Bericht zur Coronalage 07.05.2020 – eine Risikoabwägung fand und findet nicht statt

Zwei Analysen sind getrennt durchzuführen, jeweils in zwei Unterkategorien. Erstens die Analyse der Gefährlichkeit der Krankheit selbst, mit den Unterkategorien Risiko für den Erkrankten und Risiko für die Allgemeinheit. Zweitens eine Analyse der möglichen Schutzmaßnahmen, unterteilt in die Unterkategorien Nutzen und Schaden, den sie verursachen. Die erste Risikoanalyse ist eine rein medizinische. Bei der zweiten sind alle möglichen Fächer und Gebiete gefordert.
In den beiden vorangegangenen Coronabeiträgen ging es um die Gefährlichkeit der Erkrankung für die Allgemeinheit. Dies ist die Domäne der Epidemiologen und Immunologen. Und man kann es gar nicht oft genug sagen, nicht die der Virologen, die fälschlicherweise in den Medien dazu stets befragt werden. Sprechen wir nun von der Gefährlichkeit der Krankheit, die den Namen Covid-19 erhalten hat, für den Erkrankten selbst. Und diese Frage können die medizinischen Praktiker beantworten.

Wie gefährlich ist Covid-19 für die daran Erkrankten?

Wie sehen Verlauf und Therapie bei der Krankheit mit namen Covid-19 aus, gibt es Folgeschäden und wer ist davon betroffen? Beginnen wir mit dem Tod. Hic Gaudet Mors Succurrere Vitae(hier freut sich der Tod, dem Leben zu helfen), lautet der Wahlspruch der Pathologie. Sie ist es, die uns vor allen sagen kann, wie man an einer Erkrankung verstirbt bzw. wegen oder mit ihr. Doch dazu benötigt es eine fachgerechte Obduktion, die anfangs regelrecht verhindert wurde, weil als Covidtote geltende Verstorbene panisch sofort in Plastiksäcke verfrachtet und verbrannt wurden. Dies hat sich durch die Intervention der Pathologen geändert. Ich hatte Gelegenheit, Herrn Professor Dr. Peter Schirmacher, Geschäftsführender Direktor der Allgemeinen Pathologie der Universität Heidelberg, dazu zu befragen – hier meine Fragen und seine Antworten:
Sehr geehrter Herr Kollege Prof. Schirmacher, wie viele Verstorbene, die auf dem Totenschein als Todesursache Covid-19 stehen hatten, haben Sie obduziert?
Schirrmacher: Zehn.
Wie viele offiziell an Covid-19 Verstorbene wurden insgesamt in Deutschland obduziert?
An den akademischen Zentren in Deutschland 50, eine geringere Zahl weiterer Obduktionen mag an Prosekturen/Krankenhauspathologien erfolgt sein, sicher weniger, aber genaue Zahlen habe ich hierzu nicht. Zudem haben Obduktionen in der Rechtsmedizin (Prof. Püschel hat darüber berichtet: Meines Wissens nach werden in Hamburg alle COVID Fälle in der Rechtsmedizin obduziert – bislang wohl etwa 100) und in den Zentralkrankenhäusern der Bundeswehr stattgefunden; insgesamt würde ich von etwa 180–200 ausgehen.
Woran sind die Toten verstorben?
Wenn die Verstorbenen sicher an COVID verstorben sind, sind sie an fortgeschrittenen Lungenveränderungen verstorben. Wir haben auch zwei Verstorbene, bei denen zwar COVID Veränderungen vorliegen, die aber m.E. das Versterben nicht hinreichend erklären. Herr Püschel meint, dass etwa ein Viertel seiner COVID-Toten nicht an COVID verstorben sind; auch diese Fälle haben wir.
Woran machen Sie die Krankheit fest?
Wir konnten mittlerweile ein typisches histologisches Bild der Lungenveränderungen und dessen Entwicklung ermitteln, das auch zur Symptomatik passt und das Versterben erklärt. Wir planen, dies schon in der nächsten Woche zusammenzufassen und rasch zu publizieren.
Welche wichtige Rolle spielt aus Ihrer Sicht dabei der Test?
Für uns erst einmal keine; wir reagieren auf das positive/negative Testergebnis entsprechend; fehlt bei einer passenden Symptomatik das Testergebnis, holen wir dies vor Obduktion ein oder warten auf das klinische Testergebnis. 
Würden Sie Verstorbene mit typischen Befunden auch der Erkrankung Covid-19 zuordnen, wenn deren Test negativ war.
Die Erkrankung zeigt ein recht einheitliches Bild, das aber nicht spezifisch ist und z.B. bei ARDS/Beatmungslunge [Anmerkung: Überdruckbeatmung] in ähnlicher Form auftreten kann, was sicher auch eine Rolle spielt. Aber natürlich würde sich im Kontext des klinischen Bildes, der Anamnese etc. die Frage stellen. M.W. sind die jetzt durchgeführten Tests sehr sensitiv, so dass ich bei Verstorbenen praktisch kaum mit derartigen Fällen rechne.
Gibt es eine spezielle Risikogruppe, und wie ist die Altersverteilung der Toten?
Wir haben einen Verstorbenen von 41 Jahren obduziert, der jedoch nicht an der Covid-Lungenerkrankung verstorben ist, ansonsten sind alle unsere Verstorbenen und Obduzierten über 76 Jahre mit einem Median von über 80 Jahren. Männer sind auch bei uns häufiger, und natürlich finden sich bei einem signifikanten Teil der Verstorbenen in diesem Alter auch schwere andere Grunderkrankungen, wie durch Bluthochdruck verursachte Herzmuskelerkrankung, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung oder auch eine Leberzirrhose [Anmerkung, dies deckt sich mit den Aussagen des Rechtsmediziners Prof. Püschel]. Grundsätzlich ist die altersspezifische Mortalität inzwischen gut bekannt: Sie ist für unter 20-Jährige praktisch null, bei unter 40-Jährigen wohl deutlich unter 1 Promille und geht ab da langsam hoch; signifikant wird sie erst für die über 60-Jährigen, vor allem mit Vorerkrankungen. Natürlich können an Viruserkrankungen auch junge Menschen sterben, das gilt für die Influenza, oder denken sie an eine Cosackievirus-Infektion. Aber diese Fälle sind immer sehr selten.
Fürchten Sie, dass bei Überlebenden schweren Folgeschäden bleiben, z.B. eine Lungenfibrose?
Ja, bei den Beatmeten kann dies je nach Schwere und Beatmungsdauer der Fall sein. M.W. sprechen die Beatmungsmediziner von durchschnittlich 30 Prozent Lungenfunktionsreduktion nach stattgehabter Überdruckbeatmung. Da spielen aber viele Faktoren eine Rolle (Dauer/Art Beatmung, Weening, Vorerkrankungen, Alter etc.). Genaues hierzu kann sicher ein Beatmungsmediziner angeben; zu Spätfolgen kann m.E. bei diesen Patienten noch niemand etwas sagen. Bei den nicht beatmeten Patienten gibt es wenig Anhaltspunkte; gemäß der Neurologen, können die bei etwa 30 Prozent beobachteten neurologischen Ausfälle (überwiegend Geruchs-/Geschmackssinn) wohl in einzelnen Fällen länger anhalten; genaueres können hier sicher die Neurologen sagen.

Früh auf wahrscheinliche Behandlungsfehler hingewiesen

Soweit der Pathologe. Hören wir nun die Meinung der Therapeuten. Hier gibt es kaum Qualifiziertere als die Lungenärzte des Verbandes Pneumologischer Kliniken (VPK), die sehr früh und sehr nachdrücklich auf wahrscheinliche Behandlungsfehler hinwiesen, die inzwischen auch international bestätigt wurden. Allein dafür gebührt diesem Fachverband großer Dank und Anerkennung. Hier nun Fragen an den Präsidenten des VPK, Herrn Dr. med. Thomas Voshaar, Chefarzt der Medizinischen Klinik III des Bethanien Krankenhauses in Moers, nach seiner Erfahrung im Umgang mit an Covid-19 Erkrankten (wie dort eine fachlich hochwertige Covidtherapie umgesetzt wird, können Sie übrigens hier anschauen)
Sehr geehrter Herr Kollege Dr. Voshaar, ist Ihrer Meinung nach Covid-19 eine eigenständige Erkrankung, und woran machen Sie diese Erkrankung fest?
Vosshaar:Sie gehört zur Gruppe der Viruspneumonien, die oft vielgestaltig sind. Covid-19 zeigt aber in den schweren Fällen ein typisches Bild. Die meisten Menschen bemerken eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 gar nicht oder erleben eine Woche lang Symptome der oberen Atemwege, wie Halsschmerzen und heilen dann aus. Bei manchen entwickelt sich jedoch in der zweiten Woche eine sich rasch verschlechternde Lungenentzündung mit Atemnot. Wir haben bisher 44 Patienten stationär deswegen behandelt. Gelingt es, eine Intubation [Einführung eines Schlauchs in die Luftröhre unter Narkose] zu vermeiden, gesunden auch diese Patienten fast immer.
Was ist für Sie entscheidend für die Diagnose?
Die Symptomatik der Patienten, dann die typischen Lungenveränderungen in einem CT sowie eine Blutdiagnostik, die z.B. andere Ursachen auszuschließt. Der Test selbst kann durchaus auch negativ sein, wenn beispielsweise die Infektion vom Hals in die Lunge gewandert ist. Dann spricht der Test nicht mehr an. 
Wie steckt man sich eigentlich genau an?
Wir glauben, dass die Tröpfchengröße eine wesentliche Rolle spielt. Wenn man z.B. niest, dann fallen die großen Tropfen mit der Viruslast, wir sprechen von Aerosolen, schnell zu Boden. Die winzig kleinen schweben jedoch länger in der Luft. Diese werden auch durch Sprechen freigesetzt. Befinden sich mehrere Menschen in kleinen geschlossenen Räumen, dann können diese winzigen Aerosole auch den Weg direkt in die Lunge finden und sofort eine schwere primäre Pneumonie auslösen. Interessanterweise stecken sich dabei aber bei weitem nicht alle an. Warum? Eine Frage, die sicher noch zu beantworten ist, vielleicht gibt es ja bei manchen eine mögliche Immunität durch andere durchgemachte Coronainfektionen, oder das Virus mutiert schnell, und wir haben in Deutschland eine mildere Variante erlebt. Das sind Spekulationen. Sicher ist, dass winzige Aerosole schnell verweht werden, weshalb eine Ansteckung im Freien sehr selten sein dürfte. Neben den klassischen Regeln der Hygiene ist es essenziell, regelmäßig zu lüften, um die Ansteckung in geschlossenen Räumen zu verhindern.
Gibt es eine spezifische Behandlung?
Nein, aber eine Sache ist sehr wichtig. Man muss versuchen, eine Intubation, für die man die Patienten narkotisieren muss, und eine folgende maschinelle Überdruckbehandlung möglichst zu vermeiden. An einer Viruspneumonie Erkrankte sterben oft 24 Stunden nach einer solchen Behandlung, oder es gelingt oft nicht, sie wieder in eine selbstständige Atmung zurückzuführen. Man sollte deshalb Covid-19 Kranke, solange sie ansprechbar, einigermaßen bei Kräften sind, keine Blutbildauffälligkeiten und kein schwerkrankes Herz haben, nicht intubieren, sondern sie über eine Maske mit Sauerstoffzufuhr frei atmen lassen, sowie lindernde Medikamente geben. Das gelingt fast immer, und nach einer Woche heilen diese Patienten aus. Allerdings sinkt die Sauerstoffsättigung dabei stark ab, in einem Fall bei uns sogar bis 70 Prozent, aber wenn man dann solche Patienten intubiert, zeigt sich, dass sich nahezu alle Patienten direkt schon bei Intubation verschlechtern. Das zeigen auch Berichte aus den USA, der Kreislauf bricht sofort ein, es müssen stützende Medikamente gegeben werden und dann muss auch die Beatmung rasch so angepasst werden, dass gute Werte „entstehen“, dafür hat man schließlich intubiert. Konkret heißt das meist, dass die inspiratorische Sauerstoffkonzentration und der Beatmungsdruck angepasst werden müssen. Beides schädigt aber die Lunge, wie wir schon lange wissen. Die gerade durch ein Virus entzündete Lunge schädigt es möglicherweise noch mehr. Mit den Kreislaufveränderungen kommen nach Intubation auch erst die Probleme an Niere etc. etc.
Kann man einschätzen, für wen diese Erkrankung schwerwiegend verlaufen wird und für wen sie tödlich endet?
Es sind die bekannten Risikofaktoren, die zu Todesfällen führen können, wahrscheinlich vor allem Herz-, Diabetes- oder Krebserkrankungen. Wir haben insgesamt einen Patienten verloren. Dieser litt an einer schweren Muskelerkrankung. Asthma gehört meiner Einschätzung aber nicht dazu. Aber auch die frühe Intubation ist, wie gesagt, ein Risikofaktor. In den USA wird derzeit dieser Fehler erkannt. Dort wurden sogar gut ansprechbare Patienten narkotisiert und intubiert. Ähnlich ist man wahrscheinlich auch in China und Italien verfahren. Ich fürchte, dies macht einen beträchtlichen Teil der Todeszahlen aus.
Sind Folgeschäden wie z.B. eine Lungenfibrose bei überlebenden Schwererkrankten zu erwarten? 
Was die Folgeschäden angeht, wissen wir von einigen Patienten, die wir bereits nachuntersucht haben und die alle nicht beatmet wurden, dass es wohl ohne Residuen [Anmerkung: Gewebeverdichtungen] abheilt. Einige Narben bleiben wohl auf der Lunge, das aber ist auch nach bakteriellen Pneumonien so, also nichts Besorgniserregendes. Wurde maschinell beatmet, kommt es auf die Dauer und den Beatmungsdruck an. Je länger und je höher, desto mehr entwickeln sich Folgeschäden. Auffallend ist, dass SARS-CoV-2 auch Nerven befällt, sowohl im Gehirn als auch peripher. Die Riechstörungen sind bekannt. Ein Patient berichtete von Gefühlsstörungen, vielleicht gibt es noch andere Hirnschäden. Die meisten dieser Beschwerden dürften sich wieder zurück entwickeln, aber insgesamt ist die Frage nach Folgeschäden erst nach vielen Monaten wirklich beantwortbar. An dieser Stelle wird auch deutlich, dass eine zentrale Stelle, die schnell interdisziplinäres Wissen bereitstellt, fehlt. Ich muss mir z.B. selbst Neurologen oder Pathologen suchen, um wichtige Informationen außerhalb meines Fachgebietes zu erhalten.
Wären viele der stationär Behandelten auch ambulant behandelbar, welche Ressourcen bräuchte es dazu?
Wir behandeln jetzt viele schon ambulant, wobei wir sie via App oft überwachen. In anderen Fällen sagen wir, dass sie sofort anrufen bzw. kommen sollen, wenn es schlechter geht.
Könnte es sein, dass viele der hochbetagten Verstorbenen sinnvoller palliativ in ihren Pflegeheimen hätten versorgt werden können?
Ja. In diesem Zusammenhang sollte man auch realistisch sehen, dass ein alter Mensch nach einer langen Phase der maschinellen Überdruckbeatmung kaum in ein selbstbestimmtes Leben zurückkehren wird. Nach gründlicher Aufklärung sollte im Erkrankungsfall geklärt sein, und jede Entscheidung ist zu respektieren, ob ein sehr alter Mensch bei Verlust der Entscheidungsfähigkeit, vorher in der Patientenverfügung auch eine Intubation ablehnen kann. Voraussetzung dafür ist eine gute hausärztliche und palliativmedizinische Versorgung in den Pflegeheimen selbst.
Bestand oder besteht die Gefahr, dass es in ihrem Krankenhaus zu einer Überbelegung und Minderversorgung hätte kommen können, oder ist diese Frage nicht beantwortbar?
Wir hatten nie Sorge, in eine bedrohliche Überbelegung zu geraten. Wir konnten uns sicher auch mit mehr Zeit vorbereiten als Italien. 
Besteht eine relevante Gefahr für die Behandler, sich selbst zu infizieren und schwer zu erkranken?
Wenn eine professionelle Maskennutzung gewährleistet wird, kaum. Auch einfache Maßnahmen wie regelmäßiges und häufiges Lüften der Zimmer sind sehr wichtig. 

Fazit der medizinischen Risikoanalyse

(bezogen auf den Erkrankten und die Allgemeinheit)
Für den Erkrankten ist Covid-19 gefährlicher als eine Grippe. Covid-19 ist eine infektiöse Erkrankung der Lunge. Sie ist als eigenständiges Erscheinungsbild zu sehen und stellt eine neue, schwere Viruserkrankung dar, ausgelöst durch eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus. Für die meisten Infizierten stellt sie jedoch keine Bedrohung dar. Ein kleiner Anteil der Infizierten entwickelt jedoch eine gefährliche Lungenentzündung, vor allem ältere Menschen, die aber auch bei jüngeren vorkommt. Dadurch unterscheidet sie sich von einer Influenza (Grippe), bei der Pneumonien auch oft vorkommen, aber nicht in diesem Maße.
Richtig behandelt, vor allem bei Vermeidung einer Intubation mit Narkose und maschineller Überdruckbeatmung trotz niedriger Sauerstoffblutsättigung, heilen fast alle Patienten aus. Wahrscheinlich werden kaum Folgeschäden später zu beobachten sein, das gilt es aber in den nächsten Monaten sicherer zu beurteilen. Problematisch wird es, wenn schwere Begleiterkrankungen vorliegen, wie oft bei alten Menschen. Dann kann die Lungenentzündung tödlich enden oder den Tod durch die Grunderkrankung beschleunigen. Viele als Covid-19 Tote geltende werden an dieser Grunderkrankung gestorben sein und mit Covid. Ganz grundsätzlich können auch gesunde, junge Menschen an Covid-19, wie auch an Influenza, sterben, aber das ist die absolute Ausnahme.
Die tragische Besonderheit von Covid-19, die auch für andere Viruspneumonien gilt, die nicht in einem solch öffentlichen Fokus standen, ist: Die auf vielen Intensivabteilungen übliche, schnelle Intubation bei Sinken der Sauerstoffblutsättigung trotz Ansprechbarkeit der Patienten, mit Narkose und maschineller Überdruckbehandlung, stellt einen eigenen Risikofaktor dar. Die zu frühe Intubation ist für die meisten Folgeschäden und für einen beträchtlichen Teil der Todesopfer verantwortlich zu machen. Diese Erkenntnis scheint sich nun international durchzusetzen und stellt einen bedeutenden Fortschritt für die zukünftige Behandlung von Viruspneumonien dar.

Keine Killerseuche

Für die Allgemeinheit ist Covid-19 nicht gefährlicher als eine Grippe (siehe meine beiden vorausgegangenen Beiträge). Covid-19 ist, bezogen auf die Gefahr für die Gesamtgesellschaft, keine Killerseuche. Infektiösität und Letalität sind geringer als vielfach erwartet. Derzeit liegt der Anteil von Covid-Toten in Deutschland, bezogen auf 100.000 Einwohner/Jahr, bei unter 10 und reiht sich weiter hinten ein in der Rangliste der gefährlichen Todesursachen. Dies würde sich auch nicht ändern, wäre der Anteil doppelt oder gar dreifach so hoch. Der Infektionsverlauf ähnelt der einer klassischen Grippe. Die Infektion ist spätestens seit Mitte März im Abklingen.
Die Todeszahlen werden sich länderspezifisch nicht oder wenig dramatisch von den Zahlen der Vorjahre unterscheiden. Die klare Risikogruppe erlaubt ein schützendes Vorgehen, ohne die gesamte Gesellschaft in Quarantäne zu nehmen und den massiven Folgeschäden auszusetzen. Ob nun in den einzelnen Ländern 5.000 mehr oder weniger versterben, ist für jeden einzelnen Toten tragisch, ändert jedoch nichts bezüglich der geringen Gefahr für die Gesamtgesellschaft. Diese belastbare Einschätzung wird auch nicht von Bildern geändert werden können, die überfüllte Intensivabteilungen, gestapelte Särge oder Leichen in Kühllastern zeigen, ohne diese in den Kontext von Umstände und Gesamtzahlen zu setzen.
Hochqualifizierte interdisziplinäre Netzwerke ermöglichen auch bei dünner Datenlage gute Einschätzungen. Die Leserinnen und Leser meiner Beiträge werden feststellen, dass diese Risikoeinschätzung schon vor 50 Tagen möglich war undvier Tage später mit aller Deutlichkeit.
Auch andere kamen bekanntlich früh zu diesen Rückschlüssen. Doch wie ist das möglich, die damalige Datengrundlage war viel dünner? Ganz sicher nicht deshalb, weil man gut geraten hat, sondern deshalb, weil es möglich war, abseits jeder Panikreaktion die wenigen vorhandenen Fakten und Hinweise, die es gab, in den richtigen Kontext zu stellen und sich die jeweils passenden Fachexpertisen einzuholen. Bekannt war zum Beispiel, dass die Hotspots offensichtlich sich nicht weiter in den Ländern verbreiteten (weit vor dem Lockdown), die Daten der Diamant Princess, die Daten von Prof. Hendrik Streeck, die Vergleichszahlen mit den Vorjahren und einiges mehr.
All dies deutete mit ausreichender Klarheit darauf hin, dass es sich hochwahrscheinlich nicht um eine Killerseuche mit zig Millionen möglichen Todesopfern weltweit handelt. Alles, was man dazu benötigt, ist ein interdisziplinäres Denken, welches bei wichtigen Fragen die jeweils zuständige Fachmeinung berücksichtigt. Zur Behandlung von Covid fragt man die Kliniker, aber zur allgemeinen Gefährlichkeit eben die Epidemiologen, wie die des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Solch hochqualifizierte Meinungen lassen sich ohne Weiteres finden, sowohl in Deutschland als auch international, man muss nur danach suchen.

Lauterbach schätzte gefährliche Medikamente falsch ein

Am Ende muss man sich auf die rationale Intuition eines interdisziplinären Teams verlassen. Noch etwas anderes Entscheidendes kommt dazu. Am Ende des Tages, erfolgt eine Risikoeinschätzung auf der Basis dessen, was der Psychologe Prof. Julius Kuhl rationale Intuition nennt. Zu bedenken ist, dass Statistik selbst nur auf Modellen beruht, und Modelle können aus methodischen Gründen keine Hypothese beweisen. Das bedeutet, auch die beste Statistik bildet nie die Wirklichkeit ab, sie nähert sich ihr immer nur an. Deshalb kommt es entscheidend darauf an, mit welcher reflektierten Vorerfahrung die Statistik interpretiert wird. Sind es Fachleute, die ihre Kompetenz genau auf dem infrage kommenden Gebiert belegt haben und – waren sie fähig aus ihren bisherigen Fehlern zu lernen, handeln sie also reflektiert?
Nur ein Beispiel. Wenn der meiner begründeten Meinung nach beste derzeitige Epidemiologie John Iaonnidis davor warnt, die getroffenen Maßnahmen seien übertreiben, weil die Letalität viel niedriger und die Ausbreitung schon viel weiter fortgeschritten sei, dann ist es unverantwortlich, eine solche Stimme mattzusetzen durch die eines auf Viren-RNA-Forschung spezialisierten Virologen, der schon einmal in einem ähnlichen Fall eine falsche Risikoeinschätzung getroffen hat und nie hat erkennen lassen, dass er daraus gelernt hat. Wenn ich wissen will, ob das Dach dicht ist, frage ich den Dachdecker und nicht den Heizungsmonteur. Vor allem, wenn mich der Heizungsmonteur schon einmal falsch bezüglich des Daches beraten hat.
Auch Prof. Karl Lauterbach, der zurzeit in den Medien vorrangig um seine wissenschaftliche Einschätzung gefragt wird, hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er gefährliche Medikamente falsch einschätzt und deren Zulassung maßgeblich fördert, obwohl die vorhandene Datenlage davon abriet. Diese Medikamente wurden dann auch wegen ihrer gefährlichen Nebenwirkungen später vom Markt genommen, beispielsweise Cerivastatin (Lipobay) oder Sibutramin (Reductil) (s.a. Gunter Frank, Schlechte Medizin, Knaus Verlag) Deswegen wäre ich hinsichtlich der Fähigkeit einer reflektierten Risikoanalyse bei ihm skeptisch. Experten wie Professor Sucharit Bakhdi oder Professor Stefan Hockertz schätze ich deutlich kompetenter ein, doch sie werden aus den Leitmedien ausgeschlossen.
Es kommt eben darauf an, wen man fragt und welche Meinung man als die maßgebliche auswählt. Im Unvermögen, die passenden Expertenmeinungen zu den jeweils anliegenden, wichtigen Fragestellungen zu identifizieren und zu moderieren, lag von Anfang an der Systemfehler und da liegt er immer noch. Denn es geht weiter. Impfungen? Diese Frage ist derzeit nicht relevant, weil jeder Fachmann weiß, dass ein guter Impfstoff frühestens in einem Jahr genutzt werden kann. Auch Bill Gates kann nicht zaubern. Dazu kommt, dieser Impfstoff müsste dann hochwahrscheinlich vor Covid-20 schützen. Zweite Welle? Mit welchem fachlichen Geheimwissen wird davor gewarnt, mit welchen Quellen? Es ist eine hochspekulative Hypothese, die gerade im geöffneten Österreich faktisch widerlegt wird. Und warum wurde, wenn man so viel Angst davor hat, eine Herdenimmunität durch den Lockdown verhindert? Das alles spricht nicht für ein reflektiertes, kompetenzgesteuertes Krisenmanagement.
Eine kompetente Risikoanalyse hätte den falschen Alarm schon längst abgeblasen. Der Pandemie Krisenstab im Max-Weber-Land, hätte frühzeitig Großveranstaltungen abgesagt und bei den früh bekannten Risikogruppen die entsprechenden Maßnahmen zum Schutz dieser Gruppe diskutiert sowie professionell, konsequent und human umgesetzt (auch mit Hilfe der präventiv angelegten Pandemievorräte). Man hätte Pläne ausgearbeitet für Schwerpunktkrankenhäuser, die von den zuständigen Spezialisten, den Lungenfachärzten geleitet worden wären. Man hätte Hausärzte, Palliativmediziner und Pflegedienste einen eigenen Stab bilden lassen, um gute Lösungen für die ambulante Versorgung der Schwerkranken und Pflegebedürftigen zu finden.
Vor allem hätte der Krisenstab eine umfassende Risikoanalyse der weitergehenden Schutzmaßnahmen durchgeführt und festgestellt, dass deren Schadenspotential extrem hoch ist. Spätesten Mitte März hätte der Krisenstab festgestellt, dass bezüglich einer die Allgemeinheit bedrohenden Pandemie ein falscher Alarm besteht. Weil das Risikopotential von Covid 19 bezogen auf die Allgemeinheit deutlich geringer ist, als das der weiteren Schutzmassnahmen (Schulschliessungen und Lockdown), hätte man diese nicht eingeleitet. Daraufhin hätte der Krisenstab die Politik und diese die Bevölkerung entsprechend informiert. Daraufhin wäre der Krisenstab nach Hause gegangen, um die anderen ihre Arbeit machen zu lassen.
So wäre die Risikoanalyse im Max-Weber-Land verlaufen. In der Bundesrepublik Deutschland und in fast allen anderen Demokratien kam es bekanntlich anders. Warum das so ist, und was wir vor allem Anderen ändern müssen, um solche Desaster in Zukunft zu vermeiden, darum geht es in dem nächsten und für mich abschließenden Corona Beitrag hier auf der Achse des Guten. Es geht vor allem darum wie die Demokratie es geschafft hat, ihre eigentliche Stärke, die offene Debatte, in eine Schwäche zu verwandeln.
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Keine staatstragende Statistik?

 Ein Blick in die offizielle Sterbestatistik zeigt: COVID-19-Sterbefälle machen sich bislang in der Gesamtzahl der Sterbefälle nicht bemerkbar. Eine Übersterblichkeit durch COVID-19 ist bisher nicht feststellbar. Das ergibt sich aus der am 30.04.2020 veröffentlichten Sonderauswertungdes Statistischen Bundesamts zu den Sterbefallzahlen in Deutschland für den Zeitraum vom 01. Januar 2016 bis 05. April 2020. Das Statistische Bundesamt versucht sich trotz dieses Befundes in regierungstreuer Stimmungsmache und konstruiert einen Zusammenhang von Corona und erhöhten Sterbefallzahlen.

Private Grafik von Mathias Seifert aus den Daten des statistischen Bundesamtes. Sein Kommentar dazu: Laut WHO starben die ersten beiden Personen in Deutschland mit/an Covid-19 am 10.03.2020, am 26.03.2020 starben 49 Personen, am 31.03.2020 128, am 05.04.2020 184 und am 06.04.2020 waren es 92. Der (bisherige) Maximalwert wurde am 16.04.2020 mit 315 Verstorbenen erreicht. Und Herr Söder befürchtet ja inzwischen, dass es zu einer zweiten Welle kommen könnte, die ähnlich schlimm wie die erste ist.

Hier zunächst die vom Statistischen Bundesamt verlautbarten Fallzahlen zu den Sterbefällen 2016 bis 2020:
Gesamtjahr:
2016: 910.902
2017: 932.272
2018: 954.874
2019: 935.292
Nur Januar-März:
2016: 242.030
2017: 269.618
2018: 277.876
2019: 251.876
2020: 250.338
Nur März:
2016: 83.669
2017: 82.934
2018: 107.104
2019: 86.419
2020: 85.922
Da sich auf dieser Basis eine Übersterblichkeit wegen COVID-19 nicht feststellen lässt, griff das Statistische Bundesamt in die Trickkiste. Es verlängerte den nach der ersten Sonderauswertung vom 17.04.2020 angekündigten Berichtszeitraum. Statt wie eigentlich vorgesehen die Sterbefallzahlen für den Zeitraum bis 31. März 2020 mitzuteilen, wurde der Zeitraum bis zum 05. April 2020 verlängert.
Das ermöglichte es dem Bundesamt, in einer Pressemitteilung wie folgt einen angeblichen Zusammenhang zwischen Sterbefallzahlen und Corona unter Bezugnahme auf nur eine einzige Woche herzustellen:

Auch im März 2020 mit insgesamt mindestens 85.900 Sterbefällen ist bei einer monatsweisen Betrachtung kein auffälliger Anstieg der Sterbefallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren erkennbar. Seit der letzten Märzwoche liegen die tagesgenauen Zahlen allerdings tendenziell über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Da die Grippewelle 2020 seit März als beendet gilt, ist es naheliegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen.

Tatsächlich liegen die Sterbefallzahlen für die Woche vom 30.03. bis 05.04.2020 zwar leicht über den Vorjahreszahlen. Aber es ist unseriös, aus den Zahlen von nur einer Woche Rückschlüsse auf einen Corona-Zusammenhang zu ziehen. Es gibt stets, wie man bereits an den oben aufgeführten Zahlen sehen kann, erhebliche Schwankungen in den Fallzahlen, sowohl wöchentlich als auch monatlich und jährlich.
Lässt man sich dennoch einmal auf diese Wochenbetrachtung des Statistischen Bundesamts ein, so ist folgendes auffällig: Die erhöhte Sterblichkeit betrifft nur die Altersgruppe über 80 Jahre. Die Sterbefallzahlen für die Altersgruppe bis 80 Jahre liegen hingegen im normalen Bereich, wie die nachfolgende Auflistung zeigt.
Anzahl Sterbefälle Woche 30.03.-05.04. (Alter bis 80 Jahre):
2016: 8.622
2017: 7.913
2018: 8.637
2019: 8.156
2020: 8.147
Corona als Grund für die erhöhte Sterblichkeit der über 80-Jährigen zu benennen, wie es das Statistische Bundesamt tut, ist nach derzeitigem Kenntnisstand rein spekulativ. Die Erhöhung liegt im Rahmen der normalen Schwankungen. Der Erhöhung könnte auch ein Nachholeffekt zugrunde liegen.
Der Zeitraum Januar bis März 2020 weist geringere Sterbefallzahlen auf als die entsprechenden Vorjahreszeiträume 2017 bis 2019. Das gilt auch für die über 80-Jährigen: Auch bei ihnen sind die Sterbefallzahlen von Januar bis März 2020 mit 146.097 geringer als in den Vorjahren 2017 und 2018 (155.364 bzw. 159.664) und auch als im Jahr 2019 (143.958), wenn man berücksichtigt, dass 2020 einen Tag mehr hatte. Wenn Corona der Grund für eine etwas erhöhte Sterblichkeit bei den über 80-Jährigen sein sollte, dann ist der Effekt jedenfalls nicht größer als bei einer Influenza.

Das Narrativ der Bundesregierung gerät weiter ins Wanken

1. COVID-19 macht sich bisher statistisch nicht als Sondereffekt bemerkbar. Die bisherigen Sterbefallzahlen (bis 05.04.2020) lassen auch nicht erkennen, daß es eine hohe Dunkelziffer bei den COVID-19-Sterbefällen geben könnte, wie teilweise gemutmaßt wird. Vielmehr deuten sie darauf hin, dass die Corona-Gefahr überschätzt wird.
2. Das Statistische Bundesamt bezeichnet einen möglichen Zusammenhang zwischen Corona und erhöhten Sterbefallzahlen als naheliegend, obgleich diese Annahme anhand der Zahlen von nur einer Woche angesichts der natürlichen Schwankungsbreite derzeit rein spekulativ ist.
3. Lässt man sich mit dem Statistischen Bundesamt dennoch auf eine Betrachtung der einen Woche vom 30.03. bis 05.04.2020 ein, so ist folgendes festzustellen:

  • Es sind immer noch weniger Sterbefälle als im „Grippejahr“ 2018.
  • Die etwas erhöhten Sterbefallzahlen betreffen nur die Altersgruppe über 80 Jahre.
  • Ein Nachholeffekt aufgrund geringerer Sterbefallzahlen in den Vormonaten ist denkbar.
  • Wenn COVID-19 eine Rolle spielt, dann ist sie nicht sehr bedeutend.
  • Demographisch bedingt sind gegenüber früheren Jahren ohnehin tendenziell mehr Sterbefälle zu erwarten, da die Lebenserwartung seit Jahren stagniert und die Zahl der alten Menschen im typischen Sterbealter stark zunimmt.

4. Das Narrativ der Bundesregierung (Corona als ein ohne Rücksicht auf Verluste mit allen Mitteln zu bekämpfendes Killervirus) gerät weiter ins Wanken. Die Sterbefallzahlen lassen bislang keine außergewöhnlichen und dramatischen Auswirkungen erkennen und stellen die Sinnhaftigkeit und Aufrechterhaltung vieler getroffenen Maßnahmen infrage. Eine Gefährdung des Gesundheitswesens (die zu vermeiden erklärtes Ziel der Maßnahmen war) ist nicht ersichtlich.
5. Es ist beschämend und bezeichnend zugleich, dass das Deutschland des Jahres 2020 nicht in der Lage ist, zeitnah die Sterbefallzahlen zu aktualisieren, sondern eine Nachlaufzeit von drei bis vier Wochen benötigt. Zur politischen Verantwortung gehört es auch, für eine sichere Datengrundlage zu sorgen, um sachgerechte Entscheidungen treffen und Maßnahmen auch kurzfristig wieder aufheben zu können. So sollten derzeit zumindest Zahlen bis 26.04.2020 zur Verfügung stehen. Hier haben Bundesregierung und Landesregierungen versagt.
Anhand aktuellerer Sterbefallzahlen ließe sich leicht überprüfen, ob ein bis 05.04.2020 noch nicht feststellbarer Zusammenhang mit Corona mittlerweile eventuell doch gegeben sein könnte und welche Altersgruppen gegebenenfalls betroffen sind. Etwaig erforderliche Schutzmaßnahmen, aber auch deren Aufhebung, ließen sich dann sehr viel zeitnäher, zielgenauer und risikogruppenorientiert treffen. Das Versagen der Regierung wird die Bürger aufgrund an falscher Stelle ansetzender und zu lange andauernder Maßnahmen sehr teuer zu stehen kommen und die ohnehin eintretenden Wohlstandsverluste vervielfachen.
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Wind und Sonne für die Stromerzeugung in CORONA-Zeiten

Deutschland im April 2020. CORONA zieht durch´s Land. Doch, wie  zum Ausgleich dieses Ungemachs, herrscht schönes Wetter … die Atmosphäre ist rekordverdächtig trocken, es gibt viel Sonnenschein. Zudem weht vielerorts ein ausgleichender Wind. Angenehme Verhältnisse für Menschen, die ausserhalb der ihnen auferlegten ´Quarantäne´ mal frische Luft schnappen wollen.
Es überwiegen Witterungsbedingungen, die auch für die „moderne“ Elektrizitätsversorgung eine prima Grundlage liefern sollten. Meint, wir haben im April 2020 Sonne undauch Wind. Dumm ist bloss (wie´s nun mal auf der Erde so geregelt ist),  dass selbst bei wolkenlosem Himmel nachwievor des Nachts die Sonne nicht scheint und auch der gelobte Luftzug leider nicht stetig verläuft … immer wieder schlafft alles ab und dreht kein Rad.  Geeignete E-Speicher gibt´s nicht bzw. sind maximal in homöopathischen Dimensionen nicht zu finden. Was bedeutet, dass die „erneuerbaren“ Energiequellen auch im 20.sten Jahr der Energiewende (EEG Gesetz seit 1.4.2000) weiterhin die „konventionelle“ Stromerzeugung an ihrer Seite brauchen, um ausreichend Leistung abzuliefern.
Letzteres ist der casus knaxus: Die Leistung muss selbst im CORONA-April quantitativ (GWh) und qualitativ (Hertz) stimmen, um neben der Wirtschaft (obwohl kaum aktiv) und den Wirtschaften (aber die sind ja auch geschlossen!) wenigstens die home-offices elektrisch angemessen zu versorgen. So trifft zwangsläufige ´Politik´ auf ´Natur´: Der Wille zum EEG allein zählt nicht allein, es müssen auch die  atmosphärischen Systemfaktoren  mitmachen. In diesem Sinne beobachten wir im Monat April, was die Versorgung mit elektrischer Energie angeht, fast zwangsläufig (und wie fast überall im Leben), einerseits die Ablieferung einer ´Kür´ (hier: Strom aus Wind und Sonne), zu der aber  andererseits wiederum auch eine ´Pflicht´ gehört (hier: Elektrizität aus sogenannten Grundlastkraftwerken) … und dies alles ´ordentlich´, also mit mindestens 8 von 10 Punkten im Sinne des Eiskunstlaufbewertungssystems, sonst läuft da nichts stabil. Wobei wir gerade in der ´Kür´ festhalten müssen, dass neben deren Menge auch die Qualität bitteschön ausreichen sollte, um im Netz wenigstens 49,9/50,1 Hertz zu halten …
Industriestaaten mit anspruchsvollen Produktionslinien (und CORONA-Intensivstationen?!) vertragen keine Flatterhaftigkeit. Leider ist den meisten Freunden der alternativen Stromerzeugung bis heute nicht beizubringen, dass es für stabile 50 Hertz immerauch richtig „Masse in Bewegung“ braucht … die mit Solarpaneelen jedoch nicht zustande kommt. 100% Sonnenstrom sind zwar theoretisch genug, um das Licht beim privaten Stromkunden leuchten zu lassen, aber leider nicht in der Lage, das Netz eines Hochtechniklandes standhaft zu halten. Das Wort vom „blackout“ (tritt bei 49,8 Hertz ein, wenn nicht netztechnisch ´eingegriffen´ wird/werden kann) geistert herum. Dabei ist Annalena B. auch noch der Meinung das Netz sei der Speicher?!
Kommen wir zurück zur „Pflicht“ in der Stromversorgung. Dieser Part ist nicht nur hilfreich, sondern er stellt vielmehr eine absolute Notwendigkeit dar, er ist sozusagen ´alternativlos´ im Sinne von Angela M.. Meint: Ausser einer erneuerbaren benötigt man unbedingt auch eine konventionelle Stromerzeugung in seinem Land! Rückenstärkend kann es sein, wenn im Zweifelsfall Nachbarn da sind, die bei Versorgungsengpässen (kommt immer wieder vor wenn z.B. a) keine Sonne am Himmel zu sehen ist   oder b) wenig bis kein Wind weht  oder   c) Speicherseen trocken fallen) aushelfen könnten. Wir denken hierbei an unsere Freunde in Frankreich (besitzen nämlich grundlastfähige Energie aus Atomkernen) oder an die Kollegen z.B. in Polen (machen den Turbinen mit viel Kohle beständig Dampf).
Man muss nur wissen: Im engeren Sinne „Pflicht“ ist diese nachbarschaftliche Lieferfähigkeit nicht, es handelt sich nur um eine freiwillige Kür, mit der die von nebenan etwas in´s deutsche Netz zuschiessen könnten.Denn „Schengen“ gilt beim Stromfluss nicht bzw. es ist nicht wie bei der Personenfreizügigkeit … die Bewegungsbedingungen des Stroms sind sozusagen relativ zu sehen und wer zu viel hat, könntezwar was abgeben, mussdas jedoch nicht gezwungenermassen. Einklagbar ist diese Form der Freiheit jedenfalls nicht, hier gilt nur ´Freiwillige vor´ … aber wer ist schon ständig frei und dann auch noch rundum willig?
Das ist dann im Prinzip nämlich ein wenig ähnlich dem Beginn der CORONA-Krise: Was man selbst nicht besitzt bzw. versäumt hat vorzuhalten, das versucht man dann „Bitte, bitte!“ vom Nachbarn zu bekommen. Bei Schutzmasken beispielsweise hat das aber bekanntlich erst mal nicht sooo gut funktioniert. Beim Strom ist und wäre es  s e l b s t v e r s t ä n d l i c h  ganz anders.
D.h. bei der Lieferung von elektrischem Strom haben wir nie kein Problem. Der Verfasser verweist auch gleich nochmals auf die o.a. mehr (oder weniger) verlässlichen Freunde … . Es gilt die alte Weisheit, dass man in einer Krise und für eine Krise gewappnet sein sollte. Man nennt das allenthalben ´Vorsorge´ oder auch ´Staatsverantwortung´.
Schauen wir uns die derzeitige deutsche Stromversorgung einmal im Zeitraum zwischen dem 17. und dem 22. April 2020 an: Der Stromverbrauch in Deutschland liegt insgesamt bei rd. 7621 GWh (hier: 1270 GWh/Tag).  Das ist deutlich weniger als im passenden Vergleichszeitraum 2019 (11.4.-16.4.) mit rd.  9176 GWh (1529 GWh/Tag). Genauer gesagt ist das rd. 17% tiefergelegt … ein deutlicher Rückgang, der primär auf den CORONA-lockdown zurückzuführen sein dürfte.
Die in Deutschland erzeugte Energie (GWh / Anteil in %):

Es ist gelungen, den Anteil der erneuerbaren Quellen in 2020 gegenüber 2019 im „Testzeitraum“ tatsächlich relativ bevorzugt einzuspeisen: Während in der konventionellen Stromerzeugung i.M. der o.a. Tage der Anteil um -50% zurückging, ist diese bei den erneuerbaren mit i.M. +5% sogar leicht gestiegen. Die in der Summe insgesamt deutlich geringere Stromerzeugung ging somit im Wesentlichen zu Lasten der konventionellen Quellen.
Wie Abb. 1 zeigt, wird der benötigte Strom im Jahr 2019 (im Vergleichszeitraum) aus inländischer Energieerzeugung voll gedeckt, d.h. die Verbrauchslinie liegt immer unterhalb des summierten deutschländischen Angebots. Im Jahr 2020 ist das etwas anders: Während in Tagen stärkeren Windanfalls dies noch so gilt (siehe z.B. Mittwoch 22.4.2020) ist es an windschwächeren Stunden jedoch umgekehrt (siehe Abb. 2). Da muss von aussen „zugefüttert“ werden, denn der Verbrauch in Deutschland ist offensichtlich höher als das angebotene Angebot aus heimischer Produktion (siehe z.B. Freitag 17.4.2020) … dabei ist der Verbrauch an diesem Beispieltag sogar um 34%geringer als am Freitag den 11.4.2019. Merke: Effektiver Verbrauch bedeutet nie ´mögliches-machbares´ Angebot,  denn letzteres ist steuerbar, der Verbrauch jedoch nicht wirklich (*)!
Mit Blick auf die o.a. Tabelle kommt der Verdacht auf, dass die ´Einsparungen´, die man in Deutschland bei den konventionellen Quellen von 2019 auf 2020 erreicht hat, mit Strom aus ausländischer Produktion (relativ) substituiert wurden. Aus welchen Quellen (jenseits der deutschen Grenzen) es stammt, ist unbekannt … mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl jedoch aus einem der dort primär „konventionell“ arbeitenden Kraftwerke. Aber, und sozusagen zur Beruhigung, wir wissen ja eines ganz sicher: CO2, das im Ausland ausgepufft wird, belastet eben gerade nichtdie deutsche Öko-Bilanz … nur für die erdumspannende Atmosphäre, da bleibt´s egal. Wie war das Wort dafür? Doppelmoral / Heuchelei?!
Durch die im Jahr 2019 im Vergleichszeitraums zu allen Tagen in Deutschland geringere Stromabnahme als die bereitgestellte Stromerzeugung, konnte Energie in die Nachbarländer exportiert werden … ob nun reell verkauft oder mit Zuzahlung verschenkt sei mal dahingestellt (wir könnten´s prüfen aber eigentlich ahnen wir´s wohl ohnehin). Im Jahr 2020 hingegen wurde, primär an Tagen mit einem relativ geringeren Angebot an Windenergie, eine deutliche Menge an Strom importiert!Und dies, das sollte klar sein, obwohlinsgesamt und absolut gegenüber dem Aprilzeitraum des Jahres 2019 nur rd. 80% der Strommenge benötigt wurde?!
War dies nun „strategisch“ gedacht oder war es schlicht nur billiger, als Strom aus heimischer Produktion anzufordern (meint konventionelle Kraftwerke ´hochfahren´ zu müssen)? Sicher ist, dass damit und zwangsläufig die deutsche Ökobilanz im April 2020 positiv ausfällt: Nur 250g/kWh CO2kommen aus den deutschen Kraftwerksschornsteinen … im April 2019 waren es dagegen 430 g/kWh (nach https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter). Da sieht man (sagt nun der ideologisierte Betrachter), wie überflüssig deutscher Kern- und Kohlestrom doch ist. Und da man ja, wie oben bereits festgestellt, den vollen Durchblick dafür hat, dass CO2, welches im Ausland emittiert wird, dort in jedem Fall dauerhaft bleibt, ist es für D im Zweifelsfall eine win-win-Situation … kein unnötiger heimischer Kohleverbrauch (wer weiss, wozu man DIESE Kohle nochmal brauchen kann!) UND auch noch tolle Luft ohne das fiese CO2-Gift. Am besten ist jedoch Kernenergie, oder?!
Da diese Betrachtungen des Verfassers nun nicht gleich die ganze Welt retten sollen/können, gibt es nachfolgend nur ein vorläufiges Fazit zum Stromangebot und den Stromverbrauch im April des Jahres 2020:

  1. Deutschland benötigt teils >30% weniger an elektrischer Energie als im Vergleichszeitraum des Jahres 2019 … ´CORONA´ mit „lock-down“-Syndrom.
  2. Wenn die Sonne scheint und der Wind weht … dann hat man offenbar zu viel an Strom
  3. Wenn das Wetter ohne viel Wind daherkommt … dann scheint die elektrische Energie nicht auszureichen? Oder man will, vorbildlich ökologisch gedacht, den (nicht ausreichenden) ´erneuerbaren´ sauberen und angeblich CO2-freien Stromquellen schlicht wie ergreifend keine konventionellen dreckigen CO2-ausschleudernden Kraftwerke zuschalten?

(*) Das ändert sich aber potentiell dann, wenn die sogenannten Smartmeter (intelligente Stromzähler mit externer Eingriffsmöglichkeit) beim Verbraucher eingebaut sind. In dem Fall kann nämlich der Anbieter/der Stromlieferant bestimmen/regeln, wannder Kunde seine Wäsche wäscht … .

Abb.  1 : Stromerzeugung und –verbrauch, 8.-18.4.2019 (Karfreitag = 19.4.2019). https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter

Abb. 2: Stromerzeugung und –verbrauch, 14.-24.4.2020 (Ostermontag = 13.4.2020). https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter
Der Autor kann dies z.Zt. nicht beantworten, denn ´Absichten´ herauszufinden wäre eher die Aufgabe eines investigativen Journalismus. Vielleicht ist ja auch ohnehin alles ganz einfach und es wäre wie´s sein könnte: Zufall. Nur spricht die zu beobachtende Systematik stark dagegen, eher ist es eben doch so, dass man (politisch gewollt?) beginnt im Netz rum zu mogeln, in dem man den Eindruck hervorruft, als ob die konventionelle Energieerzeugung in/aus deutschen Landen so ´üppig´ gar nicht nötigt sei; „Ihr seht doch, da sind doch genug ´Erneuerbare´ vorhanden, der Trend sagt´s ebenfalls, und der Zukauf aus dem  Ausland, nun, das bisschen“.  Was man nicht vergessen sollte später zu erinnern: Wenn Ende des nächsten Jahres alle deutschen „Kern“-Grundlastwerke abgeschaltet sind, dann hätte man für deren im Netz fehlenden Strommengen schon jetzt mal, sozusagen intellektuell-argumentationstechnisch, vorgebaut … .
Dazu mal gelistet der aktuelle Anteil der deutschen Kernenergie (Grundlast) an der heimischen Stromerzeugung (Daten /Termine siehe Abb. 1 – 6) :

Die Mengen sind trotz inzwischen vieler endgültiger Abschaltungen noch immer relevant und kein Pappenstiel. Alles kerntechnisch-schwunghafte durch erneuerbar-statisches zu ersetzen wird daher soooo einfach nicht klappen, denn da spricht auch noch die Physik ein Wörtchen mit … der Verfasser erinnert ganz zwanglos an die alternativlose Notwendigkeit der Netzstabilität, also an das ´must´ von 50 Hertz: Wenn am 22.April 2020 bereits rd. 75% der Stromerzeugung ´alternativ´ und damit schwung- bzw. masselos stattfanden, dann wird das jedoch bannig eng . Aber wir haben ja zum Glück unsere Nachbarn in Frankreich und Polen! Nur bitte und ohne Häme: „Schengen“ gibt´s in Corona-Zeiten gerade nicht mehr und die Lieferung von grundlastfähigem Strom erfolgt ebenfalls und wie oben schon festgestellt, nur freiwillig … in etwa so freiwillig, wie die Lieferung von Schutzmasken an die gemeinsamen EU-Freunde ablief.
Die hier im Text vorangestellte Frage war eigentlich ´Kann man nicht´ oder ´will man nicht´? Die nach Erfahrung des Verfassers wahrscheinlichste Antwort: Man könnte wohl schon … aber allein ökotechnisch scheint es den Verantwortlichen in Zeiten von CORONA wohl angenehmer zu sein, die Atmosphäre nicht auch noch ´zusätzlich´ mit Kohle oder Gas aufzuheizen, denn die allgemeine Virus-Lage ist sozusagen bereits heiss genug? Da greift man lieber (eventuell auch tatsächlich rein preislich interessant?!) z.B. nach dem Angebot an überschüssigem ´Atom´-Strom aus Frankreich. Denn dort hat man mit der ebenfalls nur noch auf kleiner Flamme wurstelnden Industrie jetzt im April 2020 wohl viel zu viel Energie … also ne Menge übrig. Der CORONA-lockdown trat dann für die Gallier als sowas wie eine ´Grundlast als Last für´s Netz´ auf/ein? Das war für Deutschland wiederum und jetzt gerade im doppelten Sinne günstig: Bandenergie („Pflicht“ im Stromgeflecht!) als ausländischer (Atom-/Kohle-)Segen in windschwachen Zeiten  … die flatterhafte „Kür“ im deutschen Netz braucht schliesslich einen stabilen Ausgleich. Und gut ist´s für die vielleicht doch noch kommende Diskussion: Mit den erneuerbaren schaffen wir´s … „seht ihr doch!“
Als passende Artikel zum Thema sei auch verwiesen auf:
https://eifelon.de/umland/erneuerbare-lieferten-52-prozent-des-verbrauchs-wirklich.html
und
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/die-regenerative-geldverschwendung/

Abb. 3: Nettostromerzeugung in Deutschland am 11. April 2019 (www.energy-charts.de)

Abb. 4: Nettostromerzeugung in Deutschland am 16. April 2019 (www.energy-charts.de)

Abb. 5: Nettostromerzeugung in Deutschland am 17.April 2020 (www.energy-charts.de)

Abb. 6: Nettostromerzeugung in Deutschland am 22.April 2020 (www.energy-charts.de)
Der Beitrag erschien zuerst bei die kalte Sonne hier




Corona-Panik Lockdown – NACHHILFE IM SCHWEINESTALL

Der kleine Unterschied
Hätten wir vom Seuchenmanagement in der Tierhaltung etwas für die Bekämpfung von Corona lernen können?
Bevor wir in das Thema einsteigen möchten wir Autoren betonen, dass wir uns der feinen Unterschiede zwischen den Gattungen Mensch und Tier, zwischen Nutztier und Haustier, und auch der Verschiedenheit der ärztlichen Zielsetzungen hier wie dort durchaus bewusst sind.
Der Arzt hat das oberste Ziel seinen Patienten zu heilen. Bei Nutztieren aber – und nur von solchen ist hier die Rede –  ist der Veterinär primär nicht dem Wohle des Tieres verpflichtet, sondern den Wünschen des Halters. Hier kann die Gesundheit der Herde Priorität vor dem Überleben des Individuums haben.
So ist der Nutztier-Veterinär gewohnt, die Gesundheit des Kollektivs vor Augen zu haben, insbesondere beim Epidemien. In der Humanmedizin aber steht das Management von Seuchen nicht im Fokus. Kein Wunder also, dass die Meinungen unserer Ärzte auf diesem Gebiet wesentlich stärker divergieren, als bei einer Appendizitis.
 
Schweine im Lockdown?
Die Viren ignorieren großzügig den feinen Unterschied zwischen den Gattungen Mensch und Tier. Sie nisten sich dort ein, wo sie sich wohl fühlen. Lassen Sie uns daher der Veterinärmedizin über die Schulter schauen, vielleicht können wir etwas lernen.
Zunächst ein Gedankenexperiment; übertragen wir die deutschen Corona-Maßnahmen auf einen Schweinestall. Einige Tiere dort zeigen Symptome, wie sie bereits in ausländischen Zuchtbetrieben beobachtet worden sind, verursacht durch die Infektion mit einem neuartigen Virus. Einige ältere Eber mussten schon gekeult werden.
Ein neu entwickelter Test wird bei einigen Tieren durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass nur wenige infiziert sind; deren Symptome reichen von kaum feststellbar bis lebensbedrohlich. Eine Impfung gibt es nicht. Um Übertragung auf die mehrheitlich gesunden Schweine zu verhindern unterbindet man jetzt jeglichen Kontakt zwischen allen Tieren, indem man sie in Einzelboxen unterbringt. Nur Säue werden nicht von ihren Ferkeln getrennt.
Der Betrieb lässt aber keine totale Isolation zu und es kommt immer wieder zu neuen Infektionen. Gleichzeitig erholen sich infizierte Tiere, sie bleiben aber weiterhin in ihren Boxen. Erst nach sehr langer Zeithaben alle ihre Infektion durchgemacht, jetzt haben sie Antikörper – sofern sie überlebt haben. Es kehrt Ruhe ein im Stall und der Normalbetrieb wird wieder aufgenommen. Ohne Lockdown hätte man das gleiche Ergebnis gehabt, allerdings in kürzerer Zeit.
 
Aus dem Alltag des Nutztiers
Lockdown im Schweinestall ist in der Praxis unrealistisch. Bei einer sehr ansteckenden Seuche, für die es keinen Impfstoff gibt, hat man im Schweinestall folgende Alternativen:

  1. Falls man Hinweise hat, dass nur wenige Tier dem Virus erliegen werden, ergreift man keine Maßnahmen; man macht weiter, so wie immer. Praktisch alle Tiere werden jetzt infiziert und bilden Antikörper. Ein gewisser Prozentsatz stirbt bei dem Prozess. Dann ist die Welle vorbei und die Sache ist ausgestanden.
  2. Falls zu erwarten ist, dass Vorgehensweise 1 zu hohe Verluste mit sich brächte, isoliert man so schnell wie möglich die infizierten, d.h. positiv getesteten Tiere oder tötet sie. Die negativ getesteten bleiben zusammen und werden vor Infektion von außen – von anderen Ställen – rigoros abgeschirmt.
  3. Falls man für Vorgehensweise 2 zu spät dran ist, und sich schon zu viele Tiere infiziert haben,isoliert man den ganzen Stall von der Außenwelt. Der Virus hat jetzt gewonnen und der Halter muss sich auf große Verluste einstellen.
  4. Falls sich in Szenario 1 oder 2 herausstellt, dass bestimmte Tiere – etwa trächtige Säue – besonders geringe Überlebenschancen hätten, dann isoliert man diese Population. Wenn das Virus dann verschwunden ist, führt man alle wieder zusammen.

Welche Alternative angezeigt ist hängt primär davon ab, welcher Prozentsatz eine Infektion nicht überleben würde. Bei gewissen Seuchen hat man hier gute Erfahrungswerte und kann sofort handeln. Anderenfalls muss man die Mortalitätsrate selbst ermitteln.
 
Der Forscher im Stall
In praxi wird man beim ersten Anzeichen einer Seuche zuerst den Tierverkehr von und zu dem betroffenen Stall unterbinden, den Erreger identifizieren und seine Charakteristika  bestimmen, falls diese nicht schon bekannt sind; diese sind Übertragungsweise, Inkubationszeit, Mortalitätsrate. Dafür muss jedes Tier im Stall getestet und jedes verstorbene obduziert werden.
Mortalität ist hier der alles entscheidende Parameter, und der kann nur durch Obduktion bestimmt werden, denn nicht jedes positiv getestete tote Tier ist dem Virus erlegen. Sollte es nicht möglich sein alle Tiere im Stall zu untersuchen, dann muss eine repräsentative Untergruppe zu hundert Prozent getestet und gegebenenfalls obduziert werden.
Erst wenn die Mortalitätsrate bekannt ist kann eine der Alternativen 1 – 4  ausgewählt werden.
 
Auf den Menschen übertragbar
Nutzen wir jetzt die Erfahrungen aus der Welt der Tiere für die Menschheit, die heute im Bann von Covid19 gefesselt ist. Als feinfühliger Leser werden Sie jetzt Bedenken anmelden, man könne doch, um Himmels Willen, das Seuchenmanagement vom Schweinestall nicht auf die Menschheit übertragen! Soll man etwa den Verlust von Menschenleben von vorne herein bewusst in Kauf nehmen?
Keine Sorge. Beide Welten haben etwas gemeinsam: nur auf Basis von Fakten kann man wirksame Maßnahmen ergreifen. Im Falle Covid19 hatte man den Erreger mit seiner Übertragungsweise, seiner Inkubationszeit und seinen Wirtsvorlieben schnell erfasst, fehlt nur noch eine vertrauenswürdige Zahl für die Mortalität.
Die Mortalitätsrate ist der Anteil der Todesfälle durch Covid19 an der Gesamtzahl der Infizierten. Beide Zahlen sind schwer zu erheben – darüber ist viel berichtet worden. Die bei „Worldometer“ veröffentlichten Mortalitätsraten variieren von Land zu Land so extrem, dass man ihnen kaum vertrauen kann: Russland 1%, Deutschland 4% und Belgien 15%. Das macht wenig Sinn, denn die Mortalität ist primär ein Merkmal des Virus und hängt sekundär von der ärztlichen Versorgung der Erkrankten ab. Sie hat aber nichts mit der Wirksamkeit von unterschiedlichen Quarantänemaßnahmen in den Ländern zu tun.
Kein Zweifel besteht allerdings, dass alle Kinder eine Covid19 Infektion überleben. Bei Erwachsenen nehmen die Chancen mit dem Alter dramatisch ab: ein 75 Jähriger hat ein 40x so großes Risiko an der Infektion zu sterben wie ein 35 Jähriger. Es macht also gar keinen Sinn, von einer pauschale Mortalität zu sprechen! Man kann die Daten für Kinder, Alte und alle dazwischen nicht in einen Topf werfen. Die Senioren sind die klar definierte Risikogruppe.
Das sind nun genau die Randbedingungen für die Variante 4 in der obigen Liste. Die Alten müssen vor Infektion geschützt werden, der Rest der Welt soll sich durchseuchen und dem Virus harte Kante zeigen. Wenn die Seuche dann verschwunden ist, sind auch die Senioren wieder sicher.
Bei Menschen gibt es nun ein Instrument zum Schutz vor Ansteckung, welches bei Vierbeinern weniger funktioniert: Vernunft. Wenn unseren Oldies klar ist, dass sie eine Infektion vielleicht nicht überleben würden, dann werden sie sich von selbst entsprechend verhalten. Sie brauchen keine Gesetze, sondern nur den gesunden Menschenverstand, um zu wissen, was sie tun und lassen müssen.
Während unsere Senioren dann also den Tag im Liegestuhl, am Computer oder vor dem Fernseher verbringen, kann der jüngere, aktive Anteil der Bevölkerung seiner Arbeit nachgehen. Der eine oder andere wird sich wohl eine Woche lang krank melden, oder zwei, aber das ist nichts Neues. Diese Vorgehensweise wäre dem schwedischen Modell sehr ähnlich, das auf Einschränkung der Bewegungsfreiheit verzichtet, aber an die Eigenverantwortung appelliert. Damit ist die Seuche anscheinend gut überwunden worden.
 
Politik und Wissenschaft
Das Thema Corona hatte in Deutschland von Beginn an starken politischen Spin. Was die Regierung entschieden hat darf vom Mediziner nicht in Frage gestellt werden, sofern der nicht als Spinner diffamiert werden möchte. Für den spontan oder auch hastig verordneten Lockdown muss die Wissenschaft nun nachträglich die Begründung liefern, und das tut sie auch ganz brav. Das ist nicht gut so.
Politiker auf allen Ebenen – Land, Bund, Europa und UN – müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie nicht dafür gesorgt haben, dass eine zuverlässige Zahl für die Covid19 Mortalität ermittelt wurde, deren Kenntnis ja Voraussetzung für die Wahl angemessener Quarantäne Maßnahmen gewesen wäre. Da gibt es einerseits Experten, die glaubwürdig versichern, Corona sei nicht schlimmer als eine übliche Grippen, und andere, die den Untergang der Menschheit prophezeien.
Statt die Fragen wissenschaftlich zu lösen geht man politisch vor: die einen werden von Medien und selbsternannten Wahrheitsfindern desavouiert, die anderen werden hofiert.  Das ist das Ende der modernen Zivilisation, die auf dem Boden der Aufklärung gediehen war.
Unsere Staatslenker, die sich auf allen Kanälen permanent als so verantwortungsvoll und alternativlos verkaufen, haben gezeigt, dass sie in einer möglicherweise echten Krise total überfordert sind. Sie sind Schönwetter-Kapitäne, die sich bei Sonnenschein ganz wichtig am Steuer des Schiffes fotografieren lassen, bei Sturm aber gehen sie mit ihren Beratern unter Deck, um Presserklärungen zu formulieren.
In anderen Ländern waren die Maßnahmen übrigens unerwartet erfolgreich. Südafrikas Regierung hat seit Ende März totalen Lockdown verordnet, und schon jetzt wird deutlich, wie viele Menschenleben dadurch gerettet wurden: Die Mordrate im Land ging von etwa 50 pro Tag auf 15 zurück. Warum? Das Haus darf nur aus lebenswichtigen Gründen verlassen werden und es wird kein Alkohol verkauft.
 
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Frau Dr. med. vet. Ellen Zech-Wedde
 
Dieser Artikel erschien zuerst bei www.think-again.orgund im Buch „Grün und Dumm“  https://think-again.org/product/grun-und-dumm/
 
 
 




Ergebnisse der CO2 – Messung am Mauna Loa (Hawai)

 

  1. Überprüfbarkeit dieser Kernaussagen des IPCC

Bisher wurden diese Aussagen vorallem durch Computermodellierungen gestützt die zeigen,
dass eine Erhöhung des CO2 – Gehaltes eine Erwärmung verursachen soll. Ein experimenteller Nachweis dieser Annahme mittels eines Großversuches fehlte bis heute, sodass ein Zirkelschluss nicht auszuschließen war.
 

  1. CO2 – Messung:

Am Mauna Loa – Observatorium wird seit 1958 durchgehend der CO2– Gehalt der Atmosphäre gemessen. Diese weltweit längste Messreihe wird als Referenzkurve (sogenannte Keeling Kurve nach dem Initiator Prof. Keeling) für die Entwicklung des CO2 – Gehalts, auch vom Weltklimarat IPCC, herangezogen.
Es besteht nunmehr durch die Corona Krise erstmalig die Möglichkeit, die Entwicklung des CO2 – Gehaltes in einem weltweiten Großexperiment zu überprüfen. Durch den Lock Down ist es global zu einem Wirtschaftseinbruch gekommen, der sich u.a. auch in einem drastischen Rückgang des Erdölverbrauches niederschlägt (fallweise mit negativen Rohölpreisen).
 

  1. Messdaten des Mauna Loa – Observatorium

Die nachstehende Abbildung ist der offiziellen Homepage der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) entnommen:  https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends

  1. Ergebnisse

Die CO2 – Kurve am Mauna Loa steigt weiterhin ungebremst an und überschreitet bereits im April 2020 den Höchstwert vom Mai des Vorjahres. Die NOAA  gibt im Detail an:
März 2019: 411,97 ppm = 0,0411 %
März 2020: 414,50 ppm = 0,0414 %
Die Steigerungsrate gegenüber dem März des Vorjahres beträgt somit 2,53 ppm und ist höher  als die jährliche Steigerungsrate der letzten 3 Jahre (2017 – 2019) mit durchschnittlich 2,40 ppm, im letzten Jahr 2019 belief sie sich auf 2.47 ppm (siehe Homepage NOAA).
Informationen: der CO2 – Gehalt zeigt jahreszeitliche Schwankungen mit einem Maximum im Mai und einem Minimum im Oktober, die nach allgemeiner Ansicht mit der Vegetationsperiode zusammenhängt. Den schwächsten Anstieg zeigt die Kurve jedes Jahr zwischen Feber und März. Weitere Informationen können der oben zitierten Homepage der NOAA entnommen werden.
 

  1. Schlussfolgerungen zum derzeitigen Beobachtungszeitpunkt (02.05.2020)

Trotz der starken Reduktion der menschlichen CO2 – Emissionen durch die Corona Krise zeigt das CO2 keinen Rückgang. Daraus folgt nach jetzigem Kenntnisstand:

  • Der CO2 – Gehalt der Luft wird bisher nicht messbar durch den Menschen beeinflusst
  • Maßnahmen zur Reduktion der menschlichen CO2 – Emissionen wären daher zur Klimabeeinflussung bisher wirkungslos

 

  1. Weitere Vorgangsweise

Es ist denkbar, dass der menschliche Anteil am gesamten Kohlenstoffkreislauf so gering ist, dass er im statistischen Rauschen nicht wahrgenommen wird, bzw. der Beobachtungszeitraum noch zu kurz ist, um schwache Veränderungen registrieren zu können.  Die Messungen der nächsten Monate werden darüber Klarheit bringen.
 
Anschrift des Autors: manfred.koehler@outlook.com
 

Über den Autor

Nach dem Studium der Geologie in Innsbruck und einigen Jahren der wissenschaftlichen Forschung und Lehrtätigkeit bot sich mir die Gelegenheit, als Ingenieurkonsulent für Technische Geologie in einer international tätigen Planungsunternehmung bei Großprojekten auf der ganzen Welt tätig zu sein. Ich arbeitete in 22 Ländern auf 4 Kontinenten u. a. für die UNO in Libyen, die Weltbank in Honduras und die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Indonesien und lernte dabei auch die Probleme dieser Multinationalen Institutionen sehr gut kennen.
Besonders fordernde Projekte waren u.a. die Betreuung als federführender Geologe von 1978 – 2002 beim längsten Eisenbahntunnel der Welt, die gesamte geologische Betreuung der Pipelineprojekte in Saudi-Arabien im Rahmen der bisher größten Trinkwasserversorgung und die Sanierung einer über 300m hohen Bogenstaumauer in einem Karstgebiet, die instabil zu werden drohte.
Der erfolgreiche Abschluss dieser Projekte, bei denen Millionen- und Milliardenwerte auf dem Spiel standen und Menschenleben gefährdet waren, lehrte  mich vorallem eines: nur die Beachtung der Faktenlage und ihre möglichst umfassende Auswertung ohne Voreingenommenheit sind die Grundlage für richtige Entscheidungen. Politische Vorgaben zwangen zu oft harten Auseinandersetzungen mit Regierungsstellen um nicht den Boden einer seriösen Projektierung und die eigene fachliche Reputation zu verlieren.
Vorallem Tunnelbauprojekte, bei denen täglich die geologischen Prognosen überprüft werden, erforderten eine genaue Unterscheidung zwischen gesichertem Wissen, vermutetem Wissen und Spekulation. Dies bedingt jedenfalls eine intensive, eigene Auseinandersetzung mit den Fachfragen, ein kritikloses Übernehmen von herrschenden Lehrmeinungen war nicht zielführend.