Die Kraft-Wärme-Entkopplung

In den meisten Fällen stellen KWK-Kraftwerke Wärme für die Heizung öffentlicher und privater Gebäude bereit, oder sie versorgen als Industriekraftwerk Betriebe mit Prozesswärme (z. B. in der chemischen Industrie). Die Abgabe von ungenutzter Abwärme an die Umgebung wird dabei weitestgehend vermieden.“ So kann man es als technischer Laie in Wikipedia nachlesen.

Rotgrün hatte 2002 das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz in Kraft gesetzt. Entsprechend diesem Gesetz wurden Maßnahmen zur Nutzung der Abwärme gefördert. 2008 und 2012 wurde die Gesetzgebung novelliert. Stromkunden zahlen bis heute eine KWK-Abgabe, die in den Strompreis integriert ist. Aber wie es mit Energiepolitikern so ist: Was sie mit den Händen schaffen, reißen sie mit dem Hintern wieder ein.  Da die Kraftwerke wegen zunehmender Einspeisung von Flatterstrom  nicht mehr kontinuierlich arbeiten, entsteht natürlich auch die Abwärme nicht mehr so durchgehend, wie sie vom Abnehmer benötigt wird.

Einen tiefen Einblick in die nicht mehr funktionierende Kopplung zwischen Stromerzeugung und Abwärmenutzung gibt der Geschäftsbericht 2014 der Thüringer Energie.

„An immer weniger Stunden im Jahr erlaubt der Strompreis eine wirtschaftliche Fahrweise konventioneller Kraftwerke. Das volatile Marktumfeld betrifft insbesondere unsere Heizkraftwerke an den Standorten Jena, Schwarza und Bad Salzungen, wo wir Wärme vorzugsweise in energetisch hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen. Im Geschäftsjahr haben wir deshalb weitere Maßnahmen zur Flexibilisierung des Kraftwerksbetriebs ergriffen. Dies ermöglicht es uns, die vertraglich zugesicherten Wärmemengen zeitlich von der Stromproduktion zu entkoppeln…“

Man könnte die Schreiber des Geschäftsberichts mühelos in George Orwells Wahrheitsministerium beschäftigen. Wie kann man beim Stromverkauf von einem „Marktumfeld“ plappern? Das Umfeld erkennen wir schon, wo aber ist in der Planwirtschaft der Markt? „Flexibilisierung“ der Kraft-Wärmekopplung ist schlicht und ergreifend Entkopplung.

Man hätte schreiben können: „Liebe Leute, die Kraft-Wärmekopplung funktioniert nicht mehr, wenn wir die konventionellen Kraftwerke ständig hoch- und runterfahren müssen. Aus die Maus.“

Eine ähnliche Situation gibt es in Leipzig. Dort mußten die Stadtwerke immerhin 40 Mio € in eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) investieren, weil das hochmoderne Gaskraftwerk nicht mehr genügend Heizleistung dank Flatterstromeinspeisung produzieren konnte. Nach der “Investition” erhält die GuD-Anlage eine Zulage nach KWK-Gesetz in Höhe von 2,1 ct/kWh Strom für einen Zeitraum von rund fünf bis acht Jahren. „Auch wenn bei aktuellen Strommarktpreisen von derzeit ca. 3,5 ct/kWh die Wirtschaftlichkeit der GuD-Anlage noch nicht wieder erreicht ist, so hilft diese Zulage den Stadtwerken Leipzig doch maßgeblich, die für die Erzeugung aktuell schwierige Marktphase durchzustehen“, betont Raimund Otto, Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig in einer Pressemitteilung.

40 Millionen investiert, um hinterher Verlust einzufahren. Und wieder das Fabulieren vom Markt. Herr Otto, das ist kein Markt, das ist alles Planwirtschaft reinsten Wassers!

In der enthüllenden Pressemitteilung der Stadtwerke Leipzig heißt es weiter:

“Um die Systemsicherheit des Stromnetzes gewährleisten zu können, werden auf den Regelenergiemärkten immer mehr Reserveleistungen mit hohen sogenannten Laständerungsgeschwindigkeiten benötigt. Anlagen, die mit ihrer hohen Flexibilität einen Beitrag zur Systemsicherheit leisten, haben daher bei den Übertragungsnetzbetreibern einen besonderen Stellenwert. Zu diesen Anlagen zählt jetzt auch die Leipziger GuD. Hintergrund für den Leistungsbedarf sind die zunehmenden Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien und die damit einhergehenden hohen und schnellen Laständerungen. Denn auf diese müssen die konventionellen und KWK-Anlagen in immer größerem Umfang reagieren.”

Der Bürger darf gespannt sein, ob die im Strompreis versteckte KWK-Umlage nun schrittweise geringer wird.  Wäre doch logisch…

Übernommen von Prabels Blog hier 




Warum ein Ausstieg aus der Kohle schädlich ist

Dabei ist allen seriösen Forschern klar, dass Karl nur zu diesem Ergebnis gelangen konnte, weil er massiv ältere Daten verfälscht und alle anderen Datensätze wegließ. (Erste Details hier) Lesen Sie daher das Plädoyer von Fritz Fahrenholt auch unter diesem Aspekt

 Warum ein Ausstieg aus der Kohle schädlich ist

von Fritz Vahrenholt

Der norwegische Staatsfond, einer der größten Investoren der Welt, soll nach dem Willen des norwegischen Parlamentes nicht mehr in Unternehmen investieren, die bei mehr als 30 Prozent ihres Geschäftes abhängig von Kohle sind.

Umweltaktivisten sind in Feierlaune, die Medien berichten ausführlich über den Anfang des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern, die Finanzbranche horcht auf.

Nun hat der Boykott von Unternehmen durch Nachhaltigkeitsfonds, sei es in der Zigaretten- oder Rüstungsindustrie, noch nie dazu geführt, dass die Produkte verschwinden. Solange profitable Ergebnisse produziert werden, findet sich Kapital, das investiert.

Interessant ist allerdings, woher die rund 900 Milliarden Dollar des norwegischen Staatsfonds stammen : Es ist der Ertrag aus dem lukrativen Öl-und Gasgeschäft Norwegens. Die Begründung für den Ausstieg aus der Kohle ist die mutmaßliche Klimabeeinträchtigung durch CO2 -Emissionen beim Verbrennen der Kohle. Doch beim Ersatz der Kohle durch Öl oder Gas entsteht immerhin mindestens 50 Prozent der durch Kohle bedingten Emissionen. Nicht einberechnet sind dabei die Emissionen aus Gas-Pipeline-Leckagen durch das mehr als 20 mal mehr klimabeeinflussende Erdgas.

Doch die grüne Umweltlobby in Deutschland will es gerne noch radikaler: Carbonfree ist das Ziel, also weg von Kohle, Öl und Gas. 100 Prozent der Energieerzeugung soll aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Sind wir wirklich sicher, dass Windkraftanlagen per se die umweltfreundlichere Energieerzeugung darstellt? Um die gleiche Menge Strom zu erzeugen, bräuchte es eines Flächenverbrauchs mit entsprechender Naturzerstörung in astronomischem Ausmaß. Allein um die Strommengen des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg zu ersetzen, benötigt man die Fläche des gesamten Landes Hamburg.

Wie realistisch ist es, nicht nur Strom, sondern auch die Heizwärme und die Kraftstoffe für den Verkehr auf absehbare Zeit ohne fossile Energieträger weltweit von China bis Brasilien zu erzeugen? Nach wie vor geht in China alle 14 Tage ein Kohlekraftwerk ans Netz und Indien ist auf dem Weg, es dem Nachbar gleichzutun. Weiter beim manager magazin




Schlaraffenland im EEG-Paradies – Wie man die Verbraucher gegeneinander ausspielen und dann austricksen kann

von Helmut Kunz

Schlaraffenland im EEG-Paradies

Dank dem EEG ist Deutschland ein Land neuer Erfindungen – und eine schaffte nicht nur den  Durchbruch, nein den Quantensprung – Ökostrom ist kostenlos geworden!

Am 2.6.15 kam in vielen Infoquellen(5) die Information:

Zu Bild rechts: Logo des Internetportals zur Sonnenenergie mit folgendem Hinweis:

Schwarmspeicher-Verbund lässt kostenlosen Strom fließen; Leipziger Unternehmen meldet Quantensprung im Energiemarkt

In der Nacht vom 31.05. zum 01.06.2015 wurde erstmals in der Geschichte der modernen Elektrizität kostenloser Strom in Energiespeicher-Systeme geladen, berichtet die Deutsche Energieversorgung GmbH (Leipzig), Hersteller von Speichersystemen der Marke SENEC.IES.

Diese Erstbeladung sei der Auftakt für den Schwarmspeicher-Verbund Econamic Grid dar, mit dem Endverbraucher in Deutschland Gratis-Strom beziehen können. Nach zweijähriger Entwicklungsphase habe SENEC.IES damit einen Meilenstein im Energiemarkt erreicht.

Wie funktioniert der kostenlose Strom? Wir lesen dazu im Firmenprospekt(1)

(Anm.: Hervorhebungen durch den Verfasser)

Warum stehen Windräder still?

Haben Sie sich schon gefragt, warum manchmal in einem  Windpark einige Windräder still stehen?

Hier greift die EEG-Abregelung, wenn zu viel Energie im öffentlichen Stromnetz zur Verfügung steht und die Übertragungsnetze überlastet sind. Kraftwerke müssen dann abgeschaltet oder gedrosselt werden. Da die abgeregelte Leistung trotzdem vergütet wird, entstehen doppelte Kosten.

Da wir mit Econamic Grid© das Netz entlasten, was von den Netzbetreibern vergütet wird, können wir Ihnen diesen überschüssigen Strom kostenlos in Ihrem SENEC.Home Stromspeicher zur Verfügung stellen.

Wieso kostet Sie Überschuss-Strom über Econamic Grid© nichts?

Diesen Strom können wir Ihnen kostenlos zur Verfügung stellen, da er zum Zeitpunkt des Überschusses in Deutschland nicht anderweitig verwendet werden kann. Mit Econamic Grid© übernehmen wir eine Netzdienstleistung, die von den Netzbetreibern vergütet wird. Diese Vergütung nutzen wir zur Deckung der anfallenden Kosten. Die Energie stellen wir Ihnen daher kostenlos zur Verfügung –  als erster Hersteller von Stromspeichern in Deutschland.

Kann ich auch Energie zur Verfügung stellen?

Ja, das können Sie. Die Energie, die Sie zum Beispiel aus Ihrer Photovoltaik-Anlage in das öffentliche Netz einspeisen, wird mit bis zu 0,35 €/kWh vergütet – abhängig vom aktuellen Strompreis für Regelenergie. Diese Stromvergütung ist unabhängig von der  EEG-Einspeisevergütung. 

Solch neue Erfindungen braucht das Land. Um zu weiteren anzuregen, erklären wir sie noch einmal mit anderen Worten

Der kostenlose Strom löst – wie beim EEG üblich  – ein Problem, welches es ohne Ökostrom so nicht gab.

Das Problem:

Prospekt: … wenn zu viel Energie im öffentlichen Stromnetz zur Verfügung steht und die Übertragungsnetze überlastet sind. Kraftwerke müssen dann abgeschaltet oder gedrosselt werden. Da die abgeregelte Leistung trotzdem vergütet wird, entstehen doppelte Kosten.

Klartext: Bei zu viel Ökostromeinspeisung muss die Einspeisung  gekappt werden. Um sich die Mengen klar zu machen, die Info aus den FAQ(3):2013 waren das 33,4 Mrd. kWh!“.

Wegen des Einspeise-Vorrangs ist der dadurch nicht eingespeiste Strom aber zu bezahlen, als wäre er geliefert worden. Zusätzlich entsteht bei der dann bestehenden Maximaleinspeisung  der Effekt, dass parallel auch die Grundlastkraftwerke zurückgeregelt werden müssen (denn die sind ja notgedrungen für 100 % ausgelegt), was auch bezahlt werden muss. 

Wenn also z.B. 130 % Ökostrom verfügbar sind, bestehen die folgenden Kostenpositionen:

·       100 % Ökostrom: wird mit Einspeisevergütung bezahlt

·       30 % Ökostrom-Überschuss: wird voll mit der Einspeisevergütung bezahlt , aber nicht eingespeist.

·       100 % Abregelung der Grundlastkraftwerke: wird bezahlt.

Und so funktioniert der Quantensprung zum Schlaraffenland

Prospekt: Da wir mit Econamic Grid© das Netz entlasten, was von den Netzbetreibern vergütet wird, können wir Ihnen diesen überschüssigen Strom kostenlos in Ihrem SENEC.Home Stromspeicher zur Verfügung stellen.

Klartext: Bei zu viel Ökostromeinspeisung wird der überschüssige Ökostrom nun ebenfalls ins Netzt eingespeist. Damit das möglich ist, muss der überschüssige Strom aber sofort von Stromsenken aufgenommen und gespeichert werden, in diesem Fall den Batterieen des Econamic Grid©. Die Stromsenken-Anbieter müssen sich verpflichten, den über 100 % liegenden Überstrom aufnehmen zu können. Diese Bereitstellung wird bezahlt und der jeweils aufgenommene Strom wird vergütet.

Wenn also z.B. 130 % Ökostrom das Netz überlasten, bestehen die folgenden Kostenpositionen:

·       100 % Ökostrom: wird mit Einspeisevergütung bezahlt.

·       30 % Ökostrom-Überschuss: wird wie schon vorher, mit EEG-              Einspeisevergütung bezahlt, aber nun ebenfalls eingespeist .

·       30 % Ökostrom (die zu viel im Netzt sind) müssen sofort aus dem Netz            verschwinden. Deshalb wird er in Senken – hier Batteriesystemen –  eingespeist und gespeichert.

o   Bezahlt wird für den Strom eine „Entsorgungsvergütung“

o   Zusätzlich wird eine Bereitstellungsvergütung für die Stromsenken bezahlt.

·       Weiter notwendige Abregelungen der Grundlastkraftwerke: wird bezahlt

Die 30 % Überschußstrom in den Stromsenken kann der Inhaber der jeweiligen Senken verbrauchen, oder auch als positiven Regelstrom bei Anforderung zurückspeisen. Macht er das, bekommt er je nach Ausschreibungspreis eventuell eine höhere Vergütung als der ursprüngliche Stromlieferant.

Das Schlaraffenland geht weiter

Prospekt: Die Energie, die Sie zum Beispiel aus Ihrer Photovoltaik-Anlage in das öffentliche Netz einspeisen, wird mit bis zu 0,35 €/kWh vergütet – abhängig vom aktuellen Strompreis für Regelenergie. Diese Stromvergütung ist unabhängig von der  EEG-Einspeisevergütung.

Klartext: Beim Einspeisen von EEG-Strom wird inzwischen ja nur noch eine öfters nicht mehr wirklich lukrative EEG-Vergütung bezahlt. Ist der eingespeiste Strom aber positiver Regelenergie-Strom, dann kann die Vergütung – abhängig vom Ausschreibungspreis – sogar deutlich höher sein als der, den der vorherige Einpeiser nach EEG bekommen hat. Denn der Regelstrom wird nicht nach EEG bezahlt.

Das gilt auch für den Strom, den man von einer Photovoltaik-Anlage dazu vorher in die Batterie selbst eingespeist hat. Und zusätzlich wird die Investition selbst auch gefördert(2).

Bietet diese Ökoenergie-Innovation Vorteile für den Bürger?

Selbstverständlich, und nicht wenige!

Vorher bekam häufig das Ausland den überflüssigen, deutschen  Ökostrom geschenkt oder sogar etwas für die „Entsorgung“ bezahlt. Nun bleibt diese moderne Wertschöpfung endlich im eigenen Land. – eben gelebte  „Best Practices“(4). Die Teilhaber tun auch das, was man heute von jedem Bürger erwarten kann (1), … sie leisten einen aktiven Beitrag zur Umwelt: überschüssiger Strom wird sinnvoll genutzt.

Und endlich ist bewiesen, dass Wind und Sonne wirklich keine Rechnungen, sondern im Gegenteil, sogar Vergütungen liefern. Damit ist das Arbeiterparadies – an welchem der (ehemalige) Osten mangels Geld noch scheiterte –  (dank unserem Geld) wirklich ganz nah.

Wenn alle „schmutzigen“ Kraftwerke abgeschaltet sind und nur noch begnadeter Ökostrom fließt, haben wir gesicherte 500 – 900 % Stromüberschuss. Jeder kann mit einfachem Dreisatz leicht ausrechnen, dass dessen Vergütung bei Weitem die Kosten der ersten 100 % (Grundlastbedarf) überkompensiert. Einfacher und plausibler kann man nicht belegen,  dass dann „erstmals in der Geschichte der modernen Elektrizität“ (5) alle kostenlosen Strom haben werden.  

Und wer ist der Dumme in diesem System?

Alle Strombezieher, die nicht daran teilnehmen.

Doch auch die brauchen nur noch etwas zu warten. Für sie kommt der kostenlose Strom ebenfalls  noch ganz bestimmt – die Ökoenergieexperten sind sich da ganz sicher -.

Nachtrag

Nach bisher noch unbestätigten Gerüchten soll den Schildbürgern posthum der Nobelpreis  (man sucht nur noch den EEG-Nobel dazu)  für besondere Verdienste um die Ökoenergie verliehen werden. Begründet wird dies damit, dass sie erstmals aufzeigten, wie man Probleme selbst erzeugt, sie dann auch mit viel Eifer nicht löst; dabei aber vorbildlich motiviert und innovativ ist – und als überall zitierte Vorbilder in die Weltgeschichte eingeht.

Helmut Kuntz

Quellen

(1)

Firmenprospekt Publikation: Econamic Grid©  Wir schenken Ihnen Strom!

http://www.photon.info/newsletter/document/84340.pdf

(2)

Solarförderung Fotovoltaik 2015 – was ist noch drin?

Seit Mai 2013 ist das anders: Seitdem bezuschusst der Staat den Kauf neuer Batteriespeicher für Solarstromanlagen mit bis zu 660 Euro pro Kilowatt Solarstromleistung.

http://www.energie-tipp.de/neue-energie/sonne/3923650

(3)

ECONAMIC GRID Fragen & Fakten

http://www.senec-ies.com/faq-zu-econamic-grid.html

(4)

NEXT Kraftwerke Publikation „Next-Pool“ Virtuelles Kraftwerk aus Erneuerbaren Energien

1. Fachdialog Intelligente Netze „Aktuelle Entwicklungen und Best Practices“

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/M-O/next-pool-virtuelles-kraftwerk-aus-erneuerbaren-energien,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

(5)

Artikelfundstellen (beispielhaft):

www.solarserver.de

http://www.energie-und-technik.de/energiespeicher/artikel/120089/?cid=NL

Publizierungen des Pressetextes: Schwarmspeicher-Verbund lässt kostenlosen Strom fließen; Leipziger Unternehmen meldet Quantensprung im Energiemarkt

In der Nacht vom 31.05. zum 01.06.2015 wurde erstmals in der Geschichte der modernen Elektrizität kostenloser Strom in Energiespeicher-Systeme geladen.




Klimaforscher Stefan Rahmstorf und Hans Joachim-Schellnhuber fordern mit Klimaaktivisten Berliner Landesregierung zur fossilfreien Wirtschaft und Politik zur Rettung des Weltklimas auf

In den Brief wird die Berliner Landesregierung aufgefordert, kein Geld mehr in Unternehmen zu investieren, die fossile Energieträger verbreiten. Auch die Banken, die solche Investments finanzieren, soll Berlin meiden.

Aus Sicht der Unterzeichner – zu den prominentesten zählen Stefan Rahmstorf und Hans-Joachim Schellnhuber (Klimaberater der Kanzlerin) vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) – sind solche Investments nicht nur fragwürdig, sondern auch riskant: Um das weltweit angestrebte Ziel von maximal zwei Grad globalem Temperaturanstieg einzuhalten, sollen nämlich rund 80 Prozent der fossilen Energieträger im Boden bleiben.

Hier der Brief an die Berliner Landesregierung:

Sehr geehrter Bürgermeister Herr Müller,
Sehr geehrter Senator für Finanzen Herr Kollatz-Ahnen,
Sehr geehrte Abgeordnete und Mitglieder des Senats,

die Stadt Berlin will einen ambitionierten Klimaschutz betreiben und bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Im Gegensatz dazu steht, dass die Hauptstadt zeitgleich durch ihre Geldanlagen in fossile Brennstoffunternehmen investiert. Berlin sollte Klimaschutz ganzheitlich und konsequent ausführen. Dazu gehört, dass bestehende Investitionen in Unternehmen, die fossile Energieträger fördern, verarbeiten und vertreiben, beendet werden und solche Investitionen auch zukünftig ausgeschlossen werden .

Die Beweislage zur globalen Erwärmung ist überwältigend und wird von der Stadt Berlin anerkannt. Klimarisiken, die sich jenseits der 2°C Leitplanke häufen dürften, werden auch Deutschland betreffen. Der Berliner Senat stellte bereits 2009 fest: „In den zurückliegenden Jahren führte der globale Klimawandel auch in Berlin zu wachsenden Belastungen für verschiedene Bereiche der städtischen Infrastruktur.”

Die internationale Staatengemeinschaft einigte sich auf das Ziel, die Erderwärmung aufgrund dieser Risiken auf 2°C zu begrenzen. Daraus ergibt sich ein Maximalbudget für CO2-Emissionen, das beim Verbrennen aller förderbaren Reserven fossiler Energieträger um ein Vielfaches überschritten würde. Um die 2°C Leitplanke zu beachten, müssen etwa 80% der bekannten Kohle-, Öl- und Gasreserven im Boden bleiben.

Derzeit hält die Stadt Berlin rund 1 Milliarde Euro an investierbarem Finanzanlagevermögen. Den größten Anteil davon stellen mit etwa 600 Millionen Euro die Versorgungsrücklagen des Landes, für Pensionen von Beamten. Knapp 36 Millionen Euro umfasst das Vermögen der Stiftungen Berlins. Den Rest des Anlagevermögens stellen Finanzanlagen der Beteiligungsunternehmen des Landes.Teile dieses städtischen Vermögens werden in Aktien oder Fonds gewinnbringend angelegt. Dabei ermöglicht das Anlagekonzept der Stadt unter anderem Investitionen in Firmen, die zu den 200 Kohle-, Öl- und Gasunternehmen gehören, die den überwiegenden Teil an fossilen Brennstoffreserven halten; zu den bekanntesten darunter zählen BASF, E.ON, Enel, ENI, GDF Suez, Repsol YPF, RWE und Total. Außerdem finden sich in diesen Fonds Kreditinstitute, die die fossile Industrie durch Finanzdienstleistungen wesentlich stützen. Darunter Allianz, Commerzbank, Deutsche Bank, Société Générale und UniCredit. Eine Geldanlage in fossile Brennstoffunternehmen ist jedoch nicht nachhaltig.

Hinzu kommt das ökonomische Risiko. Studien, beispielsweise von Bloomberg und der London School of Economics, weisen auf das Risiko einer Finanzblase hin, welche zu platzen droht: die Kohlenstoffblase (engl.: Carbon Bubble). Die Aktienwerte fossiler Brennstoffunternehmen und die Weltmarktpreise fossiler Energieträger richten sich stark nach den vorhandenen Reserven und der Annahme, diese auch nutzen zu können. Werden regulative Mechanismen für die Einhaltung des 2°C-Ziels ergriffen und folglich die Verbrennung fossiler Energieträger beschränkt, verlieren die Unternehmen massiv an Wert. Die Aktien werden zu sogenannten „stranded assets“ (verlorene Vermögenswerte). Eine Studie der britischen Bank HSBC zeigt, dass der Wertverlust von Unternehmen und Investitionen im fossilen Sektor 40-60% ausmachen könnte.

Schon heute sind die Lebensgrundlagen vieler Menschen durch die Folgen des Klimawandels bedroht. In Teilen Afrikas und Asiens nehmen Desertifikation und extremer Wassermangel durch lange Dürreperioden bereits erschreckende Ausmaße an. Der Meeresspiegelanstieg stellt eine Gefahr für viele Bewohner von Küstenregionen dar. Gletscherregionen stehen vor dem Verlust ihrer Süßwasserreserven. Auch deswegen ist es Zeit zu handeln – das haben bereits Städte wie Seattle, San Francisco und Oxford erkannt und sich deswegen zu Divestment entschlossen.

Aufgrund der ökonomischen Risiken und den desaströsen Folgen für das Erdsystem fordern wir die Entscheidungsträger*innen in Berlin respektvoll auf, Anlagen aus fossilen Brennstoffunternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre abzuziehen und diese Investitionen in Zukunft durch Anlagerichtlinien auszuschließen. Investieren Sie stattdessen in eine nachhaltige Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen

Übernommen von ScienceSceptical




Bedeutende Denker des Jahrhunderts: Barbara Hendricks – Die Erneuerbaren sind heute konkurrenzfähig!

Dessen Beitrag erschien am 8. Mai in der FAZ hier. Doch statt sich mit den Argumenten Lomborgs sachlich auseinander zu setzen, zieht sie es mit einiger Häme vor, ihn erstmal zu desavouieren, denn sie fängt gleich im zweiten Absatz so an:

Ein bemerkenswerter Zufall wollte es, dass am selben Tag, an dem die F.A.Z. ihm eine Seite freiräumte, um über „Deutschlands gescheiterte Klimapolitik“ herzuziehen, am andern Ende der Welt eine weniger schmeichelhafte Entscheidung getroffen wurde: Die Universität von Westaustralien (UWA) in Perth kündigte einen Vertrag mit Lomborg über die Gründung eines „Consensus Institute“ mit Verweis auf die erhebliche Unruhe, die der Plan im Lehrkörper der Universität ausgelöst hatte. Lomborg sei weder Wissenschaftler noch Ökonom; man befürchte, dass er den Namen der Universität nutzen werde, „um Dinge zu verbreiten, bei denen es sich im Wesentlichen um politische Ansichten handelt, nicht aber um wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, und das im Namen der Universität“, begründete ein Vorstandsmitglied des akademischen Rates der UWA den Professoren-Protest.

Um dann scheinheilig zu behaupten:

Ich maße mir nicht an, die wissenschaftliche Qualifizierung von Lomborg zu beurteilen. Mich interessiert die Qualität seiner Argumente.

Das hat sie natürlich zuvor wenn auch indirekt bereits gemacht und setzt das anschließend und zwar ausgiebig fort.

Wie  weit es mit ihrer eigenen Qualifikation für diesen Job her ist, möge jeder Leser selber beurteilen. Als Orientierungshilfe möge dieses schöne Video dienen:

Video des Interviews von Krautreporter Tilo mit Bundesumweltministerin Barbara (Hendricks).

Die passende ganze Story dazu finden Sie hier

Im Folgenden – und trotz ihrer mangelnden Qualifikation z.B. auf dem Energiesektor- wagte sich Frau Hendricks auch noch an die „Energiewende“ und beschreibt was sie ihrer Meinung nach heute schon bewirkt hätte:

Dass die erneuerbaren Energien schon heute kostengünstig und konkurrenzfähig sind, haben sie unter Beweis gestellt: Strom aus neuen Windkraft- und großen Photovoltaikanlagen produzieren wir heute zu denselben Vollkosten wie neue Steinkohle- oder Gaskraftwerke. Mit einem Anteil von 27,8 Prozent am Bruttostromverbrauch sind die Erneuerbaren heute Deutschlands Stromquelle Nummer eins. Zudem ist erstmalig seit dem Jahr 2000 der durchschnittliche Strompreis für Haushalte leicht zurückgegangen. Auch weltweit zählen die Erneuerbaren zu den günstigsten Stromquellen: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur werden heute und bis 2035 weltweit mehr Investitionen in Erneuerbare-Energien-Kraftwerke getätigt werden als in konventionelle Kraftwerke. Erneuerbare Energien können heute auch deshalb zu signifikant geringeren Kosten genutzt werden, weil Deutschland die Anfangsinvestitionen schon geschultert hat.

Wen überkommt bei dieser enthusiastischen Beschreibung der schönen neuen Energiewelt nicht die Erinnerung an ähnlich enthusiastische Sprüche aus jüngster sozialistischer Vergangenheit auf deutschem Boden. Als da z.B. wären:

„überholen ohne einzuholen“ Walter Ulbricht 1957

oder

„Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“

Erich Honecker kurz vor dem Mauerfall 1989.

Bei diesem Spruch allerdings muss der Autor innehalten, denn, bei näherem Nachdenken könnte man auf den Gedanken kommen: So falsch war er vielleicht doch nicht, angesichts der Aussprüche einer real existierenden Bundesumweltministerin von der SPD.

Ein Trost bleibt, es sind die bis jetzt 95 Kommentare in der FAZ zu diesem Jubelbeitrag von Frau Hendricks. Sie bescheinigen ihr in überwältigender Mehrheit rasanten Realitätsverlust. Sowas passiert eben wenn man Visionen nachjagt. Von ihr stammt ja auch der berühmte Satz: „Der Klimawandel findet täglich statt!“

Mit Dank an Spürnase H.R. Vogt