10 Jahre nach Fukushima, 35 Jahre nach Tschernobyl

10 Jahre nach Fukushima

Mit dem Kernkraftwerk in Fukushima wurde in Japan ein technisches Großgerät zerstört, das

  1. nicht ausreichend gegen Tsunamis geschützt war, obwohl die Gefahr bekannt war,
  2. dessen Notstromversorgung nicht gegen Überflutung gesichert worden war,
  3. keine Vorsorge gegen Wasserstoffexplosionen getroffen hatte.

Ein rund 100 Seiten langer Bericht kann unter [1] gefunden werden. Eine kurze Zusammenfassung des Unfallablaufs unter [2] und die radiologischen Folgen unter [3].

Es wurde durch den Unfall Radioaktivität frei gesetzt, das ist verboten. Allerdings war es so wenig Radioaktivität, daß kein Mensch dadurch in seiner Gesundheit zu Schaden kommen konnte. Aber es wurden über 100 000 Menschen aus der Umgebung evakuiert, das verlangten die Strahlenschutzgesetze. Als Folge der Evakuierungen kamen über 1000 Menschen zu Tode, insbesondere durch die Evakuierungen von Altenheimen [4].

Nicht die freigesetzte Radioaktivität brachte den Menschen gesundheitlichen
Schaden, sondern die Schutzmaßnahmen hatten über 1000 Todesopfer zur Folge.

Diese erschütternde Tatsache wird häufig verschwiegen oder erst an später Stelle der Berichte genannt [1] [3]. Eine lobenswerte Ausnahmen sind die Fachzeitschrift StrahlenschutzPRAXIS des privaten Vereins „Fachverband Strahlenschutz Deutschland – Schweiz [5]. Die Veröffentlichungen von UNSCEAR [6] bestätigen: es gab keine Gefahr durch die Strahlung.

 

35 Jahre nach Tschernobyl

In Tschernobyl wurde beim Abfahren des Reaktors ein Experiment durchgeführt, bei dem ein Fehler gemacht worden war. Anstelle das Experiment wegen Xe-Vergiftung sofort abzubrechen wie es in jeder Ausbildung gelehrt wird, wurde versucht, es dennoch zu Ende zu bringen. Dabei wurde mehrmals gegen die Betriebsvorschriften verstoßen. Es kam zu einer Leistungsexkursion um den Faktor 100 und der Reaktor wurde zerstört.

Vier Monate nach diesem Unfall haben im August 1986 Fachleute aus Rußland in Wien bei der IAEA über den Verlauf des Unglücks berichtet [7]. Dieser Bericht ist am wenigsten durch die politisch motivierte Berichterstattung in den deutschen und weltweiten Medien beeinflusst und damit am wenigsten verfälscht.

Durch den Unfall sind etliche Brände entstanden, die Feuerwehr hatte zu löschen. Aber in der Hektik und vermutlich auch durch Unwissenheit wurde nicht auf die Strahlengefährdung geachtet [7]. 134 Helfer der ersten Stunde erkrankten an der Strahlenkrankheit, 28 Personen starben daran [8].

Hätte man die Helfer der ersten Stunde gegen Strahlung geschützt, bzw. mit dem
Löschen der Brände einige Stunden gewartet, so hätte es auch in Tschernobyl
keine Todesopfer durch Strahlung gegeben.

Aus der Umgebung des Unglücksreaktors wurden etwa doppelt so viele Menschen evakuiert als in Fukushima. Man kann schießen, daß auch etwa doppelt so viele Menschen letztlich an der „Schutzmaßnahme“ gestorben sind. Damit kann festgestellt werden:

Durch die beiden Kernkraftunfälle Fukushima und Tschernobyl sind durch die
Strahlenschutzmaßnahmen etwa 100-fach mehr Menschen zu Tode gekommen
als durch die Strahlung. Es wäre daher 100-fach sinnvoller, an der Reduktion der
Strahlenschutzmaßnahmen zu arbeiten, und nicht die Kernkraftwerke abzuschalten.

In den Anfangsjahren der Entwicklung zur Kerntechnik hat es in Versuchsanordnungen in Laboren auch Kritikalitätsunfälle gegeben. Dazu gibt es in [9] Beschreibungen zu 34 Unfällen in der westlichen Welt mit 8 Todesopfern. UNSCEAR berichtet zu Strahlenunfällen für den Zeitraum von 1945 bis 2007: es gab 1246 Personen mit der Strahlenkrankheit, wobei 147 Todesopfer zu beklagen sind [10]. Diese Zahlen zeigen an, daß man bei der friedlichen Nutzung der Kerntechnik außerordentlich vorsichtig vorgegangen ist, so daß nur wenige Unfälle passierten und nur wenige Todesopfer zu beklagen sind. Das ist im Vergleich mit anderen technischen Entwicklungen zu sehen wie Eisenbahn, Flugverkehr, Schifffahrt, Straßenverkehr, Brückenbau, Chemie…

Mit 1246 Strahlenkranken und 147 Todesopfern von Anbeginn bis 2007 ist die friedliche
Anwendung Kerntechnik die sicherste Großtechnik in der Menschheitsgeschichte.

 

Die Strahlenangst als Ursache für die Ablehnung der Kerntechnik

In der Anfangszeit der Nutzung der ionisierenden Strahlung durch den Menschen, also der Entdeckung der Röntgenstrahlung und der Entdeckung der Strahlung aus dem Atomkern kam man zu der Einsicht, daß mit dieser Strahlung eine Gefährdung einhergeht. Das war in den 1920-er Jahren. Es wurden erste Grenzwerte eingeführt, zu einer Zeit, wo kaum verlässliche Meßgeräte zur Verfügung standen und der Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung der Strahlung noch unbekannt war [8]. Die Dosis-Wirkung-Beziehung wurde erst viel später bekannt, noch heute ist ihr Verlauf höchst umstritten. Die Grenzwerte wurden im Laufe der Jahre immer weiter erniedrigt.

Es wurde das Atomgesetz und die Strahlenschutzverordnung geschaffen. Beides gilt nur in der Kerntechnik und nicht für Höhenstrahlung und nicht im medizinischen Bereich, obwohl dort viel höhere Strahlendosen auftreten. Beispiele:

  1. Im Fukushima-Unfall wurden radioaktive Stoffe frei gesetzt und die überall vorhandene Radioaktivität dadurch etwas erhöht. Ein für die menschliche Gesundheit gefährlicher Dosisbereich wurde nicht erreicht. Japan ist bemüht, die belanglose Kontamination vom Erdboden und Meerwasser zu reduzieren und gibt gigantische Geldbeträge dafür aus [1].
    Im Flugzeug auf Reiseflughöhe ist die Zusatzbestrahlung durch die Höhenstrahlung höher als die Zusatzbestrahlung durch die frei gesetzten Stoffe in Japan – und Flugreisen sind für jedermann erlaubt (Zahlen dazu in [11]).
  2. Es gibt im Strahlenschutz eine Rechenvorschrift, mit aus einer Strahlendosis ein hypothetisches Risiko für Krebsentstehung ausgerechnet wird. Mit dieser Rechenvorschrift wurden 2006 auf der IAEA-Tagung „20 Jahre nach Tschernobyl“ insgesamt 4000 Strahlentote durch den Unfall ausgerechnet. Das wird gern als Unfallfolge verbreitet und scheint weltweit anerkannt zu sein. Dabei wird verschwiegen, daß mit der gleichen Rechenvorschrift für den Flugverkehr jedes Jahr etwa 5000 Strahlentote auszurechnen sind.
  3. Im medizinischen Bereich wird geröntgt und es wird in der Krebstherapie bestrahlt. Aus der Anzahl der Röntgenuntersuchungen mit Dosen im Milli-Sievert-Bereich werden gern die hypothetischen Krebstoten als Folge berechnet, in einem Beispiel 5000 zusätzliche Krebstodesfälle in Deutschland pro Jahr – nicht verifizierbar und nicht falsifizierbar [12].
    Würde man die Berechnung der hypothetischen Todesopfer auch im Bereich der Krebstherapie machen, wo in der Regel mit 60 Sievert bestrahlt wird [13], dann ergäbe sich für jeden bestrahlten Patienten das Risiko mit 300-% Wahrscheinlichkeit an dessen Folgen zu sterben – aber durch diese Bestrahlung werden die Patienten geheilt. Die übliche Berechnung virtueller Todesopfer durch Strahlung ist Unfug.

Es wird dem Bürger im Bereich Kerntechnik eine Strahlengefahr
vorgegaukelt, die nicht vorhanden ist.

Inzwischen ist die Strahlenangst fest in den Genen des modernen Menschen verankert worden. Die Folgen sind derart weitreichend für Deutschland (und vielleicht später auch für die Menschheit), daß man die Hypothese „jedes Bq ist schädlich“ [14] mit gutem Gewissen als kriminell bezeichnen kann wie es Prof. Jaworowski einmal getan hat.

Und warum das alles???

Die Strahlenangst wird als ein Mittel der Politik benutzt. Deutschland steigt als weltweit einziges Land weitgehend aus seiner Stromversorgung aus. Die Gründe sind ganz sicher nicht das Vorgaukeln einer Gefahrenbeseitigung. Die Politik sollte die Antwort geben auf das WARUM. Und jeder Bürger sollte selber überlegen, was die Gründe sein könnten.

Hinweise

[1] https://www.grs.de/publikation/grs-s-56

[2] https://www.grs.de/aktuelles/10-Jahre-Fukushima-Teil-Unfallablauf-Wegmarken-einer-Katastrophe

[3] https://www.grs.de/aktuelles/10-Jahre-Fukushima-Teil-2-Radiologische-Folgen

[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3608616/

[5] StrahlenschutzPRAXIS 1/2015 Themenausgabe zu Fukushima

[6] UNSCEAR 2013 Report to the General Assembly with Scientific Annexes

[7] GRS, Neuere Erkenntnisse zum Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl, Oktober 1986

[8] StrahlenschutzPRAXIS 4/2018, „Geschichte des Strahlenschutzes – der Weg zu mehr Sicherheit“

[9] „A Review of Criticality Accidents“, William R. Stratton, LASL, 26.9.1967

[10] UNSCEAR Report 2008, zitiert in J. Kiefer „Strahlen und Gesundheit“, WILEY-VCH, Seite 257

[11] https://www.eike-klima-energie.eu/wp-content/uploads/2020/03/Vortrag-Klimahysterie-Strahlenhysterie-EIKE-Tagung-2019.pdf

[12] „LNT im Strahlenschutz“, Vortrag von Prof. Dr. Joachim Breckow

[13] Deutsches Ärzteblatt, Jg.110, Heft 17, 26.April 2013, Seite 720 ff

[14] http://www.nukeklaus.net/2013/04/29/lnt-drei-buchstaben-die-die-welt-bestimmen/adminklaus/

Hier ein aktuelles Beispiel (mit Dank an Leser J. Michels) für ÖR-Fehlinformationen zum Thema Kernenergie:

….wieder einmal die subtile Informationsverfälschung dieser TV-Sender  in aller Deutlichkeit mit erleben.

Es geht um Fukushima. Die einzigen deutschen „Experten“ waren

Herr Dipl. Ing Heinz Smital von Greenpeace und Herr Dr. Moormann – Whistleblower.

Herr Smital hat mir in einem Telefongespräch gesagt, die Heilwirkungen der Gasteiner Radonquellen und des Heilstollens hätten mit Strahlenwirkung nichts zu tun. Die Strahlung unserer Umwelt müsse auf NULL gesenkt werden.

Herr Dr. Moormann hat mir im Dezember 2020 mitgeteilt: …. Die  HTR Entwicklung in DE wurde eingestellt, was ein Ziel meiner Aktivitäten war. Wenn wir zur Kerntechnik zurückkehren, dann sicher zu bewährten LWR.“

Das klingt nicht nach Atomgegner, sondern nach Industrie-Lobbyismus. ( siehe https://www.gaufrei.de/d11-juelich/ )

Die dort genannten MicroSievert Werte von 0,75 und ähnlich wurden ohne Referenzwert genannt.

Haben wir in Deutschland keine wirklichen Experten statt nur solch düsterer Propheten ?

Die Sendung können Sie hier nochmals sehen:

https://www.news.de/sport/855664413/der-ewige-gau-10-jahre-fukushima-am-dienstag-verpasst-tv-wiederholung-und-online-in-der-zdf-mediathek/1/

 




Bergung von Atommüll aus Asse kostet 3 Milliarden Euro

So viel Fürsorge für die Leute in den Dörfern um die Asse, ist das gerechtfertigt? Wie kritisch sieht das die Zeitung? Gar nicht. Sie hält sich an den „Mainstream“ und berichtet im Rahmen des verordneten „politisch korrekten“ Weltbildes. Nicht nur auf dem Gebiet der Radioaktivität machen alle mit, die irgendwie abhängig sind: Politiker, Medien, Kirchen, Schulen.

Nach diesem Weltbild wurde Radioaktivität nur durch gewissenlose Menschen in die Welt gebracht, es war ein Verbrechen, das nie hätte geschehen dürfen. So stellte das z. B. im Jahr 2014 auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum ein Dr. Wilk dar. Die von der Kernindustrie erzeugten Abfälle wären ein ganz schlimmes Problem, sagte dort auch der evangelische Landesbischof Meister (2012): „Allerdings können wir Aussagen machen zu einer hochgiftigen Strahlung, die noch über viele hunderttausend Jahre so giftig sein wird, dass sie das Menschenleben und das Leben auf dieser Erde in ihrer Existenz bedroht.“

Ähnlich Frau Sylvia Kotting-Uhl. Sie hat mal Kunstgeschichte studiert und ist heute atompolitische Sprecherin der Grünen und Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Sie sagte: „Er (der Atommüll) ist da und stellt für die heutige und zukünftige Gesellschaften eine existenzielle Bedrohung dar….. Dass wir als Grüne uns immer gegen den atomaren Irrsinn gewandt haben, enthebt uns nicht der Verantwortung, einen Weg zu finden, um die von dem Atommüll ausgehenden Gefahren möglichst gering zu halten.“

Was den „Irrsinn“ betrifft: Die übrige Welt wird eher Frau Kotting-Uhl für irrsinnig halten. Im Jahr 2020 haben 5 neue Kernkraftwerke mit der Stromerzeugung begonnen, 3 in China, eins in Weißrussland und eins in den Vereinigten Arabischen Emiraten. 52 Kernkraftwerke werden in verschiedenen Ländern zurzeit gebaut.

Auch in den Schulen wird ein zumindest unvollständiges Bild unserer Welt vermittelt. In Schulbüchern zur Geografie wird der Aufbau der Erde mit ihrem heißen Inneren dargestellt. Alles ist dort geschmolzen und dadurch entstehen Vulkane. Aber woher kommt die Hitze? Zur Hälfte durch die natürliche Radioaktivität der Erde. Das ist aber ein Tabuthema, so etwas darf ein Schulbuch nie schreiben. „Diese radioaktive Hölle im Erdinneren soll aber möglichst unerwähnt bleiben, damit die Einmaligkeit der Gefahr durch Atomkraft nicht geschmälert wird.“ (H. Hoffmann-Reinecke, Der ewige Meltdown).

Aus immer noch frei zugänglichen Quellen kann man sich aber informieren, welche geringe Bedeutung der Abfall der Kerntechnik wirklich hat. Anfang unseres Jahrtausends waren es etwa 2,8∙1022 Becquerel (Bq). Das wird mehr, aber man darf neuen Abfall nicht einfach dazu addieren. In 1.000 Jahren hat der derzeitige Abfall nur noch ein Hundertstel der heutigen Aktivität. 1022 Bq ist eine abstrakte Zahl (1 und 22 Nullen), das heißt, so viele radioaktive Umwandlungen mit Strahlung pro Sekunde. Wie verträgt sich das mit der Erde, wenn es in Endlager bis in 1 km Tiefe kommt? „Wir vergiften die Erde“, sagte einmal ein Grüner. Jedoch enthält alles Land bis in 1 km Tiefe natürliche Radioaktivität von etwa 4,4 ∙1023 Bq, also ungefähr 16mal so viel. Diese natürliche Radioaktivität ist ungleichmäßig verteilt, an manchen Orten ist man einer mehr als fünfmal höheren natürlichen Umgebungsstrahlung ausgesetzt als im Durchschnitt. Niemanden stört das, niemand zieht deshalb um. Zusätzliche Krankheiten werden dort nicht gefunden. Im Gegenteil, viele neuere wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass geringfügig erhöhte Strahlendosen eher gut für die Gesundheit sind. Sieht man die Erde als ein Ganzes, kann man den radioaktiven Abfall nicht als bedrohlich ansehen.

Noch klarer zeigt das die Unfallstatistik. Überall steht der hochradioaktive Abfall noch an der Erdoberfläche, was doch viel bedenklicher sein müsste als eine Unterbringung in großer Tiefe. Gefährlichkeit wird anhand von Todesfällen beurteilt, nicht anhand des Gefährdungspotentials. Ein Tiger oder Löwe kann jeden Tag einen Menschen töten, aber wie gefährlich sind diese Tiere im Zoo? Für das Personal besteht eine gewisse Gefahr, für das Publikum ist das Risiko Null.

Diesen Unterschied zwischen Risikopotential und tatsächlichem Risiko sollte man auch bei Radioaktivität machen. Nicht was könnte, sondern was ist wirklich passiert? Im Internet findet man eine Liste von Todesfällen durch Radioaktivität, nachgewiesene Fälle und vermutete mit dem Zusatz „Disputed“. Wie groß ist nun weltweit die Zahl der Opfer durch hochaktiven Abfall? Null. Aber erzeugen nicht geringste Strahlendosen Krebs, sogar nicht messbare? Das ist das Arbeitsgebiet von Scharlatanen. Wirkungen ohne ausreichende Ursachen gehören in das Gebiet des Aberglaubens. Dieser geht so weit, dass z. B. ein Herr Dr. Hagen Scherb behauptet, die bloße Anwesenheit von kerntechnischen Anlagen, ohne erhöhte Strahlung in ihrer Umgebung, bewirke bereits, dass Mädchen gar nicht erst geboren werden. In Deutschland und der Schweiz wäre der Verlust von 10.000 bis 20.000 Lebendgeburten bei Mädchen nachweisbar.

 

Bleibt man bei Tatsachen, muss festgestellt werden: Das Risiko der hochaktiven Abfälle ist Null.

 

Wie sieht es nun bei mittel- und schwachaktivem Abfall aus, wie er in der Asse liegt? Nicht so günstig. Da gab es Todesfälle in Estland, es starben ein Mensch und ein Hund. Mit dem Menschen braucht man nicht allzu viel Mitleid zu haben. Es war ein Metalldieb, der in ein ganz schlecht gesichertes Abfalllager einbrach, einen Maschendrahtzaun zerschnitt, Schlösser knackte und Warnschilder ignorierte. Aber das Schicksal des Hundes ist schon tragisch. Er musste wochenlang leiden, ehe er starb. So etwas darf nicht noch einmal vorkommen! Denken Sie immer an den Hund, wenn Sie von der Endlagerproblematik hören oder lesen!

 

Schwachaktive Abfälle, das sind hauptsächlich Filtermaterialien aus Kernkraftwerken. Radioaktivität gelangt ins Waser und in die Luft und muss da herausgefiltert werden. Gegenüber den hochaktiven Abfällen, hauptsächlich abgebrannten Brennelementen, ist die weltweit angefallene Aktivität gering: Aus Kernkraftwerken etwa 2∙1018 Bq, das ist nur ein winziger Bruchteil der Aktivität des hochaktiven Abfalls. In der Asse betrug die Aktivität 7,8∙1015 Bq im Jahr 1987, langlebig sind davon 2,5∙1013 Bq. Vergleicht man das mit der natürlichen Radioaktivität von normalem Gestein von 3∙1015 Bq/km³, dann heißt das: In der Asse liegt an radioaktiven Abfällen, bezogen auf die Aktivität, weniger als in einem Bereich von 1 x 1 km und 1 km Tiefe.

 

Die Rückholung „entlastet“ den Asse-Berg also nur ganz unwesentlich von seiner Radioaktivität. Aber das schreckliche, in der Natur nicht vorkommende Plutonium? Es ist sehr schwer in Wasser löslich. Verschluckt man es doch, ist es nicht gefährlicher als Radium, ein Bestandteil vieler Heilwässer. Nur Plutoniumstaub sollte man nicht einatmen, in Staubform ist Plutonium tatsächlich recht gefährlich. Aber wie soll man das machen?

 

Wie begründet man nun die 100 Millionen, welche die Asse jährlich kostet, und die geplanten 3 Milliarden für die Rückholung? Dazu schreiben T. Lautsch, B. Kallenbach-Herbert und S. Voigt, die Zuständigen in der BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung), in englischer Sprache, damit auch die übrige Welt diesen Unsinn erfährt:

Since the long-term safety required by nuclear law for the stored waste cannot be proven with the existing knowledge and uncertainties about the hydrogeological situation oft the Asse, it was decided in 2009 to recover the waste.

 

Nach den Planungen des früheren Betreibers (Helmholtz-Zentrum) wäre der sichere Abschluss der Asse längst erfolgt. Kein Hund käme jemals zu Schaden.

 

Hannover, den 07.03.2021




Treibhauseffekt oder nur „bodennahe Gasstrahlung“?

  1. Es gibt keinen Treibhauseffekt, der aus größerer Höhe wirkend den Erdboden zusätzlich zur Solareinstrahlung erwärmt. Das, was als Treibhauseffekt bezeichnet wird, ist eine bodennahe Wärmestrahlung bzw. IR-Strahlung infrarotaktiver Spurengase wie CO2, N2O, CH4, Wasserdampf und andere.
  2. Die von Nimbus 4 aufgenommenen Satellitenspektren (Hanel et al.) repräsentieren nicht den aus großer Höhe auf den Erdkörper treffenden Treibhauseffekt. Dies gilt auch für Messungen mit einem zenital ausgerichteten Pyrgeometer.
  3. Anders als angeregte Atome strahlen „Treibhausgase“ nicht bei einer bestimmten Wellenlänge (z. B. Linienspektrum des Natriums bei 369 nm = Nanometer), vielmehr emittieren sie in breiten Bandenspektren. Die Breite der Bandenspektren hängt von der sogenannten Rotationsquantenzahl J Bsp.: CO2–Bande bei 15 µm (Mikrometer) hat breite „Seitenbanden“ (IR-Banden), die theoretisch bis unendlich gehen. In der Praxis begnügt man sich mit dem Bereich 15 µm ± 3,5 µm. Die zentrale Bande bei 15 µm ist sehr stark. Sie wird zum gleichen Zeitraum von der überwiegenden Zahl der Moleküle emittiert. Je schwächer die Seitenbande, desto weniger Moleküle emittieren diese. Beispielsweise kommen auf 1000 bei 15,00 µm strahlende CO-Moleküle ganze 0,6 Moleküle, die bei 16,74 µm emittieren.
  4. Genau so wenig wie die Schildbürger Licht (elektromagnetische Strahlung)in Säcken in ihr fensterloses Rathaus tragen konnten, kann Wärmestrahlung nicht einfach als solche in der Atmosphäre vorkommen. Sie ist immer an Materie gebunden, die eine bestimmte Temperatur hat. Deshalb stammen schwache „Wärmestrahlungsbereiche“ (schwache IR-Banden) zur gleichen Zeit immer nur von wenigen Molekülen.
  5. Für die bei einer bestimmten Wellenlänge emittierte Strahlung gilt das Planck’sche Strahlungsgesetz. Die sogenannte Stefan-Boltzmann-Gleichung erfasst das gesamte Spektrum eines homogenen Körpers und nicht eine bestimmten Spektralbereich. Wasser, Wald, Wiese, Savanne und Wüstensand emittieren Wärmestrahlung in verschiedenen Spektralbereichen. Deshalb ist es eine unzulässige Vereinfachung, die Stefan-Boltzmann-Gleichung mit einer variabel angepassten Albedo auf den gesamten Erdkörper anzuwenden und zu behaupten, ohne „Treibhausgase“ hätte dieser eine Mitteltemperatur von minus 18 °C. Dies ist eine reine Phantasiezahl, die auf unzulässigen Vereinfachungen beruht.
  6. Sogenannte „Treibhausgase“ absorbieren und emittieren IR-Strahlung. Die Emission erfolgt entweder spontan oder wird vom Strahlungsfeld induziert. Sie ist abhängig von der Temperatur und nicht von Reflektionen („Treibhausgase“ sind kein Spiegel!). Was von den Radiometern der Satelliten registriert wird, sind die von den optisch aktiven Gasen auf Grund der herrschenden Temperaturverteilung in der Atmosphäre emittierten Strahldichten.
  7. Energie (genauer: Gibbs-Energie bzw. freie Energie) fließt immer von einem höheren Niveau zu einem niedrigeren. Deshalb kann kälteres CO2 in beispielsweise 1000 m Höhe nicht durch Strahlung den wärmeren Erdboden erwärmen. Das wäre ein Perpetuum mobile 2. Art. Dies ist genauso unmöglich, wie ein Ozeandampfer seine Antriebsenergie unter Abkühlung des Wassers aus dem Meer gewinnen kann.
  8. Auch die sogenannte Strahlungstransportgleichung kehrt den Energiefluss nicht um. Vielmehr gilt auch hier, dass die Strahlung netto immer von einem wärmeren Körper zu einen kälteren fließt.

Der ganze ausführliche Beitrag kann hier ( Bodennahe Gasstrahlung oder Treibhauseffekt ) als pdf herunter geladen werden. Ein Vorgänger Artikel kann hier gelesen werden.

 




„Klimakrise“ – „Klimanotstand“ weltweit? -Wohl nur in den Hirnen wohlstands­verwahrloster Mitmenschen

Die WHO ist nun nicht dafür bekannt, irgendeine potentielle oder reale Gefahr auszulassen, wenn sie auch nur den Anschein erweckt, zu alarmistischen Zwecken genutzt werden zu können. Ihre aktuelle enge Zusammenarbeit mit der World Economic Forum (WEF) ebenso wie ihre Aktionen bei der Erzeugung der weltweiten Coronapanik, legen dafür Zeugnis ab.

Umso mehr muss die Verantwortlichen erschüttert haben, und mit ihnen die Treiber des „Great Reset“ des „New Green Deal“ oder was immer sie als Titel für ihre nationalen wie weltumspannenden extrem teuren Pläne für die Bewohner dieses Planeten ersonnen haben, was jüngste Studien zur Einstufung der realen Gefahren die Menschen so zeigen.

Die Grafiken sprechen für sich. Mit Dank an A. Hoemann für deren Eindeutschung.




PLANT FOR THE PLANET Wie die Fridays for Future-Hintermänner die Klimagläubigen hinter die Fichte führen

Unter anderem befeuert durch die Kirchen mit ihrer diesjährigen Fastenaktion namens Klima-Fasten. Der passende Ablass für Klima-Sünder wird angeboten durch die Plant-for-the-Planet Foundation. Ihr Geschäftsfeld: „Bäume pflanzen für das Weltklima“ zwecks CO2-Kompensation. Sie ist eine deutsche Stiftung, die personell und finanziell eng mit Fridays for future verbunden ist (unter anderem gehört ihr das Fridays for future-Vermögen). Die Stiftung versucht gutgläubige Privatspender und auf Greenwashing bedachte Unternehmen zu Zahlungen an sich zu bewegen und natürlich auch staatliche Zuwendungen zu erlangen.

Wie so oft stimmen hehrer Anspruch und Image nicht mit der Realität überein. Es ergibt sich – wie schon bei Fridays for future (siehe hier, hier und hier) – bei näherer Betrachtung das Bild einer intransparenten Organisation voller Ungereimtheiten und Widersprüche auch und gerade in den rechtlichen und finanziellen Verhältnissen. Es ist ein Lehrstück für wenig vertrauenserweckende Gemeinnützigkeit.

Wer oder was ist die Plant-for-the-Planet Foundation?

Das Geschäftsmodell der Stiftung ist das Pflanzen von Bäumen. Die märchenhafte, um nicht zu sagen: größenwahnsinnige Vision der Stiftung, zu deren Verwirklichung sie sich Kinder und Jugendlicher bedient:
„Wir sind Kinder und Jugendliche auf einer Mission: 1.000 Milliarden Bäume zurückbringen“.

Gründer der Stiftung ist Frithjof Finkbeiner, stellvertretender Präsident der deutschen Sektion des Club of Rome, zusammen mit seiner Ehefrau Karolin (siehe hier). Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist dessen Sohn Felix, so etwas wie ein Vorgänger von Greta, der schon mit 13 Jahren bei der UN-Vollversammlung auftrat. Auch die Tochter Franziska ist im Vorstand.

Das Versprechen der Stiftung: Für einen Euro Spende einen Baum pflanzen und pflegen. Zu diesem Zweck hat die Stiftung auf der Halbinsel Yukatan bei Constitucion (Campeche, Mexiko) Pflanzgebiete von circa 22.500 Hektar „beschafft“. Die Begrifflichkeit „beschafft“ ist bewußt unscharf, siehe unten „wem gehört der Märchenwald?“.

Dier Wochenzeitung Die Zeit hat das Geschäftsmodell der Stiftung geprüft und ernste Zweifel an der Wahrhaftigkeit dieses Versprechens geäußert. Sie titelte: Der Märchenwald: Wie die Organisation Plant-for-the-planet mit zweifelhaften Versprechen und fragwürdigen Zahlen bei Unternehmen und Privatspendern um Geld für den Klimaschutz wirbt“. Der Hauptvorwurf des Beitrags: Den Wald, den die Stiftung auf der Halbinsel Yukatan in Mexiko gepflanzt haben will, gibt es so gar nicht. Anhand von Sattelitenbildern lasse sich erkennen, daß die von Plant-for-the-Planet bepflanzten Gebiete bereits vorher bewaldet waren. Zudem sei ein großer Teil der Flächen ungeeignet, weil mit Überschwemmungen zu rechnen seien (die tatsächlich auch eingetreten seien), und es werde eine unrealistisch hohe Überlebensrate der Bäume behauptet. Die Stiftung ist dem entgegengetreten und behauptet, anhand von Pflanzprotokollen die Anpflanzung von mehr als sechs Millionen Bäumen von 2015-2020 belegen zu können und von Überschwemmungen überrascht worden zu sein.

Dieser Artikel ist keine Wiederholung des Zeit-Artikels, sondern setzt dort an, wo die Zeit aufgehört hat zu recherchieren: bei den rechtlichen und finanziellen Verhältnissen der Stiftung.

Wie viel Bäumlein stehen im Märchenwald?

Die „Erfolgsmeldungen“ der Stiftung über die Anzahl der gepflanzten Bäume weichen in den einzelnen Publikationen der Stiftung voneinander ab. Das soll am Beispiel der gepflanzten Bäume für 2015/2016 gezeigt werden. Laut neuesten Angaben vom 12.02.2021 wurden für 2015 und 2016 zusammen 1.009.714 Bäume gepflanzt, laut älteren Angaben in 2015 800.000 und in 2016 1.400.000, zusammen also 2.200.000 Bäume.

Die Quellen im Wortlaut:

  • Laut S. 4 der stiftungseigenen Zahlen, Daten und Fakten vom 12.02.2021: „Den ersten dieser Bäume haben wir am 8. März 2015 gepflanzt und in den beiden Jahren 2015 und 2016 zusammen 1.009.714.“
  • Laut S. 16 des Jahresberichts 2015-2016: „Im Jahr 2016 hat die Stiftung das erste Mal mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Grund hierfür ist die Investition in 1,4 Mio Bäume auf eigenem Grund in Campeche, Mexiko.“ Genauso im Tätigkeitsbericht für 2016 gemäß Anlage 11 der Jahresabschlüsse 2013-2016. „Die Aufforstung in Campeche Mexiko geht weiter. … In 2016 … ca. 1,4 Mio neue Bäume gepflanzt.“
  • Laut Tätigkeitsbericht für 2015 gemäß Anlage 12 der Jahresabschlüsse 2013-2016 (hier aufrufbar): „Das Pflanzgebiet im mexikanischen Campeche … erweiterten wir im Jahr 2015 … 2015 haben wir dort 800.000 Bäume gepflanzt.“

Das passt zahlenmäßig nicht, wird von der Stiftung auch nicht erläutert, nennt sich wohl kreative Baum-Buchführung.

Insgesamt sollen ca. 15,3 Millionen Bäume von 2015-2020 gepflanzt worden sein, davon 6,3 Mio. auf eigenen Flächen und 9 Mio. auf Flächen von Kleinbauern. Für die Bäume auf eigenen Flächen soll es laut S. 8 der Zahlen, Daten und Fakten tägliche Pflanz-Protokolle geben, unterschrieben von zwei jeweils zwei Personen. Das allerdings, was die Stiftung im Internet veröffentlicht hat, sind keine unterschriebenen Protokolle, sondern monatliche Excel-Tabellen mit täglichen Unterblättern; statt zweier Unterschriften sind lediglich die Namen zweier Personen hineingeschrieben (bei stichprobenartiger Prüfung ergab sich, daß es stets an allen Tagen von 2015 bis 2020 dieselben beiden Namen sind). Excel-Listen sind bekanntlich als Nachweis weitgehend wertlos, weil beliebig manipulierbar. Es wird also eine Transparenz zur Schau gestellt wird, die einer kritischen Prüfung nicht standhält. Dies gilt um so mehr, als es für die 9 Mio. Bäume auf den Flächen der Kleinbauern, und damit für die Mehrheit der angeblich gepflanzten Bäume, nicht einmal diese Excel-Tabellen gibt.

Wem gehört der Märchenwald auf Yukatan?

Das Pflanzgebiet in Mexiko umfaßt circa 22.500 Hektar (das ist etwas größer als Düsseldorf). 2013 wurden die ersten 3.200 Hektar „erworben“, weitere 10.500 Hektar in 2015. Laut Tätigkeitsbericht 2015 (Anlage 12 zu den Jahresabschlüssen 2013-2016, hier aufrufbar) waren 2015 13.700 Hektar vorhanden. Zum Rest waren keine Angaben auffindbar. Die Stiftung erteilte auf TE-Anfrage keine Auskunft.

Aber wem gehört das Pflanzgebiet eigentlich? Auch hier wieder: Sich widersprechende, nicht zueinander passende Angaben der deutschen Stiftung. Jahre lang hat sie behauptet, sie habe die Flächen erworben. Nach jüngsten Aussagen ist das aber nicht richtig.

… er gehört der deutschen Stiftung

  • Im Jahresbericht 2015-2016 der deutschen Stiftung aus dem Jahr 2018 heißt es dazu auf Seiten 4 u. 7: „Plant-for-the-Planet erwirbt Land in Campeche, Mexiko … 2013 haben wir im Bundesstaat Campeche in Mexiko, nahe des Dorfes Constitucion, eine eigene Fläche übernommen.“
  • Im Pflanzbericht 2015 der Stiftung heißt es entsprechend: „Fakten zum Pflanzgebiet: Eigentümer: Plant-for-the-planet Foundation“.
    – In einem Blog-Beitrag der Stiftung von 2014 heißt es: „Aufforstung auf stiftungseigenem Grundstück … Mit dem Stiftungskapital von Familie Finkbeiner, den Zustiftungen von ihren Verwandten und mehreren Unterstützern … konnte unsere Kinder- und Jugendstiftung ein 32.000.000 m2 großes Land in Campeche in Mexiko erwerben. … Über unsere mexikanische Plant-for-the-Planet Organisation konnten wir das Land zum 1. Januar 2014 kaufen.“ Eine inhaltsgleiche Formulierung findet sich im Tätigkeitsbericht der deutschen Stiftung für 2014 (Anlage 13 zu den Jahresabschlüssen 2013-2016, hier aufrufbar).

Mal ist also die Rede von Eigentum, mal von Erwerb über „unsere“ mexikanische Stiftung. Inhaltich erscheint es als das gleiche; Auch wer etwas über jemanden anderen erwirbt, der erwirbt es dennoch für sich.

… er gehört der mexikanischen Plant-for-the-Planet A.C.

In einem aufgrund des Zeit-Artikels veröffentlichten Fragen-/Antworten-Katalog (FAQ) der Stiftung vom Dezember 2020 heißt es: „Die Landrechte gehören der gemeinnützigen mexikanischen Plant-for-the-Planet A.C. Sie sind bei manchen Flächen nach Eigentumsrecht (Rancho 1 und 3) und bei anderen Flächen (Ranchos 2, 4, 5, 6) nach mexikanischen landwirtschaftlichem Recht (Article 23, Section 5), am ehesten vergleichbar mit dem deutschen Genossenschaftsrecht, geregelt.“

Die Flächen gehören demnach der mexikanischen Plant-for-the-Planet A.C. [Hinweis: A.C. steht für asociacion civil, eine Rechtsform in Mexiko für nicht kommerzielle Gesellschaften] und nicht der deutschen Foundation. Das entspricht auch den Angaben in den Jahresabschlüssen der deutschen Stiftung für die Jahre 2013 bis 2016 (hier abrufbar; weitere Abschlüsse sind nicht veröffentlicht, der Link zum Jahresabschluß 2017 geht nicht); in ihnen ist keine Vermögensposition namens Grundstücke, Landrechte oder dergleichen enthalten. Die mexikanische A.C. ist keine Tochtergesellschaft der deutschen Stiftung, sondern eine eigenständige Organisation, laut Stiftung gegründet von zwei mexikanischen Eltern (siehe hier).

Die deutsche Stiftung hat also Jahre lang die Unterstützer und Interessierten über die Eigentums- und Besitzverhältnisse an den Flächen hinter die Fichte geführt.

Die für Marketingzwecke gestalteten und bunt bebilderten Hochglanz-Geschäfts- und Pflanzberichte und Internetseiten sowie der Tätigkeitsbericht suggerieren ein Eigentum der deutschen Stiftung, obgleich sie der mexikanischen A.C. gehörten, und das auch nur teilweise; von irgendwelchen landwirtschaftlichen Rechten war zuvor keine Rede. Und wer die aktuellen FAQ nicht liest, sondern diese Berichte, wird auch weiterhin nicht zutreffend informiert.

Unklar bleibt, wie hoch der Anteil der Eigentumsflächen und der landwirtschaftsrechtlichen Flächen ist und warum die Stiftung dazu keine Angaben macht. Jahresabschlüsse der mexikanischen A.C. wurden bisher auch nicht veröffentlicht. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung dieser A.C. (sie hält das Grundvermögen) ein nicht nachvollziehbares Versäumnis.

Weiter teilt die Stiftung mit, daß zugunsten der deutschen Foundation eine Dienstbarkeit namens „Gravamen“ an den Flächen bestehe, aufgrund der die mexikanische A.C. ohne Zustimmung der deutschen Foundation weder das Land oder Teile davon an Dritte übereignen, noch das Land oder Teile davon mit Hypotheken belasten oder auch nur einen einzigen Baum fällen dürfe. Überprüfen kann das keiner, die Stiftung erteilte dazu auf TE-Anfrage keine Auskunft. Auch nicht zu der Frage, ob solche Dienstbarkeiten auch für die landwirtschaftsrechtlichen Flächen bestehen oder nur für die Eigentumsflächen. Und auch nicht zu der Frage, von wem (ein Großverkäufer oder viele kleine?) man die Flächen in der Größe Düsseldorfs überhaupt erworben hat, und zu welchem Preis.

Unklar ist auch, warum der Erwerb der Flächen in Mexiko nicht direkt durch die deutsche Stiftung oder jedenfalls durch eine mexikanische Tochtergesellschaft unter voller Kontrolle der deutschen Stiftung erfolgte, sondern stattdessen durch eine eigenständige, von mexikanischen Eltern gegründete Organisation, bei der man irgendwelche Dienstbarkeiten zur Absicherung benötigt.

… wem gehört er denn nun?

Aber ist die mexikanische Plant-for-the-Planet A.C. tatsächlich der Eigentümer/Besitzer der Flächen? Das ist trotz der aktuellen Aussage der Stiftung gar nicht so klar. Denn die mexikanische A.C. wurde erst am 19.09.2016 im mexikanischen Register für Zivilorganisationen eingetragen (siehe hier, in die Eingabemaske bei Nombre „plant-for“ eingeben). Die Pflanzgebiete wurden aber bereits zum überwiegenden Teil in den Jahren 2013 und 2015 erworben (siehe oben).

Zwar wurde die mexikanische A.C. auf dem Papier bereits 2013 gegründet. Es erscheint jedoch kaum denkbar, daß sie vor ihrer Eintragung im Register in 2016 und damit vor ihrer Rechtsfähigkeit bereits Grundstücke erwerben konnte. Insofern sind also auch die neuesten Angaben der Stiftung zu den Eigentumsverhältnissen zu hinterfragen.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Angaben der Stiftung widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und intransparent sind. Es passt vorne und hinten nicht. Selbst die Richtigstellung in den FAQ bleibt auffällig unkonkret. Die Stiftung mauert bei Nachfragen. Man fragt sich, was diese Geheimniskrämerei soll.

Anmerkung: Damit sind die Ungereimtheiten noch nicht zu Ende: Die deutsche Plant-for-the-Planet Foundation schrieb (siehe oben), dass der Erwerb nur möglich gewesen sei „mit dem Stiftungskapital der Familie Finkbeiner“. Diese Aussage erweckt den Eindruck, dieses Kapital sei für den Grundstückserwerb verwendet worden (ggf. durch Weitergabe an die mexikanische A.C.). Eine solche Schmälerung des Kapitals ist laut Wirtschaftsprüfern aber nicht erfolgt und wäre auch gemäß § 4 der Satzung der Foundation unzulässig gewesen. Was heißt also „mit dem Stiftungskapital“? Hat man der mexikanischen A.C. Darlehen gegeben, zu welchen Konditionen? Nichts Genaues weiß man nicht.

Plant-for-the-Planet: der Konzern Finkbeiner

Plant-for-the-Planet gibt es mehrfach: In Deutschland, in Spanien, Mexiko, Brasilien, Italien, Tschechei und USA.

In Deutschland besteht Plant-fort-the-Planet aus der Stiftung und einer kommerziellen Tochtergesellschaft, der Plant-for-the-Planet GmbH. Einen Verein gibt es auch noch. Geschäftsführerin der GmbH ist Karolin Finkbeiner, die Ehefrau des Stiftungsgründers. Er mischt selbst auch irgendwie geschäftsführermäßig mit, ohne dieses Amt laut Handelsregister aber innezuhaben; denn er zeichnet verantwortlich für die beim Bundesanzeiger eingereichte Bilanz für 2018. Ob und wie viel die beiden als Vergütung für ihre Tätigkeit erhalten, geben sie nicht an. Diese Vergütungs-Intransparenz ist bei gemeinnützigen Gesellschaften mit kommerziellem Unterbau häufig anzutreffen, siehe Deutsche Umwelthilfe.

Die Plant-for-the-Planet-Auslandsorganisationen sind laut deutscher Stiftung (siehe hier) ihrerseits Stiftungen oder andere juristische Einheiten (welche?), die von Eltern aus den jeweiligen Ländern gegründet worden sind. Es handelt sich demnach nicht wie bei der GmbH um Tochtergesellschaften der deutschen Foundation, sondern um eigenständige Organisationen. Dennoch spricht man von Landesorganisationen und erweckt den Eindruck einer einheitlichen länderübergreifenden Organisation.

Tatsächlich jedoch agiert nicht die Stiftung landesübergreifend, sondern allenfalls die Finkbeiners. Bei der schweizerischen Stiftung beispielsweise sind laut deutscher Stiftung (siehe hier) Stiftungsgründer zwei Personen namens Pirmin und Marianne Jung. Laut der privaten Internetseite dieser beiden Schweizer (siehe hier) ist Stiftungsgründer zusätzlich aber auch Felix Finkbeiner. Man fragt sich, warum Felix Finkbeiner von der Stiftung selbst nicht erwähnt wird. Laut schweizerischem Register sind Stiftungsratsmitglieder Vater, Mutter und Sohn Finkbeiner. Nicht die deutsche Foundation, sondern nur Finkbeiners selbst haben also Einfluß auf diese Auslandsstiftung. Möglicherweise verhält es sich bei den anderen Auslandsorganisationen ähnlich. Die Stiftung gab auf TE-Anfrage keine Auskunft zu den Gründern und Mitgliedern der Organisationen in Mexiko und den USA. Im Vorstand der amerikanischen Organisation in Santa Fe (Kalifornien) sind jedenfalls Vater und Sohn Finkbeiner.

Angaben zu den finanziellen Verhältnisse der Auslandsorganisationen fehlen gänzlich. Sind in den von der Stiftung angegebenen Spendeneinnahmen auch die im Ausland erzielten Spenden enthalten? Was passiert sonst mit diesen im Ausland eingeworbenen Geldern?

Unklar auch die Angaben zu den Kontoverbindungen für Spenden: Konten in sieben Ländern (+ USA) werden aufgelistet. Nur beim brasilianischen Konto ist als Kontoinhaber eine brasilianische Plant-for-the-Planet angegeben. Bei den anderen Konten ist dies nicht der Fall. Sind das also alles Konten der deutschen Foundation? Das ist zweifelhaft. Für die Stiftung Plant-for-the-Planet Schweiz findet man beispielsweise hiereinen Kontakt, der als Spendenkonto genau dasselbe schweizerische Konto angibt, das auch bei der deutschen Foundation gelistet ist. Ist das nun ein Konto der deutschen oder der schweizerischen Stiftung, und warum wird dies nicht kenntlich gemacht?

Abschließend in diesem Zusammenhang eine Anmerkung zur Plant-for-the-Planet USA. Sie generierte 2019 immerhin Zuwendungen von mehr als eine Million Dollar. 500.000 Dollar davon gingen an die Organisation Global Forest Generation in The Plains (Virginia, USA). Die erst 2018 gegründete Organisation setzt sich für die Aufforstung in den Anden ein. Deren Aufsichtsratsvorsitzender ist Jim Brumm. Er war mehr als 30 Jahre lang Vizepräsident der Mitsubishi International Corporation, die er auch heute noch berät. Dieses Unternehmen ist unter anderem im Erdöl-, Kohle-, Erdgas und Stahlgeschäft und noch in vielem mehr, eigentlich in allem, was so richtig schön „klimaschädlich“ ist. Über diese Unterstützung des Mitsubshi-Man bzw. „seiner“ Organisation liest man bei der Plant-for-the-Planet Foundation nichts.

Ergebnis

Das Geschäftsmodell der Plant-for-the-Planet Stiftung mag man bewerten wie man will. Mit dem auch über Fridays for future aufgebauten politischen Druck ist es gelungen, Privatleute und Unternehmen dazu zu bringen, sich mit Klimaspenden ein gutes Gewissen und besseres Image zu verschaffen. Doch als besonders seriös zeichnet sich die Organisation nicht aus.

„Wir Kinder sind mit unserer Plant-for-the-Planet Foundation seit 2014 auch Waldbesitzer“, schrieb die Stiftung hier – eine ziemlich unanständige Werbeaussage. Denn kein Kind besitzt Wald, nicht einmal einen Baum. Die Stiftung führt ihre Unterstützer hinter die Fichte: mit nicht nachvollziehbaren Pflanzzahlen, falschen und widersprüchlichen Aussagen zu den Eigentumsverhältnissen an den Pflanzflächen, nicht offengelegten Verhältnissen bei den Auslands-Organisationen (einschließlich der Rolle der Familie Finkbeiner). Das alles gepaart mit einem hohen Maß an Intransparenz und unpräzisen und uneindeutigen Aussagen, die den Eindruck vermitteln, als wolle man sich ein Hintertürchen für spätere Erklärungen aufhalten. Selbst die aktuellen Auskünfte zu den Pflanzflächen in Mexiko bleiben im Ungefähren und werfen mehr neue Fragen auf als sie beantworten. Nicht einmal die Jahresabschlüsse der deutschen Stiftung für 2017 bis 2019 sind derzeit erhältlich, Jahresabschlüsse der namensgleichen ausländischen Organisationen schon gar nicht.

Von Klein-Wirecard auf Öko zu sprechen, wäre sicher zu weitgehend. Ordinäres Gutmenschen-Getue mit einer „uns-kann-keiner“-Attitüde drückt es wohl besser aus. Die Parallele zu Wirecard ist dennoch nicht ganz neben der Sache. Denn auffällig ist schon, daß man plötzlich aufgrund der Zeit-Recherchen ankündigte, von Wirtschaftsprüfern die Pflanzzahlen in Mexiko überprüfen lassen zu wollen (aber auch nur auf den sogenannten eigenen Flächen, nicht auf denen der Kleinbauern; sollen die Prüfer hier etwa die Bäume nachzählen oder sich die Excel-Listen ansehen???) und auch die Jahresabschlüsse der mexikanischen A.C. seit 2015 testieren lassen zu wollen – und das noch im Januar 2021. Mittlerweile ist Ende Februar, und nichts ist veröffentlicht.

Gemeinnützigkeit lebt von Vertrauen. Egal wie man das Ansinnen der Plant-for-the-Planet Foundation an sich betrachtet: der Vertrauensvorschuß, den die Stiftung bei vielen genießt, ist unangebracht.

P.S. Laut Zeit-Angaben änderte die Stiftung kurz vor Erscheinen des Artikels ihren Internetauftritt und löschte frühere Aussagen. Solche Veränderungen sind auch diesmal nicht auszuschließen.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier