Das Energiewende-Desaster – und der langsame Tod der Grünen

Im März rief mich ein alter Freund an, um mir zwei Neuigkeiten mitzuteilen: erstens, er beabsichtige aus der evangelischen Kirche auszutreten. Zweitens, er werde nie wieder grün wählen. In beiden Fällen trennt er sich von einem Teil seines Lebens. Kirchenmitglied ist – beziehungsweise war – er seit seiner Konfirmation. Die Grünen wählte er zum ersten Mal 1983 und seitdem immer wieder, wenn auch seit 2002 mit abnehmender Begeisterung. Er gehörte zu den Anhängern, die damals vor der Raketenbasis Mutlangen demonstrierten und Petra Kelly zuhörten. Wenn Leute wie er sich abwenden, dann bricht gerade der Boden unter den Füßen einer Partei ein, die jahrelang die Position einer inoffiziellen Regierungspartei in Deutschland einnahm. Heute stehen die Grünen in bundesweiten Umfragen zwischen fünf und sechs Prozent – der schwächste Wert seit 15 Jahren, nur einen Schritt entfernt vom außerparlamentarischen Schicksal. In Nordrhein-Westfalen verfassten grünen-nahe Organisationen gerade eine Art Bettelbrief an die Wähler, die Partei am 14. Mai doch bitte über die Fünf-Prozent-Schwelle zu hieven.
Was ist passiert mit einer den Grünen, die bis vor kurzem noch alles fordern, alles behaupten konnten, deren Politiker stets im Bewusstsein auftraten, jeden Widerspruch wegwedeln zu können?
Es ist genau diese bis zum Überdruss exekutierte Geste, die selbst die Treuesten mittlerweile anödet: der hochfahrende, selbstgerechte Platzverweis für die Realität. Nirgends zeigt sich das prägnanter als in dem grünen Großprojekt schlechthin, der Energiewende. Keine einzige Verheißung , mit der die Grünen für diesen Wirtschaftsumbau trommelten, erfüllte sich: der Strom kostet die Verbraucher heute so viel wie nie zuvor, die durch das EEG umverteilte Subventionssumme erreichte 2016 mit 23 Milliarden Euro einen Höchststand, die ohnehin bescheidene Zahl der Beschäftigten in der Ökobranche sinkt seit 2011, der CO2-Ausstoß, der den Energiewende-Agitatoren angeblich so wichtig ist, stieg dafür auch von 2015 zu 2016 an. Und auch nach 17 Jahren gibt es keine einzige Grünenergieanlage, die ohne Subventionen wirtschaftlich überleben könnte.
Schon die ersten Ausgabe des Buchs „Der Grüne Blackout. Warum die Energiewende nicht funktionieren kann“ hatte belegt, dass die Energiewende nicht etwa an boshaften Gegnern scheitert, sondern an ihrer eigenen Fehlkonstruktion. Das Hörbuch als dritte Auflage des Titels führt die Analyse bis ins Jahr 2017 und beschreibt entlang nüchterner Zahlen und Fakten den grün getünchten Irrsinn prägnanter als je zuvor.
Mittlerweile fällen nahezu alle Experten ein und dasselbe Urteil, selbst ein vorübergehend luzider Ex-Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel, der beim Besuch des Unternehmens SMA Solar in Kassel besuchte am 17. Mail 2014 meinte: „Die Energiewende steht kurz vor dem Aus. Die Wahrheit ist, dass wir die Komplexität der Energiewende auf allen Feldern unterschätzt haben. Die anderen Länder in Europa halten uns sowieso für Bekloppte.“

  • Ein von der Bundesregierung selbst berufener Sachverständigenrat kritisierte 2014 eine „marktferne Ausrichtung“ der Energiewende.
  • Das ebenfalls im der Bundesregierung beauftragte Beratungsunternehmen McKinsey stellte im Jahr 2016 fest, die Energiewende würde alle selbstgesetzten Ziele verfehlen.
  • Zuletzt urteilte der Bundesrechnungshof im Januar 2017: „Elementare Fragen wie ,Was kostet die Energiewende den Staat?‘ oder ,Was soll die Energiewende den Staat kosten?‘ werden nicht gestellt und bleiben unbeantwortet.“

Angesichts der Milliardenverschwendung, der Ineffizienz der meisten deutschen Grünstromanlagen, des Widersinns, mit dem teuer subventionierter Grünstrom mit horrenden Kosten nach Frankreich und Belgien verklappt wird, weil ihn hier niemand braucht, angesichts der gigantischen Landschaftszerstörung im Namen der Weltrettung stellt sich die drängende Frage: warum geht der Wahnsinn trotzdem weiter?
Die Antwort: den Profiteure der Energiewende geht es immer noch gut. Die 23 durch das EEG im Jahr 2016 umverteilten Milliarden sind schließlich nicht weg, sie landen nur woanders. Auf den Konten der Grundbesitzer beispielsweise, die pro Jahr zwischen 40 000 und 100 000 Euro Pacht für ein Windrad auf ihrem Boden kassieren. In den Taschen von Geschäftsleuten, die nach wie vor Bürgermeistern und Bürgern Anteile an Windparks aufschwatzen. In den Bilanzen der Windradproduzenten wie Enercon. Und nicht zuletzt – auf dem Umweg über Spenden – in der Kasse der Grünen. Im Jahr 2016 kassierten die Grünen die höchste Einzelspende unter allen Parteien – 600 000 Euro in zwei Tranchen, überwiesen von dem Finanzmanager Jochen Wermuth, dessen Fonds in so genannte grüne Energie investiert.
Aus der ehemaligen Anti-Establishment-Partei, die mein Freund ab 1983 wählte, ist der rücksichtslose Vollstrecker einer öko-gelabelten Industrie geworden. Das Verdienst der Grünen besteht vor allem darin, dass sie jahrelang alle Kritiker der Energiewende erfolgreich als Ewiggestrige, Ignoranten und Büttel der Energiekonzerne denunzieren konnte.
Das Hörbuch „Der grüne Blackout“ schlägt den großen Bogen vom Beginn des EEG im Jahr 2000 über die hysterische Beschleunigung nach Fukushima im Jahr 2011 bis zum offenkundigen Scheitern des Großen Plans. Das Projekt wird vermutlich trotz des offenkundigen Desasters erst sterben, wenn Grüne die Politik in Deutschland nicht mehr bestimmen.
Dieser Zeitpunkt allerdings scheint näher zu rücken.
Alexander Wendt: „Der grüne Blackout. Warum die Energiewende nicht funktionieren kann“, Hörbuch/MP3-Datei als 3. erweiterte und aktualisierte Auflage /Sprecher: Mark Bremer
John-Verlag, 14,99 Euro
https://www.amazon.de/Gr%C3%BCne-Blackout-Warum-Energiewende-funktionieren/dp/3942057891/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1483360238&sr=8-4&keywords=Der+Gr%C3%BCne+Blackout
 
 
 




Das wahre Gesicht grüner Politik- Statement grüner Umweltminister vor der Wahl

Nun ist es raus – Grüne können auf 50% der Stromerzeugung kurzfristig (bis 2020!) verzichten. Ein Statement grüner Umweltminister ausreichend vor der NRW-Wahl:

Düsseldorfer Erklärung
Die Zeit ist reif für den Kohleausstieg

Die globale Klimakrise zwingt dazu, die Energieversorgung grundlegend neu aufzustellen. Klimabedingte Katastrophen wie Dürren, Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen nehmen weltweit zu – das drängt zum entschlossenen Handeln, um die Welt im ökologischen Gleichgewicht zu halten, damit den Menschen nicht ihre Lebensgrundlage genommen wird.
Die Klimakrise ist nicht allein eine ökologische, sondern auch eine soziale und Ge- rechtigkeitsfrage. Am stärksten leiden diejenigen unter dem Klimawandel, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Sie ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit: Denn sie betrügt diejenigen um ihre Zukunft, deren Gegenwart noch gar nicht richtig angefangen hat: die nach uns kommenden Generationen.
Vor diesem Hintergrund haben die Staaten der Erde im Pariser Klimaabkommen im Dezember 2015 bestätigt und verbindlich vereinbart, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2° C zu begrenzen. Deutschland selbst hat 2015 im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft die Dekarbonisierung – und damit das Ziel einer kohlenstofffreien Wirtschaft – verankert.

Klimaschutz gelingt nur mit Kohleausstieg

Deutschland droht sein eigenes Klimaziel für 2020 zu verfehlen. 2016 sind die Treib- hausgasemissionen sogar wieder angestiegen. Das nationale Klimaschutzziel sowie die Verpflichtung aus dem Pariser Klimaabkommen können nur erreicht werden, wenn jetzt ein schrittweiser und planvoller Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet wird.
Nordrhein-Westfalen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu: Mit 18 Millio- nen Einwohnerinnen und Einwohnern ist NRW das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands. NRW erwirtschaftet 4,6 Prozent des europäischen BIP und ist damit eine der bedeutendsten Wirtschaftsregionen Europas. Als Industrieland Nr. 1 in Deutschland ist NRW zugleich Energieland Nr. 1: Hier wird rund ein Drittel des deutschen Stroms produziert und findet etwa ein Viertel des deutschen Energieverbrauchs statt. Das bedeutet zugleich: NRW ist auch Emissionsland Nr. 1 in Deutschland: Hier fällt etwa ein Drittel aller bundesdeutschen CO2-Emissionen an (2012: rd. 305 Mio. Tonnen).
Das zeigt: Erfolgreicher Klimaschutz in Deutschland geht nicht ohne erfolgreichen Klimaschutz „Made in NRW“. Wenn wir den Kohleausstieg hier in NRW nicht schaffen, scheitert er in Deutschland.

Kohlekraftwerke gehören zu den Überresten aus der alten Energiewelt. Sie sind unflexibel, klimaschädlich und gefährden die Gesundheit der Menschen. In einem modernen, auf Umweltschutz und erneuerbaren Energien basierenden Stromsystem ist kein Platz für die Kohle. Das zeigt sich vor allem darin, dass die Energiewirtschaft selbst ihre Zukunft inzwischen ohne Kohlekraftwerke plant.
Die Kohlenutzung war nach dem Zweiten Weltkrieg der Motor für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Doch bereits seit Jahrzehnten nimmt diese Bedeutung kontinuierlich ab: Von 650.000 Beschäftigten zu Beginn der 1960er Jahre verbleiben heute noch knapp 30.000 in der Stein- und Braunkohleverstromung.
Mit dem Auslaufen der Steinkohleförderung wird sich diese Zahl 2018 noch einmal um ein Viertel reduzieren. Der anstehende Abschied von der Kohleverstromung ist insofern der letzte Baustein eines langen Prozesses.
Hier die ganze Erklärung
Das die anderen System-Parteien nicht viel anders ticken zeigt dieser Beitrag
Mit Dank an Leser W. Stock




Jubiläum: 10 Jahre alternative Fakten von Claudia Kemfert

So behauptet gerade „Miss Energiewende“, Claudia Kemfert, die finstere Kohlelobby entfache eine Kampagne gegen die Energiewende. Immer dreister würden „alle möglichen Falschbehauptungen“ in die Welt gesetzt.
Deshalb lohnt es sich einmal daran zu erinnern, was Frau Kemfert, Leiterin der Energieabteilung beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, auch als „30-Sekunden-Problemlöserin“ bekannt, schon so alles behauptet hat.
Als Mitverfasserin eines  Greenpeace-Papiers und Leiterin des Bereichs Energie, Verkehr, Umwelt am DIW, versicherte sie noch 2012 , es sei „keine Strompreisexplosion zu erwarten“. Demnach sei bis zum Jahr 2020 mit einem Aufschlag von gerade einmal 0,2 bis 0,6 Cent pro Kilowattstunde auf den Großhandelspreis für Strom zu rechnen.
5 Jahre später ergibt die Besichtigung der Fakten: Im Jahre 2017 liegt alleine die EEG-Umlage mittlerweile bei 6,88 Cent. Frau Kemferts als Wissenschaft verkleidete Frohmuts-Phrasen der Vergangenheit  erinnern sehr stark an Jürgen Trittin, der einmal behauptete, die Energiewende koste pro Kopf nicht mehr als eine Kugel Eis. Die Gesamtkosten für die Energiewende werden bis 2025 mittlerweile alleine für den Strombereich auf 520 Milliarden Euro geschätzt. Eine Dame, die unter diesen Umständen anderen „Fakenews“ vorwirft, ist praktisch nicht mehr bildbar. Schon vor fast zehn Jahren schrieb DIE ZEIT:
„Doch sobald sie zu ihrem Kernthema kommt, überrascht Kemfert mit erstaunlich schludriger Arbeit. Das beginnt schon mit den Zahlen und Fakten. Da werden Milliarden mit Millionen verwechselt und Billionen mit Milliarden. Der Handel mit CO2-Emissionsrechten an der Amsterdamer European Climate Exchange wird mit absurden ‚bis zu 34 Milliarden Tonnen pro Tag‘ angegeben. Das wäre mehr als der weltweite CO2-Ausstoß pro Jahr. Ein kurzer Blick auf die Börsen-Website zeigt, dass 2008 höchstens 15 Millionen Tonnen und im Durchschnitt unter sieben Millionen Tonnen Emissionsrechte am Tag gehandelt wurden…“
Da bleibt für Frau Kemferts beeindruckende Karriere eigentlich nur noch der logische Schritt in die Politik.
Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT




Australien ist mit der Energiewende schon weiter- Stromausfälle über Stromausfälle

Australien mag in manchen seiner Regelungen und Verhaltensweisen ein Vorbild sein – bei der Erzeugung von Strom mittels Windkraft ist es das nicht. Dafür aber ein gutes Beispiel für verrückte Energiepolitik. Dort passiert nämlich, was hierzulande ebenfalls droht, aber bisher immer noch abzuwenden gelungen ist: flächendeckende Stromausfälle. So haben die Bewohner einiger australischer Bundesstaaten im letzten halben Jahr mehrere Zusammenbrüche ihres Stromnetzes und Black-outs erlebt. Das Beispiel zeigt, was geschieht, wenn der Anteil alternativer („erneuerbarer“) Energien an der Stromproduktion über 40 Prozent hinausgeht. Der ist bei uns in Deutschland zwar noch nicht erreicht, soll aber erreicht werden. Die hiesigen selbsternannten Klimaschützer und Weltverbesserer streben sogar 100 Prozent an. Gelänge ihnen das wirklich, dann – im wahrsten Sinn des Wunsches – Gute Nacht, Deutschland. Dann nämlich, wenn’s Licht ausgeht, sollte man die Chance nutzen und sich im Bett auf’s Ohr legen. Schlafen ist gesund. Nur Tiefschlaf nicht in Sachen Politik.
Wegen der Stromausfälle stinksauer, daher jetzt der Schnellbau neuer Gaskraftwerke
Aber die vom Stromausfall schon betroffenen Australier fanden diese Idee wohl nicht so gut und sind wegen der häufigen Netzzusammenbrüche stinksauer. Daher muss jetzt ein Schnellprogramm für neu zu bauende Gaskraftwerke aufgelegt werden,  um die unregelmäßige Stromeinspeisung der Windkraft abzupuffern. Zuvor waren einige Kraftwerke mit Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen sinnigerweise stillgelegt worden –  obwohl Australien in Kohle schwimmt. Aber der „Ökostrom“ beschert den Bürgern in Down under nicht nur Stromausfälle, sondern auch teureren Strom. Der Preis für Strom ist dort auf das Preisniveau in Deutschland  gestiegen und wird weiter steigen. Doch anders als in Deutschland gibt es für stromintensive Unternehmen auf den hohen Preis keinen Rabatt.
Die Dokumentation durch eine französische NGO
Über die Stromkrise im Bundesstaat Süd-Australien gibt es eine sieben Seiten lange Dokumentation der französischen Nichtregierungsorganisation (NGO, französisch ONG) Global Electrification, die sich generell mit Strommärkten beschäftigt. Sie gilt als regierungsunabhängig und frei von Lobby-Einflüssen. Veröffentlicht ist das Dokument im Lettre geopolitique de l‘electricite Nr. 73 vom  27. März 2017. Im Folgenden gebe ich Ausschnitte daraus in der Übersetzung von Günter Unseld (NAEB Verbraucherschutz e.V.) wieder, der mich auf den Beitrag auch aufmerksam gemacht hat. Die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt. In der Einführung heißt es:
Der erste größere Netzzusammenbruch schon im Februar 2016
„Im Mai 2016 hatte das Bundesland Süd-Australien seine letzten beiden Kohlekraftwerke still gelegt. Der Anteil der Erneuerbaren Energien mit unregelmäßiger Stromerzeugung, d.h. Fotovoltaik und vor allem Windkraft, ging auf fast 50 Prozent zu, was einmalig auf der Welt ist. Der Strompreis erreichte neue Höhen. Nachdem es schon am 28. Februar 2016 einen größeren Netzzusammenbruch gegeben hatte, gab es sieben Monate später den nächsten großen Black-out. Von diesem Zeitpunkt an kam es immer wieder zu Netzzusammenbrüchen. Der daraus resultierende Ärger bei der Bevölkerung beschwor eine politische Krise herauf. Die Unternehmer drohten eine Abwanderung an. Und fünfzig Kleinkinder, die auf eine Transplantation warteten, überlebten das nicht.“
Für die nächsten zwei Jahre 125 Stromknappheiten-Situationen einkalkuliert
„Am 13. März 2017 reagierte die Regierung darauf mit einem außergewöhnlichen Notfallplan. Mit Priorität werden jetzt Gaskraftwerke gebaut und keine Kosten gescheut: Wenn wir den Maßstab von Frankreich anlegen, würde das 13,6 Milliarden Euro kosten und würde auf einen Notfallplan hinauslaufen, zuerst einen Gaskraftwerk-Park zu erstellen mit einer Leistung von 5 EPR Kernkraftwerken (je 1,6 Gigawatt). Innerhalb von sechs Monaten müsste das dastehen vor der nächsten Hitzewelle … und vor den nächsten Wahlen 2018. Am 26.März 2017 hat das Energieministerium für Süd-Australien für die nächsten zwei Jahre etwa 125 Situationen mit Stromknappheiten einkalkuliert und eine hohe Wahrscheinlichkeiten von Black-outs für den nächsten australischen Sommer angekündigt.“
Notstromgenerator nicht schnell genug, fünfzig Kleinkinder gestorben
Des Weiteren schildert das Dokument die Stromversorgung in Süd-Australien  v o r  der Krise, dann das Ausbrechen der Krise und beschreibt anschließend die Stromausfälle vom 28. September 2016, vom 1. Dezember 2016, von Ende Dezember 2016, vom 20. Januar 2017 und vom 8. Februar 2017. Die schon erwähnten fünfzig Kleinkinder starben, weil es nicht gelang, den Notstromgenerator rechtzeitig hochzufahren. Danach ging sofort eine riesige Auseinandersetzung über die unzuverlässige Windkraft los. Vom Stromausfall am 1. Dezember 2016 waren rund 200 000 Haushalten eine Stunde lang betroffen, und BHP Billiton (die größte Bergbaufirma in Australien) hatte vier Stunden lang keinen Strom bei seinen Arbeiten am Olympic Dam Bergwerk.
Weihnachten 2016 ohne Klimaanlagen, Kühlschränke, Internet, Mobiltelefone, Straßenampeln
Vom 23. Dezember an und am Weihnachtstag gingen während längerer Zeiten die Klimaanlagen und die Kühlschränke aus. Die lokalen Zeitungen beschrieben die großen Verluste der Supermärkte, die sich zur Weihnachtszeit mit verderblichen Waren eingedeckt hatten. Am 27. Dezember waren zunächst 155 000 Haushalte betroffen. Außer Betrieb waren das Internet, die Mobiltelefone und die Straßenampeln. Am 20. Januar fand der Netzzusammenbruch während der Nacht statt und betraf 58 000 Haushalte in Adelaide und den Vorstädten. Viele Geschäfte mussten deshalb am nächsten Tag geschlossen bleiben.
Vorsorgliche Netzabschaltung wegen der sommerlichen Hitze, weil Strom fehlte
Am 8. Februar schaltete der Netzbetreiber in kurzer Folge verschiedene Bereiche der Stadt ab, um einen totalen Netzzusammenbruch zu vermeiden. Das wurde schmerzlich verspürt, da der australische Sommer voll zuschlug. Es fehlte eine Stromleistung von 100 Megawatt, die Hitze war groß. Die Regierung beschimpfte die Netzbetreiber, sie hätten grundlos das Netz abgeschaltet, was diese aber in Abrede stellten. Seit 5. Februar waren in der Adelaide-Region über 3000 Haushalte ohne Strom.
CocaCola-Fabrik geschlossen, BHP-Billiton-Bergwerk ohne Gewinn
Weiter liest man in dem Bericht, dass die Netzzusammenbrüche jetzt in einem bisher unbekannten Rhythmus aufeinander folgen. Die Warnungen der Netzbetreiber würden jetzt ernst genommen. Die Bevölkerung sei sich einer neuen Anfälligkeit ihres Stromnetzes bewusst, das ihnen vorher unbekannt gewesen sei. Die Presse registriere unter der Bevölkerung  eine Unruhe und das Bewusstsein von finanziellen Verlusten, z.B. in den Supermärkten. Und die Todesfälle, verursacht durch den großen Netzzusammenbruch im September 2016, führten zu einem gerichtlichen Nachspiel. Der Bergbaukonzern BHP Billiton, einer der größten Arbeitgeber in Australien mit allein 3000 Beschäftigten im Kupferbergbau am Olympic Dam, weist darauf hin, dass durch die hohen Strompreise und die Stromausfälle der Gewinn 2016 in diesem Bergwerk auf Null geschrumpft ist. Die Firma Coca Cola hat ihre Fabrik in Süd-Australien geschlossen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, da der Bundesstaat jetzt die höchsten Strompreise habe und die Stromlieferungen am unsichersten sei.
Das Grundproblem bleibt
Als Grundproblem bleibt: „Auch künftig ist es schwierig, die unregelmäßige Einspeisung in das Netz zu kompensieren. Man muss genügend schnell hochfahrende Kraftwerke zur Verfügung haben. Und das ist offensichtlich in Süd-Australien zur Zeit nicht der Fall. … Der Black-out vom 28. Februar 2016 zeigt auf, dass ein plötzlicher Rückgang der Stromlieferungen über Windkraft nicht sofort kompensiert werden kann durch die anderen Kraftwerke. Kurz vor dem Black-out hatten die fossilen Kraftwerke ihre Stromproduktion heruntergefahren, da die Windkraft mit der Fotovoltaik etwa die Hälfte der Stromnachfrage abgedeckt hat.“
Ein riesiges Experiment, das auf unzuverlässigen Hypothesen beruht
Die Schlussfolgerung in dem Bericht lautet: „Zur Zeit führt Süd-Australien mit seiner 50 Prozent Windkraft-Stromversorgung ein riesiges Experiment durch, da theoretische Studien über diese Art der Stromversorgung nur aus unzuverlässigen Hypothesen bestehen. Im Einzelnen:
–   Wenn man von 35 auf 50 Prozent übergeht mit einer Stromversorgung, die aus unregelmäßigen Stromerzeugern besteht, dann  riskiert man Netzzusammenbrüche, die sowohl den Endverbraucher als auch Unternehmen schwer beeinträchtigen …
–   Die AEMO (Australien Energy Market Organisation) sieht für Süd-Australien in den nächsten zwei Jahren 125 Tage mit Strommangel-Situationen voraus. ‚tatsächlich ist es nicht möglich, bei Sommer Temperaturen über 40 Grad das Netz stabil zu halten’  
–    Schon vor der Krise waren die Strompreise doppelt so hoch wie in Frankreich  und die höchsten in ganz Australien.
–    Die Regierung, deren Vorliebe der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien Wind und Sonne ist, muss jetzt einen kostspieligen Notfallplan verfolgen, dessen Schwerpunkt der Bau von Gaskraftwerken ist. …
–   Das Speichern von Strom über Batterien ist eine nicht reiflich überlegte Lösung und dazu außerordentlich teuer.
–   Der Strompreis für Süd-Australien wird explodieren – einmal durch die Abschaltung der Kohlekraftwerke, aber dann vor allem durch den Crash Plan, der in wenigen Monaten durchgeboxt werden soll.“
Was Süd-Australien exemplarisch vorführt
„Für Frankeich würde derselbe Notfallplan – aber hochgerechnet auf unseren Stromverbrauch – etwa 13,5 Milliarden Euro kosten. Bei den Netzzusammenbrüchen kommen oft verschiedene Ursachen zusammen – die unregelmäßige Stromeinspeisung über Wind und Sonne ist aber ein wichtiger Grund, der mit der immer mehr zunehmenden Stromeinspeisung immer wichtiger wird. In Deutschland, wo der Anteil der Erneuerbaren schon über 30 Prozent am Stromverbrauch beträgt, erfordert eine Windflaute einen massiven Unterhalt von fossilen Back-up-Kraftwerken. Bei der European Physical Society Energy Group hört sich das so an: Die Integration von unregelmäßigen Stromerzeugern wird ab einer Größenordnung von 30 bis 40 Prozent immer schwieriger werden. Süd-Australien führt uns das exemplarisch vor!“
Ein vernichtendes Ergebnis auch für die deutsche Strompolitik
Der Lettre geopolitique de l’electricité der ONG Global Electrification (Homepage hier) erscheint mit seinen Beobachtungen der Strompolitik monatlich. Am 22. Februar (hier) sind dort die Kosten und die Klimarelevanz der deutschen „Energiewende“ analysiert worden – mit einem vernichtenden Ergebnis. Der eigenen (französischen) Regierung wurde empfohlen, dem deutschen Beispiel nicht nachzueifern. Das Gleiche hat die NGO mit der EU-Energiepolitik gemacht und geprüft, ob die Klima- und die Energieausbauziele  überhaupt realistisch und sinnvoll sind. In Deutschland fehlt eine solche unabhängige Institution – leider.
Der Beitrag erschien zuerst bei Blog von Dr. K.P. Krause



Trump: Not with me folks!

Es wird geschätzt, dass die vollständige Einhaltung der Pariser Vereinbarung letztlich das BIP von Amerika um 2,5 Billionen Dollar über einen Zeitraum von 10 Jahren schrumpfen lassen wird.

Das bedeutet, dass Fabriken und Firmen in unserem ganzen Land schließen.

Nicht mit mir, Leute! —

US Präsident Donald Trump, Harrisburg, 29 April 2017

Original:

It is estimated that the full compliance with the Paris agreement will ultimately shrink America’s GDP by 2.5 trillion dollars over a 10-year period. That means factories and plants closing all over our country. No with me, folks! –U.S. President Donald Trump, Harrisburg, 29 April 2017