IRRSINN ENERGIEWENDE: Strommarkt am 1. Mai 2026 – viel Photovoltaik, Feiertagslast, extreme Preisausschläge

Strommarkt am 1. Mai 2026 – viel Photovoltaik, Feiertagslast, extreme Preisausschläge

von Holger Douglas

Deutschland erzeugt mal zu wenig, mal zu viel Strom. Eine Folge des hemmungslosen Ausbaus der PV-Anlagen und Windräder. Die Energiewende ist nicht an der Menge der installierten Solarmodule zu bewerten, sondern daran, ob sie ein Industrieland sicher und bezahlbar versorgen kann. Nein, sie kann es nicht. Die Energiewende ist gescheitert.  PVA Anlagen von Horizont zu Horizont. Bild KI Bing

„Energiewende“ pervers: Der gestrige Feiertag zeigte Strom im Überfluss – und ein System am Anschlag. Am 1. Mai laufen Fabriken nur eingeschränkt, viele Büros sind geschlossen, die industrielle Last ist niedrig. Gleichzeitig scheint die Sonne kräftig auf ein Land, das in den vergangenen Jahren Photovoltaik wie von Sinnen ausgebaut hat, als könne man damit Physik, Speicher und Netze ersetzen.

Das Ergebnis ist ein Lehrstück über die deutsche Energiewende: Am Mittag gibt es Strom im Überfluss – so viel, dass diese Mengen keiner gebrauchen kann. Und am Abend drehen sich die Verhältnisse um, weil die Sonne verschwindet und das System dann plötzlich wieder auf steuerbare Leistung angewiesen ist.

Der Tag demonstrierte trotz vieler anderslautender Beiträge in sozialen Medien nicht den Triumph einer gelungenen Energieversorgung, sondern genau das Gegenteil: In Deutschland wurde zu bestimmten Stunden mehr Strom erzeugt, als das Land sinnvoll verbrauchen, speichern oder exportieren kann. Im regulierten Day-Ahead-Handel lag der Preis nach aktuellen Marktberichten von 12.45 Uhr bis 14.30 Uhr am unteren Limit von rund minus 500 Euro je Megawattstunde; im Intraday-Markt wurde um 14 Uhr sogar ein Wert von minus 855 Euro je Megawattstunde genannt. Ein Alarmsignal: Der Markt zahlt dafür, dass irgendjemand diesen Strom abnimmt.

Man muss sich diesen Irrsinn klarmachen. Ein Land schaltet funktionierende Kernkraftwerke ab, verteuert Kohle und Gas politisch, jagt die Industrie mit hohen Energiepreisen aus dem Land und produziert dann an einem sonnigen Feiertagsmittag Strom, der nicht etwa wertvoll ist, sondern zum Entsorgungsproblem wird. Nicht, weil Strom an sich wertlos wäre. Sondern, weil er im falschen Moment kommt. Strom ist eben keine Ware wie Zement, Getreide oder Kartoffeln, die man einfach auf Halde legt. Strom ist ein ganz besonderer Saft. In jeder Sekunde muss genau so viel Strom produziert werden, wie verbraucht wird. Nicht mehr und nicht weniger. Genau daran scheitert die deutsche Energiewende immer sichtbarer.

Die Nachfrage war wegen des Feiertages niedrig. Die Sonne liefert zur Mittagszeit viel Photovoltaik. Der Wind muss gar nicht besonders stark sein, um das System zusätzlich zu drücken. Die Folge: negative Preise. Netztransparenz, die Plattform der Übertragungsnetzbetreiber, beschreibt den Mechanismus nüchtern: Bei einem Überangebot an Strom kann der Spotmarktpreis stark sinken und sogar negativ werden; in solchen Zeiten kann nach EEG-Regeln auch der Vergütungsanspruch entfallen.

Politisch verkauft wurde jahrelang die einfache Gleichung: mehr Windräder, mehr Solaranlagen, mehr Klimaschutz, mehr Zukunft. Die Realität lautet heute: mehr Zufallsstrom ohne ausreichende Speicher, ohne ausreichende Steuerung, ohne ausreichende Nachfrageflexibilität und ohne ausreichend gesicherte Leistung für die Stunden danach. Mittags wird Strom zur Last. Abends, wenn Millionen Menschen kochen, Licht brauchen, Wärmepumpen laufen oder E-Autos geladen werden, ist die Sonne weg. Dann beginnt das andere Gesicht der Energiewende: hohe Preise, Importbedarf, Gas- und Kohlekraftwerke, Redispatch, Netzengpässe.

Besonders absurd ist die Preisspreizung innerhalb eines einzigen Tages. Cleanthinking verweist für den 1. Mai darauf, dass dynamische Stromkunden bei Octopus Energy zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr mehr als 42 Cent je Kilowattstunde gutgeschrieben bekommen konnten, während der Arbeitspreis um 19.45 Uhr bei plus 44 Cent lag. Das ergibt eine Spreizung von 87 Cent je Kilowattstunde an einem Tag. Ein Stromsystem, das mittags Geld verschenkt und abends wieder teuer einkauft, ist kein stabiles Industriestromsystem. Es ist ein Wettercasino mit Netzanschluss.

Die offiziellen Marktregeln machen diese Ausschläge inzwischen noch sichtbarer. Seit dem 1. Oktober 2025 wird der europäische Börsenstrompreis im 15-Minuten-Takt abgerechnet. Vattenfall beschreibt, dass der Strompreis an der EPEX Spot in 15-Minuten-Intervallen gehandelt wird und sich nach Angebot und Nachfrage richtet. Was früher im Stundenmittel geglättet wurde, erscheint nun schärfer: Viertelstunde für Viertelstunde zeigt der Markt, wann das System Überschuss und wann es Mangel hat.

Damit fällt auch eine beliebte Beschwichtigung weg. Früher hieß es: Negative Preise seien seltene Ausreißer. Das stimmt längst nicht mehr. Die Bundesnetzagentur-Plattform SMARD weist für 2025 bereits 573 Stunden mit negativen Großhandelspreisen aus; 2024 waren es 457 Stunden. SMARD nennt als Ursache ausdrücklich ein hohes und unflexibles Angebot bei niedriger Nachfrage, etwa an Wochenenden im Sommer oder an Feiertagen.

Gleichzeitig wächst die Photovoltaik weiter. Etwa fünf Millionen PV-Anlagen gibt es im Land, 2025 lag die PV-Einspeisung laut SMARD bei 74,1 Terawattstunden, ein Plus von 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr; ausschlaggebend war unter anderem ein deutlicher Zubau von fast 10 Gigawatt Leistung. Das klingt zunächst nach Erfolg. Doch ohne Speicher, steuerbare Lasten und stabile Netze wird daraus ein Bumerang. Je mehr PV-Leistung installiert wird, desto stärker wird der Mittagsberg. Und je stärker der Mittagsberg wird, desto häufiger kippt der Preis ins Negative.

Speicher gibt es nicht in benötigten Kapazitäten. Und es sieht nicht danach aus, dass sie in nächster Zeit kommen. Energie speichert man – weiß der Physiker – am besten chemisch, nicht elektrisch in Form von Strom. Die Kohlehalden neben den Kraftwerken waren die effektiven Energiespeicher: lagerfähig, sehr preiswert und weltweit verfügbar.

Doch in Deutschland wird eine Stromerzeugung aufgebaut, die auch dann besonders viel liefert, wenn die industrielle Nachfrage an Feiertagen oder Wochenenden niedrig ist. Gleichzeitig zerstört dieselbe Energiepolitik jene energieintensive industrielle Basis, die Strom im großen Maßstab produktiv nutzen könnte. Erst vertreibt man Aluminium, Chemie, Glas, Stahl und Automobilzulieferer aus dem Hochpreisland – dann wundert man sich, dass mittags niemand den Solarstrom braucht.

Eine Volkswirtschaft kann nicht auf Zuruf der Meteorologen funktionieren. Der Bäcker, die Gießerei, das Krankenhaus, die Bahn, der Rechenzentrumsbetreiber und die Chemieanlage brauchen Strom nicht nur dann, wenn mittags die Sonne scheint. Sie brauchen ihn zuverlässig, planbar, bezahlbar – rund um die Uhr.

Der heutige Strommarkt ist deshalb ein politisches Dokument. Er zeigt, was geschieht, wenn Energiepolitik nicht vom System her gedacht wird, sondern von installierten Windrädern und PV-Anlagen. Netze, Speicher, Momentanreserve, Frequenzhaltung, Regelenergie und gesicherte Leistung lassen sich nicht durch Wunschdenken ersetzen.

Der 1. Mai 2026 zeigt: Deutschland hat nicht einfach zu wenig Strom. Es hat zur falschen Zeit zu viel und zur falschen Zeit zu wenig. Eine Folge des hemmungslosen Ausbaues der PV-Anlagen und Windräder. Die Energiewende ist nicht an der Menge der installierten Solarmodule zu messen, sondern daran, ob sie ein Industrieland sicher und bezahlbar versorgen kann. Nein, sie kann es nicht. Die sogenannte Energiewende ist gescheitert.+

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Tschernobyl und die irre Strahlenangst in Deutschland

Vor 40 Jahren ereignete sich in der Ukraine das grösste Atomunglück in der Geschichte der Kernenergie. In Deutschland wurden danach erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen. Die Panik, die das Land deswegen erfasste, hatte mit den realen Gefahren jedoch nichts zu tun.

Von Peter Panther

 

Im Mai 1986, einige Wochen nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl, sah sich die damalige Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Es war bekannt geworden, dass einige deutsche Ärzte schwangeren Frauen geraten hatten, vorsorglich abzutreiben. Ein solches Verhalten sei «weder mit der ärztlichen Ethik vereinbar, noch unter irgendeinem Gesichtspunkt zu rechtfertigen», stellte Süssmuth klar.

Der Vorgang zeigt, welche unsäglichen Folgen die Strahlenangst im Nachgang zu «Tschernobyl» in Deutschland hatte. Die Abtreibungsempfehlung erfolgte aus Angst vor möglichen Missbildungen, weil nach dem Atomunglück in der 1300 Kilometer weit entfernten Ukraine hierzulande eine leicht erhöhte Radioaktivität gemessen wurde.

Die Furcht vor Missbildungen war völlig überzogen. Nicht einmal in der Umgebung von Tschernobyl selbst, die ungleich stärker kontaminiert worden war, wurden in den Jahren danach vermehrt missgebildete Neugeborene registriert. Aber die Strahlenangst in Deutschland war eben irrational. Und sie wurde durch die Berichterstattung in den Medien und allerlei Anordnungen der Behörden nach Kräften geschürt.

Anti-AKW-Demo nur bei trockenem Wetter

Es gibt eine ganze Handvoll von Anekdoten, welche die damalige deutsche Atom-Hysterie untermalen: In München wurden drei Gemüsehändler von Konsumenten wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt, weil sie angeblich zu stark strahlenden Salat angeboten hatten. Bei einem Fussballspiel der Marienfelder Mannschaft Blau Weiss wurden die angeblich verstrahlten Trikots der Spieler nach dem Abpfiff gesondert in Plastiksäcke verstaut und einer speziellen Reinigung unterzogen. Und vor einer Anti-AKW-Demonstration in Berlin wurde verkündet, dass diese nur bei trockenem Wetter stattfinde, da man die Teilnehmer nicht der erhöhten Strahlungsgefahr wegen Regen aussetzen wolle.

Was war aber wirklich passiert? Die Explosion des Reaktorblocks 4 in Tschernobyl am 26. April 1986 führte nicht nur zu einer erheblichen Kontamination der umliegenden Gebiete, sondern auch dazu, dass weite Teile Europas in den darauf folgenden Wochen erhöhte Radioaktivitätswerte registrierten.

EIKE Autor Dipl. Physiker Peter Würdig in Tschernobyl im „gesperrten“ Gebiet. Er schreibt dazu: „Hier ein Foto von mir auf dem Spielplatz. Einige von uns kletterten auch auf das Riesenrad, das war mir zu gefährlich, da konnte man ja runterfallen. Ich hatte einen Geiger-Zähler mitgenommen und Messungen gemacht, besondere Radioaktivität war fast nirgends mehr zu finden, das war richtig enttäuschend. Einige Menschen haben damals die Evakuierung nicht mitgemacht. „Ich konnte doch meine Tiere nicht allein lassen !“. Die haben das gut überlebt, wenn man einige einfache Regeln beachtet hat, und haben die Touristen begrüßt.

So war es auch in Deutschland. Am stärksten stiegen die Werte hierzulande im Voralpengebiet. Schon damals musste Fachleuten allerdings klar sein, dass die höheren Werte kaum ein gesundheitliches Risiko waren. Denn im Vergleich zur natürlich vorhandenen radioaktiven Hintergrundstrahlung fiel die Mehrbelastung bescheiden aus. Wie die deutsche Strahlenschutzkommission 1996 – zehn Jahr später – schätzte, mussten die Bewohner der Voralpengebiete mit einer totalen Mehrbelastung von gerade einmal 2,2 Millisievert klarkommen. Das war nur etwa ein Fünfzigstel der Dosis, die wegen der natürlichen Strahlung aus dem Weltall und dem Boden sowieso auf sie einwirkte.

Babys sollten nicht bei offenem Fenster schlafen

Dennoch waren die Reaktionen in Deutschland masslos. Die Medien schrieben von «radioaktiven Wolken», die über das Land hinwegziehen würden, und von «Fallouts», den sie verursachten. Die Behörden versicherten zwar einerseits, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, verfügten aber so viele Vorsichtsmassnahmen und gaben so viele Empfehlungen, dass die Menschen zum Schluss kommen mussten, dass das Gegenteil wahr ist.

So setzte die Strahlenschutzkommission Grenzwerte für Radioaktivität fest, etwa für Blattgemüse, Frischmilch und Gewürzkräuter. Daraus resultierten unzählige Verkaufsverbote. Auch die Bundesländer gaben eifrig eigene Grenzwerte heraus, die zum Teil absurd streng waren. Weiter schlossen die Behörden Kinderspielplätze und riegelten diese mit Sperrband ab, so dass jeder Passant die Botschaft «Achtung, Gefahr!» verstehen musste. Das deutsche Wetteramt warnte sogar davor, Babys nachts bei offenem Fenster schlafen zu lassen.

Überhaupt rieten die Behörden der Bevölkerung, bei Regenschauern nicht ins Freie zu gehen, sodass diese zum Schluss kommen mussten, dass der Begriff «Fallout» wohl zutreffend war. Bauern in Süddeutschland wurde gar verboten, ihren Kühen frisches Gras zu verfüttern. Die Behörden beschlagnahmten zudem zahlreiche Milchlieferungen aus der damaligen DDR und aus osteuropäischen Staaten.

Angst vor dem Strahlentod

All diese Massnahmen führten dazu, dass die Bevölkerung stark verunsichert war. Kaum jemand war sich darüber im Klaren, welche Risiken wirklich bestanden. In der Folge ging in den Supermärkten die haltbare Milch aus und Konserven waren beliebter als Frischware. Bauern forderten Entschädigungen für Ernteausfälle wegen der Strahlung. Flüge nach Australien oder den Kanarischen Inseln waren in dieser Zeit ausgebucht. Und besorgte Väter trugen den Sand aus den Buddelkisten ihrer Kinder und verfrachteten ihn in luftdichte Abfallsäcke.

2016 – 30 Jahre später – beschrieb die «Zeit» die damalige Panik vor der Radioaktivität mit treffenden Worten: «Die Vorfreude auf ein Picknick im Grünen am 1. Mai schlägt um in Angst vor Wiesen. Angst vor Regen. Angst vor dem Strahlentod.»

Die Wochen und Monate gingen vorbei und allmählich sank die gemessene Strahlung wieder auf normale, natürliche Werte. So weit bekannt, kam in Deutschland niemand wegen «Tschernobyl» zu Schaden. Dennoch hatte das Ereignis Folgen, die bis heute andauern: Die Meldungen über mögliche Zehntausende, ja sogar Hunderttausende Todesopfer wegen der Reaktorkatastrophe schreckte die Bevölkerung nachhaltig auf. Heute ist zwar klar, dass wegen der Kontamination im Umland des Havarie-Werks allenfalls einige Tausend Menschen zusätzlich ums Leben kamen. Doch bis heute werden haltlos hohe Opferzahlen bis zu einer Million herumgereicht.

Tschernobyl hatte politische Spätfolgen

Da viele Menschen überzeugt waren, dass auch in Deutschland erhebliche Strahlenrisiken drohten, erhielten die Organisationen der Atomgegner regen Zulauf. Das Land hatte der Kernenergie schon zuvor kritisch gegenübergestanden. Nach «Tschernobyl» gab es kein Halten mehr: Neue KKW zu bauen, war nun erst recht unmöglich. Jahre später wurde sogar der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.

Deutschland ächzt heute unter hohen Strompreisen und leidet unter Deindustrialisierung. Massgeblich dafür verantwortlich ist der unselige und unnötige Ausstieg aus der Kernenergie, der vor drei Jahren abgeschlossen wurde. Man sieht, dass «Tschernobyl» doch Spätfolgen hatte – allerdings andere, als man 1986 dachte.

 




CO2-Messungen im 19. Jahrhundert: Was Chemiker fanden und warum es die Klimaforschung ignoriert

Das moderne Klimanarrativ ruht auf einem wackeligen Fundament: der Annahme, dass die atmosphärische CO2-Konzentration vor der Industrialisierung stabil bei etwa 280 ppm lag und erst durch den Menschen in die Höhe getrieben wurde. Doch wer in die wissenschaftliche Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts blickt, stößt auf eine Realität, die so gar nicht in das Weltbild von IPCC und Co. passen will.

von Dr. Peter F. Mayer

In der aktuellen Klimadebatte wird uns ständig erzählt, die vorindustrielle CO₂-Konzentration in der Atmosphäre habe stabil bei etwa 280 ppm gelegen. Erst durch den Menschen sei sie auf heutige Werte um die 420 ppm gestiegen. Das klingt dramatisch – und passt perfekt zur Narrative der Klimakrise. Doch was sagen die historischen Quellen aus dem 19. Jahrhundert selbst? Chemiker wie der Schweizer Nicolas Théodore de Saussure haben mit den damals besten Methoden gemessen. Und ihre Ergebnisse stehen schwarz auf weiß in den Standardwerken der Zeit: Meyers-Konversationslexikon und Fachliteratur wie dem Handwörterbuch der Chemie. Die Werte? Deutlich höher – und stark schwankend. Kein stabiler „vorindustrieller“ Pegel von 280 ppm.

Bereits Ende der 1820er Jahre führte de Saussure systematische Messungen durch. In seiner 1830 veröffentlichten Abhandlung „Ueber die Schwankungen des Kohlensäure-Gehalts der Atmosphäre“ dokumentierte er hunderte Analysen. Das Neues Conversations-Lexikon für alle Stände (1857) fasst es zusammen:

„10 000 Volumtheile Luft enthalten 4,15 Volumenth Kohlensäure, nach einem Mittel aus 104 Beobachtungen“.

Das entspricht exakt 415 ppm. Die Einzelwerte schwankten je nach Wetter, Standort und Jahreszeit zwischen etwa 315 und 574 ppm.

De Saussure erfasste sogar den realen jahreszeitlichen Zyklus – etwas, das moderne Modelle erst Jahrzehnte später „entdeckten“. (Quelle: de Saussure 1830, zitiert in zeitgenössischen Lexika und detailliert analysiert im EIKE-Dokument).

Genau diese Erkenntnisse finden sich auch im Meyers-Konversationslexikon (4. Auflage, 1888). Unter dem Stichwort „Kohlensäure“ steht unmissverständlich:

„CO₂ findet sich zu etwa 0,04 Proz. in der Atmosphäre“.

Das sind 400 ppm – kein Tippfehler, keine Schätzung aus dem Blauen, sondern die Zusammenfassung der besten damaligen Messungen.

Der Eintrag ist online in Wikisource nachlesbar.

Ähnlich verhält es sich im Handwörterbuch der Chemie (herausgegeben von Professor Albert Ladenburg). Auch dort werden de Saussures präzise chemische Methoden (Barytwasser-Methode mit Bariumhydroxid-Absorption) und die daraus resultierenden hohen atmosphärischen Werte dokumentiert. Die Lexika der damaligen Zeit waren keine Meinungsblätter, sondern Spiegel des wissenschaftlichen Konsenses unter den führenden Chemikern Europas.

Eine umfassende Zusammenstellung all dieser historischen chemischen Analysen liefert das Dokument „180 Jahre atmosphärischer CO₂-Gasanalyse mittels chemischer Methoden“ von Ernst-Georg Beck (EIKE, 2016).

Darin sind über 90.000 Messungen seit 1812 ausgewertet – darunter zahlreiche Serien mit der Pettenkofer-Methode ab 1857, die eine Genauigkeit von ±3 ppm erreichte. Die Werte zeigten Maxima um 1825, 1857 und sogar über 400 ppm in den 1940er Jahren. CO₂ folgte dabei natürlichen Temperaturschwankungen, nicht umgekehrt.

Die Selektion der Wahrheit

Warum haben wir diese Daten vergessen? Die Antwort liefert der Blick in die Geschichte der Klimamodelle. Callendar und Keeling, die architektonischen Väter der modernen Treibhaustheorie, haben ein bequemes Ausschlussverfahren angewandt: Alles, was nicht in ihre Hypothese eines „gleichmäßigen vorindustriellen Zustands“ passte, wurde als „ungenau“ oder „durch lokale Verschmutzung verfälscht“ abgetan.

Der IPCC und die moderne Klimaforschung berufen sich fast ausschließlich auf Eisbohrkerne, die angeblich einen stabilen Wert von 280 ppm vor 1850 zeigen. Historische chemische Messungen werden als „ungenau“ abgetan – obwohl sie mit den präzisesten Methoden der Zeit (titrimetrisch, gravimetrisch) durchgeführt wurden und von Kapazitäten wie de Saussure, Reiset, Schulze oder Farsky stammen. Chemiker wie Pettenkofer, deren Verfahren über ein Jahrhundert Standard waren, keineswegs ungenau; sie arbeiteten mit einer Präzision, die modernen Anforderungen standhalten würde.

Der Physiker und Chemiker Beck zeigt in seiner Arbeit, dass viele frühe Messungen sogar systematisch unterschätzt wurden (durch Schlauchabsorption oder Trocknungseffekte), was die realen Werte noch höher macht.

Die Konsequenz ist klar: Die These eines „stabilen vorindustriellen CO₂-Gleichgewichts“ bei 280 ppm ist eine nachträgliche Konstruktion. Die Realität des 19. Jahrhunderts war eine schwankende, oft deutlich höhere Konzentration – ohne dass die Welt unterging.

CO₂ ist kein „Treibhausgift“, sondern ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre, der Pflanzenwachstum antreibt und auf Temperaturveränderungen reagiert.

Wer sich die Mühe macht, die Originalquellen zu lesen – Meyers-Konversationslexikon, Handwörterbuch der Chemie oder Becks 180-Jahre-Auswertung – erkennt schnell: Die Klimahysterie basiert nicht auf der vollständigen historischen Evidenz, sondern auf einer selektiven Auswahl. Die Chemiker des 19. Jahrhunderts hatten keine politische Agenda. Sie maßen einfach, was da war. Und das war mehr CO₂, als uns heute erzählt wird.

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Der Kaiser ist nackt: Wie der IPCC ein 38-jähriges Klimaimperium auf einem Lügengebäude errichtete

Jonathan Cohler

https://x.com/cohler/status/2045615260443279694

Zusammenfassung meines Vortrags auf der ICCC16 am 8. April 2026.

John Cohler bei seinem Vortrag Heartland Climate Conference April 2026

Die dieser Analyse zugrunde liegenden Dokumente sind unter

http://papers.jcohler.com verfügbar.

Seit fast vier Jahrzehnten wird der Welt eine Geschichte erzählt: Die Erde erwärmt sich in alarmierendem Tempo, der Mensch ist dafür verantwortlich, indem er fossile Brennstoffe verbrennt, und wenn wir nicht Billionen von Dollar investieren, um dies zu verhindern, droht eine Katastrophe. Regierungen haben ihre Wirtschaften auf diese Geschichte ausgerichtet. Kinder wachsen mit Angst davor auf. Wissenschaftler, die sie hinterfragen, werden ausgegrenzt.

Es gibt da nur ein Problem. Die wissenschaftliche Grundlage dieser Argumentation – jede einzelne Zahl, die der IPCC verwendet – ist physikalisch bedeutungslos. Nicht unsicher. Nicht diskutabel. Physikalisch bedeutungslos, genauso wie der Durchschnitt aller Telefonnummern in Washington, D.C., bedeutungslos ist. Man kann ihn berechnen. Die Rechnung stimmt. Aber das Ergebnis sagt absolut nichts über die Realität aus.

Das ist keine abwegige Behauptung. Es handelt sich um einen mathematischen und physikalischen Beweis, der auf wissenschaftlichen Artikeln und den Grundprinzipien der Thermodynamik basiert. Und wenn man es einmal erkannt hat, kann man es nicht mehr ignorieren.

Die erste Lüge: Eine Temperatur, die nicht existiert

Alles beginnt mit der globalen mittleren Oberflächentemperatur (GMST). Diese eine Zahl – üblicherweise als Abweichung vom vorindustriellen Niveau angegeben – bildet die Grundlage der gesamten IPCC-Studie. Wenn Sie hören, dass sich die Erde seit der industriellen Revolution um 1,2 Grad erwärmt hat, sprechen Sie von der GMST. Wenn Klimamodelle eine Erwärmung von 2, 3 oder 4 Grad bis zum Jahr 2100 prognostizieren, beziehen sie sich auf Veränderungen der GMST. Wenn das Pariser Abkommen eine Obergrenze von 1,5 Grad festlegt, ist dies eine Obergrenze für die GMST.

Was genau ist GMST? Hier beginnt die Geschichte sich zu entwirren.

Temperatur ist in der Physik eine sogenannte intensive Größe. Das bedeutet, sie beschreibt den Zustand eines spezifischen physikalischen Systems – eines Systems mit Grenzen, das sich im oder nahe am thermischen Gleichgewicht befindet und dessen Zustandsgleichung eindeutig definiert ist. Man kann sinnvoll über die Temperatur einer Tasse Kaffee, eines Zimmers oder des Ozeans in einer bestimmten Tiefe sprechen, da es sich dabei jeweils um ein definiertes physikalisches System handelt. Was man jedoch nicht tun kann, ohne die Gesetze der Thermodynamik zu verletzen, ist, Temperaturen von Systemen zu addieren, die nicht in thermischem Kontakt miteinander stehen, und das Ergebnis als „Temperatur“ zu bezeichnen.

Die Erdoberfläche ist kein thermodynamisches System. Sie ist ein Flickenteppich aus Tausenden von lokalen Systemen – Wüsten und Regenwäldern, polaren Eisschilden und tropischen Ozeanen, Berggipfeln und Talsohlen –, von denen keines mit den anderen im thermischen Gleichgewicht steht. Die Mittelung ihrer Temperaturen ergibt zwar einen Wert. Dieser Wert ist aber keine Temperatur im physikalisch sinnvollen Sinne. Er unterliegt keiner Zustandsgleichung. Es gibt kein physikalisches Gesetz, das ihn mit irgendetwas verknüpft. Wie der Physiker Christopher Essex und seine Kollegen in einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2007 überzeugend darlegten, ist er schlichtweg keine Temperatur.

Das ist keine bloße Formalität. Es handelt sich um einen Kategorienfehler, der in jedem anderen Wissenschaftsbereich ein Forschungsprogramm sofort beenden würde. Intensive Eigenschaften über Nichtgleichgewichtssysteme hinweg zu mitteln, ist so, als würde man die Postleitzahlen aller Einwohner New Yorks mitteln und das Ergebnis dann als Wegbeschreibung verwenden. Die Rechnung liefert eine Zahl. Diese Zahl ist bedeutungslos.

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) erkannte dies bereits vor Jahrzehnten implizit an. 2002 wurde die ISO beauftragt, alle wichtigen Begriffe im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu definieren – und bis heute fehlt der Begriff „globale Durchschnittstemperatur“ in den finalen Definitionen. Diese Auslassung ist kein Versehen. Der Auftrag der ISO erfordert messtechnische Genauigkeit, und der Begriff „globale Durchschnittstemperatur“ kann diesen Anforderungen nicht gerecht werden.

Weder der IPCC noch irgendeine andere Klimabehörde hat jemals eine präzise physikalische Definition der globalen mittleren Oberflächentemperatur (GMST) vorgelegt. Sie verwenden den Begriff ständig – er taucht in praktisch jedem Kapitel des Sechsten Sachstandsberichts des IPCC auf –, aber sie haben nie definiert, welche physikalische Größe er repräsentiert, weil eine solche Definition nicht möglich ist.

Die zweite Lüge: Modelle, die auf nichts basieren

Wenn GMST physikalisch bedeutungslos ist, was leisten dann die Klimamodelle des IPCC eigentlich?

Die Antwort ist unbequem. Jedes der vom IPCC verwendeten wichtigen Klimamodelle – das Ensemble CMIP (Coupled Model Intercomparison Project) – ist darauf ausgelegt, historische Trends der mittleren globalen Oberflächentemperatur (GMST) zu reproduzieren. Diese Modelle verfügen über Hunderte von anpassbaren Parametern, die so eingestellt werden, dass die Modellausgabe mit den beobachteten GMST-Daten übereinstimmt. Diesen Vorgang nennt man Validierung: Man passt das Modell so lange an, bis es zu den Daten passt, und erklärt es dann anhand der Beobachtungen für validiert.

Wenn die globale mittlere Oberflächentemperatur (GMST) jedoch keine physikalisch sinnvolle Größe darstellt, ist die Anpassung eines Modells an ihre Reproduktion keine Validierung. Es handelt sich vielmehr um eine Kurvenanpassung an eine Zahl ohne physikalischen Gehalt. Das Modell lernt, ein mathematisches Artefakt abzubilden, nicht die physikalische Realität. Und da es sich um gekoppelte globale Zirkulationsmodelle handelt – in denen die Temperatur mit Niederschlag, Wind, Meeresströmungen, Meereis und Dutzenden weiterer Variablen interagiert –, breitet sich diese Verfälschung überall aus. Jede vom Modell erzeugte Projektion erbt für jede Variable die ursprüngliche Bedeutungslosigkeit.

Die Auswirkungen sind erschreckend. Jede Temperaturprognose. Jede Meeresspiegelprognose. Jede Prognose extremer Wetterereignisse. Jede CO₂-Bilanz. Jede Berechnung der verbleibenden Emissionen. All das basiert auf Modellen, die anhand einer physikalisch nicht existierenden Größe validiert wurden.

Die dritte Lüge: Ein Ozean, der nie vermessen wurde

Da die Aufzeichnungen der Oberflächentemperatur umstritten und unzuverlässig waren, entwickelte der IPCC eine zweite Beweiskette: den Wärmeinhalt der Ozeane (OHC). Die Argumentation war einfach: Wenn die Erde durch den Treibhauseffekt Energie speichert, muss diese Energie irgendwohin fließen, und der größte Teil davon sollte in die Ozeane gelangen. Misst man den Wärmeinhalt der Ozeane über einen längeren Zeitraum, erhält man ein direktes Maß für das Energieungleichgewicht der Erde.

Dieses Argument klingt überzeugend. Es basiert auf dem Programm Argo – einem Netzwerk von rund 4.400 Roboterbojen, die in den Weltmeeren verteilt sind. Jede Boje taucht bis zu 2.000 Meter tief und steigt alle zehn Tage wieder an die Oberfläche, wobei sie Temperatur- und Salzgehaltsprofile übermittelt. Argo ist eine echte wissenschaftliche Leistung, ein technisches Meisterwerk, das eine enorme Menge wertvoller ozeanografischer Daten geliefert hat.

Laut den Gründungsdokumenten von 1998 war Argo ursprünglich für Folgendes konzipiert: die Beobachtung des sich verändernden physikalischen Zustands der oberen Ozeanschichten, die Erfassung regionaler Wärme- und Salzgehaltsmuster, die Unterstützung der Wettervorhersage und die Ergänzung von Satellitenaltimetern. Der globale Wärmegehalt der Ozeane und das Energieungleichgewicht der Erde werden nirgends erwähnt. Das Programm war nicht für diesen Zweck gedacht und ist dafür grundlegend ungeeignet.

Das Problem beginnt mit grundlegenden physikalischen Prinzipien. Wenn eine Argo-Boje innerhalb von sechs bis zehn Stunden von 2.000 Metern Tiefe zur Oberfläche aufsteigt, sammelt sie dabei etwa 1.000 Temperaturmessungen. Die Boje driftet jedoch die ganze Zeit. Bis sie auftaucht und per Satellit Daten sendet, kann sie sich bis zu 50 Kilometer von der Stelle entfernt befinden, an der die tiefsten Messungen durchgeführt wurden. Diese Messungen werden alle der GPS-Position an der Oberfläche zugeordnet – dem einzigen tatsächlich bekannten Standort. Die tatsächliche Unterwasserbahn ist völlig unbekannt. Jeder einzelne Datenpunkt unter Wasser wird dem falschen Standort zugeordnet.

Dann beginnt die Interpolation. Die 12.000 monatlichen Messwerte – die bereits räumlich falsch zugeordnet sind – werden verwendet, um 45.000 dreidimensionale Gitterzellen zu füllen, die den globalen Ozean abdecken. Der größte Teil des Ozeans wird gar nicht gemessen, sondern berechnet. Polargebiete, Küstenzonen und Randmeere werden weitgehend ausgeschlossen. Etwa die Hälfte des gesamten Ozeanvolumens, einschließlich aller Wassermassen unterhalb von 2.000 Metern, wird schlichtweg ignoriert. Die Berechnungen verwenden Korrelationsfunktionen, die Messwerte von Wassermassen vermischen, die Hunderte oder sogar Tausende von Kilometern voneinander entfernt liegen, und so jegliche lokale Information zerstören, die die Messbojen tatsächlich erfasst haben.

Die aus diesem Prozess berechneten Anomalien – die Abweichungen von einem historischen Referenzwert – stoßen dann auf dasselbe grundlegende physikalische Problem wie GMST. Temperatur ist eine intensive Größe. Man kann Temperaturanomalien nicht sinnvoll über Nichtgleichgewichtsvolumina des Ozeans mitteln, genauso wenig wie über die Erdoberfläche. Der resultierende Wert hat zwar eine Einheit und die Berechnung ist korrekt, aber er repräsentiert keine physikalische Realität.

Wenn alle relevanten Unsicherheitsquellen – nicht erfasste Trajektorien, Interpolationsfehler, unzureichende Kenntnisse über die Tiefsee, Lücken in den Polargebieten und uneinheitliche Messrahmen – korrekt quantifiziert werden, beträgt die tatsächliche Unsicherheit des abgeleiteten Wertes für das Energieungleichgewicht der Erde mehr als ± 1 Watt pro Quadratmeter bei einer Wahrscheinlichkeit von 95 %. Der sechste Sachstandsbericht des IPCC gibt sie mit 0,7 ± 0,2 Watt pro Quadratmeter an. Die tatsächliche Unsicherheit ist etwa fünfmal größer als das gemessene Signal. Das Ergebnis ist statistisch nicht von null zu unterscheiden.

Die vierte Lüge: Satelliten wurden an die Fiktion angepasst

Der IPCC präsentiert seine Daten zum Wärmegehalt der Ozeane und seine satellitengestützten Daten zum Energieungleichgewicht als zwei unabhängige, übereinstimmende Beweisketten. Diese Übereinstimmung wird als starke Bestätigung dafür angeführt, dass die Erde Energie in dem behaupteten Ausmaß speichert.

Was der IPCC nicht prominent in den Vordergrund rückt, ist, wie diese Einigung zustande kam.

Die CERES-Instrumente der NASA – Satelliten zur Messung der Strahlungsbilanz am oberen Rand der Atmosphäre – liefern Rohmesswerte mit einer absoluten Unsicherheit von etwa drei bis fünf Watt pro Quadratmeter. Das vom IPCC angegebene Messsignal beträgt 0,7 Watt pro Quadratmeter. Die Satelliten allein können diese Größe nicht bestimmen.

Was wurde also getan? Die CERES-Daten wurden – mittels einer Methode der kleinsten Quadrate – angepasst, um eine Übereinstimmung mit der aus Argo-Daten abgeleiteten Schätzung des Wärmegehalts der Ozeane zu erzielen. Die Dokumentation des IPCC-Berichts AR6 bestätigt dies ausdrücklich: Die CERES-Flüsse „wurden innerhalb der geschätzten Unsicherheiten angepasst, um sicherzustellen, dass der Nettofluss an der Obergrenze der Atmosphäre mit der auf Basis von Messungen des Wärmegehalts der Ozeane geschätzten Energiebilanz der Erde übereinstimmt.“

Anders ausgedrückt: Sie haben die Satelliten so ausgerichtet, dass sie mit den Driftbojen übereinstimmten, und diese Übereinstimmung dann als unabhängige Bestätigung angeführt. Das ist keine Wissenschaft. Das ist ein Zirkelschluss mit unnötigen Umwegen.

Dieses Verhalten ist im IPCC-Ökosystem nicht beispiellos. Kevin Trenberth, einer der Architekten des Modells zur Berechnung des Wärmegehalts der Ozeane, schrieb in einer mittlerweile berüchtigten E-Mail aus dem Jahr 2009, die durch die ClimateGate-Enthüllungen ans Licht kam: „Tatsache ist, dass wir die derzeit ausbleibende Erwärmung nicht erklären können, und es ist eine Farce, dass wir es nicht können. Die im August veröffentlichten CERES-Daten zeigen, dass es eigentlich noch stärkere Erwärmung geben müsste: aber die Daten sind mit Sicherheit falsch.“ Wenn die Satellitendaten nicht mit den Modellen übereinstimmen, gelten die Satelliten als falsch. Wenn die Satellitendaten so angepasst werden, dass sie übereinstimmen, wird diese Übereinstimmung als Bestätigung angeführt. Das System ist von vornherein manipuliert.

Die fünfte Lüge: Der CO-Fingerabdruck ₂ , der nie existierte

Die letzte Säule der IPCC-Argumentation ist die Zuordnung des Kohlendioxids. Zwar ist der CO₂-Gehalt ₂ in der Atmosphäre gestiegen, und menschliche Industrieaktivitäten emittieren CO₂ ₂ . Doch der IPCC geht noch weiter und behauptet, der Anstieg des atmosphärischen CO₂ ₂ sei fast ausschließlich anthropogen bedingt – natürliche Prozesse könnten ihn nicht erklären, und die Isotopenzusammensetzung des atmosphärischen CO₂ ₂ liefere einen eindeutigen menschlichen Fingerabdruck.

Diese Behauptung stützt sich auf das Berner Modell, ein mathematisches Modell, das die CO₂-Verteilung ₂ zwischen Atmosphäre und natürlichen Speichern beschreibt. Das Berner Modell weist eine besonders alarmierende Eigenschaft auf: Es prognostiziert, dass ein erheblicher Anteil des heute emittierten CO₂ ₂ Jahrhunderte oder Jahrtausende in der Atmosphäre verbleiben wird. Der fünfte Sachstandsbericht des IPCC (AR5) besagt, dass 15 bis 40 Prozent des emittierten CO₂ ₂ über tausend Jahre in der Atmosphäre verbleiben werden. Dies ist die Grundlage für CO₂-Budgets und Klimaneutralitätsziele.

Das Berner Modell wurde durch Beweise widerlegt, die seit sechzig Jahren offenkundig waren.

Als die atmosphärischen Atomtests Anfang der 1960er Jahre ihren Höhepunkt erreichten, wurde ein massiver Impuls radioaktiven Kohlenstoffs – Atom-14-Kohlenstoff (CO₂) – in die Atmosphäre freigesetzt. Dieser Impuls wird seither kontinuierlich verfolgt. Wäre das Berner Modell korrekt, müsste dieser Impuls langsam abklingen, wobei ein substanzieller permanenter Anteil zurückbliebe. Stattdessen klingt er exponentiell mit einer e-Faltungszeit von etwa siebzehn Jahren ab. Der Atom-14-Kohlenstoff ist verschwunden. Er durchlief das System und wurde innerhalb von etwa einem halben Jahrhundert vollständig absorbiert. Das multi-exponentielle Berner Modell mit seinem permanenten Anteil in der Atmosphäre ist schlichtweg falsch. CO₂ ₂ verbleibt nicht über Jahrtausende in der Atmosphäre. Es durchläuft das System innerhalb von Jahren bis Jahrzehnten.

Die Isotopenanalyse bestätigt dies. Das Kohlenstoffisotopenverhältnis im atmosphärischen CO₂ ₂ – die sogenannte Delta-13C-Größe – nimmt ab, da sich das isotopisch leichtere CO₂ aus fossilen Brennstoffen ₂ mit der Atmosphäre vermischt. Der IPCC wertet diesen Rückgang als eindeutigen Beweis für die menschliche Verursachung.

Eine 2024 von Fachkollegen begutachtete Studie von Prof. Demetris Koutsoyiannis untersuchte die tatsächlichen Isotopendaten eingehend und fand etwas, das mit der gängigen Lehrmeinung nicht vereinbar ist: Die Netto-Isotopensignatur des atmosphärischen Eintrags ist seit der Kleinen Eiszeit im Wesentlichen unverändert geblieben. Der Wert ist stabil geblieben – weltweit, an allen wichtigen Messstationen und während der gesamten Industrialisierungsphase. Ein sich verändernder menschlicher Einfluss müsste sich in einer veränderten Nettosignatur widerspiegeln. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Isotopenzusammensetzung ist mit der Dominanz der natürlichen Biosphäre und einem nicht nachweisbaren menschlichen Beitrag vereinbar.

Der Grund dafür ist nicht mysteriös. Die Biosphäre – Pflanzen, Böden, Ozeane – zirkuliert jährlich etwa 25-mal mehr Kohlenstoff als die menschlichen Industrieemissionen. Natürliche Prozesse sind dabei mit Abstand dominant. Menschliche Emissionen stellen lediglich ein Rauschen dar, das einem gewaltigen natürlichen Signal überlagert ist. Und die Temperatur, nicht menschliche Aktivitäten, ist für den größten Teil dieses Signals verantwortlich: Die Erwärmung führt dazu, dass die Biosphäre mehr CO₂ ausstößt ₂ , was die atmosphärischen Konzentrationen erhöht. Die Kausalität verläuft von der Temperatur zum CO₂ ₂ , nicht umgekehrt.

5 x 0 = 0

Treten Sie einen Schritt zurück und betrachten Sie das Gesamtbild.

Die Argumentation des IPCC für eine vom Menschen verursachte Klimakatastrophe stützt sich auf fünf miteinander verknüpfte Indikatoren: die globale mittlere Oberflächentemperatur (GMST), die darauf abgestimmten Klimamodelle, den Wärmeinhalt der Ozeane, das aus der Wärme der Ozeane resultierende Energieungleichgewicht der Erde und die CO₂-Zuordnung ₂ . Jeder dieser Indikatoren wird als unabhängiger Beweis präsentiert. Zusammen bilden sie laut IPCC einen überwältigenden Beweis.

Sie sind jedoch nicht unabhängig. Sie bilden einen Kreis. Die globale mittlere Oberflächentemperatur (GMST) ist physikalisch bedeutungslos. Die Modelle sind auf die GMST abgestimmt und erben deren Bedeutungslosigkeit. Der Wärmegehalt der Ozeane wird durch ein Verfahren berechnet, das gegen die Gesetze der Messphysik verstößt und statistisch nicht von null zu unterscheiden ist. Die Energiebilanz der Erde wird aus dem Wärmegehalt der Ozeane abgeleitet und durch Satelliten bestätigt, die entsprechend justiert wurden. Die Zuordnung von CO ₂ basiert auf einem Modell, das durch Daten aus Atombombenversuchen widerlegt wurde, und einem Isotopen-Fingerabdruck, der in den Beobachtungen nicht existiert.

Jedes Glied der Kette ist von den anderen abhängig. Keines steht für sich allein. Der IPCC nennt dies „mehrere Beweisketten“. Doch fünf mal null ist immer noch null.

Was das bedeutet

Nichts davon beweist, dass sich das Klima nicht verändert oder das menschliche Aktivitäten keinen Einfluss auf die Atmosphäre haben. Das Klima verändert sich kontinuierlich, und das seit Milliarden von Jahren. Es zeigt lediglich, dass die spezifischen Kennzahlen, mit denen der IPCC die Krise quantifiziert – jede Zahl, die die Politik bestimmt, jede Zahl, die die Ausgaben rechtfertigt, jede Prognose, die die Öffentlichkeit verängstigt – auf einem Fundament beruhen, das den Gesetzen der Physik nicht standhält.

Die Internationale Organisation für Normung konnte keine globale Durchschnittstemperatur definieren, da diese den metrologischen Anforderungen nicht genügt. Vier verschiedene KI-Systeme, denen die mathematischen Argumente vorgelegt wurden, kamen unabhängig voneinander zum selben Ergebnis. Der Kaiser ist nackt – und selbst die Werkzeuge, die sein Hof zu seinem Schutz geschaffen hat, erkennen es.

Seit 38 Jahren wurde auf diesen Kennzahlen eine gewaltige wissenschaftliche und politische Infrastruktur aufgebaut. Billionen von Dollar an Ausgaben wurden damit gerechtfertigt. Karrieren, Institutionen und internationale Abkommen hängen von ihnen ab. Sie in Frage zu stellen, wurde als Ketzerei behandelt.

Doch die Physik verhandelt nicht. Eine Zahl ohne physikalische Bedeutung erhält diese nicht, nur weil einflussreiche Personen sie für nützlich halten. Eine Messung, die sich nicht von Null unterscheidet, wird nicht zum Beweis einer Krise, nur weil ein Satellit entsprechend justiert wurde. Ein Modell, das durch sechzig Jahre Atombomben-Kohlenstoffdaten widerlegt wurde, wird nicht gültig, nur weil es zehntausendmal zitiert wurde.

Die Arbeit ist getan. Die Artikel sind veröffentlicht. Die mathematischen Grundlagen stehen jedem zur Verfügung, der sie untersuchen möchte. Die Frage ist nun nicht wissenschaftlicher Natur. Es geht vielmehr darum, ob die Institutionen, die ihre Macht auf diesen Zahlen aufgebaut haben, endlich anerkennen werden, was die Physik ihnen seit jeher zu sagen versucht.

Der Kaiser ist nackt. Das war schon immer so. Und es ist längst überfällig, das auszusprechen.

Der Vortrag „Des Kaisers neue Kleider“ wurde auf der 16. Internationalen Klimakonferenz in Washington DC am 8. und 9. April 2026 gehalten

 




„Zweifel am Verstand“, ein Urteil über Deutschland

Dr. Lutz Niemann

Als die Regierung Schröder / Fischer im Jahre 2000 die Energiewende mit dem Ausstieg aus der Kernenergie den Umstieg auf Sonne und Wind einleitete, schrieben die beiden Professoren Heinz Maier-Leibnitz und Elisabeth Noelle-Neumann ein Büchlein mit dem Titel „Zweifel am Verstand“. In den weiteren Jahren gab es weitere ähnliche Bezeichnungen für Deutschlands Verhalten – Schwachsinn, Deppenvolk, Hirnabschaltung, Blödland. Meine Sammlung enthält inzwischen ca. 20 verschiedene Bezeichnungen. Daraus ist besonders zu erwähnen „sind Bekloppte“ von Sigmar Gabriel. Das zeigt: natürlich wissen auch Politiker, daß Deutschlands Ausstieg aus seiner sicheren Stromversorgung wirtschaftlicher Selbstmord bedeutet. Warum machen sie es dennoch? – das bleibt ein Geheimnis.

In 2011 sprang auch die CDU/CSU unter der Leitung von Frau Merkel auf diesen Zug auf und wollte ebenfalls die Kernenergie weghaben. Die gesamte CDU/CSU folgte dem Beschluß der Chefin. Dabei ist 2011 in Fukushima nichts besonders Schlimmes passiert. Es wurden einige Außenmauern des Kernkraftwerkes durch Wasserstoffexplosionen zerlegt, aber alle Reaktoren blieben heil und nur wegen der Kernschmelzen musste Druck abgelassen und so wurde Radioaktivität freigesetzt.

Nun aber will Deutschland seine Energieversorgung auf hoch explosiven Wasserstoff umstellen, der in Fukushima das Kernkraftwerk zerlegte. Wo bleibt da der Verstand?

Und wie gefährlich ist die Strahlung von einem Kernkraftwerk?

Es gibt Grenzwerte, und solch ein Grenzwert wird von den Menschen als Grenze zwischen gefährlich und harmlos gesehen. In Kernkraftwerken gibt es einen Grenzwert für die zusätzliche Strahlendosis von einem Milli-Sievert über das Jahr verteilt.

Da nur wenige Fachleute etwas damit anfangen können, ist ein für alle Menschen verständlicher Vergleich nützlich. Dazu nehmen wir Alkohol, das kennt jeder. Die tödliche Dosis ist eine oder zwei Flaschen Hochprozentiges, wenn diese tödliche Dosis innerhalb von kürzester Zeit hinuntergekippt wird. Aber es ist harmlos, wenn diese tödliche Dosis über das Jahr gleichmäßig verteilt wird.

Übertragen wir das auf Strahlung: Bei Radioaktivität bedeutet der Grenzwert von einem Milli-Sievert/Jahr weniger als einem Tausendstel der tödlichen Dosis über das Jahr verteilt. Das kann keine Gefahr sein, das ist harmlos — nur verstehen die Menschen die Zusammenhänge nicht. Der Grenzwert von einem Milli-Sievert/Jahr bei Radioaktivität gaukelt eine nicht vorhandene Gefahr vor.

Um eine nicht vorhandene Gefahr zu vermeiden, steigt Deutschland sogar aus seiner Stromversorgung aus, will offenbar zurück ins Mittelalter. Wo bleibt da der Verstand?

Die Grenzwerte, zu deren Einhalt in Kernkraftwerken riesige Geldbeträge ausgegeben werden müssen, werden im Flugverkehr vom fliegenden Personal durch die Höhenstrahlung jedes Jahr um das Doppelte bis Zehnfache überschritten. Es ist daher ein Paradigmenwechsel im Strahlenschutz erforderlich, so schrieb es Prof. Klaus Becker in der Fachzeitschrift StrahlenschutzPRAXIS.

Aber die Fachzeitschrift StrahlenschutzPRAXIS wird nur von den Fachleuten gelesen. Und bei Strahlung werden die Grenzwerte von Politikern festgelegt, die vom Thema „Radioaktivität und Gesundheit“ keine Ahnung haben

Ein anderes in Deutschland verschwiegenes Thema

Dazu vergleichen wir wieder mit Alkohol, denn Alkohol ist giftig, kanzerogen, teratogen, brennbar, kann mit Luft explosive Gemische bilden — Alkohol hat viele schädliche Eigenschaften. Aber Alkohol hat bei kleiner Dosis auch nützliche Eigenschaften, und das genießen die Menschen.

Auch Strahlung von Radioaktivität ist in geringer Dosis und bei geringer Dosisleistung gut für die Gesundheit von Lebewesen, weil die Strahlung das Immunsystem anregt. Das äußert sich in besserer Gesundheit, Lebensdauerverlängerung, weniger Krebs, weniger genetische Defekte. Eine zusätzliche Strahlendosis, wie sie in Kernkraftwerken laut Gesetz vermieden werden muß, kann niemals schädlich sein, wie auch das zitierte Glas Schnaps bei Verteilung über ein ganzes Jahr niemals schädlich sein kann. Die positive Wirkung einer kleinen Strahlendosis ist sicher nachgewiesen und in der Strahlenschutz-Fachwelt bekannt. Nur in Deutschland wird darüber nicht geredet. Die arbeitenden Menschen in Deutschlands Kernkraftwerken glauben an die hypothetischen Strahlengefahren, die vom unwissenden Gesetzgeber vorgegaukelt werden, denn in ihrer Ausbildung haben sie von der Strahlengefahr lernen müssen. Man muß englisch sprachige Literatur zur Hand nehmen [1] bis [4] mit weit über1000 dort zitierten Originalarbeiten, um etwas von den positiven Strahlenwirkungen zu erfahren. Ein deutsches Lehrbuch ist diesbezüglich ein Leerbuch [5].

Die Strahlendosis von 1 mSv bedeutet, daß jede Zelle vom Körper eines Menschen von einer Strahlenspur getroffen wird, was als ein Training des Immunsystems der Zelle bedeutet. 1 mSv/Jahr bedeutet also für jede Zelle ein Training pro Jahr, und das kann keinen Effekt haben wie vom Sport bekannt ist (siehe hier). T.D. Luckey, M. Doss, W. Allison, C.L. Sanders geben Empfehlungen für optimale Dosis zum Erreichen einer optimalen biopositiven Wirkung im Bereich von 60mSv/Jahr bis 3000mSv/Jahr, natürlich gleichmäßig über die Zeit verteilt.

Hoch droben in der Internationalen Raumstation ist der Strahlenpegel rund 1000-fach höher als unten auf der Erde. Bei Astromauten, die sehr lang Zeit in der Raumstation verbracht haben, soll ein positiver Effekt an den Telomeren festgestellt worden sein.

Mit dem Co-60-Ereignis von Taiwan gibt es durch einen glücklichen Zufall einen Menschenversuch mit 10 000 Personen über bis zu 20 Jahre mit sicherem Nachweis der nützlichen Strahlenwirkung.

Im Februar 2015 haben die Professoren Carol S. Marcus, Mark L. Miller und Mohan Doss an die Genehmigungsbehörde NRC (Nuclear Regulatory Commission) der USA eine Petition gerichtet mit der Bitte zur Korrektur der heute geltenden Prinzipien beim Umgang mit Strahlung. Die Petition hatte mit den dazu abgegebenen ca. 650 Kommentaren ein gewaltiges Echo in der Fachwelt der USA. Die NRC hatte die Existenz der biopositiven Wirkung von Strahlung anerkannt, jedoch als nicht zuständiges Gremium die Petition zurückgewiesen und die ICRP als zuständig benannt.

Es ist an der Zeit, nicht nur den Bau von Kernkraftwerken durch unsinnigen Strahlenschutz zu behindern, sondern auch die Ämter für Strahlenschutz abzuschaffen und das freiwerdende Personal zum Segen der Menschheit mit der Erforschung der biopositiven Wirkung der Strahlung zu beauftragen. Die Fachwelt und die Politik sind weltweit gefordert.

Die Realitätsverweigerung in Deutschland

Um den lebensnotwendigen Strom zur Verfügung zu haben, sind Kraftwerke erforderlich. Das sollte einzusehen sein. Zuerst wurden die Kernkraftwerke abgeschaltet und sogleich danach rückgebaut, obwohl diese keine Gefahr bedeuten — es war das Werk von Frau Merkel. Dann kamen als nächstes die Kohlekraftwerke an die Reihe mit dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz, obwohl es keinen Einfluß von CO2 auf die Physik der Atmosphäre gibt — auch das war das Werk von Frau Merkel. Alles soll in Deutschland durch Wind und Sonne ersetzt werden. Aber wenn es dunkel wird und wir Licht einschalten wollen, kann es keinen Solarstrom geben, das sollte einzusehen sein. Wenn dann auch der Wind Flaute hat, gibt es gar keinen Strom mehr, das nennt man Dunkelflaute. Dann sind wieder konventionelle Kraftwerke zur Versorgung notwendig, die aber längst zerstört sind oder deren Ende bereits per Gesetz festgelegt worden ist.

Diese Realität wird in Deutschland nicht zur Kenntnis genommen, fehlt es am Verstand?

Einige sehr persönliche Worte

Als Rentner hatte ich mich für die Kernenergie engagiert. Daher wurde ich von der örtlichen CSU angesprochen und mir der Eintritt in die Partei nahegelegt. Das habe ich gemacht, ich war etwa fünf Jahre CSU-Mitglied, ich bin aber nach der fatalen von Frau Merkel initiierten Entscheidung im März 2011 sofort wieder ausgetreten. Dem damaligen Generalsekretär Alexander Dobrinth der CSU habe ich meine Gründe in einem Brief erklärt. In einem Antwortbrief vom August 2011 schrieb Alexander Dobrinth, daß man „die Kernenergie als Brücke ins Zeitalter der erneuerbaren Energien betrachtet“. Versteht Herr Dobrinth die Situation bei einer Dunkelflaute nicht, fehlt es an Verstand?

In meinem Text habe ich meine Sätze zum „Zweifel an Verstand“ ganz bewusst als Frage formuliert. Nun bin ich der Meinung, daß nicht fehlender Verstand die Ursache für die falschen Entscheidungen zur Energieversorgung Deutschlands ist, sondern daß es das mit der Wahl an die Spitze eines 80-Millionen-Volkes verbundene gestiegene Selbstbewusstsein ist, daß zu einer Selbstüberschätzung der Führungspersönlichkeiten in der Politik geführt hat, immer alles richtig zu machen. Ferner fehlt das physikalische Verständnis zu Arbeit und Leistung im Bereich der Energieversorgung bei Strom, Wärme, Verkehr. In der Politik sind geschicktes demagogisches Reden notwendig, um Begeisterung beim Wähler zu erreichen — das ist das wichtigste Erfolgsrezept für politischen Aufstieg.

Die wirtschaftlichen Folgen für Deutschland

Durch die Vorrangeinspeisung des Flatterstromes von Wind und Sonne ab dem Jahr 2000 wurde der billige Strom der Kernkraftwerke von 2,4 ct/kWh ersetzt durch Strom von rund 50 ct/kWh. Das führte zu stetig steigenden Strompreisen. Wo in der Industrie der Strom zur Wärmeerzeugung gebraucht wird ist der Stromverbrauch sehr hoch und die höheren Strompreise machen diese Industrien konkurrenzunfähig. Insbesondere ist das in der Metallurgie der Fall. Es wurden in der Folge Fertigungen ins Ausland mit niedrigeren Stromkosten verlegt. Das dauerte einige Jahre, erst ab 2018 sank der Stromverbrauch in Deutschland deutlich. In 2025 war der Stromverbrauch in Deutschland von zuvor über 600 TWh um rund ein Drittel auf etwa 430 TWh gesunken. Das führte nicht sogleich zu merklich höherer Arbeitslosigkeit, inzwischen aber häufen sich die Meldungen über Massenentlassungen.

Das Industrieland Deutschland vergrault seine Industrie, wo bleibt das der Verstand?

Dazu einige Zahlen:

  • Die abgeschalteten Kernkraftwerke haben einen Neubauwert von 250 Mrd. EURO
  • Bei 10ct/kWh und der Hälfte unseres Stroms aus Wind und Sonne werden dafür pro Jahr mehr als 20 Mrd. EURO fällig, von Anbeginn bis heute liegen die Kosten der Energiewende bei weit über 500 Mrd. EURO
  • Die Kohlekraftwerke werden nach dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz abgeschaltet, Hamburg-Moosburg lief nur 5 ½ Jahre und kostete 3 Mrd. EURO, und es geht weiter damit.

Deutschland steigt aus seiner Stromerzeugung aus, Kernkraft ist schon weg, auch die Kohle soll verschwinden. Wegen Klimaschutz soll nur noch Erdgas verwendet werden. Das billige Erdgas aus Russland gibt es nicht mehr, die Pipeline durch die Ostsee wurde zerstört — wie das vollbracht werden konnte ist ein mit Schweigen belegtes Thema in Deutschland.

Die politischen Folgen für Deutschland

Die absolut schädliche Energiewende von Deutschland in Richtung zurück ins Mittelalter wurde 2011 mit dem Kernenergieausstieg durch die CDU/CSU endgültig zementiert, denn ALLE Parteien wollten das nunmehr. Daher gründete sich bald eine neue Partei, die als Kennzeichen gegen die von Frau Merkel betonte Alternativlosigkeit das Wort „Alternative“ im Namen trägt — die AfD. Beim politischen Streit wird der erste und hauptsächlichste Grund für diese Parteineugründung, nämlich der Ausstieg aus der gesicherten Stromversorgung unterschlagen. Es sei dem interessierten Bürger empfohlen, die Bundestagsdebatten unter www.bundestag.de selber zu verfolgen, sich also selber ein Urteil zu bilden anstatt der Propaganda der Meinungsmacher zu folgen.

Noch haben die Parteien im deutschen Bundestag eine Mehrheit, die sowohl den Ausstieg aus der Stromversorgung unseres Landes wie auch die Klimaideologie verfolgen. Aber es kommen Wahlen. Um die steigenden Stromkosten und die steigenden Heizkosten zu verheimlichen, wurde eine

  • Strompreisbremse (siehe) und
  • Erdgas-Wärme-Preisbremse

erfunden: Der über der jeweiligen Preisbremse liegende Geldbetrag für Strom und Gas muß nicht mehr vom Bürger bezahlt werden, sondern er wird vom Bund bezahlt. Der Bund ist kein Dukatenesel, er holt sich das Geld vom Bürger über Steuern oder „Sondervermögen“. Die Preisbremsen werden in den Medien nicht thematisiert, der Bürger findet darüber manchmal etwas in den Rechnungen der Stromanbieter und Heizgaslieferanten. Zur Selbstinformation ist unter www.bundestag.de die Suchfunktion zu benutzen. Für jede der beiden Preisbremsen sind jedes Jahr Beträge im 2-stelligen Milliardenbereich fällig — das ist ein weiterer Grund für die Abwanderung der Industrie.

Was gibt es Positives zu berichten?

Jedermann braucht Arbeit, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Im Handwerk bei den Herstellern von Fenstern geht es voran und wird der Deindustrialisierung unseres Landes entgegengearbeitet. Es wird in Berliner Regierungskreisen in neue breitere Fenster investiert, damit das Geld gleichzeitig mit beiden Händen hinausgeworfen werden kann. So beschrieb Zippert in DIE WELT kürzlich den Fortschritt in Deutschland.

[1] „Radiation and Health“ by Thormod Henriksen and Biophysics group at UiO, frei im Internet

[2] W. Allison, „Nuclear is for Life, A Cultural Revolution“, ISBN 978-0-9562756-4-6, Nov. 2015

[3] „Underexposed – What if Radiation is Actually GOOD for You?“ By Ed Hiserodt, 2005

[4] Ch. Sanders „Radiation Hormesis and the Linear-No-Threshold Assumption“ Springer-Verlag 2010

[5] Jürgen Kiefer, „Strahlen und Gesundheit“, WILEY-VCH Verlag, 2012