Treibhauseffekt oder nur „bodennahe Gasstrahlung“?

  1. Es gibt keinen Treibhauseffekt, der aus größerer Höhe wirkend den Erdboden zusätzlich zur Solareinstrahlung erwärmt. Das, was als Treibhauseffekt bezeichnet wird, ist eine bodennahe Wärmestrahlung bzw. IR-Strahlung infrarotaktiver Spurengase wie CO2, N2O, CH4, Wasserdampf und andere.
  2. Die von Nimbus 4 aufgenommenen Satellitenspektren (Hanel et al.) repräsentieren nicht den aus großer Höhe auf den Erdkörper treffenden Treibhauseffekt. Dies gilt auch für Messungen mit einem zenital ausgerichteten Pyrgeometer.
  3. Anders als angeregte Atome strahlen „Treibhausgase“ nicht bei einer bestimmten Wellenlänge (z. B. Linienspektrum des Natriums bei 369 nm = Nanometer), vielmehr emittieren sie in breiten Bandenspektren. Die Breite der Bandenspektren hängt von der sogenannten Rotationsquantenzahl J Bsp.: CO2–Bande bei 15 µm (Mikrometer) hat breite „Seitenbanden“ (IR-Banden), die theoretisch bis unendlich gehen. In der Praxis begnügt man sich mit dem Bereich 15 µm ± 3,5 µm. Die zentrale Bande bei 15 µm ist sehr stark. Sie wird zum gleichen Zeitraum von der überwiegenden Zahl der Moleküle emittiert. Je schwächer die Seitenbande, desto weniger Moleküle emittieren diese. Beispielsweise kommen auf 1000 bei 15,00 µm strahlende CO-Moleküle ganze 0,6 Moleküle, die bei 16,74 µm emittieren.
  4. Genau so wenig wie die Schildbürger Licht (elektromagnetische Strahlung)in Säcken in ihr fensterloses Rathaus tragen konnten, kann Wärmestrahlung nicht einfach als solche in der Atmosphäre vorkommen. Sie ist immer an Materie gebunden, die eine bestimmte Temperatur hat. Deshalb stammen schwache „Wärmestrahlungsbereiche“ (schwache IR-Banden) zur gleichen Zeit immer nur von wenigen Molekülen.
  5. Für die bei einer bestimmten Wellenlänge emittierte Strahlung gilt das Planck’sche Strahlungsgesetz. Die sogenannte Stefan-Boltzmann-Gleichung erfasst das gesamte Spektrum eines homogenen Körpers und nicht eine bestimmten Spektralbereich. Wasser, Wald, Wiese, Savanne und Wüstensand emittieren Wärmestrahlung in verschiedenen Spektralbereichen. Deshalb ist es eine unzulässige Vereinfachung, die Stefan-Boltzmann-Gleichung mit einer variabel angepassten Albedo auf den gesamten Erdkörper anzuwenden und zu behaupten, ohne „Treibhausgase“ hätte dieser eine Mitteltemperatur von minus 18 °C. Dies ist eine reine Phantasiezahl, die auf unzulässigen Vereinfachungen beruht.
  6. Sogenannte „Treibhausgase“ absorbieren und emittieren IR-Strahlung. Die Emission erfolgt entweder spontan oder wird vom Strahlungsfeld induziert. Sie ist abhängig von der Temperatur und nicht von Reflektionen („Treibhausgase“ sind kein Spiegel!). Was von den Radiometern der Satelliten registriert wird, sind die von den optisch aktiven Gasen auf Grund der herrschenden Temperaturverteilung in der Atmosphäre emittierten Strahldichten.
  7. Energie (genauer: Gibbs-Energie bzw. freie Energie) fließt immer von einem höheren Niveau zu einem niedrigeren. Deshalb kann kälteres CO2 in beispielsweise 1000 m Höhe nicht durch Strahlung den wärmeren Erdboden erwärmen. Das wäre ein Perpetuum mobile 2. Art. Dies ist genauso unmöglich, wie ein Ozeandampfer seine Antriebsenergie unter Abkühlung des Wassers aus dem Meer gewinnen kann.
  8. Auch die sogenannte Strahlungstransportgleichung kehrt den Energiefluss nicht um. Vielmehr gilt auch hier, dass die Strahlung netto immer von einem wärmeren Körper zu einen kälteren fließt.

Der ganze ausführliche Beitrag kann hier ( Bodennahe Gasstrahlung oder Treibhauseffekt ) als pdf herunter geladen werden. Ein Vorgänger Artikel kann hier gelesen werden.

 




„Klimakrise“ – „Klimanotstand“ weltweit? -Wohl nur in den Hirnen wohlstands­verwahrloster Mitmenschen

Die WHO ist nun nicht dafür bekannt, irgendeine potentielle oder reale Gefahr auszulassen, wenn sie auch nur den Anschein erweckt, zu alarmistischen Zwecken genutzt werden zu können. Ihre aktuelle enge Zusammenarbeit mit der World Economic Forum (WEF) ebenso wie ihre Aktionen bei der Erzeugung der weltweiten Coronapanik, legen dafür Zeugnis ab.

Umso mehr muss die Verantwortlichen erschüttert haben, und mit ihnen die Treiber des „Great Reset“ des „New Green Deal“ oder was immer sie als Titel für ihre nationalen wie weltumspannenden extrem teuren Pläne für die Bewohner dieses Planeten ersonnen haben, was jüngste Studien zur Einstufung der realen Gefahren die Menschen so zeigen.

Die Grafiken sprechen für sich. Mit Dank an A. Hoemann für deren Eindeutschung.




PLANT FOR THE PLANET Wie die Fridays for Future-Hintermänner die Klimagläubigen hinter die Fichte führen

Unter anderem befeuert durch die Kirchen mit ihrer diesjährigen Fastenaktion namens Klima-Fasten. Der passende Ablass für Klima-Sünder wird angeboten durch die Plant-for-the-Planet Foundation. Ihr Geschäftsfeld: „Bäume pflanzen für das Weltklima“ zwecks CO2-Kompensation. Sie ist eine deutsche Stiftung, die personell und finanziell eng mit Fridays for future verbunden ist (unter anderem gehört ihr das Fridays for future-Vermögen). Die Stiftung versucht gutgläubige Privatspender und auf Greenwashing bedachte Unternehmen zu Zahlungen an sich zu bewegen und natürlich auch staatliche Zuwendungen zu erlangen.

Wie so oft stimmen hehrer Anspruch und Image nicht mit der Realität überein. Es ergibt sich – wie schon bei Fridays for future (siehe hier, hier und hier) – bei näherer Betrachtung das Bild einer intransparenten Organisation voller Ungereimtheiten und Widersprüche auch und gerade in den rechtlichen und finanziellen Verhältnissen. Es ist ein Lehrstück für wenig vertrauenserweckende Gemeinnützigkeit.

Wer oder was ist die Plant-for-the-Planet Foundation?

Das Geschäftsmodell der Stiftung ist das Pflanzen von Bäumen. Die märchenhafte, um nicht zu sagen: größenwahnsinnige Vision der Stiftung, zu deren Verwirklichung sie sich Kinder und Jugendlicher bedient:
„Wir sind Kinder und Jugendliche auf einer Mission: 1.000 Milliarden Bäume zurückbringen“.

Gründer der Stiftung ist Frithjof Finkbeiner, stellvertretender Präsident der deutschen Sektion des Club of Rome, zusammen mit seiner Ehefrau Karolin (siehe hier). Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist dessen Sohn Felix, so etwas wie ein Vorgänger von Greta, der schon mit 13 Jahren bei der UN-Vollversammlung auftrat. Auch die Tochter Franziska ist im Vorstand.

Das Versprechen der Stiftung: Für einen Euro Spende einen Baum pflanzen und pflegen. Zu diesem Zweck hat die Stiftung auf der Halbinsel Yukatan bei Constitucion (Campeche, Mexiko) Pflanzgebiete von circa 22.500 Hektar „beschafft“. Die Begrifflichkeit „beschafft“ ist bewußt unscharf, siehe unten „wem gehört der Märchenwald?“.

Dier Wochenzeitung Die Zeit hat das Geschäftsmodell der Stiftung geprüft und ernste Zweifel an der Wahrhaftigkeit dieses Versprechens geäußert. Sie titelte: Der Märchenwald: Wie die Organisation Plant-for-the-planet mit zweifelhaften Versprechen und fragwürdigen Zahlen bei Unternehmen und Privatspendern um Geld für den Klimaschutz wirbt“. Der Hauptvorwurf des Beitrags: Den Wald, den die Stiftung auf der Halbinsel Yukatan in Mexiko gepflanzt haben will, gibt es so gar nicht. Anhand von Sattelitenbildern lasse sich erkennen, daß die von Plant-for-the-Planet bepflanzten Gebiete bereits vorher bewaldet waren. Zudem sei ein großer Teil der Flächen ungeeignet, weil mit Überschwemmungen zu rechnen seien (die tatsächlich auch eingetreten seien), und es werde eine unrealistisch hohe Überlebensrate der Bäume behauptet. Die Stiftung ist dem entgegengetreten und behauptet, anhand von Pflanzprotokollen die Anpflanzung von mehr als sechs Millionen Bäumen von 2015-2020 belegen zu können und von Überschwemmungen überrascht worden zu sein.

Dieser Artikel ist keine Wiederholung des Zeit-Artikels, sondern setzt dort an, wo die Zeit aufgehört hat zu recherchieren: bei den rechtlichen und finanziellen Verhältnissen der Stiftung.

Wie viel Bäumlein stehen im Märchenwald?

Die „Erfolgsmeldungen“ der Stiftung über die Anzahl der gepflanzten Bäume weichen in den einzelnen Publikationen der Stiftung voneinander ab. Das soll am Beispiel der gepflanzten Bäume für 2015/2016 gezeigt werden. Laut neuesten Angaben vom 12.02.2021 wurden für 2015 und 2016 zusammen 1.009.714 Bäume gepflanzt, laut älteren Angaben in 2015 800.000 und in 2016 1.400.000, zusammen also 2.200.000 Bäume.

Die Quellen im Wortlaut:

  • Laut S. 4 der stiftungseigenen Zahlen, Daten und Fakten vom 12.02.2021: „Den ersten dieser Bäume haben wir am 8. März 2015 gepflanzt und in den beiden Jahren 2015 und 2016 zusammen 1.009.714.“
  • Laut S. 16 des Jahresberichts 2015-2016: „Im Jahr 2016 hat die Stiftung das erste Mal mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Grund hierfür ist die Investition in 1,4 Mio Bäume auf eigenem Grund in Campeche, Mexiko.“ Genauso im Tätigkeitsbericht für 2016 gemäß Anlage 11 der Jahresabschlüsse 2013-2016. „Die Aufforstung in Campeche Mexiko geht weiter. … In 2016 … ca. 1,4 Mio neue Bäume gepflanzt.“
  • Laut Tätigkeitsbericht für 2015 gemäß Anlage 12 der Jahresabschlüsse 2013-2016 (hier aufrufbar): „Das Pflanzgebiet im mexikanischen Campeche … erweiterten wir im Jahr 2015 … 2015 haben wir dort 800.000 Bäume gepflanzt.“

Das passt zahlenmäßig nicht, wird von der Stiftung auch nicht erläutert, nennt sich wohl kreative Baum-Buchführung.

Insgesamt sollen ca. 15,3 Millionen Bäume von 2015-2020 gepflanzt worden sein, davon 6,3 Mio. auf eigenen Flächen und 9 Mio. auf Flächen von Kleinbauern. Für die Bäume auf eigenen Flächen soll es laut S. 8 der Zahlen, Daten und Fakten tägliche Pflanz-Protokolle geben, unterschrieben von zwei jeweils zwei Personen. Das allerdings, was die Stiftung im Internet veröffentlicht hat, sind keine unterschriebenen Protokolle, sondern monatliche Excel-Tabellen mit täglichen Unterblättern; statt zweier Unterschriften sind lediglich die Namen zweier Personen hineingeschrieben (bei stichprobenartiger Prüfung ergab sich, daß es stets an allen Tagen von 2015 bis 2020 dieselben beiden Namen sind). Excel-Listen sind bekanntlich als Nachweis weitgehend wertlos, weil beliebig manipulierbar. Es wird also eine Transparenz zur Schau gestellt wird, die einer kritischen Prüfung nicht standhält. Dies gilt um so mehr, als es für die 9 Mio. Bäume auf den Flächen der Kleinbauern, und damit für die Mehrheit der angeblich gepflanzten Bäume, nicht einmal diese Excel-Tabellen gibt.

Wem gehört der Märchenwald auf Yukatan?

Das Pflanzgebiet in Mexiko umfaßt circa 22.500 Hektar (das ist etwas größer als Düsseldorf). 2013 wurden die ersten 3.200 Hektar „erworben“, weitere 10.500 Hektar in 2015. Laut Tätigkeitsbericht 2015 (Anlage 12 zu den Jahresabschlüssen 2013-2016, hier aufrufbar) waren 2015 13.700 Hektar vorhanden. Zum Rest waren keine Angaben auffindbar. Die Stiftung erteilte auf TE-Anfrage keine Auskunft.

Aber wem gehört das Pflanzgebiet eigentlich? Auch hier wieder: Sich widersprechende, nicht zueinander passende Angaben der deutschen Stiftung. Jahre lang hat sie behauptet, sie habe die Flächen erworben. Nach jüngsten Aussagen ist das aber nicht richtig.

… er gehört der deutschen Stiftung

  • Im Jahresbericht 2015-2016 der deutschen Stiftung aus dem Jahr 2018 heißt es dazu auf Seiten 4 u. 7: „Plant-for-the-Planet erwirbt Land in Campeche, Mexiko … 2013 haben wir im Bundesstaat Campeche in Mexiko, nahe des Dorfes Constitucion, eine eigene Fläche übernommen.“
  • Im Pflanzbericht 2015 der Stiftung heißt es entsprechend: „Fakten zum Pflanzgebiet: Eigentümer: Plant-for-the-planet Foundation“.
    – In einem Blog-Beitrag der Stiftung von 2014 heißt es: „Aufforstung auf stiftungseigenem Grundstück … Mit dem Stiftungskapital von Familie Finkbeiner, den Zustiftungen von ihren Verwandten und mehreren Unterstützern … konnte unsere Kinder- und Jugendstiftung ein 32.000.000 m2 großes Land in Campeche in Mexiko erwerben. … Über unsere mexikanische Plant-for-the-Planet Organisation konnten wir das Land zum 1. Januar 2014 kaufen.“ Eine inhaltsgleiche Formulierung findet sich im Tätigkeitsbericht der deutschen Stiftung für 2014 (Anlage 13 zu den Jahresabschlüssen 2013-2016, hier aufrufbar).

Mal ist also die Rede von Eigentum, mal von Erwerb über „unsere“ mexikanische Stiftung. Inhaltich erscheint es als das gleiche; Auch wer etwas über jemanden anderen erwirbt, der erwirbt es dennoch für sich.

… er gehört der mexikanischen Plant-for-the-Planet A.C.

In einem aufgrund des Zeit-Artikels veröffentlichten Fragen-/Antworten-Katalog (FAQ) der Stiftung vom Dezember 2020 heißt es: „Die Landrechte gehören der gemeinnützigen mexikanischen Plant-for-the-Planet A.C. Sie sind bei manchen Flächen nach Eigentumsrecht (Rancho 1 und 3) und bei anderen Flächen (Ranchos 2, 4, 5, 6) nach mexikanischen landwirtschaftlichem Recht (Article 23, Section 5), am ehesten vergleichbar mit dem deutschen Genossenschaftsrecht, geregelt.“

Die Flächen gehören demnach der mexikanischen Plant-for-the-Planet A.C. [Hinweis: A.C. steht für asociacion civil, eine Rechtsform in Mexiko für nicht kommerzielle Gesellschaften] und nicht der deutschen Foundation. Das entspricht auch den Angaben in den Jahresabschlüssen der deutschen Stiftung für die Jahre 2013 bis 2016 (hier abrufbar; weitere Abschlüsse sind nicht veröffentlicht, der Link zum Jahresabschluß 2017 geht nicht); in ihnen ist keine Vermögensposition namens Grundstücke, Landrechte oder dergleichen enthalten. Die mexikanische A.C. ist keine Tochtergesellschaft der deutschen Stiftung, sondern eine eigenständige Organisation, laut Stiftung gegründet von zwei mexikanischen Eltern (siehe hier).

Die deutsche Stiftung hat also Jahre lang die Unterstützer und Interessierten über die Eigentums- und Besitzverhältnisse an den Flächen hinter die Fichte geführt.

Die für Marketingzwecke gestalteten und bunt bebilderten Hochglanz-Geschäfts- und Pflanzberichte und Internetseiten sowie der Tätigkeitsbericht suggerieren ein Eigentum der deutschen Stiftung, obgleich sie der mexikanischen A.C. gehörten, und das auch nur teilweise; von irgendwelchen landwirtschaftlichen Rechten war zuvor keine Rede. Und wer die aktuellen FAQ nicht liest, sondern diese Berichte, wird auch weiterhin nicht zutreffend informiert.

Unklar bleibt, wie hoch der Anteil der Eigentumsflächen und der landwirtschaftsrechtlichen Flächen ist und warum die Stiftung dazu keine Angaben macht. Jahresabschlüsse der mexikanischen A.C. wurden bisher auch nicht veröffentlicht. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung dieser A.C. (sie hält das Grundvermögen) ein nicht nachvollziehbares Versäumnis.

Weiter teilt die Stiftung mit, daß zugunsten der deutschen Foundation eine Dienstbarkeit namens „Gravamen“ an den Flächen bestehe, aufgrund der die mexikanische A.C. ohne Zustimmung der deutschen Foundation weder das Land oder Teile davon an Dritte übereignen, noch das Land oder Teile davon mit Hypotheken belasten oder auch nur einen einzigen Baum fällen dürfe. Überprüfen kann das keiner, die Stiftung erteilte dazu auf TE-Anfrage keine Auskunft. Auch nicht zu der Frage, ob solche Dienstbarkeiten auch für die landwirtschaftsrechtlichen Flächen bestehen oder nur für die Eigentumsflächen. Und auch nicht zu der Frage, von wem (ein Großverkäufer oder viele kleine?) man die Flächen in der Größe Düsseldorfs überhaupt erworben hat, und zu welchem Preis.

Unklar ist auch, warum der Erwerb der Flächen in Mexiko nicht direkt durch die deutsche Stiftung oder jedenfalls durch eine mexikanische Tochtergesellschaft unter voller Kontrolle der deutschen Stiftung erfolgte, sondern stattdessen durch eine eigenständige, von mexikanischen Eltern gegründete Organisation, bei der man irgendwelche Dienstbarkeiten zur Absicherung benötigt.

… wem gehört er denn nun?

Aber ist die mexikanische Plant-for-the-Planet A.C. tatsächlich der Eigentümer/Besitzer der Flächen? Das ist trotz der aktuellen Aussage der Stiftung gar nicht so klar. Denn die mexikanische A.C. wurde erst am 19.09.2016 im mexikanischen Register für Zivilorganisationen eingetragen (siehe hier, in die Eingabemaske bei Nombre „plant-for“ eingeben). Die Pflanzgebiete wurden aber bereits zum überwiegenden Teil in den Jahren 2013 und 2015 erworben (siehe oben).

Zwar wurde die mexikanische A.C. auf dem Papier bereits 2013 gegründet. Es erscheint jedoch kaum denkbar, daß sie vor ihrer Eintragung im Register in 2016 und damit vor ihrer Rechtsfähigkeit bereits Grundstücke erwerben konnte. Insofern sind also auch die neuesten Angaben der Stiftung zu den Eigentumsverhältnissen zu hinterfragen.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Angaben der Stiftung widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und intransparent sind. Es passt vorne und hinten nicht. Selbst die Richtigstellung in den FAQ bleibt auffällig unkonkret. Die Stiftung mauert bei Nachfragen. Man fragt sich, was diese Geheimniskrämerei soll.

Anmerkung: Damit sind die Ungereimtheiten noch nicht zu Ende: Die deutsche Plant-for-the-Planet Foundation schrieb (siehe oben), dass der Erwerb nur möglich gewesen sei „mit dem Stiftungskapital der Familie Finkbeiner“. Diese Aussage erweckt den Eindruck, dieses Kapital sei für den Grundstückserwerb verwendet worden (ggf. durch Weitergabe an die mexikanische A.C.). Eine solche Schmälerung des Kapitals ist laut Wirtschaftsprüfern aber nicht erfolgt und wäre auch gemäß § 4 der Satzung der Foundation unzulässig gewesen. Was heißt also „mit dem Stiftungskapital“? Hat man der mexikanischen A.C. Darlehen gegeben, zu welchen Konditionen? Nichts Genaues weiß man nicht.

Plant-for-the-Planet: der Konzern Finkbeiner

Plant-for-the-Planet gibt es mehrfach: In Deutschland, in Spanien, Mexiko, Brasilien, Italien, Tschechei und USA.

In Deutschland besteht Plant-fort-the-Planet aus der Stiftung und einer kommerziellen Tochtergesellschaft, der Plant-for-the-Planet GmbH. Einen Verein gibt es auch noch. Geschäftsführerin der GmbH ist Karolin Finkbeiner, die Ehefrau des Stiftungsgründers. Er mischt selbst auch irgendwie geschäftsführermäßig mit, ohne dieses Amt laut Handelsregister aber innezuhaben; denn er zeichnet verantwortlich für die beim Bundesanzeiger eingereichte Bilanz für 2018. Ob und wie viel die beiden als Vergütung für ihre Tätigkeit erhalten, geben sie nicht an. Diese Vergütungs-Intransparenz ist bei gemeinnützigen Gesellschaften mit kommerziellem Unterbau häufig anzutreffen, siehe Deutsche Umwelthilfe.

Die Plant-for-the-Planet-Auslandsorganisationen sind laut deutscher Stiftung (siehe hier) ihrerseits Stiftungen oder andere juristische Einheiten (welche?), die von Eltern aus den jeweiligen Ländern gegründet worden sind. Es handelt sich demnach nicht wie bei der GmbH um Tochtergesellschaften der deutschen Foundation, sondern um eigenständige Organisationen. Dennoch spricht man von Landesorganisationen und erweckt den Eindruck einer einheitlichen länderübergreifenden Organisation.

Tatsächlich jedoch agiert nicht die Stiftung landesübergreifend, sondern allenfalls die Finkbeiners. Bei der schweizerischen Stiftung beispielsweise sind laut deutscher Stiftung (siehe hier) Stiftungsgründer zwei Personen namens Pirmin und Marianne Jung. Laut der privaten Internetseite dieser beiden Schweizer (siehe hier) ist Stiftungsgründer zusätzlich aber auch Felix Finkbeiner. Man fragt sich, warum Felix Finkbeiner von der Stiftung selbst nicht erwähnt wird. Laut schweizerischem Register sind Stiftungsratsmitglieder Vater, Mutter und Sohn Finkbeiner. Nicht die deutsche Foundation, sondern nur Finkbeiners selbst haben also Einfluß auf diese Auslandsstiftung. Möglicherweise verhält es sich bei den anderen Auslandsorganisationen ähnlich. Die Stiftung gab auf TE-Anfrage keine Auskunft zu den Gründern und Mitgliedern der Organisationen in Mexiko und den USA. Im Vorstand der amerikanischen Organisation in Santa Fe (Kalifornien) sind jedenfalls Vater und Sohn Finkbeiner.

Angaben zu den finanziellen Verhältnisse der Auslandsorganisationen fehlen gänzlich. Sind in den von der Stiftung angegebenen Spendeneinnahmen auch die im Ausland erzielten Spenden enthalten? Was passiert sonst mit diesen im Ausland eingeworbenen Geldern?

Unklar auch die Angaben zu den Kontoverbindungen für Spenden: Konten in sieben Ländern (+ USA) werden aufgelistet. Nur beim brasilianischen Konto ist als Kontoinhaber eine brasilianische Plant-for-the-Planet angegeben. Bei den anderen Konten ist dies nicht der Fall. Sind das also alles Konten der deutschen Foundation? Das ist zweifelhaft. Für die Stiftung Plant-for-the-Planet Schweiz findet man beispielsweise hiereinen Kontakt, der als Spendenkonto genau dasselbe schweizerische Konto angibt, das auch bei der deutschen Foundation gelistet ist. Ist das nun ein Konto der deutschen oder der schweizerischen Stiftung, und warum wird dies nicht kenntlich gemacht?

Abschließend in diesem Zusammenhang eine Anmerkung zur Plant-for-the-Planet USA. Sie generierte 2019 immerhin Zuwendungen von mehr als eine Million Dollar. 500.000 Dollar davon gingen an die Organisation Global Forest Generation in The Plains (Virginia, USA). Die erst 2018 gegründete Organisation setzt sich für die Aufforstung in den Anden ein. Deren Aufsichtsratsvorsitzender ist Jim Brumm. Er war mehr als 30 Jahre lang Vizepräsident der Mitsubishi International Corporation, die er auch heute noch berät. Dieses Unternehmen ist unter anderem im Erdöl-, Kohle-, Erdgas und Stahlgeschäft und noch in vielem mehr, eigentlich in allem, was so richtig schön „klimaschädlich“ ist. Über diese Unterstützung des Mitsubshi-Man bzw. „seiner“ Organisation liest man bei der Plant-for-the-Planet Foundation nichts.

Ergebnis

Das Geschäftsmodell der Plant-for-the-Planet Stiftung mag man bewerten wie man will. Mit dem auch über Fridays for future aufgebauten politischen Druck ist es gelungen, Privatleute und Unternehmen dazu zu bringen, sich mit Klimaspenden ein gutes Gewissen und besseres Image zu verschaffen. Doch als besonders seriös zeichnet sich die Organisation nicht aus.

„Wir Kinder sind mit unserer Plant-for-the-Planet Foundation seit 2014 auch Waldbesitzer“, schrieb die Stiftung hier – eine ziemlich unanständige Werbeaussage. Denn kein Kind besitzt Wald, nicht einmal einen Baum. Die Stiftung führt ihre Unterstützer hinter die Fichte: mit nicht nachvollziehbaren Pflanzzahlen, falschen und widersprüchlichen Aussagen zu den Eigentumsverhältnissen an den Pflanzflächen, nicht offengelegten Verhältnissen bei den Auslands-Organisationen (einschließlich der Rolle der Familie Finkbeiner). Das alles gepaart mit einem hohen Maß an Intransparenz und unpräzisen und uneindeutigen Aussagen, die den Eindruck vermitteln, als wolle man sich ein Hintertürchen für spätere Erklärungen aufhalten. Selbst die aktuellen Auskünfte zu den Pflanzflächen in Mexiko bleiben im Ungefähren und werfen mehr neue Fragen auf als sie beantworten. Nicht einmal die Jahresabschlüsse der deutschen Stiftung für 2017 bis 2019 sind derzeit erhältlich, Jahresabschlüsse der namensgleichen ausländischen Organisationen schon gar nicht.

Von Klein-Wirecard auf Öko zu sprechen, wäre sicher zu weitgehend. Ordinäres Gutmenschen-Getue mit einer „uns-kann-keiner“-Attitüde drückt es wohl besser aus. Die Parallele zu Wirecard ist dennoch nicht ganz neben der Sache. Denn auffällig ist schon, daß man plötzlich aufgrund der Zeit-Recherchen ankündigte, von Wirtschaftsprüfern die Pflanzzahlen in Mexiko überprüfen lassen zu wollen (aber auch nur auf den sogenannten eigenen Flächen, nicht auf denen der Kleinbauern; sollen die Prüfer hier etwa die Bäume nachzählen oder sich die Excel-Listen ansehen???) und auch die Jahresabschlüsse der mexikanischen A.C. seit 2015 testieren lassen zu wollen – und das noch im Januar 2021. Mittlerweile ist Ende Februar, und nichts ist veröffentlicht.

Gemeinnützigkeit lebt von Vertrauen. Egal wie man das Ansinnen der Plant-for-the-Planet Foundation an sich betrachtet: der Vertrauensvorschuß, den die Stiftung bei vielen genießt, ist unangebracht.

P.S. Laut Zeit-Angaben änderte die Stiftung kurz vor Erscheinen des Artikels ihren Internetauftritt und löschte frühere Aussagen. Solche Veränderungen sind auch diesmal nicht auszuschließen.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier




Der „Schwedische Weg“ – was die Zahlen sagen. Analyse der Sterbestatistik

So beginnt Wilhelm Busch seine Geschichten über die Bösewichte Max und Moritz, und tatsächlich mag sich der eine oder andere bei diesen Zeilen an die gegenwärtige Situation erinnert fühlen. Nicht nur, dass die Menschen von sogenannten verantwortlichen Politikern wie unmündige Kinder behandelt werden, die man mit einem seltsamen System aus Lohn und Strafe auf den rechten Weg führen will, man findet auch immer wieder Gelegenheit, mit ausgestrecktem Finger auf die Übeltäter zu deuten, die sich mit böswilligen Demonstrationen oder fast noch böswilligeren kritischen Fragen als nicht hilfreich erweisen.

Doch die schlimmsten Bösewichte scheinen sich in Schweden aufzuhalten, wo man auf harte Maßnahmen, auf monatelange Lockdowns, auf Maskenpflicht einfach verzichtet hat, obwohl Karl Lauterbach es doch besser wusste und des Mahnens nicht müde wurde. Seit etwa einem Jahr konfrontiert man die Schweden – und vor allem auch die Deutschen – mit der Tatsache, dass der schwedische Sonderweg gescheitert und die Lage katastrophal sei.

Ist das wahr? Werfen wir einige Blicke auf die relevanten Daten des statistischen Zentralamtes Schwedens (abgerufen am 23.2.2021) und fangen dabei vorsichtig an. Zu Beginn des Jahres 2020 hatte Schweden 10.327.589 Einwohner zu verzeichnen. Gestorben sind in diesem Jahr 98.124Menschen. Berechnet man die Anzahl der Sterbefälle pro 10.000 Einwohner, so kommt man auf 95,01 – damit auch Politiker und Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitlesen können: Man rechnet dazu 98.124/10.327.589*10.000. Nimmt man nun die entsprechenden Daten des deutschen Statistischen Bundesamtes zur Hand, muss man feststellen, dass hierzulande etwas mehr als 118 Sterbefälle pro 10.000 Einwohner im Jahr 2020 zu beklagen waren. Das ist offenbar mehr als in Schweden, und es ist deutlich mehr. Gäbe es einen schwedischen Karl Lauterbach, so müsste er jetzt lautstark und beharrlich verkünden, der deutsche Weg sei gescheitert und nur im schwedischen Weg liege das Heil.

Ist dieser Schluss zulässig? Wohl kaum. Um festzustellen, ob ein Land mit seinem Maßnahmenpaket gute Ergebnisse erzielt hat, muss man die Daten des Jahres 2020 mit denen vorhergehender Jahre vergleichen und nicht mit denen anderer Länder, in denen andere Verhältnisse vorherrschen. Deshalb ist ein direkter Vergleich der beiden angegebenen Werte sinnlos, genau wie ein Vergleich der schwedischen Sterbefälle mit denen aus Norwegen oder Finnland. Wissen sollte man, ob 2020 in Bezug auf die schwedische Sterblichkeit ein auffällig schlechtes Jahr war, verglichen mit früheren Jahren in Schweden. Sehen wir also zu, was sich ergibt.

Die folgende Tabelle zeigt für die Jahre 2006 bis 2020 die Zahl der Sterbefälle in Schweden, sowohl die absoluten Zahlen als auch die Fälle pro zehntausend Einwohner.

Sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen ist ein starker Sprung zwischen 2019 und 2020 zu bemerken, aber die Daten der vorhergehenden Jahre zeigen, dass im Jahr 2019 eine außerordentlich niedrige Sterblichkeit vorgelegen hat, sodass 2020 tatsächlich mit einem Nachholeffekt gerechnet werden musste: Sterben in einem Jahr deutlich weniger Menschen, als zu erwarten war, so sind im nächsten Jahr mehr Menschen mit hohem Sterblichkeitsrisiko vorhanden. Unabhängig davon lag die relative Sterblichkeit in den Jahren 2006 bis 2012 höher als 2020, weshalb 2020 in der Rangfolge der relativen Sterblichkeiten einen Mittelplatz einnimmt.

Den Nachholeffekt sieht man noch deutlicher, sobald man die Sterbefallzahlen und die Sterblichkeiten nicht mehr jährlich betrachtet, sondern in Zwei-Jahres-Zeiträumen.

In den beiden Jahren 2007 und 2008 sind somit insgesamt 183.178 Menschen verstorben. Gemessen an den zu Beginn des Jahres 2007 vorhandenen Einwohnern sind das 201,00 Sterbefälle pro 10.000 Einwohner. Verwendet man als Basisgröße nicht die Einwohnerzahl zu Beginn des Zeitraums, sondern den Durchschnitt der Einwohnerzahlen aus 2007 und 2008, erhält man in der letzten Spalte 200,24 Sterbefälle pro 10.000 Einwohner. Welchen Basiswert man nimmt, spielt aber keine Rolle, denn man sieht deutlich, dass die relative Sterblichkeit in Zwei-Jahres-Zeiträumen kontinuierlich sinkt, auch noch im Zeitraum 2019/2020. Die erhöhte absolute Sterblichkeit des Jahres 2020 ist also mit der Entwicklung der Bevölkerungszahlen und dem Nachholeffekt aufgrund des sehr milden Jahres 2019 vollständig erklärbar.

Nun genügt es aber nicht, sich nur auf die Bevölkerungszahlen der jeweiligen Jahre zu stützen, denn auch die Verteilung der Altersgruppen innerhalb der Bevölkerung spielt offenbar keine geringe Rolle bei der Frage der Sterblichkeiten. Man sollte daher die demographische Entwicklung in Augenschein nehmen und genauer darauf achten, wie viele Sterbefälle in den einzelnen Altersgruppen auftreten, gemessen an der Bevölkerungszahl innerhalb dieser Gruppen. In einem früheren Artikel hatte ich am Beispiel Deutschlands schon die Vorgehensweise erklärt; da man aber niemanden dazu zwingen sollte, alte Artikel zu lesen, werden die Berechnungen auch hier noch einmal erläutert. Zunächst die zugehörige Tabelle, auf die ich gleich noch näher eingehen werde.

Die Tabelle ist schnell an einem Beispiel erklärt. Den Daten des statistischen Zentralamtes Schwedens (abgerufen am 23.2.2021) kann man entnehmen, dass sich beispielsweise zu Beginn des Jahres 2017 603.816 Menschen in der Altersgruppe „75 bis 84 Jahre“ befanden, und dass in dieser Gruppe im Lauf des Jahres 24.498 Sterbefälle zu verzeichnen waren. Der prozentuale Anteil der Verstorbenen beläuft sich dann auf 24.498*100/603.816=4,057, gerundet auf drei Nachkommastellen. Genau diese Zahl findet man in der entsprechenden Zeile für das Jahr 2017, und auf diese Weise berechnen sich auch alle anderen Einträge.

Man kann nun der Frage nachgehen, wie sich die in früheren Jahren aufgetretenen Prozentsätze Verstorbener denn im Jahr 2020 auf die absoluten Zahlen der Sterbefälle ausgewirkt hätten, wenn man die Verteilung der Gesamtbevölkerung des Jahres 2020 auf die Bevölkerungsgruppen zugrunde legt. Das führt zu der folgenden Tabelle, die ich gleich noch erläutern werde.

Ein Beispiel: Wie gerade berechnet, gab es 2017 in der Altersklasse „75 bis 84 Jahre“ eine prozentuale Sterblichkeit in Höhe von 4,057 %. Zu Beginn des Jahres 2020 befanden sich in dieser Altersklasse 701.648 Menschen. Hätten nun 2020 die gleichen Sterblichkeitsquoten wie 2017 vorgelegen, so käme man in dieser Altersklasse auf knapp 28.470 Tote für das Jahr 2020. So kann man für jede Altersgruppe und jedes Jahr rechnen und dann die Daten der einzelnen Gruppen zu einer Gesamtsterblichkeit aufaddieren. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Hätten 2020 beispielsweise die gleichen Prozentsätze Verstorbener pro Altersgruppe wie in dem sehr milden Jahr 2019 vorgelegen, so wären 90.827 Todesfälle im Jahr 2020 aufgetreten, deutlich weniger als in der Realität. Legt man allerdings die prozentualen Verhältnisse der Jahre 2006 bis 2015 zugrunde, stellt man fest, dass die daraus folgende Zahl der Sterbefälle – bei gegebener Verteilung der Altersgruppen – jeweils höher war als 2020, teilweise sogar deutlich höher. Die vier Jahre von 2016 bis 2019 waren milder, 2019 sogar uneinholbar mild, womit das Katastrophenjahr 2020, das Jahr des angeblich gescheiterten schwedischen Sonderweges, in der Reihe der Jahre 2006 bis 2020 den fünften Platz belegt, zehn Jahre zeigten härtere Sterbequoten. Ein auffälliges oder gar katastrophales Jahr sieht anders aus.

Die letzte Tabelle bezieht sich nur auf den Vergleich der Gesamtsterbezahlen pro Jahr bei normierten demographischen Voraussetzungen. Nichts spricht dagegen, auch die einzelnen Altersgruppen einer genaueren Inspektion zu unterziehen. Und dabei fällt auf, dass nicht allzu viel auffällt. In keiner einzigen Altersgruppe findet man 2020 einen ungewöhnlich hohen Prozentsatz an Verstorbenen, nicht ein einziger der berechneten Werte fällt aus dem Rahmen der vorangegangenen Jahre. Stark aus dem Rahmen fällt dagegen das Jahr 2019, vor allem im Hinblick auf die Altersgruppen ab 75 Jahre, in denen 2019 außerordentlich geringe Sterberaten verzeichnet werden konnten. Aber das Alter lässt sich nicht überlisten, jedenfalls nicht lange: So erklären sich die höheren Sterberaten in dieser Altersklasse im Jahr 2020, wir hatten es schon. Erhöht sind sie aber nur im Vergleich zum extrem milden Jahr 2019, der Vergleich mit den Jahren vor 2019 charakterisiert 2020 als durchschnittlich und keineswegs außergewöhnlich, auf keinen Fall als katastrophal.

Noch deutlicher sieht man das, wenn man die Tabellenwerte ein wenig zusammenfasst.


Die Daten sprechen für sich. Im Vergleich mit allen Daten der Jahre 2006 bis 2019 liegt das Jahr 2020 mit seinen Sterbefallraten in manchen Altersgruppen nahe am Minimum, einmal sogar darunter, und nie über dem Maximum der früheren Jahre. Noch deutlicher wird es, wenn man die Sätze von 2020 vergleicht mit denen der Jahre von 2006 bis 2018, denn der unvermeidbare Nachholeffekt von 2019 auf 2020 macht einen Vergleich mit 2019 weitgehend sinnlos. Auch in diesem Fall hat man eher günstige Prozentsätze, und auch in den höheren Altersklassen sind keine Ausreißer zu verzeichnen: 2020 war in keiner Hinsicht auffällig.

Wer sich dem Abgleich von größten und kleinsten Werten nicht unterziehen mag, kann es gerne auch mit den durchschnittlichen Sterberaten versuchen, die man in der folgenden Tabelle findet. Er wird allerdings nichts anderes feststellen.

An der Bewertung ändert das nichts: 2020 war im Hinblick auf die Sterblichkeit in Schweden kein auffälliges Jahr, nicht sehr gut und schon gar nicht sehr schlecht. Von einer Übersterblichkeit kann keine Rede sein.

Das Jahr hätte milder sein können; niemand bestreitet das, schon gar nicht die Schweden, die ihre Fehler aus dem Frühjahr 2020 erkannt, benannt und korrigiert haben – sehr im Gegensatz zu Deutschland, wo man in Anbetracht eines kaum noch in Worte zu fassenden Regierungsversagens mit der Floskel beruhigt wird, im Großen und Ganzen sei nichts schief gelaufen. Welchen tatsächlichen Effekt Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für die Alten- und Pflegeheime bereits im letzten Frühling gehabt hätten, kann niemand wissen; man darf nicht vergessen, dass 2020 in Schweden ein insgesamt unauffälliges Jahr und der Nachholeffekt aus dem milden Jahr 2019 kaum zu vermeiden war. Man kann nicht ausschließen, dass auf diese Weise aus einem durchschnittlichen Jahr ein weiteres mildes Jahr geworden wäre, beweisen kann man es auch nicht. Der Vergleich mit den Jahren von 2006 bis 2018 zeigt allerdings, dass solche Vorsichtsmaßnahmen schon früher nicht in Betracht gezogen wurden, denn auch in den Altersgruppen ab 75 Jahre fällt 2020 nicht im Mindesten aus dem Rahmen der Vorjahre.
Das Fazit der bisherigen Betrachtungen fällt leicht:

  1. Dass die absolute Zahl der Sterbefälle 2020 auf den ersten Blick hoch erscheint, liegt an dem außerordentlich milden Jahr 2019, dem daraus resultierenden Nachholeffekt im Jahr 2020 und der Entwicklung der Bevölkerungszahlen.
  2. Berücksichtigt man die Anzahl der Einwohner eines jeweiligen Jahres sowie die Verteilung der Altersgruppen auf die Menge aller Einwohner, so liegt 2020 auf dem fünften Platz der Jahre 2006 bis 2020. Zehn Jahre waren härter.
  3. Betrachtet man auch noch die einzelnen Altersgruppen, so stellt sich heraus, dass die Sterblichkeitsraten 2020 in keiner Altersgruppe in irgendeiner Weise auffällig waren.

Um aus diesen Resultaten ein „Scheitern des schwedischen Sonderweges“ abzuleiten, ist eine Laufbahn als Politiker oder als Journalist des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sicher hilfreich. Allen anderen dürfte es schwerer fallen.

Kommen wir am Ende noch zu etwas vermeintlich völlig anderem: zur Grippe, genauer gesagt zur Influenza und nicht zum grippalen Infekt. Die findet seit geraumer Zeit in Deutschland nicht mehr statt, seit der fünfzehnten Kalenderwoche des Jahres 2020 ist keine nennenswerte Zahl echter Grippefälle mehr aufgetreten. Interessierte Kreise halten das gerne den restriktiven Maßnahmen zugute: „Die Maßnahmen wirken, das zeigt der Rückgang anderer Krankheiten … normalerweise haben wir jedes Jahr eine Grippewelle, im Moment sehen wir nur 20 bis 30 Grippefälle“, sagtebeispielsweise RKI-Chef Lothar Wieler, bekannt für seine unbedingte Unabhängigkeit gegenüber der Bundesregierung. Auch Journalisten verschiedenster Art greifen immer wieder gern zu diesem Argument. Es ist aber seltsam: Weil die Maßnahmen so gut wirken und weil sich die Menschen so diszipliniert verhalten, haben Grippeviren keine ernsthafte Chance auf Verbreitung. Und weil die Maßnahmen nicht hart genug sind und die Menschen sich so undiszipliniert benehmen, kann sich SARS-CoV-2 nach Lust und Laune ausbreiten, sofern man denn einem Virus Lust und Laune unterstellen will. Schon das passt nicht ganz zusammen. Das ist nicht alles. Seit der neunzehnten Kalenderwoche 2020 scheinen sich die Grippeviren auch in Schweden in den Ruhestand verabschiedet zu haben; nur 11 Fälle sind von Woche 19 bis Woche 53 insgesamt dort aufgetreten, im neuen Jahr 2021 wurden bisher neun weitere registriert. Woran liegt das? Es liegt nicht daran, dass Schweden einem Lockdown unterliegt, denn der wurde nicht verhängt. Es liegt nicht daran, dass alle und jeder mit Masken herumlaufen, denn eine Maskenpflicht gibt es dort nicht, und die Empfehlung, in öffentlichen Verkehrsmitteln Masken zu tragen, wird befolgt oder auch nicht. Es liegt nicht daran, dass Geschäfte und Restaurants seit Monaten geschlossen sind, denn eine solche Schließung gab es nicht, wenn auch Restriktionen für den laufenden Betrieb. Kurz gesagt: Es liegt nicht an den harten Maßnahmen, auf die man in Deutschland so stolz ist und die kein anderes Ergebnis haben als den Ruin der Volkswirtschaft und die Verängstigung und Einschüchterung der Menschen, denn in Schweden hat man zu solchen Maßnahmen nicht gegriffen. Resultat war ein schwedisches Jahr 2020, in dem es zu keiner Übersterblichkeit kam und in dem – wie auch in Deutschland – die Grippe ganz ohne übergriffige Maßnahmen allem Anschein nach verschwunden ist.

Wer nun den Eindruck hat, nicht der schwedische, sondern der deutsche Weg sei gescheitert – und mit ihm noch manch anderer –, der mag sich in Bezug auf Deutschland an eine andere Stelle aus dem erwähnten Werk von Wilhelm Busch erinnern:

„Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!“

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Globale Temperatur um mindestens 40% übertrieben: Klimamodelle des IPCC sind statistischer Schrott [neue Studie]

“The result has obvious consequences also for the models’ warming expectations for the 21st century because, to make these models consistent with our proposed adjusted temperature record, their projected warming should be reduced by about 40% for all emission scenarios.”

Professor Scafetta ist niemand der sagt, es gäbe keinen anthropogenen Klimawandel. Er gehört zu den Wissenschaftlern, die tatsächlich am Thema interessiert sind und nicht bemüht sind, Forschungsarbeiten zu produzieren, die beim IPCC Wohlgefallen finden. Ein Wohlgefallen, das gemeinhin mit Forschungsgeldern belohnt wird. Als ernsthafter Wissenschaftler steht Scafetta vor einem Problem. Diesem:

Die Erwärmung beträgt derzeit genau 0,21 Grad Celsius. Nicht genug, um zu verbrennen, aber genug, um die Klimawandel-Nutznießer Torschlusspanik entwickeln zu lassen.
Roy Spencer

Die Abbildung, die Roy Spencer monatlich fortschreibt, zeigt die Temperatur, die in der Troposphäre gemessen wird. Die Daten werden bei der Universty of Huntsville, Alabama gesammelt und als Datensatz bereitgestellt. Scafetta hat sich diesen Datensatz besorgt und zudem hat er sich den Datensatz der Climate Research Unit der University of East Anglia (CRU-TS4.04) besorgt, der Temperatur-Messdaten für Messstationen weltweit kompiliert, die wiederum als Grundlage dienen, auf der die CMIP-Modelle des IPCC berechnet werden. Auch diese Daten, das komplette Datenset für CMIP-5 (Coupled Model Intercomparison Project Phase 5), mit dem die düsteren Prognosen des IPCC erstellt werden, hat sich Scafetta besorgt und dann angefangen, zu vergleichen.

Von den Klimamodellen, so schreibt Scafetta, werde erwartet, dass sie in der Lage seien, globale und lokale Klimavariationen, wie sie durch unterschiedliche Bewölkung, Flächennutzung, und -versiegelung, Aeorosole in der Luft und vieles mehr verursacht werden, adäquat abbilden. Das Problem: Sie tun es nicht. Sie tun es nicht einmal ansatzweise. ALLE, ausnahmslos alle Klimamodelle, die das IPCC vertreibt, überschätzen die Erwärmung, die sich seit 1940 ergeben hat (siehe Abbildung oben), und zwar um ein Vielfaches, was insofern rätselhaft ist, als die Klimamodelle angeblich so kalibriert sind, dass sie die vergangenen Temperaturen akkurat abbilden. Das tun sie offensichtlich nicht, und es kommt noch dicker: Scafetta findet, dass unterschiedliche Modelle des IPCC lokale Unterschiede quasi nach Lust und Laune produzieren, ohne Systematik, widersprüchlich, zufällig.

Normalerweise werden Modelle, die beliebige Ergebnisse auf lokaler Ebene produzieren, in den Mülleimer geworfen. Normalerweise. Aber die Modelle, die das IPCC verbreitet, um es dadurch Milliardären zu ermöglichen, dass sie ihren Reichtum steigern, sie dienen nicht dazu, die Realität akkurat abzubilden, sie dienen dazu, politische Munition zu liefern, mit der man dann nicht nur die Klimawandel-Hysterie anheizen kann, sondern mit der es auch möglich ist, diejenigen, die darauf hinweisen, dass der menschliche Einfluss auf das Klima, sofern er überhaupt in relevantem Ausmaß vorhanden ist, z.B. im Vergleich zum Einfluss der Sonne eher irrelevant ist, zu diskreditieren.

Wie schlecht die Modelle des IPCC sind, das zeigt die folgende Abbildung:

In beiden Abbildungen sind Klimamuster dargestellt. Beide Abbildungen unterscheiden sich darin, dass unterschiedliche Klimamodelle des IPCC zum Einsatz gekommen sind. Wären diese Modelle auch nur ansatzweise reliabel, dann müssten die Farbmuster in beiden Abbildungen identisch sein. Sie sind es offenkundig nicht. Sie sind willkürlich und widersprüchlich. Die Modelle sind absoluter Junk – oder, in der zurückhaltenderen Formulierung von Scafetta:

“…is shown in Fig. 6, which indicates that the various models show very different local patterns that contradict each other while they are supposed to reproduce climatic patterns on a 60-year period also locally.”

Nun stellt man solche Berechnungen nicht an, um zu zeigen, dass die Klimamodelle des IPCC Junk sind. Das ist allgemein bekannt, wird nur von Aktivisten und Politdarstellern aus den unterschiedlichsten Motiven heraus ignoriert. Nein, solche Berechnungen werden auf Basis einer Hypothese darüber angestellt, warum die Modelle des IPCC so daneben sind, wobei die Hypothese sich nicht auf die politische Motivation bezieht, die ist nicht fraglich, denn wenn jemand Hysterie verbreitet und gleichzeitig das Heilmittel gegen die Hysterie feilbietet, dann können nur Motive der eigenen Bereicherung oder Boshaftigkeit, der Wunsch, andere zu schädigen, dahinter stehen, nein, die Hypothese hat die Fehler, die systematischen Fehler zum Gegenstand, die – absichtlich oder unabsichtlich – in Klimamodelle integriert sind und dazu führen, dass die Erwärmung so hoffnunglso überschätzt wird.

Die Hypothese, die Scafetta gebildet hat, sieht Urban Heat Islands im Mittelpunkt. Es ist schön eine solche Hypothese zu lesen, denn rund 60 Jahre nachdem Garrett Hardin mit seinem Artikel, “The Tragedy of the Commons” darauf hingewiesen hat, dass die meisten Probleme, vor denen die Menschheit steht, eine Folge von ÜBERBEVÖLKERUNG sind, 60 Jahre später setzt sich wieder das Bewusstsein durch, dass die Menge, in der Menschen den Planeten bevölkern, vielleicht das eigentliche Problem sein könnte. Urban Heat Islands (UHIs) entstehen durch Urbanisierung und mit UHIs wird im Wesentlichen umschrieben, dass nächtliche Winde die Luft der Städte, die sich tagsüber aufheizen, ins Umland bringt und dafür sorgt, dass auch das Umland aufgeheizt wird. Die globale Temperaturzunahme, so die Hypothese, ist zumindest in Teilen auf solche UHIs zurückzuführen.

Messbar wird dieses Phänomen über die Minimaltemperaturen, denn im Gegensatz zu dem, was MS-Medien so gerne verbreiten, sind es nicht die Maximaltemperaturen, die in den letzten Jahren gestiegen sind, sondern die Minimaltemperaturen. Aus beiden, den Maximal- und den Minimaltemperaturen für die 2,5 Kilometer mal 2,5 Kilometer großen Flächen, die die Grundeinheit vieler Klimamodelle bilden, berechnet Scafetta den Diurnal Temperature Range (DTR), also die tägliche Temperaturspannweite für die jeweiligen Messeinheiten, die gleichmäßig über die Erde verteilt sind und stellt auf dieser Grundlage zunächst fest, dass die Klimamodelle des IPCC nicht in der Lage sind die Veränderung in den DTR, die sich in den 60 Jahren bis 2014 ergeben haben, abzubilden.

DTR sind ein direktes Ergebnis der Urbanisierung, der sich daraus ergebenden Urban Heat Islands, und die Erwärmung der letzten Jahrzehnte schlägt sich darin nieder, dass die tägilche Temperaturspannweite um Städte herum geringer geworden ist. Das ist zunächst einmal eine Hypothese, aber eine, die Scafetta schnell bestätigen kann. Die daraus folgende Beobachtung, dass Klimamodelle des IPCC diese Veränderung nicht erfassen, dass sie willkürliche und in jedem Fall in Richtung einer erheblichen Überschätzung der Erwärmung gehende Ergebnisse produzieren, führt zum Masterstroke: Wenn es in Klimamodellen einen “Erwärmungs-Bias” gibt, dann sollten diese Modelle die globale Erwärmung in Gegenden, in denen es keine Urban Heat Islands gibt, die die Überschätzung reduzieren, erheblich überschätzen, dann sollten die Modelle deutlich von den Messdaten abweichen. Scafetta prüft diese Hypothese für Grönland und siehe da, das Ergebnis ist dramatisch:

Die rote Linie bildet die Beobachtungsdaten ab, die blaue Linie gibt die Modell-Simulation wieder, die auf Basis dieser Beobachtungsdaten errechnet wurde. Die Abweichung ist erheblich.

“Thus, the models (which are calibrated to reproduce, on average, the observed global warming trend since 1900) hindcast almost twice the warming than what has been recorded in Greenland since 1930-1950.

In den Modellen des IPCC wird die tatsächliche Erwärmung eben einmal verdoppelt. Wer daran wohl ein Interesse haben könnte?
Aber damit ist Scafetta noch nicht am Ende. Nachdem er gezeigt hat, dass die Erwärmung, die in den Klimamodellen des IPCC berechnet wird, die tatsächliche Erwärmung um ein Vielfaches übertreibt, selbst dann, wenn tatsächliche Beobachtungsdaten den Ausgangspunkt der Modellierung bilden, nachdem er gezeigt hat, dass in der Erwärmung, die die Klimamodelle abbilden, nicht klimatische Erwärmung enthalten ist, die sich als Ergebnis von Urbanisierung einstellt, geht Scafetta daran, den entsprechenden Fehler, der in den Klimamodellen des IPCC enthalten ist, zu quantifizieren.

Das Ergebnis sieht so aus:

Die grünen Linien, es sind 106 an der Zahl, geben die Entwicklung der globalen Temperatur an, wenn die unterschiedlichen Modelle des IPCC genutzt werden, um die entsprechende Modellierung vorzunehmen. Die orange Linie stellt den Mittelwert der 106 Modelle dar. Die rote Linie zeigt die tatsächlich in der Troposphäre gemessene Temperatur, und die schwarze Linie zeigt die Rekonstruktion der Temperatur, die Scafatta auf Grundlage der Daten aus East Anglia vorgenommen hat. Wie von Geisterhand geführt, kommen alle Modelle des IPCC im Verlauf der Zeit zu Temperaturen, die weit über den tatsächlichen Temperaturen liegen, während die Berechnung von Scafetta die tatsächliche Temperatur, die über den Datensatz der University of Huntsville zugänglich ist, sehr gut abbildet.

Daraus ergibt sich nur ein Schluss: Die von Scafetta formulierte Hypothese, dass in den Modellen des IPCC nicht nur die globale Temperatur als viel zu hoch berechnet wird, sondern die Ergebnisse auch deshalb falsch sind, weil der Einfluss, den Urbanisierung und daraus entstehende Urban Heat Islands auf die globale Temperatur haben, nicht berücksichtigt wird, ist bestätigt. Fehlt noch die Angabe, um wie viel sich die Panik-Zahl der Erwärmung die das IPCC so gerne verbreitet, reduziert, wenn diese Fehler aus dem Modell beseitigt werden:

“In the light of the above findings, and under the assumption that the SST [Sea Surface Temperature] warming since 1940–1960 is accurate, the models can be scaled on the SST record and used to estimate an expected land warming. Corrected in such a way, we determined that 25–45% of the recorded 0.97±0.05 °C land warming from 1940 to 1960 to 2000–2020 is likely due to urbanization and other unidentifed non-climatic factors biasing the available climatic records.”

Mit anderen Worten: Unter der Annahme, dass die Temperaturangaben, die in den Modellen des IPCC für die Meeresoberfläche enthalten sind, korrekt sind, eine Annahme, die dem IPCC sehr entgegen kommt, beläuft sich der Fehler in den Modellen des IPCC auf mindestens 25%-45% im Verlauf der letzten 60 Jahre. Im Durchschnitt, so schreibt Scafetta einige Zeilen weiter, überschätzen die Modelle des IPCC die tatsächliche Erwärmung des Planeten um 40%. Und diese Schätzung von Scafetta basiert auf der Annahme, dass die Modellierung der Temperatur der Meeresoberfläche richtig ist, eine Annahme, die man nicht machen muss. Scafettas Schätzung von 40% ist somit eine sehr konservative Schätzung. Die tatsächliche Übertreibung liegt vermutlich deutlich darüber.

In jedem Fall wird uns nicht nur im Hinblick auf SARS-CoV-2 absoluter Unfug erzählt, wird nicht nur im Hinblick auf SARS-CoV-2 mit falschen Zahlen hantiert, auch im Hinblick auf die angebliche Klimakrise basiert die gesamte Geschichte auf mehr oder weniger frei erfundenen Zahlen. Dass man die Erfindung dann als Resultat einer Modellierung verkauft, ist nur sympbolische Kosmetik.


Scafetta, Nicola (2021). Detection of non-Climatic Biases in Land Surface Temperature Records by Comparing Climatic Data and their Model Simulations. Climate Dynamics.

Der Beitrag erschien zuerst bei ScienceFiles hier