Die Grünen im Streckbetrieb Teil 2

…….weil Weiterbetrieb die ideologische Pleite eingestehen würde

von Frank Hennig

Die Angst vor dem Winter ist so groß, dass man ganz vorsichtig grünes Klientel darauf vorbereitet, vielleicht eventuell möglicherweise einen Streckbetrieb der drei noch laufenden Kernkraftwerke in Erwägung zu ziehen. Dabei wird der Begriff Weiterbetrieb verschämt umgangen, damit das ideologiebasierte Kartenhaus nicht so offensichtlich zusammenfällt.

Inzwischen zeigen sich grün geführte aufgeblähte Ministerien ihrer eigenen Bürokratie nicht mehr gewachsen. Der 15. August stand im Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVGB) als erster Berichterstattungstermin zum Stand des Kohleausstiegs festgeschrieben. Das ist zunächst verschoben, was sollen die Ministerialbeamten im Ministerium für Wirtschaft und Klima auch schreiben?

Dass parallel zum Ausstieg der Einstieg stattfindet, dass das Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz (EKBG) zwar am 31. März 2023 endet, aber die Lage dann kaum anders sein dürfte als heute, dass die hochgelobten „Erneuerbaren“ nicht im entferntesten die hohen Erwartungen erfüllen und Kohlekraftwerke ersetzen können? Und dass am Ende die „Klimaziele“ bis 2030 nicht geschafft werden können, zumal wenn man doch Kernkraftwerke abschaltet?

Nirgendwo ist immer Wind

Fast täglich zeigen die „Erneuerbaren“ ihr Unvermögen, Versorgung sicherzustellen. Die installierte Leistung der Windkraftanlagen an Land betrug im August etwa 57.000 Megawatt. In der Realität leisteten sie am 16. August ganze 650 Megawatt, was 1,14 Prozent ihrer installierten Leistung entspricht. Ergo brauchen wir weiter ein fast hundertprozentiges Backup, auch Kohlekraftwerke werden uns erhalten bleiben. Sollte jetzt jemand „Wasserstoff“ rufen, so sei ergänzt, dass dessen Herstellung große Mengen an Energie erfordert und wir diesen frühestens ab 2030 in relevanten Mengen haben könnten. Wie wir energetisch durch die zwanziger Jahre kommen, ist weitgehend unklar.

Natürlich ist es unfair, den falschen Kurs nur den Grünen anzuhängen. Es begab sich am 10. September 2019 im Bundestag, als der damalige Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz sprach: „Und dann müssen wir auch Fragen beantworten … : Warum ist es denn richtig, dass Deutschland aus der Kohleverstromung aussteigt, wenn gleichzeitig in Afrika und Asien tausend zusätzliche Kohlekraftwerke gebaut werden? … Weil wir es können.“

Zum einen hat der heutige Kanzler vermutlich seine arroganten Worte von damals, wie auch anderes, komplett vergessen, zum anderen sind die Qualitätsmedien aber nicht nachtragend und vergessen ebenfalls. Das meistgebrauchte Wort der täglichen Dosis regierungsbegleitender Berichterstattung lautet gegenwärtig „Entlastung“. Es soll den Eindruck erwecken, unsere Fortschritts-Regierung arbeite unermüdlich an einer Entlastung der Bürger gegenüber Belastungen, die als höhere Gewalt über uns gekommen seien. Kaum werden die Ursachen erwähnt: die seit 20 Jahren praktizierte Abschaltpolitik und die Ächtung einheimischer Energierohstoffe. Dabei sind fast alle Energiepreisbestandteile neben den Großhandelspreisen menschengemacht: Die Kosten für CO2-Zertifikate, die CO2-Steuer, die steigende Mehrwertsteuerbelastung mit 19 Prozent aller (!) Bestandteile der Strom-, Benzin- und Dieselpreise und einer nun abgesenkten Quote von 7 Prozent auf Gasumlage.

Im Wahlkampf diskutierte man die Senkung der Stromsteuer und die Rückgabe der Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bürger. Auch dies ist offenbar dem Vergessen anheimgefallen. Stattdessen gibt es befristete Trostpflaster wie ein 9-Euro-Ticket, von dauerhafter Entlastung durch einen sinnvollen Energiemix ist nicht die Rede. Die größte Angst der Regierung scheint zu sein, dass auch die Leistungsträger im Mittelstand entlastet werden könnten – das sind ja die Reichen.

Es gilt, aufkommendem Unmut rechtzeitig zu begegnen, weshalb potenzielle Demonstranten, die Grundrechte in Anspruch zu nehmen beabsichtigen, schon mal prophylaktisch zu Undemokraten erklärt werden. Groß muss sie sein, die Angst der Regierenden. Derweil übt man sich im Rat geben über Duschköpfe und -zeiten, nur der eigene Lebenskreis bleibt unangetastet. Die Diätenerhöhungen in Bundestag und EU-Parlament werden ebenso wenig diskutiert wie der mehr als 600 Millionen Euro teure Anbau am Kanzleramt, der permanente Personalaufwuchs im Staatsapparat oder die Road-Shows Berlin – Bonn und Brüssel – Strasbourg.

Die Abschaltkompetenz

Noch nie war in einem heißen Sommer die Angst vor einem kommenden kalten Winter so groß. Er wird ziemlich dunkel werden und mehr oder weniger kalt, so viel ist sicher. Völlig unsicher dagegen wird die Situation unserer Energieversorgung sein. Die Energiekompetenz mehrerer Regierungen unter Merkel wie auch unter dem Kontinuum Scholz bestand und besteht im Abschalten.

Heimische Steinkohle, heimische Braunkohle, heimisches Erdgas und die weltweit sichersten und höchst verfügbaren Kernkraftwerke – alles sollte weg. Unter dem wohlwollenden Blick Putins wurden alle Eier in einen Korb gelegt mit der Beschriftung „Import-Erdgas“. Nun ist der runtergefallen, nur wenige Eier sind noch ganz.

Stets wurde die immer gleiche tibetanische Gebetsmühle bedient, nach der sich alle Probleme lösen ließen, wenn wir nur ganz, ganz viele Wind- und Solaranlagen zubauen. Das half der Branche, aber mangels riesenhafter Stromspeicher nicht dem Versorgungssystem, welches beim Strom zu jeder Sekunde im Gleichgewicht sein muss. Mit den starken Einschränkungen beim Erdgas ist der Kaiser plötzlich nackt. Man kann noch so viele illusionäre Ziele in ein „Osterpaket“ schreiben, ignorieren, dass die Windkraftindustrie abwandert, Lieferketten gerissen sind, Rohstoffe und Materialien auf Preisrallye sind und Fachkräfte wie Montagekapazitäten fehlen – es wird nicht funktionieren. Technologieentwicklung mit dem Wissen von heute politisch für die Ewigkeit festlegen zu wollen, hat noch nie funktioniert.

Die Angst vor dem nächsten Winter ist so groß, dass man ganz vorsichtig grünes Klientel darauf vorbereitet, vielleicht eventuell möglicherweise einen „Streckbetrieb“ der drei noch laufenden Kernkraftwerke in Erwägung zu ziehen. Dabei wird der Begriff „Weiterbetrieb“ verschämt umgangen, damit das ideologiebasierte Kartenhaus nicht so offensichtlich zusammenfällt.

Strom und Wärme

Die Behauptung, Erdgas und Kernkraft hätten nichts miteinander zu tun, ist ein tiefideologischer, aber hilfloser Versuch, die Kernkraft aus der Energiemangeldiskussion heraus zu halten. Dabei betont man selbst das Vorhaben der Sektorenkopplung, wonach Wärme und Mobilität zunehmend durch Strom geschultert werden sollen. Staatssekretär Doktor Graichen (ehemals Agora-Energiewende) empfahl den Stadtwerken schon, den Rückbau ihrer Gasnetze zu planen, da künftig ohnehin nur noch mit Wärmepumpen und damit Elektrizität geheizt werde. Fast gleichzeitig empfahl er Unternehmen, sich Notstromaggregate anzuschaffen.

Zum anderen produzieren wir auch jetzt im Hochsommer durchgehend 2.000 bis 12.000 Megawatt Strom aus Erdgas, in diesem Jahr sogar mehr als im vorigen. Erst ein einziges Kohlekraftwerk wurde wieder in Betrieb genommen. Bei möglicherweise administrativ abgesenkten Wohnungstemperaturen werden Elektroheizer zum Einsatz kommen. Die Behauptung, Strom und Wärme hätten nichts miteinander zu tun, ist ein Angriff auf den Intellekt der Bevölkerung. Dieser untaugliche Versuch der Volksverdummung zeigt das Niveau der energiepolitischen Diskussion – sachfremd und ideologiegetrieben.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, auch er eine Paradebesetzung grüner Funktionärswirtschaft, wurde in der taz auch zur sozialen Frage deutlich: „Ich glaube, dass der Preis mit seiner unsozialen Härte die wirkungsvollste Maßnahme sein wird, damit auch Privathaushalte Gas sparen.“ Wer unsoziale Härte als „Maßnahme“ interpretiert, zeigt die grüne Radikalität, die uns bei der Umsetzung solcher Politik droht. Die Lunte am Strompreis glimmt übrigens schon, es wird die nächste unsoziale Härte sein.

Wenn die Bevölkerung merkt, dass frieren und hungern in Deutschland nicht das globale Klima „rettet“, wird man sich unterhaken für eine andere Politik. Denn um des Überlebens willen kommt erst das Fressen und dann die Moral.

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Die Grünen im Streckbetrieb – TEIL 1

Bleibt die Atomkraft, droht den Grünen die Kernschmelze

von Frank Hennig

Den Realitäten einer sich gewandelten Welt lässt sich mit reaktionärer Achtziger-Jahre-Ideologie nicht mehr begegnen. Die bei den Grünen über Jahrzehnte angesammelte naturwissenschaftlich-technische Unkenntnis, Ergebnis der Weigerung, Technologieentwicklung wahrzunehmen und zu verstehen, macht es heute umso schwerer, den Kurs sinnvoll zu korrigieren. Simon

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Parteien im Lauf der Zeit von ihren Kernwerten wegwandern. Die Zustände ändern sich und man muss den Wählern leicht verdauliche Illusionen präsentieren, sodass am Ende die Kreuze auf den Wahlzetteln eingefangen werden. Was sollen Werte, wenn sie unbequem sind und die Machtergreifung oder den Machterhalt verhindern?

Nachdem die Grünen ihre Rollen als Umweltschutz- und Friedenspartei ablegten, bleibt die Klimaökoplanwirtschaft das Ziel, durchsetzt mit Verboten, Anweisungen und zugestandener Wohlfahrt auf gleichem klimagerecht niedrigem Niveau. Der Leistungsgedanke spielt keine Rolle mehr, es geht um die Verteilung von weniger statt mehr in einer postindustriellen Gesellschaft. Über eine „Weltinnenpolitik“ wollen sie sich in die souveränen Entscheidungen anderer Staaten einmischen und die Schellnhubersche Große Transformation global umsetzen.

Der Kampf gegen die Gentechnik wurde schweigend aufgegeben, als es darum ging, Inländern in einer Pandemie mit genbehandelten Vakzinen das alternde Gesäß zu retten. Die werden noch zur Stimmenbeschaffung gebraucht. Der Widerstand gegen den Goldenen Reis, der zur Bekämpfung des Hungers in der Welt beitragen könnte, geht weiter. Es gibt keinen Planeten B, rufen Grüne und andere, aber es gibt eine dritte Welt. Die ist in Deutschland aber nicht wahlberechtigt. Globaler Wohlstand ist nicht das Ziel der Grünen, sondern Rechthaben und die vermeintliche Rettung der Welt vor den Menschen.

Ernst und Spaß

Wäre die Lage nicht so ernst, würde nicht eine multiple Energie- und Wirtschaftskrise ins Haus stehen, deren Folgen wir vermutlich noch nicht erahnen, so könnte man dieses Schauspiel mit Humor betrachten. Eine Tüte Chips, rauf aufs Sofa und dem Scheitern der deutschnationalen Energiewende zuschauen. Grüne Sprachakrobatik macht Kabarettisten arbeitslos. Gibt es gerade keinen aktuellen O-Ton, greift man zu Film-, Ton- und Zeitungskonserven und belustigt sich mit dem Wissen von heute an der Naivität und Weltfremdheit der Grünen. „Wind und Sonne schicken keine Rechnung“, „irgendwo ist immer Wind“, „Das Netz fungiert als Speicher“, „Die Zukunft wird flexibler sein, spannender, ja, auch anspruchsvoller: nicht mehr nachfrage-, sondern angebotsorientiert“, „Insgesamt gibt es in Deutschland kein Stromproblem“ und so weiter.

Nun spricht Minister Habeck von Versorgungssicherheit, machte den Habück vor den Scheichs und fragte dort nicht nach größeren, schöneren Windkraftanlagen, nicht nach glänzenderen Photovoltaik-Modulen, sondern nach gestrigem fossilem Erdgas. Erfolglos, wie wir heute wissen. LNG-Terminals sollen der Rettungsring sein und Anton Hofreiter ruft nach Braunkohle. Welch ein Gaudi.

Der komplette Gesichtsverlust droht allerdings mit einem möglichen Nichtausstieg aus der Kernkraft Ende 2022. Wenig Spaß auf diese der selbstverursachten Krise geschuldeten Option haben die den K-Gruppen entstammenden altgrünen Fundamentalisten wie Trittin und Kretschmann. Sie sehen ihr Lebenswerk ruiniert, wenn das heutige grünflexible Spitzenpersonal vielleicht noch den Atomausstieg aufweicht. Sollen jahrzehntelanges Anrennen gegen das Teufelszeug umsonst gewesen sein? So ruft Kretschmann ein heftiges „Neinneinnein!“ in Fernsehkameras, während Trittin schon Schuldige benennt. Es ist die Angst vor der ideologischen Kernschmelze, der sie zu buchstäblich hysterischem Geschrei treibt.

Für sie droht die ideologisch feste Weltanschauung zusammenzubrechen. Vor der Geschichte könnten sie als Irrläufer dastehen, anstelle als frühe Anti-Atom-Helden vermerkt zu werden. Dabei schien der Weg unumkehrbar erfolgreich, die steuerfinanzierte Fete nach der Abschaltung des KKW Stade machte Hoffnung auf viel Spaß im Amt. Nun soll es keine weiteren Abschaltfeste geben, es droht nach regulärer Spielzeit eine Verlängerung mit ungewissem Ende.

Gerade jetzt, wo man es geschafft hat, Lobbyisten der Ökoindustrie und aus NGOs als Staatsekretäre und -innen in die Regierung zu holen. Noch nie war eine Bundesregierung so sehr interessengeleitet infiltriert, und dennoch droht der Verlust des bedeutendsten Gründungsmythos.

Strahlende Zukunft

Allein die Nennung des Themas Kernkraft löst bei Grünen einen Pawlowschen Reflex aus. Zum einen sei sie zu gefährlich – allerdings nimmt die Kraft dieses Arguments mit zeitlichem Abstand zu Fukushima ab. Vielleicht wurde auch registriert, dass die Kernenergie, bezogen auf die erzeugte Strommenge, die geringsten Personenschäden aufweist. Die grüne Praxis, den Kohlekraftwerken zigtausende Feinstaubtote zuzurechnen, wirkt hier kontraproduktiv.

Der andere Triggerbegriff heißt Atommüll oder Endlager. Warum eigentlich gibt es nirgendwo auf der Welt eine so erregte Debatte darüber wie bei uns? Weil nur in Deutschland alle anderen Möglichkeiten der Behandlung radioaktiver Reststoffe (die noch 95 Prozent der Energie enthalten) verboten sind. Der Atommüll von heute ist eine Energiequelle von morgen, auch wenn dieses Morgen noch einige Jahrzehnte weit weg sein kann. Mit den heutigen ebenerdigen Zwischenlagern an den Kraftwerksstandorten hat niemand ein Problem, aber ein Zwischenlager, beispielsweise in Gorleben tausend Meter unter der Erde, ist zu gefährlich? Natürlich liegt auch die Endlagersuche in grüner Hand, mit Wolfram König steht ein Grüner an der Spitze des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE).

Zu einer wirtschaftlich unsinnigen Endlagerung würden sich folgende Alternativen anbieten:

  • Wiederaufbereitung (senkt das Volumen um 90 Prozent) und Verkauf oder Abgabe an Länder, die die Kernkraft weiternutzen oder einsteigen.
  • Verkauf oder Abgabe der alten Brennstäbe an Länder, die Schnelle Brüter nutzen und diese damit weiter „abbrennen“. Das ist zurzeit nur in Russland der Fall, es wäre eine win-win-Situation, die gegenwärtig aber wohl ausscheidet.
  • Nutzung ausländischer End- oder Zwischenlager (Finnland, Schweden). Das würde sicher Geld kosten, so teuer wie der Bau eines eigenen Lagers kann es aber nicht sein.
  • Beteiligung am belgischen Projekt „Myrrha“, das eine Transmutation, eine Umwandlung hochradioaktiver in weniger aktive oder inaktive Elemente zum Ziel hat. Das Projekt macht Fortschritte, es wird dadurch nochmals Energie freigesetzt und eine gefährliche Strahlung der Reststoffe würde nur noch für 300 Jahre bestehen.

Hochtoxische chemische Substanzen ohne jede Halbwertzeit werden seit Jahrzehnten in alten Bergwerksschächten ohne Proteste eingelagert. In der hessischen Untertage-Deponie Herfa-Neurode lagern über eine Million Tonnen quecksilber-, zyanid-, dioxin-, furan- und arsenhaltige Abfälle mit einer Halbwertzeit von unendlich, sie bleiben gefährlich für die Ewigkeit.

Es ist ein politisches Ziel, die Angst vor dem Atommüll und die Kosten für ihre Endlagerung hoch zu halten. Das soll einen erneuten Einstieg in die Kernkraft verhindern. Es kostet uns Unmengen von Geld und schafft inneren Unfrieden bei der Festlegung eines Standorts.

Den Realitäten einer sich gewandelten Welt lässt sich mit reaktionärer Achtziger-Jahre-Ideologie nicht mehr begegnen. Die bei den Grünen über Jahrzehnte angesammelte naturwissenschaftlich-technische Unkenntnis, Ergebnis der Weigerung, Technologieentwicklung wahrzunehmen und zu verstehen, macht es heute umso schwerer, den Kurs sinnvoll zu korrigieren. Dabei wollten die Grünen eigentlich noch mehr. Über einen Antrag im Bundestag (Drucksache 19/18679) wollten sie im April 2020, also zu bester Corona-Zeit, den weltweiten Atomausstieg von deutschem Boden aus einleiten. Genialität und Größenwahn lagen in Deutschland schon immer dicht beieinander.

Alt und jung

Den Grünen droht zudem ein Generationenkonflikt. Bei den Jüngeren ist die Klimaangst größer als die Atomangst, Pragmatismus schimmert durch bei ihrer Antwort auf ihre Frage nach Pest oder Cholera. Grüne Jugend und kindliche Jungerwachsene hängen nicht mehr an den Lippen der Altkämpfer, um ergriffen beim Mate-Tee den Geschichten von Schlammschlachten vor Wyhl und Wackersdorf zu lauschen und den Mut der Altvorderen zu bewundern, Original-Castor-Behältern standhaft auf den Stahl geblickt zu haben.

Wer allerdings vermutet, die nächste Grünen-Generation könnte Verständnis und Verstehen entwickeln, gar systemisches Denken auf Basis naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, liegt falsch. Bezeichnend für deren Weltsicht ist eine Äußerung der Grünen Braunschweig auf Twitter vom 22. September 2018:

„Glauben, Religion und Philosophie können Orientierung und Perspektive in der unübersichtlichen Gegenwart liefern. Die Fokussierung auf die rein naturwissenschaftliche Sicht war ein zentraler Fehler in den letzten Jahrzehnten.“

Ausgerechnet jetzt schlägt die internationale Realpolitik mit voller Wucht ins deutsche Bullerbü ein. Rückwärtsgewandte, stockkonservative Naturgesetze, bisher weggeschwafelt, zeigen ihr brutales Gesicht. Man kann administrativ gleichzeitig aus der Kohle aussteigen und über die Aktivierung von Kohlekraftwerken wieder einsteigen, aber die Hauptsätze der Thermodynamik, das Ohmsche Gesetz oder der Kirchhoffsche Knotenpunktsatz lassen sich nicht reformieren. Zudem haben die meisten Grünen kaum von ihnen gehört, geschweige denn wissen sie etwas damit anzufangen. Ihnen das vorzuwerfen, wäre deutlich mehr als eine Mikroaggression, man sollte sie schonend darüber informieren.

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Brennt wirklich mehr Wald als früher?

Es ist Sommer. Es ist immer wieder heiß. Es ist trocken. Und der Wald brennt. Alles klar: Wir bekommen die Folgen des Klimawandels zu spüren.

von Thilo Spahl

„Waldbrände durch Klimakrise” sagt Spiegel Online, „Risiko wird mit Klimakrise immer größer“ erfahren wir bei tagesschau.de. „Der Klimawandel schafft Voraussetzungen für verheerendere Feuer”, weiß der „Faktenfuchs” vom Bayerischen Rundfunk.

Aber beobachten wir hier wirklich die Folgen des Klimawandels? Brennt es heute in Deutschland mehr als früher? Und wenn ja, warum? Schauen wir zunächst auf die Antworten zweier Medienlieblinge aus der deutschen Klimakatastrophen-Community.

Laut Windradpapst Volker Quaschning sind verhinderte Windräder schuld an den Waldbränden: „Es gibt Menschen, die #Windkraft verhindern, um angeblich den #Wald zu schützen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Jedes verhinderte Windrad heizt die #Klimakrise an mit Hitze, Dürre und Waldbränden.“ (In gewisser Hinsicht hat er recht. Überall wo wir den Wald roden, um Windkraftwerke zu errichten, kann es auch keinen Waldbrand mehr geben.)

Und laut Klimafolgenpapst Stefan Rahmstorf ist es die Hitze: „Nein, Hitze ist nicht der *Auslöser* von Bränden, sondern der Grund, warum die Vegetation brennt wie Zunder.“ (Wer erklärt ihm den Unterschied zwischen Hitze und Trockenheit?)

Waldbrände in Deutschland

In Europa sind hauptsächlich die südlichen Länder betroffen, aber auch in Deutschland brennt es natürlich ab und zu. Anfällig sind vor allem die Kiefernreviere in Nord-Ost-Deutschland und Niedersachsen. Und ein paar Brände machen der Feuerwehr in den vergangenen Wochen zu schaffen. Dafür gibt es spezifische Gründe.

Die Brände in diesem Jahr im sächsischen Osterzgebirge haben vor allem deshalb lange gebrannt, weil in dem steilen Gelände schwer gelöscht werden kann beziehungsweise das Risiko für die Feuerwehrmänner besonders groß ist, wenn sich das Feuer hangaufwärts bewegt. Generell ist aber Brandenburg das Bundesland mit der größten Waldbrandgefahr. Dafür gibt es laut Brennpunkt Wald vier wesentliche Ursachen, die alle nichts mit dem Klimawandel zu tun haben:

  • „Erstens entstanden in Brandenburg über viele Millionen Jahre trockene Sandböden, die wenig Wasser speichern.
  • Zweitens: Die klimatischen Faktoren sorgen in Brandenburg für wenig Niederschläge. Im Gegensatz zu weiten Teilen Deutschlands ist das Klima in Brandenburg subkontinental.
  • Drittens gibt es in Brandenburg sehr viele Kiefernreinbestände. Kiefern liefern viele ausgetrocknete Nadeln als Brandmaterial und werden nur langsam von Bodenorganismen zersetzt.
  • Viertens gibt es in Brandenburg große Mengen an nicht-explodierter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Zum Beispiel auf Übungsplätzen des Militärs. Weil diese Munition noch explodieren kann, können die Einsatzkräfte bei Waldbränden nicht einfach mit ihren Löschfahrzeugen in die betroffenen Gebiete fahren. Das macht es für die Einsatzkräfte schwerer, den Brand zu löschen und der Waldbrand kann sich großflächiger ausbreiten.”

Brandschutz vs. Biodiversität

Ein weiterer wichtiger Grund ist die veränderte Waldnutzung. Feuerökologe Prof. Johann Goldammer vom Global Fire Monitoring Center in Freiburg erklärt im Deutschlandfunk, was heute anders ist als früher:

„Wir waren bei den Bränden am vergangenen Wochenende in Torgau in Nordsachsen mit dabei. Da haben wir gesehen, dass solche Kiefernbestände, die vom Feuer noch nicht betroffen waren, völlig ungepflegt waren, mit einem sehr, sehr großen Anteil von umgestürzten Bäumen, von Totholz, also alles Bäume, die nicht aufgearbeitet wurden. Und das ist ein großer Unterschied zu einer Situation, wenn wir die mit der Zeit vor 30 oder vor 40 Jahren vergleichen, wo praktisch Durchforstungsholz sehr intensiv genutzt wurde, wo praktisch im Wald kein Totholz liegen blieb.

Und dann solche Feuer, die eigentlich nicht ungewöhnlich waren, gerade in den Kiefernforsten in Nordostdeutschland, dass dann solche Feuer sich als reine Grasfeuer darstellten, im Unterstand der Kiefernwälder. Und diese Grasfeuer haben keine lange Verweilzeit. Die gehen relativ rasch durch den Bestand durch. Und die Kiefern haben auch die Eigenschaft, dass sie eine sehr starke Borke am Stammfuß haben, und da sehen wir immer wieder, dass wenn ein solch leichtes Feuer durch den Bestand geht, dass das dem stehenden Bestand eigentlich gar nichts ausmacht. Wenn wir einen Bestand der gleichen Altersklasse heute haben und haben diesen hohen Anteil an Totholz drin, dann frisst sich das Feuer sozusagen vor Ort fest, betrifft auch den Stammfuß, erreicht die Wurzeln, und dann ist die Mortalität so groß. Im Grunde genommen kann sie sehr schnell 100 Prozent erreichen. Das sind die Beobachtungen. Die sind also auf die veränderte Bewirtschaftung der Wälder zurückzuführen.”

Wenn es darum gehe, die Biodiversität zu fördern oder viel Kohlenstoff terrestrisch zu speichern, dann habe man „tatsächlich eine hohe Last an potenziellem Brennmaterial. Und wenn wir dann eine Situation haben, wie in diesem Jahr, dann haben wir eigentlich genau das Gegenteil erreicht, nämlich dass das Ökosystem durch ein Feuer völlig zerstört wird“. Wenn der Wald intensiv bewirtschaftet worden wäre, hätte es das Problem nicht gegeben. Goldammer resümiert: „Wenn wir Bestände haben, die wir aus bestimmten Gründen für Biodiversität oder für Kohlenstoffspeicherung aufbauen und bewirtschaften wollen, dann müssen diese Bestände besonders gesichert werden vor Feuer.”

Keine Zunahme in den letzten Jahrzehnten

Im langjährigen Mittel (1993 bis 2019) verzeichnen wir in Deutschland 1.035 Waldbrände mit durchschnittlich 656 Hektar betroffener Fläche. Die Schadenssumme beträgt gerade einmal 1,38 Millionen Euro. Waldbrände kosten uns also pro Jahr etwa so viel, wie wir alle 30 Minuten für die Subventionierung von Solar- und Windenergie ausgeben.

Wie diese Grafik zeigt, gibt es in den letzten 30 Jahren in Bezug auf Anzahl und Ausmaß keinen Hinweis auf eine Zunahme der Waldbrände. Die Spitzenwerte sind in dieser Darstellung des Bundesumweltamts ohnehin nicht zu sehen, da sie in der Vergangenheit liegen. Im Jahr 1975 brannten allein in Niedersachsen über 8.000 Hektar. Im in der Grafik noch nicht verzeichneten Jahr 2021 kamen wir in ganz Deutschland dagegen nur auf 548 Waldbrände auf einer Gesamtfläche von 148 Hektar.

Dürre durch Klimawandel

Ein Grund, weshalb immer mehr Leute nervös werden, liegt darin, dass wir jüngst (2018 und 2019) sehr trockene Jahre hatten. Ist das der Klimawandel? Wird es in Deutschland durch den Klimawandel immer trockener im Sommer? Wenn wir uns die Sommer-Niederschläge der letzten 140 Jahre anschauen, die im Wetterkanal von Jörg Kachelmann dargestellt sind, müssen wir verneinen. Es gibt keinen eindeutigen Trend (siehe hier).

Und wenn wir die Spitzenwerte heraussuchen, sehen wir, dass sowohl vier der trockensten Sommer als auch vier der nassesten Sommer in der jüngeren Vergangenheit, den letzten 30 Jahren, liegen (siehe hier). Im Winter ist von einem Trend zu mehr Trockenheit erst recht nichts zu sehen. In der Hitliste stehen sieben nasse Winter nur drei trockenen Wintern seit 1990 gegenüber.

Auch in Europa und insbesondere den südeuropäischen Ländern gibt es keine Zunahme der Brände, sondern insgesamt einen rückläufigen Trend, wie diese Grafik der Europäischen Umweltbehörde zeigt.

Natürlich wird dort darauf verwiesen, dass, auch wenn in den letzten 30 Jahren trotz Klimaerwärmung ein Rückgang zu verzeichnen war, sich die Fläche in Zukunft, bei einem (unrealistischen) Anstieg der globalen Temperaturen um drei Grad, verdoppeln könnte. Außer man verbessert das Feuermanagement, dann könne der Anstieg auch „substanziell” begrenzt werden. Mit anderen Worten: Auch bei Worst-Case-Szenarien für die Klimaerwärmung werden in Zukunft Waldbrände, auch wenn das Waldbrandrisiko unter Umständen steigen dürfte, ein relativ einfach beherrschbares Problem darstellen.

Für die nähere Zukunft mag in Deutschland die Energiekrise ihren Beitrag zur Prävention leisten: Wenn erst einmal ein großes Brennholzsammeln in der ländlichen Bevölkerung Ostdeutschlands losgeht, könnte sich mittelfristig die über die Jahre gewachsene Brandlast der dortigen Wälder erheblich reduzieren.

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Übergewinn, für wen?

Von Dr. Klaus-Dieter Humpich

„Übergewinn“ hat das Zeug zum Wort des Jahres: Es hat alles, was das linke Herz begehrt, es weckt den Neidreflex und jeder kann sich vorstellen, was er will. Nur weiß keiner, was genau das sein soll und vor allen Dingen wieviel. Gewinn ist Gewinn. Für manche ist er stets zu groß und meist überhaupt unanständig. Unsere Öko-Sozialisten werden zaghaft immer deutlicher: Für sie gibt es „Gute Gewinne“ und „Gewinne die wir eigentlich gar nicht wollen“. Erstere sind Gewinne aus Geschäften mit „Erneuerbaren Energien“ und letztere aus Geschäften mit fossilen Energien. Man faselt in diesem Zusammenhang auch gern von notwendigen „Preissignalen“ – hört sich doch irgendwie mehr nach Marktwirtschaft an und stinkt nicht so nach Plan- und Mangelwirtschaft. Besonders Ken (vom grünen Umweltminister zum Leiter der Bundesnetzagentur) und Barbie (Claudia Kemfert vom DIW) tingeln fast jeden Abend damit durchs Staatsfernsehen. Beide von der Ausbildung (Volkswirtschaftslehre) und ihren bisherigen Tätigkeiten ausgewiesene Laiendarsteller auf den Gebieten Gas und elektrische Netze. Gut, Ken ist nicht so toll wie Barbie, die laut Wikipedia „nach einem zweimonatigen Forschungsaufenthalt an der Stanford University (!!!) 1998 in Oldenburg ihre Promotion abschloss“, dafür war er schon Verbraucherschützer, Fachmann für autonomes Fahren und Zukunft der Landwirtschaft. Ein echter Tausendsassa sozusagen. Das Beste, was die Partei Bündnis 90/Die Grünen (Mitglied seit seinem 19. Lebensjahr) nach Robert zu bieten hat. Ein echter Apparatschik, der nur, wenn er gerade kein Mandat hatte, „irgendetwas“ machen mußte. Insofern muß man es ihm wohl nachsehen, daß er sich auf die Frage, warum man zur Zeit soviel Erdgas, wie nie verstromt, antwortet: Man müsse den Franzosen helfen, da dort die Hälfte der Kernkraftwerke außer Betrieb seien, das sei gelebte europäische Solidarität. Die Wahrheit sieht völlig anders aus (6,54% der Elektrizität Wind; 21,12% Solar; 16,03% Erdgas bei 0,57% Import (!) aus der Region Frankreich; Stand 19. August 2022 um 12:00). Die nahe Zukunft wird noch brutaler sein. Je weniger Wind, um so mehr Erdgasverbrauch, da weder Kohle noch „Atomenergie“ gewünscht sind. Wie sagte doch deren Parteivorsitzende: Wir haben keinen Strom, sondern einen Gasmangel. Kann man das nun einfach mit Unwissenheit entschuldigen oder ist das Lyssenkoismus in Reinkultur? Wer solche Machthaber hat, braucht keinen kalten Winter mehr. Die „Energiewende“ ist jedenfalls tot, man mag es nur noch nicht eingestehen, auch wenn man noch hundert Jahre die Landschaft und das Meer weiter verspargelt.

Windfall Profits

Von einem Windfall-Profit oder Marktlagengewinn spricht man, wenn ein unvorhergesehener, nicht eingeplanter bzw. nicht einplanbarer Gewinn entsteht. Der Volksmund bevorzugt in diesem Fall den Begriff Kriegsgewinnler. Ist das aber wirklich bei Erdgas und Mineralöl der Fall? Natürlich sind die Preise durch den Krieg gegen die Ukraine und den daraus resultierenden Boykotten weiter angestiegen. Die Betonung liegt auf weiter bzw. höher als kurzfristig erwartet. Von schlichten Gemütern hört man den Rat, man brauche doch nur den Gewinn aus dem Letzten Jahr mit dem heutigen vergleichen. Wenn die Sache so einfach wäre. Öl- und Gaspreise schwanken ständig – je nach Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt. Keiner kann gegen den Markt spekulieren. Ölkonzerne müssen damit leben. Manche gehen deshalb immer wieder pleite oder werden von erfolgreicheren Unternehmen geschluckt. Kein Sozialist interessiert sich für die Verluste aus mageren Jahren. Wer Gewinne progressiv besteuert, macht über kurz oder lang die Industrie kaputt – was wohl eher das Ziel der Öko-Sozialisten ist. Andererseits soll man die Kuh nicht schlachten, die man zum Zwecke der „Umverteilung“ melken will. Ganz anders verhält es sich mit unseren Wind- und Sonnenbaronen.

Die ungerechtfertigten Gewinne aus den „Erneuerbaren“

In den Talkshows hört man immer wieder das Beispiel von Biontech SE. Dort hätte doch Uğur Şahin eine enorme geistige Leistung zur Rettung der Menschheit vollbracht und man könne diese – wahrscheinlich guten Gewinne – doch nicht mit den Kriegsgewinnen der Konzerne vergleichen. Tatsächlich? Eins ist jedenfalls daran stichhaltig, es sind keine leistungslosen Gewinne, wie die der Industrie für „Erneuerbare-Energien“! Windmühlen und Photovoltaik sind keine neuen Erfindungen. Deshalb konnte auch China in kürzester Zeit den Weltmarkt erobern – im Gegensatz zu „genbasierten“ Impfstoffen. Die Kombinate – Hersteller wie Versorger – waren so wenig von dieser Technik überzeugt, daß sie nur mit hohen Garantien bereit waren zu investieren. Jahrelang hat ein jeder von uns mit EEG-Umlage und Netzentgelt etc. diesen Unsinn zwangsweise finanzieren müssen. Immerhin haben einige wenige, wie z. B. RWE noch soviel Anstand, daß sie (bisher) keine „Ausgleichsabgabe“ für höhere Einkaufspreise für Erdgas einfordern. Sie haben gerne die Entschädigungen aus Steuermitteln für die Enteignung der Kernkraft- und Kohlekraftwerke eingestrichen. Sie haben teilweise in Gaskraftwerke und massiv in (offshore) Windparks investiert – eben zu garantierten Gewinnen.

Die Strombörse

Einer der genialsten Bubenstücke war die Einführung der Strombörse unter der Verballhornung „Strommarktliberalisierung“. Dort müssen die Kraftwerke für jede Stunde ihre elektrische Energie anbieten. Der Preis für alle wird nach der Merit-Order bestimmt: Beginnend mit dem preiswertesten Angebot werden solange alle Energiemengen aufaddiert, bis die benötigte Strommenge erreicht ist. Jetzt gilt der Preis des höchsten berücksichtigten Angebots für alle. Üblicherweise geht die Reihenfolge: Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke, „Erneuerbare“ bis hin zu – richtig geraten – den teureren Erdgaskraftwerken. Wenn man nun aus politischen Gründen die Kernenergie und Kohle verbietet, verschiebt man die Preise immer weiter zu den hohen Erdgaskosten. Bis hierhin hat die Verteuerung überhaupt nichts mit Putin zu tun. Schlüsselgröße sind die „Erneuerbaren“. Weht der Wind kräftig und der Himmel ist blau, drücken sie durch die Zwangseinspeisung in den Markt. Ihre Kosten spielen nicht die geringste Rolle, denn der Börsenpreis wird anschließend durch die EEG-Umlage auf den garantierten Wert aufgefüttert. Abnehmer bekommen sogar Entsorgungsgebühren in der Form negativer Strompreise. Weht umgekehrt kein Wind und es ist Nacht, müssen die fehlenden Mengen durch die Gaskraftwerke geliefert werden. Und – wieder richtig geraten – die Wind – und Sonnenbarone bekommen nun auch die hohen Preise der Erdgaskraftwerke. Ein perfektes System zur Ausplünderung der Bürger.

Differenzkontrakte

In GB hat man sogenannte CfD eingeführt. Vielleicht kann sich der ein oder andere noch an die hämischen Kommentare aus Deutschland über den CfD-Preis von rund 100 EUR/MWh für die elektrische Energie aus dem Kernkraftwerk Hinkley Point C erinnern. Alle Klug… haben die Briten für völlig übergeschnappt erklärt, wo doch Windenergie so günstig ist. Beispielsweise am heutigen Tag haben wir in Deutschland einen Großhandelspreis von 488,24 EUR/MWh. Wir hatten aber auch schon Preise von über 600 EUR/MWh. Jetzt kommt aber der entscheidende Unterschied: Das Kernkraftwerk kann 24/7 Strom liefern (abgesehen von einigen Wochen Wartung pro Jahr). Auch wenn kein Wind weht und es dunkel ist und somit die Preise explodieren, bekommt das KKW nur seinen garantierten Preis und muß erstmal seine Subventionen an die Endverbraucher zurück zahlen. Es wird also in GB der Bürger nicht so brutal geplündert, wie in Deutschland.

Konsequenzen

Die Energiewende ist komplett gescheitert. Schluß damit. Bis dahin müssen die „Übergewinne“ der Wind- und Sonnenbarone vollständig eingezogen und zur Senkung der Endverbraucherpreise eingesetzt werden. Sie dürfen keinen Cent mehr, als die vereinbarten Garantiepreise bekommen. Damit endet auch umgehend der Anreiz, Strom aus teurerem Erdgas herzustellen. Wenn nicht mehr Erdgas zur Preistreiberei verfeuert wird (heute Mittag etwa 2 Millionen Kubikmeter pro Stunde), sinkt die Nachfrage drastisch und auch die Erdgaspreise fallen wieder. Wir können es uns nicht erlauben, um den Preis der Zerstörung unserer Volkswirtschaft – und letztendlich damit unserer Gesellschaft – auf Kohle und Kernenergie (mittelfristig) zu verzichten. Schluß mit dem haltlosen Gelaber eines weltfremden Müller, daß wir 20% Erdgas einsparen müssen. Auf dem heutigen Niveau der Industrie und Haushalte sind solche Raten absolut unmöglich. Wir befinden uns nicht mehr auf dem technologischen Stand der 1950er Jahre. Wer solche Werte in die Welt setzt, will Armut erzeugen. Pol Pot läßt grüßen.

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Woher kommt der Strom? 31. Analysewoche 2022

Starke Photovoltaik (PV)-Strom- bei gleichzeitig schwacher Windstromerzeugung: Hier zeigt sich das grundsätzliche Problem der Energiewende. Außerdem: Kfz-Zulassungen und Neues von der E-Mobilität.

von Dietrich Stobbe

Ab 6.8.2022, 10:00 Uhr, fällt wegen eines Übermittlungsfehlers der Datenquelle die Anzeige der Daten „Biomasse“ aus.

Die Woche (Fakten kompakt) zeichnet sich durch starke PV-Stromerzeugung aus. Mit über 40 GW zur Mittagszeit des 3.8.2022 wird der Wochenpeak PV-Stromerzeugung (25,3 Prozent Volllastanteil PV) erreicht. Abgesehen von einem Minibuckel am Freitag ist die Windstromerzeugung durchgehend schwach. Doch auch das Wind-Buckelchen bringt Freitag um 18:00 Uhr lediglich 18 GW Strom (Bedarf 63,5 Prozent) auf die Waage. Was zusammen mit dem Strom der untergehenden Sonne plus konventioneller Ergänzung ausreicht, um heute die sonst allabendliche Strom-Vorabendlücke zu vermeiden. Damit kassieren die deutschen Stromerzeuger den durch Nachfrage (die Strom-Nachfrage sinkt langsamer, als die PV-Stromerzeugung abfällt) bestimmten Vorabend-Hochpreis allein. Ausländischer Importstrom bleibt am Freitag außen vor. Im Übrigen zeigt sich das bekannte Strom-Erzeugungs-Preisschema: Immer, wenn die Stromerzeugung besonders stark über dem Bedarf liegt, fallen die Preise. Die Ursachen für die Strom-Überproduktion wurden in der vergangenen Woche dargelegt.

Detailanalyse

Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.). Ebenso wie den bewährten Energierechner.

Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdopplung (Original-Excel-Tabelle) beziehungsweise Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle) des Wind- und Photovoltaik (PV)-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (= 1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht. Das ist vor allem dann der Fall, wenn, wie an allen Tagen in der aktuellen Analyse der KW 31, die PV-Stromerzeugung stark bei gleichzeitig schwacher Windstromerzeugung ist. Da würde Strom zur Deckung des Bedarfs in Zeiträumen fehlen, an denen nur (schwacher) Windstrom zur Verfügung steht. Insbesondere in der Nacht. Sehen Sie diesen Chart und vervielfachen Sie gedanklich die Windkraft- und PV-Stromerzeugung zwischen den Sonnenzeiten. Der Strommangel bezogen auf den Bedarf wird offensichtlich. Das ist eine evidenzbasierte Aussage. Und es ist ein Beleg für über 20 Jahre Energiewende und deren Scheitern.

Auch bei einer Verdoppelung oder Verdreifachung würde es dann nicht reichen. In der Vergangenheit war und aktuell ist die regenerative Stromerzeugung zur kompletten Bedarfsdeckung „Strom in Deutschland“ praktisch immer unzureichend. Dieser Chart belegt den Sachverhalt eindrucksvoll. Man erkennt darüber hinaus, dass zum Beispiel gut 40 Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2021 nur ein Durchschnittswert sind, und dass die 50 Prozent im Jahr 2020 trotz Zubaus weiterer regenerativer Stromerzeugungsanlagen durchaus nicht sicher erreicht werden. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, der Wind macht halt, was er will. Wobei noch ein physikalisch technisches Problem hinzukommt: Weht der Wind schwach, wird wenig Strom produziert. Weht er richtig stark, wird kein Strom produziert. Dann müssen die Windkraftanlagen aus dem Wind genommen, abgeregelt werden.

Neue ZDF-WiSo-Dokumentation

Der Chart mit den Import- und Exportzahlen sowie der Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Prof. Brasseur folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Die aktuelle WiSo-Dokumentation ist dank Prof. Schwarz von der BTU Cottbus und diversen Energiewendeprotagonisten (Graichen, Kemfert, Paech) in jeder Hinsicht informativ. Dass die Energiewende faktisch gescheitert ist, veranschaulicht Professor Fritz Vahrenholt in seinem Vortrag beim „Berliner Kreis in der Union“.

Der 2. Teil „Leschs-E-Auto-Analyse“ der enexion-group ist da

Beide Teile der Enexion-Analyse zusammen finden Sie hier. Weiterhin lesenswert ist der Artikel vom 3. Juni 2022 der Enexion-Kolumne zur Energiewende: Energiewende & die Bundesnetzagentur, Politik und Gaswirtschaft. Sehr zu empfehlen ist das aktuelle Kompendium für eine vernünftige Energiepolitik der Bundesinitiative Vernunftkraft e.V. Es kann auch als Nachschlagewerk genutzt werden.

Der Chart und die Werte des bisherigen Jahres 2022 belegen, dass die Energiewende kaum in den angestrebten Zeiträumen gelingen wird. Trotz weiteren Zubaus von Windkraft- und PV-Anlagen in Sachen regenerativer Stromerzeugung liegt die regenerative Stromerzeugung immer noch bei nur knapp 50 Prozent. Auch im Bereich CO2 hat sich seit 2019 kaum etwas getan, wenn man vom ersten Corona-Jahr 2020 absieht. Es stellt sich die Frage, ob die deutsche Bevölkerung in der Mehrheit so leben will wie im Frühjahr 2020, dem Jahr mit wenig konventioneller Stromerzeugung wegen des Lockdowns und deshalb auch weniger CO2-Ausstoß. Dafür mit Arbeitsplatzverlusten, viel Kurzarbeit, Vereinsamung, nicht nur wegen mangelnder Mobilität. Jetzt droht die nächste Katastrophe, genannt Energiekrise.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche, möglich bis 2016, in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Das Analysewerkzeug stromdaten.info ist ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool „Fakten zur Energiewende“ nochmals erweitert wurde. Falls Sie die Agora-Handelstage vermissen: Bitte die in den Tagesanalysen verlinkte Agora-Chartmatrix aufrufen.

Wichtige Info zu den Charts: In den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt. Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten. Der hierfür zusätzlich benötigte Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom aktuell immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.

Beachten Sie bitte Peter Hagers Informationen zu den Kfz-Zulassungen 07/2022 nach den…

Tagesanalysen

Montag, 1.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,37 Prozent, davon Windstrom 12,57 Prozent, PV-Strom 17,80 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,00 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Wochenanfang wartet mit 38,4 Prozent regenerativem Beitrag zum Strombedarf auf. Am Vormittag und am Vorabendwird Strom hochpreisig importiert. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. August ab 2016.

Dienstag, 2.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,51 Prozent, davon Windstrom 10,84 Prozent, PV-Strom 23,76 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,91 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Die regenerative Erzeugung bleibt auch im Durchschnitt schwach. Die PV-Stromerzeugung steigt zwar etwas an, die Windstromerzeugung lässt hingegen nach. Strom wird teuer eingekauft und „günstig“ verkauft. Wobei das Preisniveau wie in den vergangenen Monaten hoch ist. Alle profitieren. Nur der Stromkunde nicht. Der bezahlt. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 2. August ab 2016.

Mittwoch, 3.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,27 Prozent, davon Windstrom 10,28 Prozent, PV-Strom 24,45 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,53 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Ein ähnliches Bild wie gestern. Die PV-Stromerzeugung ist sommerlich stark (Wochenpeak). Dafür ist die Windstromerzeugung sommerlich schwach. Der regenerative Anteil an der Deckung des Strombedarfs liegt heute bei 42,1 Prozent. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 3. August ab 2016.

Donnerstag, 4.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 45,07 Prozent, davon Windstrom 11,26 Prozent, PV-Strom 22,33 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,48 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute bricht die Windstromerzeugung nahezu komplett ein. Mit 39,9 Prozent liegt der regenerative Anteil an der Bedarfsdeckung wieder unter 40 Prozent. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 4. August ab 2016.

Freitag, 5.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,27 Prozent, davon Windstrom 17,59 Prozent, PV-Strom 16,72 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,96 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute ist der Tag des Windbuckelchens. Es entsteht keine Strom-Versorgungslücke am Vorabend. Dank massivem Pumpspeichereinsatz. Anteil regenerative Erzeugung am Bedarf: 40,8 Prozent. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 5. August ab 2016.

Samstag, 6.8.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 44,78 Prozent, davon Windstrom 15,51 Prozent, PV-Strom 24,88 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 4,39 (fehlerhafte Datenquelle) Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Wochenende und wenig Bedarf. Keine weiteren Charts wegen des Datenfehlers „Biomasse“. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 6. August ab 2016.

Sonntag, 7.8.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 44,62 Prozent, davon Windstrom 9,72 Prozent, PV-Strom 31,08 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 3,82 (fehlerhafte Datenquelle) Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Noch weniger Bedarf: Keine weiteren Charts wegen des Datenfehlers „Biomasse“. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 7. August ab 2016.

Peter Hagers Informationen zu den Kfz-Zulassungen 07/2022

Die PKW-Neuzulassungen in Deutschland schwächeln weiter: 205.911 neu zugelassene PKWs bedeuten ein Minus von 12,9 Prozent gegenüber Juli 2021. Im Vergleich zum Juni 2022 betrug der Rückgang 8,3 Prozent. Bereits den fünften Monat in Folge waren die Neuzulassungen bei den Plug-In-Hybrid-Modellen gegenüber dem Vorjahresmonat rückläufig. Reine Elektro-Neuwagen konnten dagegen um 13,2 Prozent gegenüber Juli 2021 zulegen.

Benzin: 74.094 (-20,5% ggü. 07/2021 / Zulassungsanteil: 36,0%)

Diesel: 41.386 (-11,3% ggü. 07/2021 / Zulassungsanteil: 20,1%)

Hybrid (ohne Plug-in): 36.250 (-8,6% ggü. 07/2021 / Zulassungsanteil: 17,6%)
darunter mit Benzinmotor: 24.384
darunter mit Dieselmotor: 11.866

Plug-in-Hybrid: 23.712 (-21,4% ggü. 07/2021 / Zulassungsanteil: 11,5%)
darunter mit Benzinmotor: 22.486
darunter mit Dieselmotor: 1.226

Elektro (BEV): 28.815 (+13,2% ggü. 07/2021 / Zulassungsanteil: 14,0%)

Der Zulassungsanteil der Elektro-PKWs (BEV und Plug-in-Hybrid) fiel von 26,1% im Juni auf 25,5% im Juli 2022.

PKWs mit anderen Antriebsarten (Flüssiggas: 0,7% oder Erdgas: 0,1%) spielen so gut wie keine Rolle.

Quelle

 

Top 5 nach Herstellern

Hybrid-PKW (ohne Plug-in): 269.490 (01-07/2022), +3,5% ggü. VJ-Zeitraum

Audi (mit 10 Modellen): 19,6%
BMW (mit 13 Modellen): 15,5%
Toyota (mit 6 Modellen): 10,9%
Mercedes (mit 9 Modellen): 10,7%
Ford (mit 8 Modellen): 7,1%

Hybrid-PKW (mit Plug-in): 162.592 (01-07/2022), -16,1% ggü. VJ-Zeitraum

BMW (mit 8 Modellen): 14,4%
Mercedes (mit 10 Modellen): 14,2%
Audi (mit 8 Modellen): 8,8%
VW (mit 6 Modellen): 8,6%
Seat (mit 3 Modellen): 8,1%

Elektro-PKW: 196.078 (01-07/2022), +12,6% ggü. VJ-Zeitraum

VW (mit 6 Modellen): 11,9%
Tesla (mit 2 Modellen): 9,9%
Hyundai (mit 3 Modellen): 8,2%
Fiat (mit 1 Modellen): 6,9%
Audi (mit 3 Modellen): 6,9%

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 07/2022 (Gesamt: 28.815)

Fiat 500: 2.170 (Minis)
VW ID4: 1.600 (SUV)
Opel Corsa: 1.406 (Kleinwagen)
VW ID3: 1.620 (Kompaktklasse)
VW up: 1.297 (Minis)
BMW i3: 1.271 (Kleinwagen)
Hyundai Ioniq 5: 1.233 (SUV)
Audi Q4: 1.193 (SUV)
Dacia Spring: 1.185 (Minis)
Opel Mokka: 1.173 (SUV)

Den Spitzenplatz holte sich auch im Juli der Fiat 500. Der VW ID4 kam auf Platz 2 und verdrängte den Opel Corsa. Der Sprung unter die Top 10 gelangen erstmals dem Dacia Spring und dem Audi Q4. Wieder unter die meistzugelassenen BEV-Modelle kamen der BMW i3, der Hyundai Ioniq 5 und der Opel Mokka. Herausgefallen sind Tesla Model Y, Skoda Enyaq, Hundai Kona, Mini und Renault Zoe.

Bundesregierung senkt Förderprämie für Elektroautos

Ab dem 1. Januar 2023 erhalten E-Auto-Käufer für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis bis 40.000 EUR 4.500 EUR (bisher 6.000) und mit einem Nettolistenpreis zwischen 40.000 EUR und bis zu 65.000 EUR 3.000 EUR (bisher 5.000). Die Förderung für Plug-In-Hybridfahrzeuge entfällt komplett. Ab dem 1. Januar 2024 werden nur noch E-Autos mit einem Nettolistenpreis bis 45.000 EUR mit 3.000 EUR gefördert. Zudem gibt es eine Deckelung der Gesamtförderung (2023: 2,1 Milliarden EUR, 2024: 1,3 Milliarden EUR). Da das Zulassungsdatum für die Auszahlung der Förderprämie weiterhin relevant ist, dürfte die Reduzierung oder der Wegfall bereits jetzt für viele Neubestellungen (bedingt durch die zum Teil recht langen Lieferzeiten) zutreffen.

Quelle

Auch mit den bisher sehr hohen Subventionen war der Zuwachs an PKWs mit reinem Elektroantrieb doch eher bescheiden (Bestand Ende 2021: 618.460 PKW, Neuzulassungen bis 07/2022: 196.078). Mit den nun angekündigten Kürzungen wird es mit den anvisierten 15 Millionen Elektroautos bis 2030 noch schwerer werden.

Tesla weiter weltweit größter E-Autohersteller

Im 1. Halbjahr 2022 konnte Tesla weltweit 565.000 Fahrzeuge produzieren (1. HJ. 2021: 386.000), gefolgt von Saic (China) mit 335.000 (1. HJ 2021: 247.000) und BYD (China) mit 324.000 (1. HJ 2021: 93.000). BYD („Build Your Dreams“) konnte VW mit 217.000 Fahrzeugen (1. HJ 2021: 171.000) vom dritten Platz verdrängen und plant noch 2022 den Markteintritt in Europa.

Teslas im März eröffnete Giga factory in Grünheide (mit einer maximalen Fertigungskapazität von 500.000 PKW pro Jahr) fährt nur langsam hoch. Nach Prognosen sollen im Jahr 2022 zwischen 30.000 und 67.000 Model Y produziert werden. Damit wird Grünheide deutlich hinter den prognostizierten Produktionszahlen der Giga factories Shanghai (746.000 Fahrzeuge) und Fremont (496.000 Fahrzeuge) liegen.

Quelle

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.