Gau im Illusionsreaktor (4): Energie lässt sich nicht wenden

Schon 2013 äußerte der damalige Kanzleramtsminister und Strompreisbremser Altmaier, die Kosten der Energiewende könnten sich, wenn nichts getan werde, „bis Ende der 30er Jahre dieses Jahrhunderts auf rund eine Billion Euro summieren.“ Es wurde nichts getan, jedenfalls nichts Wirksames. Altmaier wurde für seine Aussage verlacht und angegriffen. Umgehend hielten große Magazine und Wochenzeitungen von „Wirtschaftswoche“ bis „Zeit“ dem treuen Merkel-Vasallen vor, dass er bloß nicht rechnen könne – mit seinem „Billionen-Ding“. „Sie dürfen die Leute nicht mit Horrorzahlen auf die Bäume jagen“, verlangte Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann. Was aber, wenn die „Horrorzahlen“ die Realität widerspiegeln? Dürfen die Leute auch mit der Realität nicht auf die Bäume gejagt werden?

Die Hauptursache für die Misere sind die immer mehr ausufernden Subventionskosten des EEG und die damit einhergehenden steigenden Steuern – auch wenn sie nicht so heißen, sondern sich als Umlagen, Abgaben und Entgelte tarnen. Die EEG-Umlage betrug im Jahr 2000 0,16 Cent. Im Jahr 2018 betrug sie 6,88 Cent. Das ist eine Steigerung von über 4.000%. Zwischen 2000 und 2019 zahlten die Stromkunden mehr als 300 Milliarden Euro EEG-Kosten. Dieses Geld floss im Wesentlichen an die Investoren von Windkraft- und Solaranlagen sowie deren Geschäftspartner. Es wurde ein gigantisches Umverteilungssystem vom kleinen Mann zum wohlhabenden Investor geschaffen, die Sprechstundenhilfe bezahlt mit am Solardach ihres Chefs.

Je billiger Strom an der Börse ist, desto teurer für den Verbraucher

Wie kommt es zu diesen exorbitanten Kosten. Die Erzeugungskosten einer Kilowattstunde kostet doch je nach Groß-Kraftwerkstyp nur zwischen drei und fünf Cent pro Kilowattstunde. Da aber die Besitzer der Windräder und Solarpaneele feste Vergütungen bekommen, die weit über diesem Preis liegen und ihr Strom auch noch Vorfahrt ins Netz hat, entsteht die absurde Situation: je billiger der Strom an der Börse gehandelt wird, um so teurer wird er für den Verbraucher, der die Differenz zwischen Börsenpreis und fester Vergütung aufbringen muss. Und nicht zu vergessen – der Finanzminister. Je teurer der Strom, um so höher die Staatseinnahmen. Sie machen nämlich 53% des Strompreises aus.

Die günstig produzierenden herkömmlichen Kraftwerke können in dem Subventionsgestrüpp nicht überleben. Da der Strom der „Erneuerbaren“ per Gesetz Vorfahrt hat, kommen sie nicht auf genügend Betriebsstunden. Immer bei Wind und Sonne müssen Kraftwerke ihre Produktion drosseln und haben so nicht genug Einnahmen, um ihre Kosten zu decken. Die Kosten, von den Brennstoffkosten mal abgesehen, bleiben nämlich bei einem Kraftwerk dieselben, ob es nun produziert, oder nur rumsteht, um im Notfall einzuspringen, wenn Wind und Sonne schwächeln.

Und so kommt es, dass die Kraftwerksbetreiber ihre Anlagen schließen müssen, da sie unrentabel sind. Sie haben für 47 Kraftwerke die Stilllegung beantragt, darunter sind die modernsten Gaskraftwerksblöcke Deutschlands In Irsching. Selbst die dringend notwendigen Pumpspeicherwerke sind unrentabel – Absurdistan lässt grüßen.

Was macht Vater Staat, der ja nach eigenem Bekunden so viel wie möglich Kraftwerke stilllegen will? Er erlaubt die Schließungen von mehr als der Hälfte der beantragten Kraftwerksschließungen nicht und stuft sie als „Systemkraftwerke“ ein. Das heißt, sie werden unbedingt gebraucht. Der Staat, also genauer gesagt der Steuerzahler und Stromkunde, subventioniert nun auch noch diese Kraftwerke, damit in Deutschland nicht die Lichter ausgehen. Es werden sogar neue Systemkraftwerke gebaut, die nicht für den Markt produzieren, sondern nur in Notsituationen das Netz zu stabilisieren sollen und die der Steuerzahler auch bezahlen muss.

Der Steuerzahler zahlt sogar für „Geisterstrom“. Im ersten Quartal 2019 zahlte die Bundesnetzagentur rund 364 Millionen Euro an Betreiber von Windkraftanlagen – für Strom, der nie produziert wurde. Wenn nämlich der Wind besonders günstig weht, liefern die Windmühlen mehr Strom; als verbraucht werden kann. Dann müssen neben den normalen Kraftwerken sogar Windkraftanlagen abgeregelt werden, da bei zu viel Produktion die Frequenz im Netz nicht im Normbereich gehalten werden kann. Das passiert immer dann, wenn unsere Nachbarn die Überproduktion selbst dann nicht nehmen können oder wollen, wenn Deutschland für die Abnahme bezahlt. Dass die Stromabnahme vergütet wird, heißt euphemistisch: „negative Strompreise“ und meint: der Stromkunde zahlt dreifach – nämlich ans Ausland, an den Finanzminister und an die Windmüller.

Windenergie trägt ganze 3 Prozent zur Energieversorgung bei

Rechnet man die gesamten der „Klimarettung“ anrechenbaren Positionen mit Umlagen, Abgaben und Steuern sowie die Kosten des jetzt beschlossenen Ausstiegs zusammen, so ergibt sich eine Zahl, die selbst schlimmste Befürchtungen mehr als deutlich übertrifft: Dreißig Jahre EEG werden Deutschland wahrscheinlich schon bis 2030 eine Billion Euro (1.000.000.000.000 €) gekostet haben.

Da sind die 250 Milliarden für die Verkehrswende noch gar nicht dabei. Es ist eigentlich auch egal, ob die Verkehrswende am Ende 100, 200 oder 300 Milliarden kosten wird. Fest steht nur, dass die Sprechstundenhilfe mit ihren Steuern den Elektro-Zweitwagen ihres Chefs mitfinanziert, während sie sich selbst nur einen älteren Gebrauchten leisten kann. Aber sie hat ja auch schon das Solardach der Chefvilla mitfinanziert, damit es jetzt den Elektroflitzer günstig laden kann. Dafür zahlt die Sprechstundenhilfe beim Tanken die neue CO2-Abgabe. Wahrscheinlich ist es Zeit, zumindest Herrn Altmaiers „Rechenkünste“ zu rehabilitieren.

Kommen wir durch diese schwindelerregenden Kosten wenigstens dem Erfolg der Energiewende – nämlich der Rettung des Weltklimas – näher?

Häufig wird Energieversorgung mit Stromerzeugung verwechselt. Es verzerrt das Bild, wenn man, wie es sich eingebürgert hat, nur den Stromsektor betrachtet, da dieser nur 20% des gesamten Energiesektors ausmacht. Unter diesem Gesichtspunkt trägt Windkraft nämlich nur ganze drei Prozent zur Gesamt-Energieversorgung Deutschlands bei.

Doch wie man landauf, landab von Nebelbombenwerferinnen hört: Beliefert nicht eine einzige Windkraftanlage mehr als tausend Haushalte mit Strom? Wenn jedes der 30.000 installierten Windräder wirklich mehr als 1.000 Haushalte versorgen würde, dann versorgte die Energiewende bereits mehr als 30 Millionen der insgesamt 41 Millionen Haushalte. Ist die Energiewende damit nicht schon fast geschafft?

Nein, denn hier trifft man auf das erste Missverständnis: Selbst, wenn alle Haushalte in Deutschland ihren Strom aus erneuerbaren Quellen bezögen, so wären erst 6 Prozent des 80 Prozent-Ziels zur Klimagasvermeidung bis 2050 geschafft.

Der Beitrag der Windkraft zur Energiewende sieht nur so riesig aus, da er in Einheiten der kleinsten „Münze“ Haushaltsstrom angegeben wird. Wie ich darauf komme? Der Stromverbrauch der privaten Haushalte beträgt 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Dieser wiederum beträgt 18 Prozent des gesamten Energieeinsatzes. 25 Prozent von 18 Prozent, bezogen auf das 80 Prozent-Ziel, ergibt genau 6 Prozent.

Das nächste Missverständnis: Meist wird in den Medien, zum Vergleich mit konventionellen Kraftwerken, die installierte Leistung von Sonnen- und Windkraftanlagen angegeben, statt der tatsächlich nutzbaren Leistung. Die tatsächlich im ganzjährigen Betrieb im Mittel gelieferte nutzbare Leistung einer Windkraftanlage ist nur ein Viertel (25 Prozent), die einer Photovoltaikanlage ein Achtel (12%) der installierten Leistung. Zum Vergleich: ein KKW erreicht über 90 Prozent Nutzung der installierten Leistung.

Wie man sieht, lassen sich mancherlei Erfolgszahlen zu Wind- und Sonnenkraft in die Welt setzen. Aber die halbe Wahrheit bleibt hier eine ganze Lüge.

Fuß vom Gas könnte Windenergie ersetzen

Würde beispielsweise im Verkehr nur 12 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht, so sparte dies mehr Energie ein, als alle deutsche Windkraftanlagen liefern können. Dazu müsste man noch nicht einmal die Motortechnik revolutionieren – eine Änderung des Fahrstils vieler „sportlicher“ Autofahrer würde reichen.

Noch eine kleine Zahl zur Elektromobilität: Um die mit fossilen Treibstoffen betriebenen 42 Millionen Autos, Transporter und Lkw nach und nach mit E-Antrieb zu ersetzen, bräuchte es beim derzeitigen Tempo des Zukaufs nicht einmal ganz 500 Jahre. Um den Strom für 42 Millionen deutsche Autos kohlefrei zu produzieren, wären zusätzlich 20 neue Gaskraftwerke und 27 Millionen Solaranlagen auf Häusern nötig.

Schon heute ist die Energiewende ein absurdes Geldumverteilungssystem von unten nach oben. Der kleine Mann bezahlt die Subventionen, die der wohlhabende Investor einstreicht. Der zur Zeit des Kalten Krieges herrschende „Militär-Industrielle Komplex“ überlebte den kalten Krieg nicht. Der „Klima-Industrielle-Komplex“ ist ein Wiedergänger des Militär-Industriellen-Komplexes. Es geht um die Umverteilung des Weltvermögens. In den letzten Jahren hat sich eine Klimarettungsindustrie etabliert, die Milliarden wie nichts verschlingt.

Genau wie zu Zeiten des Kalten Krieges lassen einen heute die Summen schwindeln, die größenwahnsinnige Klimaschutz-Apologeten verbraten wollen. Jährlich 100 Milliarden Dollar sollen allein in die Entwicklungsländer gepumpt werden. Ein paar Größenwahnsinnige fühlen sich wie Gott und wollen das Klima beherrschen. Dabei können sie noch nicht einmal das Wetter von morgen präzise vorhersagen. Und keiner weiß, ob das Klima mitspielt, auch wenn sich die 99-Prozentigen noch so wissenschaftlich geben.

Häufig wird von Politikern darauf verwiesen, dass an diesen exorbitanten Belastungen für den kleinen Mann die gierigen Energieriesen schuld sind. Oder wahlweise die böse Industrie, die ja gemeinerweise von den Energiewendekosten befreit wird. Das ist aber nur ein verzweifelter Ruf der Ertappten: „Haltet den Dieb“. In Wahrheit ist es nämlich der Staat, der am meisten von den Stromkosten absahnt.

54 Prozent des Strompreises sind Steuern und Abgaben, wohlgemerkt Abgaben von Geld, das schon einmal bei Einkommen versteuert wurde. Der Rest des Strompreises: 24 Prozent sind Netzentgelte – die Gier-Konzerne bekommen gerade mal 21 Prozent für Erzeugung und Vertrieb.

Die marktfernsten Technologien werden bevorzugt unterstützt

In den vergangenen Jahren haben Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis deutlich zugenommen. Seit 2006 stieg die Abgaben-, Umlagen- und Steuerbelastung für alle Stromkunden um 110 Prozent. Mehr als 30 Milliarden Euro zahlen Verbraucher hierfür im Jahr 2018. Während der Stromverbrauch zwischen 2000 und 2018 nur um fünf Prozent gestiegen ist, haben sich in derselben Zeit die Einnahmen des Staates aus der Strom- und Umsatzsteuer mehr als verdoppelt, auf inzwischen über 13,5 Milliarden Euro. Der größte Profiteur der Kostensteigerungen für Strom ist somit der Bundesfinanzminister. Die Energiewende ist aus ökonomischer Sicht ein absurdes Geldumverteilungssystem von unten nach oben, in der eine Billion Euro – sauer erarbeitet von Stromkunden und Steuerzahlern – an Investoren umverteilt wird und bei der der Staat hemmungslos abkassiert.

Nicht vergessen: Es geht ja angeblich um die Vermeidung von CO2-Emissionen. Die teuerste Form, CO2 zu vermeiden, ist nach wie vor die Fotovoltaik mit 415 Euro pro Tonne vermiedenes CO2, gefolgt von der Geothermie (345 Euro) und Offshore-Wind und Biomasse mit je 252 Euro. Die Ertüchtigung eines alten afrikanischen Kohlekraftwerks würde etwa 5 Euro pro vermiedener Tonne CO2 kosten. Deutsche Förderpolitik zeichnet sich auf diesem Feld traditionell dadurch aus, dass die marktfernsten Technologien am meisten unterstützt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Doch ist selbst den einfältigsten Klimarettern klar: Der Spaß kostet mehr, als man mit den existierenden Steuern einsammeln kann. Wer soll das bezahlen? Der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Dachverband der Naturvereine hatte eine verblüffende Idee. Der DNR: „In privaten Haushalten steckt in Deutschland ein Vermögen von rund sechs Billionen Euro.“ Im Handlungsprogramm der Umweltverbände für effektiven Klimaschutz „Die Klimakrise – was jetzt getan werden muss“ (BUND; Deutsche Umwelthilfe; WWF; Germanwatch; Greenpeace; CAMPACT; NABU; NaturFreunde; Umweltinstitut München) fordert der Deutsche Naturschutzring neben einer umfassenden gesellschaftlichen Transformation aller Lebensbereiche auch eine Vermögensabgabe (Seite 7). Sie wollen ran ans Ersparte der Leute, an Omas klein Häuschen. Und zwar baldmöglichst.

Im nächsten Beitrag der Reihe befasse ich mich mit dem „Umweltaspekt der Energiewende“. 

Teil 1 finden Sie hier.

Teil 2 finden Sie hier.

Teil 3 finden Sie hier.

Der Beitrag erschien zuerst bei Achgut hier




Cui Bono? Gedanken zum Engagement des Präsidenten der TU Berlin in der Klimapolitik.

Den „Klimaskeptikern“ wird gern vorgeworfen, sie seien von der amerikanischen Ölindustrie oder anderen Wirtschaftsprofiteuren gesponsert und ihre wissenschaftlichen Argumente daher wertlos. Übernimmt man diese Argumentationsfigur (die logisch zwar einen Fehlschluss, im Alltag aber doch manchmal eine zielführende Heuristik darstellt), fragt man sich, wem denn umgekehrt der omnipräsente Klima-Alarmismus nütze. Lässt sich hier kein materieller Profit ausmachen, wirkt die Haltung idealistisch motiviert im Sinne der Menschheit und gewinnt an Glaubwürdigkeit.
Oft lässt sich bei näherem Hinsehen aber doch ein materieller Profit ausmachen. Ein aktuelles Beispiel stellt das einseitige Engagement des Präsidenten der Technischen Universität Berlin dar. Wird er damit seinem Amt gerecht, und was bedeutet das für seine Position?

TU Präsident Thomsen (ganz rechts) bei FFF Demo in Berlin, Bild Screenshot YouTube Siehe link

Erstens: Aufgabe des Präsidenten ist es, die Universität zu vertreten (§ 4 der Grundordnung der Technischen Universität Berlin vom 13. Dezember 2017).
Der TU-Präsident Thomsen hingegen publiziert am 26. Mai 2019 im Tagesspiegel seine private politische Meinung zum Youtube-Video Die Zerstörung der CDU: „Rezo hat Recht.“

Er solidarisiert sich mit der Fridays-for-Future-Bewegung und führt die TU-Demonstranten an. Mit den Worten

„Das Thema reißt die ganze Uni mit“

maßt er sich 19. Juni 2019 im Berliner Tagesspiegel einen politischen Vertretungsanspruch an, zu dem er nicht legitimiert ist.

Am 1. Oktober 2019 nutzt er schließlich ein Interview anlässlich des Erfolges der Berliner Universitäten in der Exzellenzinitiative zu einer Parteinahme, die andersdenkende Kollegen und Studierende explizit ausschließt:

„Die Fridays for Future-Bewegung ist richtig, sie ist wichtig, sie ist für unsere Zukunft bedeutend. Sie ist schon jetzt aktiver Teil unserer TU. Viele Studierende und Wissenschaftler*innen engagieren sich, und wir als Universitätsleitung haben uns den Forderungen der Bewegung angeschlossen.“

Vertreter einer Universität (von universitas magistrorum et scolarium, Gemeinschaft der Lehrer und Schüler) kann sich doch aber nur nennen, wer Akademikern und Studierenden unterschiedlicher wissenschaftlicher und politischer Position Raum gibt.
Zweitens: Aufgabe eines Wissenschaftlers ist es, unter Berücksichtigung aller bisheriger Forschungsergebnisse Hypothesen aufzustellen und diese mit nachvollziehbaren Methoden zu prüfen. Da jede wissenschaftliche Erkenntnis paradigmenabhängig ist (Kuhn), oder, weniger relativistisch, erst durch Überstehen verschiedenster Falsifikationsversuche allmählich gefestigt wird (Popper), ist letztgültige Wahrheit nicht zu erlangen. Eine Bescheidenheit gegenüber den Ergebnissen (Wir stehen alle auf der Schulter von Riesen, Ursprung unbekannt) gehört somit zur Grundhaltung jedes ernstzunehmenden Wissenschaftlers, und ihre Verbreitung zu den ureigensten Pflichten eines Hochschullehrers.
Der Physikprofessor und TU-Präsident Christian Thomsen plädiert hingegen öffentlich für marktschreierische Lautstärke:
(Berliner Tagesspiegel, 10. Oktober 2019)
Mit „laut sein“ meint er leider nicht, energisch in eine unwissenschaftlich einseitige mediale Darstellung der Klimaforschung einzugreifen, d.h. den Prinzipien der Wissenschaftlichkeit Gehör zu verschaffen. Nein, er benutzt das Ansehen seines Amtes, um genau diesen Missstand noch zu befördern.

Internetseite der TU Berlin am 12.11.2019: Einseitiges Engagement.

Gerade als Physiker müssten dem Kollegen Thomsen die zahlreichen umstrittenen Punkte der wissenschaftlichen Debatte (z.B. solarer Anteil am Klimawandel) bekannt sein. Dennoch werden zur eilends organisierten und öffentlichkeitswirksam beworbenen Ringvorlesung im Wintersemester 2019/20 nur Vertreter/innen der CO2-Hypothese eingeladen; auch die berühmte Queen’s Lecture am 11. November 2019 wird dieser Position gewidmet. Skeptische Wissenschaftler ignoriert er.
Was treibt den Präsidenten zu dieser medienkonformen Einseitigkeit, mit der er beide Aufgaben seines Amtes verfehlt? Es ist allgemein bekannt, dass deutsche Universitäten und Hochschulen seit geraumer Zeit um Studienanfänger konkurrieren.

Dass dies eine Folge der „leistungsbasierten Hochschulfinanzierung“ ist, ist vielleicht weniger bekannt: Eine Universität erhält umso mehr Geld vom jeweiligen Bundesland, je mehr Studierende sie „einwirbt“. Laut Hochschulvertrag 2108-2022 erhält die TU Berlin beispielsweise 5100 € vom Land Berlin für Bachelorstudierende in den Ingenieurwissenschaften, für Masterstudenten die Hälfte.
dort Anlage 1, S. 1
Im TU-internen Infobrief vom November 2019 schreibt Präsident Thomsen denn auch nicht ohne Stolz:

„In den Bachelorstudiengängen sind besonders im Bereich Nachhaltigkeit die Anmeldezahlen deutlich gestiegen. Sicherlich ist dies auch auf die Fridays-for-Future-Bewegung zurückzuführen, was uns sehr freut.“

TU Berlin Infobrief_21_November_2019
Damit liegt sein Motiv auf der Hand. Finanziell nützt er zwar seiner Universität, verrät dafür aber die Prinzipien der Wissenschaft und sein Amt – womit er den „Nutzen“ unmittelbar wieder entwertet. Last not least macht er nach dem Cui-Bono-Prinzip seine eigene wissenschaftliche Position so angreifbar wie die Alternativen, die er genau aus diesem Grund ignorieren zu können glaubt.

Ich werde nicht von der Ölindustrie gesponsert und auch von niemandem sonst. Ich engagiere mich einzig und allein deshalb in der Klimadiskussion, weil mir der Missbrauch der Wissenschaft für Ideologien unerträglich ist. Meine Hoffnung ist, dass sich die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion wieder für Argumente beider Seiten öffnet, da langfristig nur das die Menschheit voranbringen kann. Der vielfältige persönliche oder institutionelle Nutzen einer einmal etablierten Mainstream-Position steht dem, wie der Beitrag exemplarisch zeigt, zurzeit entgegen.




Wiener G´schichten – aus dem ORF Studio

Alle wissen, dass beim Staatsfunk höchstes Misstrauen angebracht ist, wenn man dort über politisch relevante Themen berichtet. In aller Regel, wird munter das Staatslied gesungen, was dazu führt, dass statt objektiver Information vielfach Propaganda verbreitet wird.

Um trotzdem den Anschein von Authentizität zu erwecken, bedient man sich dann dazu einer bestimmten Interview – Technik. Bei wichtigen Themen rücken Journalisten sogar aus und führen lange Interviews mit ihren Gesprächspartnern, von denen dann ein oder mehrere kurze Ausschnitte – deren Auswahl und Reihenfolge natürlich im Belieben des Journalisten liegt- gesendet werden. So weit, so normal. In Deutschland nicht anders als in Österreich.

Wenn aber Journalisten – heute häufiger -Innen- des Staatsfunks auf Interview – Kandidaten scharf sind, die sie gerne öffentlich vorführen wollen, und die Gefahr besteht, dass die das im Vorfeld merken und gar absagen, dann wird gerne zur Taktik des Verstellens, der Camouflage gegriffen.

Sie tun dann im Vorfeld ganz lieb, richtig scheißfreundlich, und nennen interessante Themen, die auch den Interviewten interessieren sollten, um das Interview zu bekommen.

Warum gibt man denen noch ein Interview?

Aber anschließend, dann im geschnittenen Beitrag in der Sendung, manipulieren sie, was der Schnittplatz hergibt. Sie reißen die gewünschten für ihre Zwecke brauchbaren Zitate solange aus dem Zusammenhang, bis der gewünschte negative Eindruck vom Interviewten beim Zuschauer entsteht.

Das Interessante dabei ist, dass dieser Eindruck fast nie etwas mit dem vorher angegebenen Thema, für welches das Interview gemacht werden sollte, zu tun hat.

Beschwert man sich deshalb anschließend bei diesen Leuten, dann stellen sie sich fast immer tot. Sie reagieren nicht auf Kritik, sie beantworten keine Emails mehr, wo es vorher gar nicht schnell genug gehen konnte, sondern widmen sich ungerührt weiter ihrem propagandistischen Tun. Und Beschwerden beim Rundfunkrat sind auch erfolglos, die finden immer alles richtig, was ihre Sender so treiben.

Genauso lief es bei fast allen meiner bisherigen Interviewern.

U.a. dem Markus Pohl vom rbb– der Frau Svea Eckart ndr/ wdr, oder des hessischen Rundfunks durch Frau Katja Sodomann.  Doch bei Frau Frau Jennifer Rezny und ihrem Bildschirmgesicht Frau Marielle Gittler vom Österreichischen Rundfunk ORF, die das jüngste Interview mit mir führten (Ausschnitt hier ab Minute 29:30), war es erfreulicherweise anders.

Video der „Doku“ des ORF: Die Feinde der Greta Thunberg Do., 7.11.2019

Falschaussage gleich zu Beginn: (ab Minute ca. 29:30) Stimme Gitteler „EIKE ist übrigens kein wissenschaftliches Institut und Limburg gelernter Elektrotechniker!“ Nicht mal recherchieren können sie. Richtig ist: EIKE ist ein wissenschaftliches Institut und Limburg ist Dipl.Ing.

Sie reagierte nach wenigen Tagen mit einer ausführlichen Mail, in der sie beteuerte, dass zwischen Interview und Fertigstellung der Tenor der Doku geändert worden wäre. Von einer ursprünglich geplanten, betont wissenschaftlich Darstellung der  geführten Kontroverse über den menschgemachten Klimawandel, mit den verschiedenen Protagonisten, hin zu einer (moralisierenden) Bewertung von „Greta und ihren Feinden!“.

Das mag so stimmen, muss aber nicht stimmen, denn dagegen spricht, dass die Interviewerin ja ständig die Pappkameradin Greta mitführte und alle damit konfrontierte, auch mich. Also muss das vorbereitet worden sein. Trotzdem kann es sein, dass auch sie hinter die Fichte geführt wurden, auch wenn man ihnen dann eine gehörige Portion Blauäugigkeit unterstellen muss.

Und oft, zu oft, haben diese Leute fast immer ganz andere Agenda, als sie vor dem Interview kundtun. Interessant ist trotzdem – aus meiner Sicht -, zu erfahren, worauf sie wirklich aus sind, welche Verdrehungen sie dazu vornehmen und auf welche Weise sie die aus dem Hut zaubern.  Ob mit oder ohne Auftrag spielt dann eigentlich keine Rolle mehr.

Und all das bekommen sie offensichtlich bei der Journalistenausbildung beigebracht, Das Lernziel dort scheint zu sein:

Wie verkauft man Propaganda unmerklich als fairen Journalismus?

Andrerseits – und das wissen diese Leute natürlich auch- bekommen unsere Ansichten, wenn auch arg verdreht und oft in ihr Gegenteil verkehrt, durch sie eine öffentliche Plattform.

Nur gar keine Reklame ist schlechte Reklame, wusste schon der große Theaterkritiker Karl Krauss. Und er hat recht.

 

Die Anmache

Deswegen und nur deswegen erklärte ich mich bereit auch der netten Dame Jennifer Rezny, die im Auftrag des ORF arbeitet, ein Interview zu geben. Ihre Anfrage vom 14.8.19 lautete so: 

Sehr geehrter Michael Limburg,

für den ORF gestalte ich eine 45-minütige Dokumentation zum Thema Klimawandel/Klimaskepsis. Host der Sendung ist die Zeit im Bild-Moderatorin Mariella Gittler. https://der.orf.at/unternehmen/who-is-who/tv/fernsehstars-f-i/gittler100.html 

Gemeinsam sind wir auf der Suche nach Menschen, die dem Thema Klimawandel skeptisch gegenüberstehen und bereit sind, ihre eigene Meinung dazu öffentlich zu äußern. 

Im Zuge der Recherche ist uns aufgefallen, dass Sie in den Medien immer wieder eine kritische Haltung zum Thema einnehmen und sich diesbezüglich bereits öfter öffentlich zu Wort gemeldet haben. Wir fänden es daher spannend und wären sehr daran interessiert, im Rahmen der Dreharbeiten mit Ihnen ein Gespräch zu führen. Wir hoffen, dadurch möglichst diverse Meinungen in den Film einbauen zu können und unterschiedlichsten Argumentationen Platz einzuräumen. 

Wir sind ebenso offen für Vorschläge – vielleicht kennen Sie ja den ein oder anderen Kollegen (bestenfalls auch noch jemand aus Österreich), den Sie uns empfehlen können. 

Der Drehzeitraum ist zwischen 16.9. und 30.9.2019 geplant. Wir können theoretische auch nach Deutschland reisen oder würden für Ihre Reisekosten aufkommen, sollten Sie für ein Interview nach Wien kommen können. Vielleicht sind Sie ja auch zufällig in den kommenden Wochen sowieso in Österreich und könnten sich für ein TV-Interview Zeit nehmen? 

Sendetermin ist Anfang November im Hauptabend auf ORF 1. Produktionsfirma ist die Neulandfilm: http://www.neulandfilm.at/ 

Haben Sie Interesse mitzuwirken?

Mit lieben Grüßen und der Bitte um baldige Rückmeldung,

Jennifer Rezny

Regisseurin, Autorin

 

Mit keinem Wort erwähnte sie darin – auch nicht in den Folgemails- dass es ausschließlich um Greta Thunberg – der neuen Jungfrau von Orleans, gehen sollte. Auch nicht vor und auch nicht während des Interviews. Das hätte sie vorher nicht gewusst, beteuerte sie als Antwort auf meine Beschwerde. Nun ja, wie kam es denn, dass die Interviewerin ganz am Ende eine Pappkameradin der heiligen Greta aus dem Rucksack zauberte und dazu einige, recht einfache Fragen (Siehe Ende dieses Beitrages) stellte?

Ich sagte daher zu und das Ergebnis war dieser Film(siehe oben):

Dok 1 Die Feinde der Greta Thunberg Do., 7.11.2019

 

Angekündigt wurde er mit diesen Worten:

„Die einen verehren sie als Heldin, die anderen verachten Greta Thunberg. Dok 1 wirft einen Blick in die Welt der Feinde der jungen Klimaaktivistin. „Meiner Meinung nach ist sie ein armes, krankes Kind. Ihre Eltern sollten eingesperrt werden.“ So drastisch äußert sich Michael Limburg, der den menschengemachten Klimawandel in Abrede stellt. Mariella Gittler fällt es schwer zu verstehen, warum die junge Frau so viel Ablehnung erfährt und stellt sich die Frage: „Warum wird Greta Thunberg so leidenschaftlich gehasst?“ Auf der Suche nach Antworten spricht sie mit Befürwortern und Kritikern Gretas sowie mit Industrievertretern und Experten.“

Da haben wir also den Beweis, dieses hinter die Fichte führen, denn, liebe Leser, finden Sie in der Anfrage zum Interview irgendeinen Hinweis, dass es um Greta Thunberg und „ihre Feinde“ gehen sollte?

Nein? Ich auch nicht. Und zu Gretas „Feinden“ zähle ich mich bis heute nicht. Und „verachten“ tue ich sie auch nicht. Warum auch?

 

Das Interview

Doch aus schlechter Erfahrung gewitzt, hatte ich im Vorfeld darauf bestanden einen Videomitschnitt zu machen, wobei Frau Rezny mir zusicherte, dass ich von ihnen auch ein Transkript des Interviews bekommen sollte. Sie finden es hierTranscript DT04_1_Hr.Limburg mit Schnitt.Und dieses Transskript zeigt sehr schön auf, wie man die gewünschten Ergebnisse produziert.

Das Interview – fast eine Stunde lang – drehte sich fast nur um die Themen, die in der Anfrage angekündigt worden waren, und nur am Rande, nach fast 45 Minuten, um dieses bedauernswerte, von ihren Eltern schwer missbrauchte Kind.

Hier die gezeigten Ausschnitte und was sonst noch dazu gehört hätte

Interviewerin Gitteler beginnt mit der Frage, die auch im Beitrag gezeigt wird

TC 11:35:12:20 Interviewerin:

Herr Limburg, Sie sagen ja, der menschengemachte Klimawandel sei Schwindel.

Weggelassen wird hier schon der 2. Teil der Frage, ebenso meine Antworten darauf:

Können Sie uns die These des menschengemachten Klimawandels widerlegen, kurz und bündig sofern das geht? 

TC 11:35:24:12 Limburg:

Ich drehe es um. Können Sie es belegen?

TC 11:35:27:24 Interviewerin:

Ich frage ja Sie. Deshalb bin ich hier. 

TC 11:35:31:02 Limburg:

Wenn jemand – in der Wissenschaft ist es so: Wenn einer eine Hypothese aufstellt, eine neue Hypothese, dann muss er Beweise dafür vorlegen und auch die Methoden, die er anwendet, und die Daten, die dazu verwendet werden, um diese Hypothese, die ja noch reine Theorie ist, zu belegen. Und dann sind die anderen Wissenschaftler aufgerufen, wenn sie das interessiert, Gegenbeweise zu finden oder Bestätigungen und dann wird das Ganze verfestigt oder nicht und das ist in diesem Falle auch nötig. Aber wenn Sie sich die Mühe machen, was ich Ihnen nicht empfehlen würde, die vielen tausend Seiten der bisher fünf IPCC, also Intergovernmental Panel on Climate Change-Berichte, zumindest nur durchzustöbern, ob an irgendeiner Stelle ein Beweis für die Idee, dass das CO2, insbesondere das menschgemachte Kohlendioxid, für die Temperaturerhöhung verantwortlich ist, wo der steht, wie der Nachprüfbare vorhanden ist, dann werden Sie nichts finden, absolut nichts. Und das geben die Leute, die das vorantreiben auch zu, die Wissenschaftler. Die sagen ja, weil das Klima ja von so vielen Einflussgrößen abhängt, können wir das in der Natur nicht nachweisen durch Beobachtung. Wir können auch keine Versuche machen. Aber was wir machen können, ist es Computermodelle zu erstellen. Und wir können nur mit numerischen Modellen versuchen, die Natur nachzubilden, und da kommt das raus. Nun ist das natürlich eine Möglichkeit, überhaupt einmal darüber nachzudenken, wie man das nachbaut und dann muss man aber auch versuchen, die Ergebnisse an der Wirklichkeit zu messen….

 

Stattdessen macht man einen kräftigen Sprung bis fast zum Ende des Interviews und schiebt die Frage nach, um der es dem Duo Rezny/Gittleler nur ging.

…glauben Sie denn, dass sich Leute gut fühlen, wenn Sie Angst vor dem Klimawandel haben?

TC 12:13:10:21 Limburg:

Ja, sie veranlassen Menschen Dinge zu tun, die sie sonst nicht tun würden. Angst ist da ein schlechter Ratgeber, wenn Sie sich mal die Greta ankucken. Dass dieses Mädchen wahnsinnige Angst hat, das sieht man ihr an und dass sie diese Angst in Hass ummünzt, die von allen, die ihrer Meinung, ihrem Wollen nicht sofort folgen, das kann man ihr auch ansehen.

..weggelassen wird dann noch der wichtigste Teil meiner Antwort, nämlich..

…Insofern sind – wenn ich dann das tue, was sie eben sagt, und dem folge, dann fühle ich mich doch erst mal gut, ich gehöre zu den Guten. Geht mir jedenfalls so. Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist.

..stattdessen reißt man aus meiner Antwort auf eine andere Frage diese Sentenz aus dem Zusammenhang…

.-Ein Kind wird da missbraucht als unantastbare, heilige Jungfrau von Orléans oder was immer – das ist eine Schande für diese Gesellschaft-

Dann folgt die nächste Frage, sie stößt zu ihrem eigentlichen Thema vor 

TC 12:13:41:15 Interviewerin:

Mhm. Da sind wir eigentlich schon bei meiner nächsten Frage. Was halten Sie denn von Greta Thunberg?

TC 12:13:45:24 Limburg:

Ich denke, das ist ein Missbrauch eines kranken Kindes, wie es schlimmer nicht sein kann.

Und weggelassen wird meine umfangreiche Begründung

… Wir haben das leider auch in der Vergangenheit zig mal erlebt, von den Kinderkreuzzügen angefangen über die Kinder von Florenz durch Savonarola,bis hin zu der bolschewistischen Jugend, der Hitlerjugend und anderen Jugendbewegungen. Sie können junge Leute schnell begeistern. Die sind ja noch nicht ausgereift. Im Verstand und im Wissen schon gar nicht. Deswegen schickt man sie auch auf die Schule, dass sie was lernen. Ich hatte an sich angenommen, dass sich das totläuft, aber da lag ich wieder mal falsch. Nachdem sie in Kattowitz aufgetreten war und niemand zugehört hatte, hat man zwar im Fernsehen so geschnitten, dass es aussah, als ob das ein Erfolg war. War es aber nicht. In der Halle war kein Mensch, außer den Leuten, die das veranstaltet haben, und dem schwedischen Fernsehen. Aber das hat sich dann doch scheinbar anders entwickelt, wie man sieht. Und jetzt machen alle Kotau vor Greta. Also das ist ein autistisches Mädchen, beherrschbare Krankheit, aber ist eine psychische Krankheit…

Stattdessen kommt direkt:

…Ich finde die Eltern verantwortlich, die gehören meines Erachtens nach ins Gefängnis, wenn sie mit ihrem Kind so umgehen.

Und weggelassen wird wieder..

.. Man kann dem armen Mädchen nichts Schlimmeres tun, die Schwester ist ja noch ein bisschen schlimmer dran, als das, was man mit ihr jetzt anstellt.

Nun ist Frau Gitteler in ihrem Element, beim Thema Greta Thunberg

Denn sie fragt.

TC 12:15:02:08 Interviewerin:

Also Sie glauben nicht, dass Greta das auch aus eigenem Interesse tut und weil es ihr wichtig ist.

TC 12:15:06:17 Limburg:

Doch, doch, doch, natürlich. Wenn ich die Geschichte verfolge – sie hat ja schon kräftige Störungen vorhergezeigt, hat sich stundenlang mit einer Banane beschäftigt, bevor sie die essen konnte, dieses und jenes. Und jetzt hat sie den Fokus für ihre Wut, für ihre Angst, für ihre Panik gefunden im Klimawandel und ihr wird eingeredet, sie kann da was dagegen tun. Das meint sie alles bitterernst. Wir sind die Bescheuerten, die das ernst nehmen. ..

Wiederum weglassend, bzw. nach vorn verschoben

Ein Kind wird da missbraucht als unantastbare, heilige Jungfrau von Orléans oder was immer – das ist eine Schande für diese Gesellschaft-

 

..TC 12:15:45:11 Interviewerin:

Das heißt, die Fridays for Future-Bewegung können Sie auch nicht nachvollziehen? 

TC 12:15:49:06 Limburg:

Überhaupt nicht. Überhaupt nicht. Zumal die Kinder, die da hüpfen und tanzen und singen und sofort alles einstellen wollen, sich gar nicht mehr im Traum vorstellen können, was das für sie bedeutet. Weder werden sie zur Schule gebracht, noch können sie ihr Handy benutzen, noch können sie sonst irgendwas machen. Das bringen die einfach nicht zusammen. Ich verstehe die Eltern nicht. Ich war neulich bei einer Anhörung in Hannover und werde jetzt morgen bei einer Anhörung in Düsseldorf sein, die sowas von ihren Kindern erwarten und sie noch dabei fördern. Also die Welt ist verrückt geworden in meinen Augen. Uns geht es offensichtlich zu gut. Wenn man mich fragt, woran liegt das, kann ich auch nur sagen, das ist eine Vermutung: Wenn’s dem Esel zu gut wird, geht er aufs Eis tanzen. Also wir haben mit Sicherheit andere Sorgen als diese, aber es ist eben schön, einfach und ja, man kann auch fordern, brüllen, machen, tun, seinen Unmut hinausschreien, all das gebongt. Aber die Kanalisierung in den sogenannten „Klimaschutz“ ist eine Schande. Wirklich eine Schande…

Und auch … 

TC 12:20:43:02 Interviewerin:

Was würden Sie denn jungen Leuten sagen? Also was sollen die denn Ihrer Meinung nach besser tun?

TC 12:20:50:15 Limburg:

Die sollen sich vor allen Dingen sachkundig machen. Sachkundig machen – was steckt dahinter? Welche Motive sind das? Sind die ehrlich oder sind die vorgeschoben? Und sich dann entscheiden. Aber vor allen Dingen sollen sie sich keine Angst machen lassen. Das ist ja das, was diese Greta-Bewegung auszeichnet, die wahnsinnige Angst vor einer Klimakatastrophe, dass ihnen die Zukunft genommen wird. Mein Gott, seid doch mal ein bisschen optimistisch. Wie gesagt, der Mensch hat die besten Möglichkeiten. Wir haben Geld, wir haben Know-how, wir haben Fähigkeiten, wovon unsere Vorfahren nicht mal im Traum dachten, dass sie die haben können, wir haben trotzdem diese Welt gewonnen. Ich kann mich noch gut erinnern: Anfang der Sechzigerjahre, als die Berlinkrise war und der Atomkrieg jeden Tag vor der Tür stand. Da muss man’s mit Luther halten. Lass uns doch ein Apfelbäumchen pflanzen… etc.

 

TC 12:22:16:20 Interviewerin:

Aber was ist denn, wenn sich herausstellt, dass die Klimakrise auch real wird oder ist? 

TC 12:22:22:07 Limburg:

Ich sage das ja: die Möglichkeit, die wir als Menschen viel mehr als jede andere Spezies haben, ist sich anzupassen. Ich habe Ihnen ja die Beispiele genannt. Dann bauen wir eben Dämme gegen zu hohe Fluten. Al Gore hat sich vor Jahren schon ein Hochhaus in San Francisco gekauft, weil er geglaubt hat, dass der Meeresspiegel („.. so hoch steigt“), hätte er das vielleicht doch nicht gemacht. Oder irgendjemand anders von diesen Großkopferten auch. Also das wird von allen nicht so richtig ernst genommen. Und wenn Sie sich die Daten ansehen, dann ist es auch nicht ernst. Kann nur ernst werden. Klima kann sich immer ändern und dann tue ich eben etwas dagegen. Wir sind die beste Generation, die überhaupt je gelebt hat. Wir haben Kapital, wir haben Know-how, wir haben die Zahl der Menschen. Wir können alles tun, um uns anzupassen. Überhaupt kein Problem. Wir haben genügend Energie, wir können – was habe ich gerade gelesen:  Kernreaktoren auf Schiffen sind jetzt nach 5 000 Kilometern Seereise im Hafen von Kamtschatka gelandet und versorgen 100 000 der Leute dort, die sonst keinen Strom hätten oder nur unter unzähligen Schwierigkeiten zu Strom kämen, mit Strom. Die haben im Winter minus fünfzig Grad und der Sommer ist zwei Monate lang. Die sind drauf angewiesen. Wir haben also Energie, wir haben fossil oder Kern, meinetwegen auch alternative Energien, aber die müssten dann eben funktionieren und bezahlbar sein. Warum dann nicht? Das ist meine Antwort. Habt Zuversicht, glaubt an eure Fähigkeiten und dann machen wir das, wenn’s Zeit ist. Anderes ist unnütz. Und gefährlich

..

Und etwas später verfolgt sie die heiße Spur der bösen, alten weißen Männer

TC 12:24:01:03 Interviewerin:

Ich habe jetzt in meinen bisherigen Gesprächen und auch Interviews immer öfter das Gefühl bekommen, dass sich gerade die älteren Generationen, gerade von der Fridays for Future-Bewegung, sehr angegriffen fühlen oder irgendwie beschnitten, auf den Schlips getreten. Können Sie sich das erklären? Ist das eine Art Bevormundung, die nicht -…

 

unterschlägt dann aber den ersten Teil meiner Antwort:

TC 12:24:21:23 Limburg:

Nein, das ist die billige Art und Weise, hatte ich ja gesagt, wenn ich angegriffen werde, dann nicht mit Argumenten, sondern: „Der alte Mann hat ja keine Ahnung.“ Oder noch schlimmer: „Der böse, weiße, alte Mann“ oder was immer. Pfft. So what?

Wovon sie nur brachte:

Wenn man ein bisschen nachdenkt, und das tun die eben nicht, dann weiß man das alles, wovon wir hier gut leben, wie wir fahren, wie wir essen, wie wir trinken, wie wir wohnen, wie wir heizen, wie wir uns unterhalten über lange Distanzen, fast zu 99 Prozent von weißen, alten Männern erfunden wurde. Also ganz so schlecht können wir nicht gewesen sein. Die heute billigere Art und Weise ist, jemanden anzugreifen. Was kratzt es die Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt? 

TC 12:25:05:01 Interviewerin:

Aber ich meinte jetzt gar nicht EIKE im Speziellen, ich meinte jetzt –

TC 12:25:07:12 Limburg:

Die Eiche, habe ich gesagt. 

TC 12:25:10:02 Interviewerin

Ich dachte die EIKE. Ich meinte jetzt gar nicht das im Speziellen. Sondern generell erlebe ich, dass ältere Menschen sich von den Jungen durch dieses Streiken sehr angegriffen fühlen. Können Sie das nachvollziehen? 

TC 12:25:20:10 Limburg:

Das war doch schon immer so. Das ist ja nichts Neues.

Und etwas später

TC 12:31:29:14 Interviewerin:

(lacht) Greta. Wir machen das mit all unseren Protagonisten. Wenn Greta jetzt vor Ihnen stehen würde in Lebensgröße, was würden Sie ihr dann sagen? 

TC 12:31:39:21 Limburg:

Ich würde sie an die Hand nehmen und versuchen, sie aufzuklären, was sicherlich misslingen würde, weil sie als Autistin schwer irgendwelchen abweichenden Meinungen und auch Argumenten zugänglich ist. Und wenn man es mir gestattete, würde ich sie an die Hand eines guten Psychologen bringen, der sie dann von ihrer Krankheit ein bisschen heilen kann oder lindern kann, damit sie ein vernünftiges Leben vor sich hat, so ist es ja unerträglich. Panik, Furcht, Hass. Da ein Leben zu beginnen, ist ja für jeden Menschen unerträglich. Also man müsste ihr eigentlich die Last von den Schultern nehmen. Stattdessen wird sie missbraucht und trägt die Last weiter und glaubt, dass sie damit Anerkennung oder Änderung bewirkt.

 

Der Schlusakkord – Ihre öffentliche Reaktion –gesendet

Nachdem das alles gesagt und aufgezeichnet wurde, setzt sich Frau Gitteler doch tatsächlich in Potsdam hin und sinniert: 

„Michael Limburg und seine Aussagen lassen mich schon ein wenig ratlos zurück. Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum er so über Greta Thunberg denkt!“

Wie man aufgrund des vollständigen Interviews unschwer erkennen kann, muss die Antwort darauf lauten:

Meine Aussagen sind evtl. nur deshalb schwer nachzuvollziehen, wenn man sie absichtlich verstümmelt und aus dem Zusammenhang reißt.

Eine Technik, die das Duo  Rezny/Gitteler selber anwandte, um ihre Zuschauer in dieselbe, allein von ihnen selbst aufgestellte (oder ihnen aufgezwungene?) Falle zu locken.

Journoarbeit mal wieder mal vom Feinsten.

 

Ihre echte Reaktion – nicht gesendet

Noch bei mir im Hause klang das, was sie sagte nämlich ganz anders: TC 12:34:18:14 Interviewerin:

Herr Limburg, was mich jetzt als abschließende Frage noch interessiert: Man bleibt irgendwie in dieser ganzen Debatte sehr verwirrt zurück. Einerseits redet man, zum Beispiel habe ich mit einem Klimaforscher geredet von der BOKU Wien, heute habe ich mit Ihnen gesprochen. Wem soll man denn jetzt glauben als Normalsterblicher?

TC 12:34:38:07 Limburg:

Das ist ein großes Problem und wenn ich Ihnen jetzt eine kurze Antwort gebe, dann klingt die jetzt vielleicht ein bisschen hochmütig, aber ich zitiere Kant: „Sapere aude“, hat er mal gesagt. Nun bin ich kein Lateiner, ich habe das auch nachgelesen. „Bediene dich deines eigenen Verstandes.“ Dazu gehört natürlich erst mal, dass Sie den Äußerungen, die öffentlich über Sie hereinprasseln, erst mal misstrauen und sagen: „Was ist denn eigentlich los?“ Ich habe angefangen mit den 0,04 Prozent CO2. Davon ist der menschgemachte Anteil irgendwo zwischen ein und zwölf Prozent, also nochmal viel weniger als das, was da ist. Wirkt nur physikalisch, nicht chemisch, kann also nur eine extrem geringe Wirkung haben, wenn überhaupt. Das wissen die meisten nicht.

Die denken, wenn Sie die fragen, wie viel sind’s denn, bei den Grünen oder den Jugendlichen zehn, zwanzig, dreißig Prozent in der Atmosphäre, ist es bei weitem nicht.

Dann fragen Sie sich doch mal, was ist denn eigentlich passiert? Wir hatten zwei schöne Sommer hintereinander. Erfreulich und manchmal auch unerträglich warm.

Auf der anderen Seite, ich weiß nicht wo Sie hinfahren. Die meisten Deutschen lieben es, nach Mallorca zu fliegen, besonders, wenn die kalte Jahreszeit beginnt. Die Kanarischen Inseln sind ausgebucht über die Winter, zur Saison, weil die Leute alle ins Warme wollen. Was ist dann an Erwärmung schlimm? Im Gegenteil, es ist gut. Die Frage ist, was zu viel ist. Wenn ich also sehe, dass in Miami die Jahresmitteltemperatur bei vierundzwanzig Grad liegt und die Leute dort sehr lebendig sind und fröhlich, wo ist eigentlich das Problem? Das Problem ist eher, wenn’s kalt ist. Die Selbstmordrate in Finnland ist viel höher als sonst wo, weil die dunklen und kalten Nächte dunkle Tage haben –…..

 

Doch das zu senden hätte sie – wenn sie es denn versucht hätten – vermutlich den Job gekostet. Da setzt man sich lieber vor die Kamera in Potsdam hin und sinniert über Fragen, die so nicht gestellt wurden und über Antworten, die so nicht gegeben wurden. Manipuliertes Staatsfernsehen wie es sein soll.

Wer glaubt denen noch?

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Wenn es Wissenschaft ist, gibt es keinen Konsens. Wenn es Konsens ist, ist es keine Wissenschaft.«

Und es sollen sogar manchmal noch mehr sein, eine andere Studie bringt es gar auf eine Einigkeit von 99,96 Prozent aller Wissenschaftler. Wir müssen also auch nicht mehr drüber reden. Für Zweifler gilt: Klappe halten.

Im öffentlichen Rundfunk sollen sie eh nichts mehr sagen dürfen. Die BBC, ehemals ein für seine Seriosität gerühmter Sender, macht es vor und läßt keine »Klimaleugner« mehr ran. Honecker könnte es heute so schön haben.

Also Grund genug, die lästige Debatte zu beenden, den Klimanotstand auszurufen und Autos, Fleisch, Fliegen, Heizung zu verbieten. Für die meisten jedenfalls – eine kleine Gruppe soll dies dennoch weiter dürfen. Einige Orwellsche Schweine sind eben gleicher.

Doch vorher sollte man noch einmal daran erinnern, wie diese schräge Zahl in die Welt gesetzt wurde.

Der Kognitionspsychologe John Cook und seine Mitautoren suchten sich im März 2012 knapp 12 000 Studien aus der Flut wissenschaftlicher Studien aller Disziplinen heraus, die Tag für Tag veröffentlicht werden, in denen die Wörter »global warming« und »global climat change« vorkamen. Die Studien stammten aus den Jahren 1991 bis 2011 und mussten selbst nicht unbedingt etwas mit Klimaforschung im engeren Sinne zu tun haben.

Nun sind auch 12 000 so viele, dass kein Mensch die allein lesen kann. Cook ließ also lesen. Er beauftragte Freiwillige aus einer Art Bürgerinitiative, einem »citizien science project«, die Abstracts der Studien zu lesen und sie in ein Raster einzutragen. Vereinfacht gesagt verwarfen sie rund 66 Prozent der Arbeiten als ohne Position beziehend, rund 33 Prozent legten sie in der Rubrik »bejahend« ab und knapp ein Prozent in der Rubrik »abstreitend« ab.

Cook fand also 3896 Studien mit der Aussage, dass Menschen zur globalen Erwärmung beitragen.

In einem zweiten Durchgang bohrte er nach und befragte noch einmal Autoren, von denen wiederum 35,5 Prozent keine Aussage zur Ursache einer globalen Erwärmung machten.

https://ioppublishing.org/news/study-reveals-scientific-consensus-on-anthropogenic-climate-change/

Also ganz deutlich: Es handelt sich um Studien. Cook und Kollegen befragten nicht rund 12.000 Wissenschaftler, sondern untersuchten Studien. Ein Unterschied, denn in der Regel werden solche Studien immer von mehreren Autoren verfasst, häufig sogar von immer denselben. Das bedeutet: Die Anzahl der realen Autoren ist viel geringer. Cook & Co hätten mehrfache Autorennennungen rausfiltern müssen.

https://www.eike-klima-energie.eu/2013/06/17/die-betruegerische-studie-von-cook-ueber-den-97-konsens-ist-ein-marketing-trick-auf-den-einige-journalisten-hereinfallen-werden/

Das also sind jene 100 Prozent, die die Grundlage unserer »97 Prozent« bilden.

Wer große Zahlen liebt, könnte dagegen auch auf 31.487 amerikanische Wissenschaftler verweisen, die eine Petition unterzeichnet haben, in der die Vereinigten Staaten aufgefordert werden, vom Kyoto Protokoll und anderen Klimavereinbarungen zurückzutreten. Denn es gebe keinerlei Beweis für eine menschengemachte Klimaerwärmung.

http://www.petitionproject.org

Jetzt werfen wir noch einen einordnenden Blick auf die Gesamtzahl der Wissenschaftler weltweit, die sich naturgemäß nicht genau angeben läßt. Allein China entließ 2013 über sechs Millionen Hochschulabsolventen. Je nachdem, wer unter die Rubrik »Wissenschaftler« fällt und wie man die Grenze zieht, könnte man von einer Zahl um die 50 Millionen ausgehen. Vielleicht sind es auch noch mehr. Aber das spielt keine Rolle.

Irgendwie scheint da die Zahl jener Wissenschaftler zu verblassen, die von einem menschengemachten Klimawandel ausgehen. Fast hundertprozentige Übereinstimmung sieht anders aus.

Der verstorbene Wissenschaftsautor ( Jurassic Park ) Michael Crichton schrieb übrigens: »Wenn es Wissenschaft ist, gibt es keinen Konsens. Wenn es Konsens ist, ist es keine Wissenschaft.«




Gau im Illusionsreaktor (3) – den Wahnsinn anschaulich machen

Ich will hier keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben, davon gibt es bereits genug. Ich will versuchen, mit einigen einfachen Vergleichen den Energiewende-Unfug auch denen verständlich zu machen, die sonst nichts mit Physik am Hut haben. Und ja, natürlich hinken meine Vergleiche. Ich werde trotzdem versuchen, mal eben kurz zu erklären, wie das Stromnetz funktioniert, was Energiedichte ist und was die deutsche CO2-Reduzierung zur Weltrettung beitragen kann – deshalb ist es ein langer Artikel geworden.

Fangen wir damit an, ob das Ziel der Deutschen Energiewende, den CO2-Ausstoss in Deutschland zur Rettung des Klimas um irgendeine Prozentzahl – seien es 60 oder gar 96 Prozent – zu senken, überhaupt Sinn macht. Kann das vergleichsweise kleine Deutschland nennenswert zur weltweiten Klimarettung beitragen?

Der Eiffelturm und ein Blatt Papier

Die Atmosphäre besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 21 Prozent aus Sauerstoff – das sind 99 Prozent. Argon, Dämpfe und Spurengase machen 0,93 Prozent aus. Jetzt sind wir sozusagen beim DDR-Wahlergebnis: 99,93 Prozent, immer noch ohne CO2.

Video von Hannes Stein zu dem Verhältnissen des Spurengases CO2 zur Masse der anderen Bestandteile der Atmosphäre. Um jedem Hinweis auf die Wirkung von Giften in geringsten Mengen vorab zu begegnen. CO2 ist chemisch fast völlig inaktiv, und physikalisch auch nur sehr selektiv (2 schmale IR Banden) wirksam. Ein möglicher Giftvergleich führt als bewusst in die Irre.

Nur 4.000 von 10 Millionen Molekülen in der Atmosphäre sind CO2, das sind 0,04 Prozent. Von den 4.000 CO2-Molekülen sind 120 menschengemacht. Von diesen 120 menschengemachten CO2-Molekülen stammen drei (3) aus Deutschland, das sind 0,00003 Prozent der Atmosphäre. Drei CO2-Gasmoleküle von 10 Millionen Gasmolekülen in der Atmosphäre sind Gasmoleküle aus Deutschland. Der deutsche Beitrag zum weltweiten CO2 ist so viel, wie ein Blatt Papier im Vergleich zum Eiffelturm.

Um sich das bildlich vorstellen zu können, machen wir mal einen Höhenvergleich daraus: Wenn die Erdatmosphäre so hoch wie der Eiffelturm (324 m) wäre, dann wäre

  • Stickstoff etwa 253 m hoch, so wie der Messeturm in Frankfurt.
  • Sauerstoff wäre 68 m hoch, so etwa wie die Thomaskirche in Leipzig.
  • Argon und die Spurengase wären 3 m hoch, wie das Goethe-/Schiller-Denkmal in Weimar.
  • CO2 wäre so hoch wie ein Kugelschreiber, etwa 13 cm.
  • Und der deutsche Anteil am CO2 wäre so hoch wie ein Blatt Papier, nämlich 0,1 mm.

(Danke an die Ersteller dieses sehenswerten Videos)

Deutschland will eine gigantische energetische Transformation einleiten, die das gesamte Leben der Gesellschaft umkrempelt und möglicherweise zur De-Industrialisieung führt: wegen 0,00003 Prozent CO2? Die Welt wird jedenfalls auch dann nicht gerettet werden, wenn Deutschland sich samt seiner Bevölkerung aus unergründlichen Gründen plötzlich in CO2-freie Luft auflösen würde.

Wie funktioniert ein Stromnetz?

Wenn Deutschland dennoch eine Dekarbonisierung der Stromerzeugung versuchen will – ist es dann technisch möglich, die Versorgungssicherheit ohne großtechnische Speicher zu gewährleisten?

Waren Sie, lieber Leser, schon einmal in einem alten Fabrikmuseum? Da gibt es eine große Welle mit vielen Riementreibrädern unter der Decke – so lang wie die ganze Werkhalle. Diese Welle dreht sich mit konstanter Drehzahl, angetrieben von einer Dampfmaschine über einen Riementrieb auf der einen Seite. Diese Welle versinnbildlicht das Stromnetz. Das Netz stellt physikalisch eine starre Welle dar, die sich mit 50 Umdrehungen pro Sekunde im ganzen Land – von München bis Hamburg – überall gleich dreht. Die Stromnetzwelle wird von tausenden „Dampfmaschinen“ – den Kraftwerken – angetrieben, und Millionen Verbraucher können, ohne zu fragen, beliebig Verbraucher zuschalten.

In unserem Museum stehen unter der Welle in Reih und Glied die Werkzeugmaschinen. Das sind die Verbraucher. Jeder Arbeiter in der Halle kann jetzt bei Bedarf den Treibriemen seiner Maschine auf die sich drehende Welle werfen (daher kommt der Ausdruck: „den Riemen auf die Orgel werfen“) und somit Last abnehmen – also in unserem Sinne Strom verbrauchen. Rein physikalisch sinkt jetzt durch die neue Belastung die Drehzahl der Welle. (Etwa wie bei einem Auto, das plötzlich den Berg hoch muss). Die Dampfmaschine „gibt etwas mehr Gas“, der Fliehkraftregler öffnet die Dampfzufuhr und hält die Drehzahl konstant.

Wenn jetzt viele Arbeiter gleichzeitig den Riemen auf die Orgel werfen, dann MUSS die Dampfmaschine stark genug sein – und zwar sekundengenau – um die Drehzahl konstant zu halten, sonst dreht sich die Welle durch die Überlast immer langsamer. (Das ist wie beim Auto: Wenn der Motor nicht genug Leistungsreserve für den Berg hat, geht die Drehzahl runter und der Motor wird eventuell „abgewürgt“).

Wie man das Netz „abwürgen“ kann und was dann passiert

Bei unserem Stromnetz darf sich die Welle aber nur minimal langsamer als 50-mal pro Sekunde drehen, schon bei unter 49 Umdrehungen pro Sekunde fallen ganze Teile des Netzes aus, bei 47,5 U/sec wird es „abgewürgt“ – die Kraftwerke fallen aus, es kommt zum Blackout.

Das System muss so ausgelegt werden, dass sich die Drehzahl unserer „Netzwelle“ weder nach oben oder nach unten ändert, sonst bricht das Netz zusammen, und es gibt einen Blackout. Beim Blackout fällt die Dampfmaschine aus, die Welle bleibt stehen und nichts geht mehr. Die Netzbetreiber können ein Lied davon singen, was bei Halbzeitpausen von populären Fußballspielen im Netz passiert, wenn Millionen von Zuschauern plötzlich in Klo oder Küche Licht anmachen und Kaffeekessel oder Bratpfanne anwerfen.

Das bisherige Stromnetz war für solche Belastungsschwankungen ausgelegt. Große Kraftwerke konnten wetterunabhängig Tag und Nacht Grundlast liefern und die Welle konstant drehen. Die Belastungsschwankungen wurden durch Mittel- und Spitzenlastkraftwerke vom Netzbetreiber sauber ausgeregelt, die Netzwelle drehte sich konstant mit 50 Umdrehungen pro Sekunde, egal was die Kunden machten.

Wenn Kunden von launischen Stromquellen abhängig werden

Deutschland hatte eine der zuverlässigsten Stromversorgungen der Welt und Stromausfälle waren unbekannt – der Strom kam in Deutschland seit mehr als 50 Jahren aus der Steckdose. Durch die Energiewende wird nun die ganze Funktionalität des Netzes umgebaut. Das Netz muss jetzt in die Lage versetzt werden, den Strom von abertausenden kleinen Stromquellen wie Windräder und Solardächern „einzusammeln“ und dann wieder an Millionen Kunden zu verteilen und dabei immer die 50 Umdrehungen pro Sekunde einzuhalten. Die „erneuerbaren“ Stromquellen sind dazu noch wetter- und tageszeitabhängig. Jetzt machen also nicht nur die Kunden im Stromnetz, was sie wollen, sondern auch noch die Stromerzeuger. Wo früher fünfmal im Jahr eingegriffen werden musste, sind es heute tausende Male.

Mit jedem Windrad, was ans Netz geht, wird dessen konstante Drehzahlregelung des Stroms schwieriger. Mit jedem Großkraftwerk, das vom Netz geht, wird die Unsicherheit der Versorgung größer. Bei Flaute oder Dunkelheit reicht die Erzeugung nicht mehr und die Drehzahl geht runter. Ohne Großkraftwerke könnten nur noch die Nachbarn, die Strom noch mit Kernkraft oder Kohle herstellen, die Versorgungslücken ausgleichen. Anders wäre es, wenn es großtechnische Stromspeicher gäbe, was mitnichten der Fall ist. Die einzige Möglichkeit: Der Strom muss für die Verbraucher rationiert werden, anders geht es nicht. Wer etwas anderes behauptet, hat in Physik nicht aufgepasst oder schwindelt.

Der gern gepflegte Mythos der Energiewende: „Irgendwo ist immer Wind“ ist ungefähr so wahr, wie der Slogan „Wind und Sonne schicken keine Rechnung“. Eine umfassende Auswertung der Wetterdaten über viele Jahre durch die VGB (Vereinigung der Grosskesselbetreiber) ergab, dass es durchaus und nicht selten europaweite Dunkelflauten gibt (hier und hier, beide Studien können komplett heruntergeladen werden).

Für eine der nicht seltenen zweiwöchigen Dunkelflauten würde man zur Stromversorgung Deutschlands 21 Terawattstunden Speicherkapazität benötigen. Es sind aber nur 0,04 Terawattstunden vorhanden. Das sind die 36 deutschen Pumpspeicherwerke – alle anderen Speicher tragen gar nicht messbar bei. Um also die zweiwöchige Dunkelflaute zu beherrschen, benötigt man zusätzlich 17.500 Pumpspeicherwerke der gängigen Größe, die es nicht gibt und die man auch schon auf Grund geologischer Gegebenheiten in Deutschland nicht bauen kann.

Schweinshaxe oder Gemüsebrühe – was stillt den Hunger?

Die „erneuerbaren“ Energien haben neben ihrer Unzuverlässigkeit noch ein weiters schwerwiegendes Problem. Sie haben eine niedrige „Energiedichte“. Was ist das nun wieder? Das lässt sich am besten am Vergleich mit gutem Essen festmachen.

Die mittelalterlichen Energiequellen Sonne und Wind haben eine extrem niedrige Energiedichte. Es braucht riesige Geräte oder Flächen, um damit wenig Strom erzeugen zu können. Das ist vergleichbar mit einer Gemüsebrühe ohne Gemüse – man muss die Brühe literweise löffeln und wird nicht satt. Deshalb waren die Menschen im Mittelalter im wahrsten Sinne des Wortes energiehungrig. Auch die biologischen Energieträger Holz und Energiepflanzen haben eine niedrige Energiedichte – zu vergleichen mit einer dünnen Gemüsesuppe, die nicht vorhält. Wegen der niedrigen Energiedichte braucht man für die Versorgung von Bioreaktoren so riesige Anbauflächen.

Die fossilen Energieträger Öl und Kohle, auch Erdgas unter Druck, haben eine recht gute Energiedichte, vergleichbar mit einer reichhaltigen Erbsensuppe mit Speck und Würstel. Man wird satt und es hält vor. Mit einem Tank Diesel können Autos tausend Kilometer fahren.

Die höchste bekannte Energiedichte hat die Kernenergie. Das ist wie Grillhaxe mit Buttercremetorte und Schlagobers obendrauf. Die Energiedichte von Uran ist extrem hoch. Die Spaltung von 1 kg Uran setzt ca. 24.000 Megawattstunden = 24 Millionen Kilowattstunden Wärme frei – gleich viel wie die Verbrennung von ca. 3.000 Tonnen Steinkohle.

Die Energiedichte der „Erneuerbaren“ lässt sich kaum noch verbessern, sie ist physikalisch begrenzt. Selbst in der Sahara um die Mittagszeit kommt nur eine bestimmte Menge Sonnenlicht pro Quadratmeter an. Da hilft auch der revolutionärste Kollektor nichts, mehr als ankommt, kann nicht herauskommen – sonst wäre es ein Perpetuum mobile. Im gängigen Szenario der Bundesregierung erfordert allein die in der Planung „onshore“ angesetzte Windenergie im Mittel – über Stadt und Land verteilt – alle 2.5 Kilometer im Raster ein Windrad. Für die Sonnenenergie sind zusätzlich Solarzellen mit einer Zellenfläche von mehr als tausend Quadratkilometern erforderlich. Dies, obwohl alle Vorteile der „Sektorkopplung“ (Kraft-Wärmekopplung, Wärmepumpen und Speicher usw.) in die Schönrechnung schon einbezogen sind. Wie realistisch so etwas ist, mag jeder selbst beurteilen.

Immer neue Wunderwaffen werden angekündigt

Merkel fordert nun eine „nationale Kraftanstrengung“ zur Bewältigung der „Riesenaufgabe des Kohleausstiegs“. Eifrigst strengen sich die Medien an und künden, im Wochentakt und ohne rot zu werden, von immer neuen Energiewendewunderwaffen, von der Schusterkugel bis zum Raschelkraftwerk.

Ein paar Beispiele für Hoffnungsträger der Energiewende:

Da wäre die Kernfusion. Nur, da gibt es die „Haferburgsche Fusionskonstante“. Die besagt, dass es noch genau 50 Jahre bis zur Industriereife dieser Technologie dauert – unabhängig vom Zeitpunkt der Betrachtung (Ironie aus). Und ich möchte sehen, was die Grünen dazu sagen, wenn Deutschland den Bau des ersten großen Kernfusionsreaktors bei Stuttgart plant.

Oder – es klingt wunderbar: Aus überschüssigem Windstrom Wasserstoff erzeugen, der zum Beispiel in Brennstoffzellen eingesetzt werden kann. Oder gar in einem weiteren Schritt, der Methanisierung, Gas erzeugen, das gleichzeitig einen riesigen Speicher darstellen kann, wenn wir einmal eine Dunkel-Flaute über zwei Wochen haben. Dieses Gas dann wieder zu verbrennen („Rückverstromung“) ohne erneuten CO2-Ausstoß – das sind die großen Pläne. Auch künstliche Kraftstoffe mit hoher Energiedichte letztlich aus Ökostrom herzustellen, wäre eine tolle Idee. Brecht sagt dazu:

„Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ‚nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.“ 

Ich habe ein Problem mit Verfahren mit extrem niedrigem Wirkungsgrad, wie bei der Elektrolyse, der Methanisierung oder gar der „Rückverstromung“. Wirkungsgrade der Umwandlungsketten multiplizieren sich nun einmal und wenn am Ende 0,25 herauskommt, kann man das als Ingenieur nicht gut finden – weil es nicht bezahlbar ist. Eine Kilowattstunde kostet dann beim Kunden mehr als einen Euro statt 30 Cent. Und ich habe ein Problem damit, dass der Wasserstofftank eines Autos 300 Bar aushalten oder auf minus 250 Grad Celsius gekühlt werden muss, um auf akzeptable Reichweiten zu kommen.

Neckarsonne – der größte Mogelantrieb der Welt

Mal eine kleine Anekdote, wie Sie mit Halbwahrheiten bei der Energiewende veräppelt werden: Haben Sie schon mal von dem Projekt des „Heidelberger Solarschiffes Neckarsonne“ gehört?  Die Medien jubeln: „Der weltweit größte Solarkatamaran auf dem Neckar. Angetrieben von der Kraft der Sonne gleitet er bei 50-minütigen Rundfahrten über den Fluss. In den zwei Bistrotheken auf der „Neckarsonne“ gibt es Speisen und Getränke in reichlicher Auswahl. Das Schiff kann auch für besonderes Anlässe, wie Firmen- oder private Feiern, gemietet werden“.

Nun rechnen wir mal nach: Ein Haarfön oder ein Tauchsieder haben typisch 2.000 Watt (2 kW) Leistungsaufnahme. Das Heidelberger „Solarschiff Neckarsonne“ benötigt bei voller Fahrt 54 kW. Um die zu erzeugen, verfügt es über ca. 20 Quadratmeter Solarzellen, die mit schrägem Lichteinfall bestenfalls 1 kW beisteuern. Das reicht nicht für einen Haarfön und kaum für die Bordküche. Das Solarschiff gleitet also komplett mit Energie aus dem öffentlichen Stromnetz für die Ladung seiner Batterien über den Fluss – 50 Minuten lang. Dann muss es wieder an die Steckdose.

Zum Glück geht es dem Smart-Grid wie dem BER

Das Zauberwort der Energiewender heißt „Lastmanagement mit dem Smart-Grid“. Frei übersetzt heißt das: Strom gibt es eben nur dann, wenn der Wind weht und die Sonne scheint. Oder es gibt Strom auf Marken.

Zum Glück geht es dem Smart-Grid wie dem BER, es funktioniert nicht. Sollte es eines Tages wirklich mal funktionieren, gäbe es Stromtarife je nach Wind und Sonne. Ihr Smartmeter-Zähler zu Hause würde entscheiden, wann ihr Fernseher oder Geschirrspüler läuft oder das Elektroauto geladen wird. Ich überlasse es Ihrer Fantasie, was das für die Verbraucher bedeutet. Nur eines ist sicher – beim Lastmanagement werden Einige gleicher sein als die anderen Gleichen. Für die Industrie ist das teilweise heute schon der Fall, Großverbraucher werden bei Bedarfslücken abgeschaltet – und müssen vom Steuerzahler dafür üppig entschädigt werden. Werden künftig bei Stromabschaltungen zu Hause dann die Steuerzahler vom Steuerzahler entschädigt?

Die Deutsche Energiewende leidet unter einem nicht korrigierbaren Konstruktionsfehler: Ohne eine bezahlbare großtechnische Speichertechnologie ist die stabile Versorgung eines Industriestaates mit Elektroenergie durch Wind- und Solar nicht zu gewährleisten. Diese Speichertechnologie ist noch nicht erfunden. Ohne eine bezahlbare, zuverlässige und großindustriell nutzbare Speichertechnologie muss die Energiewende scheitern. Es sollte uns zu denken geben, dass kein einziges Land der Welt den deutschen Vorreitern folgt – so werden aus Vorreitern schnell vom Klimawahn gepackte Geisterreiter. Ein Wahn, wenn er die Masse erfasst, entfaltet womöglich größere Zerstörungskräfte als eine Atombombe.

Im nächsten Artikel befasse ich mich mit dem wirtschaftlichen Aspekt der Energiewende.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier