EIKE: 17. Klima und Energiekonferenz (17. IKEK) beginnt am 26.6. und 27.6.26 in Halle (Saale)

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Anmeldung: 17. Internationale Klima- und Energiekonferenz 2026

 




Ein Verein aus Ulm versteht sich als Wegbereiter für ein „Klimaneutrales Energiesystem für 10 Milliarden Menschen“

Oder

Die Geschichte vom Traumhaus (Das Fass ohne Boden)

Die aktuelle Studie „ZUKUNFT DER STROMSYSTEMKOSTEN“ (hier) des Vereins „Global Energy Solutions All in forderte Elektroingenieur Klaus Maier zum Widerspruch heraus. Maier kommt abschließend zu dem Schluss:

„Deutschland zerstört seinen Wohlstand und erhält als ‚Lohn‘ lediglich, dass der Zeitpunkt, an dem die magischen 2 °C Temperaturerhöhung erreicht werden, nur um wenige Monate später eintritt.

Die Energiewende ist nicht schlecht gemacht – sie ist nicht zumachen!

Die längere Stellungnahme folgt unten.

Von Klaus Maier

Was will der Verein „Global Energy Solutions All in“?

Auf deren Internet-Seite findet man:

„Wir arbeiten an Lösungen, wie die Welt den Zustand der Klimaneutralität erreichen kann und alle Menschen ein Leben in auskömmlichem Wohlstand führen können.“

Aus der Seite „Partner werden“ des Internetauftrittes

Der Plan B für die Energiewende…

„Energie, Klima, Wirtschaft – Deutschland kann es besser! Während Sicherheit, Bildung und Infrastruktur dringend mehr Geld benötigen, verschwenden wir Milliarden für Klimaschutzmaßnahmen, die nicht wirken. Global Energy Solutions (GES) arbeitet an smarten, marktwirtschaftlichen Lösungen für Klimaneutralität in Deutschland, Europa und weltweit. Unsere Mission: Der Plan B für die Energiewende. Der Zustand unseres Landes zeigt, wie es nicht geht. Freiheit, Sicherheit und Wohlstand behalten wir nur, wenn wir alle Optionen kombinieren: Sonne und Wind mit zuverlässig steuerbaren Energien, z. B. fossil mit Carbon Capture oder nuklear. Außerdem klima-freundliche Kraftstoffe und Batterien. Lösungen statt Verbote. Funktionierende Systeme statt lähmender Bürokratie.“

Und aus der Seite „Entstehung“ von „Global Energy Solutions“

„Wenn es dem Verein gelingt, weltweit den Bau entsprechender Anlagen […] in die Wege zu leiten, dann entstehen daraus die Arbeitsplätze der Zukunft“, war Staatssekretär Norbert Barthle überzeugt, als der Verein „Global Energy Solutions e. V.“ am 27.08.2020 im Ulmer Rathaus mit einem Festakt gegründet wurde. Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nannte grünen Wasserstoff das „Öl der Zukunft“.

Und

„Die Aktivitäten des Vereins erfolgen in Partnerschaft mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und sind zudem Teil der vielfachen Aktivitäten im Land Baden- Württemberg und in der Region Ulm zum Thema Wasserstoff. „Ein guter Tag für Ulm, ein guter Tag für die Region“, sagte der Präsident der IHK Ulm, Dr. Jan-Stefan Roell, dazu und schenkte dem Verein zum Startschuss 5.000 Euro.“

Mehr Information zum Verein im Anhang.

Die Kritik und die Reaktion

Der Elektroingenieur Klaus Maier schrieb den Autoren von Global Energy Solutions zu Ihrer Studie „ZUKUNFT DER STROMSYSTEMKOSTEN“.

Guten Tag Herr XYZ,

ich habe Ihre Studie quergelesen und einige positive Aspekte entdeckt. So haben Sie sich beispielsweise um die volkswirtschaftlichen Stromsystemkosten gekümmert, ohne die Verteilung der Kosten auf Haushalte, Industrie, Gewerbe und Staat zu berücksichtigen. Positiv ist auch die realistische Betrachtung eines Energy-Only-Marktmodells. Es gäbe noch weitere Punkte, die ich nennen könnte, aber leider überwiegt meine grundsätzliche Kritik.

Aber lassen Sie mich mit der Geschichte vom Traumhaus beginnen:

Die Geschichte vom Traumhaus (Das Fass ohne Boden)

Familie Müller sitzt in ihrer engen Dreizimmerwohnung. Vier Kinder, Spielzeug überall, die Nerven liegen blank. Mutter Sabine drängt: „Wir brauchen Platz, jetzt sofort!“ Da taucht die Gelegenheit auf: Ein altes, stattliches Haus im Nachbarort steht zum Verkauf. Großes Grundstück, verlockend günstiger

Einstiegspreis. Der Makler drückt aufs Tempo: „Es gibt viele Interessenten, Sie müssen sich bis morgen entscheiden!“

Vater Thomas zögert kurz, aber die Sehnsucht nach der perfekten Zukunft siegt. Sie unterschreiben den Vertrag, ohne einen Gutachter mitzunehmen. Die Ratenzahlung presst ihr monatliches Budget bereits bis auf den letzten Cent aus, aber man redet sich ein: „Das wird schon irgendwie klappen.“ Doch kaum sind die Schlüssel übergeben, bricht die Realität über sie herein:

  • Der Keller ist feucht: Schimmel breitet sich aus.
  • Das Dach ist morsch: Beim ersten Regen tropft es im Kinderzimmer.
  • Die Heizung: Ein 35 Jahre altes Monstrum, das komplett ausgetauscht werden muss – zusammen mit den maroden Fenstern und den Leitungen.
  • Der riesige Garten: Ein Dschungel, der täglich Stunden an Arbeit verschlingt, die im Alltag mit vier Kindern einfach nicht da sind.

Ein professioneller Projektmanager würde an diesem Punkt die Reißleine ziehen. Er würde die Zahlen nüchtern nebeneinanderlegen, den Fehler eingestehen und sagen: „Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende. Wir verkaufen das Grundstück wieder, verbuchen den Verlust als Lehrgeld und retten, was von unserer Existenz noch übrig ist.“

Was macht Familie Müller stattdessen?

Sie weigert sich, den Fehler zuzugeben. Schließlich hat man sich so sehr auf das Projekt eingeschworen.

Um die Handwerker für das Dach zu bezahlen, wird der nächste überteuerte Kredit aufgenommen. Für die Heizung reicht das Geld nicht mehr, also wird provisorisch mit teuren Heizlüftern gearbeitet. Thomas rechnet sich die Haushaltskasse abends am Küchentisch schön: „Wenn wir beim Essen sparen und die Zinsen nächstes Jahr magisch sinken, geht die Rechnung auf!“

Aus dem Traum vom Familienglück ist ein unbezahlbares, stressiges Hamsterrad geworden. Sie reparieren an Symptomen herum, während das Fundament wegbricht – nur, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass der Kauf von Anfang an eine Fehlentscheidung war.

Die Brücke zur Realität: Warum das Projekt „Energiewende“ exakt so läuft.

Diese Geschichte spiegelt eins zu eins die aktuelle Sackgasse der politischen Großprojekte wider:

  • Der emotionale Impuls: Damals hieß es, die Energiewende koste den Bürger „nicht mehr als eine Kugel Eis im Monat“. Getrieben von der absolut verständlichen Sehnsucht nach einer sauberen Zukunft wurde das Projekt überstürzt gestartet.
  • Das Ignorieren der Substanz: Fachleute und Ingenieure warnten von Anfang an vor den „Feuchtigkeiten im Keller“ – der mangelnden Speichertechnologie für Dunkelflauten, den astronomischen Kosten für den Netzausbau und der Instabilität der Stromversorgung. Man ignorierte sie, weil man wollte, dass es einfach so klappt.
  • Das Schönrechnen im Hamsterrad: Heute explodieren die Netzentgelte, die Industrie wandert ab und die Kosten laufen völlig aus dem Ruder. Statt das Projekt als „gescheitert“ zu deklarieren und die ursprüngliche Zielsetzung, die Dekarbonisierung, zu hinterfragen, wird wie bei Familie Müller agiert: Es werden Milliarden an Subventionen dem verbrannten Geld hinterhergeworfen (die nächsten Kredite) und die Statistiken werden politisch schöngeredet, um das Gesicht nicht zu verlieren.

Das Fazit: Ein guter Steuermann korrigiert den Kurs, wenn er sieht, dass er auf ein Riff zusteuert. Wer jedoch den Kompass manipuliert, nur um recht zu behalten, lässt das Schiff sehenden Auges stranden.

Es gehört zum Grundwissen eines Projektmanagers, ein laufendes Projekt abzubrechen, wenn er feststellen muss, dass er die Ziele im Rahmen der einzuhaltenden Randbedingungen (Kosten, Zeit, Lösungsmerkmale) nicht erreichen kann.

Insofern frage ich mich, ob Ihnen der Widerspruch nicht bewusst ist, den Sie mit dem Ergebnis Ihrer Studie offenbaren?

Wenn einerseits das Industrieland Deutschland erhalten bleiben soll und andererseits Ihre Studie zeigt, dass die Dekarbonisierung so hohe Kosten verursacht, dass die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands zerstört wird, muss die Zielsetzung der Dekarbonisierung doch aufgegeben werden!

Sie zeigen die Problemfelder zwar quantitativ auf, bieten aber nur grundsätzliche und qualitative Ansätze zur Lösung bzw. zur Milderung der Probleme an.

An dieser Stelle vielleicht kurz zu meiner Person: Ich bin Elektroingenieur im (Un-)Ruhestand und beschäftige mich seit zwölf Jahren über 25.000 Stunden mit der Energiewende und ihren Implikationen. Dabei lege ich großen Wert auf quantitative Aussagen.

Meine Analyse von sechs Szenarien zeigt eindeutig, dass die Energiewende gescheitert ist, da sich die Dekarbonisierung und die Erhaltung unseres Wohlstandes gegenseitig ausschließen!

Falls Sie sich die Zeit nehmen möchten, einige meiner Papiere näher kennenzulernen (siehe Anlage), so kann ich Ihnen folgende Auswahl empfehlen:

Kurzfassung von Energiewende-Szenarien in Deutschland um 2045 https://magentacloud.de/s/nRa9AYJ2fkAwT7x

und die Langfassung:

Energiemodelle zur Bewertung alternativer Energiesysteme 2045 – Technische Endlösungen im Vergleich
https://magentacloud.de/s/Grrp2NFiE2cFgC2

In meiner Arbeit bewerte ich sechs Szenarien, die alle drei Sektoren (Strom, Wärme und Verkehr) als Gesamtheit betrachten und nicht, wie Sie es machten, nur den Sektor Strom. Meine Methodik ist also umfassender und damit aussagekräftiger.

Es gibt Aussagen verschiedener Institute und Professoren, die von nötigen Gesamtinvestitionen von bis zu 10 Billionen Euro ausgehen. Bei typischen laufenden Betriebskosten von 5 % bis 8 % (inklusive Finanzierungs-, Erhaltungs- und Ersatzkosten) wären das 500 bis 800 Mrd. € pro Jahr an dauerhaften volkswirtschaftlichen Kosten. Wie soll die deutsche Volkswirtschaft diese Kosten stemmen?

Nun kommt noch hinzu,

  • dass die Dramatik der Klimakatastrophe zurückgenommen wurde,
  • dass der Anteil Deutschlands an den CO2-Emissionen weniger als 2% der weltweiten Emissionen beträgt und
  • dass der Rest der Welt (außer der EU und Australien) nicht oder nur halbherzig bei der CO2 Reduktion mitmacht.

Deutschland zerstört seinen Wohlstand und erhält als „Lohn” lediglich, dass der Zeitpunkt, an dem die magischen 2 °C Temperaturerhöhung erreicht werden, nur um wenige Monate später eintritt.

Die Energiewende ist nicht schlecht gemacht – sie ist nicht zumachen!

Ich frage: Welcher Projektmanager ist für dieses Desaster verantwortlich und müsste zur Rechenschaft gezogen werden?

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Maier

————————-

Die Antwort kam prompt:

Sehr geehrter Herr Maier,

Ihren Zeilen entnehme ich, dass wir in der Bewertung einig sind.

Die Lösung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist preiswerte Grundlast. Leider gibt es hierfür nicht allzu viele Optionen.

Gruß

XYZ

————————

Das konnte ich so nicht stehen lassen und erwiderte (worauf keine Reaktion mehr erfolgte):

Guten Tag Herr XYZ,

ich verstehe Ihre Antwort nicht. Wie können Sie behaupten, dass wir uns in der Bewertung einig seien, wenn Sie in Ihren Handlungsempfehlungen lediglich Stellschrauben der Energiewende beschreiben, die optimaler eingestellt werden sollen? Offenbar mit der Vorstellung, die Energiewende so umzusetzen.

Im Gegensatz dazu habe ich in meiner Stellungnahme und in den von mir zitierten Arbeiten, die mehr als nur „ein paar Zeilen“ umfassten, aufgezeigt, dass die Energiewende scheitern muss. Es geht nicht nur um den Sektor Strom, sondern um die Sektorkopplung. Da macht es wenig Sinn, Strom selektiv zu betrachten.

Leider bin ich es gewohnt, dass es auf meine Kritik und Fragen zu Studien und Artikeln zu keinem ernsthaften, fairen Austausch von Argumenten kommt.

Entschuldigen Sie den Vergleich, aber es kommt mir so vor, als hätte man es mit sehr jungen Menschen zu tun, die sich ihre Visionen nicht zerreden lassen wollen. Oft bleibt ihnen nur, die brutale Realität zu erleben, bis alles Schönreden in Staub zerfällt – also die normative Kraft der Fakten. Der Lerneffekt ist nachhaltig, aber die Wunden schmerzen noch lange …

Konfuzius wusste schon: „Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste; und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Maier

———————-

Anhang:
Wer ist der Verein Global Energy Solutions e.V.?

Google Ki gibt Auskunft wer den Verein finanziert und welche der Firmen dort aktiv ist.
(Achtung: KI kann irren)

Der Verein Global Energy Solutions e.V. (GES) finanziert sich primär über eine Kombination aus öffentlichen Fördermitteln, Unternehmenspartnerschaften und Spenden. [1, 2, 3]

Die wichtigsten Säulen der Finanzierung im Detail:

  • Öffentliche Förderung: Der Verein erhält projektbezogene Zuschüsse des Bundes, wie etwa vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die Erarbeitung globaler klimaneutraler Energieszenarien. [1, 2]
  • Unternehmenspartner und Sponsoren: Industriepartner aus dem Energie- und Wirtschaftssektor unterstützen die Arbeit. Die Partnerschaften sind in abgestufte Pakete (bis zu Platinum-Sponsoring für €10.000 im Jahr) unterteilt. [1]
  • Fördermitglieder und Spenden: Als gemeinnütziger Verein nimmt die GES satzungsgemäß Spenden von Mitgliedern, Beiräten und Dritten entgegen. [1]

Der Global Energy Solutions e.V. (GES) vereint namhafte Großunternehmen in seinem Netzwerk und konzentriert sich inhaltlich auf pragmatische, technologieoffene Lösungsansätze für die globale Energiewende. [1]

Aktive Partner und Unternehmen

Im Partnernetzwerk des Thinktanks finden sich bekannte Akteure aus Industrie, Logistik und Technologie. Zu den offiziellen GES-Referenzen und Partnern zählen unter anderem: [1]

  • Bosch (Technologie und Automobilzulieferer)
  • Kühne + Nagel (Logistik)
  • Linde (Gase und Engineering)
  • Heraeus Group (Technologie und Edelmetalle)
  • Vinci Deutschland (Bau und Konzessionen)
  • Schwenk Zement & Progroup (Baustoffe und Papierindustrie)
  • Obrist Group (Entwickler für nachhaltige Antriebe und CO2-neutrale Kraftstoffe) [12]

Kernprojekte und inhaltliche Schwerpunkte

Die Arbeit des Vereins fließt primär in Studien, politische Beratung und Energieszenarien. Das übergeordnete Ziel ist ein klimaneutrales Energiesystem für 10 Milliarden Menschen bis Mitte des Jahrhunderts. Zu den wesentlichen Schwerpunkten gehören: [1, 2]

  • Szenarien für Schwellen- und Entwicklungsländer: In Zusammenarbeit mit Organisationen wie der UNIDO wird erforscht, wie Klimaschutz mit nachholender wirtschaftlicher Entwicklung (z. B. in Afrika) kombiniert werden kann. [1]
  • Der „All In!“-Ansatz statt reiner Elektrifizierung: Der Verein analysiert die Systemkosten der Energiewende. Er plädiert dafür, neben Wind und Sonne intensiv auf Carbon Capture (CO2-Abscheidung), Wasserstoff-Derivate (Powerfuels) und eine Rückkehr zur Kernenergie (z. B. Erforschung von Small Modular Reactors) zu setzen. [1, 2, 3, 4]
  • Wirtschaftspolitische Studien: Gemeinsam mit Partnern wie der DIHK (Deutsche Industrie- und Handelskammer) erarbeitet der Verein alternative Transformationspfade („Plan B“), die auf marktwirtschaftliche CO2-Bepreisung statt auf Verbote und Subventionen setzen. [1]

 




Die Batterie speichert Strom hier – die Grube dafür liegt anderswo

Großbatterien gelten derzeit als eines der großen Versprechen der Energiewende. Doch sie sind nicht nur ineffizient, sondern auch umweltschädlich: Was sauber und klimafreundlich daherkommt, wird mit Umweltzerstörung erkauft, die jedoch erst sichtbar wird, wenn man sich Technik und Prozesse hinter den Batteriespeichern genauer anschaut.

Von Holger Douglas

Überall im Land sollen gigantische Batteriespeicher entstehen: Zuverlässige Kraftwerke werden in die Luft gesprengt; grüne Minister wie der unselige Christian Meyer in Niedersachsen freuen sich vor den Ruinen und sprechen von Batterieparks, die für die sogenannte „Energiewende“ an alten Kraftwerksstandorten errichtet werden sollen, neben Solarparks, an Umspannwerken, in Industriegebieten. Planer und Politiker werfen mit Giga-Größen nur so um sich.

Das Wort „Batterie“ klingt harmlos. Da denkt jeder: Prima, habe ich auch zuhause in der Fernbedienung, in der Taschenlampe, im Wecker, im Handy, im Laptop. Man steckt sie hinein, das Gerät funktioniert. Doch zwischen der Knopfzelle im Haushalt und einem Batteriespeicher mit einer Kapazität von 400, 800 oder 4.000 Megawattstunden liegt nicht nur ein Größenunterschied, sondern ein ganzer Rohstoff-, Bergbau-, Chemie-, Brand- und Entsorgungskomplex.

Sie wissen nicht, wovon sie reden

Die Bundesnetzagentur meldete für 2024 bereits rund 9.710 Anschlussanfragen für Batteriespeicher ab der Mittelspannungsebene. Die beantragten Anlagen kamen zusammen auf etwa 400 GW Leistung und 661 GWh Speicherkapazität. In Betrieb waren zu diesem Zeitpunkt dagegen erst 921 Batteriespeicher mit rund 2,3 GW Leistung und 3,2 GWh Kapazität. Außerdem gab es rund 3.800 Anschlusszusagen mit zusammen 25 GW Leistung und 46 GWh Speicherkapazität. Die Behörde betont ausdrücklich: Eine Anschlusszusage bedeutet noch nicht, dass jedes Projekt gebaut wird. Aber dies zeigt schonmal die Größenordnung, um die es hier geht.


Gigawattstunden Batterien und Batterien Herstellung

Und damit beginnt die Rohstofffrage. Für eine einzige Gigawattstunde Lithium-Eisenphosphat-Batteriespeicher braucht man grob 100 bis 110 Tonnen Lithium, etwa 400 Tonnen Phosphor, rund 400 Tonnen Kupfer und etwa 700 bis gut 1.000 Tonnen Graphit. Diese Stoffe liegen nicht sauber sortiert im Regal. Sie müssen aus Lithiumerz, Kupfererz, Graphitlagerstätten und Phosphatgestein gewonnen werden.

Bei heutigen Kupfererzen liegen die Gehalte oft unter einem Prozent; bei Lithium-Hartgestein geht es um wenige Prozent Lithiumoxid. Daraus folgt: Für 1 GWh Batteriespeicher müssen in Bergwerken oder Tagebauen grob 55.000 bis 135.000 Tonnen Erz und Gestein bewegt, gebrochen, gemahlen, aufbereitet und chemisch verarbeitet werden.

Ein Fass ohne Boden

Mit einer Lastwagenladung ist das nicht transportiert. Das entspricht 2.200 bis 5.400 schweren Lkw-Ladungen, Dutzenden Güterzügen, 20 bis 48 Rheinschiffen oder ungefähr einem ganzen Schüttgutfrachter voll Erz und Gestein – und das pro Gigawattstunde. Und diese Gigawattstunde reicht bei deutscher Durchschnittslast im Netz rechnerisch nur gut eine Minute.

Für 1 GWh Energie müssen ca. 2.200 bis 5.500 LKW mit entsprechendem Schüttgut vollgeladen werden. Bild KI Copilot

Jetzt soll nicht nur ein Anschluss für eine Gigawattstunde gebaut werden, sondern es gibt bereits Anschlusszusagen für 46 GWh. Das wären grob geschätzt 2,5 bis 6,2 Millionen Tonnen Erz und Gestein, die dafür bewegt werden müssten. Oder plastischer: rund 100.000 bis 250.000 Lkw-Ladungen, 2.000 bis 4.800 lange Güterzüge oder 36 bis 89 Panamax-Schüttgutfrachter. Und diese 46 GWh würden Deutschland rechnerisch nicht einmal eine Stunde versorgen.

Nimmt man dagegen die extrem hohe Zahl der 661 GWh-Anschlussanfragen als theoretische Obergrenze, dann käme man auf etwa 36 bis 89 Millionen Tonnen Erz und Gestein. Das wäre ein eigener Bergbaukomplex.

Damit wird sichtbar, was im Wort „Batterie“ verschwindet. Der Speicher steht am Ende sauber in weißen Containern hinter einem Zaun. Die zerstörten Landschaften liegen anderswo: in Lithiumgruben, Kupferminen, Graphitlagerstätten, Phosphatabbau, Raffinerien, Chemiewerken und Tailings-Becken.

Wohin mit dem umweltschädlichen Müll?

Dann kommt das Ende der Batterie. Die kleine AA-Zelle gibt man im Supermarkt ab. Der E-Bike-Akku kommt ordentlich, wie das die neuen Ideologoen suggerieren wollen, zurück zum Händler oder zu einer Sammelstelle, die überdies noch wozu auch immer „qualifiziert“ ist. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass größere Lithium-Ionen-Akkus als Industriebatterien gelten und von entsprechenden Vertreibern oder ausgewählten kommunalen Sammelstellen angenommen werden können.

Aber niemand fährt einen ausgedienten 800-MWh-Batteriepark zum Wertstoffhof. Ein Großspeicher besteht aus Containern, Modulen, Hochvolttechnik, Leistungselektronik, Kühlung, Kabeln, Brandschutztechnik, Transformatoren und Fundamenten. Er muss demontiert, entladen, gesichert, transportiert, zerlegt und stofflich behandelt werden. Das ist Speziallogistik, kein Verbraucherpfand.

Rechtlich gibt es Rücknahme- und Recyclingpflichten. Eine weitere Verordnung aus dem Hause EU – nämlich die Batterieverordnung – schreibt unter anderem Rückgewinnungsziele vor: Lithium soll bis Ende 2027 zu 50 Prozent und bis Ende 2031 zu 80 Prozent zurückgewonnen werden; für Kupfer, Kobalt, Nickel und Blei gelten höhere Quoten von 90 beziehungsweise 95 Prozent. Das deutsche Batterierecht verpflichtet Hersteller beziehungsweise Organisationen der Herstellerverantwortung zur Rücknahme und Entsorgung; das neue BattDG verlangt sogar insolvenzsichere Sicherheiten für Rücknahme und Entsorgung.

So sieht es auf dem Papier aus. Die praktische Frage bleibt: Wo ist die industrielle Rücknahmekette für die Mengen, die jetzt in die Landschaften gebaut werden sollen? Wo sind die Anlagen, die nicht nur Pilotmengen, sondern hunderttausende Tonnen Altmodule aufnehmen? Wer bezahlt die Demontage, wenn Projektgesellschaften verschwinden? Was passiert mit beschädigten, brennenden oder teilzerstörten Modulen? Gerade Lithium-Eisenphosphat-(LFP)-Batterien, die heute bei stationären Speichern bevorzugt werden, enthalten kein wertvolles Kobalt und Nickel. Das macht sie sicherer und billiger, aber das Recycling wirtschaftlich schwieriger, weil weniger hochpreisige Metalle zurückgewonnen werden können. Fachquellen beschreiben LFP-Recycling deshalb ausdrücklich als wirtschaftlich anspruchsvoller.

Nur für Festreden geeignet

Hinzu kommt die Brandgefahr. Fachliche Brandschutzhinweise betonen, dass bei Lithium-Ionen-Großspeichern ein Totalverlust der betroffenen Anlage im Brandfall oft nicht verhindert werden kann. Die US-Umweltbehörde EPA weist darauf hin, dass Brände in Battery Energy Storage Systems schwer zu löschen sein können, erneut aufflammen können, schädliche Gase freisetzen und für Reinigung und Entsorgung spezialisierte Verfahren benötigen.

Damit heißt die Bilanz poesielos: Großbatterien taugen als Staffage für grüne Politiker bei ihren Sonntagsreden zur Einweihung einer neuen Anlage. Gewiss, technisch gesehen können sie Strom speichern und ein wenig die Frequenz halten, sie sollen kurzzeitig vielleicht etwas Regelenergie liefern, Strompreisspitzen ausnutzen und Netzengpässe glätten.

Die öffentliche Netzlast Deutschlands lag 2025 bei 466 TWh, also im Durchschnitt bei rund 53 GW. Eine Gigawattstunde Speicherinhalt reicht bei dieser Durchschnittslast rechnerisch für etwa 1,1 Minuten. Selbst 46 GWh Batteriespeicher entsprächen nur rund 52 Minuten durchschnittlicher öffentlicher Netzlast. Dann ist die sündhaft teure Batterie leer.

Diese Leistung wird erkauft mit der Zerstörung von Wäldern und anderen Naturräumen – angeblich, um das Weltklima zu retten.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Unbequemer Klimaforscher: Fertiggemacht und totgebissen

Der amerikanische Umweltwissenschaftler Roger Pielke Jr. erlaubte sich, punkto Klimafolgen eine abweichende Meinung zu vertreten. Er wurde deshalb öffentlich attackiert, verleumdet und von seiner eigenen Universität gemobbt – bis er aufgab. Überraschend ist das leider nicht.

Von Peter Panther

Roger Pielke Jr. hat einen einwandfreien wissenschaftlichen Leumund: Er ist ursprünglich Politikwissenschaftler und hat sich einen Namen gemacht mit der Interpretation von Extremwetterereignissen. Pielke war viele Jahre an der University of Colorado Boulder als Professor im Bereich Umweltstudien tätig und führte dort ein Institut, das er selbst gegründet hatte. Er konnte in seiner langen Forscherkarriere in so renommierten Wissenschaftsmagazinen wie «Science», «Nature» «PNAS» und «PLOS Biology» publizieren.

Doch Roger Pielke hat ein Problem: Er vertritt einige Standpunkte, die nicht auf der Linie der Erzählung des immer schlimmeren Klimawandels liegen. Pielke anerkennt zwar den menschengemachten Klimawandel und bestreitet auch nicht, dass dieser zu mehr Hitzewellen und Starkniederschlägen führt. Er stellt aber in Abrede, dass bisher ein Trend zu mehr Hurrikanen, Dürren und Überschwemmungen belegt werden kann. Diesen Standpunkt kann er zwar mit hier- und stichfesten Daten belegen. Aber damit wurde er sowohl in der Forschungsgemeinde als auch in der Öffentlichkeit zur «persona non grata».

«Gruselige Einblicke in die Welt der Wissenschaft»

Was Roger Pielke Jr. in den letzten Jahren erleben musste, hat er kürzlich in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehjournalisten John Stossel geschildert. Die Erlebnisse sind schlicht haarsträubend. Die «Welt» kommentierte so: «Seine Geschichte bietet gruselige Einblicke in die Welt der Wissenschaft.»

Es fing an, dass aktivistische Kreise Pielke öffentlich angriffen und ihn als «Klimaskeptiker» bezeichneten. Vor allem der linksorientierte Think-Tank «Center for American Progress» warf ihm vor, falsche Informationen zu verbreiten. Es wurde versucht, ihn von öffentlichen Plattformen auszuschliessen.

Nachdem Pielke 2013 vor dem US-Kongress ausgesagt und dort geltend gemacht hatte, dass langfristige Katastrophendaten keinen Anstieg von Extremwetterereignisse zeigten, geriet er in den Fokus der Regierung von Barack Obama. Ein wissenschaftlicher Berater des damaligen US-Präsidenten bezeichnete Pielkes Aussagen als irreführend – obwohl Pielke seine Äusserungen zweifelsfrei belegen konnte.

Nach der Anhörung forderten einige Kongress-Angehörigen Abklärungen, ob Pielke heimlich Geld von der fossilen Brennstoffindustrie bekommen hatte. Seine Universität leitete deshalb eine Untersuchung ein. Diese verlief zwar im Sand und konnte die Vorwürfe nicht erhärten. Dennoch beschädigten die entsprechenden Gerüchte seinen Ruf als Forscher erheblich, wie Pielke gegenüber Stossel betonte.

Die Situation wurde immer schlimmer: Es erschienen Medienberichte, welche Pielke in ein schiefes Licht stellten. Gleichzeitig bekam er kaum noch Einladungen zu Vorträgen. Wissenschaftliche Kooperationen mit ihm wurden gestoppt. Denn eine Zusammenarbeit mit ihm galt nun als riskant.

Seine Kollegen hatten Angst, selbst in Visier zu geraten

Schliesslich drängte sogar Pielkes Heimuniversität, die University of Colorado Boulder, ihn immer mehr an den Rand. Er durfte sein eigenes Institut nicht mehr weiterführen und erhielt kaum mehr Lehrverpflichtungen. Die Universität stellte die administrative Unterstützung für ihn ein und wies ihm ein winziges, unattraktives Büro zu. Hilfe von Kollegen an der Hochschule bekam Pielke nicht – denn diese hatten Angst, selbst ins Visier zu geraten.

Schliesslich zog Roger Pielke Jr. die Konsequenzen. Er verliess Ende 2024 seine Universität, nach 24 Jahren, und wechselte zum konservativ-liberalen Think-Tank «American Enterprise Institute». Dort geniesst er nach eigenen Angaben wieder volle Forschungsfreiheit. Mit seiner Webseite «The Honest Broker» stösst er zudem auf reges Interesse. Doch es bleibt dabei: Hier wurde ein verdienter Wissenschaftler fertiggemacht und quasi totgebissen – nur, weil er unbequeme Standpunkte vertritt, die dem Klima-Mainstream nicht in den Kram passen.

Wer sich regelmässig mit Klimaforschung befasst, ist ob dem Fall Pielke wohl kaum erstaunt. Immer wieder tauchen Aussagen aus, wonach in diesem Wissenschaftszweig eine Art Kadavergehorsam gefragt ist. Dieser Gehorsam gilt nicht gegenüber irgendwelchen Personen – sondern gegenüber dem Narrativ, wonach der Klimawandel schlimm ist und nur schlimm zu sein hat.

«Voreingenommene Redaktoren und Gutachter»

Man erinnert sich beispielsweise an den US-Klimaforscher Patrick T. Brown. Er schreckte vor drei Jahren mit diesem Satz auf: «In der Klimawissenschaft geht es inzwischen weniger darum, die Komplexität der Welt zu verstehen, als vielmehr darum, als eine Art Kassandra zu dienen und die Öffentlichkeit  eindringlich vor den Gefahren des Klimawandels zu warnen.»

Brown ist, wie Pielke, ein hochverdienter Forscher, der in so angesehenen Fachblättern wie «Nature», «PNAS» oder «Nature Climate Change» publiziert hat. Vor drei Jahren aber verliess er den Wissenschaftsbetrieb aus eigenen Stücken und wechselte zur liberalen Forschungsstätte «Breakthrough Institute». Warum er ausgestiegen war, schilderte er anschliessend in einem Beitrag beim Onlineportal «The Free Press».

Patrick Brown schrieb, wer es heute als Klimaforscher in ein angesehenes Fachblatt schaffen wolle, müsse die Erzählung der verheerenden Erderwärmung bedienen. Redaktoren und Gutachter solcher Fachblätter seien «voreingenommen» und würden «mehr als deutlich machen, dass sie Arbeiten über das Klima wollen, die bestimmte im Voraus festgelegte Narrative stützen».

Der Aussteiger führte ein einschlägiges Beispiel für die Folgen solcher Erwartungen an: sich selbst. Brown schilderte, sich in einer Studie zu Waldbränden in Kalifornien bewusst darauf konzentriert zu haben, wie der Klimawandel das Risiko von Bränden beeinflusse. Es habe zwar andere Faktoren wie die Waldbewirtschaftung oder Brandstiftung gegeben, die punkto der Feuergefahr mindestens so bedeutend seien. Aber, so schrieb Brwon: «Ich wusste, dass ich nicht versuchen würde, andere wichtige Aspekte als den Klimawandel in meiner Forschung zu quantifizieren, weil diese die Geschichte verwässern würden, die angesehene Zeitschriften wie ‘Nature’ und ihr Konkurrent ‘Science’ erzählen wollen».

Wer die Klimaforschung für ergebnisoffen hält, muss naiv sein

Patrick Brown hatte mit dieser Anpassungsstrategie zwar Erfolg und konnte die erwähnte Studie tatsächlich bei «Nature» veröffentlichen. Doch ihn plagte anschliessend das schlechte Gewissen – was ihn dazu brachte, sich dem Konformitätsdruck zu entziehen, seine Universitätskarriere aufzugeben und die gemachten Erfahrungen öffentlich zu machen. Man will gar nicht wissen, wie viele andere Forscher dieses Rückgrat nicht haben und duckmäuserisch die Erzählung des schlimmen Klimawandels nachbeten.

Auch wenn die Fälle Pielke und Brown etwas anders liegen, so zeigen sie doch etwas Gemeinsames: Die Klimaforschung wird heute kontrolliert von wissenschaftlichen Aktivisten, welche jede Abweichung vom geltenden Narrativ sofort bestrafen. Pielke musste zudem die Erfahrung machen, dass selbst seine eigene Universität nicht zu ihm stand, als die Klimalobby begann, ihn öffentlich zu desavouieren. Wer heute noch glaubt, in der Klimaforschung zähle das beste Argument, und es werde hier objektiv und ergebnisoffen gearbeitet, muss naiv sein.

 




Frau Ministerin Reiche Rede am 11.6.26 in Deutschen Bundestag und die Kunst unvereinbares als vereinbar klingen zu lassen

eMail vom 11.6.26 von Rolf Schuster Vernunftkraft (ehemals  Maschinenbaumeister und Radio.-und Fernsehtechniker mit reicher Erfahrung bei der Konstruktion und in Betriebnahme zur  Erfassung und Verarbeitung  von kalibrierfähigen physikalischen Messgrößen) an Frau Ministerin Reiche

von Rolf Schuster Vernunftkraft

Sehr geehrte Frau Ministerin Reiche,
sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Bundestages,
liebe Mitlesende im BCC,
bezugnehmend auf Ihre Rede vom 11.06.2026 zu TOP 15 (siehe unten) möchte ich mir erlauben, hierzu einige Kommentare abzugeben:

Sie sollten das Wort „bezahlbar“ durch „preiswert“ oder „billig“ ersetzen.
Die hohen Energiepreise belasten nicht nur die Volkswirtschaft, sondern treffen uns insgesamt schwer.

Sie können Ihre Klimaziele auch weit übererfüllen. Auf das Weltklima werden diese Maßnahmen jedoch keinen spürbaren Einfluss haben.

Wenn Maßnahmen das Klima nicht messbar beeinflussen, zugleich aber die deutsche Volkswirtschaft sehenden Auges
gegen die Wand gefahren wird, ist eine Rückkehr zu einer Marktwirtschaft ohne staatliche Eingriffe dringend geboten.

Der Umstieg auf „Erneuerbare“ ist aus meiner Sicht keineswegs erfolgreich – sichtbar ist er allerdings.

Statt auf weitere Eingriffe in den Strommarkt zu verzichten, planen Sie einen Kapazitätsmarkt für grundlastfähige Kraftwerke.
Auch Batteriespeicher sollen dabei eingebunden werden.
Stattdessen sollten Sie den Einspeisevorrang und das EEG abschaffen; denn die „Erneuerbaren“ sollten
nach mehr als 26 Jahren inzwischen auf eigenen Füßen stehen können.

Die folgenden Zahlen sind dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur vom 16.06.2026 zu entnehmen:

 
Energieträger
 
Anzahl
Inst. Leistung MW Speicher          MWh Speicher-Stunden
Solar 6.076.576 123.636
Onshore 29.173 69.682
Offshore 1.748 10.600
Summe Wind   
 +       
Solar
6.107.497 203.919
 
Batteriespeicher 2.668.705 35.706 79.118 2,22

Im Zeitraum vom Sa.13.Jun.2026 bis Mo.16.Jun.2026 hatte Deutschland eine HELLBRIESE.
Zur Mittagszeit lieferten Wind + Solar mehr Energie als verbraucht wurde.
Die Residuallast wurde ebenso wie der Börsenpreis, negativ. Der Strom musste, gegen eine Müllgebühr in das benachbarte Ausland entsorgt werden.
Die Exportströme erlösten 33€/MWh. Die Importströme kosteten 83€/MWh

Wind und Solarenergie kosteten nach meiner Abschätzung die Volkswirtschaft in diesen drei Tagen ca. 230 Mio €

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Schuster
35759 Driedorf

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83. Sitzung vom 11.06.2026, TOP 15, ZP 8: Rede von Katherina Reiche

Vizepräsidentin Andrea Lindholz:
Die erste Rednerin in dieser Debatte ist für die Bundesregierung Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Svenja Schulze [SPD])

Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie:
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ein Land ohne sichere und bezahlbare Energieversorgung ist wie ein Schiff im Sturm ohne Steuer.
Diese Bundesregierung trägt die Verantwortung dafür, dass die Energiewende gelingt.
Die Bundesregierung trägt die Verantwortung dafür, dass die Energieversorgung nachhaltig ist.
Wir tragen aber auch die Verantwortung dafür, dass Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in Deutschland erhalten bleiben.

(Beifall bei der CDU/CSU)
Es ist richtig, dass die hohen Energiepreise in Deutschland Haushalte belasten, Industrie belasten.
Und wir sehen, wie Unternehmen aufgrund von hohen Energiepreisen Deutschland verlassen.

Wir haben uns zum Klimaschutz verpflichtet – international, europäisch, national –, und wir halten uns daran.
Aber die Frage, ob wir Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke wirklich erfolgreich zusammenbringen, ist noch nicht final entschieden.

(Adam Balten [AfD]: Doch: Nein!)
Wir bauen die erneuerbaren Energien weiter aus. Der Anschlussvorrang für erneuerbare Energien bleibt.
Und die erneuerbaren Energien liefern. Im ersten Quartal dieses Jahres haben sie 75 Terawattstunden Strom erzeugt;
das sind 13 Prozent mehr als im ersten Quartal des Vorjahres.

Die Gesamtleistung der erneuerbaren Energien ist auch gestiegen:
um 23 Gigawatt im letzten Jahr, und zwar in allen Segmenten:
PV, Wind an Land, Wind an See, Biomasse.
Auch in diesem Jahr geht der Ausbau planmäßig voran:
4 Gigawatt mehr Solarenergie,
6,3 Gigawatt mehr Windenergie an Land.
Das sind starke Zahlen; aber die Erfolgsgeschichte hat eben auch eine Kehrseite.
2025 konnte an mehreren Tagen kein Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.

(Steffen Kotré [AfD]: Überraschenderweise!)

An 40 Tagen haben die Erneuerbaren unter 20 Prozent des benötigten Strombedarfs gedeckt,
an 79 Tagen unter 30 Prozent und
an 139 Tagen unter 40 Prozent.
Wir hatten häufig konsekutive Ereignisse.
Das heißt, sie geschahen über mehrere Tage am Stück hintereinander. Und für solche Tage brauchen wir gesicherte Leistung;
(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Martin Kröber [SPD])

Leistung, die auch länger als zehn Stunden verlässlich Strom liefern kann. Wir haben Dunkelflauten bislang gut überbrückt,
weil der Kraftwerkspark ausgereicht hat und weil wir Strom importieren.
Auch Speicher sind unverzichtbar für unser zukünftiges Stromsystem.
Speicher sind aber nicht in der Lage, mehrere Tage Stromunterversorgung zu decken.

(Adam Balten [AfD]: Nicht mal 30 Minuten!)
– Ein bisschen mehr ist es, Herr Kollege. – Nach vier bis sechs Stunden sind die Batterien leer,
müssten geladen werden, dann ziehen sie Strom, aber sie liefern keinen mehr.

Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien ist erfolgreich und sichtbar. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist ebenso gesichert und sichtbar,
und er ist gesetzlich verankert. Wenn jetzt aber keine steuerbare Leistung zugebaut wird, dann laufen wir Anfang der 2030er-Jahre in eine
dramatische Unterversorgung mit Strom. Und das schadet unserem Standort.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Dr. Malte Kaufmann [AfD])

Ich habe im September des letzten Jahres einen Monitoring-Bericht vorgelegt, und der Befund ist eindeutig:
Ohne Investitionen in steuerbare Kraftwerkskapazitäten und in entsprechende Kraftwerke beherrschen wir diese Dunkelflauten nicht.
Das StromVKG, das wir heute vorlegen, ist Teil einer Gesamtstrategie; einer Gesamtstrategie, um das deutsche Stromsystem verlässlich,
nachhaltig, aber am Ende auch bezahlbar zu machen.
Die Bundesnetzagentur hat uns im letzten Jahr einen Bericht geliefert, den Versorgungssicherheitsbericht.

(Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Hört eigentlich irgendwer außer uns zu?)

Zusammen mit dem ENTSO-E kommt die Agentur in ihrer Analyse zu dem sehr, sehr klaren Ergebnis:
Anfang der 2030er-Jahre haben wir eine Versorgungslücke von 35,5 Gigawatt Kraftwerksleistung: 35,5 Gigawatt Kraftwerksleistung!
Deshalb sind wir angehalten, ja gezwun-gen, heute zu agieren, damit diese Kraftwerke Anfang der 30er-Jahre zur Verfügung stehen.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Martin Kröber [SPD)

Darüber haben wir mit der EU-Kommission verhandelt und legen Ihnen hiermit einen Gesetzentwurf vor, der vorsieht,
in zwei Tranchen, in zwei Wellen in diesem Jahr den Bau von Kraftwerken auszuschreiben: 10 Giga-watt Kraftwerksleistung
nach einem Langzeitkriterium, 2 Gigawatt Kraftwerksleistung als Erzeugungsbeitrag.
Alle Kraftwerke werden wasserstoffumstellungsfähig sein. Und wir sehen zusätzlich vor, dass Kraftwerke,
die früher als 2045 umstellen wollen, davon einen Benefit haben.
Wir haben aber vor allem etwas ganz Grundlegendes geschaffen.
Die Energiebranche fordert seit 2011 einen Kapazitätsmarkt, weil seit 2011 bekannt ist, dass mit einem zunehmenden
Ausbau erneuerbarer Energien – noch einmal: er ist politisch gewollt; wir setzen ihn fort, er wird unterstützt
– Dunkelflauten durch Kraftwerke ausgeglichen werden müssen.
Dafür braucht es einen Kapazitätsmarkt, weil das Zurverfügungstellen gesicherter Leistung eine Intensivierung und eine Absicherung erfordert.

Seit 2011 ist nichts passiert. Wir haben es geschafft, mit der EU-Kommission einen Rahmen zu verhandeln.
Wir haben es geschafft, die Kommission davon zu überzeugen, dass wir einen ausgeprägten Kapazitätsmarkt brauchen werden.
Und wir haben es geschafft, dass dieser jetzt tatsächlich kommt und seinen Beitrag leistet, sodass nicht nur Gaskraftwerke,
sondern am Ende ab 2027 und 2029 auch Batteriespeicher,
bestehende Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen und andere Speicher in einem Kapazitätsmarkt Leistungen anbieten können,
um gemeinschaftlich durch einen großen technologieoffenen Kapazitätsmarkt für Versorgungssicherheit in unserem Land zu sorgen.
Das ist wichtig, das ist notwendig, um unseren Standort wettbewerbsfähig zu halten.
Vielen Dank.