Klima: Erstmals kritisches Fachgespräch im Bundestag zur Klimakonferenz

In weniger als zwei Wochen beginnt die UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz. Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat deshalb beschlossen, am 28.11., 11-13 Uhr, ein öffentliches Fachgespräch zu diesem Thema durchzuführen.

Erstmalig werden auf diesem Termin kritische Töne zu hören sein, denn viele Wissenschaftler sind keineswegs davon überzeugt, dass der Klimawandel menschengemacht ist, sie kommen jedoch im öffentlichen Diskurs so gut wie nicht vor. Aus den Sachstandsberichten des „Weltklimarats“ (IPCC) lässt sich nämlich keineswegs eindeutig ableiten, dass der CO2-Ausstoß von uns Menschen einen Einfluss auf das Klima hat. Tatsächlich schreibt das Mandat des IPCC auch einseitig vor, sich in der Forschung auf menschliche Ursachen zu beschränken.

Bis heute konnte außerdem keiner erklären, auf welche Ausgangstemperatur sich das Ziel der maximalen Erhöhung um 2 Grad Celsius („2-Grad-Ziel“) bezieht, das ja auch von unserer Bundesregierung geflissentlich übernommen wurde. Auch mit solchen Fragen sollte sich die Expertenrunde beschäftigen.

Es wird also spannend, wenn  am 28. November Fachleute aus beiden Lagern diskutieren. Die  Forscher aus dem Kreis des IPCC müssen sich endlich den ernsthaften Argumenten und kritischen Fragen ihrer Kollegen stellen.

Hier ein Ausschnitt aus der öffentlichen Ankündigung von der Website des Deutschen Bundestages

Öffentliches Fachgespräch zum Thema:
COP24 in Katowice – Ein weiterer Meilenstein für einen globalen Klimaschutz
am Mittwoch, 28. November 2018, 11 bis 13 Uhr im PLH, Sitzungssaal: E.700

Allgemeine Information:

Zur Information über einen Gegenstand seiner Beratung kann der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit nach § 70 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages öffentliche Anhörungen von Sachverständigen, Interessenvertretern und anderen Auskunftspersonen vornehmen.

An einer öffentlichen Anhörung interessierte Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich unter Angabe von Name, Vorname sowie Geburtsdatum zwei Werktage vor der Sitzung unter der E-Mailadresse umweltausschuss@bundestag.de anzumelden. Die Polizei beim Deutschen Bundestag führt für Besucher und Gäste, die aufgrund einer Anmeldung Zutritt zu den Liegenschaften des Deutschen Bundestages erhalten, auf Grundlage des § 2 Absatz 6c der Hausordnung des Deutschen Bundestages eine Zuverlässigkeitsüberprüfung insbesondere durch Einsichtnahme in das Informationssystem der Polizei beim Deutschen Bundestag und in das Informationssystem der Polizei (INPOL) durch. Die bei der Anmeldung übermittelten personenbezogenen Daten (Name, Vorname und Geburtsdatum) werden nach Beendigung des Besuches gelöscht beziehungsweise vernichtet.

Bitte haben Sie Verständnis, dass keine Bestätigungsmail für Ihre Anmeldung versandt wird. Interessenten, die auf Grund der begrenzten Platzzahl keinen Platz mehr im Anhörungssaal erhalten, werden per E-Mail informiert. Ggf. können Sie sich über die Anhörung im Internetauftritt des Deutschen Bundestages unter Mediathek informieren.

Hier die offzielle Liste der Sachverständigen

Öffentliches Fachgespräch am Mittwoch, 28. November 2018 11:00 bis 13:00 Uhr im PLH, Sitzungssaal: E.700

Stand: 21. November 2018

Holger Lösch

Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)

Prof. Dr. Anders Levermann

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e. V. (PIK)

Prof. Nir Shaviv

Hebräische Universität Jerusalem, Racah Institut für Physik

Dr. Axel Michaelowa

Universität Zürich, Institut für Politikwissenschaft (UZH) Perspectives Climate Group

Sabine Minninger

Brot für die Welt (BfdW)

Lutz Weischer

Germanwatch e. V.

 

 

Hier die offizielle Tagesordnung – öffentliche Ausschussberatung

 

Öffentliches Fachgespräch zum Thema

COP24 in Katowice – Ein weiterer Meilenstein für einen globalen Klimaschutz

Selbstbefassung 19(16)SB-51 unter Einbeziehung der folgenden EU-Dokumente:

19. Wahlperiode Seite 1 von 3

 Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat

Die EU und das Pariser Klimaschutzübereinkommen:

Bestandsaufnahme der Fortschritte bei der Klimakonferenz in Kattowitz

(gemäß Artikel 21 der Verordnung (EU) Nr. 525/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2013 über ein System für die Überwachung von Treibhausgasemissionen sowie für die Berichterstattung über diese Emissionen und über andere klimaschutzrelevante Informationen auf Ebene der Mitgliedstaaten und der Union und zur Aufhebung der Entscheidung Nr. 280/2004/EG)

KOM(2018)716 endg.; Ratsdok.-Nr. 13696/18

Klimakonferenz der Vereinten Nationen 2018 in Kattowitz (Polen) (COP 24)

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 25. Oktober 2018 zu der Klimakonferenz der Vereinten Nationen 2018 in Kattowitz (Polen) (COP 24) (2018/2598(RSP))

P8_TA-PROV(2018)0430




Diesel-Fahrverbot gefährdet Essener Tafel. Wer wirft das erste Ei?

Es geht um den Kaufkraftverlust und ständige Steuer- und Abgabenerhöhungen. Eine Strafsteuer auf den Kraftstoff der auch in unserem Nachbarland besonders beliebten Dieselautos war dann eine Erhöhung zu viel. Da fruchtete auch der Hinweis auf angebliche Bemühungen um die Luftreinheit nicht mehr. Die 51 Jahre alte Jacline Mouraud protestierte mit einem Video auf Facebook gegen die hohen Spritpreise und wurde zum Protest-Kult. Das Erkennungszeichen der Bewegung sind die gelben Warnwesten „Gilets jaunes“.

Den Deutschen ist so ein anarchischer Ausbruch wohl nicht zuzutrauen, aber das Murren hierzulande wird allmählich auch lauter. Auch bei uns werden Einschränkungen, Gängelungen und immer neue Belastungen stets so begründet, dass derjenige, der dagegen protestiert, sich moralisch ins Unrecht setzt. Wer kann schon was gegen saubere Luft in den Städten haben? Die Deutsche Umwelthilfe, ein Abmahnverein, der mit dieser Begründung gerade Deutschland lahm legt, strotzt nur so vor moralischer Selbstgerechtigkeit. Diese Leute haben keinerlei Bezug mehr dazu, was sie tatsächlich anrichten – und welches moralische Urteil später einmal darüber gefällt werden dürfte.

Und wieder ist es eine kleine, scheinbar nebensächliche Episode, die den ganzen Irrsinn wie in einer Nussschale konzentriert – und die Verhältnisse zum Tanzen bringen könnte. „Aus für Essener Tafel wegen Diesel-Fahrverbot?“ fragte die Bild-Zeitung vor zwei Tagen. Die Essener Tafel machte vor einiger Zeit Schlagzeilen, weil Ihr couragierter Chef, Jörg Sartor, nicht länger hinnehmen wollte, dass bei der Essensverteilung zunehmend das Recht des Stärkeren Einzug hielt – und aus diesem Grund bis auf weiteres keine weiteren Zuwanderer mehr akzeptieren wollte. Bis hinauf zur Bundeskanzlerin ging daraufhin Entrüstung durch die Reihen der Abgehobenen in diesem Lande, Jörg Sartor fand sich ruckzuck auf der Rassisten-Strafbank, obwohl er aus schlichter Notwendigkeit eine praktisch vernünftige Entscheidung durchsetzte.

Unter der Mustertapete der hohen Moral

Inzwischen „ist die Oma wieder da“, freut sich der Tafel-Chef. Statt dessen droht jetzt erneutes Ungemach. Und wieder sind es die Moralapostel in ihren Wolken-Kuckucksheimen, die die Existenz dieser von Freiwilligen getragenen sozialen Einrichtung gefährden. Sartor droht mit einer Schließung der kompletten Essener Tafel. Grund ist das Dieselfahrverbot in Essen, das ab 2019 gelten soll. Laut Sartor verfügt die Essener Tafel für den Transport von gespendeten Lebensmitteln über sechs Kühlfahrzeuge der Marke Mercedes Sprinter und zwei weitere Transporter. Die Fahrzeuge seien zwischen zwei und fünf Jahre alt und erfüllten lediglich die Euro-Normen 4 oder 5. Die Essener Tafel mit Sitz im Huttroper Wasserturm an der Steeler Straße liegt mitten drin in einer „Verbotszone“. Für neue Transporter fehlt das Geld, also müsste man dieses Projekt, das immerhin 22.000 Bedürftige in der Stadt mit Lebensmitteln versorgt, aufgeben. Ob es eine Ausnahmegenehmigung geben wird, steht in den Sternen.

Und damit wären wir bei der Moral der Geschichte. Zweifelhaft ermittelte Grenzwerte für Stickoxide, deren Einhaltung mit noch zweifelhafteren Messstellen überprüft wird, gipfeln in absolut zweifelhaften Hochrechnungen „vorzeitiger Todesfälle“. Diese wiederum werden von einem zweifelhaft finanzierten Abmahnverein genutzt, um seiner Kampagne gegen das Auto Schwung zu verleihen. Das führt dann ganz unzweifelhaft zur Enteigung hunderttausender Autofahrer, die man im übrigen jahrelang verleitet hat, sich ein Dieselauto zu kaufen, weil das mit seinem niedrigeren CO2-Ausstoß besser fürs Klima sei.

Aber es sind eben nicht nur die Autofahrer. Willkürlich herbeigeführte Wohlstandsverluste treffen immer die Ärmsten der Armen am schlimmsten. Und das wären in diesem exemplarischen Fall die 22.000 Menschen in Essen, die sich noch nicht einmal mehr den Einkauf von Lebensmitteln leisten können. Menschen im übrigen, die bereits unter exorbitanten Strom- und Heizungspreisen leiden, die ebenfalls im Dienste einer höheren Moral, nämlich einer dubiosen „Klimarettung“ aufoktroyiert wurden – von den gleichen dubiosen Weltrettern, die jetzt mit der Luftreinhaltungskeule das Auto abservieren wollen. Unter der Mustertapete der hohen Moral modert die gute alte Feindschaft gegenüber der Industriegesellschaft.

Zutiefst antihuman und misanthropisch

Das Beispiel Tafel Essen zeigt noch zwei weitere Charakterisika dieser zutiefst antihumanen und misanthropischen politischen Agenda: Private Initiative und bürgerschaftliches Engagement werden unterminiert, das Individuum gilt nichts. Es soll weder selbstbestimmt fahren können, wohin es will, noch helfen können, wem es will. Die entsprechenden Gesetze, die die Voraussetzungen dafür schaffen, werden stets unter dem Deckmantel eines noblen Anliegens verabschiedet, so sie denn nicht ganz unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung gehalten werden. Gerne spielt man dabei auch über die europäische Bande oder „unverbindliche“ UN-Resolutionen. Auf dem Weg von dort oben nach unten verkehren sich die guten Vorsätze dann nach und nach ins Gegenteil.

Gerd Held hat dieser Tage auf Achgut.com in seinem Beitrag „Die Industrie-Verabschiedungskultur“ geschrieben: „Es wird so getan, als fände auf deutschen Straßen eine Art Weltkrieg oder eine organisierte Massenvernichtung statt. Es soll ein Klima der Angst und der Empörung geschaffen werden, in dem keine vernünftige Abwägung von Belastungen und Erträgen mehr stattfinden kann. Die Argumentation entzieht sich jeder Verhältnismäßigkeits-Vernunft. Auf diesem Weg kann jeder industriellen Aktivität die Legitimität entzogen werden“.

Genau das stellen die Vorgänge um die Essener Tafel nun ganz lebenspraktisch unter Beweis. Bei dieser Gelegenheit sollte man auch noch einmal das sogenannte „Vorsorge-Prinzip“ ansprechen. Wenn man es richtig handhabt, dann darf man nämlich nicht nur die Folgen der Anwendung einer Technik betrachten, sondern muss sie gegen die Folgen ihrer Nicht-Anwendung abwägen. Im Falle des Diesels sollte die Entscheidung gar nicht so schwer fallen. Unzählige Menschen wurden und werden mit Fahrzeugen oder Aggregaten gerettet, die von Dieselmotoren sparsam und zuverlässig angetrieben werden. Jedes Krankenhaus hat ein Diesel-Notstromaggregat im Keller. Eine noch viel größere Rolle spielt die indirekte Funktion des Dieselmotors als Wohlstandsmaschine und Überlebenshilfe. Jeder, der einmal in Afrika oder Australien reiste, kennt das nächtliche Tuckern des Dieselaggregats, das den Kühlschrank kalt und die Glühbirne hell werden lässt.

Dieser nachweislich millionenfachen lebensrettenden Funktion stehen hypothetische und wissenschaftlich nach wie vor umstrittene Studien gegenüber, die entgegen der Kolportagen nicht in der Lage sind, einen kausalen Zusammenhang zwischen Stickoxiden und Erkrankungen nachzuweisen. Eine Abwägung von Nutzen und Schaden findet nicht mehr statt. Es geht nicht um Abgase und schon gar nicht um Menschen. Es geht um eine Ideologie der tabula rása.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT




Auswertung der globalen Temperaturdaten mit statistischen Methoden

Temperatur_Anomalien_07.11.18

 

 

 




Das Maybrit Illner Tribunal – mit Meerblick

Aus der Ferne sieht eigentlich alles viel kleiner aus. Viel unwichtiger. Vieles auch unnötiger! Sollte man meinen, doch seit Einführung des Satellitenfensehens und noch mehr, seit Einführung des Internets, ist das Lokale all überall, gleich wuchtig und oft auch gleich wichtig, wie zuhause auch. So sitze ich in diesen Tagen im sonnigen Teneriffa – einer der Inseln des ewigen Frühlings von denen auch schon Homer schwärmte- und genieße die abendliche Wärme auf meinem Balkons mit Meerblick. Doch vom Meer ist jetzt nichts mehr zu sehen, denn auch hier geht gegen 18:30 Uhr die Sonne unter. Also – es wird langsam kühler- gehe ich rein, und schalte das Fernsehen ein. Es laufen die letzten Minuten eines Maybrit Illner Spezial mit dem interessanten Titel „Neustart ohne Merkel – wer wird gewinnen?“

Und noch interessanter; diesmal ist auch der AfD Vorsitzende Alexander Gauland mit von der Partie. Nanu, denke ich, was ist da schiefgelaufen? Die AfD in einer Talkshow des ÖR-Fernsehens? Nach gefühlt 100 Talkshows ohne jede AfD Beteiligung, aber fast immer über die AfD, ein echtes Novum.  Doch von einer Befassung mit dem eigentlich interessanten Thema höre und sehe ich nichts in den wenigen Minuten, die die Sendung hier (eine Stunde früher als in Deutschland) noch läuft. Stattdessen „ So viel Hass war selten öffentlich im Gebührenfernsehen, fein geschürt und eingeschenkt von der personifizierten süffisanten Harmlosigkeit, Maybrit Illner“ wie der schmerzerprobte, aber immer muntere Stefan Paetow bei Tichys Einblick vermutlich noch am selben Abend bemerkt und schreibt. Diesen Eindruck hatte ich auch, nachdem ich einige wenige späte Minuten lang der hasserfüllten evangelischen EKD Präsin Katrin Göhring-Eckardt zugehört und -gesehen hatte.   Ich beschließe also mich ins Bett zu begeben und von der Erholung des Tages zu erholen. Da wusste ich aber noch nicht, dass es in dieser Sendung auch um das Klima gegangen war.

Am nächsten Morgen weckt mich ein Klingelton meines Handys und mir wurde der link zu folgendem Videousschnitt zugespielt

Video nicht mehr verfügbar

Video-Ausschnitt der Sendung Maybritt Illner Spezial vom 15.11.18

Da wusste ich, dass ich etwas versäumt hatte, die räumliche Distanz spielte plötzlich keine Rolle mehr. Ich war wieder mittenmang. Und sah mir das Video einige Male an. Hier mein Eindruck:

Politiker und Journalisten haben es schwer. Ständig müssen die einen über etwas reden, die anderen etwas berichten, wovon sie keine Ahnung haben. Und das soll möglichst keiner merken.

Talkshow Journalisten haben es besonders schwer, denn da müssen sie zwar auch so tun, als ob sie Ahnung haben, aber zusätzlich wird das, was sie da gerade von sich geben, ungefiltert in Millionen Wohnzimmer übertragen. Da gibt es kaum Möglichkeiten sich zu korrigieren.

Video nicht mehr verfügbar

Hier noch ein etwas ausführlicheres Video mit Ausschnitten aus der Sendung

Das gilt auch für Politiker in einer Talkshow. Denn nicht jeder ist darin so begabt wie die Merkel-Vielzweckwaffe, der aktuelle Wirtschaftsminister Peter Altmeier, der stundenlang reden kann, ohne irgendetwas zu sagen.  Die anderen müssen sich richtig mühen.

Da haben sie oft schon in der Schule die tollsten Aufsätze geschrieben, haben die Schülerzeitung betrieben, und natürlich Mathe und Physik und dieses ganze Gedöns entweder abgewählt, oder mit minimalsten Aufwand betrieben. Und dann doch noch das Abitur gemacht, und anschließend irgendwas mit Kirche oder besser noch  Medien studiert. Vielleicht reichte es auch noch zu einem Volontariat in einer Provinzredaktion oder an einem Kirchensprengel, bevor man zu höheren Weihen als Jungreporter zur TAZ ging, oder an die Henri-Nannen-Schule oder, wenn man in der DDR aufwuchs ans rote Kloster in Leipzig oder zu einer der dortigen Kirchen ging. Dort lernte man alles, was man in einem Politiker- oder Journalistenleben braucht, vor allem aber ohne Ahnung von irgendwas ständig mitzureden, wortgewaltig den Kampf gegen rechts zu führen und auch zu allem und jedem eine klare Meinung zu haben. Nämlich die, die alle anderen auch haben, seien es Journalistenkollegen oder Politiker.

Eva Hermann packt aus. „Wie funktionierte eine Talkshow!“ mit Dank an Leser Rainer Wehner für diesen Tip

Da fühlt man sich dann geborgen, da kann nichts schief gehen und dann wird man auch Talkmasterin oder von selbiger immer mal wieder zu einer Talkshow eingeladen. Und natürlich wird auch das Publikum vorher gecasted. Es soll je nichts schiefgehen. So auch im Maybrit Illner Spezial vom 15.11.8 – welches treffender Maybrit Illner Tribunal hätte heißen müssen.

Der Titel war fürsorglich gewählt: „Neustart ohne Merkel – wer wird gewinnen“ hieß er. Doch darum ging es aber überhaupt nicht. Es ging wieder einmal allein darum über der AfD zu Gericht zu sitzen. Diesmal – und das war der einzige Unterschied zu fast allen früheren Talkshow- im Beisein eines AfD-Vertreters.

Nach monatelanger Abstinenz in ansonsten von GrünInnen nur so überquellenden Talkshows war nämlich tatsächlich ein leibhaftiges AfD  Mitglied geladen, der Teufel persönlich, Dr. Alexander Gauland.

Er wurde sicherheitshalber von 5 ScharfrichterInnen flankiert, von denen eine – die Familienministerin Franziska Giffey-  noch am wenigsten scharf richtete, aber auch nur deshalb, weil sie ständig aus dem Mustopp kam. Der Rest – inklusive der Talkmasterin Maybrit Illner – fing sofort an auf den Leibhaftigen einzudreschen. Und sollte der irgendwann mal doch versuchen einen einzigen längeren Satz sagen zu wollen, dann fielen ihm entweder die Talkmasterin oder die Fast-Pfarrerin Katrin Göring-Eckhardt ungeniert ins Wort.

Auch und besonders als die Rede auf die kommende Klimakatastrophe kam. Da gab es kein Halten mehr.

Illner fing an, in dem sie einen AfD Slogan von Dirk Spaniel zitierte „Kein Diesel ist illegal“ und fragte dann ihre -auch schon angejahrte- Juvenilität betonend, Gauland, ob das nicht „..sehr achtziger Jahre (wäre), wenn Sie so auf die Welt schauen?“. Der war völlig überrascht, weil er diesen Spruch noch gar nicht kannte  fand ihn aber überhaupt nicht  „achtziger Jahre“ und leitete auf den Unsinn weiter, dass man die AfD Leute „Klimaleugner“ nenne. Das sei völlig falsch, den das Klima leugnete niemand bei der AfD, wohl aber, dass die Menschheit daran einen maßgeblichen Anteil hätte . Das hätte er besser nicht gesagt, denn nun folgte, angefangen von der Talkmasterin, munter unterstützt von Katrin Göring Eckard, Plattitüde auf Plattitüde. Und dann machte Gauland noch einen schweren Fehler. Er glaubte, dass er mit nackten Zahlen seine Argumente durchbringen könne, dabei völlig vergessend, dass Zahlen etwas mit Rechnen, und Rechnen etwas mit Mathematik zu tun haben, und das ist – siehe oben – besonders bei JournalistInnen und PolitikerInnen „sowas von achtziger Jahre“, dass niemand weiter darauf einging.

Gauland betonte nämlich zu Recht dass – auch wenn man an das Märchen (sagte er zwar anders, aber meinte es so) von der Klimawirksamkeit des anthropogenen CO2 glaube, Deutschland mit seinen 2 % Anteil an den weltweiten Emissionen doch wohl schwerlich etwas würde erreichen können. Dieser Zahl widersprach anfangs auch niemand, Prozentrechnen ist nun mal nicht die Stärke dieser Leute.

Frau Illner – überrascht, dass ihr das Dieselthema so schnell abhanden gekommen war- hakte dann noch mal nach, und fragte, ob Alexander Gauland nun zur Überzeugung gekommen wäre, dass die Menschen an der kommenden Klimakatastrophe, sich verbessernd, die „Klimaprobleme der Welt, menschengemacht sind“ . Gauland bekräftigte noch einmal die skeptische Haltung der AfD zur Behauptung, dass die Menschen einen „entscheidenden Anteil“ an der Klimaentwicklung hätten, weil natürliche Kräfte (er sagte Dinge) einen viel größeren Einfluss auf dasselbe hätten, und führte dann weiter aus, dass die früheren Klimaänderungen wesentlich dramatischer gewesen wären.

Das wiederum nahm Talkmasterin Illner zum Anlass – ihm mitten im Satz ins Wort fallend – den alten Kalauer zu präsentieren „dass 95 % der Wissenschaftler“ völlig gegenteiliger Meinung seien, um dann noch maliziös nachzuschieben, dass es auch Forscher gäbe, die die Evolutionstheorie anzweifelten.

Leider überging Gauland diese vielfach von den Medien verbreitete Fakenews mit den 95 % der Wissenschaftler, die wohl prominent erst Barack Obama in die Welt gesetzt hatte. Auch der hatte munter und ohne, dass es einem seiner vielen Nachplapperer aufgefallen wäre, Wissenschaftler mit wissenschaftlichen Studien verwechselnd, von denen bei genauerem Hinsehen auch nicht 95 % der Studien, auch keine 80, 70 oder 60 % sondern ganze 0,5 % der Studien die in der gemeinten Metastudie von Cook et al untersucht wurden, expressis verbis, den Menschen als Verursacher des Klimawandels vermuteten. Das alles muss man ja nicht wisssen, wenn man sich zum Klima äußert, weder als Talkmasterin, noch als Politikerin.

Doch auch als Gauland nochmals auf den äußerst geringen deutschen Anteil von nur 2 % der weltweiten Emissionen verwies, begriff Frau Illner immer noch nicht was in dieser Aussage steckte, sondern versuchte Gauland das Wort im Munde zu verdrehen, ob er damit meine, dass der Mensch einen „verschärfenden Anteil aller Klimaprobleme“ hätte. „Ob er dies nicht mehr bezweifle“ Doch auch in diese Falle ging Gauland nicht, sondern betonte erneut, dass die geringe Menge die Deutschland emittiere so minimal wäre, dass die Wirkung dieser Politik den Klimawandel nicht ändern könne.

Frau KGE verwies dann schneidend auf die Tatsache, dass in Deutschland vier von fünf Deutschen das Bedürfnis hätten (sagte sie wirklich) den Klimawandel in den Mittelpunkt zu stellen und betonte dann das alle Deutsche ein Recht auf saubere Luft, sauberes Essen, sauberes Trinkwasser und natürlich saubere Energie hätten, um daraus abzuleiten, dass „wir uns hier in Deutschland eben um saubere Luft kümmern, um sauberes Wasser, um eine anständige (sagte sie wirklich) Landwirtschaft, ist per se, wahnsinnig schlau“ und im Übrigen sei es totaler Quatsch sich hinzustellen und darauf zu beharren, dass wir nur 2 % wären („emittieren“ meinte sie), denn „nein wir sind ja eine Industrienation“– und vergaß ein „noch“ hinzuzufügen- und haben deshalb als Vorbild zu dienen.

Auf Gaulands Frage: Haben wir denn 2 % oder haben wir nicht 2 %? wusste Frau Göring Eckardt nur zu antworten:

„Das ist Quatsch Herr Gauland, das ist wieder eine typische Fakenews die Sie da durch die Gegend blasen“

und ratterte dann ihr Glaubensbekenntnis herunter :

„wenn wir es nicht machen, wenn wir es nicht vormachen, wie man aus der Kohle aussteigt, wenn wir nicht dafür sorgen, dass der Kohleaussteig zeigt wie man neue Arbeitsplätze schafft… ich sehne mich nach Zukunft, ich sehne mich nach sauberer Arbeit, ich sehne mich danach dass unsere Kinder auch noch einen Planeten haben, auf dem sie leben können, ….Sie rennen nämlich rum und sagen, wir wollen die Gesellschaft auseinander bringen, sie rennen nämlich rum und sagen Klimawandel gibt es eigentlich nicht, dann bleiben Sie bitte dabei, dann werden sich nämlich noch mehr Menschen den Grünen zuwenden!“

Das sorgfältig gecastete Publikum klatschte gehorsam Beifall, in der Kirche wäre noch ein Amen fällig.

 

 




Wenn die Sonne keine Rechnung schickt – wer dann?

Wissen Sie, was Sie für eine Kilowattstunde Stromverbrauch bezahlen? Damit können Sie eine Stunde Staubsaugen. Nun, es sind ca. 30 Eurocent, der höchste Strompreis in Europa. Die Franzosen bezahlen 18 Eurocent, die Bulgaren 10. Wenn Sie also drei Kilowattstunden einsparen, können Sie sich an der Ecke eine Kugel Eis für einen Euro leisten.

Auf der Ile Saint-Louis, der Seine-Insel inmitten von Paris, gibt es angeblich das beste Eis der Welt. Der Eismacher Berthillion ist berühmt für sein köstliches Schokoeis und den saftigen Preis von drei Euro für eine Kugel. Vielleicht kauft ja Jürgen Trittin seine Eiskugeln bei Berthillion und hat den Flugpreis mit in seine Rechnung einbezogen, als er sagte: „Die Energiewende kostet eine deutsche Familie durchschnittlich einen Euro, nicht mehr als eine Kugel Eis im Monat“ (ab 6:44 min).

Inzwischen sind es nämlich fast 2.500 Euro pro Jahr. Heute kostet die Energiewende pro Familie eine hübsche Urlaubsreise mit allem Komfort. Und zu allem Überfluss wird der ganze Aufwand ohne jeden positiven Effekt auf die Kohlendioxid-Bilanz Deutschlands getrieben. Das Geld ist aber nicht weg. Es haben jetzt Andere, beispielsweise zum Ankauf eines hübschen Schlösschens am Vater Rhein.

„Haltet den Dieb“

Ein paar Jahre, nachdem Frau Merkel ein Erdbeben und den darauf folgenden Tsunami in Japan dafür instrumentalisiert hat, um in Deutschland verfassungswidrig Kernkraftwerke stillzulegen, bezahlen deutsche Stromkunden den höchsten Strompreis in Europa. Häufig wird von Politikern darauf verwiesen, dass an diesen exorbitanten Belastungen für den kleinen Mann die gierigen Energieriesen schuld sind. Oder wahlweise die böse Industrie, die von den Energiewendekosten befreit wird. Das ist aber nur ein verzweifelter Ruf der Ertappten: „Haltet den Dieb“. In Wahrheit ist es nämlich der Staat, der am meisten von den Stromkosten absahnt. 54 Prozent des Strompreises sind Steuern und Abgaben, wohlgemerkt Abgaben von Geld, das schon einmal bei Einkommen versteuert wurde. Hurra, die „Steuerquellen“ sprudeln – schreiben die Hofberichterstatter.

Der Rest des Strompreises: 24 Prozent sind Netzentgelte, die Gier-Konzerne bekommen gerade mal 21 Prozent für Erzeugung und Vertrieb. In den vergangenen Jahren haben Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis deutlich zugenommen. Seit 2006 stieg die Abgaben-, Umlagen- und Steuerbelastung für alle Stromkunden um 110 Prozent. Mehr als 35 Milliarden Euro zahlen Verbraucher hierfür im Jahr 2018.

Während der Stromverbrauch zwischen 2000 und 2018 nur um fünf Prozent gestiegen ist, haben sich in derselben Zeit die Einnahmen aus der Strom- und Umsatzsteuer mehr als verdoppelt, auf inzwischen über 13,5 Milliarden Euro. Der größte Profiteur der Kostensteigerungen für Strom ist somit der Bundesfinanzminister.

Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Die Preise für CO2-Emissionszertifikate steigen ebenfalls seit über einem Jahr deutlich. Die Grünen fordern solche Erhöhungen seit Jahren. Dies erhöht die Kosten für die Produktion von Strom. Während der Preis für ein Zertifikat lange bei vier bis sechs Euro lag, hat er sich im Verlauf des Jahres 2018 nahezu verdreifacht: Ein Zertifikat, das zum Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid berechtigt, kostet derzeit knapp 20 Euro.

Bringt der Michel freudig erregt Opfer?

Seit zwei Jahren steigen die Preise an den Energiebörsen erheblich: Bezahlten die Unternehmen im Jahr 2016 für das Lieferjahr 2017 für eine Megawattstunde Strom durchschnittlich noch 33,51 Euro, mussten sie in diesem Jahr für Lieferungen 2019 bereits 50,56 Euro und mehr bezahlen (zeitweise lag der Wert sogar bei bis zu 69 Euro für eine Megawattstunde Strom). Die Beschaffungskosten sind für die Versorger damit im Durchschnitt um mehr als die Hälfte gestiegen.

Bezahlt werden diese Preiserhöhungen letztendlich vom Stromkunden und vom Steuerzahler. Dumm ist nur, dass dies meist dieselben Leute sind.

Hat die grüne Klimapolitik der Bevölkerung zu viel zugemutet? Wenn man einer „repräsentativen“ Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag von WELT und des Energiekonzerns EnBW glaubt, bringt der Michel freudig erregt Opfer für die energiepolitische Geisterfahrt. Unter der Überschrift: „Deutsche sind bereit, für die Energiewende Opfer zu bringen“ geben laut Forsa nahezu alle Befragten an, „in den letzten Jahren persönliche Verhaltensänderungen ergriffen zu haben, um das Klima zu schützen“.

Laut Forsa-Umfrage ist eine große Mehrheit der Deutschen bereit, auf die gewaltigen Herausforderungen des Klimaschutzes mit einer persönlichen Verhaltensänderung zu reagieren. So gaben 85 Prozent der Befragten an, im Haushalt Energie zu sparen. 74 Prozent erklärten, häufiger auf die Nutzung von Plastiktüten zu verzichten. Immerhin 64 Prozent haben bereits Haushaltsgeräte gegen solche mit geringerem Stromverbrauch ausgetauscht. Die persönlichen Verhaltensänderungen greifen inzwischen recht weit auf den Alltag über. So erklärten 57 Prozent der Befragten, weniger Fleisch zu essen. 49 Prozent gaben an, das Auto jetzt häufiger mal stehen zu lassen. 46 Prozent erklärten zudem, jetzt auch weniger zu fliegen.

Früher hieß so etwas Propaganda

Checkt bei Forsa kein Meinungsforscher mehr seine Ergebnisse an der Realität? Komischerweise decken sich diese Aussagen nämlich absolut nicht mit den Statistiken über Fleischkonsum und Fliegen. Da hat Forsa wohl irrtümlich den Vegetarierverband VEBU und die Selbsthilfegruppe Aviophobie befragt. Laut Forsa ist inzwischen fast jeder Dritte (31 Prozent) grundsätzlich zur Anschaffung eines Elektro- oder Hybridautos bereit. Und tatsächlich, der Marktanteil solcher Fahrzeuge hat sich 2017 von 0,8 Prozent auf volle 1,6 Prozent erhöht. Auch die Zahl der Personenkilometer im PKW nimmt seit 20 Jahren kontinuierlich zu. Von „Auto stehen lassen“ ist da nichts zu erkennen.

All diese Fakten zeigen recht hübsch, was der geneigte Leser von Forsa-Studien über die Energiewendebegeisterung der Deutschen zu halten hat. Früher hieß so etwas Propaganda, heute sagt man modern „Fake-News“.

Unverdrossen instrumentalisieren die deutschen Grün/Rot/Schwarzen Weltuntergangsszenaristen den heißen Sommer 2018 (die Rede vom Klima- und Energieexperten Hofreiter muss man gesehen haben), um nun auch noch aus der Kohle auszusteigen. Die Kanzlerin hat extra eine Kohleausstiegskommission aus lauter Fachleuten zusammengetrommelt, um das alles ausrechnen zu lassen.

Ich wage mal eine Prognose. Wenn wir nicht vorher einen katastrophalen Blackout hinlegen, dann landen wir in fünf Jahren bei einem Strompreis von 50 Cents pro Kilowattstunde. Dann sind wir nicht nur Strompreis-Europameister, dann sind wir endlich wieder Weltmeister. Nicht im Fußball, aber im Strompreis. Das gerne gebrachte Opfer wäre dann für eine deutsche Durchschnittsfamilie so um 4000 Euro pro Jahr. Das sind etwa 1300 Kugeln bestes Schokoeis von Berthillion, also mehr als 100 Kugeln im Monat. Nicht zu sprechen von den 4000 Kugeln Normaleis pro Jahr, das wären dann täglich 11 Kugeln – Bon Appetit.

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