Klimarealist zu sein kann Jobverlust bringen! Prof. Vahrenholt verliert seinen Job bei der Deutschen Wildtierstiftung

„Deutsche Wildtier Stiftung und Vorstand Prof. Dr. Fritz Vahrenholt trennen sich“ ist die Pressemitteilung zur offenbar de facto-Entlassung des Mannes, der seit 2012 an der Spitze der Stiftung stand, überschrieben. Sie verrät unfreiwillig so einiges über die Verwerfungen im heutigen Deutschland. Der erste Absatz teilt nüchtern mit:

„Die Deutsche Wildtier Stiftung und ihr Vorstand Prof. Dr. Fritz Vahrenholt sind aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Positionierung der Stiftung in der aktuellen klimapolitischen Diskussion übereingekommen, ihre Zusammenarbeit zu beenden.“

Die folgenden sechs Absätze listen die vielen Erfolge und Verdienste Vahrenholts auf, und ein Absatz gilt dem Nachfolger. Jeder Leser dieser Mitteilung fragt sich automatisch, wie „unterschiedliche Vorstellungen über die Positionierung der Stiftung in der aktuellen klimapolitischen Diskussion“ so gravierend sein können, um auf die vielen angeführten Kompetenzen zu verzichten?

In früheren Zeiten hätte man bei einer solchen Pressemitteilug geargwöhnt, die als Begründung angeführte weltanschauliche Differenz sei vorgeschoben, weil dahinter irgendeine andere Schweinerei versteckt werden sollte. Das waren Zeiten, in denen Meinungsverschiedenheiten auf Themengebieten, die für die fachliche Arbeit eher unerheblich waren, eine enge Zusammenarbeit trotzdem möglich machten. Doch im heutigen politische Klima herrscht auch an der Spitze eines Verbandes, der sich beispielsweise um Wildbienenschutz, die Schaffung von Wildnisflächen und die Auswilderung von Luchsen im Pfälzer Wald kümmert, ein Bekenntniszwang zur „Klimaneutralität“. Da ist klimapolitisches Abweichlertum schon Schweinerei genug, um aus einem Amt entfernt zu werden. Unerwähnt blieb in der Pressemitteilung lediglich, wie sich denn heutzutage so eine weltanschauliche Bereinigung vollzieht.

Mehrheit für den Verbleib

Genaueres über die Vorgänge an der Spitze der Wildtierstiftung erfuhr man in der Welt, denn Vahrenholts Rauswurf sorgte durchaus für ein handfestes Zerwürfnis:

In der Führung der Deutschen Wildtier Stiftung ist es zu einem massiven Zerwürfnis gekommen. Aus dem Kuratorium der gemeinnützigen Organisation ist nach Informationen von WELT AM SONNTAG Arnold Vaatz (CDU), Unionsfraktionsvize im Bundestag, „mit sofortiger Wirkung“ ausgetreten.

Dieser Schritt steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rauswurf des Stiftungsvorsitzenden Fritz Vahrenholt (SPD) durch das Präsidium. Der ehemalige Hamburger Umweltsenator wurde kurzfristig zum 31. Dezember vor die Tür gesetzt.“

Im Kuratorium der Stiftung soll sich diesem Bericht zufolge eine Mehrheit für den Verbleib des promovierten Chemikers Vahrenholt im Amt ausgesprochen haben. Trotzdem habe das vierköpfige Präsidium entschieden, sich von dem renommierten Ex-Politiker und späteren Manager in Energieunternehmen zu trennen. Denn in einem Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags habe Vahrenholt zwar die Klimaerwärmung und die Notwendigkeit, von Menschen verursachte CO2-Emissionen zu reduzieren, ausdrücklich bestätigt, aber unter Berufung auf Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass „eine Zielzahl Netto-Null für die CO2-Emission global überhaupt nicht erforderlich ist“.

Was er in seinem Brief an die Abgeordneten schrieb, hatte er inhaltlich auch der interessierten Öffentlichkeit auf dem von ihm mitverantworteten Blog kaltesonne.de mitgeteilt:

„Eine der entscheidenden Fragen hinsichtlich der weiteren Entwicklung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, ist der Einfluss der CO2-Senken. Wie groß ist die CO2-Aufnahme durch die Ozeane und an Land, dort maßgeblich also durch die Pflanzenwelt? Jahr für Jahr stößt die Menschheit mehr CO2 aus als zuvor. Waren es 1959 noch 8,5 Milliarden Tonnen sind es heute schon etwa 37 Milliarden Tonnen. Und egal wie hoch die Emissionen wurden, zunächst knapp die Hälfte, heute mehr als die Hälfte der Emissionen, wurden durch die Ozeane und das vermehrte Pflanzenwachstum aufgesogen.

Das ist sogar im letzten IPCC-Bericht von 2013 nachzulesen. Allerdings wird in den vom IPCC zugrunde gelegten Modellen die zukünftige Aufnahmefähigkeit des CO2 in Frage gestellt. Auf der gleichen Seite 26 heißt es: „Basierend auf Erdsystem-Modellen, gibt es hohe Konfidenz, dass das feedback zwischen Klimaentwicklung und Kohlenstoffkreislauf im 21. Jahrhundert positiv ist. Als Resultat wird mehr des emittierten anthropogenen CO2 in der Atmosphäre verbleiben.“ […]

Der Weltklimarat IPCC nahm bislang an, dass der Verbleib des CO2 in der Luft uns viel länger zu schaffen machen würde. Von mehreren hundert Jahren Verweildauer war noch in den ersten Weltklimaberichten zu lesen. Im letzten Bericht von 2013 gab es dann schon ein kleinlautes Heranpirschen an die Realität und man schätzte die Verweildauer des CO2 in der Luft auf 30 bis 100 Jahre. Die Erkenntnisse des Hamburger MPI über die unterschätzte CO2- Senke durch Pflanzen müsste zu einer Revision der Verweildauer führen. Und weder bei der Vegetation noch bei der der Verlagerung des CO2 in die tieferen Schichten der Ozeane ist eine Sättigung in Sicht. Erst bei 1500 ppm bleibt die Aufnahme von CO2 durch die Pflanzen nahezu konstant. Aber 1500 ppm erreichen wir niemals, eher geht uns Kohle, Erdöl oder Erdgas aus.

Und nun kommt das höchst überraschende: Entschließt sich die Menschheit, in den nächsten Jahren einfach, die weiteren Emissionen nicht weiter ansteigen zu lassen, sozusagen die Gesamtemissionen bei 37 Mrd. Tonnen CO2 einzufrieren, wird sich nach geraumer Zeit ein neues Gleichgewicht einpendeln zwischen den jährlichen Emissionen und den Ozeanen und Pflanzen. Roy Spencer von der Universität Alabama hat das in einem einfachen Modell berechnet, bei welchem CO2-Niveau man landen wird. Er kommt bei einem Festhalten an den CO2-Emissionen des Jahres 2018 zum Ergebnis, dass ein Niveau von 500 bis 520 ppm nicht überschritten wird.“

Dass die Nutznießer der Energiewende-Subventions-Wirtschaft oder all der neu zu schaffenden Institutionen, die sich um die Berechnung und Verwaltung der CO2-Bepreisung kümmern werden, sich über solche Texte nicht freuen, ist verständlich. Doch dann sollten sie einfach versuchen, sachlich dagegen zu argumentieren, statt den vermeintlichen „Klimaleugner“ an den Pranger zu stellen. Aber das ist natürlich eine blauäugig-naive Vorstellung, wenn sich deutsche Verantwortungsträger erst einmal zur Rettung der Welt entschlossen haben.

Der stellvertretende CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Arnold Vaatz ließ die Stiftung wissen, er teile „die Argumentation von Herrn Prof. Vahrenholt in diesen Fragen weitgehend“. Mit seinem sofortigen Rücktritt kritisierte Vaatz, dass das „Meinungsspektrum des Kuratoriums komplett ignoriert wurde“, hieß es in dem schon zitierten Welt-Bericht.

Aber es ging sicher nicht nur um das große Glaubensbekenntnis, denn mit Klimarettungs- und Energiewende-Ideologen kommt die Wildtierstiftung natürlich auch bei ureigensten Projekten in Konflikt. So kümmert sich die Stiftung beispielsweise auch um den Rotmilan, der als gefährdete Vogelart gilt und leider in signifikanter Zahl zu den Opfern von Windrädern gehört. Auch dies hat Vahrenholt natürlich zum Thema gemacht und wurde dafür von Seiten wie klima-luegendetektor.de umgehend zum „notorischen Klimawandel-Leugnisten“ erklärt. Der wurde nun aussortiert und hat kein Amt mehr.

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Hier einige weitere Hintergrund-Informationen zur Entlassung von Prof. Vahrenholt




Warum werden Sonne und Kosmos bei der Berechnung künftiger Erdtemperaturen unterschätzt?

Einführung

Allerdings kann die Sonne auch viel weniger Energie pro Zeiteinheit emittieren, dies wird aber verschwiegen. Dadurch werden die Bürger irregeführt und ihre Schuldgefühle angeheizt.

Es gibt etwa 30 Astrophysiker, die behaupten, dass das Klima durch die Sonne bestimmt wird. Das stimmt mit der Aussage des NIPCC (Nongovernmental International Panel on Climate Change) überein, wonach die Natur und nicht menschliche Aktivität, das Klima bestimmt. Das Dogma der „menschgemachten Klimaerwärmung“ hat sich mittlerweile aber derart verhärtet, dass viele Astrophysiker um ihre Karriere fürchten müssen, wenn sie andere Überzeugungen vertreten.

Im Folgenden werden wir nicht auf die Aussagen der rund 30 Astrophysiker eingehen, sondern uns auf die Veröffentlichungen von Prof. Dr. N. Scafetta, Prof. Dr. Valentina Zharkova und Dr. H. Abdussamatov konzentrieren. Diese weisen nach, dass menschliche Aktivität keinen oder nur einen minimalen Einfluss auf den Klimawandel hat. Zudem fügen wir die Studien von Irina Kitiashvili (NASA) über die Entwicklung zukünftiger Sonnenzyklen bei. (Referenzen am Schluss.)

Sonnenzyklen im Lauf der Jahrhundert

Abb. 1 ist der Veröffentlichung von Dr Abdussamatov vom Februar 2011 entnommen. Die obere Kurve gibt die „Total Solar Irradiance“ d.h. die gesamte Sonneneinstrahlung seit 1600 an. Die untere Kurve stellt die sich verändernde Sonnenflecken-Aktivität dar. In Zeiten geringer Sonnenflecken-Aktivität ist die auf die Erde treffende Energiemenge besonders niedrig. Man spricht dann von „Solar Minimum“. In den letzten 400 Jahren gab es drei Solar-Minima.

Abb. 1: TSI (gesamte Sonneneinstrahlung in Watt pro Quadratmeter) und Anzahl Sonnenflecken sowie Abschätzung der künftigen Entwicklungen (gestrichelte Linie)

Die Forschungsresultate von Abdussamatov aus dem Jahr 2011 stimmen mit denjenigen von Scafetta und Kitiashvili (NASA) aus dem Jahr 2019 überein. Es gibt mehrere TSI-Messmethoden, und nicht alle Wissenschafter kommen zu identischen Ergebnissen. Interessant ist aber, dass Scafetta von einer Zunahme der emittierterten Sonnenenergie bis zum Jahr 2000 und von einer anschliessenden Abnahme spricht. Das deckt sich mit den neuesten Resultaten von Kitiashvili (NASA), die eine markante Reduzierung der Sonnenflecken für die Jahre 2020 bis 2032 prognostiziert (nach ihrer Berechnung des Sonnenzyklus 25). Dies ist gleichbedeutend mit einer Reduktion der emittierten Sonnenenergie, was einen Temperaturrückgang auf der Erde gleichkommt. Gemäss NASA muss sogar mit einem „Grand Solar Minimum“ gerechnet werden, das mit dem sog. Dalton-Minimum der Jahre 1790 – 1820 vergleichbar sei.

Weitere Studien von Zharkova et al. erweitern die TSI-Messungen mit den Oszillationen des Sonnenmagnetfeldes und rechnen mit einem „Grand Solar Minimum“, das im Jahr 2020 beginnen und bis ins Jahr 2055 dauern wird. Dieses „Grand Solar Minimum“ ist mit dem „Maunder-Minimum“ vergleichbar. Damals war das Klima besonders kalt, weshalb man von einer „Kleinen Eiszeit“ spricht. Besonders interessant ist, dass dieses Grand Solar Minimum mit dem sogenannten Suess/de Vries-Sonnenzyklus korreliert, der eine Periode von 208 Jahren aufweist. Eine weitere Übereinstimmung ergibt sich mit dem „Super-Grand Solar Cycle“ nach Zharkova, der eine Periode von 1950 Jahren hat.

Um wie viel wird TSI abnehmen?

Viele Astrophysiker rechnen beim „Grand Solar Minimum“ mit einer gleich grossen Abnahme wie die frühere Zunahme. Entscheidend ist aber auch die Dauer des Minimums. Das Dalton-Minimum dauerte nur 30 Jahre, das Maunder-Minimum hingegen 70 Jahre. Je länger die Periode ist, umso tiefer wird die Temperatur ausfallen.

In der Literatur (s.Referenzen Zharkova) wird die Zunahme der von der Sonne emittierten Wärmeleistung d.h. die Energie in Joules pro Sekunde seit dem letzten Maunder-Minimum bis zum Jahr 2000 mit einem Wert von 1 bis 1,5 Watt pro Quadratmeter angegeben. Abdussamatov gibt den viel höheren Wert von 6 W/m2 an. Die Wissenschaft ist sich in diesem Punkt also noch nicht einig. Wir gehen für unsere Untersuchungen vom kleinsten Wert von 1 W/m2aus.

Was bedeutet die Abnahme der Sonnenwärmeleistung um 1 W/m2 für die globale Erdtemperatur?

Die Energieflüsse im System von Atmosphäre und Erdoberfläche lassen sich anhand einer einfachen Energie-Bilanz eruieren. Die gesamte Wärmeabnahme wird berechnet, indem der Querschnitt der Erde mit 1 W/m2 multipliziert wird. Bei einem 11-Jahreszyklus (Schwabe-Sonnenzyklus) lässt sich eine Abnahme der Wärmeleistung von 4.4 mal 1022 Joule errechnen.

Danach wird die mittlere Temperaturabnahme der Gesamtatmosphäre unter dem Einfluss der Gesamt-Wärmereduktion errechnet. Diese Temperatur-Reduktion wird dann korrigiert, indem die planetare Albedo und die Absorption an der Erdoberfläche berücksichtigt wird. Dabei werden die IPCC-Strahlungsbilanzangaben nach Kiehl und Trenberth zugrunde gelegt.

Die Masse der Atmosphäre beträgt 5.15 mal 1018 kg und die Wärmekapazität der Luft ist 1kJ/kg. Daraus wird die Temperaturabnahme mit 8, 5 °C errechnet. Nach den IPCC-Strahlungsbilanzen der Erde beträgt das planetare Albedo 30 %, die Erdoberfläche absorbiert 50 % der Wärme und die Atmosphäre absorbiert 20 %. Es ergibt sich also für die Atmosphäre eine globale Temperaturabnahme von rund 1.7 °C bei einer TSI-Abnahme von nur 1 W/m2.

Nach Scafetta nimmt der TSI seit dem Jahre 2000 ab. Nach den Satellitenmessdaten nimmt die globale Erdtemperatur dagegen erst seit 2016 ab. Dieser Unterschied ist nicht verwunderlich, wenn man die Wärme-Pufferfunktion der Meere berücksichtigt. Im Beitrag II haben wir bereits auf die massgebende Rolle der Meere hingewiesen.

Fazit

Die Mainstream-Klimatologen haben die Rolle der Sonne beim Klimawandel zu wenig berücksichtigt und ihr Augenmerk einzig auf die Treibhausgase gerichtet. Es ist ein naiver Fehlschluss zu behaupten, die gleichzeitige Zunahme der Erdtemperatur und des Treibhausgas-Ausstosses seien kausal voneinander abhängig. Es gibt keine experimentellen Nachweise dafür und die Berechnungen der „Micky-Mouse-Modelle“ (siehe Beitrag II) sind unzuverlässig.

Astrophysiker, die nicht nur die Erd-, sondern auch die kosmischen Verhältnisse berücksichtigen, erwarten in den nächsten Jahren eine ähnliche Entwicklung wie bei den seinerzeitigen Maunder- resp. Dalton-Minima. Ob die Astrophysiker/Klimatologen oder die Mainstream-Klimatologen recht haben, wird sich recht bald erweisen.

Unsere nächstfolgenden Beiträge werden sich mit Früh-Indikatoren auseinandersetzen, welche die These der zu erwartenden Abkühlung um 1 bis 1,5°C untermauern. Zudem betrug die Erdtemperaturerhöhung seit des Maunder-Minimums bis zum TSI-Maximum im Jahr 2000 nur rund 1°C. Nach dem IPCC müsste die Erdtemperaturerhöhung, wegen der Erhöhung der Treibhausgaskonzentration, viel höher sein, da die Erhöhung von rund 1°C bereits allein durch die Sonne verursacht wird.

F.Ferroni, Dipl.Ing.ETH
Präsident NIPCC-SUISSE

Referenzen

Abdussamatov,H.I., Bicentennial Decrease of the Total Solar Irradiance Leads to Unbalanced Thermal Budget of the Earth and the Little Ice Age, Applied Physics Research , Vol4.No.1; February 2012

Kitiashvili, I., Solar Activity Forecast for the Next Decade, Presentation 2019 (siehe Anhang oder Link)

Scafetta, N, Wilson, R. C., Comparison of Decadal Trends among Total Solar Irradiance Composites of Satellite Observations, Advances in Astronomy, Volume 2019, Article ID 1214896

Zharkova, V.V., Shepherd,S.J., Zharkov, S.I., and Popova, E., Oscillations of the baseline of solar magnetic field and solar irradiance on a millennial timescale,www.nature.com/scientificreports, June 2019

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Systematische Massenverarmung: Was der “Green Deal” der EU wirklich bedeutet

  • Die zum Außergewöhnlichen erklärten Normalitäten werden im nächsten Schritt zur Folge einer erfundenen Ursache gemacht, die niemand durch seine eigene Wahrnehmung nachprüfen kann. Über willkürliche Assoziationen oder fabrizierte Zusammenhänge, von denen niemand weiß, ob sie relevant sind, wird ein Zusammenhang zwischen alltäglichem Handeln und dem außergewöhnlichen Ereignis, der Katastrophe behauptet.
  • Der psychologische Trick hinter dieser Finte funktioniert in zwei Richtungen: (1) Menschen haben sich immer gerne wichtig gefühlt, als Masters of the Universe, um deren Steinhaufen sich alles dreht. Der alte geozentrische Glaube, er kommt als Klimareligion wieder. (2) Die Bereitschaft, etwas, das alltäglich ist wie eine Hitzewelle, nunmehr dem ganz Außergewöhnlichen unterzuordnen, wird umso höher, je mehr der nunmehr Gläubige den irrigen Eindruck hat, durch seine Unterordnung gewinne er an sozialer Statur, an Prestige, könne er sich sozialen Status und Überlegenheit über die Nichtgläubigen verschaffen: Kinder glauben, sie seien plötzlich wichtig geworden, weil sie durch Straßen laufen. Polit-Darsteller glauben, durch virtue signalling ihre nicht vorhandene Statur überdecken zu können und “zu wachsen”. Journalismus-Darsteller glauben durch Unterordnung unter den herrschenden Glauben, die ihnen fehlenden Kompetenzen zu Recherche und kritischer Berichterstattung übertünchen zu können. Die Koalition der Katastrophengläubigen, die den anthropozentrischen Klimawandel anbetet, ist im Wesentlichen eine Koalition der intellektuellen Loser.
  • Gelingt es, die Katastropheninszenierung in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Diskurses zu stellen, kritische Stimmen zu unterdrücken und den Eindruck zu erwecken, es gebe keinerlei Raum dafür, an der Wahrheit der Offenbarungen der Klimawandelreligion zu zweifeln, dann ist die Plattform geschaffen, um mit dem Vorwand, die Katastrophe abwenden zu wollen, das Klima retten zu wollen, Bürger nach Strich und Faden zu bestehlen, ihre Freiheitsrechte einzuschränken, ihren finanziellen Möglichkeitsraum so zu schrumpfen, dass viele in die Armut fallen, sie zu abhängigen Sklaven eines Glaubenssystems zu machen.

Die neue EU-Kommission hat sich vorgenommen, den zuletzt genannten Punkt umzusetzen, und eine Massenverarmung herbeizuführen. Wir übersetzen das Vorhaben, das die tagesschau dankenswerter Weise auf die vier wesentlichen Punkte der geplanten Massenverarmung gebracht hat, einmal in die Realität.

  • Ausdehnung des Emissionshandels, z.B. auf Flüge, Schiffe, Bau;

In der Realität bedeutet das (wie man in jedem Lehrbuch der Makroökonomie nachlesen kann): Höhere Kosten für Bürger, die fliegen wollen, höhere Kosten für Bürger, die eine Schiffspassage benötigen, höhere Kosten für Häuslebauer und Mieter. Da der Welthandel fast überwiegend per Schiff und Flugzeug abgewickelt wird, bedeutet es eine Verteuerung der Nahrungsmittel, der Konsumgegenstände, es bedeutet, dass Bürger mehr Geld aufwenden müssen, um das zu kaufen, was sie sich derzeit kaufen. Die meisten werden dazu nicht in der Lage sein, schon weil die hier zusammengestellten Kosten nicht die einzigen Kosten sind, die sie im Rahmen des EU-Plans zur Massenverarmung zu tragen haben. Als Folge wird die Inlandsnachfrage nach Produkten, nach kostenintensiven Produkten wie z.B. Pkws sinken. Unternehmen in den davon betroffenen Industrien werden Arbeitsplätze abbauen, um der geringeren Nachfrage Rechnung zu tragen. Als Folge davon wird sich die Arbeitslosigkeit und der Druck auf die sozialen Sicherungssystem erhöhen, dem mit einer Erhöhung der Abgaben zur Arbeitslosenversicherung, zur Kranken- und Rentenversicherung begegnet werden muss. Das führt dazu, dass Bürger, die sich bislang noch den gewohnten Standard leisten konnten, in die Reihe derer einscheren, die ihre Nachfrage reduzieren müssen. Wir haben es hier mit einem sich selbst verstärkenden Prozess zu tun, der nur ein Ende findet: Massenverarmung!

  • CO2-Steuer auf Importe, die nicht nach EU-Standards produziert werden;

Die Handelspartner der EU werden in zwei Klassen zerfallen, diejenigen, die sich die EU-Standards aufzwingen lassen und diejenigen, die sich die EU-Standards nicht aufzwingen lassen. Aus Letzteren werden die Importe für die EU-Bürger durch die CO2-Steuer auf Importe verteuert und sie werden geringer, den Unternehmen, die vorhersehen können, dass der Absatz ihrer Produkte auf einem Markt zurückgeht, werden diesen Markt nicht mehr im gewohnten Maße, wenn überhaupt noch beliefern. Die Wirkung solcher verheerender staatlicher Eingriffe, ausgeführt von Überzeugungstätern oder ökonomischen Nitwits, kann man heute schon anhand der Lieferengpässe bei Medikamenten bewundern. Die Verknappung des Angebots, die vermutlich von der EU-Kommission gewollt ist, denn hungrige Mägen können besser kontrolliert werden, gemeinsam mit der bereits vorhandenen Schwäche der Inlandsnachfrage wird sich negativ auf den Zufluss von Kapital auswirken, das Foreign Direct Investment wird einbrechen. Als Folge werden innovative Industrien nicht mehr in Europa, sondern außerhalb der von EU-Kommissaren zerstörten Wirtschaftszone, investieren. Ein Nachzugseffekt ist die normale Reaktion auf derartige Verlagerungen, weil Unternehmen auf der Höhe des Wettbewerbs bleiben müssen. Abermals gehen Arbeitsplätze verloren. Abermals wird der Druck auf die sozialen Sicherungssysteme erhöht. Abermals steht am Ende die Massenverarmung.

Die Länder, die sich die EU-Standards aufzwingen lassen, sind Länder mit einer schwachen Ökonomie, afrikanische Länder in der Regel, arme Länder, deren Unternehmen sehr empfindlich auf höhere Produktionskosten reagieren. Ländern, in denen jetzt schon das Kapital fehlt, um der Mehrheit der Bevölkerung ein annehmbares Leben zu ermöglichen, wird durch die EU-Kommission willentlich Kapital entzogen, die Grüne Agenda sieht also nicht nur die Verarmung der Europäischen Bevölkerung vor, sondern auch die Schaffung von Armutszonen in Afrika. Was passiert, wenn in Afrika Armutszonen entstehen, ist bekannt. Es gibt Bürgerkrieg und einen Exodus der Bevölkerung. Wohin die Bevölkerung zieht? Nun, es gibt den Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration, darin können die Zielländer nachgelesen werden.

  • Fonds für sozial gerechten Strukturwandel in Kohleregionen;

Sowjets, und die EU-Kommission tritt nahtlos mit ihrer Grünen Agenda in die Fußstapfen der kommunistischen Sowjets, können sich nur in ihren Ämtern halten, wenn sie eine Klasse von Günstlingen schaffen, die in ihrem Wohl und Wege vollständig von Mittelzuweisungen durch die Sowjets abhängen. Heute nennt man derartige Formen der politischen Korruption, der Schmiergeldzahlung im Austausch für politische Loyalität und entsprechendes Sykophantentum, “gerechten Strukturwandel”. Die Programme, die hier aufgelegt werden, um eine schwätzende Klasse durchzufüttern, kann man sich ausmalen, wenn man im Programm “Demokratie leben!” des BMFSFJ Rechtsextremismus durch “gerechten Strukturwandel in Kohleregionen” ersetzt und dahingehend anpasst, dass nunmehr nicht mehr bekämpft, sondern gefördert wird.

  • Offshore-Offensive beim Ausbau der Windenergie.

Der Coup de Grace, den die EU-Kommission vorsieht, um auch sicherzustellen, dass das Projekt “Massenverarmung” erfolgreich abgeschlossen werden kann, besteht in der Zerstörung der Versorgungssicherheit mit Strom, bei gleichzeitiger Mästung der grünen Kostgänger. Abermals ist die Kette von Dominosteinen, die angestoßen wird, leicht vorherzusehen. Unternehmen, die eine stromintensive Produktion betreiben, müssen entweder auf eigene Kosten für Stromsicherheit sorgen. Als Folge steigen die Preise der Produkte und somit einmal mehr die Kosten für Bürger. Oder die Unternehmen wandern ab. In beiden Fällen gehen Arbeitsplätze verloren. Im ersten Fall deshalb, weil die Unternehmen die höheren Kosten nicht vollständig auf die Preise umlegen können, aber dennoch einsparen müssen und weil die Nachfrage ja aufgrund der oben beschriebenen Maßnahmen der EU-Sowjets sinken wird. Im zweiten Fall deshalb, weil die Unternehmen ihren Laden zumachen und ins Ausland abwandern.

Die Zeche der Pläne der EU-Sowjets zahlen in jedem der beschriebenen Fälle die Bürger. Ihr Lebensstandard wird nachhaltig zerstört. Das Leben, das sie bislang gewohnt waren, werden sie nicht mehr führen können. Große Teile der Bevölkerung werden in die unterschiedlichsten Formen der Armut getrieben, ihrer Ersparnisse, ihres Wohlstands, ja ihrer Würde bestohlen, weil eine Klasse von ehr-, ruch- und skrupellosen Polit-Darstellern, ergänzt um eine Klasse von opportunistischen und/oder dummen Nutznießern den Plan gefasst hat, die Welt vor den Folgen einer Katastrophe zu retten, die frei erfunden wurde.

Diesen Plan der systematischen Verarmung der EU-Bevölkerung zum “Mann-auf-dem-Mond-Moment” der EU zu stilisieren, zeugt entweder von geistiger Umnachtung oder von Zynismus, denn als Neil Armstrong den ersten Fuß auf den Mond gesetzt hat, da war er umgeben von einer kahlen, jeden Lebens beraubten Landschaft, aus Sand, Stein und weitgehend fehlender Atmosphäre.

Und am Ende eines solchen Posts kann man nicht anders als inne zu halten und zu staunen, darüber zu staunen, dass so etwas möglich ist.

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Forschung unter Vormundschaft der Klima-Alarmisten

Lässt man sich aber, etwa als Mediziner, auf die finanzielle Unterstützung durch eine dem Kampf gegen den Klimawandel verpflichtete Organisation ein, werden sowohl Forschungsplan als auch die zu erwartenden Ergebnisse gemessen an ihrer Eignung für den Klimakampf.

Deshalb sind entsprechend geförderte medizinische Forschungsprojekte durch ein recht uniformes Muster charakterisiert. Im Kern können dabei zwei Varianten unterschieden werden: Bei der ersten suchen sich die Wissenschaftler eine Krankheit, ein Symptom oder bestimmte biologische Marker aus – oder auch ein physiologisches Geschehen, wie Schwangerschaft und Geburt. Zentrale Bedingung ist, dass die ausgewählten Merkmale irgendwie auch temperaturabhängig sind.

Die zweite Variante führt auf einem leichten Umweg zum Ziel, weil das interessierende gesundheitliche Problem nicht direkt temperaturabhängig ist, sondern nur indirekt. Es bedarf folglich eines zwischengeschalteten kleinen Kunstgriffs, mit dem Extremwetterereignisse wie Dürre oder Starkregen grundsätzlich immer – ohne jede spezielle Begründung – zu gesetzmäßigen Folgen des menschengemachten Klimawandels erklärt werden. Im Fokus einer solchen Studie stehen dann beispielsweise die mit fehlenden oder zu starken Niederschlägen verbundenen Ernteeinbußen und die daraus wiederum resultierenden gesundheitlichen Probleme.

Die unendliche Weisheit von Kim Jong-un

Der krönende Abschluss beider Untersuchungsvarianten fällt dann wieder sehr ähnlich aus. Die Wissenschaftler müssen nämlich jetzt beweisen, dass sie ihr Geld tatsächlich wert sind. Das tun sie durch die Verknüpfung ihrer Ergebnisse mit den einschlägigen Klimaprojektionen, deren Validität trotz aller Fehlprognosen in der Vergangenheit grundsätzlich nie auch nur ansatzweise in Frage gestellt wird. Schließlich wird ja auch die unendliche Weisheit von Kim Jong-un, zumindest in Nordkorea, nie angezweifelt.

Hier zunächst ein fiktives, leicht zugespitztes, aber durchaus prototypisches Forschungsprojekt der zweiten Variante: Im Gefolge einer Dürre mit Missernten haben unsere Wissenschaftler nachweisen können, dass in den fünf untersuchten Dörfern in Bangladesh der Ernährungszustand von Kleinkindern und Säuglingen schlecht und ihre körperliche Entwicklung retardiert ist.

Diese aufwendig erhobenen Befunde leiten dann den dramatischen Höhepunkt der Studie ein: Sollte das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens bis 2050 nicht erreicht werden, ist anhand der verschiedenen Klimaprojektionen von einer weiteren, starken oder – sollte auch das 2-Grad-Ziel verfehlt werden – gar sehr starken Zunahme von Dürreperioden auszugehen.

Die daraus wiederum resultierenden gesundheitlichen Folgen für Kleinkinder und Säuglinge werden dann für die nächsten Jahrzehnte hochgerechnet – in Bezug auf den zu erwartenden Gewichtsverlust gerne auch bis auf mindestens eine Stelle nach dem Komma. Und, zu guter Letzt, darf der Hinweis nicht fehlen, dass wir in den industrialisierten Ländern jetzt alles tun müssen, um … .

Schwangerschaft, Hitze und Klimaanlagen

Als schönes Beispiel für die erste Forschungsvariante eignet sich eine Studie von zwei Wissenschaftlern, die in ihrer gerade publizierten Arbeit mit Hilfe von heldenhaften Rechenoperationen an riesigen Datenmengen herausgefunden haben, dass es in den USA im Zeitraum von 1969 bis 1988 an sehr heißen Tagen (≥32.2 Grad) zu 5% mehr Geburten gekommen ist. Pro Jahr zu ca. 25.000, einhergehend mit einer mittleren Verkürzung der Schwangerschaftsdauer von 6,1 Tagen – also noch sehr deutlich unter der Zeitschwelle für Frühgeburten im geburtshilflichen Sinne.

Nun ist es in der Geburtshilfe – anscheinend etwas überraschend für einige Journalisten – ein alter Hut, dass Hitze oder auch Wärme die Auslösung einer Geburt begünstigt. Ebenso bekannt ist, dass der weibliche Organismus beziehungsweise die schwangere Frau sich an Hitze durchaus anpassen kann. Denn ansonsten würde die übliche Schwangerschaftsdauer in sehr warmen Regionen dieser Erde doch wohl bei etwa achteinhalb Monaten liegen. Auch bei der hier untersuchten Population werden solche Anpassungsvorgänge kurz erwähnt: Frauen in wärmeren Regionen der USA neigten deutlich seltener zu vorzeitigen hitzebedingten Geburten.

Nun gibt es nicht nur biologische Anpassungsoptionen an höhere Temperaturen, sondern auch technische. Eine davon ist die Klimaanlage. Diese Art der Anpassung haben die Forscher, großes Kompliment, doch tatsächlich in einem Nebenast ihrer Studie mit berücksichtigt, hat doch die Verbreitung von Klimaanlagen in den USA während des untersuchten Zeitraums stark zugenommen. Und siehe da: Fließt die unterschiedliche Versorgung von Haushalten mit Klimaanlagen in die statistische Analyse mit ein, mindert das den Temperatureffekt auf die Geburtsauslösung ganz erheblich, teils bis zu 75 Prozent.

Vollständige Vernachlässigung jedweder Anpassungsprozesse

Würde man das Problem anhand eines aktuellen Datensatzes erneut untersuchen, wäre wahrscheinlich angesichts der zwischenzeitlich weiter zugenommenen Versorgung mit Klimaanlagen in den USA allenfalls noch ein sehr geringer Hitze-Effekt auf die Geburtsauslösung nachweisbar. Aber das kann für die Forscher angesichts der CO2-Bilanz von Klimaanlagen natürlich keine Lösung sein.

Um die Geldgeber – ein öffentliches kalifornisches Climate Change Research Program – und vielleicht auch die eigene Haltung zu befriedigen, fehlt noch die vollmundige Schlussprognose. Dazu bedient man sich der üblichen Schlichtvariante, in dem die für den Zeitraum von 1969 bis 1988 gewonnenen Ergebnisse mal eben bis zum Ende des 21. Jahrhunderts – unter vollständiger Vernachlässigung jedweder Anpassungsprozesse – linear fortgeschrieben werden. Das erfolgt durch Verknüpfung der eigenen Ergebnisse mit 22 verschiedenen Klimaprojektionen: Für ein nicht genauer definiertes, irgendwie mittleres Temperaturszenario Ende des 21. Jahrhunderts in den USA werden jährlich – vorsichtshalber ohne Angabe eines statistisch begründeten Unsicherheitsbereichs – 42.000 zusätzliche hitzebedingte früher einsetzende Geburten vorhergesagt.

Vielleicht sitzt jetzt bereits eine psychologische Forschergruppe in den Startlöchern, denn eine verfrühte Geburt gilt als möglicher Risikofaktor für kognitive Minderleistungen im Schulalter. Man könnte der interessierten Öffentlichkeit dann im nächsten Jahr hochbrisante Ergebnisse etwa der folgenden Art präsentieren: Durch hitzebedingt früher einsetzende Geburten wird es bei den Schülern in den USA am Ende des 21. Jahrhunderts zu einem mittleren Intelligenzverlust von 0,8 IQ-Punkten kommen. Mit den daraus wiederum resultierenden wirtschaftlichen Auswirkungen beschäftigt sich dann die nächste Forschergruppe.

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Er tut es schon wieder: James Powells 100%-Quote ist kein Nachweis von Einigkeit in der Klimaforschung!

Bei näherem Hinsehen lässt seine Methode diesen Schluss aber nicht zu. Leicht lassen sich skeptische Arbeiten finden, die die 100-Prozent-These falsifizieren.

Dass eine methodisch so unzulängliche Studie wie die von Powell es in ein begutachtetes Fachblatt schafft, zeigt, wie niedrig die Hürden inzwischen sind, so lange die Botschaft „stimmt“.

James Powell hat jüngst (20.11.2019) im „Bulletin of Science, Technology & Society“ alle 11 602 zwischen Januar und August dieses Jahres erschienenen begutachteten Artikel mit den Stichworten „Klimawandel“ und „Erderwärmung“ ausgewertet und gefunden, dass nicht mehr nur die vielzitierten 97 Prozent, sondern hundert Prozent der Veröffentlichungen mit der These vom menschengemachten Klimawandel konform gehen.

https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0270467619886266?casa_token=lvf6kcdX1mUAAAAA%3AILFGljYGX9Hl8YZmQcrVCCFTkjuBlLEuE35xs9JezCjkU6ZFeC915Bfer4ntYsK-6-H68Z5ePzmpTw

Die FAZ schreibt dazu am 11.12.2019: „In der Klimasprache heißt das: Mehr Einigkeit geht nicht.“

https://www.faz.net/aktuell/wissen/klimaforscher-sind-die-dramaturgen-der-klimawende-16527767.html#void

Aufgrund des FAZ-Artikels habe ich die erwähnte Arbeit von Powell gelesen und seine online hinterlegte Datenbank  stichprobenartig geprüft.

Aus drei Gründen lässt die Arbeit den behaupteten Schluss „The consensus among research scientists on anthropogenic global warming has grown to 100%“ (Powell) bzw. „mehr Einigkeit in der Klimaforschung geht nicht“ (FAZ) jedoch nicht zu:

1) Falsche Grundgesamtheit: Da Powell nur nach den Stichworten Global Warming und Climate Change gesucht hat, findet er hauptsächlich Arbeiten, die gar nicht nach den Ursachen der Erderwärmung fragen (a), und übersieht dabei viele, die danach fragen (b).

  1. Die Suchworte Global Warming und Climate Change liefern, das zeigt seine Datenbank, vor allem Arbeiten, die diese Begriffe als Anlass (oder Marketing), nicht aber als Gegenstand der Forschung haben. Das heißt, sie untersuchen gar nicht die Ursachen der Erderwärmung, sondern ganz andere Fragen. Bereits die ersten beiden Artikel seiner Datenbank sind z.B. ingenieurwissenschaftliche Arbeiten in „Advanced Materials“ bzw. „Applied Materials“. (Beispielzitat: „CO2 photoconversion into hydrocarbon solar fuels by engineered semiconductors is considered as a feasible plan to address global energy requirements in times of global warming“, auf Deutsch: „Die Photokonvertierung von CO2 in Kohlenwasserstoff-Solarkraftstoffe durch technische Halbleiter wird als praktikabler Plan angesehen, um den globalen Energiebedarf in Zeiten der globalen Erwärmung zu decken.“)
  2. Eine in der Fachliteratur alternativ diskutierte Hypothese zu Ursachen von Klimawandel bzw. Erderwärmung betrifft den Einfluss solarer und ozeanischer Zyklen auf den Klimawandel mit entsprechenden Verstärkungsmechanismen, welche gegenwärtig weiter erforscht werden (z.B. Svensmark et al., Nature Communications 2199, 2017). Geben Sie zum Beispiel einmal „solar forcing“ auf Google Scholar ein, dann sehen Sie, wie lebhaft und kontrovers die Fachdiskussion nach wie vor ist! In den Erhebungszeitraum von Powell fällt beispielsweise die Arbeit von Laurenz, Lüdecke & Lüning (2019) [2], die diese Alternativthese stützt, mit Powells groben Suchwörtern aber übersehen wird. (Allein durch dieses Beispiel sind die 100 Prozent schon falsifiziert).

2) Falsches Kriterium: Ich verfolge die fachwissenschaftliche Diskussion zu den Ursachen des Klimawandels seit Langem. Nach meiner Wahrnehmung besteht der aktuelle Dissens nicht so sehr darin, ob der Mensch irgendeinen Anteil daran habe, sondern vielmehr, wie groß dieser sei – und ob eine menschgemachte Erderwärmung (AGW) nur den CO2-Eintrag oder auch den urbanen Wärmeinseleffekt (UHI) umfasst. Heute wie früher schätzen zahlreiche Fachwissenschaftler den Anteil der menschgemachten Erderwärmung auf deutlich unter 50%. Das sind die so genannten Skeptiker. Man wird ihre Arbeiten mit Powells Methoden aber nicht auffinden, da sie nicht plump „reject“ schreiben (z.B. 2015) oder gleich am Titel erkennbar sind (2019). Auch hierfür stellt Laurenz, Lüdecke & Lüning (2019) ein Beispiel dar.

3) Publication Bias: Aufgrund von Berichten skeptischer Klimawissenschaftler über gezielte Mittelkürzungen und Stellenstreichungen bis hin zum Verlust der eigenen Stelle ist zu vermuten, dass es im Peer-Review-System einen Publikationsbias gibt: Skeptische Ansätze haben es heutzutage ungleich schwerer, es in die Fachjournale zu schaffen. Das führt zu einer systematischen Unterrepräsentation in Datenbanken, gerade wenn man, wie Powell, die Stichprobe auf wenige Monate in 2019 beschränkt.

Es ist also nicht, wie die FAZ schreibt: „Mehr Einigkeit geht nicht. Mathematisch mag das korrekt sein, doch der politische Mehrwert – und der ist entscheidend – bleibt abzuwarten.“ Nein, schon methodisch-statistisch ist hier überhaupt nichts korrekt.

Die Tatsache, dass eine methodisch so unzulängliche Studie überhaupt in einem begutachteten Fachblatt erscheint, zeigt außerdem, wie niedrig die Hürden hier inzwischen sind, so lange die Botschaft ideologisch stimmt (und liefert direkt Evidenz für den obigen Punkt 3).

[1] Hier Powell 2019_Scientists Reach 100% Consensus on Anthropogenic Global Warming PowelSearchClimateChange2 PowellSearchGlobalWarming PowellSearchGlobalWarming

[2] Laurenz, L., Lüdecke, H.-J. & Lüning, S. (2019): Influence of solar activity on European rainfall. J. Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, 185: 29-42, 2019. Das Supplement der Arbeit, welches zusätzliche Ergebnisse enthält (hier).