Lebenslügen der Energiewender, vom ZDF zerrupft (2)

Da waren ein paar Leute beim Staatsfernsehen ziemlich mutig, die Hohepriester der Energiewende dermaßen in die Enge zu treiben! Eine ungewöhnlich kritische Doku zeigt anschaulich, wie absurd blauäugig und verlogen diese zum Scheitern verurteilte Politik ist. Teil 2 der Analyse.

von Michael W. Alberts

Mit den überschlägigen Berechnungen in Teil 1 dieses Beitrags ist das ganze dümmliche „Energiewende“-Propagandageschwätz der Regierenden und ihrer Aktivisten-Front schon hinreichend entlarvt, es bleibt dabei: Man kann Deutschland nicht mit Windkraft antreiben, ergänzt um Solarstrom tagsüber, weil beide viel zu stark schwanken im Jahresverlauf, während der Strombedarf alles in allem ziemlich konstant bleibt. Selbst wenn Wind und Solar an schlechten Tagen nicht nur bei vielleicht etwa 5 GW herumdümpeln, sondern nach massivem Ausbau (naiv hypothetisch) sogar beim Dreifachen, dann hätten wir mit 15 GW immer noch nicht mal ein Viertel (!) von dem, was Deutschland an Strom im Durchschnitt braucht, das ganze Jahr hindurch – heute schon.

Weitere -zig Gigawatt können dann einfach nicht ausdauernd aus Speichern kommen, das würde selbst bei kindisch optimistischen Annahmen auf Basis von Elektroauto-Batterien und gedrosselter Industrie nicht mal für einen halben Tag reichen. Nun soll der Strombedarf aber sogar noch massiv ansteigen, politisch gewollt: Das muss auch Habecks Energie-Staatssekretär Graichen im ZDF-Interview zugeben, und zwar – verärgert durch unbotmäßig bohrende Fragen – unbeholfen gestikulierend und in ziemlich zickigem Tonfall. Die Hälfte mehr Strombedarf – egal, machen wir einfach! [17:13]

Die grüne Leitidee (gern auch: Vision) ist ja genau, sämtlichen Energiebedarf mit Strom abzudecken, neben der Mobilität etwa auch Gebäudewärme: Gasheizung geht gar nicht mehr, da ersetzen wir mal eben mit Wärmepumpen. Das ist typisch gesamtsystematisch grün: die Stromerzeugung komplett auf unzuverlässig umstellen und gleichzeitig den Strombedarf so schnell wie möglich in die Höhe treiben, und zwar die Nachfrage dem verfügbaren „Öko“-Strom-Angebot immer schön weit vorauslaufen lassen. Ja, das ist widersinnig, aber die Grünen finden sich damit ehrgeizig und umso vorbildlicher.

Stromspeicher im Annalena-Netz

So eine Wärmepumpe wird – Überraschung! – vor allem im Winter gebraucht und muss wie durch Magie auch aus minus-gradiger Außenluft 30 Grad warmes Heizwasser machen. Das ist zwar technisch möglich, kostet aber viel Strom. Je kälter es wird, desto besch…eidener wird leider der Wirkungsgrad, sodass schlaue Ingenieure sagen: Wenn’s draußen echt kalt ist, heizen wir einfach direkt mit Strom, ohne Pumpe. Die Geräte ziehen dann auch mal fünf oder mehr Kilowatt aus dem Netz.

Wenn in Deutschland fortlaufend jährlich 300.000 Wohnungen hinzukämen, überwiegend mit Wärmepumpen beheizt, dann würden in zehn Jahren schon Millionen zusätzlicher Einheiten Wärme so aus Strom erzeugen und schon dadurch an kalten Tagen -zig Gigawatt mehr Strom benötigt – während zugleich Dunkelflaute-Perioden gerade im Winter das Netz bedrohen. Leider kann man die Wärme nicht aus den Wohnungen rausziehen und in Strom zurückverwandeln, das wäre sonst auch noch ein schöner Beitrag zum grünen Gesamtsystem. Wo sind Erfinder, wenn man sie braucht?

Zurück zu den Stromspeichern, die im Annalena-Netz nur darauf warten, beim „Spitzenglätten“ und zum wundersamen Überbrücken tagelanger Dunkelflauten genutzt zu werden. Natürlich sind die Energiewender echt stolz auf ihre super Idee, die schon seit Beginn der Merkel‘schen Elektro-Mobilitäts-Euphorie propagiert wird, denn dass Windstrom nicht planbar und zuverlässig erzeugt werden kann, soviel war selbst den Dümmsten klar. Da kommen die Speicherkapazitäten von Autos gerade recht, was für eine wunderbare – aufgepasst, noch eine Zaubervokabel – „Synergie“!

Was denn nun, Fahren oder Puffern?

Nicht nur kann man dann statt mit bösem Diesel mit schönem sauberem Solarstrom fahren, den man auf dem eigenen Dach erzeugt hat (wobei das Haus natürlich am Netz hängt und der Solarstrom eigentlich dazu dienen könnte und im Sinne der „Energiewende“ auch müsste, das nächstgelegene fossile Kraftwerk überflüssig zu machen). Nein, man hat dann gleichzeitig Puffer-Batterien, um das Netz stabil zu halten! Genial!

Ingenieure der Energieversorgung schütteln den Kopf über so viel naiven Machbarkeitswahn jenseits technischer Zwänge in Kraftwerken und Netzen, aber nicht nur das: Vielmehr ignorieren die Synergie-Denker auch zwei entscheidende Fakten. Erstens: Man kann ein Batterieauto zum Fahren benutzen, man kann es auch als Netz-Puffer benutzen. Nur leider nicht beides gleichzeitig! Entweder der Besitzer kann dank Batteriestrom mobil sein, oder er muss zugunsten der Puffernutzung zu Hause bleiben. Es ist dringend zu wünschen, dass dieser wunderbare Synergie-Effekt von der Bundesregierung massiv kommuniziert wird, um „die Bevölkerung mitzunehmen“ und zu begeistern für die große Idee. Sicher wird das die Bereitschaft, maßlos teure Autos mit weniger Nutzen zu kaufen, sehr fördern.

Zweitens und noch schlimmer hat man dann den Strombedarf generell massiv in die Höhe geschraubt – als ob das die „Energiewende“ vereinfachen würde. 15 Millionen Elektro-Autos (wie von Habecks Energiewender Dr. Graichen für 2030 angesagt)… Wenn jedes dieser Autos nur 40 km täglich gefahren wird (was übers Jahr statistisch passende Fahrleistungen ergibt), dann müssen dafür realistisch jeweils etwa 8 kWh Strom zum Nachladen produziert werden. Mal 15 Millionen ergibt 120 GWh; großzügig perfekt verteilt auf 12 Stunden über Nacht bedeutet das einen zusätzlichen Leistungsumfang auf Kraftwerksseite von 10 GW (wo heute nachts vielleicht nur 40 GW gebraucht werden).

10 GW kann Windkraft selbst bei dreifacher installierter Kapazität gegenüber heute nicht zuverlässig rund ums Jahr bereitstellen, und dann ist noch keine Flurleuchte angeknipst, kein Liter warmes Duschwasser erzeugt, keine Designer-Espressomaschine röchelt, während Dutzende Elektro-Autos in der Nachbarschaft alle begierig am Netz hängen. (Und da wir gerade über nachts im Winter sprechen, gibt es auch keinen Solarstrom.)

Elektro-Autos als grüne Strom-Sparschweine

Theoretisch könnten super viele Batterie-Autos ganz gelegentlich etwas Reserve ins Netz speisen; wenn dafür 3 Millionen Autos wirklich zur Verfügung stünden, an „smarten“ „Wallboxen“, deren Eigentümer ausreichend opferbereit wären, und es sollen Netz-weit auch „nur“ 12 GW fließen, dann müsste jedes Fahrzeug in Echtzeit über viele Stunden konstant 4 Kilowatt abgeben, was eine normale Steckdose gar nicht verkraften würde. Aber um auf eine solche Option theoretisch zugreifen zu können, hat man vorher den Strombedarf für das ganze Jahr hindurch um eine ähnliche Größenordnung hochgeschraubt!

Die schlaue „Batterieautos-als-Netzpuffer“-Idee löst also bestenfalls ein Problem, das die vielen zusätzlichen, politisch krampfhaft in den Markt gezwungenen Teslas und i-BMWs selbst verursachen: Ohne die E-Mobile könnte man dann zwar den Strom nicht aus den Batterien zurückholen, aber man bräuchte auch von vornherein entsprechend weniger und hätte sehr viel häufiger gar nicht erst ein Defizit, zu dessen Ausgleich man Speicherreserven benötigt. Lücken im launenhaft-labilen Ökostrom ausgleichen, indem man mehr Stromverbraucher schafft: Man muss sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, wie komplett saublöde diese Art der politischen Selbsttäuschung ist.

Apropos, essen und Tiere mit Steckdosen-Nase: Man könnte auch Menschen in armen Ländern mit Nahrungsknappheit ansagen, sie sollten sich gefälligst Schweine halten, die man zur Not schlachten und aufessen kann, wenn die Nahrung mal richtig knapp wird und eine Woche lang nichts mehr zu haben ist. Nur dass die Schweine natürlich das ganze Jahr über gefüttert werden müssen und damit die Nahrungsmittel im Land erst recht knapp werden. (Wenn man das Gleiche mit Pferden machte, könnte man allerdings sogar nebenher darauf reiten!)

Energiewender im Dilemma

Ein Beitrag zur „Energiewende“ ist das Kemfert/Graichen-Noch-und-nöcher-Konzept nur, wenn es in Wahrheit darum geht, die ganzen privaten Autos je nach Windlaune einfach mal stillzulegen (was man mit Dieselfahrzeugen nicht so einfach machen kann). Oder, technische Machbarkeit naiv vorausgesetzt, man holt in seiner überschäumenden professoral total sauber durchgerechneten Phantasie aus 8 Millionen Batterie-Autos jeweils 8 Kilowatt, dann kann man mit 64 GW ganz Deutschland versorgen, aber das reicht dann eben wieder nur ein paar Stunden, selbst wenn die düpierten Besitzer ihre 60.000-Euro-Autos anschließend mit Net-Zero Reichweite in der Garage haben, und dann sind noch mehrere Tage Dunkelflaute übrig. Muss Frau Prof. Kemfert ihr wissenschaftlich blitzsauber „flexibles digitales Netz“ vielleicht noch mal durch den peer-review schicken?

Ihr noch-und-nöcher-Speicherparadies ist auch aus Sicht des ZDF-Journalisten eher ein Potemkin’sches Dorf, und auch er scheint etwas verblüfft, warum man mit Elektro-Autos und Wärmepumpen den Strombedarf so schnell so massiv steigern will, wenn die sichere Ökostrom-Versorgung nicht mal auf heutigem Nachfrage-Niveau funktionieren kann. (Dass damit die Lücken sogar viel häufiger und wahrscheinlicher werden, als wenn man auf die Nachfrage-Steigerung verzichtete, arbeitet er freilich nicht wirklich heraus. Sind ja nur 40 Minuten Sendezeit.)

Grünes „Gesamtsystem“ (Patent Dr. Graichen) heißt aber eindeutig: wir wollen alles, und zwar sofort, ungeniert auch dann, wenn die Einzelbausteine offensichtlich im Konflikt sind: Strom nur noch ohne fossile Kraftwerke, was ohnehin schon kaum erreichbar ist, und gleichzeitig die Nachfrage mit Karacho hochschrauben. Damit heizen sich die Energiewender ihr zentrales Dilemma schwungvoll weiter auf, in dem sie jetzt schon erkennbar ungemütlich schwitzen, kurz vor dem Siedepunkt: Denn entweder schalten sie die bösen fossilen Kraftwerke auf Kohlebasis einfach trotzdem ab. Damit wird ein Blackout immer wahrscheinlicher, und selbst brave Staatsmedien steigen der Regierung aufs Dach. Oder man lässt notgedrungen die Kohlekraftwerke laufen, sodass das Ziel (die Stromerzeugung CO2-frei zu machen) immer weiter in die Ferne rückt.

Mehr CO2 durch grüne Politik-Kunst

Aber es wird noch viel dümmer – wo die ZDF-Doku mit ihrer Warnung vor dem Blackout aufhört, geht es gerade erst los! Denn die ganzen feinen Fortschritte, die grünrotgelbschwarz an der Klimafront erzwingen will, etwa auch durch weitere „Verkehrsverlagerung“ vom bösen Auto zur tollen Eisenbahn, 1 Million lustiger Ladesäulen an jeder Ecke, Oberleitungen für LKW auf Autobahnen (!), Wärmepumpen statt bewährter effizienter Gasheizungen: Das kostet alles ein Heidengeld. Wenn man das ausgegeben hat, sogar rein konsumtiv verpuffend für „9-Euro-Tickets“, ist es erst mal weg und fehlt, wo in den Ausbau der Ökostrom-Erzeugung, der Netze oder der Speichertechnologie zu investieren wäre.

Das ganze Herumschrauben auf der Nachfrageseite, um Energieverbrauch auf Strom umzustellen, macht also doppelt Spaß: Kohlekraftwerke müssen immer länger laufen und immer mehr davon, um den mutwillig verstärkten Bedarf überhaupt abzudecken; und gleichzeitig fehlt das Geld, das man für den Umbau der Stromversorgung viel dringender und mit vielfacher Effizienz einsetzen könnte. (Sinnvollerweise mit AKW, natürlich.)

Nun aber der eigentliche Höhepunkt des Wahnsinns: Die zusätzlichen Stromverbraucher, wenn sie nicht in der Dunkelflaute stillgelegt werden, werden noch in vielen Jahren fast immer durch Kohlekraftwerke versorgt, die man – wie Gretas FFF-Fanatiker fordern – eigentlich schon vorgestern gesprengt haben wollte. Es spielt fast keine Rolle, ob man vielleicht an 30 oder 60 Tagen pro Jahr theoretisch allein mit Wind und Solar auskommen könnte. Wenn zu 90 Prozent der Zeit die zusätzliche Nachfrage für Autobatterien und Wärmepumpen nur durch „verlängerte“ fossile Stromerzeugung gedeckt werden kann, dann ist der vermeintliche Nutzen für das Weltklima nur bestenfalls Null, wahrscheinlicher negativ.

Grüne „Gesamtsysteme“ sind ein riesiger fauler Zauber

Der vollelektrische BMW verbraucht nach offizieller Bemessung etwa 20 kWh je 100 km. Wenn der Strom nur zu 80 Prozent aus einem möglicherweise sogar modernen Steinkohlekraftwerk kommt, dann sind das leicht 130 bis 150 Gramm CO2 je km. Da bleibt ein vergleichbarer herkömmlicher BMW mit Diesel-Verbrenner locker darunter! Noch dazu braucht man für letzteren keine gewaltigen Akkus, deren Produktion in China soviel CO2 produziert hat, dass schon damit jahrelang ein Diesel gefahren werden könnte. (Einer der ganz schlauen Klima-„Aufklärer“-Aktivisten behauptet im ZDF frech [19:32], von der Primärenergie im Kraftstoff gingen bei Autos 75 Prozent per Auspuff verloren; der Wirkungsgrad eines modernen Turbo-Diesel liegt in Wahrheit bei 45 Prozent!)

Die Energiewende-Enthusiasten (auch der Industrie, die den Kram verkaufen wollen) schlagen allen Ernstes vor, den Strom „garantiert CO2-frei“ vom Versorger zu kaufen, oder sie jonglieren mit dem „Strom-Mix“. Aber das ist auch nur ein Taschenspielertrick für Leute, denen Mathematik immer schon ein Mysterium war. In Wahrheit bedeutet höherer Gesamtstromverbrauch der Gesellschaft zu jedem beliebigen Zeitpunkt in den kommenden Jahren, dass der CO2-neutrale Anteil des Strom-Mix geringer ausfällt, als er es könnte, wenn man z.B. bei Diesel-Kfz und Gasheizungen bliebe. Was rechnerisch identisch ist mit der Erkenntnis, dass man für die Zusatz-Nachfrage (fast immer) zusätzliche fossile Stromerzeuger braucht.

Die grünen „Gesamtsysteme“ von Kemfert und Graichen sind ein riesiger fauler Zauber, gefährliche Gaukelei. Die Energie-Sicherheit Deutschlands wird schamlos aufs Spiel gesetzt; gnadenlos wird Geld verpulvert, das wir schon längst nicht mehr haben, und zwar besonders gern ineffizient an falscher Stelle – und dann wird in Wahrheit sogar mehr CO2 erzeugt werden als nötig, wenn man nur etwas Ingenieur-Verstand walten ließe. Damit ist diese Energiewende jetzt schon an ihrem verdienten und aus purem Übermut provozierten, selbst verschuldeten Ende.

Energiewende, zu Tode gesiegt

Die schrillen Aktivisten auf der Straße und die smarten Netzwerker auf Steuerzahlerkosten haben so erfolgreich „politisch Druck gemacht“, so ehrgeizige Ziele gesetzlich und gerichtlich in Granit gemeißelt bekommen, das lässt sich nie und nimmer realisieren. Selbst wenn man Wind und Solar schnell genug ausgebaut bekäme, um übers Jahr im Prinzip ausreichend viel Strom zu generieren: Es passt eben nicht zur Nachfrage, schwankt viel zu massiv. Ohne Speicherung in üppigen, kaum vorstellbaren Maßstäben, über lange Fristen von Monaten hinweg, kann das Gemeinwesen dann nicht am Leben gehalten werden, und damit ist auch menschliches Überleben gemeint. [27:42 – Horror bei einem Blackout in der Hauptstadt]

Nicht nur sind Autobatterien keine hinreichende Lösung, selbst wenn die naiven Phantasien dieser Art auf keinerlei technische Umsetzungsprobleme oder Widerstände bei den Besitzern stoßen würden. Batterien können auch insgesamt, im globalen Maßstab, nicht die Lösung sein. So viele Rohstoffe lassen sich gar nicht beschaffen, weltweit, um entsprechende Speicherkapazitäten bereitzustellen. Es ginge nur mit chemischen Energiespeichern, also Wasserstoff, Methan, Synthese-Äthanol und ähnlichen Stoffen, aber dann fallen zwischen Ökostrom und Speicherkraftstoff so massive Verluste an, dass das ganze Kartenhaus erst recht in sich zusammenfällt.

Am Ende steckt man mehr Ressourcen in die Produktion der Windkraftanlagen und der ganzen weiteren extrem kapitalintensiven Großtechnik (riesige Fabrikanlagen!), als man am Ende einer wahnsinnig komplizierten, unbezahlbaren Prozesskette überhaupt an Nutzenergie herausbekommt – weil der „Erntefaktor“ (energetisches „Return on Investment“) vor allem bei Solarpaneelen von vornherein mickrig ist, die „Speicherfabriken“ nur schwankend ausgelastet wären und mehrfach massive Umwandlungsverluste anfallen. Der Schweizer Jean Tinguely hat Wahnsinns-Tüftelmaschinen als Kunst-Phantasie entworfen, witzig und anregend; die Klimafanatiker streben ganz real eine gigantische Materialschlacht, eine „regenerative“ Riesenmaschine an, die sich nur gerade so selbst am Laufen hält – nicht witzig, nur eitle Narretei.

Wirtschaftlicher Selbstmord und ökologische Schäden

Das war noch längst nicht alles: Industrie in Deutschland per teurer, unzuverlässiger Energie unmöglich zu machen, ist nicht nur wirtschaftlicher Selbstmord, sondern verschärft sogar weltweit ökologische Schäden – aber das schert „global denkende“ deutsche Grüne in ihrem lokalen Handeln nicht. Das kommt davon, wenn man „politisch“ denkt und Ingenieure für Idioten hält, wie ein klar formulierender Praktiker dem ZDF-Reporter vorträgt [16:39]. Weitere Höhepunkte der Aufklärung: Der Weltkonzern BASF wagt es, klar und deutlich in die Fernsehkamera zu sagen, dass Kernaussagen der Energiewende-Fraktion komplett irrealer Blödsinn sind [20:29]. Der Präsident des Bundesrechnungshofs (!) fordert unverblümt nachdrücklich Vernunft und Verbraucherschutz ein [13:42].

Frau Professorin Kemfert und Herr Superstaatsaktivist Graichen bekommen so langsam eine Ahnung, dass ihnen die blöde Realität ihr schönes politisches Lebenswerk zerdeppert. Das sture Insistieren auf primitiven Beschwörungsformeln der TV-berühmten „Energie-Ökonomin“, ebenso die trotzige Besserwisserei des Politmanagers, dem nur noch übrig bleibt, skeptischen Ingenieuren und politischen Gegnern quasi charakterliche Defizite zu unterstellen… diesen arroganten Typen fällt verdattert die Kinnlade runter, dass sie plötzlich Gegenwind bekommen von so offiziöser Seite. Jetzt auch noch die Mainzelmännchen („Gu’nahmd!“) zu rechtspopulistischen Verschwörungstheoretikern zu erklären, wird aber nicht funktionieren.

Da waren ein paar Leute beim Staatsfernsehen ziemlich mutig, die Hohepriester der Energiewende dermaßen in die Enge zu treiben! Wenn das mainstream-linientreue ZDF seinem Rentnerpublikum eine Dreiviertelstunde lang mit dramatischer Hintergrundmusik beibringt, dass der Blackout wirklich droht und die Kritiker ernstzunehmende Fachleute sind, dann sind wir schon mal ein großes Stück weiter. Die Doku zeigt anschaulich, wie absurd blauäugig und verlogen die „führenden“, politisch maßgeblichen Energiewender in Deutschland unterwegs sind und für wie dumm sie das Publikum verkaufen.

Die Welt retten durch Wohlstandsabbau

Am Ende vollführt die ZDF-Doku aber noch eine überraschende Wende. Da erklärt uns einer, der die technischen Probleme sieht, insofern also nicht blauäugig ins Verderben rennt, dass wir gleichwohl die Welt retten müssen, indem wir auf Konsum, Wohlstand und Sicherheit verzichten [42:28]. „Verheerende Folgen für Deutschland“ sieht das ZDF kommen, weil die „Energiewende“ offensichtlich nicht funktionieren kann, und belegt das sachlich zutreffend mit klaren Zahlen, Fakten, Zusammenhängen. Um zum Abschluss einen demonstrativ vom Fahrrad gestiegenen Professor im Strickpulli sagen zu lassen, dass das Ende unseres „Lebensstils“ für die Weltrettung notwendig sei.

Ob die Bevölkerung in ihrem „mindset“ darauf so richtig vorbereitet ist? Müssen wir uns aus einer „Überflussgesellschaft“ verabschieden, dem „Materialismus“ Lebewohl sagen? Das war und ist immer schon das Ziel der grünen Menschenfeinde, und die „Energiewende“ führt genau dorthin. Das ist die eigentliche Erklärung der rätselhaften Politik, die scheinbar dumm eine Industriegesellschaft ins Verderben stürzt. Ohne Energie keine Industrie, kein Wohlstand. Das ist kein Risiko, das man leichtsinnig in Kauf nimmt, sondern das ist das eigentliche Ziel dieser Truppen. Das ist die „Große Transformation“ (aka „great reset“), von der Angela Merkel, Uschi „Wanderlein“ (wie die Briten unsere Spitzenfrau in Brüssel nennen) und viele mehr schon seit Jahren fabulieren.

Was der ZDF-Reporter genau im Sinn hatte mit diesem Abschluss? Wo er politisch hin möchte? War es taktische Camouflage oder eigene Überzeugung? Das spielt keine Rolle. Er hat überzeugend vor dem Blackout gewarnt, die Energiewende praktisch für gescheitert erklärt und dann noch wahrheitsgemäß ins Bild gesetzt, worum es den eitlen Weltverbesserern eigentlich geht. Das wäre doch mal einen Grimme-Preis wert.

Der Beitrag erschien zuerst bei Achgut hier




Pfauen der Energiewende – vom ZDF gerupft

Man muss auch mal loben können: Eine ZDF-Doku entlarvt in geradezu genialer Weise führende Protagonisten der Energiewende: Man lässt sie einfach reden und fragt dann informiert nach. Ein geeigneter Anlass für eine akribische Analyse des Energiewende-Desasters in zwei Teilen.

von Michael W. Alberts

Zerstören unsere machthabenden „Eliten“ Deutschland aus Dummheit oder mit Absicht, nicht zuletzt mit der „Energiewende“? Kapieren die grünen „Experten“ nicht, welche Folgen ihr Aktivismus hat? Kann man wirklich glauben, eine Industrienation mit weit über 80 Millionen Menschen auf engem Raum lasse sich komplett „klimaneutral“ mit Wind- und Solarenergie versorgen, am liebsten schon 2030?

Die gegenwärtige Energiekrise, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine und westliche Entschlossenheit, fast sofort ohne russische Energie auszukommen, hat das Problem nur verschärft, nicht verursacht. Wenn Wind und Solar im Prinzip schon bald reichen würden, könnte es kaum eine Rolle spielen, von woher man fossile Energieträger bekommt. Russisches Gas als vermeintlicher Klima-Joker war eigentlich von vornherein ein klarer Beweis für die technische Untauglichkeit und Absurdität des deutschen Sonderwegs, den bis heute niemand mitgeht – während uns weisgemacht wird, wir seien globales Vorbild. Würden etwa Frankreich und Polen unseren Unsinn nachmachen, könnten wir uns nicht mit deren Atom- und Kohlestrom über die Runden retten. Wir sind nicht Vorbild, sondern scheinheilige Schmarotzer.

Wind und Solar reichen hinten und vorne nicht, ungeachtet aller Jubelmeldungen, wie viel Windstrom schon erzeugt werden kann – denn der fällt extrem ungleichmäßig an: manchmal werden 30 Gigawatt ins Netz eingespeist, aber immer wieder reicht es nicht mal für 5 oder gar nur 3 GW in ganz Deutschland. Der Strombedarf schwankt gegenwärtig im Tagesverlauf zwischen etwa 40 und 70 GW (Bundesnetzagentur); der Jahresdurchschnitt liegt bei knapp 65 GW (brutto, mit Übertragungsverlusten etc.). Dazu trug Wind im Durchschnitt 2021 (verteilt auf 8.760 Stunden jährlich) knapp 13 GW bei; Solarstrom weitere gut 5 GW (Fraunhofer).

Die Zahlen zeigen drastisch: Die Gefahr eines Blackout, einer dramatischen Unterversorgung mit lebensnotwendigem Strom, wird immer realer, wenn zuverlässige Kraftwerke auf fossiler Basis verteufelt, vom Netz genommen und zerstört werden. Das lässt sich nicht mehr als „Verschwörungstheorie“ vom Tisch wischen – und es ist ein kleines Wunder geschehen: Das Staatsfernsehen aus Mainz hat das Problem aufgegriffen und eine ausführliche, aufwändig produzierte Doku dazu versendet, mit Stimmen aus beiden Lagern: Energiewende-Enthusiasten und warnenden Skeptikern des Windwahns. ((Unbedingt ansehen: „Blackout in Deutschland – Horrorszenario oder reale Gefahr?“ / Bezüge zum Film nachfolgend mit Zeitangabe in Klammern.)

Es droht ein politischer Kolbenfresser

Hauptdarsteller auf der Öko-Seite: die oberste „Expertin“ an allen Medienfronten, Frau Professorin Claudia Kemfert, und der für die radikale Energiewende amtlich zuständige Staatssekretär im Hause Habeck, Dr. Patrick Graichen. Was beide von sich geben, ist an Dummdreistigkeit nicht zu überbieten. Beide sind nicht dumm, wohlgemerkt, sie kennen die Probleme durchaus, aber deklarieren diese quasi ex cathedra in polit-aktivistischem Zweckoptimismus für unbedeutend, versuchen das Publikum mit Ausflüchten, Nicht-mal-Halbwahrheiten und Propagandasprüchen abzuspeisen. Bei sichtbarer Nervosität: Die „Energiewende“ wird immer spürbarer schmerzhaft, produziert massive gesellschaftliche Reibungsverluste, läuft plötzlich nicht mehr fast wie geschmiert. Ein politischer Kolbenfresser droht: Kontrollverlust über die öffentliche Debatte, für die grünen Strippenzieher ein Super-GAU (und das, Ironie, gerade weil sie Atomkraft immer noch nicht zulassen wollen).


Da wird das ganze Elend unserer „Eliten“ sichtbar: Intellektuelle und Akademiker, die ihr Talent zur Abstraktion und Theoriebildung dazu benutzen, sich eine Phantasiewelt zu erschaffen, die sie mit purer Macht und Gewalt dem Land aufzuzwingen versuchen. Das kollidiert mit der Realität, mit Physik und Ökonomie, aber das ficht sie nicht an: Sie haben ihre Prinzipien, ihre alles überragenden Ziele der Weltrettung, ihre vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zur Staatsdoktrin erklärte Ideologie. Da müssen wir jetzt einfach durch!

Es gibt für diese Leute kein Zurück. Sie sind in ihren intellektuell sich selbst genügenden Kreisen gefangen, dem „Groupthink“ und ihren Netzwerk-Freunden verpflichtet, Abtrünnige werden da nicht zimperlich behandelt. Die politische Hegemonie der Grünen ist fundamental abhängig von der Klimaerzählung. Ohne Kilmawahn wäre die ganze große „Transformation“ der westlichen Industrienationen im Eimer, die politische Kontrolle über alles und jeden futsch. Das aufrechtzuerhalten, mit allen Mitteln, ist für diese „Eliten“ politisch, wirtschaftlich und psychologisch existenziell.

Man sieht es ihnen an, der Energieprofessorin und dem Spitzenbeamten, der in anderen Ländern mit größeren Kabinetten „Energiewendeminister“ wäre; ihre Gesichter sind angespannt und verkniffen. Sie haben es während der Dreharbeiten schon gemerkt: Dieser ZDF-Reporter kommt plötzlich mit echt kritischen Fragen, nicht nur als Stichwortgeber, legt den Finger in die Wunde. Sie versuchen es mit „talking points“, mit Sprachregelungen und knackigem „wording“, aber es kommt nur peinliche Propaganda dabei heraus.

Als Kompetenz-Darstellerin hochgearbeitet

Bisher waren sie immer prächtig damit durchgekommen, mit angeblich wissenschaftlichen Erkenntnissen, „ist alles durchgerechnet“. Darauf setzt Professorin Kemfert auch hier, auf ihren Titel und ihre Prominenz dank Talk-Shows: Vertrautheit induziert Glaubwürdigkeit. Zielstrebig medial orientiert hat sie sich als Kompetenz-Darstellerin hochgearbeitet, ihr Gesicht als Projektionsfläche professoraler Autorität vermarktet. Ist es nicht auch dankenswert, wie sie ihre großartige fachliche Expertise für das Laienpublikum in einfache Sprache übersetzt? Keine Zweifel gibt es, keine offenen Fragen, alles wird gut. Aber in ihre aufgesetzte Souveränität mischt sich Angefressenheit … du meine Güte, wie deutlich muss sie es denn noch sagen. Was für ein aufsässiger Flegel, dieser Medientyp.

 

Die Gouvernante sieht ihre Autorität nicht gern angezweifelt. Zumal sie doch professionell mitgespielt hat: fürs Fernsehen auf der Straße ihrem Arbeitsplatz zugestrebt ist, sich von der Kamera neckisch durch ein Bücherregal hindurch hat ablichten lassen, mit extrem viel Expertise in bunten Ordnern. „Righteous indignation“ (auf vulgärdeutsch: beleidigte Leberwurst) ist der Antrieb, das psychologische Hauptmotiv des öffentlichen Agierens dieser Leute: Sie sind moralisch überlegen, kämpfen für die Welt von morgen, und dann kommen diese zurückgebliebenen Typen, die es einfach nicht einsehen wollen und überall Hindernisse aufbauen.

Ungeduldige Indignation steht auch Staatssekretär Graichen ins Gesicht geschrieben. Was soll das eigentlich, möchte es aus ihm herausschreien. Sind Sie noch bei Trost, Sie Fernsehtrottel? Diese Branchenheinis in der Energieversorgung, die wollen immer soundso viele Sicherheitsreserven, nur damit auch garantiert immer Strom aus der Steckdose kommt. So geht das doch nicht. Wir brauchen ein anderes – Achtung, jetzt kommt’s intellektuell knüppeldicke – „mindset“ (10:58 mit aufgesetzt lockerem Tonfall). Leute, stellt mal Euer Hirn um! Euer Denken! Jetzt werden andere Saiten aufgezogen im grünen Deutschland! Sowas dämliches wie Stuttgart 21, jahrelang an wichtigen Projekten rummäkeln und alles aufhalten, so kann es natürlich nichts werden mit der Transformation (22:15 – so geht arrogant großkotzig).

Das ist wirklich atemberaubend. Der grün-maoistische Landesvater Kretschmann in Stuttgart wäre wohl nie in sein Amt gekommen ohne die S21-Proteste, Grüne haben jahrzehntelang jeden angeblich gefährdeten Käfer durch alle Instanzen geschleift, um Milliardenprojekte zu hintertreiben – aber nun wird hier nach chinesischem Vorbild „durchregiert“, basta. Dutzende neuer Gaskraftwerke zur Netzsicherung, die dann sehr häufig kostspielig stillstehen, ungesicherte Energie-Importe aus aller Welt – Geld spielt keine Rolle, Glaubwürdigkeit auch nicht. (Hierzu wird noch einer weiteren grünen Spitzenkraft Gelegenheit gegeben, sich hochfrequent leerlaufend zu blamieren: 12:15).

Hohles Geschwätz als Gesamtkonzept

Ungewohnte Worte auf Achgut.com, aber es ist angebracht: Danke, liebes ZDF. Das ist großes Kino. Ihr habt dem Energiewende-Duo infernale Kemfert/Graichen eine große Bühne geboten, und sie haben sich beide um Kopf und Kragen geredet. Das hat bisher nur Beinahekanzlerin Annalena so schön geschafft, aber sie musste es ja letztlich nicht so ganz genau wissen, durfte sich doch wohl auf ihre grüne Expertentruppe verlassen und darauf, dass der Strom im Netz gespeichert wird und dass alles möglich ist. Sie war ja nur das fröhliche Gesicht der Bewegung und die personifizierte gute Absicht.

Aber nun wird klar: Die „Experten“ sind auch nur Schaumschläger und Dampfplauderer. Die „Argumente“ von Kemfert und Graichen sind so dünn, so durchsichtig, löcherig und lächerlich. Womöglich wissen sie es besser, glauben aber um der im Kern richtigen politischen Sache willen, das Publikum mit taktisch nützlichen Narrativen bei Laune halten zu müssen. Vielleicht sind sie aber auch so verbohrt und glauben inzwischen ihre eigene Propaganda, aus der sie nicht mehr herauskommen, ohne ihre Existenz zu gefährden – eine Krise, die sie viel weniger riskieren können als mal etwas Stromausfall hier und da.

Das ZDF informiert: Bisher haben Kraftwerke Strom genau dann und in der Menge erzeugt, wie es nötig war, das Angebot folgt der Nachfrage (9:16). Wind und Solar funktionieren nur andersrum: die Verbraucher warten, bis es wieder Strom gibt. Na und? Wir machen das Netz „flexibel“ und „digital“ – die Professorin äußert das mit einer Überzeugung, als ob solches Jonglieren mit Jargon-Vokabeln das Problem lösen könnte, und dann begleitet sie ihre rhetorischen Floskeln auch noch mit wir Fachleute nennen das so“ (7:11). Peinliche Ahnungslosigkeit, kaschiert mit professoraler Anmaßung – die vom ZDF sofort bloßgestellt wird: Nein, muss sie zugeben, das Zauber-Netz von morgen haben wir noch längst nicht in der realen Energiewirtschaft, aber wir müssen es eben jetzt einfach machen. (7:32)

Die raue Wirklichkeit ist: Die extreme Schwankung der Windkraft (und ähnlich Solar) müsste ausgeglichen werden durch Speicherung von überschüssigem Strom an „guten Tagen“ für trübere Abschnitte. Vor allem müssten gigantische Energiemengen sommers eingefangen werden, um sie im Winter aus der Reserve zu holen, wenn Gebäude geheizt werden müssen und fast ganztägig beleuchtet, gleichzeitig aber kaum die Sonne scheint und häufig genug auch der Wind schwächelt. Eine solche „Dunkelflaute“ dauert auch gern mal tagelang, sie kann sogar – wie das ZDF warnt – länger als eine Woche anhalten.

Aber es gibt doch total viele Speicher, insistiert Kemfert, es sei nur ein „Mythos“, dass es daran fehle! Wir haben Speicher „noch und nöcher“, man hört sie noch denken „…Ihr blöden Hinterwäldler“ [36:00]. Das ist „Wissenschaft“ 2022 in Deutschland: Wir haben Speicher für Strom noch und nöcher. Hier darf man sich fremdschämen, wie man es für die rustikalste Reality-Soap im Proletenfernsehen nicht müsste: Nicht nur ist die Formulierung ungemein unpräzise und sprachlich schräg, es ist auch eine Propagandalüge.

Auf die aber auch Staats-Energiewender Patrick Graichen in Habecks Auftrag setzt: 15 Millionen Elektro-Autos werde man 2030 haben, was da alles an Strom drinsteckt! Und dann die Solarsystem-Besitzer mit eigenem Groß-Akku im Haus! Das kommt sogar alles quasi wie von selbst, „automatisch“, die Politik muss nur noch darauf zugreifen, und dazu wird regierungsamtlich noch an einem zukunftsweisenden „Gesamtsystem“ gearbeitet (39:38). In „Gesamtsystemen“ sind die Grünen Weltspitze, darunter tun sie es auch nicht. Sie denken groß und global, und mit dem richtigen „mindset“. Dann klappt das auch mit der Energiewende, man muss es nur wollen.

So wie Habecks Freund Graichen denken und reden diese Typen alle, in den „elitären“ Kreisen zwischen Politik, Ministerien, „wissenschaftlichen“ Instituten, opportunistischen Unternehmen und NGO-Umfeld, schieben sich gegenseitig den grünen Ball zu, sowie in schamlosen, schier grenzenlosen Umfängen Planstellen und Steuergelder – auch für die „Aufklärung“ der dummen Restbevölkerung. Dieser Mann ist amtlich die Nummer 1 der Polit-Netzwerk-Funktionärskader, die die „Energiewende“ durchpeitschen, und eindeutig nicht zufällig dahin gekommen: Er repräsentiert den ganzen Haufen prototypisch, in Haltung und Anspruch, Denk- und Sprechweise.

Einfach mal echte Zahlen

Politische Machtspiele beherrscht Graichen souverän, mit technischen Fakten fremdelt er noch: Echte Elektro-Autos, also mit dicken Batterien, nicht nur etwas Hybrid-Gedöns mit lächerlich kleinen Elektro-Reichweiten, sind in Deutschland 2021 zu nicht einmal 14 Prozent von 2,6 Millionen Neufahrzeugen zugelassen worden (Kraftfahrt-Bundesamt), das macht etwa 350.000 zusätzlich (sodass der Gesamtbestand zum Jahreswechsel 618.460 erreichte).

Angenommen, bis 2030 steigt das an auf 2 Millionen neuer reiner Batterie-Autos pro Jahr, und zwar exponentiell, wie im richtigen Leben üblich, dann sind 15 Millionen unerreichbar, denn dazu bräuchte man über 8 Jahre hinweg schon durchschnittlich (!) fast 2 Millionen pro Jahr. Noch dazu dürften etliche der bis dahin angeschafften Fahrzeuge etwa wegen nachlassender Batterien schon längst wieder von der Straße verschwunden sein, oder einfach ins Ausland verscherbelt von Flottenbetreibern.

Schon die 15 Millionen suggerierten Autos mit dicken Speicherkapazitäten sind also reine Fiktion (vulgo: Lüge). Sie wären auch von der Bevölkerung auf breiter Basis (so viele hochbezahlte grüne Lobbyisten, Institutsleiter oder Windradinvestoren gibt es ja nicht) gar nicht finanzierbar, denn z.B. ein vollelektrischer BMW fängt heute etwa bei 60.000 Euro an, immerhin ein Drittel teurer als ein vergleichbarer Verbrenner, der aber (auch durch schikanöse Kraftstoff-Verteuerung) möglichst vom Markt verdrängt werden soll.

Den Akku für das Weltganze leersaugen lassen

Realistisch stehen 2030 maximal 8 Millionen reiner Batterie-PKWs beim Nutzer in der Garage, mit etwa 500 km Reichweite… aber nicht wirklich im Winter, wenn die Dunkelflaute droht. Die Batterie friert dann und wird zickig, außerdem muss das Auto mit dem wertvollen Strom aufgeheizt werden, der BMW-Fahrer friert sich wohl kaum für Herrn Graichen in einem 80.000-Euro-Schlitten den Hintern ab. Die Kapazität der Batterien liegt bei 100 kWh, in einem rein elektrischen VW oder Renault eher niedriger, sagen wir großzügig im Schnitt aller Fahrzeuge bei 80 kWh. Und das mal 15 – hüstel, vielleicht 8 – Millionen!

Wahnsinn! Aber: Hängt das Auto in der Dunkelflaute überhaupt am Netz? Ist der Besitzer bereit, sich den Akku für das Weltganze leersaugen zu lassen und die nächsten 3 oder 5 Tage zuhause zu bleiben? Kann er „dem Netz“ sagen: Ok, nimm Dir was raus, aber lass mir 300 km Reichweite übrig? Sind Auto, „Wallbox“ und Stromtechnik des Privathauses überhaupt darauf ausgelegt, dass „das Netz“ sich am Batterie-Auto bedient, je nach Tageslaune? Und welchen Ladezustand hat das Auto eigentlich, nach einem langen Tag, wenn es plötzlich dunkel, windstill und schwierig wird?

Zugegeben, das sind alles nur so blöde Detailfragen, falscher „mindset“! Sagen wir einfach, das wird schon. Muss ja auch! Also angenommen, man kann aus 8 Millionen PKW jeweils 30 kWh abzweigen, mehr oder weniger freiwillig, was die Besitzer angeht. Das ergibt dann 240 Gigawattstunden Energie. (Million heißt Tausend mal Tausend, damit kommt man von Kilo auf Mega und dann auf Giga.) Klingt nach viel! Super! Problem gelöst! Frau Kemfert hat recht: Wir haben in 2030 wie durch Zauberhand Speicher-Reserve noch und nöcher.

Hurra, noch 4 Stunden Strom!

(Auftritt kleinkarierter, altmodischer Ingenieur…) 240 GWh – wenn Deutschland im Schnitt etwa 60 GW braucht, reichen für … Taschenrechner … kann doch nicht sein … echt jetzt? … VIER Stunden, also vom Spätaufstehen am trüben, windstillen Wintertag bis zum Mittagessen. Für den Mikrowellen-Lunch hat es dann noch gereicht, anschließend springt das Netz in den Nullzustand, aber sicher super „smart“, und ZDF gucken kann man dann nur noch auf dem iPad, solange der Akku hält und das Mobilfunknetz noch mit Diesel-Notstrom läuft.

Aber halt! Wir haben ja noch die ganzen vielen dicken Akkus in den Häusern, wo die Besitzer den Solarstrom vom Dach tagsüber in die Batterie stopfen, um 24 Stunden netzunabhängig zu sein. Die baut Herr Graichen ja auch noch ein in sein grünes Gesamtsystem, an dem jetzt fieberhaft gearbeitet wird. Wir brauchen, so Graichen, nur zu denken und handeln wie Tesla (22:32). (Stimme aus dem Beitrags-Off: Hahaha. So ein Schwätzer würde im Umfeld von Elon Musk keine komplette Arbeitswoche durchhalten.)

Eine „Powerwall“ von Tesla (quasi der Porsche unter den Eigenheim-Stromspeichern) hat 13,5 kWh Speicherkapazität – leider nur ein Bruchteil dessen, was ein vollelektrischer BMW schlucken kann, und auch 2030 wird es wohl weit weniger Leute mit einer „Powerwall“ geben als mit einem solchen PKW. 13 kWh reichen zwar souverän, um im Sommer über die Nacht zu kommen und zur Not auch noch durch einen dunklen Regentag. Aber im Winter hat der Spaß schnell ein Ende und das Haus ist über Monate weit überwiegend vom Netz abhängig. Davon abgesehen: Wie kommt man auf die Idee, Eigenheimbesitzer würden sich für abertausende Euro solche Speicher einbauen lassen, um den wertvollen Strom dann der Allgemeinheit zu überlassen?

Zwischenfazit: Was die professorale noch-und-nöcher-Expertin und der Bundesenergiewende-Staatssekretärsaktivist im ZDF als Lösung anbieten – Speicher-gestützte Überbrückung tagelanger Ökostrom-Flaute: das ist höchstens so hilfreich wie ein Heftpflaster, wenn einer vom geschmeidig lautlos herannahenden Elektro-Auto überfahren wurde.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 




Habecks „gelenkte Wirtschaft“

von Klaus-Dieter Humpe

Wer immer noch nicht wissen will, was mit „Energiewende“ gewollt ist, wird gerade wieder ein wenig angeschubst: Energieminister Habeck bestimmt – nicht der Markt – wieviel, von welcher Energie eingesetzt wird und neuerdings auch noch, welche Unternehmen genehm sind. Die „Gasumlage“ zur Finanzierung eines ausgewählten Unternehmens ist der bisherige Gipfel der Unverfrorenheit unserer derzeitig Regierenden. Waren die bisherigen Enteignungen von Kernkraftwerken, die Stilllegungsprämien für hochmoderne Kohlekraftwerke, die horrenden „Übergewinne“ der Wind- und Solarbarone nur das Vorspiel, werden jetzt die Karten ganz offen auf den Tisch gelegt: Kombinate – das Wort Unternehmen ist hier gänzlich unangebracht – die die „Energiewende“ treu begleiten, erhalten Narrenfreiheit und werden als Gegenleistung stets vom dummen Bürger finanziert. Doch der Reihe nach…

Das Erdgasdilemma

Die Rot/Grünen (Schröder/Trittin) wollten aus der Kernenergie aussteigen. Weniger aus einer irrationalen „Atomangst“, als zum Zwecke der Gesellschaftsveränderung. Die mit Abstand preiswerteste und umweltfreundlichste Stromerzeugung sollte dem verhaßten – und überaus erfolgreichem System „BRD“ – entzogen werden. Gleichzeitig wollte man die Demonstranten der „Anti-AKW-Bewegung“ als Wähler an sich binden. Mit dem Aufbau der Wind- und Sonnenindustrie sollte (wieder einmal) die Überlegenheit der „gelenkten Wirtschaft“ über die (böse) Marktwirtschaft vorgeführt werden. Man lese gern einmal die ganzen schwachsinnigen Prophezeiungen über Arbeitsplätze, billige Energie (die Sonne schickt keine Rechnung), Umweltschutz etc. aus dieser Zeit nach. Nichts von alledem ist eingetreten, lediglich eine neue steinreiche Klasse von Schlangenölverkäufern wurde erschaffen, die fest hinter ihren fütternden Händen steht. Nie gab es in diesem Land eine so mafiöse Melange von Neureichen „Energiewende-Gewinnlern“ und „gutmenschelnden“ Politikern.

Natürlich ist die Vollversorgung einer Industriegesellschaft durch „Regenerative“ unmöglich. Die Energieversorger wurden durch Milliarden Subventionen ruhig gestellt und investierten in „hocheffiziente“ Kohlekraftwerke. Gerade auch die Unternehmen, die heute durch die „Gasumlage“ vor dem Ruin bewahrt werden sollen: Der geneigte Leser möge einmal E.ON und Uniper googeln. Eine endlose Geschichte der Subventionen, von Kernenergie über Kohle und Wind hin zu Erdgas. Die ganzen Stilblüten hießen „Kohlepfennig“, „EEG-Umlage“, „Netzentgelt“ usw.

Die Zeit vor dem Ukraine-Krieg

Erdgas war immer günstiger als Öl. Sonst hätte es sich auf dem Wärmemarkt nicht so durchsetzen können. Dann kam auch noch die „shale revolution“ in den USA. Durch die enormen technischen Fortschritte („fracking“) in der Bohrtechnik fielen die Preise für Erd- und Begleitgas ins Bodenlose. In den USA sogar unter den Wärmepreis für die billige Kohle. Das Gas verdrängte die Kohlekraftwerke und teilweise sogar die Kernkraft. In Europa gab es diese Effekt aus (politischen Gründen ) nicht. Erdgas – im wesentlichen „Russengas“ – war schon immer um ein Vielfaches teurer. Trotzdem setzte man voll auf Erdgas. Warum sonst hat man gegen alle Widerstände das gigantische Projekt Nord Stream 2 durchgezogen? In Deutschland wurde hierfür die „Klimakatastrophe“ vorgeschoben.

Eine Wende trat mit Fukushima ein. Durch das plötzliche Abschalten der Kernkraftwerke in Japan entstand eine gigantische Nachfrage nach LNG (durch Kühlung verflüssigtes Erdgas). Hinzu kam das Wirtschaftswachstum in China. In USA, Katar und Australien begann der Boom der Verflüssigungsanlagen. Absehbar stiegen die lokalen Erdgaspreise wieder an. Erdgas hat gegenüber Öl und Kohle einen entscheidenden Nachteil: Der Transport ist sehr kapitalintensiv. Egal, ob durch lange Rohleitungen und Verdichtung oder verflüssigt und mit Tankern. Bei kontinentalen Pipelines und Verflüssigungsanlagen mit zugehöriger Infrastruktur und Tankern sind Milliarden Dollar die kleinste Recheneinheit. Damit man auf einen akzeptablen Energiepreis pro Kubikmeter kommt, benötigt man Amortisationszeiten von mehreren Jahrzehnten (üblich 20 bis 40 Jahre). Wenn Banken Milliardenkredite ausleihen sollen, verlangen sie sichere Verträge mit vertrauenswürdigen Kunden.

Der Sinn fester Verträge

Bei Verträgen mit LNG aus z. B. den USA sind Verträge über eine Laufzeit von 20 Jahren üblich. Es gilt der Preis am Handelspunkt Henry Hub. Für den Energieaufwand bei der Verflüssigung wird eine Menge von 15% zugeschlagen und der Anlagenbetreiber bekommt einen fest vereinbarten Preis für seinen Aufwand. Hinzu kommen noch die Frachtkosten und die Kosten für die Rückvergasung. Vereinfacht gesagt, wird ein Festpreis über die gesamte Vertragslaufzeit vereinbart. Weil jedoch keiner der beiden Partner in die Zukunft sehen kann, gelten nachvollziehbare Preisgleitklauseln. Jeder solide Versorger deckt einen wesentlichen Teil seines Absatzes über solch langfristige Festverträge ab. Darüberhinaus kann man zusätzlich einen Teil am Spot-Markt zu Tagespreisen einkaufen. Am Ende erhält man einen Einkaufspreis über eine Mischkalkulation. Wichtig dabei ist, daß man die Spot-Preise nicht sicher vorhersehen kann. Keiner kann in die Zukunft blicken. Dieser Teil ist reine Spekulation!

Auch beim „Russengas“ war das seit Sowjetzeiten nicht anders. Gerade die Russen, als Anhänger der Planwirtschaft, wollten immer möglichst lange Festverträge. Fairer weise muß man sagen, daß gerade auch Putin seit Jahren öffentlich auf diesen Zusammenhang hingewiesen hat. Es waren unsere Schlaumeier, die geblendet von niedrigen Weltmarktpreisen auf einen erhöhten Anteil an „Zukauf nach Tagespreis“ umgestiegen sind. Schon letztes Jahr gab es anläßlich der geringen Speichermengen herbe Kritik. Gazprom hat immer wieder darauf hingewiesen, daß es alle vertraglich abgesicherten Mengen liefert. Ob das immer zutraf, kann hier nicht überprüft werden, es erscheint dennoch wahrscheinlich, da kein Versorger dementiert hat.

Fakten oder Propaganda?

In den Medien geistern immer wieder Mindermengen ungeprüft umher. 20%, 40% wovon? Offensichtlich von der Auslegungsleistung der Pipeline. Entspricht – die volle Leistung der Rohrleitung – auch tatsächlich der Vertragsmenge? Ganz offensichtlich nicht. Die gelieferte Leistung ist in vertraglichen Grenzen variabel. Nur ein Beispiel: Die jährlich notwendige Wartung, bei der überhaupt kein Gas geliefert werden kann. Ebenso gibt es Unterschiede im Sommer und Winter. Wenn man beurteilen will, wer der Böse ist, müssen schnellstens die Verträge offen gelegt werden. Wenn das Geld der Steuerzahler bzw. der Endkunden genommen werden soll, gibt es keine Ausreden. Private Verträge sind Privatsache und gehen den Staat grundsätzlich nichts an. Völlig anders verhält es sich, wenn man staatliche oder staatlich angeordnete Leistungen (z. B. GEZ-Gebühren) in Anspruch nehmen will. Dies muß für jeden Konzern genauso gelten, wie für jeden Wohngeldempfänger! Soll die „Gasumlage“ auch über das Finanzamt gepfändet werden, ersatzweise Haft, wie bei der „Demokratieabgabe“? Aber anschließend entscheidet nur die Konzernleitung, wie die Intendantin des RBB, welcher neue Dienstwagen dafür angeschafft wird? So geht es nicht Herr Habeck.

Das Recht auf Spekulation

Es gehört zu den Grundlagen jedes Bankwesens, daß man Anleihen und Kredite stets kongruent finanzieren muß: Wenn man eine Hypothek für zehn Jahre zum Festpreis ausleiht, muß man die gleiche Summe ebenfalls als Festgeld aufnehmen. Alles andere ist eine hochspekulative Wette. Nun hat jeder Privatmann und jedes Unternehmen das Recht an der Börse zu spekulieren. Nur, man muß die Folgen tragen. Auch Kriege sind hier keine Ausrede. Kriege passieren ständig und sind immer wieder Quelle für Profit oder eben auch Verluste. Seit wann werden Unternehmen dafür vom Staat abgesichert? Wenn ein Unternehmen das Risiko mindern will, muß es sich selbst versichern. Nur kostet das Geld und mindert auf jeden Fall den Gewinn.

Der „Verlustausgleich“ für Uniper und Co durch den Endkunden ist doppelt unangemessen. Die vermaledeite „Energiewende“ ist ein Projekt der Parteien. Deshalb muß – wenn überhaupt – der Staat dafür aufkommen. Es kann dann eben etwas weniger für andere Steckenpferde ausgegeben werden. Außerdem unterliegt damit der „Verlustausgleich“ den gleichen parlamentarischen Kontrollen wie alle anderen Haushaltspositionen aus Steuermitteln. Darüberhinaus ist gar nicht einzusehen, daß ein Unternehmen, welches durch seine fahrlässigen Spekulationen in Schieflage geraten ist, durch die Endkunden unterstützt werden soll. Der höhere Gaspreis muß selbstverständlich bezahlt werden, aber die Verluste aus der fahrlässigen Spekulation (langfristige Lieferverträge durch Tageseinkauf abgedeckt) sind von dem Unternehmen und seinen Eigentümern selbst zu tragen. Wenn das Unternehmen pleite geht, dann ist das so. Der Staat kann notfalls die Konkursmasse übernehmen, wenn sich kein anderer findet. Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren geht gar nicht.

Habeck muß weg

Wir werden durch diesen Kinderbuchautor immer tiefer in den wirtschaftlichen Sumpf geführt. Er ist besessen von der Idee, ganz Deutschland mit Windmühlen zu bepflastern. Wie ernst es ihm damit ist, hat er schon in Schleswig Holstein bewiesen. Wie tief seine Verbindung zu der Windmafia geht, hat schon dort die Unterstützung seines Wahlkampfes gezeigt. Kaum im Amt, hat er geliefert und alle Klage- und Beteiligungsrechte ausgehebelt. Naturschutz ist für ihn kein Hinderungsgrund. Noch nie zuvor ist in Deutschland eine Industrie so offen bevorteilt worden. Er ist ein äußerst geschickter Demagoge. Er hat medienwirksam die „EEG-Umlage“ in dem Moment abgeschafft, in dem sie faktisch gar nicht mehr existierte. Die Strompreise sind so hoch getrieben worden, daß sie bereits weit über den zugesicherten Werten liegen. Das Geschwafel von „Übergewinnen“ – was auch immer das sein mag – dient nur um seinen einfältigen und marxistisch geprägten Parteifreunden etwas „Klassenkampf-Zucker“ zu geben. Mineralölkonzerne haben schon immer stark schwankende Gewinne. In fetten Jahren müssen sie mit ihren Gewinnen die Verluste aus schlechten Jahren ausgleichen. Manche schaffen das nicht und sind vom Markt verschwunden. Ganz anders bei seinen Strolchen von der Windindustrie: Die bekommen jetzt den Preis der Erdgaskraftwerke vergütet. Dämmert es jetzt, warum der Robert die Erdgaspreise in die Höhe treibt und gegen die Laufzeitverlängerung der letzten drei Kernkraftwerke sein wird? Wie plappert das Gazelchen immer so schön: Wir haben keinen Strommangel, sondern einen Mangel an Erdgas. Deshalb produzieren wir auch jetzt schon aus Erdgas Strom. Die Bevölkerung soll im Hochsommer die Heizungen etwas runter regeln, damit die Speicher gefüllt werden können mit möglichst teurem Gas. Ohne Rücksicht auf Verluste das Ganze Theater. Viele Industrie- und Handwerksbetriebe können die Gaspreise nicht einfach auf ihre Kunden abwälzen. Besonders nicht, wenn sie international konkurrieren müssen. Eine Welle von Firmenpleiten und Verlagerungen nach Übersee werden im Winter folgen. Was schert das den Robert? Hauptsache, es wird möglichst viel „Windstrom“ verkauft. Das ist er seinen Freunden schuldig. Wahlen sind erst in ein paar Jahren, bis dahin hat der Michel alles vergessen – glaubt er. Jedenfalls kann er schon jetzt eine prall gefüllte Schatulle für den Wahlkampf erwarten. „Robert for Kanzler.“ Und Schuld war doch der Putin, wissen doch alle oder Corona oder so…

 




Die Lösung der Energiesorgen: Nichtnuklearer Leistungsbetrieb von Kernkraftwerken

Heute berichtet der bekannte Nuklearexperte und Regierungsberater Jakob Ihrig, Raubach über ein neues Forschungsprojekt zum „nichtnuklearen Leistungsbetrieb“ von Kernkraftwerken.

 Von Jakob Ihrig

Die Ausgangslage

Deutschland hatte einmal 17 Kernkraftwerke. Solche Kraftwerke können falls zu nah am Pazifik gebaut von Tsunamiwellen überspült werden und gelten daher besonders bei „Grün*Innen“, aber auch Teilen anderer Parteien als gefährlich.  Passend zur Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg wurde daher medienwirksam ein Ausstiegsbeschluss von der Merkelregierung gefasst und sukzessive mit der Stilllegung der Kernkraftwerke begonnen.

Zum Jahresende 2022 sollen nun die letzten 3 noch verbliebenen Kernkraftwerke abgewickelt werden. Derzeit diskutiert man jedoch sie durch eine Art Streckbetrieb über den Winter zu bringen. Es geht im Wesentlichen darum den merkelgemachten Zusammenbruch des Stromnetzes zu verhindern, oder zumindestens noch etwas hinauszuschieben. Unter anderem hält die Theologin und Nuklearexpertin der „Grün*Innen“ Frau Göhring-Eckart einen solchen Streckbetrieb durchaus für ethisch und nukleartheologisch akzeptabel.

 

Graichen Familie denkt schon weiter „Next Level Power Generation“ Konzept

Innerhalb der Familie des mit Energiefragen betrauten Staatssekretärs Graichen im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaausstieg wird aber momentan an Stelle des Göhring-Eckartschen Streckbetriebes ein ganz anderes „heißes Eisen“ diskutiert: Der sogenannte „nichtnukleare Leistungsbetrieb“ von Kernkraftwerken.

Um diesen Lösungsansatz zu verstehen, muss man tiefer in die Materie einsteigen:

In den üblichen, sich noch am Netz befindlichen Druckwasser-Reaktoren der dritten Generation, erfolgt die Energieerzeugung durch Kernspaltung, im Wesentlichen von Uran U-235 (andere möglich Kernbrennstoffe sind Plutonium Pu-239, Pu-241 oder U-233). Die Brennstäbe geben dabei die durch Kernspaltung erzeugte thermische Energie an ein Wasser/Dampfsystem ab, das wiederum über eine gigantische Dampfturbine einen Stromgenerator antreibt. Die geniale Idee der Talkshow-erfahrenen Nuklearexperten im Ministerium besteht nun darin, statt der Wärmeerzeugung durch Kernspaltung einfach den Reaktor elektrisch mit Überschussstrom aus Windkraft und PV-Anlagen zu beheizen.  Die gesamte Downstream-Infrastruktur des Kernkraftwerks von der Turbine über den Generator bis zur Kantine ließe sich so weiterhin nutzen.

 

Verfahren besticht durch hohe Energieeffizienz

Die Energieeffizienz des Verfahrens, das bisher im Ministerium als geheime Verschlusssache behandelt wird, ist bestechend. Liegt der Gesamtwirkungsgrad des bisher favorisierten Systems vom Windstrom über Elektrolyse zum Wasserstoff – der dann im Gaskraftwerk verstromt werden soll – an den Systemgrenzen Strom/Strom bei 25% bis bestenfalls 30%, so würde im nichtnuklearen Leistungsbetrieb eines Kernkraftwerkes ein elektrischer Gesamtwirkungsgrad Strom/Strom von deutlich über 50% erwartet. Der Wirkungsgrad hängt u.a. von der Arbeitstemperatur der Turbinen und von Details im thermischen Kreisprozess ab.

 

Lösungsansatz auch für bereits teildemontierte Kernkraftwerke geeignet

Hier kommt ein zweiter wichtiger Punkt ins Spiel: Selbst Kernkraftwerke deren Kühlturm unter Beifall grüner „Fachexpert*Innen“ bereits gesprengt wurde, könnten weiterhin im nichtnuklearen Leistungsbetrieb gefahren werden, zwar mit stark verringerter Leistung und Effizienz, aber immerhin. Wegen der geringeren Generatorläuferdrehzahl empfiehlt der Berliner TV-Experte Prof. Quatsching, diesen Strom vorrangig ins 16 2/3 Hz Bahnstromnetz einzuspeisen.

 

Weitere Innovationen erforderlich

Problematisch könnte die Leistungsbereitstellung im nichtnuklearen Leistungsbetrieb von Kernkraftwerken bei längeren Dunkelflauten (>2 Min) sein. Wie die auf energiewirtschaftliche Fragestellungen unter Innovationshoffnung spezialisierte C. Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsabbau bereits erkannt hat, muss hier an weiteren Innovationen geforscht werden. Lösungsansätze sind jedoch in Sicht:

 

Thermische Reversibilität der Kernspaltung als Speicheroption für Dunkelflauten 

Die Erforschung der thermischen Reversibilität der Kernspaltung,  d.h. die Rückbildung von U235 aus seinen Spaltprodukte in den Brennstäben durch elektrisches Aufheizen des Reaktors könnte ein Forschungsvorhaben darstellen, dessen Förderungswürdigkeit den Fachexperten in H.Becks Ministerium durchaus vermittelbar ist. Der Reaktor würde dann im  „three-phase-switch-mode“ betrieben. Nichtnuklearer Leistungsbetrieb im Normalfall, konventioneller Nuklearbetrieb bei Dunkelflaute und „Charging“  der Brennstäbe durch „Reverse nuclear fission“ bei Überschuss von Wind- und Sonnenstrom.

Entsprechend gut dotierte Förderprogramme könnten zumindestens so lange laufen, bis wieder Gas aus dem Rohr kommt. Schließlich gilt: Wo unbegrenzt Mittel zur Verfügung stehen, wird auch ergebnisfrei geforscht. Das hat die moderne Klimawissenschaft eindrucksvoll bewiesen.

Zur Energiewende würde das Projekt auf jeden Fall ideologisch und politisch hervorragend passen! Eine Lösung muss schließlich gefunden werden. Sollte es im Herbst zu Problemen bei der Energieversorgung kommen, würde dies sicher von Kräften am rechten Rand der Verschwörungsleugner Szene zur Delegitimation des Staates genutzt, so die für innerliche Sicherheit zuständige Ministerin Fancy Naeser im Gespräch mit dem Reaktionärsnetzwerk Deutschland.

 




Kernkraftwerk Emsland soll vom Netz gehen

von Holger Douglas

Das Atomkraftwerk Emsland soll Ende des Jahres vom Netz gehen, trotz Energieknappheit. Damit ignoriert der niedersächsische Energieminister Olaf Lies den von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen „Stresstest“, in dem die Sicherheit der Stromversorgung geprüft werden soll – und vernichtet weitere Milliardenwerte.

Wie gleichgültig drohende erhebliche Versorgungslücken dem derzeitigen Politpersonal sind, zeigen jüngste Einwürfe etwa des niedersächsischen Energieministers Olaf Lies (SPD). Der betonte in einem Interview des Spiegel zum Kernkraftwerk Emsland: »Der Reaktor wird zum Jahresende vom Netz gehen. Alles andere macht keinen Sinn.« Die Brennelemente seien abgebrannt, sodass sie nicht mehr genügend Energie hätten, um bis zum Jahresende im Vollbetrieb zu laufen, meinte er. Das Kernkraftwerk werde bereits im November in den sogenannten »Stauchungsbetrieb« gehen, wie Lies sich ausdrückte.

Lies lehnte ab, neue Brennelemente zu bestellen. Dann »müssten wir diese vier bis fünf Jahre einsetzen, damit die dann so weit abgebrannt sind, dass man sie einlagern kann«. Das wäre ein Wiedereinstieg in die Kernenergie, den man nicht wolle. Damit ignoriert Landesminister Lies den von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen sogenannten zweiten »Stresstest«, in dem die Sicherheit der Stromversorgung geprüft werden soll. Diese Ergebnisse will er nicht mehr abwarten und will weitere Milliardenwerte locker vernichten.Auch ein RWE-Sprecher, die das Kernkraftwerk Emsland betreibt, betonte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass das Kernkraftwerk auf einen »Auslaufbetrieb« zum Ende des Jahres hin ausgerichtet sei. Ein Weiterbetrieb sei mit hohen technischen und genehmigungsrechtlichen Hürden verbunden. Am 8. März noch hätten Bundesregierung und die Energieminister der Länder erklärt, dass eine Laufzeitverlängerung keine Option sei, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und Abhängigkeiten von Gaslieferungen aus Russland zu reduzieren.

Bundesfinanzminister und FDP-Chef Lindner hatte vor kurzem in den politischen Raum geworfen, die Rückkehr zur Kernkraft zumindest nicht kategorisch auszuschließen. Gegenüber Bild betonte er noch: »Die Menschen erwarten, dass wegen des Klimaschutzes, der Abhängigkeit von Putin und der Inflation alle Möglichkeiten erwogen werden.« Wirtschaftlich sei er zwar noch nicht überzeugt, schob Lindner sein liberales Aber nach, dass sich neue Investitionen in Kernkraft wirklich rechneten. »Aber Deutschland darf sich der Debatte nicht verschließen, die überall auf der Welt geführt wird. Ich rate dazu, die Argumente vorurteilsfrei auf den Tisch zu legen.« Allerdings interessiert sein Rat außerhalb seines Umfeldes niemanden so recht.