Betreff: March for Science am 22.4.2017

Donald Trump gebührt mit Sicherheit nicht die Ehre, diese Methode erfunden zu haben.

Wir wissen aber genau, dass die derzeitige „Klimawissenschaft“ eine Pseudowissenschaft ist und sich seit Anbeginn der „Wissenschaftslügen“ bedient.

Man kann über Donald Trump denken wie man will, aber seine Hauptkritiker scheinen aus dem Bereich der „Klimaalarmisten“ zu kommen. Natürlich ist auch unser Klimapapst Prof. Schellnhuber höchst alarmiert. Aus dem heute versandten Rundmail des WBGU zitiere ich (gesamte mail Seite 6)

Der WBGU ist alarmiert über die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit und die politisch motivierte Infragestellung faktenbasierter Aussagen. Von der Leugnung des Klimawandels bis hin zu absurden Verschwörungstheorien, insbesondere durch autoritäre und populistische Bewegungen und Regierungen, werden wissenschaftlich belegte Tatsachen abgestritten oder erwiesene Unwahrheiten als „alternative Fakten“ dargestellt. Zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Fragen brauchen wir eine freie Wissenschaft, die den öffentlichen Debatten auch unbequeme Wahrheiten zumuten kann.

Wie aufgeregt Schellnhuber ist, zeigt sich auch in dem Interview mit der Deutschen Welle vom 15.3.2017. Manche Formulierungen in der Übersetzung könnten besser sein, ich bitte um Nachsicht.

„Wissenschaftler“ wollen nun auf die Straße gehen, weil sie fürchten, Ihre Lügen könnten auffliegen.

Auf der Basis dieser Lügen erdulden wir seit Jahren eine in die Katastrophe führende „Energiewende“.

Wer sollte da eigentlich auf die Straße gehen?

Inhalt:

1        Interview Prof. Schellnhuber mit der Deutschen Welle (DW) 15.3.2017. 2

2        Mail aus dem WBGU vom 18.4.2017. 4

3        Einige Forderungen und Zitate aus „Welt im Wandel“ um zu verdeutlichen was Prof. Schellnhuber vorhat:  5

4        March for Science (Erläuterung aus Wikipedia) 7

5        Schellnhuber: ‚Scientists have to take to the streets‘ to counter climate denial 10

1       Interview Prof. Schellnhuber mit der Deutschen Welle (DW) 15.3.2017

Climate change action

http://www.dw.com/en/schellnhuber-scientists-have-to-take-to-the-streets-to-counter-climate-denial/a-37947164

(nachfolgend deutsche Übersetzung, Originaltext unter bei DW.)

Schellnhuber: Die Wissenschaftler müssen auf die Straße gehen, um der Klimaleugnung entgegenzutreten

Es ist höchste Zeit zu handeln, wenn wir die Ziele des Pariser Abkommens erreichen wollen, sagt Klimaprofessor Hans Joachim Schellnhuber. Er fordert auch die Wissenschaftler auf, aus ihren Elfenbeintürmen herauszukommen, um die Klimaverweigerung zu bekämpfen.

DW: Wo sind wir mit dem CO2-Budget der Welt – wie viel haben wir verbraucht und wie viel haben wir noch übrig?

Hans Joachim Schellnhuber: Wenn wir die 1,5 Grad-Linie halten wollen [Celsius; 3,6 Grad Fahrenheit], die das ehrgeizige Ziel der Pariser Vereinbarung ist, haben wir vielleicht 300 Milliarden Tonnen übrig – mehr oder weniger das Budget von 10 Jahren – wenn wir wie gewohnt weiter machen. Wenn wir die 2-Grad-Linie halten wollen, was realistischer ist, haben wir noch 20 bis 30 Jahre zu gehen, aber nicht mehr. So ist es ein sehr knappes Budget.

Und um dieses enge Budget zu erreichen, was sind dann die wichtigsten Dinge, die zwischen jetzt und dann passieren müssen?

Es ist ziemlich umwerfend – zum Beispiel bis 2030, müssen wir den Verbrennungsmotor auslaufen lassen. Und wir müssen den Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung komplett ausschalten. Bis 2040 müssen wir wahrscheinlich Beton und Stahl für den Bau durch Holz, Ton und Stein ersetzen.

Wir haben jetzt ein internationales Klimaabkommen unterzeichnet und ratifiziert. Sind wir auf dem richtigen Weg, unsere Emissionsreduktionsziele zu erreichen?

Deutschland hat heute das ehrgeizigere Ziel – hier innerhalb der Europäischen Union – um 40 Prozent weniger als 2020. Es sieht ziemlich düster aus, mit der aktuellen Politik werden wir nicht einmal unser eigenes Ziel erreichen. Etwas, das ziemlich störend ist, muss passieren, wie das Schließen von einigen der kohlebefeuerten Kraftwerke.

Die Europäische Union ist wenig ehrgeizig – sie hätte ihren Ehrgeiz sofort nach Paris erheben müssen, aber das ist nicht passiert. So ist es ein sehr träge Prozess.

Weltweit gibt es gute Neuigkeiten.

China hat wahrscheinlich schon seine Emissionen erreicht, was erstaunlich ist. Indien hat ein äußerst ehrgeiziges Solarenergie-Programm – und investiert viel. Also, das einzige schwarze Pferd im Rennen ist die USA.

US-Präsident Donald Trump hat gedroht, aus dem Pariser Abkommen herauszuziehen. Welch großer Angriff wird das auf die bisherige internationale Klimaschutzaktion sein?

Das ist die Ein-Milliarden-Dollar-Frage. Zunächst einmal ist es nicht klar, ob Trump die USA aus dem Pariser Abkommen ziehen wird. Ich glaube nicht, dass er es tun wird. Wie andere Nachzügler und Hindernisse, in der Vergangenheit – wie Saudi-Arabien – ich denke, die USA werden einfach an Bord bleiben und versuchen, alle Prozesse zu verlangsamen.

Welche Wirkung hat es? Vor 10 Jahren wäre das eine komplette Katastrophe für die Klimapolitik gewesen. Jetzt mit China – dem größten Emitter und auch dem größten Investor in erneuerbaren Energien – und mit den asiatischen Volkswirtschaften, die sich jetzt langsam ändern, denke ich, dass die Welt auch ohne die USA Klimaschutz erreichen könnte.

Scott Pruitt, der jetzt die US Environmental Protection Agency leitet, hat sich vor kurzem geweigert Kohlendioxid als wichtigen Beitrag zur globalen Erwärmung anzuerkennen. Seine Kommentare gehen gegen den 97-Prozent-Konsens der Wissenschaftler der Welt. Die Wissenschaftler neigen in der Regel dazu, sich aus der Politik herauszuhalten, aber denken Sie, dass angesichts des gegenwärtigen politischen Klimas die Wissenschaftler mehr politisiert und sich äußern werden?

Ich habe das große Privileg, im Büro zu arbeiten, wo Albert Einstein gearbeitet hat. Er ist einer der größten Genies und Physiker aller Zeiten. Und er war ein sehr politisches Tier.

Ich denke, wenn das System der wissenschaftlichen Methode und die wissenschaftliche Forschung im Zweifel ist, dann müssen die Wissenschaftler am Ende auf die Straße gehen und müssen zeigen und sagen: „Hey, wir machen einen Job für dich!“

Wir Wissenschaftler lieben es, in unseren Elfenbeintürmen zu sitzen, die durch den Schmutz der realen Welt und so weiter nicht erreicht werden, aber wir müssen auf die Straße gehen, wir müssen sprechen. Wir müssen unsere Elfenbeintürme verlassen, und wir müssen jedem mitteilen, dass wir Teil der Lösung sein wollen.

Die Weltführer treffen sich im November in Bonn für die nächste Runde der Klimaverhandlungen (COP23). Ist der politische Wille zum Klimaschutz noch da? Wie wichtig sind diese Gespräche?

Ich habe daran teilgenommen, ich denke, 15 oder 18 dieser COPs. Diese Gespräche sind äußerst frustrierend und jedes Mal, wenn du denkst, das ist das letzte und du wirst nie wieder an einem Abend teilnehmen. Aber wenn es noch eine Show in der Stadt gibt – das musst du machen.

Also am Ende, ich denke, was wir in Paris gesehen haben, war eine erstaunliche Leistung; Dass jede und jede Nation mehr oder weniger „Ja“ zu zwei Grad Klimawandel sagte.

Nun ist die andere Sache natürlich, wie realistisch ist eine Vereinbarung, die multilateral, einstimmig ist, auch in Paris? Und hier denke ich, dass es die Aufgabe der Wissenschaft ist, Stakeholdern, Ministern, Kanzlern, Präsidenten zu erzählen, dass die Arbeit zu tun ist, ist äußerst erschreckend und unvergleichlich.

Zumindest der Umfang der ursprünglichen industriellen Revolution, wo fossile Brennstoffe für die Schaffung der modernen Gesellschaft an Bord genommen wurden. Aber dieses Mal haben wir nicht 200 Jahre für die Erreichung und die Arbeit – wir haben nur 30 Jahre. Und das ist noch nie da gewesen.

Wir sind jetzt an der Kreuzung: Wir sagen: Das Ding ist zu groß für uns, diese Aufgabe kann nicht getan werden. [Dann] werden wir von der Natur verwandelt werden, denn wir werden am Ende mit einem sich um 4, 5, 6 oder sogar 12 Grad erwärmenden Planeten haben. Es wäre das Ende der Welt, wie wir es wissen, und ich habe alle Beweise. Oder wir sagen: Wir machen die Transformation selbst.

Hans Joachim Schellnhuber ist seit seiner Gründung im Jahr 1992 Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

 

 

2       Mail aus dem WBGU vom 18.4.2017

WBGU unterstützt March for Science am 22. April 2017

Berlin, den 18.04.2017. Frieden, Wohlstand, Demokratie und die Entwicklung der Menschheit basieren auch auf Wissenschaft, Forschung, Technologie, Innovation und Bildung. Die wachsende Komplexität globaler Zusammenhänge verlangt für die Suche nach Problemlösungen eine unabhängige und auch international vernetzte Wissenschaft und Forschung. Forschungsfreiheit ist ein zentrales Element unserer Demokratien. Die großen globalen Herausforderungen wie die Umsetzung der Sustainable Development Goals und des Pariser Klimaschutzabkommens lassen sich nur durch soziale, technologische und institutionelle Innovationen lösen. Die Wissenschaft hat eine Bringschuld sich der Probleme unserer Zeit anzunehmen und sich mit gesellschaftlichen Akteuren auszutauschen.

Der WBGU ist alarmiert über die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit und die politisch motivierte Infragestellung faktenbasierter Aussagen. Von der Leugnung des Klimawandels bis hin zu absurden Verschwörungstheorien, insbesondere durch autoritäre und populistische Bewegungen und Regierungen, werden wissenschaftlich belegte Tatsachen abgestritten oder erwiesene Unwahrheiten als „alternative Fakten“ dargestellt. Zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Fragen brauchen wir eine freie Wissenschaft, die den öffentlichen Debatten auch unbequeme Wahrheiten zumuten kann.

Der WBGU unterstützt daher den March for Science, der weltweit am 22. April 2017, dem Earth Day, begangen wird. Alle Bürgerinnen und Bürger, denen eine unabhängige Wissenschaft wichtig ist, sind eingeladen – nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Mehr unter: http://marchforscience.de/

Der WBGU: Politikberatung zum Globalen Wandel 

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde 1992 im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung („Erdgipfel von Rio“) von der Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium eingerichtet. Der WBGU hat die Aufgabe globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und zur Lösung dieser Probleme Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten. Dirk Messner und Sabine Schlacke sind die beiden Vorsitzenden des WBGU.

Rückfragen bitte an Dr. Benno Pilardeaux, E-Mail oder 030-2639480.

 

3       Einige Forderungen und Zitate aus „Welt im Wandel“ um zu verdeutlichen was Prof. Schellnhuber vorhat:

Er fordert:

  • (abwechselnd) eine gesellschaftliche Transformation, eine große Transformation, eine ökologische Transformation. (Das Wort Transformation kommt über 1600 mal in der Broschüre vor!)

Der Begriff der „Transformation“ wurde von den Wortführern der „68er“ verwendet. Verwiesen wird auf das Buch von Peter Brückner „Die Transformation der Demokratie“ (Frankfurt/Main 1968, Europäische Verlagsanstalt ISBN 3 434 45038 6.),
Brückner war Professor der Psychologie in Hannover und stand der RAF nahe und war Mitverfasser des „Buback-Nachrufs“.

  • Einen sozial-ökologischen Gesellschaftsumbau

Warum muss man – selbst wenn die These vom menschengemachten Klimawandel richtig wäre – dafür die Gesellschaft umbauen?

  • Einen starken, gestaltenden Staat

In einem Presseartikel, überschrieben mit „Ökodiktatur pur“ setzt sich Prof. Fritz Vahrenholt mit dieser Forderung des WBGU auseinander. Er warnt vor „antidemokratischem, jakobinischem Denken“. Wir verweisen auf diesen Artikel.
https://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13397280/Oekodiktatur-pur.html

  • Eine „deliberative Zukunftskammer“ neben dem Parlament, an deren Voten ist das Parlament gebunden

„Deliberativ“ heißt in etwa „basisdemokratisch“. Bürger, nach einem Zufallsprinzip ausgewählt, bilden ein Nebenparlament, das das aus gewählten Volksvertretern gebildete Parlament überstimmen kann.

  • Eine gesellschaftliche Problematisierung „nichtnachhaltiger Lebensstile“

Hier hört der Spaß auf. Das kann doch nur heißen, dass alle Menschen, die Fleisch essen, viel fliegen, einen SUV fahren …. an den Pranger gestellt werden und unter Druck geraten sollen.

  • „Interessengruppen“ und „Vetospieler“, die „den Übergang zur nachhaltigen Gesellschaft erschweren“ müssen überwunden werden

D.h., es geht z.B. um Menschen, die in Bürgerinitiativen gegen den Bau von Windkraftanlagen kämpfen und vor allem um Menschen, die sich persönlich dafür einsetzen. Was heißt in diesem Zusammenhang „überwinden“? Was soll mit denen geschehen? Brauchen wir eventuell neue Konzentrationslager?

Entnommen aus: „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“. Herausgeber: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. (WBGU). Vorsitzender: Prof. H.J. Schellnhuber. Berlin 2011

Zitate aus „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine große Transformation“. Herausgeber: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen. (WBGU). Vorsitzender: Prof. H.J. Schellnhuber. Berlin 2011

„Die Demokratie (hat) sich ….. als weltweites Ordnungsmodell etabliert und sie müsste ihre Leistungsfähigkeit im Blick auf die anstehende Große Transformation erweisen.

Derzeit hat die Demokratie diese Zukunftsfähigkeit noch keineswegs unter Beweis gestellt … Zeitdruck und Komplexität der Transformation werfen deshalb die Frage nach der Funktionsfähigkeit und Tauglichkeit demokratischer Systeme auf. Die Qualität und Leistungsfähigkeit von Demokratien wird üblicherweise gemessen an ihrem Input, also an der effektiven Beteiligung der Bürger sowie die Bereitschaft der Politik, auf die Interessen und Wünsche der Bürger einzugehen, und an ihrem Output, d. h. der politischen Leistungsfähigkeit in Gestalt effektiven und effizienten Handelns der Exekutive .“

„Für die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft mangelt es nicht an politischer Programmatik ….., die Probleme liegen im politischen Prozess…… Es geht nun darum, diese Blockaden, die den Wandel behindern, in nationalen Systemen und auf globaler Ebene zu überwinden, politische Verfahren zu beschleunigen und auf eine langfristige Perspektive auszurichten und gleichzeitig die Legitimationsbasis der Entscheidungen zu erhöhen. Die Große Transformation ist deshalb nicht zuletzt ein Test für die Zukunftsfähigkeit der Demokratie. „

Der gestaltende Staat steht fest in der Tradition der liberalen und rechtsstaatlichen Demokratie, entwickelt diese aber im Sinne der Zukunftsfähigkeit demokratischer Gemeinwesen und freier Bürgergesellschaften weiter und berücksichtigt die Grenzen, innerhalb derer sich Wirtschaft und Gesellschaft auf einem endlichen Planeten entfalten können“

***

Zitat aus: Jorgen Randers, Bericht an den Club of Rome „2052“, Seite 53. ISBN 978-3-86581-398-5

Demokratie hat viele Vorteile und erbringt oft Lösungen, die nachhaltiger sind als Top-Down-Entscheidungen. Aber durch hohe Geschwindigkeit zeichnen sich demokratische Entscheidungsprozesse nicht gerade aus. Meiner Ansicht nach wird es deshalb grundlegend darauf ankommen, ob man sich in der Demokratie auf einen stärkeren Staat einigen kann (und damit auf beschleunigte Entscheidungsprozesse), bevor es zu spät ist – bevor wir gegen die Mauer prallen und uns einen sich selbst verstärkenden Klimawandel, unwiederbringlichen Verlust an biologischer Vielfalt sowie einen Mangel an Investitionen in zukunftsgerichtete Forschung und Entwicklung einhandeln.“

 

4       March for Science (Erläuterung aus Wikipedia)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Der March for Science oder Science March ist eine für den 22. April 2017 (Tag der Erde) geplante Großdemonstration für den Wert von Forschung und Wissenschaft und gegen sogenannte „alternative Fakten“, die in Washington, D.C. sowie weltweit in zahlreichen Städten stattfinden soll.[1][2] Auslöser der Bewegung waren wissenschaftsfeindliche Äußerungen und Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump.

4.1      Inhaltsverzeichnis

[Verbergen]

4.2      Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zum March for Science entstand in Reaktion auf eine Meldung bei Reddit Ende Januar 2017, dass das Weiße Haus unter Donald Trump alle Informationen zum Klimawandel von seiner Webseite gelöscht habe. Dies führte zu einer Diskussion, bei der ein Benutzer kommentierte: „There needs to be a Scientists’ March on Washington.“ (deutsch etwa: „Es sollte eine Demonstration von Wissenschaftlern in Washington geben“). Innerhalb weniger Stunden entstand daraus eine Webseite, eine Facebook-Seite sowie ein Twitter-Profil, innerhalb weniger Tage entstanden Initiativen in anderen Städten in den USA und weltweit.[3][4]

Der Slogan der Veranstaltung ist „Science, not silence“ (deutsch: „Wissenschaft, nicht Stille“).[1]

4.3      Beteiligte Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 19. März gibt es weltweit Initiativen in fast 400 Städten. In Deutschland sind Demonstrationen in 13 Städten geplant (Berlin, Bonn/Köln, Frankfurt/Main, Freiburg, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, München, Stuttgart und Tübingen).[5] Zudem ist ein Science March in Wien (Österreich) geplant.

4.4      Unterstützer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der March for Science wird international von zahlreichen wissenschaftlichen Organisationen und bekannten Einzelpersonen unterstützt.[6][7]

In Deutschland unterstützen u.a. folgende Organisationen und Personen den March for Science:

Organisationen

Nobelpreisträger

weitere namhafte Personen (Auswahl)

4.5      Kritik am March for Science[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Wissenschaftler haben Kritik am geplanten March for Science geübt. Dieser würde dazu beitragen, Wissenschaft zu trivialisieren und politisieren, und das Narrativ der konservativen Skeptiker eher verstärken, dass es sich bei Wissenschaftlern um eine politische Interessengruppe handelt. Man solle lieber direkt mit den Personen sprechen, die keine Wissenschaftler kennen und nicht verstehen, in welchem Ausmaß die globale Erwärmung sich bereits jetzt auf ihr Leben auswirkt.[8] Zudem lenke der Science March von den wesentlichen Problemen ab, mit denen die Wissenschaft zu tun hat. So z.B. ob Wissenschaft zu mehr sozialer Ungleichheit führt, weil nur Wohlhabende dafür bezahlen können, oder das Problem mangelnder Reproduzierbarkeit vieler Ergebnisse.[9]

4.6      Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

4.7      Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

4.8      Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochspringen nach: a b Science March: US-Wissenschaftler vereinigen sich gegen Trump. Auf: Deutsche Welle, 3. Februar 2017. Abgerufen am 19. März 2017.
  2. Hochspringen ↑ marchforscience.de. Abgerufen am 20. März 2017.
  3. Hochspringen ↑ What Exactly Are People Marching for When They March for Science?. Auf: The Atlantic, 7. März 2017. Abgerufen am 19. März 2017.
  4. Hochspringen ↑ Why we’re marching for science in Australia. In: The Conversation, 8. März 2017. Abgerufen am 19. März 2017.
  5. Hochspringen ↑ marchforscience.de. Abgerufen am 19. März 2017.
  6. Hochspringen ↑ Partners. Auf: marchforscience.com. Abgerufen am 19. März 2017.
  7. Hochspringen ↑ Unterstützer. Auf: marchforscience.de. Abgerufen am 19. März 2017.
  8. Hochspringen ↑ Robert S. Young: A Scientists’ March on Washington Is a Bad Idea.. The New York Times, 31. Januar 2017. Abgerufen am 19. März 2017.
  9. Hochspringen ↑ Scientists’ march on Washington is a bad idea – here’s why. In: The Conversation, 8. März 2017. Abgerufen am 19. März 2017.




Für die Energiewende gehen sie auch über Leichen

Vögel dürfen durch Windkraftanlagen getötet werden. Dies hat gerade die Wilhelmshavener Zeitung berichtet. Dass die Flügel dieser Anlagen Vögel erschlagen und Fledermäuse innerlich zerreißen, ist bekannt und belegt. Anfangs haben es die Betreiber und Befürworter der Windstromerzeugung geleugnet, dann unter der Decke gehalten, dann bagatellisiert. Opfer der Anlagen werden diese Tiere in großen Mengen, obwohl sie unter Natur- und Artenschutz stehen. Proteste dagegen? Jedenfalls nicht von den Grünen, nicht von der Linken, nicht von ihren politischen Mitläufern CDU/CSU/FDP. Denn für die Energiewende gehen diese Politiker auch über Leichen. Es sind ja nur Vögel. Kaum aber wird ein Reh übergefahren oder ein Wolf, schon ist das ein Thema, schon liest man darüber.

 

In Niedersachsen 56 Ausnahmegenehmigungen zum Töten erteilt

Überschrieben hat die Wilhelmshavener Zeitung ihren Bericht mit Vogeltötung für Windparks genehmigt. Unter anderem liest man dort: „Für den Bau von Windkraftanlagen wird in Niedersachsen in bisher ungeahntem Ausmaß die Tötung von geschützten Tieren zugelassen.“ Das Blatt beruft sich dabei auf eine Antwort des niedersächsischen Umweltministeriums auf eine FDP-Anfrage im Landtag: Zwischen 2011 und 2016 seien in 16  Landkreisen bei Genehmigungen von Windparks insgesamt 61 Anträge gestellt worden, artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen zu erteilen. In 56 Fällen habe man sie bewilligt, in zwei Fällen nicht für alle Arten, drei Anträge seien noch nicht entschieden.

Vogelmord aus „zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses“

Weiter berichtet dass Blatt: „Betroffen sind unter anderem teils streng geschützte Vogelarten wie Mäusebussard, Turmfalke, Großer Brachvogel, Feldlerche, Kiebitz und Sturmmöwe. Nach Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, geschützte Arten zu fangen, zu verletzen, zu töten, zu stören oder der Population zu schaden. Experten gehen davon aus, dass jährlich tausende Vögel durch Windräder getötet werden. Laut Ministerium können Ausnahmen aus „zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses“ genehmigt werden. Dazu zählen auch wirtschaftlichen oder soziale Interessen.“ Autor des Berichts ist Marcus Seng, erschienen sein Bericht in der Ausgabe vom 12. April auf Seite 24.

Für die Medien kein wirkliches Aufregerthema?

Gelegentliche Berichte über den Vogelmord durch Windkraftanlagen gibt es auch in anderen Medien. Doch habe ich den Eindruck, dass es für sie kein wirkliches Aufregerthema ist. Focus Online stellte es sogar als „Mythos“ dar, dass Windkraftanlagen massenweise Vögel töten (hier). Dagegen stehen aber auch Berichte wie der vom Berliner Tagesspiegel über „Vogelfallen auf hoher See“ durch Offshore-Windkraftanlagen, der sich dabei auf eine Tatort-Sendung bezieht (hier).

Windstromanlagen als Todesfallen für bis zu 150 000 Vögel schon 2005

Welt Online berichtete vor zwölf Jahren: „Gegen die scheinbar gemächlich schlagenden Rotoren haben die Vögel keine Chance. Die Flügelspitzen bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern – zu schnell, um von einem Vogel als Hindernis wahrgenommen zu werden, dem es auszuweichen gilt. Die Dunkelziffer bei der Zahl der erschlagenen Tiere ist nach Einschätzung von Freude*) enorm; so töten einer Studie des Naturschutzbundes zufolge die rund 17 000 Windräder in Deutschland jährlich 100 000 bis 150 000 Vögel und Fledermäuse.“ (Welt Online vom 12. Oktober 2005 „Windräder werden zu Todesfallen“). In ganz Deutschland sind inzwischen rund 26 000 Windkraftanlagen zu Todesfallen für die Vogelwelt geworden.

Das Zählen der Kadaver ist schwer, der Fuchs schleppt sie vorher weg

„Denn, so Freude, zum einen werde die Umgebung der Anlagen nur stichprobenartig nach Tierkadavern abgesucht: Zwischen 2002 und 2004 wurden lediglich 239 der insgesamt rund 1700 Anlagen in Brandenburg entsprechend inspiziert. Zum anderen komme auch bei diesen untersuchten Windrädern meist der Fuchs dem Menschen zuvor – und schleppe die Kadaver weg, bevor diese in die Statistik der Tierschützer aufgenommen werden könnten. Tests, bei denen Kükenkadaver ausgelegt worden waren, hätten das erwiesen, sagte der Landesumweltsamts-Präsident: Spätestens nach zwei Wochen waren die zum Teil gut versteckten toten Tiere meist restlos verschwunden – aufgefressen von Füchsen und anderen Raubsäugern. In einigen Fällen seien schon am zweiten Tag alle toten Küken weg gewesen.“

Die Naturschutzverbände ducken sich weg

Für Windkraftanlagen ist offenbar alles erlaubt. Die Naturschutzverbände ducken sich weg. Von Protesten ihrerseits hört man wenig bis nichts. Warum? Möglicherweise werden sie finanziell besänftigt, damit sie nicht vor die Gerichte ziehen. Kann man sich heute doch schon alles vorstellen, was vor vielen Jahren die Vorstellungskraft noch überstieg. Umso lauter kämpfen diese Schützer um einen einzelnen Vogelhorst, in dessen Nähe eine neue Autobahn vorbeiführen soll. Dann wird der Weiterbau erst einmal eingestellt. Von Windkraftanlagen hat man dergleichen noch nicht vernommen. Ihr Bau wird brutal durchgesetzt.

Vogel-Killer-Strom wird nicht gebraucht, ist völlig entbehrlich

Der Sprecher des Bundesverbandes Windenergie, Matthias Hochstätter, argumentierte einst (ebenfalls Welt Online vom 12. Oktober 2005): “Ganz zu vermeiden ist der Vogelschlag durch Windkraftanlagen nicht. Bei der Standortwahl würden Gebiete vermieden, die Zugvögel überflögen oder die sich in der Nähe von Brut- und Rastplätzen befänden. Der Bestand von Vogelarten sei durch Windkraft jedenfalls nicht gefährdet. Und dann relativierend und verharmlosend: “Allein an Straßen und durch Hochspannungsleitungen werden in Deutschland zwischen zehn und 20 Millionen Tiere getötet.” Ein falscher Vergleich, denn Hochspannungsleitungen und Straßen mit Autos werden wirklich benötigt, aber Windkraftanlagen überhaupt nicht. Vogel-Killer-Strom brauchen wir nicht, ist völlig entbehrlich. Warum, ist auf dieser Web-Seite mannigfach nachzulesen.

Zerhackt jemand einen Storch, kommt er vor Gericht …

Informativ und lesenswert ist zum Thema ein Beitrag des Biologen Dr. Friedrich Buer mit dem Titel „Windräder – warum sie Vögel und Fledermäuse töten und man nur zufällig die Opfer findet“ (hier). Darin findet sich auch diese Feststellung: „Zerhackt jemand einen Storch, kommt er vor Gericht. Genehmigt eine Behörde Windräder, von denen sie weiß, dass sie Störche zerhacken, kommt sie nicht vor Gericht und die Investoren und Betreiber auch nicht. Hier wird mit zweierlei Maß zu Gunsten von Geschäftemachern und zu Lasten der Natur gemessen.“

Warum wirbt ein BUND-Vorsitzender für Windstromanlagen, obwohl sie Vögel töten?

Auch Buer beklagt das Wegducken der Naturschützer: „Und was ist bei den Spitzenfunktionären der Naturschutzverbände los? Warum keine Empörung über das Massaker? Nur zwei Vögel pro Windrad und Jahr kämen um. Bei 25.000 Windrädern sind das schon 50.000, also kein Problem? Und warum wirbt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger gemeinsam mit dem Bundesverband Windenergie e.V. für Windräder, obwohl er weiß, dass sie massenhaft Vögel und Fledermäuse erschlagen? Er meint, im Straßenverkehr kämen ja noch mehr Vögel um. Doch so könnten sich auch die kriminellen Vogelfänger Europas vor Gericht herausreden: Im Straßenverkehr kommen ja noch mehr Vögel um. Kürzlich hörte ich gar von einem ehemaligen BUND-Funktionär: Wir bauen unsere Windräder nur da, wo es keine Vögel gibt.  Übrigens machen auch die Kirchen bei dem Geschäft mit den Windrädern mit. ‚Bewahrung der Schöpfung’ ist das ganz sicher nicht.“

Opfer sind zu Hunderttausenden auch die Fledermäuse

Opfer der Windkraftanlagen sind auch die Fledermäuse. Spiegel Online berichtete am 11. Februar 2015: „Die Zahl der Fledermäuse, die jedes Jahr in Deutschland an Windrädern umkommen, könnte größer sein als bislang angenommen. Bei Hochrechnungen zur Zahl der getöteten Tiere gebe es systematische Fehler, berichtet ein Team um Christian Voigt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.“ Der Bericht bezieht sich auf eine damals neue Studie. Ihr zufolge könnten in Deutschland jährlich mehr als 250 000 Fledermäuse durch Windräder getötet werden, wenn diese ohne Auflagen betrieben würden, schätzen die Forscher. Bisherige Schätzungen, wie viele Fledermäuse im Jahr umkommen, differierten stark. Genannt würden Zahlen von unter 100 000 bis zu über 400 000.  Mehr als 70 Prozent der getöteten Fledermäuse in Deutschland seien nur auf der Durchreise: „Große Flugrouten der Tiere kreuzen Deutschland.“

Die Betriebszeiten der Windstromanlagen den Fledermausflügen anpassen?

Aber Fledermäuse kommen anders um als Vögel: „Wegen großer Luftdruckänderungen an den   Rotorblättern erleiden Fledermäuse in der Nähe eines Windrads ein sogenanntes Barotrauma, bei    dem innere Organe zerreißen. Bisher hätten Forscher in ihren Analysen nur die Tiere berücksichtigt, die unmittelbar an Windrädern tot gefunden wurden … Bei einem leichten Barotrauma können Fledermäuse aber noch Minuten oder sogar Stunden weiterfliegen, bevor sie verenden. vermutlich erfülle nur ein Bruchteil der aktuell rund 24 000 Windkraftanlagen in Deutschland die  Auflagen zum Schutz der fliegenden Säugetiere, teilte der IZW-Forscher mit. Dazu gehört unter  anderem, dass die Betriebszeiten der Windräder an den Fledermausflug angepasst werden.“ Der ganze Beitrag hier. Eine solche Auflage aber bedeutet: Wenn Windkraftanlagen Strom also nicht nur bei Windstille oder Schwachwind nicht liefern  können, sondern auch dann nicht, wenn die Fledermäuse fliegen, wird der Windstrom noch zusätzlich  unzuverlässig. Auch dies zeigt, wie untauglich Windstrom für eine Industrienation ist. Aber die soll ja nach allem, was an verrückten Plänen zu lesen ist, schleichend ruiniert werden.

Das Mitleiden für den überfahrenen Wolf

Apropos Wolf. In der gleichen Ausgabe vom 12. April (Seite 25) berichtet die Wilhelmshavener Zeitung auch von einem überfahrenen Wolf. Samt Foto vom Tier räumt die Redaktion diesem Bericht einen dreimal so großen Platz ein wie dem von den massakrierten Vögeln. Der Tod eines einzelnen Tieres durch ein Auto scheint als bewegender wahrgenommen zu werden als das behördlich genehmigte Umbringen Zigtausender Vögel. In den sozialen Netzwerken, so liest man in dem Bericht, sei das Bedauern gleich nach Bekanntgabe der Todesnachricht groß gewesen. Viele Leser hätten für das Tier Partei ergriffen und ihr Bedauern ausgesprochen. Man fragt sich: Wo bleibt das Bedauern der sozialen Netzwerke und der Leser für die massakrierten Vögel?

Wo bleibt das Mitleiden für die Vögel?

Möglicherweise liegt die unterschiedliche Haltung daran, dass die Zeitung auch den qualvollen Tod des Wolfes nach dessen Kollision mit dem Auto geschildert hatte: „Die Verletzungen, die sich das Tier dabei zuzog, waren immens. Trotzdem dauerte der Todeskampf knapp eine Stunde. Autofahrer – laut Polizei ein 53 Jahre alter Mann aus Großenkneten –, Jagdpächter und Polizei mussten tatenlos dabei zusehen. ‚Sie hätten sich strafbar gemacht, hätten sie das Tier erschossen’, erläuterte Maren Fokken von der zuständigen Polizei-Pressestelle auf Nachfrage und verwies auf die strengen Bestimmungen, um einen Wolf erlegen zu dürfen. Als der Arzt des Veterinäramtes eintraf, verendete das Tier.“ Wer schildert das qualvolle Verenden der Vögel, damit sie wenigstens die gleiche Zuwendung erfahren?

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*) Matthias Freude, damals Leiter des Landesumweltamtes Brandenburg.




„Die Wetterklempner“ – Gibt es bald Wetter auf Wunsch?

Ist jetzt die große Stunde der „Geoingenieure“ da, dem „Wettergott“ ins Handwerk zu pfuschen und die „weltumspannende Klimamaschine“ auf Kühlung zu stellen? Lässt sich der „Klimawandel“ durch Versprühen von Aerosolen in der Stratosphäre manipulieren? Sich ihrer Sache nicht sicher, holten sie sich den Segen Seiner Heiligkeit, des Dalai-Lama. Dies schildert der Artikel „Die Wetterklempner“ von Johann Grolle im Spiegel vom 1. April 2017. Danach habe man den Dalai-Lama ins Massachusetts Institute of Technology eingeladen und ihm erklärt, dass der Mensch „die Erde einheize“. Darauf habe der Dalai-Lama die Meinung vertreten, dass das „Geoengineering, wie die mutwillige Manipulation des Klimas heißt“, zulässig und ethisch geboten sei. Wenn der Mensch der Erde einheize, dann habe er auch die Pflicht, sie abzukühlen. Hält der Dalai-Lama, der von Gläubigen „Ozean der Weisheit“ genannt wird, es wirklich „für des Menschen Pflicht, gleichsam Gott zu spielen“ und „das Klima der Erde nach Gutdünken des Menschen“ zu gestalten?

 

Ob der Dalai-Lama dies wirklich so gesagt hat, ist offen. Doch „Wetterklempner“ und „Klimamacher“ in Bezug auf den „Klimawandel“ sind völlig unwissenschaftliche Begriffe! Das Wetter ist nicht vom Menschen gemacht! Es wurde vom Menschen vorgefunden und ihm musste sich der Mensch, wollte er überleben, anpassen. Das „Klima“ ist ein menschliches Definitionsprodukt, aber als „Produkt“ bleibt es abhängig vom Wetter und entzieht sich rückwirkend einer nachträglichen menschlichen Einflussnahme. Die ist die logische Konsequenz aus der Definition von „Klima“ 30-jährigem „mittlerem Wetter“, das wiederum keine Realität hat. Nicht einmal die Tagesmitteltemperatur ist real, sondern ein Rechenwert und damit fiktiver Natur. Der „Klimawandel“ ist das gleitende 30-jährige Mittel von „Wetter“, hat also auch nichts mit dem Menschen zu tun, es sei denn, der Mensch sei verantwortlich für das Wettergeschehen rund um den Globus!

 

Dem Menschen steht kein Hochmut an ob seiner Ohnmacht vor dem Wetter. Die Tatsache, dass es keine räumlich und zeitlich exakten Wettervorhersagen gibt, zeigt, dass das Verhalten des Wetters vom Menschen nicht verstanden ist. Und was man nicht versteht, kann man schwerlich manipulieren. Wo sollte man den Hebel ansetzen? Außerdem würde das Wetter, selbst wenn alle Wetterdienste dieser Erde ein perfekt funktionierendes Prognosemodell hätten, trotzdem machen, was das Wetter macht. Es ist der natürliche Akteur und nicht der Mensch, der das Verhalten des Akteurs Wetter zu verstehen sich bemüht.

 

Die Klimatologie ist eine Art indirekter Geschichtsschreibung

 

In dem Begriff Geschichte steckt das Wort Geschehen. Geschichte beschreibt etwas, was vergangen, geschehen ist. Ist ein Wort gesagt, breitet es sich mit Schallgeschwindigkeit aus und kann nicht mehr zurückgeholt und rückgängig gemacht werden, so wie der Schaden, den der Brand eines Blitzeinschlags verursacht hat. Mensch und Wetter leben in einem Zeitkontinuum, das eine eindeutige Richtung hat. Die unsichtbare, infrarote Wärmestrahlung eines Körpers verbreitet sich radial mit Lichtgeschwindigkeit von 300 000 km/sec. Sie verliert sich in den Weiten des Universums. Alles Geschehen geht sofort über in die Vergangenheit, ist Historie und kann grundsätzlich nicht mehr ungeschehen gemacht werden.

 

Was vor uns liegt ist die allernächste, die nahe oder die ferne Zukunft. Lässt sich die nahe Wetterzukunft mit einer relativ guten Wahrscheinlichkeit vorhersagen, so verliert die Prognosegüte schnell mit der Zeit an Güte und wird zur Raterei oder Wahrsagerei. Die Zukunft können wir vielleicht erahnen, aber wir können sie nie genau wissen. Das Verhalten von Menschen wie das Verhalten des Wetters sind beide höchst komplex und damit ungewiss. Während das Wetter autonom ist, muss sich der Mensch gegenüber dem Wetter adaptiv verhalten. Er muss sich dem Wetter anpassen, sich vor extremem Wetter schützen. Dagegen „pfeift“ das Wetter auf jegliche Wünsche des Menschen. Es ändert sich nicht, auch wenn sich nach Weisung der Klimaexperten „brav“ verhält und zu Fuß geht.

 

Da das Wetter das Verhalten des Menschen wie der Natur über die Qualität wie Quantität von Ernteerträgen in nicht unerheblichem Maße beeinflusst, ist das Wetter ein notwendiger Bestandteil der Geschichte. Ein Historiker muss in großen Zügen die Naturgeschichte und damit die „Klimageschichte“ mit dem unregelmäßigen Auf und Ab der Temperaturen, den Eis- und Warmzeiten kennen und in seine Bewertungen des Geschehens einbeziehen.

 

Wolfrum, Edgar und die „Welt im Zwiespalt“

 

Geschichtsschreibung ist zwangsläufig subjektiv! Dies bestätigt der Historiker Edgar Wolfrum, Jahrgang 1960, mit seiner „anderen Geschichte des 20. Jahrhunderts“. Die Subjektivität beginnt damit, dass er dieses erst mit 1914 beginnen lässt, als ob der 1. Weltkrieg keine Vorgeschichte gehabt hätte. So gelingt es Wolfrum dramaturgisch, die Komplexität und Totalität der Geschichte so zu reduzieren, dass daraus eine Erzählung, ein Narrativ, entsteht. Als Folge dieses Stilelements wird es eine Sache des Lesers, die historisch begreifbar dargestellten Ereignisse und Zusammenhänge zu werten, sie zu bejahen oder zu verwerfen oder gar die Wertungen des Autors zu relativieren, denn die „Geschichte hat kein Ziel und bleibt stets offen“.

 

Nach einer Einleitung ist das Buch in vier Teile gegliedert und diese sind in 16 Kapitel unterteilt. Es beginnt mit „Die Väter und Mütter aller Dinge“, über Krieg und Frieden, Demokratie und Diktatur, die Dritte Welt sowie starke und gescheiterte Staaten. Dies ist der historische Teil, der die „Weltordnungsmodelle“ aufzeigt, die Konstellationen und „Unionen nach 1945“ beschreibt und mit der Frage endet „Quo vadis Europa?“ Kann die Europäische Union die enormen Aufgaben leisten? Die Wirtschafts- und Währungskrise, Terror, Grenzsicherung, Bewahrung der Rechtsstaatlichkeit, Schutz der Bürger?

 

Der zweite Teil nennt sich „In den Dramen des Lebens“. Es geht um Naturbeherrschung und Umweltkatastrophen, den Kampf der Medizin gegen Krankheiten als Geißeln der Menschheit, um Vertreibung und Mobilität, um Genozide und die Konventionen gegen Völkermorde. Edgar Wolfrum konstatiert: „Die Schäden an Naturkatastrophen haben das gesamte 20. Jahrhundert hindurch an Intensität und Häufigkeit zugenommen“. Haben sie das wirklich? Gibt es eine stetige Zunahme an Vulkanausbrüchen, Erdbeben, an Wetterextremen? Wenn um 1800 das „Zeitalter der fossilen Energieträger“ begonnen hat und dieses wegen der drohenden „Klimakatastrophe“ abrupt beendet werden soll, was hat das mit dem Wetter zu tun? Hat mit der Atombombenversuch am 16. Juli 1945 das „Anthropozän“ begonnen, indem der Mensch vollends die Herrschaft über die Natur übernommen hat? Nein, die Herrschaft über das Wetter hat der Mensch nicht, und damit auch nicht über das „Klima“, wie die Definition von „Klima“ offenbart. Wozu der Mensch fähig ist, das zeigt das Kapitel „Jahrhundert der Flüchtlinge“ mitsamt den vielen Genoziden nach Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945. Wolfrum: „Es als ein Zeitalter zu beschreiben, in dem die Menschenrechte Fortschritte machten, fällt viel schwerer“. Praktisch alle „Verbrechen gegen die Menschheit“, auch die Vertreibung der Deutschen blieben ungestraft und damit ungesühnt.

 

Der Teil drei handelt vom „Wahren, Schönen, Guten“. Es beginnt mit die „Künstlerische Avantgarde und Repression der Kunst“. Die künstlerische Avantgarde kleidete sich in „Ismen“. Diese „Ismen“ durchdrangen alle Lebensbereiche und „durch die neuen Medien wurde die Welt kleiner, die Katastrophe hingegen wurden durch Gewaltherrschaft und Weltkriege viel größer“. „Ismen“ wie der Futurismus, Konstruktivismus, Progressismus, Primitivismus, Funktionalismus entstehen durch abstraktes Denken. Der „Globalismus“ ist die Spitze des Reduktionismus. Er reduziert die Menschheit auf den Punkt mit dem „einen Menschen“ in der „einen Welt“ mit dem „einen Globalklima“ und der „einen Weltordnung“. Alles soll „gleichwertig“ sein, selbst die „Geschlechterungleichheit“ soll abgeschafft werden. Diese fundamentalistische Herausforderung kann zur Rückkehr der Religionen führen. Die zentrale Leitfrage des letzten Kapitels ist, ob die Menschheit angesichts der gigantischen Fortschritte immer „wissender“ geworden ist. Das Dilemma der Moderne scheint zu sein, dass alle Erziehungsprojekte und Bildungsrevolutionen zwar gewisse Qualifikationsschübe bewirkt und die Demokratisierung, Pluralisierung und Emanzipation befördert haben. Sie haben aber auch dem „Wissen an sich“ nicht unerheblich geschadet.

 

Wolfrum stellt ganz nüchtern fest, „dass die Unterdrückung nicht gewünschten Wissens in der Informationsgesellschaft“ vorangeschritten sei und zugenommen habe. Das Wissen sei in extrem hohem Maße soziologisiert und psychologisert worden. Mit der Verbreitung von selektiertem „Einheitswissen“ soll wohl eine „Weltwissensgesellschaft“ geschaffen werden, die mit der Gefahr eines „kulturellen Imperialismus“ verbunden ist. Die offene Frage ist: Wer kontrolliert die „Produzenten von Wissen“? Denn auch heute gilt: „Wissen ist Macht“! Auch beim „Wissen“ gibt es eine kleine elitäre Gruppe von „Wissensproduzenten“ und die gigantisch wachsende Masse an leicht manipulierbaren „Wissenskonsumenten“. Ein wenig rühmliches Beispiel ist der „Weltklimarat“, der zwar keine Forschung betreibt, aber versucht, unbewiesenen Hypothesen Dogmencharakter zu verleihen. Leicht manipulierbar sind insbesondere fachspezifisch kluge Professoren, die solchen „Räten“ blind vertrauen und die kritische Distanz vermissen lassen. Dies gibt der Autor mehrfach unbewusst zu erkennen.

 

Der letzte Teil des Buches ist überschreiben mit „Die Ökonomie als Schicksal“. Es beginnt mit „Übervölkerung und Bevölkerungsrückgang“, denn ökonomisch sind „sechs Milliarden Menschen“ ein gewaltiger Konsumfaktor. Diese ungeheure Zahl will ernährt werden und bei dem Anbau der Nahrungsmittel spielt das Wetter eine erhebliche Rolle, die nicht negiert werden kann. Die Zahl ist auf über 7 Milliarden gestiegen. Der „Day of Six Billion“ wurde von den Vereinten Nationen auf den 12. Oktober 1999 gelegt. Wirtschaftswachstum und Verelendung lassen „fiebrige Zeiten“ heranbrechen, wie die zahlreichen Wirtschafts- und Währungskrisen zeigen. Edgar Wolfrum hierzu: „Eine Kapitalismuskritik, wie sie die Welt seit den Zeiten von Karl Marx und Friedrich Engels nicht mehr gesehen hat“, begleitet das neue Jahrhundert. „Hunger und Wohlstand“ und „Unterernährung und Diätwahn“ liegen dicht beieinander und können offensichtlich nicht befriedigend gelöst werden, so dass die ewige Parole „Wohlstand für Alle“ einer „Lebenslüge“ gleicht. De-Karbonisierung und vegane Ernährung als Maßnahmen des „Klimaschutzes“ zum Stopp des „Klimawandels“ können widersprüchlicher nicht sein! Es hätte dem Buch gedient, wenn der Autor nicht blind dem IPCC geglaubt und mehr auf seinen eigenen kritischen Verstand gesetzt hätte.

 

Das Schlusskapitel geht um „Holzpflug und Mikroship“. In der Tat, wir leben in einer Welt der zwei Geschwindigkeiten – „rasantes Tempo und gähnende Langsamkeit“. Wir sind dem Mensch-Maschine-Dualismus ausgesetzt, der die Kluft zwischen menschlicher Evolution und technischer Revolution immer größer werden lässt. Dies gilt auch für die Kluft zwischen Arm und Reich, der wissenden Elite und der unwissenden Masse. Es ist also durchaus Grund für Pessimismus als auch für Optimismus, was die Zukunft betrifft. Nicht als Rezept, als Denkanstoß ist das Buch sehr zu empfehlen.

 

Oppenheim, den 11. April 2017                                           Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne

 

 




Markus Lanz trifft Dirk Steffens – Postfaktiker unter sich

Bei Markus Lanz, dem beliebten Seicht- und Dauertalker des ZDF- darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Schon gar nicht, wenn er– was er immer tut- beim Talken sorgsam im politisch korrekten Mainstream bleibt. Und man kann von ihm eigentlich auch nicht verlangen, dass er bei jeder Hochzeit, auf der er tanzt, alle Gäste und die Brautpaare kennt. Denn fast jeden Tag tanzt er auf einer anderen Hochzeit. Doch leider tut er so, als ob er alle kennte und will dazu noch seinen Gästen und Zuschauern immer aufs Neue weismachen, dass man mit ihm – egal bei welchem Thema- auf Augenhöhe fachsimpeln könne.

Video nicht mehr verfügbar

Videoausschnitt aus der ZDF Sendung vom 21.2.17 Markus Lanz im Gespräch mit Dirk Steffens über Klimawandel, Trump und AfD. Mit Dank an FMDsTVChannel Falls gesperrt: Nur oben den Videotitel (weiße Buchstaben), oder das unterstrichene ‚Auf YouTube ansehen‘ im Videofenster, anklicken und dann kann man sich das Video bei YouTube ansehen.

Anmerkung 21.4.17 9:10 Uhr: Gestern gegen 13:00 Uhr hatte ich Dirk Steffens auf seiner FB-Seite den folgenden Kommentar hinterlassen:

Michael Limburg Hallo Herr Steffens. ich hatte mir gestern Ihren lustigen Beitrag zu Klimawandel, Trump und AfD bei Markus Lanz am 21.2.17 angeschaut. Da ich Sie und ihre Arbeit eigentlich schätze und mir selten eine Ihrer Terra X Sendungen am Sonntag entgehen lasse, war ich umso überraschter wie wenig Sie von dem verstehen, über das Sie in der Sendung herzogen. Ich konnte daher nicht anders, als das in einer Glosse zu verarbeiten: https://eike.institute/…/markus-lanz-trifft…/ Was mir Sorgen macht ist, ob Sie bei den Themen, bei denen ich nicht so viel oder gar nichts von verstehe und die Sie in Ihren Sendungen behandeln, genau so daneben liegen. Kann ich mir eigentlich und hoffe das sehr, nicht vorstellen. Trotzdem Nichts für Ungut Ihr M.L.

Wenige Stunden später war dieses Video von unser Website nicht mehr zugänglich. Eine andere Reaktion gab es nicht.

Das macht er mit treu wissendem, manchmal zwinkernden Augenaufschlag auf sehr sympathische (oder müsste ich schreiben „empathische“?) Weise.

So auch beim Kollegengespräch am 21.Februar 2017. Gast und Gesprächspartner war diesmal Dirk Steffens, ebenso wie Markus Lanz ein bekannter Fernsehjournalist und ebenso voll auf der Mainstreamwelle schwimmend.

Übrigens fällt trainierten Fernsehguckern schon des längeren auf, dass Journalisten, wenn sie denn schon keine kompetenten Gesprächspartner für ihre Show gewinnen können, sie sich eben selber interviewen. Nach dem alten Motto, ich kenne jemanden der jemanden kennt, der evtl. Ahnung von etwas hat. Und darüber lässt sich nicht nur wundervoll palavern, sondern man kann sogar ganze Sendezeiten füllen.

So auch hier. Dieses Glanzstück journalistischer Naivität bei gleichzeitig schon lustig anzusehender Selbstüberschätzung ist noch bis zum 22.05.17 in der ZDF Mediathek zu sehen. Und natürlich hier. Diese Sendung ist zudem vom ZDF passgenau schon für Kinder ab 6 Jahren freigeben. Wobei ich mich als besorgter – aber wohl aus Zeit gefallene – Großvater frage, welche Eltern ihre Kinder ab 6 Jahren noch um 23:00 Uhr vor dem Fernseher hocken lassen. Aber das ist ein anderes Thema.

Video nicht mehr verfügbar

Video Ausschnitt mit Kommentaren des Gespräches zwischen Markus Lanz und Dirk Steffens der Sendung vom 21.2.17 . Mit Dank an FMDsTVChannel. Falls gesperrt: Nur oben den Videotitel (weiße Buchstaben), oder das unterstrichene ‚Auf YouTube ansehen‘ im Videofenster, anklicken und dann kann man sich das Video bei YouTube ansehen. 

Anmerkung 21.4.17 9:10 Uhr: Gestern gegen 13:00 Uhr hatte ich Dirk Steffens auf seiner FB-Seite den folgenden Kommentar hinterlassen:

Michael Limburg Hallo Herr Steffens. ich hatte mir gestern Ihren lustigen Beitrag zu Klimawandel, Trump und AfD bei Markus Lanz am 21.2.17 angeschaut. Da ich Sie und ihre Arbeit eigentlich schätze und mir selten eine Ihrer Terra X Sendungen am Sonntag entgehen lasse, war ich umso überraschter wie wenig Sie von dem verstehen, über das Sie in der Sendung herzogen. Ich konnte daher nicht anders, als das in einer Glosse zu verarbeiten: https://eike.institute/…/markus-lanz-trifft…/ Was mir Sorgen macht ist, ob Sie bei den Themen, bei denen ich nicht so viel oder gar nichts von verstehe und die Sie in Ihren Sendungen behandeln, genau so daneben liegen. Kann ich mir eigentlich und hoffe das sehr, nicht vorstellen. Trotzdem Nichts für Ungut Ihr M.L.

Wenige Stunden später war dieses Video von unser Website nicht mehr zugänglich. Eine andere Reaktion gab es nicht.

Donald Trump wagt es den menschgemachten Klimawandel anzuzweifeln

Mit diesem Dirk Steffens – gelernter Journalist für Rundfunk und Fernsehen- unterhielt sich Lanz über die Ungeheuerlichkeiten des Donald Trump, der es nicht nur gewagt hatte, völlig gegen alle journalistischen Erwartungen Präsident der USA zu werden, sondern – vielleicht noch viel schlimmer- gar am menschgemachten Klimawandel zweifelt. Denn, so Lanz, das sei doch „..die große Herausforderung….das können wir noch gar nicht richtig einschätzen“ . Das fand Steffens auch, und wunderte sich außerdem, dass sich bei Trump trotz Ausübung der journalistischen Hauptaufgabe Steffens:

Wenn man jemandem eine Lüge nachweist, dann hat man einen publizistischen Erfolg errungen.. und kann dem Menschen dem man diese Lüge nachweist dadurch schaden..“

so gar kein Erfolg einstellen wolle. Und schaut bei dieser Feststellung Beifall heischend in die Runde. Leider hat der Journalist Steffens und seine Kollegen dem Trump bisher nun leider nicht geschadet! Worauf Lanz, sich der Ironie dieser Klage gar nicht bewusste werdend, zustimmend nickt und sagt:

Das gilt nicht mehr!

Denn Trump – so Steffens weiter- machte ja den Ex-Exxon Chef Rex Tillerson zu seinem Außenminister, obwohl die (von EXXON)„ja schon 1977 wussten“ dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe das Klima erwärmen würde. Weil, so seine m.M.n. für einen Wissenschaftsjournalisten schon recht einfältige Begründung …weil ein Forscher von denen – ein Mr. Jack Black dies ja schon 1977 behauptet hatte.[2] Und – man glaubt es nicht- Mr. Tillersons Exxon hätte danach Millionen für Studien ausgegeben, um das Gegenteil zu beweisen.

Schon an dieser Stelle hätte man sich gewünscht, dass ein Wissenschaftsjournalist[1] der Dirk Steffens vorgibt zu sein, wenigstens etwas vom das Wesen der Wissenschaft kennen würde, nämlich immer bereit zu sein alle vermeintlichen Fakten immer und immer wieder in Frage zu stellen. Nicht so bei Dirk Steffens, der gab nur den Wissenschaftsjournalist-Darsteller. Weil diese Studien, so Steffens, dass wüsste er ganz genau, wären (natürlich) allesamt falsch gewesen.

Und – oh Schreck – Exxon wagt es doch tatsächlich trotzdem zu überlegen, ob und wo in der schmelzenden Eiswüste der Arktis sich ggf. die Suche nach fossilen Brennstoffen lohne. Um damit nach Steffens, ihr einziges Ziel zu erreichen, nämlich auch dort die heilige Umwelt zu zerstören, wie im Lanz beflissen soufflierte. Steffens folgerte daraus, dass Exxon somit die Umweltzerstörung zu ihrem Geschäftsmodell gemacht hätte…

Da kriege ich natürlich Horrorvisionen, klar!

Die kriegte ein erheblicher Teil des Publikums auch, viele klatschten aber trotzdem.

Leider war ihm bei aller verständlichen Entrüstung entgangen, dass Tillerson, Geschäftsmann der er ist, und der die Rieseninvestitionen die EXXON in „Erneuerbare“ Energien getätigt hat, schützen will– neben Tochter Ivanka und Schwiegersohn Kouchner- der Hauptgegner einer konsistenten Klimaschutzausstiegspolitik der Trump Regierung ist. Er ist nämlich dagegen, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen.

Doch Steffens wäre nicht Steffens, wenn er nicht flugs seine Entrüstung darüber vermarkten würde, gründete er doch sofort das „Team Weltrettung“: Darunter macht es Dirk Steffens eben nicht.

Werbevideo für Dirk Steffens Team Weltrettung

Danach freute sich Steffens noch darauf mit Lanz im Schlauchboot über den Nordpol fahren zu können, weil der ja bald (irgendwann, genaues weiß man ja nicht) im Sommer eisfrei sein würde. Worüber es dann sicher eine spannende Reportage von Dirk Steffens im ZDF geben wird, mit ausführlicher Vor- und Nachbereitung von und mit Markus Lanz. Vielleicht würde dann auch das Team Weltrettung immer noch vonnöten sein. Fast möchte man es ihm wünschen. Es gibt doch noch soviel zu tun

Stichwort „postfaktischer Unsinn “

Dann leitete Buchautor Dirk Steffens unter dem Stichwort „postfaktischer Unsinn“ von Trump auf die AfD über und zog deren Aussagen im Grundsatzprogramm zur Klimathematik aus seiner Jackentasche. Die hätte er eigens mitgebracht, erzählt er amüsiert. Und darin, so Steffens .. „sei jeder zweite Satz genauso falsch wie das, was Trump erzählt“.

Dann legte mit seinem ganzen breiten Wissen über das AfD Programm los, beflissen assistiert von seinem Gastgeber Markus Lanz.

Es sei eben fast alles falsch, was in diesem Programm übers Klima stünde, z.B. auch die Aussage, dass die Klimapolitik auf hypothetischen Klimamodellen beruhe! Die beruhe nämlich auf Messdaten, wie Steffens ebenso wichtigtuerisch klar, wie falsch hinzufügte.

Anmerkung: Wenn sie auf Messdaten beruhen würden, dann wäre die gesamte Klimahype schon längst verdunstet und die wenigen Klimaforscher, die sich noch vom winzig klein gewordenen Kuchen der Klimaforschungsfinanzierung ernähren könnten, wären wieder in ihrem Elfenbeinturm verschwunden. Siehe auch Hinweis 2, weiter unten

Und, dass die Klimamodelle, wie im Programm behauptet, vom IPCC erstellt würden, monierte er auch noch. Vermutlich hatte er sich zuvor bei Harald Lesch -seinem Bruder im Geiste und in der gleichen Anstalt tätig- schlau gemacht. Der sagt das nämlich auch. Und hat recht damit. Die Aussage ist zwar sachlich korrekt, allerdings der Kürze des zur Verfügung stehenden Platzes im Programm geschuldet, ändert aber an den falschen Ergebnissen der Modelle überhaupt nichts. Doch das merkte Steffens nicht einmal, ebensowenig wie sein Stichwortgeber Lanz. Denn, dass diese Modelle grottenfalsche Ergebnisse liefern, egal ob vom IPCC nur in Auftrag gegeben oder selber gemacht, war für ihn keine Erwähnung wert.

So ist das eben wenn man – ohne es selber zu merken- über die Dinge schwadroniert, von denen man nichts versteht.

Der nächste Satz im Programm, dass CO2 ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens sei, so Steffens weiter, stimme hingegen nur so halb. Denn, so erläuterte er dem begierig lauschenden Lanz, ein bisschen davon sei tödlich und zu viel sei auch tödlich.

Dabei fiel dem guten Mann vor lauter Selbstüberhöhung nicht mal auf, dass das wohl für jede lebenswichtige Substanz gilt, z.B. auch für Wasser.

Aber da diese Aussage im AfD Programm steht– die, wenn man auch nur etwas Ahnung vom Thema hat- eindeutig richtig ist, muss sie aber, weil sie ja von der AfD komme, apriori erst mal falsch sein. Das ist Steffen´sche Logik vom Feinsten.

 

Der Kaiser hatte mal wieder keine Kleider an

Und „hanebüchener Unsinn“ sei auch, dass im Programm stünde …durch mehr CO2 wüchsen die Pflanzen besser. Das stimme zwar – wie er später einräumte- aber nur innerhalb eines gewissen Korridors, den er leider zu nennen vergaß.

Aber jenseits davon sei es einfach GaGa.

Da nickten und lachten ringsum alle Gäste selbstgefällig (siehe Bild unten) über den Unsinn, den die AfD da verzapft hatte.

Anmerkung: Der von Steffens erwähnte breite Korridor sei hier vorgestellt.

Unsere Leser wissen, dass Pflanzen unterhalb von 200 ppm CO2 Konzentration den Hungertod sterben, (und mit ihnen alles Leben auf dieser Welt) erst bei ca. 1000 ppm das Optimum für viele wichtige Getreidepflanzen erreicht wird. Und erst oberhalb von 6000 oder mehr ppm für Mensch und Tier eine Gefahr ausgeht.

Der Apollo Astronaut Walt Cunningham berichtete bspw. auf der jüngsten Heartland Climate Conference in Washington DC, dass die Atemluftüberwachung der Apollo Kapseln zunächst auf einen Alarmwert für CO2 von 3000 ppm  eingestellt gewesen seien, der später dann auf über 6000 erhöht worden sei. 6000 ppm, da ist noch viel Luft nach oben. Die NASA ist jedenfalls nicht dafür bekannt leichtfertig mit dem Leben und Gesundheit ihre Astronauten umgegangen zu sein.

Und auch dass wusste „Wissenschaftsjournalist“ Steffens nicht,  dass, selbst wenn man alle bekannten und auch nur vermuteten Brennstoffe dieser Erde verbrennen würde, deren Emissionen nicht ausreichen würden, um die CO2 Konzentration der Atmosphäre auch nur in die Nähe von 800 ppm zu bringen.

Also bleibt nur als Feststellung über diesen „Experten“: Der Kaiser hatte mal wieder keine Kleider an. Und die Hofschranzen merkten es nicht einmal!

Aus der Sendung Gast Norbert Rosing, Fotograf; Hier beim beifälligen Lachen über die Aussage im AfD Programm, dass CO2 wertvoll für alle Pflanzen sei. 1992 machte er seine Leidenschaft zum Beruf und wurde Natur- und Tierfotograf. Er erzählt, weshalb ihn Eisbären als Fotomotiv besonders reizen. 

Nun, damit soll es zunächst mal der Exegese der Lanzschen Sendung und des AFD Klimaprogrammes genug sein. Soviel selbstgefällige Dummheit innerhalb nur weniger Minuten sollte man niemanden, auch nicht kleinen Kindern – trotz Freigabe ab 6 Jahren- zumuten, auch weil die Sendung nicht mal als Klamauk für den Kinderkanal KiKA herhalten kann. Dazu war sie zwar einfältig, aber nicht lustig genug.

Wer trotzdem Lust und Zeit hat, mag sich diese Sendung, für Kinder ab 6 Jahren und alle, die deren Wissensniveau und Naivität, vielleicht unbemerkt, nie verlassen haben, selber anschauen. Sie ist noch bis zum 22.05.17 online abrufbar. Der Blogger FMDsTVChannel hat die vergnüglichsten Fakennews daraus herauskopiert, kommentiert und bei Youtube eingestellt. Sie finden diesen Mitschnitt unter dem Titel „Dirk Steffens‘ Klima-Irrsinn ENTLARVT !!!“ hier. Und natürlich oben in diesem Beitrag.

Was ist die Moral von der G´schicht?

Glaub keinem Unterschichtenfernsehen nicht, auch wenn es als unterhaltsames Bildungsfernsehen daherkommt.

und … Es waren mal wieder zwei Experten für Fakenews bei der Arbeit.

Hinweise

[1] 9. Preis Journalist des Jahres 2015 der Zeitschrift medium magazin, Kategorie „Wissenschaft“

[2] Wie wenig „Wissenschaftsjournalist“ Dirk Steffens von Wissenschaft – und insbesondere Klimawissenschaft versteht, dafür umso mehr von Agitation und Propaganda zeigt dieses Zitat (hier entnommen Punkt 8) zum geringen Kenntnisstand der Klimawissenschaft vor gut 20 Jahren – also Mitte der 90 Jahre des vorigen Jhh.

Vor 20 Jahren hat das IPCC vorhergesagt, dass wir eine Erwärmung um 0,3°C pro Dekade bekommen werden. Der bisherige Erwärmungstrend lag deutlich noch unterhalb ihrer niedrigstmöglichen Abschätzung egal welchen wesentlichen Datensatz man heranzieht. Damals wussten die Wissenschaftler noch nicht, dass es in Eisbohrkernen eine Verzögerung von 800 Jahren gab (wobei die Temperatur Jahrhunderte vor einem Anstieg des Kohlendioxids gestiegen ist). Im Jahr 1992 haben die Wissenschaftler noch nicht mitbekommen, dass die Erwärmung schon bald achtzehn Jahre lang zum Stillstand kommen würde. Sie wussten nicht, dass 28 Millionen Radiosonden zeigen würden, dass ihre Modelle auf falschen Hypothesen über Wasserdampf beruhen. Sie wussten nicht, dass 3000 ARGO-Bojen schließlich zum ersten Mal adäquat die Ozeane vermessen würden (seit 2003) – und herausfinden würden, dass die Ozeane nicht wie in ihren Modellen simuliert die fehlende Energie speichern oder sich auch nur annähernd so schnell aufheizen wie die Modelle vorhergesagt hatten. Mit anderen Worten, selbst wenn es 1992 einen Konsens gegeben hat, ist das irrelevant.

Dirk Steffens hingegen will uns glauben machen, und glaubt es offenbar selber, und mit ihm sein gutgläubiger Kollege Markus Lanz, dass ein Forscher wie Jack Black, damals Exxon Angestellter, schon vor 40 Jahren alles wesentliche zum anthropogenen Einfluss auf das Klima mittels des Verbrennens fossiler Brennstoffe wusste. The Science is settled! Wie Arnie Schwarzenegger schon vor Jahren tönte. Warum schickt man dann nicht alle Klimaforscher nach Hause, um was Nützlicheres zu tun? Fragen über Fragen!

 




Keine Zeit für oder keine Lust auf unbequeme Fragen: Karsten Schwanke trifft Hartmut Graßl

Am 26. März 2017 traute man den bildungshungrigen Zusehern einen 43-minütigen Interviewmarathon mit Hartmut Graßl zu, dem bayerischen Altmeister des Klimaalarms. Sein ehemaliger Student Karsten Schwanke freute sich, mit seinem ehemaligen Prof zu fachsimpeln. Der heutige Fernsehmeterologe fertigte damals sogar seine Diplomarbeit in Meteorologie bei Graßl an. Nun wird plötzlich klar, weshalb Schwanke im Fernsehen El-Niño-getränkte Temperaturkurven von Stefan Rahmstorf präsentierte, lange nachdem der El Niño wieder abgeflaut war. Das Video gibt es bis zum 26. März 2018 online in der ARD-Mediathek anzuschauen.  Danach auch auf Youtube. In der Programmankündigung heißt es:

Karsten Schwanke trifft Prof. Dr. Hartmut Graßl, Klimaforscher
Karsten Schwanke trifft führende Wissenschaftler zum Gedankenaustausch auf seinem Hausboot. Woran arbeiten die Forscher, was sind ihre größten Herausforderungen, was treibt sie an? In einem sehr persönlichen Gespräch lernen wir faszinierende Forschungswelten, aber auch den Menschen hinter der Wissenschaft kennen.

Graßl beginnt etwas hölzern, geht nicht auf Schwankes Eingangsfrage ein, sondern denkt sich lieber selber ein Thema aus. Er brauchte etwas Aufwärmzeit. Wie kam er mit dem Klimawandel in Kontakt? Es war 1960, als er im 1. Semester von seinem ehemaligen Professor an der Uni München, Fritz Möller, angefixt wurde. Der kam gerade von einem Sabbatical aus den USA, wo er den Amerikanern erklärt hatte, dass eine Verdopplung des CO2-Gehalts eine Klimaerwärmung von 3-5°C bewirken würde. An dieser Stelle hätte Schwanke unbedingt eingreifen müssen, denn diese Spanne ist deutlich höher, als vom IPCC genannt. Offiziell geht man heute von 1,5-4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung aus. Der beste Schätzwert dürfte heute deutlich unter 3°C liegen. Das haben übrigens Kollegen des Max-Planck-Instituts herausgefunden, an dem er früher selber Direktor war. Graßl nutzt die Chance zum unwidersprochenen Alarmismus. Sein ehemaliger Diplomand hat offenbar nicht den Mumm, ihn mit unbequemen Fragen zu konfrontieren.

Dann geht es um das berühmte Spiegel-Titelbild mit dem überfluteten Kölner Dom von 1986. Graßl räumt ein, dass die Story natürlich Schrott war. Immerhin. Wir lernen, dass Graßl selber die Gründung des PIK vorgeschlagen hatte, Deutschlands Klimaalarmschmiede Nummer 1. Wir lernen, dass Alarmist Graßl 1988 der einzige deutsche Vertreter beim IPCC war. Im Interview freut er sich diebisch, dass er schon damals “drakonische Maßnahmen” gefordert hatte, als noch kaum etwas wissenschaftlich klar war. Schwanke verzieht das Gesicht, dies ist ihm dann doch etwas unheimlich. Graßl´s Spezialgebiet der atmosphärischen Physik war ihm schon immer zu klein. Stets wollte er große Politik machen und hat die drastische Klimalinie der deutschen Politik über Jahrzehnte hinweg geprägt. Einen ausgleichenden Gegenspieler scheint es nie gegeben zu haben, geeignete Kandidaten wurden weggebissen, was höchst bedauerlich ist.

Hartmut Graßl zeigt sich grundweg zufrieden mit dem Pariser Klimabkommen. Dabei unterläuft ihm bei 17:45 min ein echter Klopper. Er behauptet, das Paris Agreement würde anstreben, die Erwärmung im 21. Jahrhundert um maximal 1,5°C zu begrenzen. Das ist Quatsch, denn die 1,5 Grad beziehen sich auf das vorindustrielle Niveau, also 1850-1900. Die Hälfte der erlaubten Erwärmung haben wir schon erlebt. Ein nicht unbedeutender Teil davon ist natürlichen Ursprungs, denn das Basisniveau stellt das Ende der Kleinen Eiszeit dar. Schwanke schweigt zu Graßl’s unsauberer Formulierung und auch zum natürlichen Anteil an der Erwärmung des 20. Jahrhunderts. Ein unbequemes Thema. Durch Graßl´s Auslassungen sieht die Lage viel dramatischer aus, als sie in Wirklichkeit ist. Er will die Schaffung von CO2-Senken, und das sofort!

Bei Minute 19:00 spricht Schwanke das Thema Temperaturprognosen an. Vermutlich hatte er gelesen, dass Graßl´s Prognose aus dem  Jahr 1990 meilenweit über das Ziel hinausschoß. Wieder findet Schwanke nicht den Mut, Graßl mit dem Fehlschlag zu konfrontieren. Oder wurde der Teil später rausgeschnitten? Graßl mag das Thema nicht. Er behauptet schnell, die Langzeitprognosen wären gar nicht so wichtig. Vielleicht weil er selber so schlimm daneben lag? Er vergisst dabei, dass die Temperaturlangzeitprognosen das Herzstück der IPCC-Berichte ausmachen. Nicht so wichtig? Viel wichtiger wäre laut Graßl, das kommende Jahrzehnt korrekt in den Griff zu bekommen, herauszufinden ob es sich abkühlen oder erwärmen wird. Der Erwärmungshiatus hat Graßl offenbar kalt erwischt. Er erläutert, dass große Forschungsinstitute üppige Förderung bekommen hätten, um dies nun endgültig zu erforschen. Ist diese vorsichtige Antwort vielleicht sogar eine Folge der Kalten-Sonne-Diskussion? Graßl gibt zu, dass es eine bedeutende natürliche Variabilität gibt, räumt ein, dass es in der Klimawandelforschung noch große Fragezeichen gibt. Keine Spur von “The science is settled”.

Graßl erläutert: “Alles was wir bei den Modellen bisher gemacht haben, ist reine Physik – und die ist in Ordnung”. Der Nachsatz klingt wie ein Stoßgebet: Bitte, bitte, laß die Physik in Ordnung sein. Er hat Grund dazu, denn keines der zuvor so hochgelobten physikalischen Modelle hatte den Hiatus kommen sehen, kläglich haben sie alle versagt. Hierzu kein Wort. Schwanke fragt, ob es schon gute regionale Klimamodelle gäbe, die verlässlich die Klimaentwicklung für Deutschland vorhersehen könnten. Eine gute Frage, denn es ist allseits bekannt, dass die Regionalmodelle noch überhaupt nicht gut funktionieren. Graßl wittert die Falle und antwortet geschickt: Die Regionalmodelle wären gut, wenn es gute globale Modelle gäbe. Und hier müssen die Forscher erst die schlechten Modelle eliminieren, um die guten dann gezielt weiterzuverfolgen. Oder anders ausgedrückt: Es gibt weder gute globale, noch gute regionale Modelle. Für Graßl ist es viel zu gefährlich, dies offen einzuräumen, deshalb das komplizierte Konstrukt.

Bei Minute 22:20 flunkert Graßl dann endgültig. Er behauptet, die Modelle würden angeblich mit der Beobachtung übereinstimmen. Dies ist falsch. Der IPCC hat dies selber im 5. Bericht eingeräumt. Die Modelle können die Mittelalterliche Wärmeperiode nicht nachvollziehen. Die Natur hält sich nicht an die physikalischen Modellvorgaben. Graßl umgeht das Problem, indem er nur über das 20. Jahrhundert spricht. Das ist natürlich viel zu kurz, um Modelle zu validieren. Das weiß auch Schwanke, der dazu jedoch schweigt. Ein Buddy-Interview. Anstatt mit Fakten, versucht Graßl mit klimareligiösen Methoden für seine Klimamodelle zu werben. Man müsse einfach Vertrauen in sie haben. Naja, weder haben sie den Hiatus des frühen 21. Jahrhunderts hinbekommen, noch die Wärme vor 1000 Jahren simulieren können. Wieviele Fehlschläge braucht es noch, um die Modelle systematisch von unabhängiger Seite auf Herz und Nieren prüfen zu lassen? Stichwort: Red Team.

Bei Minute 30:00 geht es um die natürliche Klimavariabilität der letzten 3 Milliarden Jahre, die sich in der engen Spanne von 20-10°C globaler Mitteltemperatur abspielte. Schwanke fragt, wie das Klimasystem der Erde dies schaffen konnte, gibt es vielleicht einen dämpfenden Mechanismus, der Extreme verhindert? Graßl ist das Thema unangenehm. Da könnte man ja fast auf die Idee kommen, dass es auch heute solch einen Schutzmechanismus geben könnte. Er spielt den Joker und verweist auf aktuelle Forschungsanstrengungen. Graßl fährt seine harte Linie unbeirrt von den Fakten einfach weiter. Weshalb traut sich niemand, ihn mit der Wahrheit zu konfrontieren?

Übernommen von die kalte Sonne