Ruhmloser Abgesang auf den Steinkohlebergbau

Gedacht ist an Projekte für „erneuerbare Energien“, an „Windkraftanlagen auf Halden“, „Solarparks auf Brachflächen“, die Wärmegewinnung aus Grubenwasser. Doch dies ist ein Wunschtraum, der gnadenlos an den natürlichen Randbedingungen scheitern wird. Musste der Bergbau sterben, damit die Illusion von „Klimaschutz“ leben kann? Die RAG begnügt sich mit dem Satz: „Ob dies aber auf lange Sicht klug ist, bleibt fraglich“.

Erdgeschichte, das Karbonzeitalter und die Kreidezeit

Die Steinkohle ist das „Kapital“, dass die Natur in ihrem ewigen Wandel im Ruhrgebiet deponiert hat. Zusätzlich konnte an tektonischen Störungen Magma aufsteigen, wodurch Eisenerzlagerstätten entstanden. Im „Karbonzeitalter“ vor 360 bis 300 Millionen Jahren wurden im Wechsel von Sumpflandschaften und Überflutungen des Meeres zahlreiche Schichten abgelagert. Unter Druck entstanden durch Inkohlung die Kohleflöze. Sieben Meter dicke Torfschichten wurden zu 0,60 Meter dicken Steinkohlenflözen verdichtet. In der Kreidezeit von 135 bis 65 Millionen Jahren überdeckte ein tropischer Ozean das Ruhrgebiet und überdeckte alles mit einer mächtigen Mergelschicht. Durch Absenkung neigten sich die Flöze um 6 Grad nach Norden hin. Auch die Wechsel von Eis- und Warmzeiten formten an der Topographie mit wobei die Ruhr das Schmelzwasser nach Westen abführte. Die Steinkohle entdeckte man im Mittelalter. Man dachte, es wären „brennende Steine“. Oblag das „freie Kohlegraben“ zunächst den Bauern, so wurde dies unter Karl dem Großen zu untersagen versucht. Die Kohle wurde als „Bodenschatz“ und „Naturalabgabe“ unter das Eigentum der Herrschenden gestellt.

Anfänge des Bergbaus und Frühphase der Industrialisierung

Die Vorphase der Industrialisierung ging von der Jülich-Clevischen Bergordnung vom 24. April 1542 aus. Am 13. Juli 1753 erhielt der Kölner Erzbischof die Erlaubnis, am Sterkrader Bach einen Hochofen mit Hammerwerk zu errichten. Damit beginnt die Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet. Den staatlichen Dirigismus im Steinkohlenbergbau führte Friedrich II. am 29. April 1766 ein. 1784 wurde Karl Freiherr von und zum Stein Direktor des Bergamtes Wetter an der Ruhr. 1787 wurde ein Schiebeweg mit eisernen Schienen gebaut, wodurch die erste „Eisenbahnstrecke“ in Deutschland entstand, indem die Pferde durch Dampfzüge ausgetauscht wurden. 1802 wurde die erste Dampfmaschine importiert. Die Dynamik war ungeheuer. 1825 begann man mit dem Bau einer Eisenbahnlinie von Köln nach Minden und 1847 fuhr der erste Dampfzug durch das Ruhrgebiet. 1811 errichtete Friedrich Krupp in Essen eine „Krupp Gussstahlfabrik“. Ab 1819 werden Dampfmaschinen gebaut und die Stahlherstellung beginnt 1826. 1850 entsteht der erste Malakoff-Turm und 1854 wird der erste Kokshochofen errichtet. Die 1. Phase der Industrialisierung dauert von 1835 bis 1873. Die Ruhr war die Transportader. Der Kohleumschlag betrug 1830 etwa 275 000 Tonnen, 1849 circa 514 000 Tonnen und 1860 rund 868 000 Tonnen, um dann rapide abzufallen auf nur 10 000 Tonnen 1884 und 3 000 Tonnen 1889. Die Eisenbahn war bequemer!

Beschäftigungswunder und demographischer Wandel

Die Bevölkerung stieg in dieser Zeit gewaltig. Zahlreiche Dörfer erhielten Stadtrecht: Mülheim am 4. 9. 1846, Dortmund am 10. 4. 1874, Oberhausen am 10. 9. 1874. Um 1900 gab es 170 Zechen mit 228 000 Beschäftigten. Sie förderten 60,1 Millionen (Mio) Tonnen Steinkohle. Mit dem Ruhrstatut vom 28. 4. 1948 wurde die Kohle- und Stahlproduktion der Internationalen Ruhrbehörde unterstellt, bevor am 23. 7. 1952 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl begründet wurde. 1950 arbeiteten in 143 Zechen 433 359 Beschäftigte und förderten 103 Mio Tonnen Steinkohle. Das Maximum wurde 1956 erreicht mit 494 000 „Kumpeln“ und 124,6 Mio Tonnen Steinkohle. Ab 1958 begann das „Zechensterben“ durch den Import billiger Kohle aus den USA wie die Überschwemmung durch billiges Heizöl. Am 31. Oktober 1964 wurden 31 Großzechen mit 64 000 Kumpeln und einer Jahresförderung von 26,5 Mio Tonnen zur Stilllegung angemeldet. Auf der Zeche Monopol wurde 1977 eine Teufe von 1415 Meter erreicht. Von 1974 bis 1977 ging die Rohstahlerzeugung von 32,2 auf 21,5 Mio Tonnen zurück. 200 000 Arbeitsplätze gingen verloren. 1990 gab es noch 19 Zechen mit 101 000 Arbeitern und einer Förderung von 54 Mio Tonnen Steinkohle. 2004 gab es noch 4 Bergwerke und Ende 2018 wird das letzte geschlossen. Das „Ruhrgebiet“ wird es in seiner klassischen Prägung nicht mehr geben, ohne dass auf Steinkohle verzichtet werden kann. 2005 wurden 42 % heimisch erzeugt, 2010 noch 23 % 2015 noch 11 % und ab 2019 werden es 0 % sein. Dafür steigt der Import von 58 über 77, dann 89 auf 100 %. Die Gesamtmenge an Steinkohle wird ziemlich konstant etwas unter 60 Mio t SKE liegen! Die Importkohle wird also die wichtige „Brückenfunktion der Ausgleichs- und Reservekapazität für den fluktuierenden Wind- und Solarstrom ausüben“. Glaubt die Politik, dieser Etikettenschwindel würde nicht auffallen?

Von der postindustriellen über die dekarbonisierte in eine postfaktische Ära?

Wie also wird die Zukunft aussehen? Um diese zu „meistern“ hat man 2010 das Projekt „Innovation City Ruhr“ ins Leben gerufen. Es wird wie folgt beschrieben: „Das Ziel dieses ehrgeizigen Projekts lautet, am Beispiel einer typischen Ruhrgebietskommune einen klimagerechten Stadtumbau mit Halbierung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 bei gleichzeitiger Sicherung des Industriestandorts und spürbarer Verbesserung der Lebensqualität zu demonstrieren.“ Modellkommune ist die Stadt Bottrop. Bottrop soll ein Musterbeispiel sein für eine „Energiewende von unten“. Um die CO2-Emissionen um 38 Prozent zu senken, hat man rund 290 Mio € investiert. Doch dies ist nur eine fiese Milchmädchenrechnung, indem man nur die Emissionen durch die „heimische Kohle“ reduziert, aber die Emissionen durch die importierte Kohle „untern Teppich“ kehrt. Wenn man dann noch die Gewinnung von Erdöl und Erdgas einstellt, ist Deutschland rechnerisch Null-Emittent an CO2 und damit „Vorreiter“ in Sachen „Klimaschutz“. Man mag sich nach außen brüsten, das „Pariser Abkommen“ zur Einhaltung des Zwei-Grad-Zieles erfüllt zu haben, aber auf wen macht dieser Selbstbetrug Eindruck? Auf das Wetter mit absoluter Sicherheit nicht und damit auch nicht auf dessen „Abfallprodukt“, das Klima. Mag auch der „Leitzielcharakter der Klimaziele“ zwecks Erreichung der globalen „Klimaneutralität“ in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts rechnerisch auf dem Papier erfüllt werden, die Wetterrealitäten werden sich davon nicht beeindrucken und beeinflussen lassen.
Mag auch das „Ruhrgebiet“ als „Industrieregion“ ob der weltweit freien Märkte mit ihren ökonomischen Regeln auch nicht zu retten gewesen sein, doch zur „Stabilisierung“ einer nicht existenten „Globaltemperatur“ als „Leitziel“ eines nicht existenten „Globalklimas“ die gesamte „Industrie“ dekarbonisieren zu wollen, ist an Wahnsinn nicht zu überbieten. Ohne Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff ist organisches Leben nicht möglich. Dies gilt primär für die grünen Pflanzen als „Primärproduzenten“, die Nahrung für Tier und Mensch als Konsumenten produzieren.
Die Erde war nie ein Wetterparadies und wird auch nie eines sein! Ein „Klimaparadies“ mit der postfaktischen Wunschvorstellung von „globaler Klimagerechtigkeit“ ist ein unrealistischer Traum von Ideologen, die in ihrer theoretischen Modellbesessenheit die Realität völlig aus dem Blick verloren haben.
 




Die erschreckende Geister­fahrt der „Deutschen Energie­wende“ im Rahmen des „Klimaschutz­planes 2050

 Spätestens in 2030 gehen in Deutschland die Lichter aus, da die sichere Stromerzeugungkapazität zum Ausgleich der Schwankungen über die Stromerzeugung über Wind und Sonne nur in Ansätzen ausreicht, es sei denn, es werden Stromspeicher mit einer täglichen Kapazität von 22 Gigawatt (GW) als Jahresmittelwert zur Verfügung gestellt (entsprechend etwa 79 Pumpspeicherwerke der Goldisthalgröße).
Ebenso bleibt die Wunschvorstellung der „Dekarbonisierung“ in 2050 eine Fata Morgana ohne eine tägliche erforderliche Stromspeicherkapazität von 31 GW als Jahresmittelwert (bei diesem täglichen Speicherbedarf erübrigt sich eine Betrachtung zum Speicherbedarf bei einer z.B. 14-tägigen Windflaute im Winter).
Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre liegt z.Z. bei 400 ppm bzw. 0,0400%.
Durch die Energiewende in Deutschland könnte – wenn sie denn funktioniert – theoretisch der CO2-Gehalt der Atmosphäre um 0,13 ppm abgebaut werden bei natürlichen jährlichen Schwankungsbreiten der gemessenen CO2-Gehalte durch die Photosynthese zwischen 3 (Äquator-fern) und 20 ppm (Äquator).
Der kostenmäßige Aufwand für die Absenkung des CO2-Gehaltes im Rahmen der Energiewende von 0,13 ppm (0,000 013%) liegt bis 2025 bei         520 Mrd.€.
„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres 2016. Für die CO2-Hysterie seit den 1980er Jahren sowie die daraus resultierende Energiewende in 2000 kommt das Wort zu spät. Beides ist seit Anbeginn ein „Postfaktisches“ Desaster.
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Basierend auf der Angst vor einem Weltuntergang durch einen hohen CO2-Austoß hat es in Deutschland zu diversen „Energiewenden“ geführt, nicht zuletzt auch, weil Deutschland ein Vorbild in der Weltgemeinschaft darstellen möchte (Ausrufung der „Dekarbonisierung“ durch Frau Merkel auf dem G7-Gipfel in Elmau in 2015).
Nun hat die Bundesregierung unter dem Begriff „Klimaschutzplan 2050“ für die Weltklimakonferenz in Marrakesch eine neue Energiewende kreiert, wobei wie bei allen bisherigen Energiewenden die Frage von Machbarkeit und Bezahlbarkeit auch nicht im Ansatz geprüft wurde, was erstaunlicherweise in unserer Gesellschaft nicht wahrgenommen wird, ein Aufschrei der Wissenschaft findet nur vereinzelt statt.
Vielmehr wird das Thema beherrscht von staatlich dotierten Klimawissenschaftlern, Politikern, Soziologen etc.
Im Folgenden sollen nun zunächst noch einmal rückblickend die letzten Energiewenden für den Bereich „Energiesektor“ mit ihren Zielen aufgeführt werden, um dann schließlich den „Klimaschutzplan 2050“ näher zu diskutieren:
a) „Energiewende 2010/2011“

b) „Energiewende 2014“
 
Stromerzeugungskapazitäten

(keine Angaben zu Wind See in 2030-2050)

c) „Eckpunkte für die geplante Novelle des EEG“ (Beschluß am 08.06.2016) (1)
(Wind See 15 GW bis 2030)
(keine Begrenzung mehr für Solar mit 52 GW)
d) „Klimaschutzplan 2050“ (2)

Bild 1 zeigt in einer Graphik die Zielsetzungen des „Klimaschutzplanes 2050“ für die einzelnen Bereiche in CO2-Äquivalenten.
Die Entwicklung der Abnahme der CO2-Äquivalente seit 1990 in Deutschland ist in Bild 2 dargestellt.


Nach Frau Hendricks ist dies das erste Regierungsdokument, das den Weg in ein weitgehend treibhausneutrales Deutschland in 2050 aufzeigt.
Auf die CO2-Einsparungen in anderen Wirtschaftszweigen soll hier nicht näher eingegangen werden.
Die o.g. Absenkung des CO2-Ausstoßes für den Energiesektor kann naturgemäß nur über eine Stilllegung von Kohlekraftwerken führen (worüber es noch Einwendungen in der Bundesregierung gibt), wofür dann ein Leistungs-entsprechender Ausbau der Stromerzeugung über Wind und Sonne erfolgen muß, da ein Zuwachs der Stromerzeugung über Biomasse etc. vernachlässigbar gering ist. (1)
Berechnung der still zu legenden Stromerzeugung über Kohlekraftwerke, um bis 2030 175 Mio. t CO2/a einzusparen
Der Abbau von 175 Mio.t CO2, der bis 2030 erfolgen soll, ist ein Mindestwert.
Bei Kenntnis des CO2-Ausstoßes von Kohlekraftwerken je erzeugter kWh kann nun die mit dem CO2-Abbau verknüpfte Stromerzeugung über Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke errechnet werden:
Der CO2-Ausstoß schwankt je nach Wirkungsgrad der Kraftwerke zwischen
Braunkohlekraftwerke (BKK)     850-1200 g CO2/kWh         Mittelwert: 1,1 kg/kWh
Steinkohlekraftwerke (SKK)     750-1100 g CO2/kWh         Mittelwert: 0,9 kg/kWh
Nach dem BDEW lag die Bruttostromerzeugung in 2015 wie folgt:

Die Stromerzeugung über BKK +SKK liegt somit bei 273 Mrd.kWh/a.
Aus diesen Angaben errechnet sich dann ein CO2-Ausstoß von
BKK       155 x 1,1 = 171 Mio.t CO2
SKK         118 x 0,9 = 106 Mio.t CO2
277 Mio.t CO2
Um nun bis 2030 175 Mio.t CO2 einzusparen, liegt der erlaubte CO2-Ausstoß über Kohlekraftwerke in 2030 bei

277 – 175 – = 102 Mio. t.CO2

entsprechend einer Stromerzeugung über Kohlekraftwerke von

273 x 102/ 277 = 101 Mrd.kWh/a bzw. 101 000 GWh/a ,

d.h. es müssen

273 – 101 = 172 Mrd.kWh/a

über alternative Energien erzeugt werden.
Berechnung der zu installierenden Stromerzeugungskapazitäten über Wind und Sonne, um 172 Mrd. kWh/a in 2030 darstellen zu können
Bekanntlich schwanken die Stromleistungen über Wind und Sonne in weiten Grenzen praktisch zwischen null und ihren Nennleistungen. (3)

So überrascht es nicht, dass in den Jahren 2010-Juli 2016 die kleinsten Jahresleistungen für Wind zwischen 0,07 und 0,43 % bezogen auf die jeweilige Nennleistung (Viertelstundenwerte) schwanken. (4) Die höchsten Einspeisungen liegen bei etwa 80 % der Nennleistung (Bild 3).
Erschreckend niedrig ist auch der mittlere Beitrag der Windanlagen von lediglich 15,2 – 21,3 % (Mittelwert 17,7 %) im gleichen Zeitraum bezogen auf ihre Nennleistung. (4)
Die Schwankungen der mittleren Jahresleistungen über die Sonne liegen in den Jahren 2011-November 2016 zwischen 9,9 und 11% bezogen auf die jährlichen Nennleistungen mit einem Mittelwert von 10,4%, die Maximalwerte zwischen 65 und 77% (Bild 4). (5

Damit kann eine definierte mittlere Erzeugung von Strom über Wind und Sonne nur erzielt werden, wenn der über der mittleren nutzbaren Leistung anfallende Strom gespeichert werden kann, um ihn bei Werten unterhalb der mittleren nutzbaren Leistung wieder einspeisen zu können. (6,7) (vgl. auch Bild 5; hier wurden die unterhalb der mittleren nutzbaren Leistung anfallenden Werte in Ermangelung von Stromspeichern über Erdgas ausgeglichen). (8)

Mit diesen fluktuierenden Stromerzeugungsanlagen Wind und Solar müssen nun
172 Mrd. kWh/a oder 172 000 GWh/a     erzeugt werden.
Im Klimaschutzplan 2050 sind keine Angaben zum Zuwachs an Biomasse etc. gemacht worden, der Zuwachs ist aber nach früheren Angaben gering. (1)
Um den zu erzeugenden Strom über Wind und Sonne abzuschätzen, wird von den Angaben nach (1) ausgegangen: 58 % Wind, 42 % Solar.

Somit müssen von 172 000 GWh/a

99 760 GWh/a über Wind,

72 240 GWh/a über Sonne

erzeugt werden, um den CO2-Ausstoß über Kohlekraftwerke um 175 Mio. t CO2/a bis 2030 abzubauen bzw. eine entsprechende Kapazität an Kohlekraftwerken stillzusetzen (31 GW eff.).
Die über Wind und Sonne herzustellenden Kapazitäten können nun bei mittleren Nutzungsgraden von Wind (17,7%) und Sonne (10,4%) wie folgt abgeschätzt werden:

Wind     64 GW inst.,

Solar     79 GW inst.

143 GW inst.

Das entspräche einem jährlichen Zuwachs bis 2030 von

Wind   4,6 GW/a

Solar   5,6 GW/a.

Daraus errechnet sich für 2030 ein Gesamtbestand von

Wind 47 (z.Z.) + 64 = 111 GW inst.

Solar 40 (z.Z.) + 79 = 119 GW inst.

230 GW inst.

Die mittlere nutzbare Kapazität für Wind+Solar errechnet sich dann zu   43,7 GW eff.
Derzeit sind etwa 26 800 Windanlagen mit einer Leistung von etwa 47 GW installiert, für eine Kapazität von 111 GW ergeben sich dann     63 290 Windanlagen.
In Bild 6 sind nun zunächst die für das Jahr 2015 bekannten Stromleistungen über „Sonstige“ (Biomasse etc.) von etwa 12 GW, die sicheren Stromerzeuger Erdgas, Kern und Kohle mit 48 GW sowie die Installation der fluktuierenden Stromerzeuger Wind und Solar mit einer Schwankungsbreite von 87 GW (9) mit dem mittleren nutzbaren Wert von 12 GW aufgetragen.
Der Strombedarf schwankt zwischen etwa 35 und 73 GW. Die Netzkapazität liegt z.Z. bei 80 GW.

Mit den Kapazitäten der „Sonstigen“ (12 GW), der Kohle-, Kern- und Erdgaskraftwerken (48 GW) sowie der mittleren Nutzung von Wind und Solar (12 GW) kann der höchste Strombedarf von 73 GW gerade abgedeckt werden.
Geht jedoch die Wind-+Solarkapazität gegen null (nachts bei Windstille oder an windstillen Tagen im Winter), reichen die Kapazitäten mit 60 GW nicht mehr aus, um die Strombedarfsspitzen abzudecken, d.h. es muß kräftig Strom importiert werden (nach dem „Statistischen Bundesamt“ mußten in 2015 37 Mrd.kWh (5,7 %) importiert werden, alleine über Frankreich 10,7 Mrd.kWh). (10)
Andererseits wurden 85 Mrd.kWh (13 %) in 2015 exportiert, da die Stromerzeugung über erneuerbare Energien am Bedarf vorbei ging oder die Netzkapazität nicht ausreichte, was in den letzten Jahren mit dem immer weiter steigenden Anteil des Stroms über alternative Energien weiter zunahm mit weiter steigenden „Negativen Strompreisen“. (3)
Hinzu kommt, dass von den 6100 Kilometern Leitungen, die sich aus dem Bundesbedarfsplan ergeben, gerade 350 km genehmigt und 69 km gebaut wurden. Von den geplanten Pilotstrecken für Erdkabel ist noch keine in Betrieb.(11)
Geradezu explodiert ist in 2015 die „Ausfallarbeit“, d.h. der Strom, der wegen Netzüberlastung nicht eingespeist werden konnte. Diese Menge hat sich in 2015 verdreifacht. Erstmals mußten Windkraftanlagen auf hoher See abgeregelt werden, um das Netz zu schonen.(11)
Nach Aussage der Netzbetreiber müssen seit dem 10.10.2016 fast jeden zweiten Tag Notfallkraftwerke zugeschaltet werden. Die Netzbetreiber haben auf Anweisung der Netzagentur als „Winterreserve“ die Kapazität der Notfallkraftwerke von 6,6 in 2016 auf 8,3 GW erhöht. (12)
Vor diesem Hintergrund soll nun der „Klimaschutzplan 2050“ gestartet werden, mit einem ersten Schritt bis 2030, nämlich dem Abbau von 175 Mio. t CO2/a.
Nach der Stilllegung der Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 172 Mrd.kWh und nach der Schließung des letzten Atommeilers in 2022,ergibt sich dann folgendes Bild:
Die Kapazität der „Sonstigen“ ist auf 13 GW leicht gestiegen (Bild 6), die der Kohlekraftwerke auf 11 GW abgeschmolzen (die Kapazität der Gaskraftwerke ist wie 2015 angesetzt worden (7 GW)), so dass in Summe nur etwa 18 GW (Kohle+Gas) verbleiben, um Schwankungen in der Stromerzeugung von Wind und Solar auszugleichen. Dazu gekommen ist eine Kapazität über den Zubau von Wind- und Solaranlagen von 143 GW, so dass in Summe eine Kapazität von 230 GW vorhanden ist mit einem mittleren Nutzungsgrad von rd. 44 GW eff. (Mittlere Nutzung Wind+Sonne; Bild 6)
Die mittlere Nutzung Wind+Sonne stellt gleichzeitig die Summe der Kapazitäten von „Sonstigen“, Kohle und Gas einschließlich der mittleren Nutzung von Wind + Sonne (der letzte Atommeiler soll 2022 geschlossen werden) dar und deckt sich praktisch mit dem oberen Strombedarf in 2030 (Bild 6).
Um das Auffangen derartiger Spannbreiten in der Erzeugung zu ermöglichen, ist naturgemäß zunächst eine kräftige Erweiterung der Netzkapazität von z.Z. 80 GW erforderlich.
Im Übrigen wird in 2030 von einer gleichen Verteilung des Strombedarfes wie in den Jahre 2011-2015 ausgegangen.
Nachts bei Windstille oder bei windlosen Tagen im Winter reicht die Summe der „Sonstigen“ mit 13 GW einschließlich der verbleibenden Kohle- und Gaskraftwerken mit 18 GW nicht einmal aus, den Mindeststrombedarf von 35 GW zu decken.
 
Um den höchsten Strombedarf (73 GW) bedienen zu können, müßten die Kapazitäten der Gaswerke von 7 GW um

73-13 („Sonstige“) – 11 (Kohle) = 49 GW auf 56 GW aufgestockt werden.

Herr Putin wird sich freuen, außerdem wird das Ziel des Abbaues von 175 Mio. t.CO2 wegen des CO2-Anfalles beim Verbrennen von Erdgas verfehlt.
Um die instabile Stromerzeugung über Wind- und Solaranlagen auszugleichen, müßten bis 2030 Stromspeicher in der Größenordnung von

44/2=22 GW

geschaffen werden, da nur durch das Auffangen der über dem nutzbaren Mittelwert liegenden Kapazitäten von Wind und Sonne und ihre Einspeisung bei Ergebnissen unterhalb des Mittelwertes der Mittelwert gehalten werden kann (vgl. Bild 5) .
Die zu speichernden Strommengen lägen dann von 22 GW und einer jährlichen Bruttostromerzeugung von 647 Mrd.kWh in 2015 ausgehend bei

192 720 GWh/a oder 528 GWh/Tag.

Das größte deutsche Pumpspeicherwerk Goldisthal hat eine Leistung von 1,05 GW und kann diese Leistung jeweils 8 Stunden halten entsprechend 8,4 GWh (Kosten 600 Mio.€).
Für eine tägliche Stromspeicherung wären dann bei einem Wirkungsgrad der Speicher von 80%

528/ 8,4 x o,8 = 79 Speicher

als Jahresmittelwert erforderlich, ohne eine Gesamtbetrachtung der zu bauenden Speicher zum Beispiel bei einem 14-tägigen Zeitraum ohne Wind im Winter anstellen zu wollen.
Die Topographie Deutschlands ließe eine solche Anzahl ohnehin nicht zu, andere Speicher wie „Power To-Gas“ oder Batterien sind für solche Strommengen weder geeignet noch bezahlbar.
Kann eine ausreichende Zahl an Speichern nicht zur Verfügung gestellt werden- wovon auszugehen ist- gehen in Deutschland in 2030 die Lichter aus.
Die Stromversorgung kann dann in 2030 nur aufrecht erhalten werden, wenn die fehlende Speicherkapazität von 22 GW über Kohle- und Gaskraftwerke ausgeglichen wird.
Das würde bedeuten, dass im Sinne von Bild 5 die unter dem Mittelwert liegenden Werte (im Bild über Gas ersetzt) über leicht steuerbare Kohle- und Gaskraftwerke ständig angepaßt werden müßten.
Das heißt, der Strombetrieb kann in 2030 nur funktionieren über eine Kohle-+ Gaskapazität von

18 GW (Kohle+Gas – wie bereits erwähnt)

+ 22 GW (Kohle+Gas als Ersatz für fehlende Speicher)

= 40 GW

Gleichzeitig müßte die Stromkapazität über der mittleren Nutzung von Wind+Sonne auch im Sinne einer gezielten Kapazitätseinstellung still gesetzt werden, d.h. hälftig, nämlich 22 GW. (vgl. Bild 6)
Das bedeutet, dass neben der Kapazität über Kohle und Gas von 40 GW, „Sonstige“ von 13 GW für Wind+Sonne nur noch 20 GW oder einschließlich der „Sonstigen“ ein Anteil über alternative Energien von 33 GW bzw. 45% verbleibt (vgl. (6,7))
Eine für ein Industrieland wie Deutschland beschämende Vorstellung eines Planes zur „Dekarbonisierung“, genannt „Klimaschutzplan 2050“.
 
Die Wunschvorstellung der Vollendung der „Dekarbonisierung“ im Jahre 2050
Wenn nun bis 2050 dieses Drama weiter gehen soll, müßten die 18 GW, die in 2030 noch über Kohle- und Gaskraftwerke abgedeckt werden, stillgesetzt und über eine entsprechende Kapazität über Wind+Sonne ersetzt werden.
Geschieht dies unter den o.g. Randbedingungen, so gilt:

18/ 0,19 ( %uale Nutzung von Wind (17,7%) und Sonne (10,4%) bezogen auf die

Nennleistung) = 95 GW inst.

Damit lägen dann die zu installierenden Kapazitäten über Wind+Sonne in 2050 insgesamt bei:

230 GW (bis 2030)

95 GW (2030-2050)

 = 325 GW

mit einer mittleren Nutzung von 44+18=62 GW.

Hinzu käme noch die nur leicht gestiegenen Kapazität über die „Sonstigen“ von etwa 17 GW (Bild 6) . (1)
Entsprechend den bereits oben gemachten Ausführungen müßte bis 2050 eine tägliche mittlere Speicherkapazität von 62/2 = 31 GW aufgebaut werden, um die Kapazität von 62 GW nutzen zu können (s.oben).
Da eine derartige Speicherkapazität auch bis 2050 nicht aufgebaut werden kann, bleibt der „Klimaschutzplan 2050“ eine Fata Morgana.
Denn es müßten nämlich dann analog zu 2030 nun 31 GW durch die fehlenden Speicher über Kohle- und Gaskraftwerke im Sinne von Bild 5 ausgeglichen werden, gleichzeitig dürften die Wind-+Solaranlagen keinen Strom mehr über der mittleren Nutzung erzeugen, d.h. die Anlagen müssen hälftig stillgesetzt werden, nämlich 31 GW.
Hier verbleiben dann neben der Stromkapazität über Kohle und Gas von 31 GW, den „Sonstigen“ von 17 GW nur noch 31 GW für Wind+Sonne.
Das bedeutet, dass zur Aufrechterhaltung der Stromerzeugung in 2050 die Stromkapazität über die alternativen Energien Wind+Sonne (31 GW) einschließlich der „Sonstigen“ (17 GW) nur noch bei 48 GW oder 61% liegen kann – anstelle der Wunschvorstellung von 100% (vgl. auch (6,7)).
Wenn dann das Programm der Grünen vorsieht, nach 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen mit dem Ziel einer kompletten Umstellung aller PKW, LKW und Bussen auf Elektroantrieb, so zeugt dies von einer tief verwurzelter Abkehr von einem technischen Verständnis und eher von einer Hinwendung zu einem religiösen Sendungsbewußsein.
Der Strombedarf würde dann nämlich bis 2050 um etwa 200 Mrd. kWh/a höher liegen als heute (13), abgesehen von einer zusätzlichen kompletten Umstellung der Strominfrastruktur (Kraftwerke, Netzausbau etc.).
„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres 2016. Im Rahmen der Energiewende wird das  „Postfaktische“ jedoch seit ihrer Gründung im Jahre 2000 praktiziert. Mit einer Kugel Eis fing es an. (Trittin)
Wen wundert es da noch, wenn die größten CO2-Emittenten wie China, Indien, Rußland und Amerika die deutsche Klimapolitik über alle Maßen loben- aber vor ihrer Nachahmung warnen. (14)

Die postfaktische Energiewende, verborgen hinter einer vordergründigen Weltrettung über einen CO2-Abbau

Der in den Jahren 1977 bis 1998 gefundene Gleichlauf von CO2-Gehalten in der Atmosphäre und der globalen Temperatur wird 1986 von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) aufgegriffen und zur „Klimakatastrophe“ stilisiert.
Im Jahre 1988 wurde dann von den Vereinten Nationen die Unternehmung „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) als eine politische Institution gegründet, die die Aussagen der DPG gerne aufgriff.
Weltweit wurden in der Folgezeit im Auftrage des IPCC Klimainstitute gegründet und finanziell unterstützt mit dem Ziel, ausschließlich das Ausmaß von CO2 auf die Erderwärmung zu untersuchen, insbesondere den aus anthropogenen Quellen stammende CO2-Anteil.
Die staatlich dotierten Wissenschaftler folgten diesem einseitig definierten Auftrag, zahlreiche Klimamodelle zum Einfluß von CO2 auf das Klima wurden erstellt, obwohl vor 1977 und nach 1998 ein Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt und der globalen Temperatur nicht existiert (Bild 7,8).) (15)

Wen wundert bei diesen staatlichen Eingriffen die Aussage einschlägiger Vertreter des Klimaalarmismus, wenn sie von einer Übereinstimmung aller Wissenschaftler hinsichtlich einer Klimaänderung durch CO2 von 97% sprechen.
Zwangsläufig scheiterten die Klimamodelle auch aus thermodynamischen Gründen mit ihren bedrohlichen Aussagen zum Temperaturanstieg an der Wirklichkeit (16), aber die Angst der Menschen vor dem Weltuntergang durch überhöhte Temperaturen (Kirche: Höllenfeuer) war im kollektiven Gedächnis der Menschen verankert, besonders in Deutschland („German Angst“).
Daß CO2 das Klima nicht beeinflussen kann, zeigt auch die Klimageschichte der Erde nach der letzten Eiszeit (Bild 9). Von den sechs wärmeren Phasen nach der letzten Eiszeit waren alle wärmer als die Jetzige, auch ohne den Einfluß von anthropogenem CO2.

Damit war auch die Klimawissenschaft flächendeckend politisiert, alle Medien und Nichtregierungsorganisationen griffen in dem 1980er Jahren dieses Angst-einflößende Thema zur Anhebung ihrer Auflagen/Einschaltquoten/Spenden dankbar auf, abenteuerliche Meeresspiegelanstiege wurden auch noch vorausgesagt und damit weitere Urängste geweckt, was für viele nach der Abwendung vom Christentum zu einer neuen Heilsbotschaft wurde.

Zudem gab es in der Klimageschichte der Erde Zeiträume, in denen der CO2-Gehalt in der Atmosphäre um mehr als eine Zehnerpotenz höher lag als heute, ohne dass die Temperatur in dieser Zeit höher lag.
Ein zufälliger nicht kausaler Zusammenhang zwischen CO2-Gehalt in der Atmosphäre und globaler Temperatur von etwa 21 Jahren (1977 bis 1998) wird von den politisierten Wissenschaftlern zu einem Dogma stilisiert, das die Welt- vor allem Deutschland- massiv verändern wird, wenn nicht Einhalt geboten wird.
Weiterhin kommt hinzu, dass das CO2 aus verschiedenen Quellen stammt: Ausgasung Meere, Atmung Pflanzen, Zersetzung Bodenorganismen, Entwaldung, Atmung Lebewesen etc., in Summe etwa 800 Gt C/a, wovon nur etwa 3% aus der Verbrennung fossiler Stoffe stammt.
Bei einem CO2-Gehalt in der Atmosphäre von 400 ppm oder 0,0400% errechnet sich dann ein Anteil über Verbrennung von 12 ppm oder 0,0012%.
Der Anteil von Deutschland liegt bei 2,7%, bezogen auf den insgesamt von Menschen verursachten CO2-Anteil, also 0,32 ppm bzw. 0,000 032%.
Der theoretisch abbaubare CO2-Anteil über die Energiewende läge bei einem CO2-Ausstoß von 42% über den Energiesektor (Bild 1) bei 0,13 ppm oder 0,000 013%.
Damit liegt der theoretisch mögliche CO2-Abbau durch die Energiewende – so sie denn gelingt -mit 0,13 ppm weit unterhalb der natürlichen jährlichen Schwankungsbreite durch die Photosynthese von 20 ppm (Äquator) und 3 ppm (Äquator-nah). (17)
Die mögliche Absenkung des CO2-Gehaltes über die Energiewende kostet Deutschland bis 2025

520 Mrd.€ (18)

Der weltweite geringe anthropogene CO2-Anteil von 12 ppm oder 0,0012% soll nun in der Lage sein, gegen thermodynamische Gesetzmäßigkeiten eine Wärmemenge von 324 W/m2 (IPCC) im Sinne eines Treibhauseffektes aus der Atmosphäre zurück zur Erde zu bewegen – das wäre dann ein Perpetuum Mobile ungeahnten Ausmaßes!
Dennoch hat das IPCC bereits 1992 die Forderung erhoben, durch Begrenzung des anthropogenen CO2-Ausstoßes den Anstieg der globalen Temperatur auf 2° Celsius zu begrenzen.
Deutschland zahlt neben den genannten 520 Mrd.€ für die Energiewende (bis 2025) auch noch in 2016     2,7 Mrd.€     für den internationalen Klimaschutz. (19) Die Entwicklungsländer mit ihren korrupten Regierungen werden sich freuen.
Wo bleibt der Aufschrei der nicht staatlich dotierten Wissenschaftler, der Gesellschaft? Ein Aufschrei der Medien ist nicht zu erwarten, zu tief ist die Verflechtung in einer „mediatisierten“ Gesellschaft und Politik.
Medien bevorzugen außerdem zur Anhebung ihrer Auflagen/Einschaltquoten eine dramatisierende, skandalisierende und emotionalisierende Berichterstattung nach dem Motto „Only bad news are good news“, wo dann leicht der Respekt vor der Wahrheit verloren geht.
War vor einigen Jahren die Angsteinflößung durch einen Anstieg der globalen Temperatur noch das Monopol der Grünen, so haben nun fast alle Parteien dieses Machtinstrument entdeckt.
Irgendwann wird diese CO2-Hysterie auf dem Müllhaufen der Wissenschaftsgeschichte landen, wie z.B. das Waldsterben etc.- Verantwortliche wird es nicht geben.
 
Quellen
1.FAZ, 09.06.2016
2.Klimaschutzplan 2050: Beschluß Bundeskabinett im Umlaufverfahren vom 14.11.2016
3.Beppler, E.: „Der unaufhaltsame, gestufte Fall der „Deutschen Energiewende“, ein quantitatives Desaster“, EIKE,11.07.2016
4.Schuster, R.: Mitteilung Juli 2016
5.Schuster, R.: Mitteilung 03.12.2016
6.Beppler, E.: „Energiewende – Zweite industrielle Revolution oder Fiasko“, 2013, ISBN 978- 3-7322-0034-4
7.Beppler, E.: „Energiewende 2014 – ein Debakel“, 2015, ISBN 978-3-7386-9418-5
8.Öllerer, K.: Windenergie in der Grund-, Mittel- und Spitzenlast: www.oellerer.net
9.Schuster, R.: Mitteilung Februar 2016
10.“Der Spiegel“ 41/2016
11.FAZ, 26.11.2016
12.FAZ, 08.12.2016
13.Mueller, F. F.: „Wenn der Wirt die Ökorechnung selbst nachprüft. Der neue Tesla, eine Dreckschleuder.
14.FAZ,28.11.2016
15.Puls,K.-E.: „CO2 am Pranger“, EIKE, Vortrag 2016
16.Spencer,R.: www.drroyspencer.com
17.Wikipedia: „CO2 in der Erdatmosphäre“
18.Limburg, M.: Mitteilung EIKE vom 10.10.2016 (Untersuchung des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomik)
19.FAZ, 11.11.2016
 
Bildunterschriften
Bild 1: CO2-Einsparungen in einzelnen Bereichen nach dem Klimaschutzplan 2050
Bild 2: Gasemissionen in Deutschland nach 1990 in CO2-Äquivalenten
Bild 3: Kleinste, mittlere und größte Jahreseinspeisungen Wind 2010 bis 2016
Bild 4: Kleinste, mittlere und größte Jahreseinspeisungen Sonne 2011 bis 2016
Bild 5: Gesamtwindleistung von März 2011 hochgerechnet auf eine Stromleistung von 40 GW
Bild 6: Stromerzeugungskapazität „Sonstige“, Kohle, Kern, Gas und Wind+Solar von 2015 über 2030 bis 2050
Bild 7: Temperaturverlauf 1850 bis 2015
Bild 8: Temperaturverlauf 1997 bis 2015
Bild 9: Temperaturverlauf nach der letzten Eiszeit
 
 
 




Der Fukushima-­Report (4): Das Panik-Orchester

Angela Merkel, die kritische Meinungen inzwischen schon mal als „postfaktisch“ bezeichnet, hat 2011 die damals frisch beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke einkassiert und eine „Energiewende“ in Deutschland eingeleitet. Die von linksgrüner Angstpropaganda nach dem Unglück in Japan verunsicherte deutsche Öffentlichkeit – darunter vor allem die Medien – unterstützte die Kehrtwende der Kanzlerin, obwohl es Merkel dabei erkennbar nicht um die Sache ging. Die CDU-Vorsitzende handelte vor allem aus der Angst heraus, ihre Partei werde bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Stimmen verlieren. Das plötzliche Abrücken von ihrer früheren Energiepolitik zahlte sich für die Union nicht aus: In Stuttgart gewann eine grün-rote Koalition und auch in Mainz schafften es die Christdemokraten nicht in die Regierung.
Ob der Kanzlerin damals klar gwesen war, dass Deutschland in der Mitte Europas in ein riesiges europäisches Energieverbundnetzwerk eingebunden war, ist zu bezweifeln. Denn sonst hätte die große Europäerin sich ja wenigstens mit ihren Nachbarn über diesen Schritt abgestimmt, da diese direkt von der Entscheidung betroffen sind und jetzt Schutzmaßnahmen technischer Art (Phasenschieber) in ihre Netze an den Grenzen zu Deutschland installieren, um sich vor den Folgen der deutscen „Energiewende“ zu schützen.
Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose
Wie naiv – und das ist mit dem Mäntelchen der Nächstenliebe ausgedrückt – die deutsche Energiepolitik ist, möchte ich an einem Beispiel aus der jüngsten Geschichte der „Energiewende“ zeigen. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass bis zum Jahre 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren sollen, um – wie es heißt – den Verkehr umweltfreundlicher zu machen. Dafür will der Staat sogar eine Kaufprämie zahlen, natürlich aus Steuergeld – woher auch sonst? Da wollen die ach so fortschrittlichen Vorstände der Automobilkonzerne natürlich nicht zurück stehen – oder besser: mitkassieren – und lassen fleißig Elektroauto-Systeme entwickeln, die die miserable Reichweite für den mobilen Bürger attraktiv machen sollen, etwa Schnelladestationen von sage und schreibe 350kW Leistung, die in kurzer Zeit die riesigen Autobatterien laden sollen.
Ich kann mir so ein Ladekabel eigentlich nur gekühlt vorstellen, da fließen bei 650 Volt Betriebsspannung eines E-Mobils immer noch über 500 Ampere durchs Kabel. Zum Vergleich: Die meisten Haushaltsstromkreise sind mit 10 Ampere abgesichert. Unter großem medialen Getöse wurde diese Idee gefeiert und der Bund stellt schon mal 300 Millionen Euro Steuergeld für Tausende solcher Stationen bereit. Steckdose statt Zapfsäule: Bekanntlich kommt der Strom in Helldeutschland aus der Buchse.
Kommt ein Milchmädchen daher – eines, das noch vor der deutschen Matheschwäche die Hauptschule abgeschlossen hat – und fängt an, zu rechnen. Nehmen wir an, es ist 20:00 Uhr. Von der Million Autos werden jetzt, na sagen wir 10 Prozent, also 100.000 zum Aufladen mit dem Stromnetz verbunden. Jede Dose hat 350 kW, macht 100.000 mal 350 kW macht 35 Millionen Kilowatt oder 35.000 Megawatt. Das sind 23 Großkraftwerke von der Güte Brokdorfs oder Emslands mit je 1.500 MW Leistung.
Aber bis 2022 werden die restliche Handvoll AKWs abgeschaltet sein, die es noch gibt, und bis 2050 soll auch der Ausstieg aus der Kohle-Verstromung vollendet sein. Tja, liebe Politiker, dann fangt schon mal an, Ideologie-Verbrennungs-Kraftwerke zu bauen, denn in Deutschland gibt es insgesamt 60 Millionen Kraftfahrzeuge, deren Verbrennungsmotoren die Regierung bis 2035 verbieten will. Und die wollen alle irgendwie geladen werden.
Per Ordre di Ethik-Kommission
Wievielt Autos von den 60 Millionen abends an die Steckdose gehen und welche Kraftwerksleistung dafür benötigt wird, können sich andere Milchmädchen ausrechnen. Hier ist nur anzumerken, dass der Planungs-und Bauzeitraum für ein Kraftwerk ca. 10 bis 15 Jahre beträgt. Aber niemand, wirklich niemand würde in Deutschland heute auch nur einen Cent in einen neuen Kraftwerksbau stecken. Wir legen gerade brandneue Kraftwerke wie Irsching still, das modernste Gaskraftwerk der Welt. Im Subventions-Gestrüpp der Energiewende sind sämtliche Kraftwerke nämlich einfach nicht mehr rentabel zu betreiben. Gegen Erzeuger, die 80 Prozent ihres Einkommens aus Subventionen generieren, kommt keine Industrieanlage an. Und welcher Investor baut ein Kraftwerk in einem Land, wo die Regierung es mal eben so „per Ausstiegsbeschluss“ und Ordre di Ethikkommission aus irgendeinem zurzeit gerade ideologisch missliebigem Energieträger gegen eine kleine Entschädigung enteignen kann?
Kommt ein umweltbegeisterter Politiker daher und säuselt: „Bis dahin haben wir ja die intelligenten Netze, die eine Überlastung der Netze sicher verhindern“. Ach hätten wir doch intelligente Politiker, die selber merken, dass dies nur bedeutet, dass das Netz nicht zulässt, dass mehr Autos geladen werden, als die Kraftwerke gerade bespeisen können. Dann würden sie nämlich selber merken, dass nicht mehr alle Bürger Auto fahren können, da ihre Batterien leer bleiben. Autofahren ist dann wie Segeln – wenn der Wind weht, geht’s voran. Interessant wird dann die Frage: Wessen Auto wird heute geladen? Und wessen morgen? Willkommen in der schönen neuen Fußgänger-Welt mit den Mehrkosten einer Eiskugel (Minute 6:45) pro Monat. Noch was, liebe Politiker: Stromautobahnen produzieren keinen Strom. Genauso, wie Autobahnen keine Autos herstellen.
Fachleute können meine stark vereinfachte und fehlerbehaftete Darstellung durchaus als Milchmädchenrechnung abtun – sie will ja auch nur die Dimensionen zeigen, mit denen wir es zu tun haben. Ist es nicht eher ein bisschen arg „postfaktisch“, den Elektroenergieverbrauch in gigantischem Umfang für Mobilität der Straßen hochfahren zu wollen, bei gleichzeitigem Herunterfahren der Elektroenergieproduktion durch Ausstieg aus diversen Grundlastenergieträgern? Ausstieg aus allem, ist das nicht irgendwie irre?
Windmühlen, Brenngläser, Furzgas
Doch zurück zu Fukushima und der Atomenergie. Zu Beginn hieß es noch: Wir sind mit der Energiewende die Vorreiter und die Welt wird uns folgen. Inzwischen sind wir die Geisterfahrer der Energiewende. Für Politiker: Geisterfahrer ist immer der, dem alle anderen entgegenkommen. Kernenergie-Ausstiegsland ist Deutschland. Belgien, die Schweiz, Taiwan und Spanien wollen – vielleicht – später mal aussteigen.
Umgekehrt steigen die Vereinigten Arabischen Emirate und Weißrussland neu in die Kernenergie ein. In den beiden Ländern werden derzeit insgesamt sechs Kernkraftwerke gebaut. In den USA sind vier Kernkraftwerke im Bau. Großbritannien hat beschlossen, seinen Kernkraftwerkspark mit mindestens drei Anlagen moderner Bauart zu ersetzen. China, Indien und Russland verfolgen umfangreiche Ausbaupläne. Auch in Argentinien, Finnland, Frankreich, Pakistan, Polen, Rumänien, der Slowakei, Südafrika, Südkorea, der Türkei oder Ungarn wird die Kernenergienutzung vorangetrieben.
Derzeit befinden sich weltweit 60 Atomkraftwerke im Bau. Seit Anfang 2015 haben 17 Kernkraftwerke den kommerziellen Betrieb aufgenommen und 11 neue Bauprojekte wurden gestartet. International wird die Atomtechnologie weiterentwickelt. In China sind zwei sogenannte Hochtemperatur-Kugelhaufen-Reaktoren im Bau. Diese ursprünglich aus Deutschland stammende Bauart hat wegen ihrer Sicherheitseigenschaften – eine Kernschmelze ist dort aus physikalischen Gründen nicht möglich – ein vielversprechendes Zukunftspotenzial, genau wie der neuartige Thorium-Flüssigsalzreaktor, der kaum radioaktiven Abfall hinterlässt.
Den 60 AKW-Neubauten weltweit steht eine Handvoll deutscher AKW zur Abschaltung gegenüber. Wenn die Deutschen keine Atomkraftwerke wollen – die Italiener und Österreicher denken ja genauso – dann ist das in Ordnung. Aber die Deutschen wollen auch keine Kohle- oder Gaskraftwerke und an diesem Punkt wird es eben irrational. Deutschland auf dem Weg zurück zur Technologie des Mittelalters: Windmühlen, Brenngläser und Furzgas. Oder wenn man sich ehrlich machen würde: auf dem Weg in die Energiemangelwirtschaft.
Politik auf dem Prinzip Hoffnung
Und noch eine schlechte Nachricht für umweltbesoffene Politiker: Außer Pumpspeicherkraftwerken existiert keine industriereife Speichertechnologie für Strom. Notabene – ich rede hier nicht von Handyakkus oder Einfamilienhäusern, sondern vom Industriestandort Deutschland. Pumpspeicher gibt es in Deutschland noch nicht einmal mit 10 Prozent der Kapazität, die benötigt würde, um den Kernenergieausstieg mit erneuerbarer Energie zu kompensieren. Und die existierenden Pumpspeicherwerke sind nicht einmal mehr rentabel – auch sie müssen subventioniert werden. Für hunderte neuen Pumpspeicherwerke, die für die Energiewende gebraucht würden, gibt es in Deutschland gar keine Standorte, geschweige denn Investoren oder Akzeptanz.
Nicht umsonst hatte die Regierung die glorreiche Idee, norwegische Fjorde als Pumpspeicherwerke zu nutzen. Nur haben sie vergessen, die Norweger dazu zu befragen, und es ist sehr still um die Idee geworden. Auch die Sahara wurde leider den Deutschen nicht für die Energiewende zur Verfügung gestellt. Deshalb bleibt die Energiewende eine Rolle rückwärts in die Braunkohle. Die deutsche Regierung betreibt Energiepolitik basierend auf dem Prinzip Hoffnung, dass demnächst großtechnisch nutzbare Energiespeicher erfunden werden. Jede Woche wird eine neue Idee in den Medien gehypt, eine spinnerter als die andere. Die Projekte haben alle eines gemeinsam: Nach kurzer Zeit verschwinden sie aus den Nachrichten und werden durch neue Wunderwaffen für den Endsieg der Energiewende ersetzt. In Wahrheit steigt mit jedem neuen Windrad und mit jedem neuen Sonnenpaneel das Risiko eines Blackouts in Deutschland, dessen Folgen ich mir gar nicht vorstellen mag.
Der Frühmensch brauchte tausend Jahre, um das erste Feuer zu beherrschen. Die Kernenergie ist das zweite Feuer und erst im 50. Jahr ihrer Entwicklung. Wenn sie sicher, ökonomisch und kohlendioxidfrei Strom für die Menschen produzieren kann, dann steht sie erst am Anfang ihrer Entwicklung. Wenn sie das nicht kann, dann wird sie verdientermaßen untergehen. Wir werden sehen.
„Halbe Wahrheit ist ganze Lüge“
Ich schließe diese Artikelserie mit einem persönlichen Erlebnis ab, das ein bezeichnendes Licht auf die Haltung der deutschen Medien zur Atomenergie wirft. Vor drei Jahren wurde ich von einem seriösen Wissenschaftsredakteur zum Thema „Energie, Wohlstand und Freiheit“ befragt. Der Redakteur arbeitete für ein Magazin, dass sich damit brüstete, größten Wert auf Fakten zu legen. Als der Artikel in Druck ging, stoppte der damalige Chefredakteur den Andruck mit der Bemerkung: „Das ist ja kernenergiefreundlich. Das bringen wir nicht.“ Verärgert ließ der düpierte Journalist den Artikel in der Schweizer „Weltwoche“ veröffentlichen.
Wenn ein deutsches Magazin, das sich gern seiner Faktentreue rühmt, einen Bericht unterschlägt, weil ihm dessen Richtung nicht paßt, dann sind viele Fakten dieser Fukushima-Artikelserie vielleicht auch für Sie neu gewesen. Wie sagte der kluge Rabbiner? „Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.“ Und „fake news“ sollen in Deutschland möglichst unterbunden werden. Was angeblich falsche Nachrichten sind, entscheidet dann womöglich ein Wahrheitsministerium (s. dazu auch hier und hier).
 




Netzausbau – Status nach dem 3. Quartal 2016

Um Planung und Bau über die Grenzen von Bundesländern hinweg zu straffen, wurden 2009 das Energieleitungsausbaugesetz EnLAG und 2013 das Bundesbedarfsplangesetz BBPlG verabschiedet. Den Übertragungsnetzbetreibern wurden immer mehr Zuständigkeiten zugunsten der staatlichen Bundesnetzagentur entzogen. Die öffentliche Hand, hoffte die Bundesregierung, werde für kurze Planungs-, Genehmigungs- und Errichtungsphasen sorgen können. Der Status heute, im 7. Jahr nach Verabschiedung des EnLAG.
 

Status nach dem 1. Quartal 2016

Ein Blick zurück auf den Stand der Vorhaben aus dem BBPlG nach dem 1. Quartal 2016, Blogartikel vom 07. Juni 2016. Auszug:
„Stand nach dem ersten Quartal 2016

  • Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem Bundes­bedarfs­plangesetz ergeben, liegt aktuell bei etwa 6.100 km. Im Netz­entwicklungs­plan sind davon etwa 3.050 km als Netz­verstärkung kategorisiert.
  • Die Gesamtlänge der Leitungen in Deutschland wird stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore abhängen und sich im weiteren Verfahrens­verlauf konkretisieren. 
  • Insgesamt sind rund 350 km genehmigt und 65 km realisiert. Im ersten Quartal wurden sechs Kilometer realisiert.“

Status nach dem 3. Quartal 2016

Die Bundesnetzagentur teilt mit:
 

  1. Bundesbedarfsplangesetz BBPlG

„Stand nach dem dritten Quartal 2016

  • Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem Bundesbedarfsplan­gesetz ergeben, liegt aktuell bei etwa 6.100 km. Im Netzentwicklungs­plan sind davon etwa 3.050 km als Netzverstärkung kategorisiert.
  • Die Gesamtlänge der Leitungen in Deutschland wird stark vom Verlauf der Nord-Süd-Korridore abhängen und sich im weiteren Verfahrens­verlauf konkretisieren.
  • Insgesamt sind rund 400 km genehmigt und 80 km realisiert. Im dritten Quartal wurden elf Trassenkilometer realisiert.“
  1. Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG)

„Stand nach dem dritten Quartal 2016

  • Die Gesamtlänge der Leitungen, die sich aus dem EnLAG ergeben, liegt aktuell bei rund 1.800 km.
  • Im dritten Quartal wurden drei Kilometer fertig­gestellt. Insgesamt sind rund 900 km genehmigt und rund 650 km realisiert, das sind rund 35 Prozent der Gesamtlänge.
  • Die Übertragungsnetzbetreiber rechnen mit einer Fertigstellung von rund 45 Prozent der EnLAG-Leitungs­kilometer bis 2017.
  • Noch keines der Vorhaben mit Pilotstrecken für Erd­kabel ist in Betrieb. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion bereitet aktuell den Test­betrieb für das erste 380-kV-Erdkabel-Pilotprojekt in der Gemeinde Raesfeld vor.“

Fazit nach dem 3. Quartal 2016

BBPlG (seit 2013): Gesamtlänge 6.100 km, genehmigt 400 km, 80 km fertiggestellt, davon 11 km im Q3/2016 gebaut. Die aktuelle Fertigstellungsrate in Höhe von aufgerundeten 50 km/Jahr sieht nicht vertrauenserweckend aus.
EnLAG (seit 2009): Gesamtlänge 1.800 km, genehmigt 900 km, fertiggestellt 650 km, davon 3 km in Q3/2016. Prognose: Bei der mittleren Baurate seit 2009 in Höhe von ca. 130 km/Jahr wird die letzte der geplanten Leitungen in 9 Jahren fertiggestellt sein.
Die Nord-Süd-HGÜ-Trassen befinden sich noch im Stadium der Trassenplanung. Nach aktueller Terminplanung werden sie etwa 2025 fertiggestellt sein. Inwieweit die Terminplanung bei dem wachsenden Widerstand der Bevölkerung eingehalten werden kann, wird die Zukunft zeigen.
Ähnliches gilt auch für die Verkabelung von 380-kV-Drehstromtrassen, für deren Versuchsbetrieb die Pilotstrecken per Ende Q3/2016 noch fehlen.
Ausblick
Der Netzausbau entwickelt sich viel langsamer, als die Bundesregierung mit dem EnLAG 2009, bei der Energiewende 2011 und mit dem ergänzenden BBPlG 2013 angenommen hatte.
Infrastrukturmaßnahmen, gleich welcher Art, können in Deutschland seit Mitte der 1970ger Jahre nur noch gegen großen Widerstand spezieller Interessengruppen, nach endlosen Gerichtsverfahren und mit explodierenden Kosten durchgeführt werden.
Im Gegenzug sind alle Maßnahmen Pflicht, die unter die Titel CO2-Reduzierung, Dekarbonisierung und Atomausstieg fallen.
Dazu gehören die gesetzlich angeordnete Abschaltung aller Kernkraftwerke, die letzten werden 2022 den Leistungsbetrieb einstellen müssen, die forcierte Außerbetriebnahme von Braunkohlekraftwerken und die folgende Außerbetriebnahme von Steinkohlekraftwerken. Als Kompensation soll der Neubau von „Reservekraftwerken“ mit insgesamt 2.000 MW in Süddeutschland per staatlicher Ausschreibung vorangetrieben werden, die als wesentliches Merkmal innerhalb von 45 Minuten nach Kaltstart unter Volllast laufen können müssen. In Deutschland werden Kohlekraftwerke durch Gasturbinenkraftwerke ersetzt werden, deren Brennstoff i. W. aus Russland kommen wird und der schwieriger zu bevorraten ist, als Kohle. Es wird nicht einfach sein, Unternehmen zu finden, die unter den unsteten Bedingungen in Deutschland neue Kraftwerke bauen und betreiben werden.
Der Netzausbau geht nur sehr langsam voran. Die Außerbetriebnahme von politisch unerwünschten Kraftwerksanlagen wird jedoch planmäßig (Kernkraftwerke) und forciert (Kohlekraftwerke) weitergeführt. Wie lange das Elektrizitätssystem diese Divergenz ohne staatliche Stromrationierung wird aushalten können, werden wir in wenigen Jahren wissen.
Blogbeitrag vom 07. Juni 2016 zum Status des Netzausbaues per Ende Q1/2016.
Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (Energieleitungsausbaugesetz – EnLAG)
Gesetz über den Bundesbedarfsplan (Bundesbedarfsplangesetz – BBPlG)




EIKE wünscht allen Leserinnen und Lesern ein gutes und erfreuliches Jahr 2017

Doch nur mit dem Zweifel beginnt auch die Suche nach der Wahrheit. Und diese Suche hat bereits große Teile der Bevölkerung erfasst. Unübersehbare Zeichen dafür sind die großen Erfolge neuer  politischer Player, Parteien wie Medien der bürgerlich liberal-konservativen  Mitte, die sich nicht den Maulkorb der  Political Correctness mehr umhängen lassen, sondern reden und schreiben was ist, insbesondere aber – mit sehr guten Argumenten, die täglich durch Fakten erhärtet werden- glaubwürdige Alternativen den Menschen vorstellen. Die „postfaktischen“ Argumente eine selbstherrlichen Kanzlerin und ihrer Unterstützer in allen etablierten Parteien, den Ämtern und Medien  werden – für jedermann sicht- und erkennbar- stets und ständig aufs Neue, durch die wahrgenommene Wirklichkeit widerlegt.

Mit Dank an Spürnase Frank Abels z.Zt. Australien für diesen Stimmungsaufheller

Bestärkt wurde diese stark anschwellende Bewegung durch vom Establishment mit großem finanziellen wie medialem Aufwand bekämpften sichtbaren politischen Veränderungen im Lande aber auch außerhalb. Die wider alles Wollen der Etablierten errungenen Erfolge eines Donald Trump in den USA, der Widerstand weiter Kreise gegen als falsch empfundenes offizielle Gehabe und Getue, dass in schroffem  Gegensatz zu den erlebten Fakten steht, sei es in Großbritannien, in Österreich. Italien, usw, der sich u.a. im Wahlverhalten äußert, sind sehr ermutigende Signale, die sich mit einiger Gewissheit auch in 2017 fortsetzen werden.

In diesem Sinne wird 2017 ein besseres Jahr als 2016 werden, wenn auch schreckliche internationale Katastrophen und auch Kriege weiterhin zu seinen Begleitern gehören werden.

So schlimm und bedauerlich diese auch sind: Wir freuen uns auf das Neue Jahr und wünschen und hoffen liebe Leserinnen und Leser, dass Sie das auch tun!

Ihre EIKE Redaktion