSS für die untere Troposphäre bis November 2015. Lesch sagt also die Unwahrheit, wenn er behauptet, dass die AfD Programm-Aussage nur den Trend bis Ende 2012 berücksichtigt hätte,

Und außerdem: Niemand, auch die AfD nicht, behauptet, dass es sich ab etwa 1975 bis heute nicht erwärmt hätte. Lesch’s Ausführungen als Wissenschaftler sind hier nicht nachvollziehbar, denn der Stillstand (Hiatus) wird unter dieser Bezeichnung in der Fachwelt intensiv diskutiert (hier). Nochmal daher die korrekte Aussage der AfD:

Seit Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts gibt es jedoch im Widerspruch zu den IPCC-Prognosen keinen weiteren Anstieg, obwohl in diesem Zeitraum die CO2-Emissionen stärker denn je gestiegen sind.“

Der von Lesch gezeigte letzte Temperaturpunkt in seiner Graphik erzeugt Befremdung. Die zuverlässigsten Daten liefern seit 1979 Satelliten und die zeigen etwas völlig anderes (hier) oder direkt (hier). In den letzten Monaten ist die globale Mitteltemperatur nach dem El Nino Maximum dramatisch gefallen. Und selbst wenn es Lesch’s ungewöhnlichen Temperatursprung gäbe, widerspräche er sich selber. Ein einziger Punkt (Wetter) hat, wie von ihm ja richtig geschildert, nichts mit dem 30-jährigen Wetter-Mittel (Klima) zu tun. Natürlich ist auch das jüngste Absinken der globalen Mitteltemperatur kein Klima-Ereignis.

Abbildung 3: Temperaturverlauf und Trend nach UAH für die untere Troposphäre bis Juni 2016. Wichtig ist zu erkennen, dass die jeweils höchsten Spitzen 97/98;2009/2010; und 2015/2016 von der gesamten Fachwelt dem El Niño Ereignissen zugeschrieben werden, von denen bisher noch niemand behauptet hat, sie würden durch die CO2 Emissionen ausgelöst. Derzeit liegen die Juni Temperaturen unter denen des El Nino Jahres von 1998, sollte sich das die Folgemonate jeweils fortsetzen, wird 2016 nicht als wärmstes Jahr in die Geschichte eingehen, meint jedenfalls jemand der es wissen muss: Roy Spencer (hier)

Weiter sagt Lesch wissenschaftlich unrichtig aus, wenn er die die positive Wirkung von CO2 auf das Pflanzenwachstum durch Hinweis auf angeblich starke Abschwächungseffekte herunterspielt. Fachpublikationen widersprechen ihm. So zeigt beispielsweise die Publikation von Parry et al. vom Jahre 2004 [1], dass die Zunahme an Pflanzenmasse für Nahrungspflanzen bis zur Verdoppelung der heutigen atmosphärischen CO2 Konzentration in guter Näherung proportional dem CO2 Gehalt der Atmosphäre folgt [1] und Bild 4.

Abbildung 4: Zunahme des Ertrags von Nahrungspflanzen bei zunehmendem CO2 aus der begutachteten Studie von Parry et al. [1].

Eine gute Zusammenstellung aller Fachpublikationen zu diesem Thema (hier). Von maßgebender Abschwächung ist nichts zu sehen. Wortwahl und Betonung von Lesch belegen schlechtes Gewissen, wenn er  „manche“ (Pflanzen) und „vorübergehend“ betont. Selbstverständlich gibt es Unterschiede, aber ungefähre Proportionalität von CO2 zu Pflanzenwachstum ist zumindest bis zur Verdoppelung der heutigen CO2 Konzentration wissenschaftlich unbestritten. Über den von Lesch behaupteten „Hopfeneffekt“ ist uns keine wissenschaftliche Fachpublikation bekannt. Wir waren nach Lesch’s skurriler „Hopfenbehauptung“ auf den Beleg neugierig, aber es kam nichts.

Abschließend beschwört Lesch die „Wirklichkeit“ der globalen Erwärmung und „dass man dagegen etwas unternehmen muss„. Das ist unsinnig, weil niemand weltweit „etwas unternimmt“. Und zudem ist diese Forderung von unglaublicher Naivität. Deutschland hat mit grob 2% der weltweiten CO2 Emissionen aller Länder überhaupt keinen Einfluss auf das globale Geschehen – egal welchen CO2 Vermeidungsunsinn es immer anstellen mag.

Neben ihrer Unsinnigkeit und Naivität ist die Forderung Lesch’s auch noch die pure Hybris. Selbst wenn es der Menschheit gelänge, globale Temperaturen durch Geo-Engineering zu beeinflussen (was Gott verhüte), wäre kein Konsens darüber erzielbar. Länder im hohen Norden würden sich zu Recht dagegen verwahren, für sie ist Erwärmung grundsätzlich günstig. Und zudem: Was tun, wenn es wieder kalt wird? Die nächste Eiszeit kann jederzeit anbrechen. Im Übrigen waren in der Geschichte der Menschheit niemals Kaltzeiten günstig sondern immer nur Warmzeiten.Wir sollten uns über die hoffentlich nicht letzten warmen Jahre freuen.

Auch ändern Leschs vergebliche Versuche, die Programmaussagen der AfD im Hinblick auf das Klima zu widerlegen, nichts an der für alle, die sich an der Treibhaushypothese abarbeiten, misslichen Tatsache,  dass sie eben immer noch und ausschließlich eine Hypothese – also eine unbewiesene Spekulation- ist. Und dies auch nach Leschs Video weiterhin bleibt. Die gerade mal wieder durch das Auftreten der über 18 jährigen „Pause“, mal eben so, widerlegt wurde.

In einem Punkt ist Lesch freilich uneingeschränkt zuzustimmen: „Sich seines eigenen Verstands zu bedienen„. Diese Tätigkeit, nicht immer bei allen Zeitgenossen schmerzfrei, führt hier zur klaren Erkenntnis, dass Lesch’s Video Grün-Propaganda und bar jeden vernünftigen Sachinhalts ist.

[1] M.L. Parry et al.: Effects on climate change on global food production under SRES emissions and socio-economic scenarios, Global Environmental Change 14 (2004) 53-67

 




Brexit und der atomare Schirm

Großbritannien zählt zu den vier “echten Atommächten” in der Welt. Zwar mutet die Anzahl der Sprengköpfe (GB: 215, Frankreich: 300) klein gegenüber der von Rußland und den USA (USA: 7000, Rußland: 7290) an, sie verfügen aber ebenfalls über Atom-U-Boote mit Interkontinentalraketen. Alle vier, lassen diese U-Boote monatelang sich in den Weltmeeren verstecken. Sie sind dadurch nahezu unzerstörbar und es ergibt sich daraus die gesicherte Zweitschlagfähigkeit – das Fundament jeder nuklearen Abschreckung. Wenn jemand das Mutterland nuklear angreift, können diese Boote mit ihren zahlreichen Sprengköpfen auf den Interkontinentalraketen, den Angreifer ebenfalls schwer schädigen. Sowohl GB, wie auch Frankreich lassen sich diese Sicherheit zig Milliarden kosten.

Die Auswirkungen für Europa

Bisher hatte die EU also zwei schlagkräftige atomare Säulen. Zwar haben diese beiden schon immer sehr eng zusammengearbeitet z. B. bei der Abstimmung ihrer Einsatzpläne und gemeinsame Übungen abgehalten, aber auch hier galt: Doppelt hält besser, da die Kernwaffen ausschließlich in nationaler Verfügung stehen. Ein wichtiger Aspekt, wenn man die nächsten Präsidentschaftswahlen in Frankreich einbezieht. Wahrscheinlich sind dann die gleichen Kreise, die ihre Informationen nur über den Staatsrundfunk beziehen, wieder total erstaunt, wenn Marine Le Pen doch als Siegerin hervorgeht. Absehbar ist schon jetzt, daß aus dem anstehenden Wahlkampf der Front National so gestärkt hervorgehen wird, daß Frankreich in der “Europafrage” ebenso gespalten sein wird, wie einst Großbritannien. Vorher dürfte vielleicht noch der neue Präsident der USA “The Donald” gewählt worden sein.

Beide Politiker treten mit dem zentralen Wahlkampfslogan “Frankreich zuerst” bzw. “USA zuerst” an. Wahrscheinlich sind sie gerade deswegen für weite Bevölkerungsschichten so attraktiv. Jedenfalls stehen beide dem (derzeitigen) Europa äußerst skeptisch gegenüber. Wenn man über Kernwaffen nachdenkt, sollte man den alten KGB-Fuchs Putin nicht vergessen: Er hat Marine Le Pen finanziert und sieht auch (noch) in “The Donald” seinen Lieblingskandidaten. Ein möglichst schwaches und zerstrittenes Europa, das seinen Expansionsgelüsten nichts entgegensetzt, ist sein Traum. Erinnern wir uns nur an den “Maidan”. Genau der Wunsch nach Europa, war die einende Parole, die das Regime in der Ukraine zu Fall brachte.

Die Rolle Deutschlands

Deutschland hat keine eigenen Kernwaffen. Dies hat eine Menge Geld gespart. Zusätzlich stand es unter dem atomaren Schutzschild der USA. Noch heute sind Atombomben der USA auf deutschem Boden gelagert. Dies wird sich ändern. Zukünftig wird man für den Schutz bezahlen müssen. Donald Trump hat in seinem Wahlkampf bereits klare Aussagen dazu gemacht. Er fordert ein viel stärkeres Engagement der Bundeswehr nicht nur in Osteuropa, sondern auch im nahen Osten. Die Zeiten, in denen sich Deutschland auf seine Vergangenheit berufen und die Kriege den “cowboys” überlassen konnte – um sie anschließend auch noch heftig dafür zu beschimpfen – sind vorbei.

Eine Marine Le Pen wird aus der gleichen Einstellung heraus ähnlich reagieren. Selbst französische Sozialisten neiden immer mehr die “reichen Deutschen” und ihre mit dem Euro wedelnde “Madame Merkel”. Es wird einsam werden in Europa. Putin wird keine Gelegenheit auslassen unsere osteuropäischen Nachbarn weiter zu bedrohen. Er stellt gerade Kurzstreckenraketen – die sich auch mit Kernwaffen bestücken lassen – in Kaliningrad (Königsberg und nördliches Ostpreußen) auf. Eine alte sowjetische Taktik: Die selektive Bedrohung mit Kurz- und Mittelstreckenraketen um den “Schutzschirm” aus Interkontinentalraketen auszuhebeln und die Nationen zu spalten. Die Reaktion der USA ist erwartungsgemäß: Man prüft gerade, ob man nicht das israelische Iron Dome System anschafft um es an der polnischen Grenze zu stationieren. Das Wettrüsten ist auch in Europa wieder eröffnet. Wenn ihnen jetzt ein “Putinversteher” erzählt, dies sei nur eine notwendige Reaktion auf die Stationierung der Raketenabwehr in Rumänien, einfach mal einen Globus in die Hand nehmen. Rumänien liegt ziemlich genau in der Mitte einer ballistischen Flugbahn zwischen Teheran und Brüssel. Von diesem Standort aus, könnte man höchstens Raketen aus Moskau gegen Libyen abfangen. Man kann mit kinetischer Munition (der regenschirmartige Kopf der Abfangrakete muß möglichst frontal auf den einfliegenden Sprengkopf treffen um ihn sicher zu zerstören) nur in eng begrenzten Winkeln Wirkung erzielen.

Denkbare Szenarien

Es ist besser, sich im Vorfeld ausgiebig Gedanken zu machen, als Probleme aussitzen zu wollen und erst wenn die Hütte brennt der (ausschließlich) aktuellen Mehrheitsmeinung zu folgen. Wie politisch kontrovers Fragen besonders zu Kernwaffen in Deutschland ausgetragen werden, zeigte der “NATO-Doppelbeschluss”. Der damalige Kanzler Helmut Schmidt bezahlte seine Standfestigkeit letztlich mit dem Verlust seines Amtes und die SPD mit der Konkurrenz durch die Neugründung der Grünen-Partei. Auch heute erscheint es nicht unwahrscheinlich, daß die Linken wieder hunderttausende als Drohkulisse gegen “Atombomben” auf die Straßen bringen.

Die Rest-EU

Vielleicht muß man schon sagen: … Da waren es noch 27. Eins scheint fest zu stehen. Je stärker die brüsseler Bürokraten an ihren Sesseln kleben und ein “weiter so” proklamieren, um so mehr Nationen werden sich mit Grauen abwenden. Dies wird um so mehr geschehen, wenn sich der (wirtschaftliche) Untergang Großbritanniens als Wunschdenken herausstellt. Was wäre eigentlich, wenn im Gegenteil das Wirtschaftswachstum in GB stärker als in der EU wachsen würde? Eine wesentliche Argumentation der Brexit Befürworter war doch gerade, sich den Weltmärkten stärker öffnen zu wollen. Das letzte Argument der EU wäre auch noch weg. Warum sollte beispielsweise das Finanzzentrum London ausgerechnet in die Hoch-Steuerregionen mit sozialistischer Grundhaltung, Frankfurt und Paris abwandern?

Europa wird sich geographisch nicht verändern. Die Bedrohung durch Putin wird bleiben. Schon die Euro-Zone ist eine eigene Organisationsform innerhalb eines angeblich “vereinten” Europas. Selbst die Schweiz und Norwegen gehören eher zu einem Kerneuropa als ausgerechnet Griechenland. Demgegenüber hat Großbritannien eine – in jeder Beziehung – engere Bindung zu den USA, als es Frankreich je haben wird. Kommen noch sicherheitstechnische Überlegungen hinzu, könnte es schnell zu wesentlich engeren Bindungen zwischen Osteuropa, Skandinavien und den USA mit GB kommen. Demgegenüber wird die “Deutsch-Französische-Freundschaft” unter den ewigen Gegensätzen dieser beiden Kontinentalmächte auf eine harte Probe gestellt werden. Das Verhältnis zwischen “Madame Le Pen” und “Madame Merkel” wird eher zum Stutenbeißen generieren.

Die Schottland Frage

Wenn man sich anschaut, mit welcher Einfältigkeit Brüssel eine schottische Provinzpolitikerin hofiert, kann man nur staunen. Der Wunsch sich aus dem Vereinigten Königreich zu lösen, um sich ausgerechnet Brüssel anzuschließen, stärkt durchaus eine schottische Verhandlungsposition, befriedigt aber bestenfalls europäische Eitelkeiten.

In Schottland liegt die gesamte britische “Atomflotte”. Diese Tatsache hat schon in der letzten Abstimmung eine wesentliche Rolle gespielt. Würde sich Schottland wirklich vom UK abspalten, käme dies einer Errichtung des Hadrianswalls gleich.

Darüberhinaus besitzt Schottland eine außerordentliche geostrategische Bedeutung. Durch das Tor Grönland-Island-Schottland muß die russische Flotte durchschlüpfen – wie einst Hitlers Flotte – um in den Vorgarten der USA zu gelangen. Dies hat Konsequenzen bis Australien, Neuseeland und Indien. Jedes Schiff, was im Atlantik gebunden ist, fehlt im Pazifik gegen China. Schottland würde also seine herausragende Rolle innerhalb des Commonwealth mit einem Platz am Katzentisch der EU eintauschen.

Das Japanmodell

In Japan wird immer offener eine Bewaffnung mit eigenen Kernwaffen als Reaktion auf die Bedrohung durch China und Nordkorea diskutiert. Im Land der ersten Atombombenabwürfe wahrlich keine emotionslose Frage.

Bisher konnte diese Frage durch immer engere Bindung an die USA und prompte militärische Reaktionen auf Provokationen – insbesondere aus Nordkorea – im Zaum gehalten werden. Allerdings nur um den Preis massiver Aufrüstung mit den daraus resultierenden Militärausgaben. Japan unterhält heute (wieder) eine der schlagkräftigsten Flotten und Luftwaffen der Welt. Mal sehen, wie das in Deutschland, in dem immer noch vom Ende eines kalten Krieges und der Friedensdividende geschwafelt wird, durchsetzbar wäre. Je mehr sich Deutschland vom Westen isoliert, um so höher wird der Preis, den es zahlen muß.

Die Konsequenzen

Europa ist viel, viel mehr, als ein bischen Reisefreiheit und eine (noch einigermaßen) stabile Währung. England gehört zu Europa. Geographisch unverrückbar und historisch seit zwei Jahrtausenden. Es ist auch nicht die Idee eines freien und friedlichen Europa seiner Völker gescheitert. Gescheitert ist lediglich die Wahnvorstellung eines zentralistischen Staatenbreis, nach Vorbild der Sowjetunion. Genau dieses Modell eines Multi-Kulti-Gebildes, welches nur durch eine zweifelhafte (sozialistische) Ideologie zusammengepreßt wird, ist mit Jugoslawien und eben der Sowjetunion, blutig gescheitert. All die europäischen Diven, die jetzt aus gekränkter Eitelkeit eine schmutzige Scheidung herbeireden, seien eindringlich vor den Konsequenzen gewarnt. Auch hier ist GB wieder demokratisches Vorbild: Alle Politiker – oder sollte man besser Versager sagen – sind von ihrem Volk abgestraft worden und müssen sich nun nach neuen Posten umschauen. Oh, hätten doch Merkel, Junker und Co eine solche Größe.

 Zuerst erschienen bei NUKEKLAUS hier




Guter Vorschlag: Grüne fordern Überprüfung von BGR-Studie zur Klimawirkung der Sonne – ZDF Harald Lesch überprüft „wissenschaftlich“ das AfD Programm

Aus die kalte Sonne:

Im Januar 2016 gab die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Entwarnung und erklärte Fracking für unbedenklich. Dies erzürnte die Anhänger der Erneuerbaren Energien so sehr, dass sie auf Rache sannen. Wie könnte man der BGR einen Denkzettel verpassen? Der Solar-Anhänger und WDR-Journalist Jürgen Döschner nutzte am 29. Juni 2016 seine Position, um auf Tagesschau.de gegen die BGR zu hetzen. Die Behörde hätte doch tatsächlich Industriegelder angenommen, um Klimawandelstudien kozufinanzieren, unerhört. Daher wären wohl alle Ergebnisse automatisch zu hinterfragen:
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ist einer der wichtigsten Beratungs- und Forschungsdienste der Bundesregierung. Doch wie unabhängig ist die BGR? Über eine Stiftung werden mit Geldern aus der Industrie “verdiente Mitarbeiter” belohnt.
Die Nachricht schlug damals ein wie eine Bombe: Nicht die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, nicht das üble CO2 ist hauptverantwortlich für den Klimawandel, sondern schlichter Wasserdampf und die Aktivitäten der Sonne. 1995 erschien eine Studie, die genau zu diesem Schluss kam.
Die Autoren: namhafte Wissenschaftler der ebenso namhaften Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Kurze Zeit später veröffentlichte die BGR auf der Basis dieser Studie das Buch “Klimafakten” – bis heute eine Art “Heilige Schrift” all jener, die den Klimawandel oder zumindest den Anteil des Menschen daran bezweifeln.
Was bislang nicht bekannt war: Die umstrittene BGR-Studie war seinerzeit von der Industrie bezahlt worden. Genauer gesagt von der “Hans-Joachim-Martini-Stiftung”, einer bis heute weitgehend unbekannten und im Verborgenen arbeitenden gemeinnützigen Stiftung. […]
[…] die atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl […] sieht durch die Existenz und das jahrzehntelange Wirken der Hans-Joachim-Martini-Stiftung “die Unabhängigkeit und Seriosität der BGR kompromittiert”. Das Bundeswirtschaftsministerium weist diesen Verdacht zurück. Der niedersächsische Umweltminister Wenzel von den Grünen fordert angesichts der Recherchen von WDR, NDR und “Süddeutscher Zeitung”, die bisherigen Studien und Stellungnahmen der BGR noch einmal zu überprüfen.
Offensichtlich hat sich Döschner mit der Thematik selber noch nie beschäftigt, ansonsten wäre ihm schnell klargeworden, dass die BGR in ihrem Buch lediglich den Stand der Wissenschaft wiedergegeben hat. Ob es Döschner gefällt oder nicht: Eine Vielzahl von begutachteten Studien hat eindrucksvoll den großen Einfluss von solaren Aktivitätsschwankungen belegt. Es ist daher in keinster Weise angebracht, nun mit dem Finger auf die BGR zu zeigen. Vielmehr sollte lieber der IPCC erklären, wie er angesichts der erdrückenden Faktenlage einen vernachlässigbar geringen Strahlungsantrieb für die Sonne rechtfertigt.
Das klimatische BGR-Mobbing ist keineswegs neu. Wir hatten an dieser Stelle bereits über die seinerzeit von Aktivisten und Politikern eingefädelte Kampagne berichtet (siehe unseren Blogbeitrag “Pioniere des Klimarealismus: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)“). Das Wiederaufflackern dieser Kampagne spricht im Prinzip vor allem gegen die Seriosität von Döschner. Unter anderem verschweigt er dabei wichtige Kontextinformationen. So erhielt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) 2014/15 mehr als eine halbe Million Dollar von einem Greenpeace-nahen politischen Thinktank. Folgt man der Döschner-Logik, wären damit sämtliche Aussagen des PIK zu hinterfragen.
Die Tagesschau muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Aktivisten eine öffentliche Bühne bietet. Ausgewogene Berichterstattung sieht anders aus. Vielleicht hat der ganze Vorfall aber letztendlich auch etwas Gutes. Man sollte den Vorschlag des niedersächsischen Umweltministers Wenzel aufgreifen und die BGR-Studie fachlich überprüfen. Man muss kein Hellseher sein, dass sich dabei die Aussagen der BGR zum Klimawandel bestätigen lassen werden. Das wäre ein schwerer Schlag gegen den grassierenden Klimaalarm in der Gesellschaft. Man darf gespannt sein, wie und ob sich dieser Fall weiterentwickelt.

Das Original finden Sie hier

Und hier Prof. Dr. Harald Lesch zum Klima-Programm der AfD

Es darf gelacht werden. Ausführlicher Kommentar folgt.




Teil 2 des Faktenchecks Vortrag von Prof. Thomas Stocker Vaduz 10.5.16

Teil 2

Die Pause

Nicht nur EIKE Leser wissen, dass die Erwärmung seit langem, beginnend irgendwo zwischen 1995 bis 1998, eine Pause eingelegt hat. Das wissen auch die Kollegen von Stocker und suchen verzweifelt nach Erklärungen dafür. Hier haben wir die ersten 66 davon zusammengetragen. Nur Stocker sieht die Pause nicht und versucht mit spitzfindigen Hinweisen auf Feinheiten der Trendbestimmung den Eindruck zu erwecken, dass es „die Pause „ gar nicht gibt.

Daher hier ein paar Kostproben seiner Einlassungen dazu:

Min 8:35 … es kommt sehr darauf an, wann sie beginnen die  15 Jahre zu berücksichtigen…Min 9:45 von 1998 bis 2012 kriegen Sie einen Trend von 0,05 pro Jahrzehnt … …Min 10:16 …das sollte genügend Hinweis sein, dass man nicht 15 Jahre nehmen darf um einen Klimatrend festzustellen. Min 10:41 nicht nur 2015 war ein Rekordjahr sondern auch 2014 war schon wärmer als alle Jahre zuvor – Anmerkung des Verfassers Widerspruch zu Minute 08:55   ….und zuvor nicht jedes Jahr ist wärmer, nicht jedes Jahrzehnt ist wärmer ….. Min 10:50– ich sage nicht, dass wir den Klimawandel beweisen mit 2015, das geht nicht….. es geht nicht einmal mit nur 15 Jahren. Wie ich zuvor ausgeführt habe… sie müssen die Trends genau ausrechnen aus genügend langen Zeitreihen (11:07)…

Video als Audio incl. aller Folien des Vortrages von Prof. Thomas Stocker am 10.5.16 in Vaduz

Nun hat niemand von den Skeptikern behauptet, dass 15 Jahre für sich die Bestimmung eines Klimatrends erlaubten, d.i. eine Beachtung wissenschaftlicher Prinzipien, denen sich die Alarmisten um Stocker und Gefährten allerdings nicht verpflichtet fühlen, denn sie  ordnen ungerührt jeden Starkregen, jede Hitzewelle, jeden Sturm oder Tornado, jede Überschwemmung regelmäßig dem „Klimawandel“ á la IPCC zu. Div. Äußerungen zu den jüngsten Regenfällen und Überschwemmungen (Siehe auch Video des Teams von „Klimamanifest von Heiligenroth) dokumentieren das vielfach.  

Doch hier geht es um die „Pause“, also den Stopp weiterer Erwärmung trotz ständig steigenden CO2 Emissionen.  Und alle offiziellen Datenreihen zeigen sie. Mit einer Ausnahme, das ist die jüngste Datenreihe des Goddard Institute for Space Sciences kurz GISS.

Robert Brown  von der DUKE Universität hat sich deshalb die Zeitreihen daraufhin genau angesehen und  Werner Brozek und Walter Dnes haben sie in Auszügen veröffentlicht[11].

Dort finden wir: Zusammenfassung

For UAH[12]: There is no statistically significant warming since May 1993

For RSS: There is no statistically significant warming since October 1993

For Hadsst3: There is no statistically significant warming since July 1996.

For GISS: The warming is significant for all periods above a year.

Interessant dabei: RSS und UAH greifen auf denselben Datensatz zu, in diesem Fall von Satelliten erfasst, wie auch HadCrut[13] und GISS auf den terrestrisch erhobenen Datensatz

Da die Auswertungen von Hadcrut und GISS stark voneinander abweichen, aber nicht beide gleichzeitig richtig sein können, ist es möglich stundenlag darüber zu streiten welche der beiden richtig ist. Das GISS ist seit längerem  dafür bekannt, seine Datenreihen ständig in Richtung Erwärmung zu „adjustieren“[14]. Daher empfiehlt es sich der Vernunft zu folgen und die Satelliten-Werte von RSS und UAH als Schiedsrichter zu verwenden.

Und damit erkennen wir den Beginn der „Pause“ 

irgendwo zwischen 1993 bis 1996 und dauert bis heute

d.h die „Pause“ dauert nun schon zwischen 20 bis 23 Jahre!

Sie beginnt also deutlich vor der Stocker´schen Angabe von 1998

Rückgang der Gletscher

Stocker fährt fort die Auswirkungen des „Klimawandels“ nach IPCC Regeln in den schwärzesten  Tönen zu malen. Zunächst kommt der Rückgang der Gletscher und „Eiskörper“ dran.


Min 12:04
…der große Aletschgletscher, … der sehr stark zurückgegangen ist …Min  12:08 sicher eine Kombination der natürlichen Klimavariabilität und eine erste Reaktion von Eisköpern und Gletschern auf die Erwärmung

 

Abbildung 8 Folie von Stocker der Rückgänge einiger Alpengletscher seit 1880. Er führt sie auf eine Kombination von „natürlicher Klimavariabilität“ und (menschgemachter) Erwärmung zurück

 

Kleine Eiszeit vs. Aletschgletscher

Mehr bringt Stocker zu diesem Thema nicht, kann er sich doch sicher sein, dass in der Alpenrepublik Schweiz und dem eingelagerte Fürstentum Liechtenstein jede Erwähnung des Rückganges der Gletscher  als große Bedrohung empfunden wird.

Er erwähnt auch mit keinem Wort die „kleine Eiszeit“, also die Zeit vor der jüngsten Klimaphase, die in allen vorhandenen Berichten als sehr schlechte Zeit für Mensch und Tier beschrieben wurde und immerhin um die 500 Jahre dauerte. Auf dieses Manko von mir angesprochen weicht er aus und verweist fälschlich auf seine Aussagen zum Aletschgletscher

Doch die Gletscher-Geschichte hat mit der Erwärmung durch den „Klimawandel“ á la Stockers IPCC und anders als dieser behauptet, nichts Erkennbares zu tun.

Der inzwischen emeritierte Glaziologe  der Universität Innsbruck Prof. em. Gernot Patzelt, kommt daher auf eine ganz andere Erklärung. Seinen intensiven Gletscherforschungen nach, ist die momentane Erwärmung nichts Besonderes. So gab es sehr, sehr häufig in den letzten 10.000 Jahren sowohl wesentlich höhere Temperaturen, aber auch steilere Rückgänge als heute,. In mehr als 66 % der Zeit, lag die Sommertemperatur der Alpen z.T. deutlich über der heutigen.

Abbildung 9 Temperaturverlauf (Sommertemperaturen) der Alpen und in Grönland der letzten 10.000 Jahre. Es ist klar erkennbar, dass mehr als 2/3 der Zeit die Temperaturen deutlich höhere Temperaturen zu beobachten waren als heute. Grafik und Daten Gernot Patzelt. Aus Wald- und Gletscherentwicklung  in den Alpen in den letzten 10.000 Jahren, zur 9.IKEK 11.12 Essen

Video Teil 1 des Faktenchecks den das Team von Klimamanifest von Heiligenroth mit z.T. anderen Schwerpunkten angefertigt hat

Extremereignisse

Dann wurde vom Vortragenden vom  allgemeinen „Klimawandel“ ins Besondere übergegangen. Doch auch hier nur Schreckensbotschaften.

O-Ton Stocker Min 15:14 Der Klimawandel manifestiert sich nicht nur in der Temperatur (Bild Meerespiegelanstieg) es sind viele Größen, die sich verändern u.a. der Meeresspiegel (Bild der Msp ist seit 1900 um 19 cm angestiegen)

 Abbildung 10: zeigte   die Stocker Folie „nach verschiedenen unabhängigen Daten“ des Meerespiegelanstiegs von  1900 bis 2012 

Und….Min 15:40 Meereisbedeckung hat sich verändert (Bild Arktis) …und so gibt es viele Messungen …viel Größen im (16:15) Klimasystem  dann folgt (Min 16:17 ohne weitere Erklärung)… aus dem Synthesereport

… sie zeigt die Ursache des Klimawandels

Abbildung 11: zeigt die Ursachen  des Klimawandels  „nach genauen Messungen“ von  1850 bis 2013

…dann folgen Zahlen über den Anstieg.. (Tonstörung) von CO2, CH4 etc. Min 18:10 Bild: Die mensch-verursachten Emissionen sind die höchsten der Geschichte

(Anmerkung erst seit 1956 werden sie hinreichend genau gemessen, davor nur sehr ungenaue Messungen aus Eisbohrkernen)

…Der (globale) Meeresspiegel steigt…

Schauen wir uns zunächst den (globalen) Meeresspiegel an.  Zunächst einmal sollten wir fragen, ob es den denn gibt? Jeder weiß, oder glaubt zu wissen, dass es ihn gibt. Aber gibt es den globalen Meeresspiegel überhaupt? Und was macht die Erwärmung für seinen Anstieg aus? Weiß doch jeder, dass sich Wasser bei Erwärmung ausdehnt.

…durch Erwärmung…

Zunächst sollte man sich die Frage stellen: Kann eine äußerst geringe – und nur um die handelt es sich hier – und auch nur vermutete- Erwärmung der Luft, um 0,8 bis 1,0 C die Riesenwassermenge der Ozeane wirklich so schnell erwärmen? Wer das einfach so glaubt, möge bitte nur ein paar überschlägige Berechnungen mit Wissen aus der frühen Oberstufe vornehmen.

…gerade einmal um 3cm –pro Jahrhundert!

Hierzu ein Beispiel:

Erwärmt[15] sich eine durchgängig 15 Grad warme und 3.700 m lange Meeressäule um 1 Grad, wächst sie um 55 cm. Es muss aber noch eingerechnet werden, dass die Temperatur mit zunehmender Tiefe und der Ausdehnungskoeffizient mit sinkender Temperatur rapide sinken, dann reduziert sich der Anstieg auf gerade mal 3 cm. d.h. die wenn sich die gesamte Erwärmung des letzten Jahrhunderts auf das Meerwasser übertragen hätte, wäre das gerade mal um 3 cm, zwar mit großer Verzögerung, aber insgesamt gestiegen. Mehr geht nicht. Doch auch diese Annahme ist unrealistisch denn…

…Es wird allgemein geglaubt und verkündet, dass sich das Meer erwärmt, weil die Luft darüber wärmer wird. Wer das verinnerlichen möchte, der möge sich vor eine mit kaltem Wasser gefüllte Badewanne hocken und so lange mit seinen Atem über die Oberfläche blasen, bis das Wasser die Nähe von 37 Grad erreicht. Die Gesetze der Wärmeübertragung besagen, dass kaum die Luft, sondern überwiegend die Strahlung zur Erwärmung führt, und die wird durch die Wolkenbedeckung bestimmt.

Und was liefern die Gletscher?

Würde das gesamte Eis Grönlands schmelzen, wird der Meeresspiegel um circa 6 m steigen. Würde sich die gegenwärtige Abschmelzrate von 250 km^3 auf angenommen üppige 500 km^3 erhöhen, dann würde das komplette Abschmelzen ca. 6.000 Jahre dauern, d.h. es gäbe einen Anstieg um ca. 10 cm in einem Jahrhundert.

Nur, die weitaus größte Eismenge von über 90 % ist in der Antarktis gebunden. Doch die Antarktis denkt nicht daran zu schmelzen, was sie früher, als es dort deutlich wärmer war als heute – besser gesagt : deutlich weniger kalt als heute- auch nicht tat. Wie eine neue Studie herausfand[16] war die Antarktis häufiger in den letzten 8000 Jahren wärmer als heute. Ganz ohne anthropogenes CO2.

Nur in Grönland, das weitere 9 % der Eismasse beherbergt, tauen die Ränder. Die von Stocker als Beispiel gezeigte schmelzende Arktis taugt hingegen nicht dazu, denn es handelt sich um Meereis, dessen Schmelzen keinen Einfluss auf den Meeresspiegel hat.

Und dass das Schmelzen der Alpengletscher oder anderswo einen messbaren Einfluss auf den Meeresspiegel hat, glaubt Stocker sicher selber nicht.

Globaler Meeresspiegel

Und damit sind wir wieder bei der Frage gibt es ihn, oder gibt es ihn nicht. Man braucht ja nur an die Küste fahren, auf endlose Meer blicken, sich an die Schulphysik, mit der Sache von den kommunizierenden Röhren erinnern und schon ist klar, dass es

a) einen globalen Meeresspiegel gibt und

b) dass dieser – glaubt man Stocker und dem Rest des IPCC- steigt durch die globale Erwärmung.

Doch an diesen beiden Aussagen ist fast alles falsch. Es gibt den globalen Meeresspiegel ebenso wenig wie die globale Mitteltemperatur, sondern viele verschiedene Meeresspiegel, die an manchen Standorten[17] an der Küste seit vielen Jahrzehnten eher weniger als mehr genau – per Pegelmessung- gemessen werden. Und alle sind verschieden und verhalten sich auch sehr verschieden. Insgesamt definiert die Forschung ca. 15 Einflussgrößen, welche auf den Meeresspiegel wirken. Die thermische und der Zufluss von Gletscherwasser gehören zu den kleinsten.

Die lokalen Pegelstände werden – zwar nicht vollständig- seit 1933 in der PSMSL Datenbank erfasst und stehen dort der Forschung zu Verfügung Die dort abrufbaren  lokalen Pegelmessungen können allerdings nicht direkt zur Berechnung des GMSL herangezogen werden. Sie müssen, wie die lokalen Temperaturdaten, einer Fülle von Anpassungen und Korrekturen unterzogen werden, um verwendet werden zu können. Man versucht dazu aus den relativ wenigen vorhandenen Langzeitbeobachtungen der Pegelhöhe von div. Küstenorten, die Veränderungen des Pegels auf den gedachten Meeresspiegel zu beziehen, d.h. herauszurechnen. Das ist mindestens so schwierig wie die Temperaturbestimmung. Manche meinen, es sei noch schwieriger, weil die Datenbasis noch viel dünner ist und es keinen absoluten Bezugspunkt gibt.

Abbildung 12:Anstieg des globalen Meeresspiegels seit dem Ende der Eiszeit. Deutlich zu erkennen, dass dieser seit ca 9.000 Jahren nur noch moderat und seit ca. 6000 Jahren sehr moderat ansteigt. (Weitere Details dazu u.a. hier ) Einen wunderbaren Überblick über den gegenwärtigen Stand der Meerespiegelforschung hatte zuletzt EIKE Autor Kuntz[18] zusammengetragen. Er untersuchte viele Forschungsergebnisse, welche die letzen 10.000 Jahre (Holozän) abdecken

Sein Fazit lässt an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig:

Auch in den AR5 übernommene Daten spiegeln die in den vorherigen Kapiteln aufgezeigte Problematik direkt wieder. Es ist nicht erkennbar, dass die Datenlage darin verlässlich besser wäre. Jedoch wird dies im AR5 nicht erwähnt, sondern Aussagen mit Vertrauensbereichen abgeleitet, welche bezweifelt werden dürfen.

Fazit zum Pegelverlauf der letzten zwei Jahrtausende

Es ergibt sich das gleiche Bild wie schon bei der Recherche der Temperaturproxis [11] “Rekonstruierte Temperaturverläufe der vergangenen zwei Jahrtausende”: Eine verlässliche Datenbasis liegt nicht vor. Von einer hohen Sicherheit über die wirklichen Pegelverläufe (mit der erforderlichen Genauigkeit) kann keine Rede sein.

Und es fällt wieder auf, dass es in historischer Zeit mit ziemlicher Sicherheit erheblich größere und auch schnellere Schwankungen gegeben hat, als es die Verläufe im AR5 zeigen. Der Verdacht einer unzulässigen Glättung, vergleichbar der Hockeystick-Darstellung zur Temperatur drängt sich geradezu auf [11].

Die einzige mögliche Folgerung daraus ist:

Mit einer so widersprüchlichen bzw. ungenauen Datenbasis ist keine Zukunfts-Pegelsimulation auch nur im Ansatz glaubhaft kalibrierbar oder verifizierbar! Auch eine Aussage, ob die aktuelle Schwankung nicht doch natürlich sein kann ist nicht möglich. Was aktuell von der Klima-“Wissenschaft” an Zukunft simuliert wird, ist eher ein Würfelspiel welches nur auf immer teureren Rechnern durchgeführt wird.

Und damit ist es auch kein Wunder, dass “Jeder” beim Simulieren etwas Anderes ausgespuckt bekommt.

Wer nun richtig liegt, Stocker oder der kritische Ingenieur Kuntz, mag sich der Leser aussuchen. Es bleibt die Frage, wie Stocker und Kollegen auf ihre spektakuläre Aussage vom gefährlich ansteigenden Meeresspiegel kommen? Dies ist nicht recht ersichtlich, dient aber dem Alarmismus.

Fazit:

Die Ausführungen von Stocker sind zwar IPCC konform, in der Sache aber völlig unbestimmbar und daher spekulativ übertrieben. Ihre Zuordnung zur Ursache ist daher rein alarmistisch und durch nichts begründbar

Hitzewellen und Starkniederschläge

Im Vortrag (etwa um Minute 30) und später zu meinem Kommentar (ca. Minute 49:00) äußerte sich Stocker auch zur Zunahme der Extremereignisse, namentlich von „Hitzewellen und Starkniederschlägen,  die als einzige dem Klimawandel zugeordnet werden können“.

Trotz Widerspruchs beharrte Stocker auf dieser Behauptung. Ich bat ihn daher in einer Mail zur Klärung der Fakten diese zu belegen. Diese Klärung erfolgte leider nicht.

Warum?

Weil  40 Jahre Klimawandel à la IPCC diese Erhöhung der Extremwetter bisher nicht erkennen lassen. Im Gegenteil, viele Extrem-Wetterphänomene wurden weniger und manche sogar schwächer. Im den IPCC Bericht zu „Extremereignissen“ zu lesen wir dazu:

Über tropische Stürme und Hurrikane [IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216]: “No robust trends in annual numbers…“

Über tropische Zyklone

[IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216]: “Current datasets indicate no significant observed trends….”

Über außer-tropischeZyklone[IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 220]:  “In summary, confidence in large scale changes in the intensity of extreme extra tropical cyclones is low …“

Über Dürren [IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery,

Seite 50]:”There is low confidence in a global-scale observed trend in drought or dryness …“.[IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 215]: “In summary, the current assessment concludes that there is not enough evidence at present…“

Zu Überflutungen

[IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery, Seite 112]: ”There continues to be a lack of evidence and thus low confidence …“

Über Hagel und Gewitter (Starkniederschläge)_ [IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 216]: “In summary, there is low confidence in observed trends in small-scale ..“

Zusammenfassung des_[IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 219]:

“There is limited evidence of changes in extremes  associated with other climate variables since the mid-20th century.”

Fazit:

Extremwetterzunahmen im jüngeren Klimazeitraum sind von den Wetterdiensten nicht auffindbar.

Zur kleinen Eiszeit bzw. der Rückerwärmung danach

Als ich dann in der Diskussionsrunde erwähnte, dass er die kleine Eiszeit in seinem Vortrag und die (u.E.n. völlig natürliche) Rückerwärmung danach nicht erwähnte, korrigierte Stocker mich und verwies auf Ihre Ausführungen zum Aletsch-Gletscher. Doch auch da erwähnten er die kleine Eiszeit mit keinem Wort – er stellte nur fest, dass der Rückzug des Aletsch „..sicher eine Kombination der natürlichen Klimavariabilität …und der ersten Reaktion von Gletschern und Eiskörpern auf die Erwärmung, die stattgefunden hat…..ist“.

Wieder zeigten er allein Klima-Phänomene, aber lieferte keinerlei Beleg für seine „wirkliche Realität“, (O-Ton Stocker) dass das CO2 ursächlich daran schuld sei. 

Zum Carbon Budget

Mit dem Aufzeigen des sog. Carbonbudget kam Stocker zum eigentlichen Ziel seines Vortrages. Nach den Schrecken des Klimawandels – ausgelöst durch das anthropogene CO2- und umgerechnet auf die seiner Meinung gerade noch zulässige Erzeugung desselben (wenn man das 2 ° Ziel noch halten will), forderte er dann die vollständige  

Dekarbonisierung der Wirtschaft.

Dazu zeigte er eine Folie mit der er das sog.  Carbonbudget einführte. Sie zeigt dessen Veränderung seit Beginn der Industrialisierung (was immer das heißen mag), sowie das, was nach Meinung „der Wissenschaft“ noch zulässig emittierbar wäre.  Ausdrücklich deklarierte Stocker das dort Gezeigte mit viel Nachdruck als „wissenschaftlich“ und damit als unabweisbar und wahr.

Abbildung 13:Bereits verbrauchtes  und noch zulässiges „Budget“ an Kohlenstoff Äquivalent  nach Stocker

Dann berichteten er kurz über die Idee des Budgets an Emissionen -je nach zulässiger Erhöhung um 2°, 3° oder gar 4,7 °- CO2. Doch wie er zu dieser Budget-Berechnung überhaupt gekommen waren (ab Min 32:25), erklärte er – auch auf Mail-Nachfrage- nicht.

Seine Konsequenz ist, dass für das 2° Ziel noch 195 Mio t Cequiv (Anmerkung: Ceqiv ist die Menge an Kohlenstoff C die im CO2 gebunden ist, sowie die aus anderen Treibhausgasen umfguerechnete CO2 Menge, bzw. deren Ceqiv) an Emissionen zur Verfügung stünden, dann wäre das „Budget“ von 790 Mio t Cequiv erreicht. 

Abgesehen von der nicht unwichtigen Frage, warum er dem Publikum den erheblichen Unterschied zwischen Emissionen und atmosphärischer CO­2 Konzentration und die Tatsache, das es einen um knapp zwei Potenzen größeren natürlichen CO2-Kreislauf gibt, nicht einmal im Ansatz zu erklären versuchte, bleibt auch offen, was ihn zu dieser Behauptung gebracht hat.

Ich vermute, dass er sich zur Berechnung des Budget im Wesentlichen der (Equilibrium) Climate Sensitivity (CS oder ECS) bediente. Die gibt an, um wieviel die Temperatur rechnerisch bei Verdopplung der Treibhausgaskonzentration ansteigt. Das Problem mit diesem rein hypothetischer Rechenwert  ist jedoch, dass er als Wert sich -bisher jedenfalls – jeder genauen Bestimmung entzogen hat. Das mussten auch seine Kollegen einsehen, welche die Summary für Policymakers  (SPM) schrieben bzw . redigierten, denn dort steht– wenn auch in einer Fußnote versteckt – auf S.16:

No best estimate for equlibrium climate sensitivity can now be given because of lack of agreement on values across assessed lines of evidence and studies“.

Doch in seinem Vortrag ignorierte Stocker nicht nur dieses IPCC Eingeständnis, er beschäftigte sich nicht einmal mit dieser wichtigen Frage,  sondern stellte einfach die o.a. Behauptungen in den Raum.

Wir wollten versuchen dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und baten Stocker um Aufklärung. Doch die kam nicht. Daher können wir nur vermuten, dass er mit großer Wahrscheinlichkeit den politisch „offiziellen“ IPCC Wert von 3 °C für seine Berechnungen einsetzte. Anders kommen die von ihm genannten Zahlen auch nicht zustande.

Also per THG Verdopplung ergibt sich eine Temperaturerhöhung von 3 °C.  

Thomas Stocker müsste jedoch wissen – und weiß es sicher auch – dass ein ECS mit 3 °C nach heutigem Wissen völlig unhaltbar ist, weil sich gerade in jüngster Zeit die Studien häufen, welche diesen Wert auf unter 1 °C verorten, manche gehen sogar bis auf 0,45 °C ± 30 % und noch weiter herunter.

Wendet man diese Werte an, dann erledigt sich das „Problem Klimaerwärmung“ von selbst. Auch deswegen, weil selbst bei Verwendung des sog. Berner Modells zur Berechnung der CO2 Konzentration aus den Emissionen, (ein Modell, welches erlauben soll, die Zunahme der CO2 Konzentration aus den anthropogenen Emissionen zu bestimmen – an dessen Definition Stocker vielleicht sogar beteiligt war- mit 3 verschiedenen Halbwertzeiten für den „Zerfall“ des CO2 in der Atmosphäre,) die Berechnungen zeigen, dass, selbst wenn man ein exponentielles Wirtschafts-Wachstum für die nächsten acht Jahrzehnte annimmt und man dafür jeden Tropfen der 1580 Gigatonnen-High-End-Schätzung der fossilen Reserven verbrennen würde,  der CO2-Gehalt immer noch nicht doppelt so hoch wäre wie heute.[19]

Auch die 600 ppm Marke, also eine Verdopplung gegenüber dem -auch nur vermuteten- vorindustriellen Wert, würde schwerlich erreicht werden. All diese wichtigen Ergänzungen fehlten leider in Stockers Vortrag.

Und last but not least ließ er auch die – im Gegensatz zur Klimahypothese- eindeutig belegte positive Wirkung des CO2 Anstiegs auf den Pflanzenwuchs und damit auf die Welternährung völlig unberücksichtigt. 

Angeblich fehlende Mitwirkung Skeptiker

Am Ende seiner Ausführungen sagte Stocker die folgenden Sätze

Min 50:45 ..Sie haben 3 x Gelegenheit gehabt unseren Bericht zu begutachten. Drei mal!… wir haben insgesamt 54.677 Kommentare erhalten,  …wir haben auf jeden Kommentar schriftlich reagiert…im Internet verfügbar…Ich hatte eigentlich gehofft als Vorsitzender der Arbeitsgruppe 1, als ich das Amt übernommen hatte..in einer turbulenten Zeit wie Sie sich erinnern können, dass ich sehr viele intelligente Kommentare von Klimaskeptikern kriege, die wir dann Punkt für Punkt adressieren können….leider hat es sich dann herausgestellt, dass niemand von diesen Leuten, die in den Blogs(?) sehr aktiv waren, bei uns beigetragen haben. Tut mir Leid! Wir konnten auf diese Expertise nicht zurückgreifen. (Zwischenruf Limburg) Das stimmt nicht

Und es stimmt auch nicht. Bspw. hat Dr. Vincent Gray aus Neuseeland überschlägig ca. 800 Kommentare eingereicht, ebenso reichten, um nur einige weitere zu nennen, Prof Singer und Lord Monckton viele tlw. umfangreiche Kommentare ein, aber erhielten nie eine Antwort.

Auf meine spätere Nachfrage räumte Stocker dies auch ein, hielt es aber nicht für angebracht sich für seine öffentliche Falschinformation zu entschuldigen. Er  sandte mir aber eine pdf Datei mit allen Kommentaren von V. Gray und deren Behandlung seitens seiner  Arbeitsgruppe. Nach erster Sichtung wurden die allermeisten Kommentare „rejected“.

Ob dies aus objektiven oder subjektiven Gründen geschah, ist für diese Thematik eigentlich jetzt nicht relevant. Denn Tatsache bleibt, dass entgegen seiner klaren Ansage vor dem LIFE Auditorium, die „Klimaskeptiker“ hätten „trotz dreimaliger Gelegenheit“ zu diesen 54.677 Kommentaren nichts dazu mit „ihrer Expertise“ beigetragen, falsch ist. Und, da er es besser wusste, sogar vorsätzlich falsch.  Auch die umfangreichen Kommentare von S.F. Singer und Ch Monckton räumte Stocker nachträglich ein, verwies jedoch nur auf die IPCC Website um sie zu finden. Das ist uns bis heute nicht gelungen.

Fazit:

Ab Min 42:20, wies Stocker auf die so wichtige Glaubwürdigkeit hin

  „Das Grundlegende was wir in dieser komplexen Situation tun können ist unsere Glaubwürdigkeit pflegen…damit die Entscheidungsträger nicht auf irgendwelchen Halbwahrheiten oder Partikular Interessen entscheiden müssen sondern auf den Fakten die die Wissenschaft zur Verfügung stellt.“

Prof. Thomas Stocker hat also seine Aussagen bei klarem Bewusstsein, klarer einfacher Sprache, ohne jeden Zweifel und im Brustton des ehrlichen Wissenschaftlers vorgetragen.

Und er hat damit die Zuhörer überzeugt.

Nach seinen Worten gibt es keinen Zweifel, dass der „Klimawandel“ menschgemacht ist und fürchterlich für diesen Planeten wird, wenn wir nicht durch „Dekarbonisierung“ massiv und unverzüglich  gegensteuern.

Als Ergebnis dieses Gegensteuerns mittels Dekarbonisierung schildert er -wieder ohne jeden Zweifel- als zukünftiges Paradies, mit einer Energieversorgung aus „Erneuerbaren“!

Die Fragwürdigkeit von Stockers Behauptungen und „Beweisen“.

Auf den vorigen vielen Seiten – kürzer ging leider mal wieder nicht, wofür ich mich entschuldige- habe ich versucht die ganze Fragwürdigkeit, der mir am wichtigsten erscheinenden Behauptungen und Beweisführungen Stockers aufzuzeigen.  Nun dürfte das alles auch Stocker gut bekannt sein, aber wenn er trotzdem so berichtet wie er berichtet, dann kommt es ihm allein auf die Wirkung der Botschaft an sich an. Und damit verlässt er die Position des neutralen und ehrlichen Wissenschaftlers – obwohl er sie immer und immer wieder für sich beansprucht- und wird zum Aktivisten mit eigener Agenda. Er wäre in der Riege der bekannten alarmistischen Klimaforscher bei weitem nicht der einzige. Was die Sache nur schlechter und nicht besser macht.

In Würdigung dessen, drängt sich mir deshalb als sachkundigem Chronisten der Verdacht auf, dass Thomas Stocker ein würdiger Schüler des bereits verstorbenen Klimaforschers und (ebenfalls)– Aktivisten Stephen Schneider ist, der, seinerzeit Leitautor des IPCC seine Kollegen eindringlich zu folgendem Verhalten in der Öffentlichkeit ermahnte:  

„Deshalb müssen wir Schrecken  einjagende Szenarien ankündigen. Um Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen wir dramatische Statements und kein Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschern muss entscheiden, wie weit er ehrlich oder effektiv sein will.“

An dramatischen Statements fehlt es in Stockers Vortrag nicht, ebenso erlaubte er sich und dem Publikum keinerlei Zweifel am Gesagten.

Daher bleibt Ihnen liebe Leser überlassen, zu entscheiden, ob Thomas Stocker eher ehrlich oder effektiv war.

Teil 1 finden Sie hier


[1] Zitat aus einem Stocker Interview in der Sonntagszeitung (Schweiz) vom 12.6.2016

[2]Quelle ist die IPCC- Webseite 2009 in About IPCC:  http://www.ipcc.ch/about/index.htmIts role is to assess on a comprehensive, objective, open and transparent basis the latest scientific, technical and socio-economic literature produced worldwide relevant to the understanding of the risk of human-induced climate change

[3] Aus einer Rück-Mail T. Stockers an den Verfasser, als der ihn darum bat zu erklären, welche Daten mit welcher Qualität er für seine Aussagen und Graphen verwendet hätte.

[4] Ab Minute 43:42 fragt Stocker.. wie soll es mit dem Planeten weiter gehen und zeigt dazu eine Grafik mit Temperaturzeitreihen ab 1950 (aus Daten errechnet) und Prognosen ab ca. 2005 nach Modellen. Beide Versionen sind von leichtem Schleier umgeben, die man als Unsicherheitsbänder deuten kann. Verwiesen wurde darauf nicht .

[5] Quelle: Global Historical Climatology Network (GHCN) hier, ausgewertet über die GISS Seite (hier) von Friedrich Karl Ewert Details dazu hier

[6] Siehe auch die Auswertugnen von J. D´aleo und A, Watts in SURFACE TEMPERATURE RECORDS:

POLICY DRIVEN DECEPTION? Seite 14

[7] NEW SYSTEMATIC ERRORS IN ANOMALIES OF GLOBAL MEAN TEMPERATURE TIME-SERIES; Michael Limburg (Germany) ENERGY & ENVIRONMENT VOLUME 25  No. 1 2014

[8] P.  Frank,  “Uncertainty  in  the  Global  Average  Surface  Air  Temperature  Index:  A Representative Lower Limit,”  Energy & Environment , vol. 21 , no. 8, pp. 969-989, 2010

[9] P.  Frank,  “Imposed  and  Neglected  Uncertainty  in  the  Global  Average  Surface  Air Temperature Index,”  Energy & Environment · , vol. Vol. 22, N, pp. 407-424, 2011.

[10] Details dazu z.B. hier http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/eike-9-ikek-prof-ewert-erderwaermung-was-wurde-gemessen-und-wie-wurde-ausgewertet/

[11] Quelle „Can Both GISS and HadCRUT4 be Correct? (Now Includes April and May Data) hier

[12] UAH steht für Satellitenauswertung der Erdmitteltemperatur der Universität von Alabama Huntsville, RSS steht für Remote Sensing Systems eine zweite unabhängige Einheit die  ebenfalls mit der Satellitenauswertung der Erdmitteltemperatur befasst ist. HadCrut steht für Hadley Center und Climate Research Unit der Universität von East Anglia die offiziell die terrestrischen und seegestützten Daten auswerten 

[13] Vermutlich auf Grund dieser klaren Erkenntnis – was nicht ist, was nicht sein darf-  hat das Hadley Center die Datensätze noch mal einer kosmetischen Behandlung unterzogen und veröffentlicht die unter HadCrut 4: Die zeigen: „There is no statistically significant warming since March 2005“.  Erfreulicherweise kann man aber immer noch die Daten von HadCrut 3 herunterladen.

[14] Details dazu z.B. hier NASA-GISS ändert rückwirkend die Temperaturdaten – warum ? von Friedrich-Karl Ewert

 URL http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/nasa-giss-aendert-rueckwirkend-die-temperaturdaten-warum/

[15] Dieses schöne Beispiel ist dem Aufsatz von  Gerhard Kühn „Atlantis- Was geschah vor 10.000 Jahren“ entnommen. Quelle EIKE hier

[16] The Antarctic Has Been Warmer Than Now For Most Of The Last 8000 Years, aus Geophysical Newsletters:

The Antarctic Has Been Warmer Than Now For Most Of The Last 8000 Years

[17] Von um die 10 Stationen nur auf der Nordhalbkugel um 1880 stieg die Zahl bis 1985 auf ca. 300 auf der NH und ca. 60 auf der SH an, um dann auf insgesamt ca. 160 zurückzufallen. (Quelle IPCC AR4, Ch5)

[18] Der Verlauf des Meeresspiegels im Holozän und seit 2.000 Jahren hier http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/der-verlauf-des-meeresspiegels-im-holozaen-und-seit-2000-jahren/

[19] Details dazu hier Willis Eschenbach : CO2 in der Atmosphäre durch Verbrennung verdoppeln? Kann man total vergessen!

http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/co2-in-der-atmosphaere-durch-verbrennung-verdoppeln-kann-man-total-vergessen/




Es ist mir ein Anliegen, dass Informationen der Wissenschaft korrekt und unverfälscht an die Gesellschaft getragen werden * – Ein Faktencheck

**Anmerkung I: Stocker verwendet den Begriff „Klimawandel“,ohne jede Erklärung, durchgehend als „vom Menschen gemacht“ bedeutend. Natürlicher Klimawandel heißt bei ihm „Klimavariation“.  Im Faktencheck folge ich dem nicht, sondern dem allgemein wissenschaftlichen Sprachgebrauch und unterscheide nur zwischen natürlichem und menschgemachtem Klimawandel.

Prof. Thomas Stocker wirft anderen Kollegen oder  Organisationen, die sich auf diese Kollegen beziehen, gelegentlich schon einmal Unkenntnis oder Verbreitung von Falschinformationen vor, wie z.B. bei seinem jüngsten Vortrag am 10.Mai 2016 in Vaduz oder in einem Interview der Schweizer Sonntagszeitung der SVP vom 12.6.16. In Vaduz behauptete er wenig Richtiges, vieles Zweifelhafte und diverses Falsches, darunter, dass die „Klimaskeptiker“ dem IPCC Team vor Veröffentlichung des letzten Berichtes nichts von ihren Bedenken oder anders lautenden Ergebnissen mitgeteilt hätten, der Diskussion also ausgewichen seien. Bei anderer Gelegenheit warf er der Schweizer Volkspartei (SVP) pauschal vor „wider besseres Wissen Falschinformationen“ zu verbreiten. Sich selbst aber bescheinigt er ..die Informationen der Wissenschaft korrekt und unverfälscht an die Gesellschaft… zu tragen. Der folgende Faktencheck in zwei Teilen zeigt, wie wenig von Stocker Behauptungen stimmen.

Anmerkung II:

Es empfiehlt sich für den interessierten Leser zunächst einmal das Ton-Video mit allen Folien Stockers in Ruhe anzuhören bzw. –schauen. Und dann erst in den Faktencheck einzusteigen. Zur besseren Unterscheidung sind alle Äußerungen Stockers in Kursiv gesetzt, die Kommentare in Normal

Video als Audio incl. aller Folien des Vortrages von Prof. Thomas Stocker am 10.5.16 in Vaduz

Es ist mir ein Anliegen, dass Informationen der Wissenschaft korrekt und unverfälscht an die Gesellschaft getragen werden[1]

Prof. Dr. Thomas Stocker, Leiter der Abteilung für Klima- und Umweltphysik des Physikalischen Instituts der Universität Bern und bis Ende 2015 vor kurzem Leiter der Arbeitsgruppe I (Die wissenschaftlichen Grundlagen) des IPCC, referierte am 10.5.16 auf Einladung der dortigen LIFE Klimastiftung in Vaduz über den Klimawandel und die Notwendigkeit diesen durch „Dekarbonisierung“ der gesamten Wirtschaft zu stoppen. Im Laufe seines Vortrages (hier) stellte Stocker viele Behauptungen über klimatische und zukünftige Veränderungen auf, sowie über deren Ursachen. Z.B ab Min 5:32 „der Einfluss des Menschen auf das Klimasystem ist klar“

Wie auch in den bisher 5 IPCC Berichten lieferte er jedoch keinerlei Beweise für  seine Behauptung dass

. „der Einfluss des Menschen auf das Klimasystem (ist) klar“ sei…

noch darüber, dass die Treibhausgase (Minute 18:10, siehe auch Abbildung 10) die ihnen unterstellte Wirkung wirklich hätten.

Stocker sprach zwar vielfach – insbesondere am Ende seines Vortrages- von „Evidenzen“ also Beweisen, nannte und lieferte aber merkwürdigerweise keine einzige dieser „Evidenzen“.  Solche Evidenzen wären z:b. begutachtete Fachpublikationen, die es jedoch mit der von Stocker behaupteten  klaren Aussage nicht gibt. Als Kläger oder Staatsanwalt, wäre er vor jedem Gericht damit durchgefallen. Denn jeder auch nur halbwegs fähige Verteidiger, aber auch jeder Richter, hätte seine Argumente als ungenügende Indizien gewertet und den Beschuldigten mindestens mangels Beweisen freigesprochen.

Klimaphänomene statt Beweisen

Stattdessen beschrieb Stocker detailliert verschiedene Klimaphänomene, wie den Anstieg der globalen Mitteltemperatur, den Rückgang von Gletschern (u.a. am Beispiel des Aletschgletschers) den Anstieg des Meeresspiegels, die behauptete Zunahme von Extremereignissen wie Hitzewellen und Starkniederschlägen, und ordnete diese Klimaphänomene ausnahmslos und nur aus Gründen einer nicht mal engen, Korrelation, dem Ausstoß von Treibhausgasen zu.

Folgte man Stocker und -bis auf wenige Ausnahmen- taten dies die etwa 100 Teilnehmer, dann hat es vor dem Beginn  seiner Betrachtung der Klimaphänomene (die meisten seiner Zeitreihen begannen um 1880) keinerlei „Klimawandel“ gegeben, und noch klarer: All die gezeigtenVeränderungen gingen – so Stocker – würden hauptsächlich auf den menschlichen Einfluss zurückgehen. Damit folgte er zwar der klimawissenschaftlich unhaltbaren Definition des United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCC) ohne diese fragwürdige Definitionsübernahme seinem Publikum auch nur im Ansatz zu erläutern. Das breite Publikum versteht aber immer noch und völlig zu Recht unter dem Begriff „Klimawandel“ eben den Wandel des Klimas. Daraus erklärt sich auch der irreführende Vorwurf vieler Klima-Alarmisten an die „Klima-Skeptiker“ diese würden bestreiten dass es einen Klimawandel überhaupt gäbe.

Klimavariabilität vs Klimawandel

Um evtl. späterer Kritik vorzubeugen und ohne den gewollten Eindruck im mindesten abzuschwächen, erwähnte Stocker zwar gelegentlich eine „natürliche Klimavariabilität“ sprach aber zwischendurch konsequent ausschließlich vom Klimawandel. Und ließ keinen Zweifel,

der würde für die Welt riskant sein, weil er fatale Konsequenzen habe

und

und der Mensch sei daran schuld

und

die Rettung sei einzig und allein die völlige Dekarbonisierung der Weltwirtschaft

Damit erwies er sich einmal mehr als treuer Aktivist für die IPCC Doktrin in der genau dieses Mantra (# 1 und # 2, Pariser Accord  2015 für # 3) die politische Vorgabe[2] für die gesamte Arbeit dieses politischen Gremiums ist. Seine Treue zum Auftraggeber darf auch nicht verwundern, denn immerhin arbeitet Stocker schon seit 1998 im IPCC tonangebend mit. Mit neutraler unabhängiger Wissenschaft hat diese rein politische Ausrichtung einer unbewiesenen Ergebnisvorwegnahme jedoch nichts zu tun. sondern ausschließlich mit Aktivismus, also eher mit dem Missbrauch von Wissenschaft.

Wegen der vielen Ungereimtheiten, Widersprüchlichkeiten und Halbwahrheiten, bis hin zu kompletten Falschaussagen, die Stocker unter Nutzung des Vertrauensbonus gegenüber einem renommierten Wissenschaftler ungerührt aussprach, ist es erforderlich, die wichtigsten seiner Aussagen einem Faktencheck zu unterziehen. Dieser erfolgzt doppelt, einmal in Form eines Videos, welches das Team vom Klimamanifest von Heiligenroth erarbeitete  (Sie finden es  ganz unten bzw. hier) und zum Zweiten in Form des vorliegenden Textes, der den Behauptungen Stockers Widerlegung bzw. Relativierung entgegenstellt.

„Nun, Mittelwerte aus einer zeitlich und räumlich variablen Grösse zu berechnen ist wirklich elementar[3].“

Fast alle Zeitreihen die Stocker für die verschiedensten Klimaphänomene zeigte, begannen um 1880 manchmal auch erst um 1900. Alles was davor war, existierte für Stocker nicht. Dabei sind die oft für Mensch und Tier einschneidenden klimatischen Veränderungen fast für das gesamte Holozän –also die letzten 10.000 Jahre-, sicher aber für die Geschichte der letzten 2000 Jahre bis in die Neuzeit hinein recht gut erforscht und dokumentiert. Dies zwar erst in jüngerer Zeit durch Erfassung und Übermittlung direkter instrumenteller Messungen, aber für die Zeit davor, durch Proxydaten – also Stellvertreterdaten- wie aus Sedimenten, Baumringen, Stalagmiten, Eisbohrkernen und weiteren Belegen wie z.B. Auffinden vom Baumresten in alpinen Hochlagen, in denen heute keine Bäume mehr wachsen, bis hin zu Klimainformationen gewonnen aus Kirchenbüchern.  Die so erschlossene Klimageschichte zeigt, dass frühere klimatischen Schwankungen häufig rascher und stärker waren, als wir sie aus den letzten 150 Jahren kennen. Diese wissenschaftlichen und oft veröffentlichten Fakten passen aber nicht in Stockers Strategie, die sich zum Ziel setzt ohne Zweifel festzulegen, dass der Mensch am Klimawandel nach der industriellen Revolution allein verantwortlich sei. Selbstredend wurden die zuvor erwähnten, den Menschen entlastenden Daten in Stockers Vortrag einfach übergangen.

Einschub: Zitat Klimaforschers und -Aktivisten Stephen Schneider, seinerzeit Leitautor des IPCC:

„Deshalb müssen wir Schrecken  einjagende Szenarien ankündigen. Um Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen wir dramatische Statements und kein Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschern muss entscheiden, wie weit er ehrlich oder effektiv sein will.“

Und noch etwas fiel auf:

So gut wie keine der vielen Graphen die Stocker zeigte Fehler/Unsicherheitsmargen oder Fehlerbalken[4]. Obwohl die fast immer groß bis sehr groß sind. Und ebenso wenig informierte Stocker sein Publikum über die häufig viel zu geringe Anzahl und oft sehr mangelhafte Qualität der Daten, die zur Berechnung der verschiedenen Klimagrößen verwendet werden mussten, auch nicht ihre offensichtlich höchst ungleiche regionale Verteilung auf dem Globus.  Stattdessen beeindruckte er das Publikum mit großen Zahlen – sprach von „Millionen von Daten“ nannte diese „genügend und qualitativ hochstehend“ und dass sie erlaubten „statistisch robuste“ Aussagen (Min 13:50) zu machen.

Doch die Daten früherer Zeiten – etwa vor 1950- sind weder robust, noch zahlreich, noch gleichmäßig verteilt, sondern oft qualitativ schwach bis mangelhaft und nur für wenige Orte  verfügbar,.  Weil sich das auch nicht mehr ändern lässt, ist die verlässliche Rekonstruktion verlässlicher Zeitreihen mit möglichst geringen aber glaubwürdigen Unsicherheitsbändern alles andere als „elementar“. Im Gegenteil, es ist ganz hohe Schule unter sehr gekonnter Anwendung erprobter statistischer Messtechnik und ausgefeilter Methodik. Normale Ingenieure und Naturwissenschaftler wissen das und handeln seit jeher danach.  Offenbar aber nicht Klimatologen wie Herr Prof. Stocker und eine Reihe von IPCC Kollegen. Die wissen das nicht -und wenn doch- kümmern sich offensichtlich nicht darum.

Zwischen-Fazit:

Wenig vom Gesagten in Stockers Vortrag stimmte sachlich, oder ließ sich überhaupt belegen, wie er es behauptete, jedenfalls dann nicht, wenn man sich die Daten vor 1950 anschaut, für manche Größen gilt das sogar schon vor 1979 (dem Jahr ersten  Temperaturbestimmungen durch Satelliten) oder noch später – wenn man sich z.B. die Daten und deren Qualität für die Bestimmung „des Meeresspiegels“ ansieht. Und noch viel weniger stimmte dass, was Stocker verkündete, wenn man die Zeiten vor 1880 mit einbezieht. Wenn man jedoch die Klimavergangenheit nicht wirklich kennt, dass ist es irreführend, wenn man dann den Eindruck erweckt man könne darauf aufbauend die Zukunft projizieren. Ein Umstand der z.B. bei der Bestimmung der absoluten Mitteltemperatur der Erdatmosphäre deutlich wird, die noch vor wenigen Jahren mit 15°C festgestellt wurde und nun – ohne weitere Erklärung auf 14,76 °C abgesenkt wurde. Im Video des Klimamanifestes von Heiligenroth (hier) wird auf diese sponate „Abkühlung“ besonders eingegangen. Stocker vermied die Erwähnung dieser wichtigen Kenngröße gleich ganz.

Ob diese offensichtliche Irreführung des Publikums auf mangelndes Wissen des Herrn Stocker zurückzuführen ist, der ja die präzise und aussagefähige Berechnung dieser Größen als elementar ansieht, oder ob es schlichter Glauben an seine und die Fähigkeiten seiner Kollegen ist, spielt eigentlich keine Rolle. Falsch, tlw. grob falsch oder einseitig übertrieben sind viele dieser Aussagen auf jeden Fall. Das wollen wir an mehreren Beispielen zeigen.

Globale Mitteltemperatur

Beispiele:

Ab Min  7:56 und folgend werden mehrfach Zeitreihen der globalen Mitteltemperatur gezeigt und erläutert. So die (Neuere) Zeitreihe für die Nordhemisphäre und Südhemisphäre ab 1880 Min  8:15 O-Ton „Sie sehen hier die globalen Temperatur Messungen basierend auf Millionen von Temperaturdaten seit 1880..

Abbildung 1 . Zeitreihen der globalen Mitteltemperatur nach Stocker aufgeteilt in die Nord (rot)- und Südhemisphäre.(blau)

..Min 8:55 Sie sehen ganz klar einen Anstieg, wir können diesen Anstieg quantifizieren…..Im IPCC Bericht hatten wir die Zahl von 0,855 ° C Erwärmung von 1900  bis 2011 drin..

13:09 Das ist ein weiteres Bild.. ….der Klimawandel kann nicht festgemacht werden an einer globalen gemittelten Temperatur,  die niemand als solche erlebt, die ein mathematisches aber sehr nützliches Konstrukt ist, sondern Sie müssen auch Karten anschauen, wo dies möglich ist.

Abbildung 2 Darstellung der Temperaturzunahme  von 1901 bis 2012 geographisch verteilt… Stocker zeigt die Erwärmung „statistisch robust“ von 1901 bis 2012

Min 13:40 das ist die Karte die wir den politischen Entscheidungsträgern vorgelegt haben,.. sie zeigt die Temperaturtrends von 1901 bis 2012 in denjenigen Orten der Welt wo wir (13: 50) genügend qualitativ hochstehende Messungen haben.. …Min13:58 Die Welt ist nicht ganz farbig sie ist auch nicht ganz weiß, im Gegenteil wir können in den meisten Gebieten – die wichtig sind, wenn es um die Diskussion des Klimawandels geht, den Trend angeben  und (14:08) wir können diesen Trend robust angeben,…statistische Robustheit ist hier indiziert durch Kreuze (nicht erkennbar) ..14:18 mit Ausnahme des Nordatlantischen Ozeans, wo sie eine Abkühlung haben, haben sie überall eine statistisch signifikante Erwärmung  …. wir haben aber auch Regionen – dass muss man deutlich sagen, wo wir zu wenig Daten haben. (Anmerkung: Untertreibung des Jahres) um über die lange Periode von über 100 Jahren eine verlässliche Aussage zu machen..Trotzdem … 14:46 „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig“

Soweit einige der klaren Aussagen des Vortragenden Prof. Dr. Stocker

Was ist daran auszusetzen?

Nun, zunächst ist festzustellen, dass nur die Aussage ..von den Millionen Klimadaten“ zweifelsfrei feststeht und damit korrekt ist. Doch diese Aussage, allein dafür gedacht das Publikum gehörig zu beeindrucken, sagt für sich genommen überhaupt nichts aus. Jeder erinnert sich vielleicht an den etwas unfeinen Satz „..Millionen Fliegen können nicht irren“ .. tun es dann aber – wenn auch nur aus menschlicher Sicht- doch.

Nehmen wir ein Beispiel aus den Temperaturaufzeichnungen. Jede Wetterstation in den USA und den englisch dominierten Teilen der Welt wird 2 x täglich abgelesen (Max- und Min Temperatur). Daraus wir dann der Mittelwert gebildet. Ohne Mittelwertbildung erzeugt also jede Station pro Jahr 365 x 2 = 700 Messwerte. Nehmen wir 1850 als Beginn, so sind das bis z.B. 2010 160 Jahre. D,h von jeder Station dieser Art und Messdauer liegen  160 x 700 = 112.000 Daten vor. Bei nur 9 Stationen weltweit hätten wir die Million schon leicht überschritten. In Europa, das auf eine noch längere Messtradition als die USA zurückblickt kann, hat man überwiegend 4 Messwerte pro Tag abgelesen. Da genügten also schon weniger als 5 Stationen um über 160 Jahre die Million zu erreichen. D.h. insgesamt weniger als 15 Stationen liefern schon mehr als 2 Mio Messwerte. Es gibt aber viel mehr Wetterstationen, inzwischen über 7000. Doch reichen sie aus?

..doch es kommt noch schlimmer.

Da wir uns ja mit dem „Weltklima“ beschäftigen, dass es übrigens aus naturgesetzlichen Gründen ebenso wenig geben kann, wie eine Welttemperatur (es gibt nur Klimazonen von tropisch bis polar),  sollten wir auch Daten über allen Teilen der Welt verfügen. Und die über möglichst lange Zeiträume mit kontinuierlicher Messung. Dazu noch regional gleichmäßig verteilt. Aber an allem  hapert es gewaltig. Und lässt sich auch nicht mehr ändern. Vergangen ist vergangen! Die Welt ist mit 510 Mio km^2 Fläche riesig, und dazu noch zu 71% von Wasser bedeckt. Es nützt ja wenig bis nichts, wenn die Messstationen nur auf ein oder zwei Gebiete dieser  Welt konzentriert sind. Und es nützt auch wenig, wenn die Stationen intermittierend oder nur kurz ihre Arbeit verrichteten.  Aber genau so ist die Realität.

A

Abbildung 3 Das Video zeigt die Entwicklung der Zahl und der Verteilung der Wetterstationen, die zur Bestimmung der globalen Mitteltemperatur herangezogen wurden( Quelle climateaudit station di#200ADF1). Deutlich ist deren geringe Anzahl –besonders in den Jahren vor 1950- zu erkennen, ebenso wie ihre starke Konzentration auf faktisch nur zwei Gebiete. Nämlich Europa und die USA. Der Rest der Welt blieb weitgehend unbeobachtet.

Insgesamt enthält die NASA GISS Datenbank, hervorgegangen aus dem (GHCN) Global Historical Cimatology Network 7364 Datenreihen von Wetterstationen weltweit[5]. Einige gehen bis 175 Jahre zurück, andere nur wenige Tage.

Für Klimazwecke sind aber nur Stationen mit

a) kontinuierlicher ununterbrochener Aufzeichnung, möglichst am selben Ort mit derselben Ausstattung (kommt leider kaum vor) brauchbar und

b) mindestens ab 1880 (je früher je besser)[6].

Nach den Untersuchungen von F.K. Ewert anhand der NASA GISS Listen von 2010 lieferten aber nur 1086 Stationen über 100 oder mehr Jahre kontinuierlich Temperatur-Daten. Und davon lagen ca. 80 – 85 % in den USA und Europa. In den Folgejahren kamen zwar rd. 6000 Stationen dazu, von denen aber nur weitere 757 Stationen Daten aufwiesen, die für Langzeitvergleiche, dank ununterbrochener Aufzeichnungs-Dauer, tauglich sind. Das ist zwar schon eine bessere Datenbasis, aber lange noch keine gute, wenn man allein an die riesige Landfläche von 146 Mio km^2 denkt deren Klimaentwicklung es zu beurteilen gilt.

Allein deshalb eine erste Feststellung:

Keine Bauvorschrift eines entwickelten Landes würde es zulassen, dass anhand von Daten dieser dürftigen Qualität (wofür man aber den Altvorderen keinerlei Vorwürfe machen kann) jemals eine Brücke oder eine Bahn, oder ein Auto oder gar ein Flugzeug gebaut, geschweige denn für den Verkehr freigegeben werden dürfte. Die IPCC Klimaforscher aber erlauben sich ein solches Vorgehen und – noch schlimmer- es wird Ihnen geglaubt, dass sie spärliche Daten mit mangelhafter Qualität in solche (vermeintlich) hoher Qualität umrechnen und damit ganze Gesellschaften aus den Angeln heben. Ihre Computer rechnen zwar brav und schnell das aus, was ihnen eingegeben wird. Richtiger wird das Ergebnis dadurch nicht, nur schneller falsch

Abbildung 4 zeigt die Anzahl der genutzten Wetterstationen mit kontinuierlicher Aufzeichnungsdauer aus der NASA-GISS Datei von 2010 und ihr jeweiliges Startjahr.  Es gab zwar noch mehr Stationen mit diesen Gründungsjahren, aber deren Betriebsdauer war für Klimabeobachtungen zu kurz.  Daten NASA-GISS;Auswahl K.F. Ewert; Grafik: M.Limburg

Flächendeckung

1880 1900 1920 1940 1960
Anzahl 116 883 1093 1280 1602
80 % davon USA & Europa 93 706 874 1024 1282
Rest der Welt 23 177 219 256 320
für 1 Station im Rest der Welt in Mio km ^2 4,21 0,55 0,45 0,38 0,30
ergeben Ø 4 Station für Russland 1 Station für Kenia 1 Station für Schweden 1 Station für Japan 1 Station für Italien

Tabelle 1 Sie zeigt, welche Flächen bei angenommener regionaler Gleichverteilung für den Rest der Welt von einer Wetterstation abgedeckt gewesen wäre.  Die Zahlen sprechen für sich.

Und wie war es auf den Ozeanen, z.B dem Nordatlantik mit dem weißen Fleck?

Auf den Ozeanen – immerhin zu 71 % die Erdoberfläche bedeckend-  gab es außerhalb der Hauptschifffahrtsrouten so gut wie keine Messungen. Mit am dichtesten befahren war und ist die Nordatlantik Route, die bei Stocker aber einen weißen Fleck zeigt.

Auf dem Meer wird jedoch nicht die Lufttemperatur sondern vorrangig die SST gemessen. SST steht dabei für Sea Surface Temperature . d.i. lt. Definition die Wassertemperatur  1 m  unter der Wasseroberfläche. Sie wird als Proxy für die eigentlich gewünschte Lufttemperatur verwendet, weil sie sich wg. der großen Wärmeträgheit des Wassers weniger erratisch ändert als diese. Sie ist aber nicht dasselbe, sondern unterliegt  eigenen anderen Beeinflussungen, die jedoch völlig unbeachtet blieben. Deswegen ist die 1:1 Übertragung eigentlich nicht zulässig und erhöht nur die tatsächliche Unsicherheit.  Temperaturmesssungen der Weltmeere waren bezogen auf die Fläche noch weit spärlicher vorhanden als an Land. Ihre unvermeidbaren Unsicherheiten waren infolgedessen noch deutlich größer als die vom Land.

Abbildung 5 Darstellung der gemeldeten SST´s (Sea Surface Temperature, ein Proxy für die noch viel schlechter bekannte Meeres-Lufttemperatur, die man eigentlich für Vergleichszwecke benötigt) für die Woche vom 2. bis 8. Januar 2000. Sie zeigt die extrem dünne messtechnische Abdeckung der Wasserfläche der Erde. Frühere Abdeckungen der Wasserfläche sind mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch deutlich schlechter gewesen. Aus [REYNOLDS, R. W. & RAYNER,, 2002] Seite 1611

Von wegen statistisch robust!

Inzwischen gibt es auch einige begutachtete Papers[7],[8],[9]  -unter anderem vom Verfasser dieser Zeilen-, die nachweisen, dass die unvermeidbaren Unsicherheiten, die sich durch systematische Messfehler ergeben, welche zwar der Art nach bekannt, aber weder in der Größe noch Richtung korrigierbar sind,  bei der Berechnung der Zeitreihe der globalen Mitteltemperatur deutlich größer als ± 1,084 ° C bis ± 2,084 ° C sind. Vermutlich sogar ein Vielfaches davon. Sie werden zudem trichterförmig größer, je weiter man in die Vergangenheit zurückgeht.

Wenn sich das bestätigt, und daran kann eigentlich kein Zweifel bestehen, denn die in den papers verwendeten statistischen Methoden sind klassisches Ingenieurswissen, seit über hundert Jahren bekannt und wurden seitdem in allen Maschinen- und  Bauwerkskonstruktionen überaus erfolgreich angewendet, dann ist klar, dass auch jegliche Zuordnung irgendwelcher Ursachen der Änderung der globalen Mittel-Temperatur der letzten 150 Jahre nur spekulativ sein kann.

Und weiter kann daher jeder seriöse Experte wohl nur den Schluss ziehen, dass die im Bild 2 angegebenen Kreuze die für die „Robustheit“ der Aussage stehen sollen-nach allen Regeln der Statistik- nur reine Spekulation sind.

Gab es eine Erwärmung?

Bei Anwendung der grundlegenden Regeln für den Umgang mit unsicherheitsbehafteten Daten,  ist aus diesen Daten nicht mal festzustellen, ob es überhaupt eine Erwärmung gegeben hat. Gäbe es die Einzelwertanalysen nicht, wie sie dankenswerter Weise Karl Friedrich Ewert[10] angefertigt hat, er hat dafür die o.a. angeführten über 1839 Langzeit-Einzelzeitreihen  ausgewertet-  dann wären wir nur auf Proxydaten angewiesen. So aber zeigt sich, dass die Temperatur der Atmosphäre der Erde rhythmischen Schwankungen unterworfen ist, deren Zyklen,  anders als die Absolutwerte, auch nicht im Rauschen verschwinden, sondern in den Zeitreihen klar identifizierbar bleiben.

Abbildung 6 : Zeitreihen des Verlaufs der Temperatur nach verschiedenen Quellen. Grafik F.K. Ewert 

Als Fazit aus all dem ergibt sich:

1.     Von robusten gar qualitativ hochstehenden Daten (O-Ton Stocker) kann überhaupt keine Rede sein.

2.     Eine „elementare“ Aufgabe ist deren Auswertung keineswegs

3.     Weder sind präzise Angaben über die absolute noch relative (Anomalie) historische  globale Mitteltemperatur der Erde vor der Satellitenerkundung (1979) möglich, jedenfalls dann nicht, wenn man sich an die klassischen Prüf- und Bewertungsverfahren von Messergebnissen der Ingenieur/Naturwissenschaften hält.

4.     Qualitativ wie quantitativ vernünftig auswertbar sind nur die einzelnen Zeitreihen, wie es F.K. Ewert vorschlug. Das erfordert allerdings einen Zeitaufwand den die Verantwortlichen scheuen, zumal das Ergebnis ihnen nicht passen dürfte.

5.     Deutlich erkennbar und auch metrisch auswertbar sind hingegen Zyklen in den Zeitreihen (man sehe z.B hier)

6.     Diese unterscheiden sich in Nichts von den klimatischen Zyklen früherer Zeiten

7.     Ein Einfluss von Treibhausgasen insgesamt, insbesondere von CO2, ist in keiner der Zeitreihen erkennbar. Schon deren Korrelation mit den Klimagrößen ist auf allen Zeitskalen denkbar schlecht bis nicht vorhanden

Abbildung 7 : Zeitreihen des Verlaufs der globalen Temperatur, der CO2 Konzentration und der Portogebühren für US Briefe,  nach verschiedenen Quellen.

Zu vergleichbaren Aussagen kommen daher auch die schon  erwähnten Autoren J.D´Aleo und A. Watts in ihrer 110 seitigen Analyse: Sie schreiben u.a in ihrer Summary for Policymakers auf Seite 4

 

1. Instrumental temperature data for the pre-satellite era (1850-1980) have been so widely, systematically, and unidirectionally tampered with that it cannot be credibly asserted there has been any significant “global warming” in the 20th century.

 

2. All terrestrial surface-temperature databases exhibit very serious problems that render them useless for determining accurate long-term temperature trends.

3. All of the problems have skewed the data so as greatly to overstate observed warming both regionally and globally.

Teil 2 folgt in Kürze

Video Teil 1 des Faktenchecks den das Team von Klimamanifest von Heiligenroth mit z.T. anderen Schwerpunkten angefertigt hat


Fußnoten und Quellen

[1] Zitat aus einem Stocker Interview in der Sonntagszeitung (Schweiz) vom 12.6.2016

[2]Quelle ist die IPCC- Webseite 2009 in About IPCC:  http://www.ipcc.ch/about/index.htmIts role is to assess on a comprehensive, objective, open and transparent basis the latest scientific, technical and socio-economic literature produced worldwide relevant to the understanding of the risk of human-induced climate change

[3] Aus einer Rück-Mail T. Stockers an den Verfasser, als der ihn darum bat zu erklären, welche Daten mit welcher Qualität er für seine Aussagen und Graphen verwendet hätte.

[4] Ab Minute 43:42 fragt Stocker.. wie soll es mit dem Planeten weiter gehen und zeigt dazu eine Grafik mit Temperaturzeitreihen ab 1950 (aus Daten errechnet) und Prognosen ab ca. 2005 nach Modellen. Beide Versionen sind von leichtem Schleier umgeben, die man als Unsicherheitsbänder deuten kann. Verwiesen wurde darauf nicht .

[5] Quelle: Global Historical Climatology Network (GHCN) hier, ausgewertet über die GISS Seite (hier) von Friedrich Karl Ewert Details dazu hier

[6] Siehe auch die Auswertugnen von J. D´aleo und A, Watts in SURFACE TEMPERATURE RECORDS:

POLICY DRIVEN DECEPTION? Seite 14

[7] NEW SYSTEMATIC ERRORS IN ANOMALIES OF GLOBAL MEAN TEMPERATURE TIME-SERIES; Michael Limburg (Germany) ENERGY & ENVIRONMENT VOLUME 25  No. 1 2014

[8] P.  Frank,  “Uncertainty  in  the  Global  Average  Surface  Air  Temperature  Index:  A Representative Lower Limit,”  Energy & Environment , vol. 21 , no. 8, pp. 969-989, 2010

[9] P.  Frank,  “Imposed  and  Neglected  Uncertainty  in  the  Global  Average  Surface  Air Temperature Index,”  Energy & Environment · , vol. Vol. 22, N, pp. 407-424, 2011.

[10] Details dazu z.B. hier http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/eike-9-ikek-prof-ewert-erderwaermung-was-wurde-gemessen-und-wie-wurde-ausgewertet/

[11] Quelle „Can Both GISS and HadCRUT4 be Correct? (Now Includes April and May Data) hier

[12] UAH steht für Satellitenauswertung der Erdmitteltemperatur der Universität von Alabama Huntsville, RSS steht für Remote Sensing Systems eine zweite unabhängige Einheit die  ebenfalls mit der Satellitenauswertung der Erdmitteltemperatur befasst ist. HadCrut steht für Hadley Center und Climate Research Unit der Universität von East Anglia die offiziell die terrestrischen und seegestützten Daten auswerten

[13] Vermutlich auf Grund dieser klaren Erkenntnis – was nicht ist, was nicht sein darf-  hat das Hadley Center die Datensätze noch mal einer kosmetischen Behandlung unterzogen und veröffentlicht die unter HadCrut 4: Die zeigen: „There is no statistically significant warming since March 2005“.  Erfreulicherweise kann man aber immer noch die Daten von HadCrut 3 herunterladen.

[14] Details dazu z.B. hier NASA-GISS ändert rückwirkend die Temperaturdaten – warum ? von Friedrich-Karl Ewert

URL http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/nasa-giss-aendert-rueckwirkend-die-temperaturdaten-warum/

[15] Dieses schöne Beispiel ist dem Aufsatz von  Gerhard Kühn „Atlantis- Was geschah vor 10.000 Jahren“ entnommen. Quelle EIKE hier

[16] The Antarctic Has Been Warmer Than Now For Most Of The Last 8000 Years, aus Geophysical Newsletters:

The Antarctic Has Been Warmer Than Now For Most Of The Last 8000 Years

[17] Von um die 10 Stationen nur auf der Nordhalbkugel um 1880 stieg die Zahl bis 1985 auf ca. 300 auf der NH und ca. 60 auf der SH an, um dann auf insgesamt ca. 160 zurückzufallen. (Quelle IPCC AR4, Ch5)

[18] Der Verlauf des Meeresspiegels im Holozän und seit 2.000 Jahren hier http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/der-verlauf-des-meeresspiegels-im-holozaen-und-seit-2000-jahren/

[19] Details dazu hier Willis Eschenbach : CO2 in der Atmosphäre durch Verbrennung verdoppeln? Kann man total vergessen!

http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/co2-in-der-atmosphaere-durch-verbrennung-verdoppeln-kann-man-total-vergessen/