Geomar wirbt per Pressemitteilung für Buch von Mojb Latif: Darf das Geomar das?

Umso überraschender war es, dass das Geomar am 29. Juni 2020 per offizieller Pressemitteilung ein neues Buch von Mojb Latif, der am Geomar tätig ist, bewarb:

Heißzeit – Schmilzt unser Planet wie Eis in der Sonne?
Neues Buch von Mojib Latif, ein Weckruf vor der nahenden Klimakatastrophe
29.06.2020/Kiel. Dass sich das Klima auf der Erde in den letzten Jahrzehnten immer schneller erwärmt, kann niemand bestreiten. Wie auch, dass menschliche Aktivitäten dafür der Hauptgrund sind. Klimaforscher wie Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel weisen schon seit Jahrzehnten darauf hin. In seinem neuen Buch „Heißzeit – Mit Vollgas in die Klimakatastrophe – und wie wir auf die Bremse treten“, dass heute erschienen ist, zeigt Professor Latif auch die Wege aus der Klimakrise auf.
Das Klima auf unserem Planeten war schon immer Schwankungen unterworfen. Prominente Beispiele sind das Entstehen und Vergehen von Eiszeiten. Doch was sich zurzeit auf unserem Planeten abspielt, ist nach Ansicht der Klimaforscher weltweit ohne Beispiel. Primär durch die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehenden CO2-Emissionen steigt die Temperatur auf der Erde in einer bisher noch nie dagewesenen Geschwindigkeit, mit jetzt schon sichtbaren und zum Teil drastischen Folgen.
Dabei haben wir es selbst in der Hand, wie stark die vom Menschen verursachte Klimaänderung in Zukunft ausfallen wird. „Wenn wir jetzt rasch und konsequent handeln, kommen wir noch mit einem blauen Auge davon“, sagt Prof. Dr. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, der in seinem neuen Buch „Heißzeit – Mit Vollgas in die Klimakatastrophe – und wie wir auf die Bremse treten“ auch Lösungswege aus der Klimakrise aufzeigen will.
„Die Lösungsansätze existieren schon lange. Es sind in erster Linie die erneuerbaren Energien, die uns aus der Klimakrise führen können“, so Latif. Technisch sei dies kein Problem und innerhalb weniger Jahrzehnte umsetzbar. An den Geldmitteln für die notwendigen Investitionen mangele es der Welt nicht, wie Corona zeigen würde. „Die Menschheit muss es nur wirklich wollen, einen entsprechenden Plan entwickeln und ihn konsequent und zügig umsetzen“, so der Kieler Klimaforscher.
„Die Physik lässt nicht mit sich verhandeln. Mit der Natur kann man keine Kompromisse schließen. Schnelles Handeln ist nötig. Wir haben nur diese eine Erde. Es gibt keinen Planeten B, auf den wir zur Not ausweichen könnten“, so Prof. Latif.
Mit seinem neuen Buch will er die Diskussion über die Klimaproblematik auf eine wissensbasierte Ebene zurückführen. Dabei geht es ihm weder um Verharmlosung noch um Panikmache. Die Fakten sprechen für sich. Latif stellt zudem die Klimakrise in gesellschaftliche Zusammenhänge. Das Thema werde würde mehr und mehr zum Spielball wirtschaftlicher und politischer Interessen. Die Diskussion über den Klimaschutz spalte inzwischen Gesellschaften, was keine guten Voraussetzungen für die Lösung des Klimaproblems schaffe. Mojib Latif sendet einen eindringlichen Appell, die Fakten endlich ernst zu nehmen. Ein letzter Weckruf!
Referenz:
Mojib Latif: Heißzeit – Mit Vollgas in die Klimakatastrophe – und wie wir auf die Bremse treten. 224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. 20.00 €. ISBN 978-3-451-38684-8 HERDER 2020.
Kontakt:
Dr. Andreas Villwock (GEOMAR, Kommunikation & Medien), Tel.: 0431 600-2802, presse(at)geomar.de

Ist es eigentlich gestattet, die institutseigene Presse-Infrasktruktur zur Bewerbung des eigenen privaten Buches zu nutzen? Spendet Latif vielleicht alle Einnahmen für einen guten Zweck? Würde das Geomar auch eine ähnliche Pressemitteilung für das neue Buch „Unerwünschte Wahrheiten“ herausgeben, um potentielle Leser hierfür zu gewinnen? Der endzeitlich, klimaalarmistische Ton der Pressemitteilung hat nun wirklich nichts mehr mit ausgewogener Wissenschaftsinformation zu tun. Zudem ist es schlichtweg falsch, dass dies „technisch kein Problem“ sei. Wie gut kennt sich der Meteorologe Latif eigentlich mit der technischen Seite der Erneuerbaren Energien aus? Ist ihm bewusst, dass wir momentan noch keinen wirtschaftlich arbeitenden Energiespeicher besitzen, der die riesigen Mengen an Energie speichern könnte, die zur Überbrückung der Launen von Sonne und Wind benötigt werden? Eine Kaufempfehlung für Latifs Buch können wir leider nicht aussprechen.
Der Beitrag erschien zuerst bei „Die kalte Sonne“ hier




Aus welchem Grund der Bundespräsident das Kohleausstiegsgesetz nicht gem. Artikel 82 GG wird ausfertigen können

  1. Das Bundespräsidialamt ist zuletzt mit einem Schreiben, das jederzeit auf diesem BLOG angefordert werden kann, über den Inhalt der verfassungsrechtlichen Argumentation von Professor Dr. Dietrich. Muerswiek informiert worden. Es kennt die Anstrengen, mit denen unermüdlich versucht worden ist, eine öffentliche Debatte über die Verfassungsfrage aus Artikel 20 a GG im Lichte dieser Argumentation herbeizuführen. (vgl. Insoweit www.Gegenwind-Greven.de).Die Prüfer wissen also, dass sie rechtliche Argumente suchen müssen, die geeignet sind, überzeugend zu begründen, dass es dem Staat erlaubt ist, soviel Anlagen zu bauen, wie benötigt werden, um Strom nur noch aus „erneuerbaren Energien“ herstellen zu können.Bislang ist es noch niemandem in Deutschland gelungen, die Feststellung von Prof. Murswiek zu widerlegen, dass mit dem Bau von immer mehr Windenergieanlagen (WEA) gegen das Schutzgebot in Artikel 20 a GG verstossen wird!Das liegt nicht daran, dass die Verbotswirkung von Artikel 20a GG für Juristen nicht erkennbar ist. Es ist allgemein anerkannt, dass Artikel 20 a GG ein Verschlechterungsverbot beinhaltet und die immensen Schadwirkungen, die WEA schon bis heute in Natur und Landschaft und in der Tierwelt verursacht haben, sind unübersehbar!
    Es kann davon ausgegangen werden, dass der Bundespräsident seinen prüfungspflichtigen Mitarbeitern schon deshalb intensive Anstrengungen abverlangen wird, weil ihm bekannt ist, dass sich die Exekutive einer Debatte über die Verfassungsfrage stets entzogen hat. Ihm ist bekannt, dass alle Anfragen an die Politik unbeantwortet geblieben sind.
    Zu dem häufig geäusserte bekannten Bekenntnis des Bundespräsidenten für die Wichtigkeit einer politischen Debattenkultur würde es gut passen, wenn jetzt seine Behörde mit Argumenten aus der Sicht der WEA – Befürworter die dringend notwendige Debatte eröffnen würde.
    Seine Glaubwürdigkeit stünde auf dem Spiel, wenn auch diese Behörde argumentationslos bleibt.
  2. Die Aufgabe der Prüfer im Bundespräsidialamt ist mit der Kontrollaufgabe der Richter am Bundesverfassungsgericht im Falle einer Normenkontrollklage gem. Artikel 92 GG vergleichbar:
    Es empfiehlt sich deshalb folgende Formulierung für die Prüffrage:„Beruht die Rechtsgrundlage für die Genehmigung von WEA auf einer Norm, die mit dem Schutzgebot in Artikel 20 a unvereinbar ist?“Wenn diese Frage mit Ja beantwortet werden muss, hat eine Normenkontrollklage Erfolg. Natürlich verbietet sich dann auch für den Bundespräsidenten; diese Erkenntnis zu ignorieren und ein Gesetz auszufertigen, das seinen Zweck nur mit dem Bau von immer mehr WEA erreichen kann.
  3. Vorhaben der Windindustrie werden bauplanunsrechtlich nach Paragraf 35 Absatz 1 Nr. 5 BauGB beurteilt. Diese Vorschrift ist erst mit Inkraftsetzung durch die BauGB Novelle vom 30. 07. 1996 formell geltendes Recht geworden, materielle Wirksamkeit hat die Änderungsbestimmung nie erlangen können!Das ergibt sich eindeutig aus deren Entstehungsgeschichte:Vor dem 30.07.1996 hätte die Beurteilung nach Absatz 2 von Paragraf 35 BauGB erfolgen müssen.Das Bundesverwaltungsgericht hat im Jahre 1994 rechtskräftig festgestellt, dass Windenergieanlagen nicht zu den nach Absatz 1 privilegierten Anlagen gehören, sondern als „sonstige Vorhaben“ nach Absatz 2 diese Vorschrift behandelt werden müssen. Das bedeutet: ihre Zulassung ist grundsätzlich nicht möglich!

    Tatsächlich haben die Genehmigungsbehörden aber von Anfang an WEA als privilegierte Außenbereichsvorhaben behandelt. Nachdem der Gesetzgeber seinen Rechtsirrtum erkannt hatte, hat er mit der BauGB – Novelle vom 30. 07. 1996 die Gesetzeslage seiner politischen Zielsetzung angepasst.
    Das geschah, ohne zu fragen, wie dieser Federstrich des Änderungsgesetzgebers sich auf das geltende normative Schutzsystem auswirken wird.
    Welche Verschlechterung mit diesem Wechsel von Absatz 2 nach Absatz 1 Nr. 5 in Paragraf 35 Bau BG für die Schutzgüter i.S von Artkel 20 a bewirkt worden ist, wird klar, wenn man folgendes bedenkt:
  4. Die Regelungen für das Bauen im Aussenbereich sind von grundlegender Bedeutung für den Erhalt von von Natur und Landschaft, Der ökologische Nutzen des Schonungsgebots wird durch eine Zulassung von Bauvorhaben beeinträchtigt, Absatz 1 beschränkt deshalb die Bautätigkeit im Aussenbereich auf solche Vorhaben, die wegen Ihrer Ortsgebundenheit mit dem Privileg eine Bebaubarkeit nicht zuletzt aus verfassungsrechtlichen Gründen ausgestattet sein müssen. Für alle Bauvorhaben, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, wirkt sich Absatz 1 als generelles Bauverbot aus! Sie können nur noch verwirklicht werden, wenn die Gemeinde im Wege der Bauleitplanung eigens ein Baurecht für sie normiert. Wirksames Baurecht kann aber mit einem Bebauungsplan nur dann begründet werden, wenn die Planer eine sachgerechte Abwägung vorgenommen haben. Der Ökologische Belang muss dabei, verstärkt durch Artikel 20a GG als besonders gewichtig bewertet werden.Man kann erkennen: das generell geltende Bauverbot und das planerische Abwägungsgebot sind die Säulen eines gesetzlichen Schutzsystems, das in seiner Wirkung nicht verschlechtert werden darf!
  5. Die BauGB Novelle hat dieses System auf den Kopf gestellt. Aus dem Bauverbot hat sie für Anlagen der Windenergie eine Bau-Zulassungsnorm gemacht!Die Novelle macht den Weg frei für massenhafte Ansprüche auf Genehmigungserteilung., Antragsteller erhalten in unbegrenzter Zahl Rechtsansprüche, denen der Staat – von besonderen Fällen abgesehen – stattgeben muss. Soweit in besonderen Fällen Gründe des öffentlichen Interesses eine hemmende Wirkung haben können, versteht die Rechtsprechung die Privilegieungentscheidung des Gesetzgebers als Ausdruck seines Willens, wonach möglichst viel Vorhaben verwirklicht werden sollen.Dass eine derartige Verschlechterung des optimalen gesetzlichen Schutzsystems vor Artikel 20 a GG nicht gerechtfertigt sein kann, ist im Lichte der verfassungsrechtlichen Argumentation offenkundig. Der Gesetzgeber hat mit der Novelle vom 30. 07.1996 ein als Hindernis empfundenes Schutzsystem beseitigt, ohne zu ermitteln, was für Folgen diese Entscheidung haben wird. Die Preisgabe eines funktionierenden Schutzsystems war für den an Artikel 20 a gebundenen Gesetzgeber unverantwortlich.
  6. Die BauGB – Novelle markiert mittlerweile verfassungswidriges Staatshandeln über den Zeitraum von 24 Jahren. Der in diese Zeit entstandene ökologische Schaden ist immens, die Klimaschutzwirkung ist „gleich Null“!Die Prüfung im Bundespräsidialamt muss mit der Feststellung schließen, dass die BauGB Novelle die im Jahre 1996 geltende schutzwirksam geregelte Rechtslage nicht wirksam hat verändern können.Das Kohleausstiegsgesetz, das seinen Zweck nur erreichen kann, wenn immer weiter verfassungswidrige WEA genehmigt werden, darf nicht ausgefertigt werden.
  7. Politisch soll bemerkt werden, dass im Deutschen Bundestag offenbar nicht bemerkt worden ist, dass dem Parlament ein kastrierter Entwurf für das Ausstiegsgesetz vorgelegt worden ist, ein Entwurf, der in dieser Verstümmelung bedeutungslos (sinnlos) bleiben wird weil er für die Rechtsanwendung läßt offen, wie künftig der Anlagenbau bewerkstelligt werden soll!In seiner ursprünglichen Konzeption waren noch Regelungen konzipiert, mit denen erreicht werden sollte, dass der wegfallende Kohlestrom tatsächlich auch durch Windstrom substituiert werden kann. Eine Rechtsgrundlage, die durchsetzbare Ansprüche auf Zubau von Windkraftanlage zur Sicherstellung des Anlagenbaus für die Produktion von Windstrom schuf, war für jeden Einsichtigen unverzichtbarDie Regierung der Groko hat vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des WEA Ausbaus immer wieder betont, dass ein forcierter Anlagenbau für den Erfolg der Energiewende unerlässlich ist. Es wurde beklagt, das Widerstand in der Bevölkerung die Ursache für den desaströsen Rückgang des Anlagenbaus sei, Widerstand, den man mit einer Politik der Akzeptanz Gewinnung überwinden werde. Als deutlich wurde, wie zeitraubend und schwierig das Werben für Akzeptanz in der Bürgerschaft wurde, ist der Kastrationsschritt erfolgt. Irgend wann – so macht insbesondere Wirtschaftsminister Altmaier hoffen – werde mit einer Kompromisslösung Akzeptanz erreicht werden können.Diese Einschätzung verkennt, dass es in der bürgerschaftlichen Opposition. („im GEGENWIND“) eine verfassungsrechtlich argumentierende Gruppierung gibt, die vornehmlich aus rechtsstaatlichen Gründen agiert und nie und nimmerverfassungswidriges Staatshandeln akzeptiere wird.
  8. Wie sollte sich der Bundespräsident in einer solchen Situation verhalten?Dem Bundespräsidenten ist zu Sondierungen zu raten:
    macht es wirklich Sinn, das Konstrukt, dass der Bundestag in dieser sinnlos verstümmelten Form verabschiedet hat, als Gesetz zu behandeln? Spricht nicht alles dafür, dass das legislative Vorhaben, das schon aus verfassungsrechtlichen Gründen zieluntauglich und nutzlos für die Rechtsanwendung ist aufzugeben?Die Rolle des Bundespräsidenten verlangt von dem Amtsinhaber, mit allen Verfassungsorganen zum Wohl der Republik zusammenzuarbeiten. Es fehlt ihm also nicht an der Möglichkeit, eine Konferenz einzuberufen.In einer Demokratie darf daraus allerdings keine Geheimkonferenz werden. Die Bevölkerung kann Aufklärung erwarten:
    Die Politik – inzwischen der Bundespräsident – muss den Bürgerinnen und Bürgern sagen, wie es um das Projekt Kohleausstieg steht!
  9. Freilich: Bürger müssen auch selber Fragen stellen. Medien müssen Fragen Gehör verschaffen! Abgeordnete haben ein gesetzlich verankertes parlamentarisches Fragerecht! Ministerien haben Infomationspflichten!

Wenn niemandem zu denken gibt, dass überall die Verfassungsfrage aus Artikel 20a GG verdrängt wird, muss der Bundespräsident seine Aufgabe wahrnehmen: als „Schirmherr“ einer rechtsstaatlich geboten Debatte!
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Das Klima als Druckmittel, um andere zu bevormunden

Nicht nur die immer wieder aufgelistete Zusammensetzung der Erdatmosphäre, wo ab und an mal vergessen wird, dass da auch Wasser drin enthalten ist, das unter anderem auch den Albedo der Erde erhöht. Auch die veränderliche Aktivität der Sonne spielt hier eine gewichtige Rolle. Möglicherweise haben auch die selten genannte Exzentrizität der Erdbahn und die kreiselnde Bewegung der Erdachse (Präzession) Einfluss auf das Klima.
Schwankungen in der Dichteverteilung der Erdmasse und der rotierende flüssige Erdkern könnten auch mitverantwortlich sein für die in diesem Zusammenhang immer wieder genannte Zunahme des Meeresniveaus. Vielleicht sind es auch nur Schwankungen (hier mehr, da weniger) und keine Zunahme.  Und zu guter Letzt soll ja angeblich auch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre der Temperaturkurve nachlaufen, also erst erwärmt sich die Erde, dann folgt der CO2-Anstieg in der Atmosphäre. Vielleicht weil die CO2-Konzentration in den Ozeanen temperaturabhängig ist. Es ist sehr schwierig, hierfür Daten zu bekommen, an denen nicht herummanipuliert wurde. Und es fällt auch auf, dass Dinge, die die Menschheit nicht beeinflussen kann, gerne verschwiegen werden.
Betrachtet man die biologischen Strömungen mal ohne Menschen auf diesen Planeten und dreht ein wenig am Zeitrad in Richtung schneller, würde man erkennen, dass dieser Kohlenstoffzyklus CO2– Pflanze – Tier – CO(also die Pflanzen entnehmen CO2aus der Luft, die Pflanzen werden von den Tieren gefressen, die Tiere atmen CO2 aus) eigentlich gar kein Kreislauf ist. Ähnlich wie die Versalzung der Meere immer nur in Richtung salziger abläuft, würde dieser Kohlenstoffzyklus immer weiter ausdünnen. Immer weniger Kohlenstoff, damit immer weniger CO2in der Luft. Jeder zweite Baum, der dem Waldbrand entwischt wäre, würde umfallen und vom Erdboden auf natürliche Weise begraben, läge irgendwann tief unter der Erde vergraben und wäre dadurch für immer diesem Kreislauf entzogen. Mitsamt all den mühsam aus der Atmosphäre entnommenen Kohlenstoff. Jener Pflanzennahrung also, die dadurch immer knapper werden würde.
Die Ironie der Geschichte: Welch ein Segen, dass irgendwann Homo Sapiens auf der Bildfläche erschienen ist, um mit schweren Maschinen in tiefen Schächten ein Teil des für alle Zeiten dem Kreislauf entzogenem Kohlenstoff wieder ans Tageslicht zu fördern, zu verbrennen und den Pflanzen wieder als schmackhaftes CO2zur Verfügung zu stellen. Ist nur mal eine andere Betrachtungsweise.
Und – last but not least ein wenig Physik – entscheidend bei einem Körper, sofern keine einheitliche Temperatur wie bei einem idealen Körper mit einer unendlich hohen Wärmeleitfähigkeit, ist nicht die Temperatur selbst sondern der Energiegehalt. Also die Temperatur mal genommen mit der spezifischen Wärmekapazität und mal genommen mit der Masse. Warum? Wenn sich ein kleiner Körper von geringer Masse um sagen wir mal 2°C durch Sonneneinstrahlung erwärmt, steckt da genau so viel Energie drin als wenn sich ein doppelt so schwerer Körper sich nur um 1°C durch Sonneneinstrahlung erwärmt. Einziger Unterschied, 2°C klingen doppelt so hoch wie 1°C.
Jedoch, da dieser Text über die Sucht, andere zu bevormunden handelt und nicht etwa über das Klima, werden wir uns hier nicht weiter mit möglichen klimatechnisch relevanten Sachverhalten auseinandersetzen.
Die Debatte, ob denn nun der Mensch die Schuld an der angeblichen Erderwärmung trägt oder nur teilweise oder gar nicht und welche Mechanismen da tatsächlich wirken, muss zwar dringend und vor allen Dingen unhysterisch geführt werden, ist hier, das mag überraschen, aber nicht unser Thema. Es geht hier nicht darum, wer der Buhmann ist beim Klimawandel und ob das überhaupt alles richtig ist was da behauptet wird.
Es geht hier darum, in wie weit ein Klimawandel als „Druckmittel“ benutzt wird, um Mitmenschen zu bevormunden. Ähnlich dem Waldsterben aus den 90ern. Da ist, entgegen den Aussagen der Weltretter der Wald nicht gestorben, der hat sich auch während dieser Waldpanikzeit kräftig vermehrt. Aber das nur am Rande.
Tatsache ist, es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo in den Medien über die Veränderung des Klimas berichtet wird. Allerlei angsteinflößende Kommentare werden da gebracht, meistens mit dem Hinweis auf eine Erwärmung der Erde mit katastrophalen folgen für Mensch und Umwelt. Auch ohne wissenschaftlichen Hintergrund setzen sich Teilnehmer in Talkshows mit dramatischen Worten leidenschaftlich in Szene oder demonstrieren mit bunten Fahnen auf den Marktplätzen der Innenstädte. Der oben schon genannte Meeresspiegel steigt unaufhörlich, die Hurrikane nehmen zu und überhaupt, früher war auch das Wetter viel besser.
Jede Trockenperiode, jeder Herbststurm, jeder milde Winter und jeder schöne Sommer wird gleich dazu genutzt, deutlich zu machen, dass irgendetwas nicht stimmen kann mit dem Klima. Egal ob viel oder wenig Regen, alles Indizien für den baldigen Weltuntergang. Bilder von im Meer schmelzenden Eisbergen helfen dabei, dieses apokalyptische Szenario zu untermalen, am besten noch mit Eisbären drauf. Wobei Eisberge schmelzen immer, wenn sie im Meer sind, aber auch das nur am Rande.
Oft genug tauchen auch Bilder auf, wo ein Kraftwerk zusammen mit diesen klassischen Kühltürmen abgebildet ist, aus denen dicke weiße Wolken entweichen. Obwohl diese Wolken aus harmlosen Wasserdampf bestehen (der Kühlturm arbeitet mit der Verdunstungskälte), drängt sich der Verdacht auf, dass damit etwas anderes suggeriert werden soll. Jedoch, auch wenn noch so beeindruckend und damit Medienwirksam, aus Kühltürmen entweicht kein CO2.
Unzählige Grafiken kursieren im Netz mit steil ansteigenden Temperaturkurven und zig Tabellen mit erschreckendem Zahlenwerk werden verteilt. Alles angeblich mehrfach wissenschaftlich belegt. Mehrere tausend Leute treffen sich regelmäßig irgendwo auf der Welt (und erzeugen viel CO2um da hinzukommen…), diskutieren und halten Vorträge um Maßnahmen festzulegen, Steuern zu erhöhen (vermutlich der eigentliche Beweggrund) und natürlich reihenweise Vorschriften zu erlassen, um dieses angeblich so gefährliche CO2loszuwerden.
 

Was ist das besondere an diesem Thema?

Die öffentliche und die veröffentlichte Meinung sind beide fast gleich. Bis auf ein paar lästige Querulanten, auch gern als Klimaleugner diffamiert, sind sich alle einig: Das Klima ist bedroht, basta. Keine Widerworte. Das ist allseits bekannt und da gibt es auch nichts zu hinterfragen. Da arbeiten sogar die meisten Regierungen dran, das Klima zu retten. Unser heiliges Klima!
Ist das Wissenschaft?
Nein, niemals.
Auch wenn sich fast alle einig sind, egal ob nun 97 oder 99% der „Wissenschaftler“, das ist keine Wissenschaft, ganz im Gegenteil. Es reicht noch nicht einmal, wenn sich alle einig sind. Und warum ist das keine Wissenschaft? Weil in der Wissenschaft Mehrheiten irrelevant sind. In der Wissenschaft ist jeder Querulant willkommen. In der Wissenschaft wird etwas herausgefunden und als Gedankengebäude aufgestellt und jeder ist herzlich eingeladen, einen stichhaltigen Beweis für das Gegenteil zu liefern, das aktuelle Gedankengebäude zum Einsturz zu bringen und damit existierendes Wissen von was auch immer über den Haufen zu werfen. Wissenschaft lebt von dem Infragestellen bestehender Theorien. Wissenschaft heißt kontrovers mit jedem zu diskutieren.
Nur die Theorien, die auch den unangenehmsten Kritiken standhalten, scheinen richtig zu sein, wenigsten bis zu dem Moment, wo neue Erkenntnisse auftauchen.
Wissenschaft ist nicht der Versuch, Behauptungen aufzustellen und diese anderen einzutrichtern. Wissenschaft ist keine Demokratie, in der Wissenschaft gibt es auch keine Autoritäten. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse auch mal alle einig sind. Aber aus der Menge derer, die das gleiche behaupten, auf dessen Richtigkeit zu schließen, ist mehr als leichtsinnig. Und völlig unwissenschaftlich. In der Wissenschaft folgt man nicht dem Herdentrieb.
Wissenschaft heißt Wissen zu schaffen. Natürlich passieren Fehler in der Wissenschaft, und zwar mehr als genug. Aber gerade dadurch, dass sich die Wissenschaft immer wieder selbst kritisch betrachtet, werden diese Fehler aufgedeckt, analysiert und auch korrigiert.
Sozusagen eine Evolution der Erkenntnisse.
Ist das denn überhaupt ein Problem, wenn die Klimadebatte nicht so wissenschaftlich fundiert ist? Selbstverständlich ist das ein Problem. Die  Klimadebatte muss eine wissenschaftliche Grundlage haben. Der Grund für internationale Maßnahmen und die Ausgabe bzw. Bereitstellung von Milliarden von Steuergeldern für „Klimazwecke“ sollte ausschließlich auf belegbaren und nachvollziehbaren Fakten und nicht wie in Diktaturen auf Vermutungen, Meinungen und Willkür einzelner basieren. Mögen diese noch so berühmt, mächtig und einflussreich sein.
Sofern es dem Einzelnen gelingt, die Klimadebatte emotionsarm, sachlich und vor allen Dingen auch mal mit dem nötigen Mindestabstand zu betrachten, erscheint ihm diese den Religionen beklemmend nahe. Auch hier ein weltumspannendes, alle betreffendes Thema, wo jeder allein schon wegen der skizzierten Bedrohlichkeit eingeschüchtert wird und es hohe Überwindung kostet, gegen den Strom zu schwimmen und hier Einspruch zu erheben.
Bei den Religionen, zumindest in der westlichen Welt, kommt man den Systemnutznießern langsam auf die Schliche. Dieses ganze Religionsgebäude hat schon leichte Risse im Fundament, viele Menschen werden skeptisch gegenüber den Religionen und dem Klerus, also denjenigen, die auf dieses ganze Gebäude aufbauen bzw. ganz gut davon leben. Vielen scheint das Thema Religion zu „altbacken“, einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Das sehen natürlich nicht alle Menschen so, aber die Anzahl derer, die sich von den klassischen Religionen abwenden, wächst.
 

Und was ist die Folge davon?

Das angeborene Verlangen von Homo Sapiens auf beiden Seiten, also sowohl bei denen, die unbedingt an etwas glauben wollen als auch bei denen, die den Drang verspüren, diesen Glauben zu verkünden, scheint ungebrochen. Die Folge davon sind neue Glaubensrichtungen.
Eine sicherlich recht provokante These, die viele verstören mag, aber der Blick in die Gesellschaft zeigt, wie stark das Bedürfnis immer wieder ist, entweder an irgendetwas zu glauben oder eben Gläubige um sich zu versammeln, die man bevormunden kann. Schwindet ein Thema, wie zum Beispiel das der Religionen, wird auf Biegen und Brechen nach Ersatz gesucht.
Wie muss dieser Ersatz beschaffen sein?
Ein komplexer, nicht sofort durchschaubarer Sachverhalt mit bedrohlichen Ausmaßen muss her. Vor allen Dingen aber auch – und das ist wohl die entscheidende Komponente, sofern man dran glaubt – am besten ein angeblich von Menschen verschuldeter Sachverhalt inklusive der Möglichkeit, ein schlechtes Gewissen einreden zu können. Und schon hat man eine vergleichbare Konstellation, nämlich ein Szenario, von dem eine Bedrohung ausgehen könnte. Und wer dies negiert, ist so was wie ein Ketzer aus dem Mittelalter, der zwar nicht mehr wie früher auf dem Scheiterhaufen landet, dafür aber von der Presse schikaniert wird. Oder in Talkshows nicht mehr eingeladen wird. Oder dessen Webseite gesperrt wird.
Aber, um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, nicht die Klimawissenschaft selbst, sofern tatsächlich wissenschaftlich betrieben, ist die Religion, sondern das, was viele Strategen aus diesem Thema machen und insbesondere auch den Nutzen, den einige Zeitgenossen für sich daraus ziehen, zeigt die Parallelen auf.
 

Was sind das für Parallelen?

Wer sich die Mühe macht, genau hinzuhören, entdeckt bei denen, die mit erhobener Stimme mahnen, auch immer wieder diese drohenden Zeigefinger, die da unterschwellig mitschwingen. All diese bösen Autofahrer, Fleischesser, Vielflieger, Kreuzfahrer und sonstige, vor allem aus der Reihe tanzenden Übeltäter würden durch ihren hohen CO2-Ausstoß eine schwere Mitschuld an der angeblichen Klimakatastrophe unserer empfindlichen Erde tragen. Auch hier gilt analog zu „wenn Du nicht artig bist, kommst Du nicht in den Himmel“ die einschüchternde Formulierung „wenn Du viel CO2erzeugst, bist du böse und sollst dafür bezahlen“.
Klimabevormunder, also Politiker und solche Strategen, die die Möglichkeit haben, dem Bürger in die Tasche zu greifen, übernehmen mit Begeisterung diese Formulierung. Eine einmalige Chance bietet sich hier, weitere Steuern zu erheben bzw. die existierenden Steuern zu erhöhen. Der Lockruf des Geldes. Keine Partei wird dieser Versuchung widerstehen. Die edle Begründung dazu wird gleich mitgeliefert, natürlich um die Welt vor dem nahendem Hitzetod zu retten. Viele Politiker und weitere einflussreiche Personen sind hier ideologisch fixiert und glauben auch noch, die Moral gepachtet zu haben. Dafür gibt es sogar kräftigen Beifall.
Passend hierzu lehrt auch die leidvolle Erfahrung, Steuern und entsprechende Abgaben, die einmal zu diesem Thema festgelegt wurden (Ökosteuer, Energiesteuer,Erdölbevorratungsbeitrag, usw.) bleiben auch dann noch bestehen, wenn der eigentliche Grund für die Erhebung der Steuer gar nicht mehr da ist. Es finden sich immer Gründe für die Beibehaltung von Steuern und Abgaben. Und mittels Schülermarionetten lässt sich neuerdings auch einiges durchsetzen, was noch vor Jahren als völlig undenkbar erschien.
Wäre hier irgendwann eine Besserung denkbar? Also eine Besserung in dem Sinne, dass der Missbrauch komplexer Zusammenhänge für den eigenen Vorteil endlich mal eingedämmt wird? Möglicherweise. Aber erst dann, wenn die Erkenntnis, dass der Mensch gar nichts zur Klimaveränderung beiträgt, wissenschaftlich belegt ist. Was aber nicht so einfach ist, da dies naturwissenschaftliche Erkenntnisse voraussetzt. Außerdem ist es schwierig, die Nichtexistenz eines Sachverhaltes zu beweisen. Es scheint, als läge da noch ein langer und mühsamer Weg davor.  Eines ist aber ganz sicher:
 
Es wird neue Steuern geben.
 
 
 
 




Analyse der BR-Dokumentation: „Gegen den Wind – Windkraft in der Diskussion“

So entsteht der Eindruck einer Ausgewogenheit, die faktisch nicht vorhanden ist. In diesem Beitrag werden die einzelnen Sequenzen der Doku analysiert.
Was geschieht mit dem Zuschauer, der sich diese Dokumentation eines öffentlich-rechtlichen Senders anschaut? Wie wird Wissenschaft dargestellt?
Ist Opposition zum Mainstream erwünscht?
Der Aufhänger ist eine Windkraftanlage, welche in dem Ortsteil Pfettrach der Gemeinde Höhe des Windrades von der Wohnbebauung entfernt. Dafür muss der Gemeinderat, die Gemeinde mehrheitlich die 10H-Regelung für ihren Ort, für dieses Vorhaben aufheben. Was offensichtlich nicht gelang. So geht Demokratie. Deshalb der Abtransport des Windrads nach Danzig. Wo es auch gute Dienste leisten wird. 3,4 MW ist die Nennleistung. Das macht vorsichtig kalkuliert knapp 7,5 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr. Zwar nicht kontinuierlich, aber immerhin. In Verbindung mit einem öffentlichen Stromnetz als „Speicher“ erspart es Polen die Produktion von Kohlestrom in entsprechender Menge. Das ist – Achtung Ironie- für das Klima genau so erfreulich, wie der Standort Pfettrach.
Von der Windkraftanlage  à 3,4 MW Nennleistung schwenkt die Doku des BR sehr mutig zum Kernkraftwerk Isar 2, welches eine Nennleistung von 1.485 MW auf die Waage bringt. Und diese in einem Jahr (2019) die Menge von  12.000 GWh „Stromumsetzt erzeugte. Kontinuierlich fließenden Strom. Keinen „Flatterstrom“ ==> dazu später mehr – wie eine Windkraftanlage. Von denen es nicht eine wie in Pfettrach, sondern 1.600 solcher Anlagen bräuchte, um diese Menge Strom rein rechnerisch, aber eben nicht kontinuierlich zu erzeugen. 30,4 % des in Bayern benötigten Strom wird in Kernkraftwerken erzeugt. Kernkraftwerke, die Ende 2021 (Gundremmingen) und Ende 2022 (Isar 2) keinen Strom mehr erzeugen.

Woher soll der Strom dann kommen?

Diese Frage suggeriert die Antwort: Aus Windkraftanlagen. Die Rechnung oben allerdings belegt, wie unsinnig ein solches Unterfangen ist. Das wissen die Macher der Doku. Es geht ihnen letztendlich nur darum, den Zuschauer pro Windkraft zu triggern.
Raimund Kamm, Umweltaktivist, demonstriert mit wenigen Aufrechten gegen die Abstandsregelung vor dem bayerischen Landtag. Sein Hauptargument: Die (der Landtagsabgeordneten) müssten doch einsehen, dass der Klimaschutz jetzt so wichtig ist, und dass wir jetzt auf CO2-freie Energien umschalten müssen. Warum die das machen, ist mir wirklich ein Rätsel. Und sie machen die Arbeitsplätze kaputt, die wir brauchen für die Zukunft.“ Das ist eine wenig überzeugende Aussage, die für Freunde der Energiewende und Befürworter von Kraftwerken, die mittels erneuerbarer Energieträger Strom erzeugen, gleichwohl typisch ist: ´Ihr müsst es doch endlich einsehen, es ist doch sonnenklar, das mit der Energiewende!` Ist es aber offensichtlich nicht. Denn in Pfettrach hat man sich gegen die Verringerung des Mindestabstandes ausgesprochen. Nach und in einem demokratischen Prozeß auf Gemeindeebene.
Der bayerische Ansatz „pro Windkraft“ kann nur über die Abschaffung der 10H – Regelung Erfolg versprechen. Deshalb zeigt die Doku die Flächen, welche noch geeignet wären, aber unter dem Strich praktisch nicht geeignet sind. Wenn die Windkraft in Bayern überhaupt noch eine Chance haben soll, muss die 10H- Regelung fallen. So ´lernt` es der Zuschauer.
Schwenk zu einem Mann, der Windkraftanlagen projektiert. Herrn Sing. Es wird der Eindruck erweckt, dass auf der einen Seite die Gegner der Energiewende mit ihren Windkraftanlagen eine „böse Windradlobby“ bekämpfen, die in Wahrheit aber nur aus heimatverbundenen Einzelpersonen besteht. Und immer noch seien Leute gegen die Windkraft. Was angesichts der schönen Bilder und der hohen Erträge kaum verständlich ist.
Und wieder der harte Schwenk zu einem Kernkraftwerk. Diesmal ist es Grundremmingen. Aber nur pro forma. Berichtet wird darüber nicht. Stattdessen trifft unser Windkraftprojektierer Sing trifft auf den Klimaaktivisten Kamm. Dieser erläutert seine beiden Beteiligungen an Windkraftprojekten. Die eine läuft, die andere nicht. Schön kommt der wirtschaftliche Aspekt ans Licht. Wobei eines klar ist: Ohne die Subventionen durch das EEG würde sich kein Projekt wirklich rechnen. Da wäre der Einsatz für die Umwelt schnell am Ende.
Einführung des Vereins für Landschaft- und Artenschutz in Bayern (VLAB). Der Vorsitzende kommt zu Wort. Der Widerspruch zwischen Naturschutz und in die Natur massiv eingreifende Windkraftanlagen wird formuliert. Bemerkenswert: Der Feldhamster, der 2001 in Aachen grenzübergreifende Gewerbeparkpläne behinderte, feiert in Form diverser schützenwerter Vögel in Bayern fröhliche Urständ.
Diverse Argumente gegen die Windkraft werden genannt. Die Größe der Unternehmen, die auf Gewinnmaximierung im Namen der Energiewende ausgerichtet sind, wird angedeutet. Und deren  Willen, eine urwüchsige Landschaft mit Windkraftanlagen zu überziehen. Wird der Hambacher Forst als Ikone des Naturschutzes von zwielichtigen bis hin zu kriminellen Gestalten mit Zähnen und Klauen „verteidigt“, ist Wald in Bayern und anderswo nur ein Hindernis für den Windkraftausbau. Dagegen stemmt sich der Verein. Der Klimawandel aber sei eine viel größere Bedrohung der Natur als Windkraftanlagen meinen hingegen andere Naturschutzverbände.
Ein angeblich menschengemachter Klimawandel, der erst in einer prognostizierten Zukunft gefährlich sein soll, dessen Schrecken immer mit gesicherter Bestimmtheit vorgetragen werden. Schrecken, die aber durchaus nicht sicher sind. Es könnte auch ganz anders kommen. Das jedoch wird meist verschwiegen. […]

Wahr ist aber auch: Es lässt sich nicht bestimmen, wie wahrscheinlich die Klimarisiken sind. Und viele Extremwetterphänomene sind bislang nicht häufiger geworden. (Anmerkung der Redaktion: Eher seltener).  Erhebliche Unsicherheiten durchziehen nahezu alle Ergebnisse der Klimaforschung. Robuste Klimaszenarien für einzelne Regionen sind bislang nicht möglich, weshalb sich konkrete Folgen der Erwärmung schlecht bestimmen lassen. Dennoch erstellen Forscher Szenarien, die Auswirkungen des Klimawandels auf Gesellschaft und Umwelt erhellen sollen. Je nach politischer Orientierung finden die Modelle Anklang: Linke dramatisieren das Problem, der Klimawandel liefert ihnen Argumente für die Umverteilung von Wohlstand. Rechte beschwichtigen, sie mögen keinen Dirigismus, mithin schon gar nicht beim Klimaproblem, das staatliche Eingriffe größten Ausmaßes zu erfordern scheint. […]  Etwas später heißt es: […] … der Chef des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, Jochem Marotzke, äußerte sich jüngst zurückhaltend auf die Frage nach den Kipppunkten: „Die sind denkbar, wir können sie nicht ausschließen, aber wir wissen eigentlich wenig“, sagte er im April der „FAZ“. Auf die Frage, welcher Kipppunkt ihm am meisten Sorge machte, erwiderte Marotzke: „Keiner.“ […] Quelle der beiden Zitate: Hier klicken

Ein Beispiel für die „Klagewut“ des VLAB.

Bemerkenswert: es geht den Bürgern, den Anteilseigner weniger um die Umwelt, die Energiewende. Es geht vor allem um das Geld, welches wegen der Klage ausbleibt. Selbstverständlich sagt niemand, dass die Windkraftgegner mit dem VLAB einen starken Partner haben, der ihre Interessen mit demokratischen Mitteln stark durchsetzt. Raimund Kamm erläutert, daß dahinter der Wille stünde, die Energiewende zu blockieren. Ich habe den Eindruck, dass ihm demokratische Prozesse in der Legislative, in der Judikative nicht gefallen, weil sie das Geldverdienen in Bayern verhindern.
Deshalb wird in der Doku jetzt auf die Strategie des VLAB eingegangen. Ein Anwalt, der die Windkraftprojektierer, die Anteilseigner (oft auch Bürger) vertritt, erläutert dies auf skurrile Weise: Wer viel klagt, gewinnt auch viel. Hinzu kommen die rechtlichen Grundlagen, die schlecht seien. Anschließend werden die Punkte aufgeführt, die beachtet werden müssen. Es reicht vor Gericht nicht, einfach mal daher zugehen und zu behaupten: „Wir retten die Welt, deshalb ist es gut, was wir tun.“ So wie das gerne in Berichten der Presse, in Funk und Fernsehen geschieht. Da sind Menschen und Organisationen, die sich gegen den Windradausbau, die gegen die Energiewende argumentieren regelmäßig Klimaleugner, Energiewende-Bremser oder Schlimmeres.
http://www.mediagnose.de/wp-content/uploads/2020/07/BRWK_10_30-06-_2020_11-10-28.mp4
Am Beispiel Regensburg wird die „Widersinnigkeit“ des bestehenden Regelwerks dargestellt. Den Wald für die geplanten Bürgerwindräder hat man schon mal gerodet. Weg ist weg, sagt der Rheinländer, das hätten wir schon mal. Und dann kommt doch der VLAB daher und klagt. Besonders bemerkenswert sind die Ausführungen der Landrätin. Der Begriff ´Kollateralschäden` fällt auf. Die Bäume weg. Wer haftet?
 

Was schlägt der VLAB vor?

Die Laufzeitverlängerung von bestehenden Kernkraftwerken. Das ist blanke Theorie. Da ist der VLAB schlecht informiert. Ein Kernkraftwerk schaltet man nicht einfach mal so an oder ab. Da sind immense Vorbereitungen technischer, juristischer und gesetzgeberischer Art notwendig. Da würde es schon wundern, wenn Ende 2020 noch ein Kernkraftwerk in Deutschland am Netz wäre. Jetzt bringt die Doku eine ´wissenschaftliche Meinung` zur Kernkraft. Nachdem zur Laufzeitverlängerung ein „Warum nicht, ist ja CO2-frei?“ etwas hinterfotzig hineingefragt wurde. Die Meinung von Prof. Jürgen Karl  aber ist dünn, so dünn, dass man nicht von Wissenschaft, sondern von – meine Meinung – willfährigem Kadavergehorsam Richtung Politik sprechen muss. Nach Fukushima hat er das Thema Kernenergie in Forschung und Lehre ad acta gelegt. Jetzt arbeitet der Professor an der Entwicklung von leistungsfähigen Stromspeichern.
Prof. Karl hatte die Eingebung, dass die Zukunft bei den Erneuerbaren liegt. Vor allem auch, weil die so günstig seien.

Einschub:

Ohne Subventionen läuft weder bei Wind- noch bei Sonnenkraft irgendetwas. Dann müssen noch ausreichend Backup-Gaskraftwerke gebaut werden, damit bei Ausfall der Erneuerbaren das Land weiter Strom bekommt. Das verteuert die Energiewende enorm. Einschub Ende. Dann wird von Strom aus Überschusswind geredet. Den gibt es faktisch nicht, wie meine wöchentlichen Analysen belegen. Nicht mal alle erneuerbaren Energieträger zusammen haben in der Vergangenheit ausgereicht, um auch nur eine Stunde den Strombedarf Deutschlands zu decken. Prof. Karl meint, die Kernkraftwerke, die aktuell noch in Deutschland Strom erzeugen stellten ein Sicherheitsrisiko dar. 30 Jahre hielten solche Anlagen, hätte er – wahrscheinlich vor 30 Jahren – gelernt. Dass die deutschen Kernkraftwerke allesamt auf höchstem Sicherheits- und Wartungsstand stehen, weiß er wohl nicht, will er nicht sagen. Dann lieber Angst verbreiten.  Im Übrigen bleibt es aus den oben erwähnten Gründen ohnehin beim Ausstieg komplett bis Ende 2020. Dennoch ist das Thema Kernenergie Thema bei der Diskussion über die zukünftige Stromversorgung Deutschlands.
Dann kommt ein abrupter Themenwechsel. Offensichtlich musste das Buch einer Freundin im Geiste promotet werden. Die Doku stolpert hinein in die „Klimaleugnerszene“, die Klimaschmutzlobby, wie krampfhaft ironisch das Buch von Annika Joeres und Susanne Götze heißt.
http://www.mediagnose.de/wp-content/uploads/2020/07/BRWK_13_EIKE_30-06-_2020_11-23-40.mp4
In Deutschland bündelt sich gemäß der Doku die „Klimaleugnerszene“ im Europäischen Institut für Klima & Energie, kurz EIKE genannt. EIKE veranstaltet alljährlich für jedermann zugängliche Kongresse. 2019 wurde der geplante Kongress wahrscheinlich von linksorientierten „Klimafreunden“ sabotiert. So mussten Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt werden, damit überhaupt Räumlichkeiten zur Durchführung des Kongresses gefunden werden konnten. Trotz Geheimhaltung des Ortes kam es zu den im Bericht gezeigten Demonstration, bei der man die Antifa-Fahne kurz aufblitzte. Der ganze Vorgang um den Kongress 2019 belegt, dass es den Freunden der Energiewende nicht um Wissenschaft geht, sondern um die Durchsetzung eines anderen – grundgesetzwidrigen – Gesellschaftsmodells, in dem die einen die Wahrheit in jeder Hinsicht mit Riesenlöffeln gegessen haben und die anderen die Leugner sind, die bekämpft werden müssen.

„Nach Angabe des Bundesumweltamtes verbreitet Eike Thesen, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen.“

Das Umweltbundesamt und viele, viele andere Institutionen und ´Wissenschaftler` haben offensichtlich nicht verstanden, wie Wissenschaft funktioniert. These, Antithese, Synthese heißt der dialektische Dreiklang von Wissenschaft. Nicht einseitig festgelegter Konsens. Willfähriges Ausblenden der Antithese in Politik und Medien, weil deren Protagonisten nicht die ´richtige` politische Einstellung haben, ist der Tod von Wissenschaft, von Disput, ist der Tod um das Ringen von Wahrheit. Ringen um Wahrheit ist übrigens keine demokratische Veranstaltung. Es zählen Argumente, Beweise und nicht die Mehrheitsmeinung. Nichtmarxistische Wissenschaft will nicht verifizieren, sondern falsifizieren. Deshalb ist das permanente Ausblenden einer nicht genehmen Gegenmeinung, deshalb ist allein der Begriff „Leugner“ in diesem Zusammenhang verleumderisch und höchst wissenschaftsfeindlich.
Das sieht die Doku natürlich ganz anders. Doch statt auf eine eigene Argumentation zurück zu greifen, bringt der öffentlich-rechtliche Sender Aussagen der bereits oben erwähnten Susanne Götze. Diese Aussage ist gleichwohl weder wissenschaftlich noch sonst irgendwie begründet. Sie speist sich allein aus dem Buch „Klimaschmutzlobby“, dessen Kernaussage darin besteht, dass ´alte, weiße Männer` und geldgierige Lobbyisten der ´alten` Energieträgerwirtschaft die Energiewende sabotieren, um Unmengen Kohle zu schaufeln. Dabei sei ihnen die Zukunft der Erde vollkommen gleichgültig. Dabei verkennt Frau Götze vollkommen, dass die sogenannten Klimawandelleugner bei EIKE und anderswo finanziell „da“ sind. oder glaubt irgendjemand, dass ein Prof. Lüdecke, ein Michael Limburg u. v. a. aus wirtschaftlichen Erwägungen engagiert sind.
Die einzige Verschwörungstheorie formuliert Frau Götze im Prinzip selbst. Es gibt eben die große Klimaschmutzlobby, die versucht, jeglichen Fortschritt, nicht nur in Sachen Energiewende, sondern auch politisch abzuwürgen. Das Beispiel der Werte-Union Bayern soll die „Unterwanderung“ wohl belegen. Und ja, es stimmt, die meisten der Energiewendegegner kommen aus dem ´rechten` Lager, das sich an den Realitäten der Welt orientiert und nicht irgendwelchen linken Ideen nachhängt, die in der Vergangenheit am Ende immer Leid und Elend hervorgebracht haben. Vor allem weil die – Mitarbeiter der – Mainstream-Medien ebenfalls mehrheitlich grün-linken Ideen nachhängen, kommt es zu einem Ungleichgewicht der Kräfte. So entsteht in der Bevölkerung der völlig falsche Eindruck, dass als Wahrheit dargestellte Sachverhalte tatsächlich Wahrheit seien. Da bekommt das Verhindern von Gegenmeinungen und deren Diskreditierung (Klimaleugner) auf einmal politisch-motivierten Sinn.
Um diesen Eindruck zu verhindern, bringt die Doku genau jetzt eine recht ausgewogene Darstellung von den Bemühungen der Windkraftprojektierer, die Anlagen naturschutzgerecht und vorschriftsmäßig zu gestalten und Argumenten von Windkraftgegner. Am Ende bleiben die Argumente „keine Speicher“ und „Flatterstrom“. Was in keiner Weise die Argumentationslinie der Windkraftgegner widerspiegelt. Die drehte sich um Gesundheit und Landschaftsbild. Da der BR aber mit Prof. Jürgen Karl den Experten in Sachen Speicher und Flatterstrom hat, kommt dieser zu Wort. Als wohltuender Gegensatz zum Klimaleugnerverein EIKE erklärt dieser die Energiewendewelt und räumt mit einem der Mythen der Klimaleugner auf. Dem Flatterstrom, den Windkraftanlagen angeblich erzeugen.
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Dieser Teil der Doku ist wissenschaftlich betrachtet eine Katastrophe für die Freunde der Energiewende. Das, was Prof. Karl in Sachen Flatterstrom von sich gibt, ist nachweisbar Unfug. Meine E-Mail vom 5.7.2020 hat er nicht beantwortet. Ebensolcher Unfug ist des Professors Prognose, dass in Zukunft Speicher die noch zu bauenden Backup-Gaskraftwerke ersetzen werden. „Für ihn [Prof. Karl] ist klar, die konventionellen Kraftwerke sind eine veraltete Technologie. Es müssen neue Technologien her.“ Aber nicht mit diesem Professor. Der zeichnet sich vor allem durch Ignoranz und Halbwissen (Flatterstrom, Umfang von Speichermöglichkeiten Strom) aus. Schließlich geht die Doku auf die Gegner der Energiewende ein. Die legen Studien vor. Studien auch von Doktoren, Ingenieuren und meist emeritierten Professoren. Das mache Eindruck und überfordere den Bürger. Dann die Argumente von Energiewende-Verteidigerin Susanne Götze: „Ich kann Ihnen sagen, dass bei EIKE und den ganzen Studien keine einzige dabei ist, die wissenschaftlichen Standards genügt, oder die jemals durch eine Universität oder durch eine wissenschaftliche Fachzeitschrift gegangen sind. Das sind Verschwörungstheorien“.
Aber EIKE ist ein wissenschaftliches Insitut, dass zusätzlich zu seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen (Anmerkung für Frau Götze, Frau Jöres und Macher der Doku: Dazu gibt es auf der Website von EIKE extra den Menuepunkt „Publikationen“) einen vielgelesenen Blog betreibt, der sich schwerpunktmäßig mit den Neuigkeiten zu den Themen Energie und Klima beschäftigt. Es ist daher sowohl eine wissenschaftliche Institution, und beansprucht ebenso Wissenschaft zu betreiben wie beispielsweise das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), es ist sogar juristisch identisch wie das PIK als Verein strukturiert, aber auch ein Nachrichtenkanal der sich zu den genannten Theme tagtäglich äußert.  Daher erscheinen auf www.eike-klima-energie.eu regelmäßig Beiträge, die wissenschaftlichen Standards genügen, die aber sehr oft gerade nicht einem (pseudo-) wissenschaftlichen Konsens pro „menschgemachten Klimawandel oder pro Energiewende entsprechen. „Pseudo“, weil die Gegenrede praktisch ausgeblendet wird. „Pseudo“, weil der Umbau der Gesellschaft in eine technokratisch ausgerichtete Ökowissenschaftsdiktatur das Ziel ist, welches im programmatischen Hauptgutachten ´Die große Transformation` niedergelegt ist. Dass die Beiträge von EIKE medial und politisch praktisch totgeschwiegen werden, belegt eindrucksvoll die Sorge der Transformierer, der Umbauer der Gesellschaft, dass die Bevölkerung, große Teile der Bevölkerung womöglich noch aufwachen könnten und bei diesen Unterfangen nicht mitmachen.
Nachdem Spiegeljournalistin Götze nochmals ihre unhaltbaren Behauptungen aufstellen durfte, wird der Einfluss von EIKE auf Politik und Windkraftgegner dokumentiert. Gut so. Immer dann, wenn EIKE mit seinen Beiträgen zu einem Gegenpol zur nicht hinterfragbaren Energiewendepolitik der aktuellen Politik mit ihren medialen Helfershelfern darstellt: Umso besser. Das macht Debatte möglich, das sind demokratische Prozesse. Vergessen wir nicht. Am Ende war eine Mehrheit in Pfettrach gegen den Aufbau des Windrades.
Um es kurz zu machen: Vor der 10H – Regelung in Bayern  genehmigte Windkraftanlagen dürfen nicht gebaut werden. Bereits erstellte dürfen bleiben. Raimund Kamm hat (fast) umsonst gekämpft. Jetzt sollte er sich fügen. Die Windkraft in Bayern ist praktisch tot. Nicht wegen EIKE, vor allem wegen demokratischer Prozesse auf landes- und kommunaler Ebene. EIKE gibt seine Expertise. Sonst nichts. Entscheidend sind die Bürger und ihre gewählten Vertreter. Demokratie pur.
Politische Dokumentation des BR vom 17.6.2020 = Quelle aller Video-Ausschnitte




Wasserstoff – Deutschlands neuer Rollstuhl

Auf der Sonne ist Wasserstoff die Quelle ewiger Weißglut. Dort entstehen durch Kernfusion das Gas Helium und jede Menge Energie. Diesen Prozess konnten wir auf Erden zwar in Form der Wasserstoffbombe kopieren, eine sinnvolle Nutzung aber wollte bislang nicht gelingen. Man arbeitet seit Jahrzehnten daran, leider ohne Erfolg.
Die aktuelle Diskussion dreht sich um das Verbrennen von Wasserstoff, das heißt die chemische Reaktion mit Sauerstoff. Dabei wird im Vergleich zur Fusion nur ein Millionstel der Energie frei, gewissermaßen nur 1 Cent für 10.000 Euro.
Wasserstoff war im 19. und 20. Jahrhundert ein wichtiger Brennstoff. In den Gaskesseln der Städte wurden riesige Mengen gespeichert und durch Rohrleitungen verteilt. Dieses „Stadtgas“ enthielt neben Wasserstoff auch Methan und geringe Mengen an giftigem Kohlenmonoxid. Durch Elektrifizierung hat es an Bedeutung verloren.

Ein schlechtes Geschäft

Wenn Wasserstoff derzeit – als reines Gas, nicht als Stadtgas – eine Renaissance erlebt, so liegt es an seiner sauberen Verbrennung, bei der weder CO2 noch Umweltgifte entstehen, sondern nur Wasser. Der wesentliche Aspekt aber ist die Stromerzeugung in Brennstoffzellen, bei der wiederum die Reaktion mit Sauerstoff genutzt wird. Dieses Verfahren ist keineswegs neu. Es wurde vor 200 Jahren erfunden und 100 Jahre später in eine technisch anwendbare Form weiterentwickelt.
Woher aber wollen wir den Wasserstoff nehmen, um unsere Brennstoffzellen zu betreiben?
Weil er sich so gerne mit Sauerstoff verbindet und letzterer üppig vorhanden ist, finden wir auf Erden keinen Wasserstoff. In großen Mengen aber gibt es das Verbrennungsprodukt, genannt Wasser. Daraus kann man Wasserstoff zurück gewinnen, indem man die Energie reinsteckt, die bei seiner Verbrennung frei geworden war; tatsächlich muss man deutlich mehr reinstecken. Das passiert etwa in der Elektrolyse. Man schickt Strom durchs Wasser und bekommt wieder die Ausgangsprodukte Wasserstoff und Sauerstoff zurück.
Den Strom für die Elektrolyse würde man – so die Idee für den dritten Akt der Energiewende – von Wind- und Solarkraftwerken beziehen, wenn die gerade mehr leisten, als verbraucht wird. Mit diesem Überschuss stellen wir dann Wasserstoff her und lagern ihn für die mageren Zeiten.
So wie ein Bankkonto keine Geldquelle ist, so ist also Wasserstoff keine Energiequelle, sondern ein Energiespeicher – und noch dazu ein ziemlich schlechter. Sowohl Elektrolyse als auch Brennstoffzelle haben niedrige Wirkungsgrade, die sich dann multiplizieren. Wenn bei der Elektrolyse nur die Hälfte der Energie zur Erzeugung von Wasserstoff umgesetzt wird und bei dessen Rückverwandlung in der Brennstoffzelle nur die Hälfte der Energie in Strom, dann bekommen wir bestenfalls ein Viertel des Stroms zurück, den wir investiert haben. Ein schlechtes Geschäft.
Wasserstoff ließe sich auch aus fossilen Rohstoffen gewinnen, etwa beim „Verkoken“ von Steinkohle, aber wir wollen ja „Grünen Wasserstoff“.

Die Ära des „Grünen Wasserstoffs“ 

Wie also sähe ein Deutschland aus, das durch grünen Wasserstoff in Gang gehalten wird?
Der heutige Bedarf an Elektrizität wird zu rund 50 Prozent durch Wind, Solar, Bio und Wasserkraft gedeckt. Durch Elektrifizierung des Verkehrs – etwa durch Einsatz von Brennstoffzellen – würde zusätzlicher Bedarf an Elektrizität für die Erzeugung des dort nötigen Wasserstoffs entstehen.
Wollte man auf Stromimporte verzichten, Kohle und Atom total vom Netz nehmen, den Verkehr elektrifizieren und die Dunkelflauten durch Strom aus Wasserstoff überbrücken, der durch Elektrolyse zuvor gewonnen wurde, dann müsste man die Zahl der heute installierten Windturbinen nicht nur vergrößern, sondern vervielfachen. Statt heute 35.000 bräuchten wir nicht etwa 50.000, sondern vielleicht 150.000.
Es ist zu bedenken, dass auf dem Weg Windkraft > Elektrolyse > Wasserstoff > Speicherung und Verteilung > Brennstoffzelle > Elektrizität rund 80 Prozent der Energie verlorengehen. Für jede Kilowattstunde, die bei Flaute aus der Steckdose kommen soll, mussten irgendwo und irgendwann fünf Kilowattstunden ins System eingespeist worden sein.
Wäre eine solche Form der Energieversorgung möglich? Eventuell, aber nur zu einem mörderischen ökonomischen und ökologischen Preis. Würde man den Wasserstoff allerdings durch Atomkraft herstellen, dann wäre das ein ganz neues Spiel. Statt 150.000 Windmühlen bräuchte man 150 Reaktoren und könnte sich außerdem (vermutlich) den Umweg über die Elektrolyse sparen. Dann wäre eine völlig karbonfreie Energiewirtschaft denkbar.

Die Umwelt-Bilanz

Generell wird eine extrem unökonomische Lösung – wie sie die Wasserstofftechnologie darstellt – immer auch unökologisch sein (das soll keineswegs heißen, dass ökonomische Lösungen immer ökologisch sind).
Eine Abwägung der Vorteile einer hundertprozentigen grünen Energieversorgung gegen den Schaden an Landschaft, Flora und Fauna, der durch sie verursacht wird, ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Die Bevölkerung hat die entsprechenden Einbußen an Lebensqualität bisher jedenfalls mit unglaublicher Geduld hingenommen.
Die notwendige Steigerung der Dichte von Windturbinen wird nun allerdings noch direkter in das Wohlbefinden des Einzelnen eingreifen; jetzt geht es an die Schmerzgrenze. Bald wird es kaum noch ein Haus ohne Blick auf Drehflügel geben, kaum noch Lebensraum ohne Schattenwurf und Infraschall.
Der Bürger, dessen Wohl der Regierung so am Herzen liegt, dass man ihn noch vor dem letzten Mikrogramm Feinstaub beschützt, diesem Bürger wird nun zugemutet, sein Daseins in der unerträglichen Nachbarschaft dieser dreiarmigen Monster zu fristen. Man wird ihn für den gesundheitlichen Schaden finanziell entschädigen. So kann er früher in Rente gehen und sich einen längeren Urlaub auf Mallorca leisten.
Diese Horrorvision erinnert an Szenen aus dem Buch „The Road to Wigan Pier“ von George Orwell, wo die trostlosen Lebensbedingungen der Bergarbeiter und ihrer Familien in Lancashire und Yorkshire im industriellen Norden Englands vor dem zweiten Weltkrieg geschildert werden. So wird nun in Deutschland ein neues Proletariat geschaffen werden, das seine Gesundheit für ein höheres Ziel zu opfern hat.

Die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung

Eine Strategie ist die Vorgehensweise, um ein wichtiges Ziel zu erreichen. Die Bundesregierung hat nach meiner Ansicht bei Definition und Verfolgung ihrer bisherigen Ziele die Nebenwirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Lebensqualität der Bevölkerung kaum beachtet.
Sie agiert, als gäbe es ein viel wichtigeres Ziel, als „dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden“. Es ist zu befürchten, dass beim Thema Wasserstoff das Motto nicht anders sein wird, als bisher: Wir schaffen das, „whatever it takes“, ohne Rücksicht auf Verluste.
Während in Bereichen wie Gentechnik oder Kernkraft die Bedenken maßlos aufgeblasen werden, so heißt es jetzt, es sei nicht die Zeit für Bedenkenträgerei. Das hört sich sehr willkürlich an. Es fehlt offensichtlich an professionellem Risikomanagement. Man sollte das Pro und Contra dieser gigantischen Vorhaben systematisch ermitteln und der Bevölkerung ein objektives Bild davon geben.

Der Athlet im Rollstuhl

Die Energieversorgung in Deutschland war in der Vergangenheit eine unauffällige Selbstverständlichkeit. Durch die Energiewende aber sind Kosten und Abhängigkeit von Nachbarländern gestiegen und die Versorgungssicherheit gesunken. Zeitweise müssen Industrien, die eine hohe Belastung darstellen, vom Netz genommen und dafür großzügig kompensiert werden. Das mag für die Betroffenen angenehm sein, ist aber kein nachhaltiges Modell für eine Volkswirtschaft.
Mit Wasserstoff würde die Stromversorgung zur Hauptbeschäftigung der Industrie werden. Sie muss aber wieder ihre Rolle als zuverlässiger Diener der produzierenden Wirtschaft einnehmen, wenn das Land konkurrenzfähig bleiben soll.
Deutschlands Energieversorgung war einmal ein gesunder Athlet mit zwei starken Beinen: Atomkraft und Kohle. Man amputierte das eine Bein und gab ihm zwei Krücken: Wind und Solar. Jetzt, wo man ihm auch das andere Bein abnehmen wird, helfen keine Krücken mehr; der Athlet braucht einen Rollstuhl. Das ist der Wasserstoff.

Casablanca ist die Zukunft

Da gibt es noch den Plan und eine Vereinbarung mit Marokko bezüglich der Gewinnung von Wasserstoff in der Wüste. Durch Photovoltaik oder andere solare Verfahren sollen Elektrizität und daraus Wasserstoff gewonnen werden. Der wird dann nach Deutschland transportiert und wieder in Strom verwandelt, um hier Industrie und Haushalte zu versorgen.
Es wäre interessant, abzuschätzen, wie viele Kilowattstunden aus einer deutschen Steckdose letztlich noch kämen, wenn in Marokko für 1.000 kWh Wasserstoff erzeugt wurde. Der Transport von Wasserstoff über tausende von Kilometern ist sehr verlustreich und nicht ungefährlich – im Gegensatz etwa zu Erdgas.
Aber irgendetwas wird in der Richtung sicher realisiert werden, auch wenn es nur das Ausgeben von Steuergeldern ist.
Das Vorhaben erinnert an den Vorschlag des deutschen Architekten Hermann Sörgel, der in den 1920er Jahren die Straße von Gibraltar durch einen Staudamm verschließen wollte, um dort Strom für Deutschland zu erzeugen. Vielleicht war dessen Idee sogar noch vergleichsweise vernünftig.
Weitere Artikel zu dem Thema auf dem Blog des Autors www.think-again.org und im Buch „Grün und Dumm“.