Immer mehr klimarealistische Bücher kommen auf den Markt

Es scheint, als ob immer mehr Selberdenker, nüchterne Ingenieure, Naturwissenschaftler und Wissenschaftsautoren, ja auch diejenigen, die nicht unbedingt primär vom Fach sind, aber dank ihres hellen Geistes erkennen, dass sie, dass wir, von den „Klimaschützern“ in Politik, ihrer gekaufter Pseudoöffentlichkeit von NGO´s, die sich unter dem wohlklingendem Begriff  „Zivilgesellschaft“ versammeln, um uns gleichzeitig Freiheit und Wohlstand zu nehmen, nur nach Strich und Faden zum Narren gehalten werden.

Viele Selberdenker, wie auch nur einfach viele, die sich nicht mehr alles gefallen lassen wollen, sind endlich aufgewacht. Und verleihen ihrer Wut, geben ihrem Ärger jetzt eine Stimme. Indem sie Bücher schreiben.

Und plötzlich erscheint ein klimarealistisches Buch nach dem anderen auf dem Markt. Auf meinem Schreibtisch landeten in den letzten wenigen Wochen gleich vier von Ihnen. Ich will sie Ihnen daher kurz vorstellen.

Man gestatte mir dazu aber eine Vorbemerkung:

Die Bücher, wie auch ihre Autoren, sind alle grundverschieden, denn sie gehen von ganz verschiedenen Blickwinkeln an die Thematik heran, aber jedes einzelne ist es wert nicht nur gekauft und gelesen, sondern auch als Nachschlagewerk immer griffbereit zur Hand zu sein. Denn jedes für sich ist eine Fundgrube für Zitate, für Verfahren, für (nicht eingetroffene) Prognosen und Widersprüche der offiziellen Klimapropaganda und vieles, vieles mehr. Und allen ist gemein, dass eine unendliche Arbeit in ihnen steckt, eine Arbeit, die die Autoren sehr oft neben ihrer anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit leisteten.

Ihre Titel lauten:

  1. „Klimawandel, Freiheit und der Rand des Chaos“ von Marc Krecher

ISBN 9-783-7-5342-4354, 394 Seiten BoD Verlag Norderstedt, in Kürze (Mitte April) im Manufactum Verlag unter dem Titel „Von Klimawandel zu Corona – Mit System in die Unfreiheit“ – zu kaufen

  1. „Kritische Analyse zur globalen Klimatheorie“ von A. Agerius

ISBN (Paperback) 978-3-347-24749-9 180 Seiten (A4) Verlag Tredition

  1. „Warum sich das Klima ändert und die Katastrophe ausbleibt“ von Bernd Fleischmann

Eigenverlag über das Internet hier herunter ladbar 174 Seiten (A4)

  1. „Klimaangst und anderer Unfug“ von Jan Deichmole

ISBN 9-780-2-4421-5279 526 Seiten Verlag LULU

Allen Autoren ist auch die fundamentale Erkenntnis gemein, bei aller Unterschiedlichkeit des Herangehens, dass es den führenden Protagonisten der Klimahysterie keineswegs um das Klima geht, sondern allein darum, uns unsere Freiheit zu nehmen. Die geschürte Klimahysterie mit ihrer metastatischen Durchdringung inzwischen fast aller Politik- und Regel/Gebots- und Verbotsbereichen, dient allein diesem Zweck. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass damit auch gewaltige Kapitalströme in Gang gesetzt oder umgelenkt werden, an denen sich wunderbar und von der Scheinöffentlichkeit beklatscht verdienen lässt. Aber eben nicht nur das. Die Menschen lassen sich dadurch auf wunderbare Weise gängeln, schikanieren, und dirigieren. Und weil das alles einem viel höheren Zweck dient, nämlich nichts Geringerem als die Rettung der Menschheit, wird Widerspruch nicht nur verboten, sondern auch höchst unmoralisch abqualifiziert.

Daher war selten eine Prophezeiung zutreffender als die von Nigel Calder 1998, dem vielfach ausgezeichneten britischen Wissenschaftsjournalisten, und jahrelang Herausgeber vom „New Scientist“ und BBC-Autors.

„Alle Parteien der Industriestaaten, ob rechts oder links, werden die CO2- Erderwärmungstheorie übernehmen. Dies ist eine einmalige Chance, die Luft zum Atmen zu besteuern. Weil sie damit angeblich die Welt vor dem Hitzetod bewahren, erhalten die Politiker dafür auch noch Beifall. Keine Partei wird dieser Versuchung widerstehen.“

Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit, so lautet der gemeinsame Nenner.

 

„Klimawandel, Freiheit und der Rand des Chaos“ von Marc Krecher

 

Marc Krecher ist promovierter Geologe und hält zusätzlich einen M.Sc. Energiemanagement der Universität Koblenz/Landau. Er wohnt und arbeitet im grünen Freiburg. Sein Ansatz und auf 394  Seiten umfassend belegt und beschrieben ist viel mehr als der bloße Vergleich jüngster Klimadaten mit denen der geologischen Vergangenheit. Dazu hätte er zwar mehr als genug Beispiele, die alle zeigen, dass die einzige Besonderheit der gegenwärtigen Klimaentwicklung der Umstand ist, dass zu seiner Auswertung und zu seinen Entstehungshypothesen, statt der Feldforschung und des Rechenstiftes früherer Meteorologen und Klima-Paleogeologen, nunmehr weltanschaulich geprägte Computer-Modellierer und Klimafolgenforscher mit sehr mächtigen Computern ihre Phantasien in die Daten einbauen, damit sie zu ihren Modellen passen. Damit einher geht der Anspruch dieser Leute, dass der Mensch (natürlich immer nur die anderen), wenn er nur sein Verhalten in der von ihnen als richtig erkannten Art und Weise verändern würde, zur Not und wegen der Dringlichkeit die „Menschheitskatastrophe“ zu vermeiden,  dass „Klima“ sich diesen Veränderungen anpassen würde. „Kontrollillusion“ nennt der Autor treffend diesen wahnhaften Ansatz.

Einer der wichtigsten Aktivisten auf diesem Feld ist der PIK Mit-Gründer Hans-Joachim Schellnhuber, ordentlicher Professor und promovierter Physiker. Eine Liste im Buch zeigt, welch ungeheure Fülle von politischen und administrativen Aktivitäten dieser Mann nahezu täglich betreibt oder betrieben hat, und trotzdem noch in der medialen Öffentlichkeit (oder gerade deshalb) den Eindruck erweckt, er vertrete die Stimme „der Wissenschaft“. Wann forscht der denn eigentlich noch, wann betreibt der echte Wissenschaft, fragt sich angesichts dessen, der wohl naive Leser.

Bild links:  Hans-Joachim (John) Schellnhuber Mitgliedschaften

Doch das ist nur ein kleiner Auszug aus dem, mit dem sich der Autor insgesamt beschäftigt. In seinem Buch geht er weit darüber hinaus. Der Klappentext zeigt, worauf er hinaus will:

„Der Begriff Klimawandel wird als menschengemachte Klimaerwärmung verstanden. Dies aber einfach nur auf Physik zu reduzieren wird den Tatsachen nicht gerecht. Vielmehr reiht sich Klimawandel als gesellschaftspolitisches Phänomen in Prozesse ein, die bereits seit der Aufklärung immer wieder die Historie der westlichen Welt beeinflusst haben. So hat sich die Angst vor einer Übervölkerung der Erde mit den New Sciences zu einem neuen Systemdenken verbunden. Die daraus entwickelten Computersimulationen berechneten Millionen von Hungertoten, danach die totale Versteppung der Waldgebiete, dann extrem steigende Temperaturen und ganz aktuell Abermillionen von Pandemietoten. Verliert das Erdsystem mit der Übervölkerung also sein Gleichgewicht? Mit der Ökosystemtheorie und deren extremer Weiterentwicklung hin zu einer Erde als Superorganismus wird der Mensch einer Ganzheit unterworfen und dabei zur Krebszelle gemacht. Die Heilung des Planeten erfordert somit eine politische Selektion gangbarer Szenarien, deren Auswahl dem Eingriff des Bürgers jedoch entgleitet. So läuft er Gefahr, seine Souveränität zu verlieren, weil er sich durch die permanent auf ihn einwirkende Angst blenden lässt. Aus der geologischen Perspektive heraus wird gezeigt, warum CO2 kein on/off-Schalter für das Klima ist. Es soll verdeutlicht werden, dass Naturwissenschaft stattdessen Räume ausleuchtet, in denen Wahrheit zwar möglich ist, der Konsens aber doch nur eine Art Mittelwert selektierter Möglichkeiten darstellt.

Der politisch propagierte Klimawandel stellt die freiheitlich-liberale Gesellschaft in Frage. Eine globale Systemdynamik bringt uns an den Rand des Chaos, von dem aus der Staat transformiert werden soll. Das Buch versucht vor diesem Hintergrund, Klimawandel in einen größeren Zusammenhang zu historischen und soziologischen Prozessen zu stellen.“

Wenn man erstmal anfängt zu lesen, dann muss man immer weiter.

Zusätzlich zum Buch betreibt der Autor auch seine eigene Webseite:  www.freiheit-ist-fortschritt.de

Der Autor hat inzwischen den Verlag gewechselt daher wird das Buch in Kürze (Mitte April) im Manufactum Verlag unter dem Titel „Von Klimawandel zu Corona – Mit System in die Unfreiheit“ – erscheinen und zu kaufen sein

„Kritische Analyse zur globalen Klimatheorie“ von A. Agerius

Der Autor ist im normalen Leben Diplom Bauingenieur mit Fachschwerpunkt Baustatik (Hoch- und Tiefbau) und u. a. mit einer universitären Ausbildung in Ingenieurgeologie und Bauchemie. Die Anwendung komplexer höherer Mathematik, ist daher sein tägliches Werkzeug. An der Nachbildung der der Treibhaushypothese zugrunde liegenden Annahmen und ihrem Vergleich mit den seit den 1980 er Jahren vorliegenden Satellitendaten arbeitet er nun schon seit ungefähr 10 Jahren. Er schreibt hier aus naheliegenden Gründen unter Pseudonym.

Aufgrund dieser Vergleiche konnte er feststellen, dass die Satellitendaten sich keineswegs alle im von ihm  -pars pro toto- untersuchten Kiehl/Trenberth Diagramm mit den dort eingestellten Zahlenwerten decken. Im Gegenteil, viele passten einfach nicht, und noch merkwürdiger, die die nicht passten wurden passend gemacht, oder schlicht weggelassen.  Korrigiert man dies, und das hat der Autor minutiös getan, dann bleibt auch für den natürlichen Treibhauseffekt der die globale atmosphärische Mitteltemperatur von -18 ° C auf (vormals) +15 °C jetzt neuerdings 14 °C heben soll, einfach kein Platz. Er wird zu deren Herleitung nicht gebraucht. Ab in die Tonne.

Die 2. Auflage, 2021, jetzt in gelbem Umschlag, erweitert und vertieft alle bereits in der 1. Auflage angesprochenen Kapitel und nimmt neue Felder hinzu. Sie ist dadurch von 88 auf 200 Seiten gewachsen und enthält zahlreiche Grafiken, Darstellungen und neue Einzelnachweise.

Als Beispiele, als Stichpunkte seien stellvertretend herausgegriffen:

– Der Verteilungsfaktor ½ (mit der die eingestrahlte solare Energie statt auf die Kugelfläche auf die Halbkugel projiziert wird) wird über verschiedene Integrationen bewiesen, aber auch über die Bahn des Satelliten ERBS siehe Kap 5.1 bzw. Anhang 2.

– Prof. F.K. Reinhart, Swiss Federal Institute of Technology, Lausanne hatte die Klimasensitivität von CObei Verdopplung der Konzentration von 400 auf 800 ppm zu dela T< 0.24 K errechnet, siehe 1.Auflage. Ebenso wie Dr. Ferenc M. Miskolczi der 0,24 K bei  CO2– Verdopplung feststellt und damit exakt das Ergebnis von Prof. Reinhart. Die finnischen Professoren Kauppinnen (expert rewiewer of IPCC AR5) und P. Malmi bestätigen widerum völlig unabhängig wieder exakt den Wert von 0.24 K, S.47

– Prof. Guus Berkhout in seinem offenen Brief vom 11. Juni 2020: „Als offizieller IPCC-Gutachter habe ich den bevorstehenden Klimabericht geprüft und bin zu dem Schluss gekommen, dass es keine Wahrheitsfindung mehr gibt. […] Das Schlimmste am IPCC-Ansatz ist jedoch, dass er totalitäre Merkmale aufweist und Kritik nicht toleriert wird. Kritische Eingaben werden ausnahmslos abgelehnt oder weit entfernt gestoppt.“ Kap 9.11, S.167

– Man kann zeigen, IPCC Klimamodelle arbeiten mit Verstärkungsfaktoren der Strahlung, Kap. 4.22 und 4.23. Diese werden einzeln nachgewiesen und erhöhen so künstlich in den IPCC Modellen das an sich sehr geringe Reemissionsverhalten unsymmetrischer, atmosphärischer Moleküle.

– Es kann gezeigt werden, dass in Messgeräten der Gegenstrahlung der Treibhauseffekt bereits voreingestellt ist, Kap. 4.24.

–  Der Bedeutung der Net- Strahlungswerte des ERBS- Satelliten und ihre Interpretation widmet sich speziell Kapitel 5.4.2 bis 5.4.5 und der Anhang 6. Diese Betrachtungen führen damit zum nächsten Stichpunkt.

– Die Entstehung von Temperatur aufgrund von Einstrahlung einer stets nur halbseitig beleuchteten Erdkugel und Speichereffekte vom Tag in die Nacht und Berücksichtigung aller gefunkten ERBS Satellitendatensätzen bekommt eine besondere Gewichtung, siehe Varianten Kap. 5 und Anhänge 1, 7 und vor allem Anhang 8. Das auf ERBS- Messungen – unter Einbindung der maximal möglichen Anzahl der gefunkten Datenreihen (vgl. Kap.4.1.3 und Kap. 1.14)

Die gesellschaftspolitischen Auswirkungen werden in Kap 10.  S.168 im Fazit des Buches beschrieben. …..

Es sei jedem Interessierten ans Herz gelegt sich in das Buch zu vertiefen und sich auch nicht von der manchmal spröden Darstellung mathematischer Formeln oder grafischen Einfachdarstellungen abschrecken zu lassen. Es ist keine leichte Kost. Man muss dem Autor aber hohe Achtung zollen, in den beschriebenen Prozessen nicht den Überblick verloren zu, sondern seine Erklärlinie stringent durchgehalten zu haben. Sazu braucht es ein großes Maß an Konzentration und vor allem Disziplin. Sie zu widerlegen dürfte schwerfallen.

 

„Warum sich das Klima ändert und die Katastrophe ausbleibt“ von Bernd Fleischmann

Der Autor hat Elektrotechnik an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg bis zum Vordiplom studiert und anschließend Nachrichtentechnik und Kybernetik an der Technischen Universität München bis zum Diplom. Er wurde auf dem Gebiet höchstfrequente akustische Oberflächenwellenfilter (das hat viel mit Physik und Mathematik zu tun) zum Dr. Ing. promoviert. Für die Klimathematik interessiert er sich seit ca. 30 Jahren. Er ist parteilos, in keiner Abhängigkeit von irgendwelchen Forschungsgeldern oder Industriefirmen, hält keine Anteile an Energiekonzernen und handelt immer noch nicht mit CO2- Zertifikaten.

In seinem Buch fordert er, sich auf die Aussagen der Thermodynamik und insbesondere deren Interpretation durch den genialen schottischen Wissenschaftler James Clerk Maxwell zu besinnen. Sie sollten ausreichen, um die Physik der Atmosphäre im Hinblick auf deren Klimaentwicklung zu verstehen. So nutzt der Autor die Physik der kinetischen Gastheorie und das Stefan-Boltzmann-Gesetz um reale Temperaturen auf der Erde und der Venus zu berechnen, die – welch Wunder – auch sehr exakt mit den vorliegenden Messwerten übereinstimmen. Er widerlegt darüber hinaus auch, auf über 170 Seiten (A4) mit minutiöser Quellenangabe, alle gängigen Behauptungen der Klimahysteriker, zumindest so, wie der Autor sie versteht.

Und wie das so ist, und meiner Meinung nach zu Recht, kann keines der vielen Klimaklischees bestehen. Auch wenn sie uns täglich von eifrigen Medien, einer staatlichen geförderten Scheinöffentlichkeit, die sich NGOs nennen, sich dazu noch als „Zivilgesellschaft“ tarnen aber das ganze Gegenteil davon sind, vorgebetet werden. Warum das falsch ist – falsch sein muss – zeigt bereits die Zusammenfassung, aus der ich hier auszugsweise zitiere:

 

Übersicht der wichtigsten Fakten mit Kapitelverweisen

  • Es gibt keine „globale“ Temperaturerhöhung über die letzten 100 Jahre, sondern nur regionale Temperaturveränderungen im Rhythmus der Sonnenzyklen und Ozeanzyklen, vor allem da, wo die Wolkenbedeckung stark veränderlich ist (Kapitel 4 bis 7).
  • Der Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre korreliert nicht mit den unverfälschten Temperatur- werten ländlicher Messstationen (Kapitel 6 bis 8).
  • Die Treibhaustheorie hat viele gravierende Fehler; sie kann die mittleren Temperaturen auf der Erde und anderen Planeten und die Temperaturgradienten nicht erklären. Der Einfluss des Kohlendioxids auf das Klima ist eine schon lange widerlegte Spekulation (Kapitel 4 und 5).
  • Die strahlungsbasierten Modelle des IPCC liefern unphysikalische Ergebnisse (Kapitel 5.2).
  • Mit dem konvektiv-adiabatischen Modell hingegen werden die Temperaturen auf allen Planeten mit dichter Atmosphäre richtig berechnet (Kapitel 4).
  • Die „Berechnungen“ des Weltklimarates IPCC für eine Verdoppelung des CO2-Gehalts ergeben eine Temperaturerhöhung von weniger als 1 °C bis 6 °C – das ist ein Zeichen von Nichtwissen (Kapitel 5).
  • „The science is settled“, bzw. “Die Wissenschaft ist sich einig” ist deshalb eine Lüge.
  • Klimaprognosen des IPCC beruhen auf manuellen Anpassungen von Computerprogrammen, die keine fundierte physikalische Basis haben und sind darum blanke Spekulation (Kapitel 5).
  • Die Auswirkungen durch die Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte sind hysterisch überzeichnet und teilweise frei erfunden (Kapitel 8 bis 13).
  • Die globalen von Wetterstationen gemessenen Temperaturdaten sind lückenhaft und manipuliert, z. B. weil der Effekt der urbanen Hitzeinseln bewusst falsch „korrigiert“ und die Vergangenheit kälter gemacht wurde um einen Temperaturanstieg „dokumentieren“ zu
    • ……und und und
  • Was auf dem Spiel steht ist nicht die Umwelt. Es ist unsere Freiheit.“ (Kapitel 18)

 

Der Autor betreibt seine eigene Websseite Klimawahrheiten.de http://klima-wahrheiten.de/Startseite/

„Klimaangst und anderer Unfug“ von Jan Deichmohle

Das neue Buch von Jan Deichmohle thematisiert die internationale Klimapolitik, ihre Ursachen und Folgen. Obwohl Deichmohle Mathematiker mit Ausrichtung Informatik und Physik ist, hat er absichtlich nicht die wissenschaftliche Schiene gewählt, um das Thema umfassender anzugehen, schiefe Ansätze und Voraussetzungen von Aktivisten herauszuarbeiten, darunter auch bei Klimaaktivisten. Das Buch beginnt damit, 60 Jahre falsche Klimavorhersagen vorzustellen, Quellen ihre Absurdität zeigen zu lassen. Klimaaktivisten und ihre Hintergründe werden untersucht, Widersprüche, falsche Methoden und extremistische Verstrickungen aufgezeigt. Der Autor trägt seine Befunde nach gründlicher Recherche, gut belegt in flotter Sprache sehr eloquent vor.

Ein Leser schreibt dazu:

Jan Deichmohle hat in seinem Portfolio eine große Anzahl veröffentlichter Bücher zu den verschiedensten Themen. Auch in diesem Werk beweist er seine Sicherheit, das Wesentliche eines Wissensgebietes zu erfassen und es gelingt ihm, den Hauptstamm der sich mäandernden Zweige der Klimaproblematik fokussiert herauszustellen.  Das von ihm gewählte Darstellungsmittel ließe sich gut mit realistisch-dokumentarischer Literatur beschreiben.

Anstatt eines Textes, der umfangreich den Kenntnisstand zum Klima referiert, lässt er das Thema sich selbst äußern.  Hierzu wählt der Autor aus der Vielzahl vorhandener Quellen die sprechendsten und lässt sie so aufeinander folgen, dass ihre Widersprüche ins Augen fallen und der Erkenntnisgewinn beim Leser maximal wird. Angenehm augenzwinkernd nimmt der Autor die Aufgeregtheit rund um das Klima Thema aufs Korn, womit der Titel des Buches – Klimaangst – seine zutreffende Bedeutung erhält.

Inhaltlich beginnt der Autor mit einer Darstellung der chronologischen Abfolge der Gegenstände der Klimadiskussion und endet mit aktuellen Überlegungen zum Einfluss von Planetenbewegungen auf das Klima, sowie zu Auswirkungen der Klimapolitik Deutschlands auf Umwelt und Wirtschaft.“

 

Das Buch kann auf Lulu.com als Vollfarbdruck bezogen werden:

 

 




Pandemie der Dummheit.

Schon in der 2007 erschienenen ersten Auflage meines Buches „Öko-Nihilismus“ habe ich davor gewarnt, man werde wohl bald nicht mehr zwischen Computersimulationen mathematischer Modelle und der realen Welt unterscheiden können. Inzwischen ist die Konfusion Realität. Seit der im Auftrag des Club of Rome erstellten Computersimulations-Studie „Die Grenzen des Wachstums“ (1972) werden staatliche Eingriffe in Grundrechte wie das Recht auf Privateigentum sowie Meinungs- und Bewegungsfreiheit immer öfter mit dem Verweis auf theoretische Modelle eines angeblich exponentiellen Wachstums von Problemen wie Umweltbelastung, Rohstoffverbrauch und neuerdings Virusinfektionen gerechtfertigt. Dabei tritt unbegrenztes exponentielles Wachstum sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft nur sehr selten auf. Bei einer Epidemie nur im theoretischen Fall, dass in der Bevölkerung keinerlei Abwehrkräfte vorhanden sind. In der Regel kommt es nur als aufsteigender Ast einer sigmoidalen Sättigungskurve vor. Das hat Angela Merkel nicht davon abgehalten, ein angeblich exponentielles Wachstum der SARS-CoV-2-Infektionen als Begründung für den von ihr unter Umgehung des Bundestages durchgedrückten Oster-Lockdown zu benutzen. Immerhin wurde sie schon am Folgetag, dem 24. März 2021, gezwungen, den drastischsten Teil ihres Beschlusses zumindest dem Anschein nach wieder zurück zu nehmen. In Wirklichkeit hält sie daran fest, im Einsperren der Menschen die einzig wirksame Maßnahme gegen die Verbreitung von Viren zu sehen.

Dabei zeigt der Vergleich zwischen Deutschland und dem US-Ferienparadies Florida, wo es seit dem letzten Sommer keinerlei Corona-bedingte Beschränkungen des täglichen Lebens gibt, dass Lockdowns keinerlei positiven Einfluss auf die Infektionskurven und die Anzahl der Todesopfer haben – negativen dagegen schon. In 98,4 Prozent der Paarvergleiche der Google-Bewegungsdaten von 87 Ländern und Regionen hat ein Lockdown keinerlei Einfluss auf die Entwicklung der Zahl der Covid-Toten, wo bei noch zu berücksichtigen wäre, dass viele der statistischen Covid-Opfer nicht an, sondern mit Covid (neben Vorerkrankungen) gestorben sind. Das ist das Ergebnis einer sauberen statistischen Analyse der ersten Covid-19-Welle vom 15. Februar bis zum 21. August 2020 (Savaris, R.F., Pumi, G., Dalzochio, J. & Kunst, R. (2021).

In Deutschland hat sich die Physikerin Viola Priesemann vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation mit ihren Modellen der Ausbreitung von Covid-Epidemie-Wellen hervorgetan beziehungsweise wurde von unkritischen Massenmedien in die Rolle der Pythia gelobt. Viola Priesemann machte im Dezember 2020 auch als Mitverfasserin des Aufrufs „Contain Covid 19“ von sich reden, der im Januar 2021 zunächst im Fachmagazin „The Lancet“ erschien. Darin forderte sie zusammen mit Melanie Brinkmann, Sandra Ciesek und anderen einen radikalen EU-weiten Lockdown bis die positiven PCR-Tests auf täglich zehn von einer Million Einwohner gesunken sind. In Deutschland wurde dieser Appell von der überwiegend linksradikalen Bewegung „Zero Covid“ aufgegriffen. Zu den Erstunterzeichnern des Appells mit dem Titel „Das Ziel heißt null Infektionen. Für einen solidarischen europäischen Shutdown“ gehörten bekannte linksradikale Wiederholungstäter*Innen wie Georg Restle, Margarete Stokowski, Luisa Neubauer, Stefanie Sargnagel, Natascha Strobl, Rudolf Hickel, Frigga und Wolfgang Fritz Haug. Darin fordern sie einen grundlegenden Strategiewechsel. Der Versuch, die Pandemie durch eine Abflachung der Infektionskurve zu kontrollieren, sei gescheitert. Das Ziel müsse vielmehr lauten: „Gemeinsam runter auf null.“ Ob und wie weit das überhaupt realistisch ist, wird nicht gefragt. Umsetzen ließe sich die Forderung einer „solidarischen Pause von einigen Wochen“ nur mit totalitären Methoden, die darauf hinauslaufen, die Staatsbürger wie unmündige Kinder oder gar wie Sklaven zu behandeln. Aufs Ganze gehen, ist ja wohl die ursprüngliche Definition von Totalitarismus. Umso bedenklicher ist es, dass auch Regierungsmitglieder (wie zuletzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seiner Forderung eines zweiwöchigen Total-Lockdown) sich immer öfters der Argumentation von „Zero Covid“ anschließen. Die bekannteste Definition der Dummheit lautet bekanntlich, von der Wiederholung oder gar Steigerung einer unwirksamen Maßnahme bessere Ergebnisse zu erwarten. Aber vielleicht ist die Kontrolle der Epidemie gar nicht das Ziel der Bundesregierung…

Inzwischen hat Jörg Phil Friedrich in der Tageszeitung DIE WELTonline, die selbst mitgeholfen hat, Frau Priesemann in die Rolle einer Wahrsagerin zu hieven, am 24. März grundsätzliche Kritik an den politisch gefälligen Modellspielereien geübt. Dort liest man u.a.: Kann es sein, dass wir trotz einer jahrhundertelangen Geschichte der Rationalisierung der Welt immer noch so etwas wie „Wahrsager“ brauchen und dass die modellierende Naturwissenschaft, so ungenau sie auch immer sein mag, heute die Rolle dieser magischen Kräfte übernehmen muss? (…) Weil die Modelle mit Inzidenzen und R-Werten rechnen, meinen wir, diese Zahlen hätten auch direkte Bedeutung für politische Entscheidungen. Andere Dinge, die nicht in den Modellen vorkommen oder sich erst gar nicht mathematisch fassen lassen, wie die gesellschaftliche Stimmung, die Veränderung des kulturellen Klimas, die Auswirkungen auf die Lebensqualität, scheinen unwichtig zu werden, weil sie ja nicht in den Modellen stehen.“

Zwei Tage zuvor stand im gleichen Blatt ein ausführliches Interview mit dem Stanford-Professor John Ioannidis, der als führender Epidemiologe der Welt gilt. Der auch in Deutschland aktive Forscher erklärte schon im Januar in einer gemeinsam mit anderen Forschern im „European Journal of Clinical Investigation“ veröffentlichten Studie, drakonische Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie wie eine Verschärfung eines bereits bestehenden Lockdowns seien überflüssig. Diese Studie stieß zumindest in Deutschland auf methodische Einwände. Inzwischen betont Ioannidis sogar, die Lockdowns hätten insgesamt eher einen negativen Effekt gehabt. Leider sei das aber wegen der opportunistischen Haltung der meisten jungen Forscher nicht deutlich geworden, beklagt Ioannidis im Interview mit der WELT: „…  bei der großen Mehrheit meiner Kritiker handelt es sich nicht um Wissenschaftler, sondern um Aktivisten oder um Anfänger, die selbst noch wenig publiziert haben. (…) Viele Forscher versuchen, ihre Analysen so anzupassen, dass es zu einem bestimmten Narrativ passt. Inzwischen haben rund 459.000 Wissenschaftler etwas zu Covid-19 veröffentlicht. Die kamen ganz plötzlich aus dem Nichts. Das mögen kluge, in Datenanalyse gut ausgebildete Leute sein, aber sie haben nicht die geringste Ahnung von Epidemiologie oder Infektionskrankheiten oder dem Gesundheitswesen. Ihre überambitionierten Modellierungen beruhen auf unsicheren, sehr fehleranfälligen Daten – das ist, als ob man einen Mercedes-Motor in einen alten Holzkarren einbaut. In ihrem Enthusiasmus glauben viele dieser Wissenschaftler, sie könnten fehlerhafte Daten analysieren, als handelte es sich dabei um Messwerte aus einem Teilchenbeschleuniger. Dabei bieten Modellierungen immer nur eine schwache Evidenz. Sie sollten auch auf meine Modellierung nicht vertrauen.“

Modelle sind provisorische Hilfsmittel der Forschung. Sie sollten niemals mit der Realität verwechselt werden, weil sie komplexe Zusammenhänge mehr oder weniger extrem vereinfachen müssen. Statt als Hilfsmittel der Forschung erscheinen Modelle heute aber immer öfters als deren eigentliches Ziel. Dieser Verdacht drängt sich auch bei der Corona-Forschung auf. Hat das von den Medien verbreitete Virus-Modell eines bunten Plüschballs überhaupt eine eindeutige Entsprechung in der Realität? Diese ketzerische Frage sollte zumindest so lange nicht als abwegig betrachtet werden, als es noch nicht gelungen ist, SARS-CoV-2 in Reinform zu isolieren und sein Genom vollständig zu sequenzieren. Zumindest einige „Querdenker“ halten SARS-CoV-2 für ein „Phantom-Virus“, hinter dem sich in Wirklichkeit mehr oder weniger harmlose Exosomen verbergen. Daher ist es auch unklar, ob PCR-Tests nach Christian Drosten das Virus an asymptomatischen Probanden wirklich nachweisen können oder ob der Test nicht vielmehr das Virus mithilfe des Primers aus wenigen Aminosäuren quasi „erschafft“.

Weil heute offenbar zu viele Forscher vor allem auf die Bestätigung eines Narratives aus sind, anstatt ergebnisoffen nach der Wahrheit zu suchen, verschwimmen die Grenzen zwischen Science und Science fiction immer mehr. Damit einher geht eine Renaissance des magischen Denkens. Dieses offenbart sich kaum irgendwo deutlicher als in der Behauptung, die „Energiewende“ mit dem Ziel der CO2-Neutralität wirke als Vorsorge gegen Covid-19. Was nicht wie gewünscht eintritt, wird notfalls inszeniert oder aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt, indem man einfach beschließt, über reale Probleme nicht mehr zu reden: Zum Beispiel über die Kohlekraftwerke, die nur acht Tage nach ihrer offiziellen, vom Staat entschädigten Abschaltung ihren Betrieb wieder aufgenommen haben, um das Stromnetz vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Oder über die enormen Umweltbelastungen, die E-Autos bei der Rohstoffgewinnung in armen Ländern verursachen. Oder nicht zuletzt über die immensen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kollateralschäden der Corona-Lockdowns.

Immerhin läutet nun der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums, Professor Michael Baumann, die Alarmglocke, indem er darauf hinweist, dass die einseitige Ausrichtung der Krankenhäuser zu massiven Kollateralschäden führt. Wegen der Verschiebung von Untersuchungs- und OP-Terminen rechnet er mit bis zu 40.000 zusätzlichen Krebstoten. Darauf hatte schon im Frühjahr 2020 der Oberregierungsrat Stephan Kohn im Bundesinnenministerium (BMI) in einer 80-seitigen Studie hingewiesen. Zweieinhalb Millionen Menschen seien durch die einseitige Ausrichtung des Gesundheitswesens auf Covid-19 nicht medizinisch versorgt worden, schätzte Kohn. Es sei dadurch eine potentielle Lebenszeit im Umfang von mehreren Millionen Jahren geopfert worden. Kohn wurde daraufhin sofort seines Amtes enthoben. Dabei hatte er nur angewandt, was in seinem Ministerium schon im Jahre 2012 aus einer realistischeren Risikoanalyse möglicher Epidemie-Ereignisse gefolgert worden war, nämlich Maßnahmen zur Eindämmung einer Epidemie einem realistischen Kosten-Nutzen-Vergleich zu unterwerfen. Nach Oberregierungsrat Kohn führt die Nichtbeachtung der Risikoanalyse von 2012 nun zu bedenklichen Konsequenzen: „Die Resilienz des hochkomplexen und stark interdependenten Gesamtsystems Kritischer Infrastrukturen ist gesunken. Unsere Gesellschaft lebt ab sofort mit einer gestiegenen Verletzlichkeit und höheren Ausfallrisiken von lebenswichtigen Infrastrukturen. Das kann fatale Folgen haben…“. Im Parallel-Universum, in dem sich Angela Merkel und ihre handverlesenen Berater bewegen, scheint diese Schlussfolgerung allerdings unerwünscht, da „nicht hilfreich“ zu sein.

 




Der Katastrophenreaktor in Tschernobyl

Die Thermodynamik war eines meiner Lehrfächer; ich habe mich bemüht, Studenten der Verfahrenstechnik mit diesem aufschlussreichen und schwierigen Fachgebiet vertraut zu machen. Zu Beginn der neunziger Jahre eskalierte in Deutschland die Auseinandersetzung mit dem Thema Kernenergie. Die neue Partei der GRÜNEN versprach sich viel davon, gegen Kernkraftwerke zu opponieren: „Atomkraft, nein danke“ war die tausendfach plakatierte Parole, die auf andere Parteien übergriff; schließlich wollten sie alle gerne davon profitieren. Das Wort Atom war wegen der allseits gefürchteten Atombombe extrem negativ konnotiert.

In dieser Zeit wollte ich meine Studenten fachgerecht informieren und lud sie immer wieder zu gemeinsamen Besichtigungen des Kernkraftwerks Philippsburg ein, an denen viele teilnahmen. Die Kraftwerksleitung genehmigte den Studentengruppen jeweils über eine Schleuse und mit entsprechender Schutzkleidung den Zugang zum Innenraum des Reaktorgehäuses oder Containments. Wir standen auf dem aktiven Reaktor und spürten die Wärme unter den Fußsohlen. Ich nehme an, dass niemand von uns dabei Angst empfunden hat.

Vor der Besichtigung nahmen wir an informativen Referaten teil. Dabei wurde selbstverständlich die Reaktorkatastrophe Tschernobyl behandelt. Die Sowjetunion (SU) hatte der Fachwelt nach anfänglicher Zögerung ausführliche und wie uns schien korrekte Informationen und Pläne zur Verfügung gestellt; es war ja schließlich die „Glasnost“-Periode. Im August 1986, also 4 Monate nach dem Unfall, hat die SU bei der IAEA[1]in Wien über den Unfall berichtet; darüber hat die GSF[2] einen deutschsprachigen Bericht herausgegeben, der heute noch als am meisten verlässlich gilt. Später wurden ja alle Berichterstattungen zu Tschernobyl durch die politische Agenda verfälscht.

Die wesentlichen Aussagen, die ich mir gemerkt habe, aber über die ich keine schriftlichen Unterlagen besitze, und die ich durch weitere Informationen ergänzt habe, will ich kurz zusammenfassen:

  • In Tschernobyl gab es mehrere Kernreaktoren. Einer davon (Reaktorblock 1) diente der Stromerzeugung; er war von 1978 bis 2000 in Betrieb. Ein anderer Reaktorblock (der Reaktorblock 4) war dafür vorgesehen, waffenfähiges Plutonium zu erzeugen.
  • Die bei dieser Reaktion entstehende Wärme wurde zur Stromerzeugung verwendet und ins Netz eingespeist. Die Hauptaufgabe war aber die militärische Nutzung der Kernenergie und nicht die friedliche.
  • Dieser Reaktorblock bestand aus sehr vielen Kleinstreaktoren, die sich alle in einem großen Graphitblock befanden, der beim Reaktorunfall am 26.4.1986 in Brand geriet.
  • Die Aufteilung in Kleinstreaktoren war hierbei zweckmäßig, um das erbrütete Plutonium einzeln entnehmen zu können.
  • Zur Erleichterung dieser Entnahme von Brennstäben gab es für diesen Reaktorblock keine Betonkuppel oder kein Containment, wie es bei allen friedlich genutzten Reaktoren weltweit üblich ist. Die Überdachung bestand aus Eternitplatten.
  • Wegen des fehlenden Gehäuses gelangten bei dem Unfall der Abbrand und das entstehende CO2 in die Atmosphäre und verbreiteten sich bekanntlich weltweit.
  • Die vielen Kleinstreaktoren wurden mit je speziellen Kühlsystemen ausgestattet, deren Durchflüsse (kg/h) wie in der Verfahrentechnik üblich mit Lochscheiben (Messblenden) ermittelt wurden. Diese bewährte Messmethode hat den Nachteil, dass sie im unteren Messbereich sehr ungenau wird. Zu Versuchszwecken wurde bei der Katastrophe verbotenerweise dieser Bereich bewusst ausgewählt.
  • Es kam zur Reaktorkatastrophe, weil man durch einen Versuch feststellen wollte, ob der auslaufende Generator ab 30% Leistung noch genug Strom liefern könnte, um andere Anlagenbereiche eine Weile damit zu versorgen. Aber man verpasste beim Abfahren des Reaktors auf Grund von Bedienungsfehlern diesen Punkt und war plötzlich bei 1% der Leistung angelangt. Dann wurde versucht, den Reaktor wieder hochzufahren, um den Versuch dennoch durchführen zu können. Das ist aber prinzipiell unmöglich, weil eine so genannte Xenon-Vergiftung eintritt; es wäre erforderlich gewesen, den Reaktor ganz abzuschalten, 2 bis 3 Tage zu warten, bis die Xe-Vergiftung abgeklungen ist und dann erneut anzufahren. Diese Xe-Vergiftung ist den Fachleuten bekannt; sie hat zur Konsequenz, daß man Kernkraftwerke nicht unter 50% Leistung herabfahren darf. Wenn man diese Grenze unterschreitet, darf man erst nach einigen Tagen die Leistung wieder erhöhen.

Der Reaktor wurde zerstört, Bauteile flogen weit weg. Und die senkrechten Druckröhren der Kleinstreaktorenn wirkten wie ein Kamin, Graphit geriet in Brand, der durch restliche Nuklearwärme weiter angeheizt wurde.

Zu der Tatsache, daß man trotz der Xe-Vergiftung das Wieder-Anfahren versuchte (was man nicht darf und nicht kann und was jeder Fachmann weiß), wird in Fachkreisen kolportiert, dass sich die Reaktorfahrer geweigert hätten, den Versuch durchzuführen, und dass Militärpersonen an deren Stelle gesetzt wurden.

  • Am Standort Tschernobyl gab es vier Reaktoren, alle vom gleichen Typ: mit Graphit moderiert und Wasser gekühlt. Auch an anderen Orten gab es Reaktoren dieser Art; in der Sowjetunion 1986 beispielsweise mehr als 15, heute allerdings nur noch 10. Diese Reaktoren wurden alle zur Gewinnung von Waffen-Plutonium gebaut, weil man bei ihnen während des Betriebes einzelne Druckröhren absperren und die Brennstäbe herausholen kann. Derartige Reaktoren gab es auch in den USA, aber nicht lange, weil man die Gefahren erkannte. In der Sowjetunion wurden die Reaktoren später auch zur Stromgewinnung eingesetzt, weil sie ja vorhanden waren. Und man konnte sie auch sicher betreiben, man durfte nur keine dummen Experimente damit machen. In Jahre 1986 hatte man in der Sowjetunion sicherlich bereits so viel Kernwaffen, daß man man mit diesen Reaktoren nur noch Strom erzeugte

Für diese neun Punkte – ich betone es noch einmal – besitze ich keine schriftlichen Unterlagen; ich kann mich also lediglich auf mein Gedächtnis berufen. Mit großer Sicherheit kann ich aber davon ausgehen, dass im Kernkraftwerk Philippsburg diese mir fehlenden Unterlagen damals vorhanden waren.

Der havarierte Reaktor war nicht zur Verwendung für friedliche Zwecke konzipiert, sondern speziell zur Erzeugung von Waffen-Plutonium. Es ist unvernünftig und verschwenderisch, daraus die Entscheidung zu begründen, wie es geschehen ist, den in jeder Hinsicht völlig sicheren deutschen Kugelbett-Reaktor stillzulegen. Und noch immer wird der Hinweis auf Tschernobyl unzulässigerweise dazu benutzt, auf allgemeine Gefahren der Kernenergie hinzuweisen.

[1] Internationale Atomenergie-Organisation

[2] Forschungsstelle für Umwelt und Gesundheit

Über den  Autor

Er studierte Physik und wurde in diesem Fachgebiet auch promoviert. Seine berufliche Tätigkeit war geprägt durch die chemische Verfahrenstechnik und die Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. In diesem Fachgebiet war er u.a. für größere Neubaumaßnahmen zuständig, beispielsweise für die BASF-Antwerpen N.V. Nach seiner Pensionierung lehrte er an der Fachhochschule Mannheim – Hochschule für Technik –  Thermodynamik und Regelungstechnik und außerdem – im Rahmen des Studium generale – in den Fächern Wirtschafts-, Unternehmens- und Führungsethik.




10 Jahre Fukushima – 10 Jahre Ausstieg aus der Kernenergie

Es war die Bundeskanzlerin, die in einer Kurzschlussreaktion vier Tage nach dem Störfall erklärte, dass die ältesten acht Kernkraftwerke  abgestellt werden sollten. Da die Bundesregierung ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz wie das Atomgesetz nicht einfach außer Kraft setzen kann, sprach der Bundesverfassungsrichter Hans-Jürgen Papier von verfassungswidrigem Vorgehen.

Wie immer in krisenhaften Situationen, wie etwa bei der Öffnung der Grenzen 2015 oder in der Coronakrise, ließ sich die Bundeskanzlerin treiben von der öffentlichen Meinung. Die war aber durch Angst- und Panikmache, insbesondere der öffentlich-rechtlichen Medien, aufgeputscht und klar auf der Seite des Ausstiegs. Wir erinnern uns noch gut an die täglichen abendlichen Brennpunkte in ARD und ZDF mit dem immer wiederkehrenden Yogeshwar, in deren Folge in Deutschland, 9000 Kilometer von Japan entfernt, die Geigerzähler ausverkauft waren.

Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass ein anderer Bundeskanzler zunächst Ursachenforschung betrieben hätte und nach dem Abklingen der ersten verständlichen Erregung und Angst entschieden hätte, was im Interesse Deutschlands und nicht im Interesse des eigenen politischen Überlebens notwendig war. Noch im Jahr 2010 war die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke um 8 – 14 Jahre durch den deutschen Bundestag beschlossen worden. Noch 2008 sagte Bundeskanzlerin Merkel: „Ich halte es nicht für sinnvoll, dass ausgerechnet das Land mit den sichersten Atomkraftwerken die friedliche Nutzung der Kernenergie einstellt.“

Eine nähere Untersuchung hätte ergeben, dass der Unfall in Deutschland niemals hätte passieren können, wie auch die Reaktorsicherheitskommission feststellte. Denn abgesehen davon, dass die Kraftwerke von Fukushima zu gering gegen Flutwellen und Überschwemmung geschützt waren, gab es dort auch nicht das im Jahre 1986 in Deutschland eingeführte »Wallmann-Ventil«. Ein solches Ventil sorgt dafür, dass bei Überdruckbildung im Sicherheitsbehälter (containment) Gase gefiltert entlastet werden können. Das Wallmann-Ventil war im Zuge der Überarbeitung der Sicherheitskonzepte deutscher Kernkraftwerke nach der Katastrophe von Tschernobyl eingeführt worden. Auch die sogenannten »Töpfer-Kerzen«, d. h. Wasserstoff-Rekombinatoren, mit denen deutsche Kernkraftwerke längst nachgerüstet waren, hätten eine Wasserstoffexplosion wie in Fukushima in Deutschland vermieden.

Trotz Fukushima kamen alle anderen Kernenergieländer der Welt zu anderen Schlussfolgerungen. Spanien, Belgien, Schweiz, USA und Schweden verlängerten die Laufzeit ihrer Kernkraftwerke. Holland und Polen planen den Einstieg in die Kerntechnik. Schweden, das in den 1980er-Jahren beschlossen hatte, bis 2000 alle Kernkraftwerke zu schließen, hat mittlerweile den Betrieb einzelner Kraftwerke bis 2040 erlaubt. Sogar der Ersatz bestehender Kernkraftwerke ist dort nunmehr möglich.

In Deutschland war die Laufzeitverlängerung ein halbes Jahr vor dem Ausstiegsbeschluss ebenfalls erfolgt: Im Herbst 2010 beschloss der Deutsche Bundestag eine Verlängerung der Laufzeiten um acht Betriebsjahre für ältere Kraftwerke und um 14 Jahre für jüngere Kraftwerke. Danach wäre Brokdorf im Jahre 2036 vom Netz gegangen.

Durch die Einrichtung einer Ethikkommission, die sich dadurch auszeichnete, dass in ihr kein einziger Energiefachmann vertreten war, allerdings mehrere Kirchenvertreter und Ausstiegsaktivisten, erhielt die Bundeskanzlerin ein Votum, das sie für eine gesetzliche Regelung brauchte. Am 9. Juni 2011 erklärte sie im Deutschen Bundestag „Die Nutzung der Kernenergie wird bis 2022 beendet“. Am 30. Juni 2011 beschloss der Bundestag in namentlicher Abstimmung bei wenigen Gegenstimmen (einer der wenigen Mutigen war Arnold Vaatz (CDU)) das »13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes«, das die Stilllegung aller Kernkraftwerke bis 2022 vorsah.

Die Folgeschäden der Fehlentscheidung der Kanzlerin und des deutschen Bundestages für den Wohlstand Deutschlands sind immens. Denn in der Regierungserklärung von 2009 hatte die CDU-FDP Koalition das Ziel der Vorgängerregierung einer 40%-igen CO2-Minderung bis 2020 übernommen.

Ein Großteil der durch den Ausstieg wegfallenden, CO2-freien Stromproduktion musste nun durch Kohle- und Braunkohlekraftwerke ersetzt werden. Dadurch blieben die CO2-Emissionen durch die Stromerzeugung bis 2018 weitgehend konstant, obwohl massive Subventionen in Höhe von 400 Milliarden € für Windkraftanlagen und Photovoltaikdächer zu einem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien führte. Hinzu treten die Kosten von etwa 100 Milliarden €, die für die Hochspannungstrassen auszugeben sind, um Windstrom vom Norden in den früher kernkraftreichen Süden zu transportieren. Die Subvention, die auf jeden Stromkunden umgelegt wurde, führte zu einem massiven Strompreisanstieg.

Deutschland hat mit 32 Eurocent pro Kilowattstunde den höchsten Strompreis der Welt, der internationale Durchschnitt liegt bei 12 Eurocent/kWh. Die Erneuerbaren-Energie-Umlage beträgt mittlerweile 10 Eurocent /kwh, die mittlerweile zum Teil vom Steuerzahler bezahlt wird. Der höchste Strompreis der Welt, eine Folge der falschen Entscheidung im Jahre 2011, trifft nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Gewerbe und deren Arbeitsplätze, soweit sie nicht zu den wenigen Betrieben gehören, die von der Umlage befreit sind. Der Wirtschaftsstandort Deutschland zerbröselt. Schon heute investiert die chemische Industrie vor allen Dingen wegen der prohibitiv hohen Stromkosten weniger als die Höhe der Abschreibungen. Die Industrie schrumpft.

Um die CO2-Ziele trotz Kernenergieausstiegs dennoch einzuhalten, mussten andere Bereiche herangezogen werden wie der Verkehr, die Wärmeversorgung und die Landwirtschaft, die mit weiteren CO2– Einsparvorgaben belastet wurden. Am Ende wurde sogar der Verbrennungsmotor geopfert, eine Schlüsseltechnologie Deutschlands. Es war allerdings schon 2011 erkennbar, dass im Jahre 2020 die CO2-Ziele nicht eingehalten werden konnten – diese fehlende Zielerreichung war einer der Gründe, die zum Anschwellen der »Fridays for Future«-Bewegung 2019 führte. Dank eines umfassenden Corona-Lockdowns wurde das Minderungsziel allerdings kurzfristig erreicht.

Durch den Doppelschlag des Verzichts auf Kernenergie und Kohle fallen 80 % der gesicherten Leistung an Strom weg und werden ersetzt durch Strom, der von Wind und Wetter abhängt und mit Dunkelflauten im Winter von bis zu 10 Tagen eine Strommangelwirtschaft hervorrufen wird, die wir nur von Entwicklungsländern kennen. In Anbetracht dieser Tatsache, Verkehr und Wärmeversorgung zukünftig auch noch zusätzlich von fluktuierenden Stromquellen wie Sonne und Wind abhängig zu machen, grenzt an politisch-wirtschaftlichen Harakiri. Die hierfür notwendige Speicherung durch Wasserstoff oder Batterien ist schlicht unbezahlbar.

Mit der Stilllegung der Kernkraftwerke ist das Problem der radioaktiven Rückstände in den abgebrannten Brennelementen, die in 12 Zwischenlager neben den Kernkraftwerken aufbewahrt werden, ungelöst. Eine neue Generation von Kerntechnologien, die inhärent sicher sind und das Endlagerproblem auflösen, wird weltweit entwickelt, nur nicht in Deutschland. Denn die bis 2011 gültige Zweckbestimmung des Atomgesetzes, die Erforschung der Nutzung der Kernenergie zu fördern, wurde ersatzlos gestrichen. Die Kernforschung zum Zwecke der Energieerzeugung wurde eingestellt.

Die Kerntechnik der 4. Generation, an der weltweit geforscht wird, arbeitet überwiegend mit schnellen Neutronen. Sie sind in der Lage, auch nicht spaltbare Atomkerne durch Neutroneneinfang zu spaltbaren zu machen. Damit wäre das Problem der Reichweite gelöst, denn herkömmliche Reaktoren nutzen lediglich 5% des Urans durch Kernspaltung. Zugleich wird aber auch das Problem des Atomabfalls gelöst, denn dieser kann als Ausgangsstoff eingesetzt werden. Selbst wenn es nicht um die kostengünstige CO2-freie Stromerzeugung durch Kernenergie ginge, müsste sich Deutschland mit dieser Technologie befassen, denn sie sichert die Umwandlung der über Zehntausende von Jahren langlebigen Rückstände in Stoffe, die bereits nach einigen hundert Jahren als abgeklungen gelten.

Ein neues Konzept der    IV. Generation ist auch der Dual-Fluid-Reaktor (DFR). Er wurde als privates Projekt von Kernphysikern aus Deutschland ohne staatliche Zuschüsse entwickelt und hat mittlerweile weltweit Patente.

Die Beschreibung des Reaktors durch die Erfinder liest sich wie die Beschreibung des Steins der Weisen:

-Der DFR erzeugt wie die meisten Konzepte der 4. Generation keinen langlebigen Atommüll, im Gegenteil, er baut den bestehenden Atommüll ab;

-die Energieeffizienz ist etwa 1000 Mal so groß wie bei Stromerzeugungen auf Basis Erneuerbarer Energien;

-das Kraftwerk ist inhärent sicher;

-die Erzeugungskosten für Strom sollen für ein Großkraftwerk von 1500 Megawatt elektrischer Leistung bei  1 €ct pro Kilowattstunde liegen.

Die Patentinhaber, die sich im privaten Institut für Festkörper-Kernphysik in Berlin organisiert haben, haben ihre Zelte mittlerweile in Vancouver in Kanada aufgeschlagen.

Je mehr die desaströsen Unzulänglichkeiten der Energiewende auf Wind- und Solarbasis in den nächsten Jahren zutage treten werden, umso mehr sollte auch die Offenheit kluger politischer Köpfe auch in Deutschland wachsen, sich mit einem neuen, sicheren Kapitel der Kernenergie zu beschäftigen. Dazu braucht es einen Wechsel in der politischen Führung, vor allen Dingen aber ein Umdenken in den Redaktionsstuben deutscher Medien, in denen nach einer Untersuchung von Prof. Kepplinger 70 % der Journalisten immer noch der Auffassung sind, dass Fukushima „endgültig bewiesen“ habe, dass „die Risiken der Kernenergie nicht tragbar sind“.

Aber bevor es den ersten „Brennpunkt“ in ARD oder ZDF zur Technologie der 4. Generation gibt, müsste uns alle die berechtigte Angst um die Sicherheit unserer Energieversorgung erschüttern. Aber das dauert nicht mehr lange.

Dieser Artikel erschien zuerst in Cicero (11.3.2021)




Svenja Schulze und der weltweite Atomausstieg

So kam sie in die „Schüler*innenvertretung“ (bei dieser Schreibweise wehrt sich meine Rechtschreibkontrolle mit Händen und Füssen). Die Jusos waren für Frau Schulze „wirklich klasse“ – so wurde sie Juso-Landesvorsitzende. Von da war es nicht weit bis zur AStA-Vorsitzenden, wo sie gegen den Golf-Krieg demonstrierte unter dem Motto „Kein Blut für Öl“. Nachdem sie die „Studiengebühren in NRW wieder abschaffen und viel Geld für die Hochschulen in NRW mobilisieren konnte“ – man fragt sich unwillkürlich, wessen Geld? –, wurde sie Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Und als solche verfolgt die studierte Germanistin und Politikwissenschaftlerin nun ambitioniert globale Zielsetzungen, nämlich den „deutschen europäischen und weltweiten vollendeten Atomausstieg“.

In dem „12 Punkte Programm für die Vollendung des Atomausstiegs – die Position des Bundesumweltministeriums“ vom 11.03.21 heißt es:

„Das Bundesumweltministerium sieht seinen Einsatz für den Atomausstieg aber noch lange nicht als beendet an. Im Gegenteil: Wir arbeiten mit voller Kraft weiter. Denn vollendet ist der Atomausstieg Ende 2022 noch nicht. Es bleiben nukleare Risiken, die weitere konsequente Schritte erfordern: in Deutschland, in Europa und weltweit.“

Weltweit und vollendet, darunter machen es deutsche Politiker niemals. Hört mal, ihr Russen, Amerikaner, Chinesen und Franzosen und wer da noch so mit den Atomen rumspielt, eure Risiken machen nicht an den deutschen Landesgrenzen halt.

Deshalb ist die weitere Nutzung der Atomenergie im Ausland nicht im deutschen Interesse, schon gar nicht staatlich geförderte Neubauten in der EU. Insbesondere in den grenznahen Regionen sind viele Menschen über den Betrieb alter Atomkraftwerke in Nachbarländern besorgt. Gleichzeitig sollen für diese Reaktoren in vielen Fällen die Laufzeiten teils erheblich über die ursprünglich genehmigten Betriebsdauern hinaus verlängert werden. Das Bundesumweltministerium teilt die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger und setzt sich dafür ein, dass ihre Interessen gewahrt werden“.

Der Fadenriss ist noch nicht endgültig genug

Wie sich Svenja Schulze im einzelnen für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger einsetzt, bleibt nebulös, aber vielleicht gibt es ja noch ein paar Versprengte von der Kavallerie ihres Genossen Steinbrück.

Als Grund für die Sinnlosigkeit der „Atomkraft“ führt die Umweltministerin an, „Ihr Anteil am weltweiten Primärenergieverbrauch beträgt nicht einmal 5 Prozent. Sie kann schon deshalb keinen substanziellen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele erbringen“. Oh, chère Madame, dünnes Eis. Die Heilsbringer Wind und Sonne schaffen nämlich mit 4,5 Prozent noch weniger. Können die womöglich auch keinen substanziellen Beitrag erbringen?

Deshalb will das BMU „vollständig raus aus der Atomkraft“. Der Fadenriss ist noch nicht endgültig genug. Jetzt sind die „Atomfabriken“ Lingen und Gronau dran. Brennelemente herstellen geht gar nicht, sie sollen in der nächsten Legislaturperiode geschlossen werden, per Gesetz, versteht sich. „Nach Auffassung des BMU ist eine gesetzliche Regelung zur Beendigung der Brennelementfabrikation in Deutschland und des Betriebs der Urananreicherungsanlage in Gronau die rechtssichere, richtige Lösung, um die untragbare Situation zu beenden, dass grenznahe ausländische Alt-AKW mit Brennelementen aus deutscher Produktion betrieben werden“.

Was scheren Svenja Schulze von der Arbeiterpartei SPD die 300 Angestellten von Gronau? Was stört sie, dass die etwa 350 Angestellten von Lingen ihren Arbeitsplatz verlieren? Schließlich werden der Ministerin ihre 25.000 Euro monatlich pünktlich überwiesen, auch oder gerade in Corona-Zeiten. „Nach Gutachten im Auftrag des BMU wäre eine Schließung rechtssicher möglich“. Hau wech, die Sch…

Um den Atomausstieg zu vollenden, braucht man nach Ansicht von Svenja Schulze nur „konsequent den nächsten Schritt zu gehen und angesichts eines höheren EU-Klimaziels beim Ausbau der erneuerbaren Energien die Anstrengungen bis 2030 zu verdoppeln“. Anstrengungen verdoppeln, Gemeint sind natürlich die Steuerzahler und eine Verdoppelung der hübschen Windräder von derzeit 30.000 auf 60.000. Zur Information für Frau Schulze die Information in leichter Sprache: Bei Windstille ist 30.000 mal null gleich null. Und 60.000 mal null ist auch gleich null.

Wie man Freunde gewinnt

Und dann will das BMU noch den „Schulterschluss der atomkritischen Staaten suchen“. Steht etwa die Gründung einer internationalen Anti-Atom-Kavallerie unter deutscher Führung im Raum? Im Positionspapier heißt es dazu:

Zielbestimmungen des Euratom-Vertrages hinsichtlich der Nutzung der Atomenergie müssen an die Herausforderungen der Zukunft angepasst werden. Staatlich geförderte AKW-Neubauten in der EU sind nicht im deutschen Interesse und auch nicht im Sinne von Klimaschutz und Energiewende… Dank zielstrebiger Verhandlungen gelang es unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft im Dezember 2020, zur Espoo-Konvention über grenzüberschreitende UVP einen völkerrechtlich verbindlichen Leitfaden zu verabschieden, der klarstellt, unter welchen Voraussetzungen bei Laufzeitverlängerungen eine UVP geprüft und durchgeführt werden muss. Der Espoo-Konvention gehören 45 Staaten an. Der Leitfaden macht die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken, die unter bestimmten Bedingungen eine UVP-Pflicht auch bei Laufzeitverlängerungen klarstellt, zum allgemeinen Maßstab und damit auch für Nicht EU-Mitgliedstaaten mit alten AKW – wie die Schweiz, Großbritannien, Ukraine und Belarus – bindend.“

Mein Kommentar dazu: Wie man Freunde gewinnt.

Den Atomsündern soll darüber hinaus der Geldhahn zugedreht werden: „kein öffentliches Geld für Atomkraftwerke in der EU und darüber hinaus“ (sic), während den Atomskeptikern der Ausstieg mit deutschem Geld vergoldet werden soll: „Das BMU setzt sich dafür ein, dass bei der laufenden EU-Beihilfereform die Interessen der Mitgliedstaaten der EU, die aus der Atomenergie aussteigen wollen oder ausgestiegen sind, umfassend berücksichtigt werden“.

Das BMU schließt das Positionspapier mit der Forderung, dass Deutschland auch in Zukunft „Kompetenz erhalten und solide Fakten in den internationalen Atom-Diskurs und zu neuen Reaktorkonzepten einbringen“ soll. Wie dies aussieht, kann man unmittelbar auf der letzten Seite des BMU-Positionspapiers in einer Stellungnahme zu den neuen Reaktoren der Generation 4 nachlesen – eine Argumentation, die direkt aus der Feder eines Greenpeace-Volontärs mit Abschluss in Germanistik und Politologie stammen könnte.

Corona-Lesetipp: Manfred Haferburg ist Autor des Romans „Wohn-Haft“ (4,9 von 5 Punkten bei 148 Bewertungen), der sich immer mehr in eine Dystopie entwickelt.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier