Strahlende Feiglinge: Union, FDP und das Atomgesetz

Dass Wirtschaftsminister Habeck nun den Weiterbetrieb von zwei AKWs bis April 2023 für möglich hält, ändert am Grundproblem nichts. Selbst CDU und FDP sind nicht für einen vernünftigen – und dauerhaften – Ausweg aus dem Energie-Dilemma zu haben.

von Manfred Haferburg

Kernkraft in Deutschland – Sein oder Nichtsein. Bisher waren die meisten Politiker, mit Ausnahme der AfD, der irrigen Überzeugung, dass ein Industriestaat vollständig von Wind- und Sonnenenergie versorgt werden kann. Die Realität, dass nur das Backup der Kernkraft und der Kohle- und Gaskraftwerke diese Illusion aufrechterhalten hat, wurde schlicht verdrängt. Nun hat die Realität die Tür eingetreten und steht mitten im Raum. Es dauert nicht mehr lange, bis der Ruf nach Ermittlung der Schuldigen an der sich anbahnenden Energiekatastrophe unüberhörbar ertönen wird. Panik breitet sich im hohen Hause aus.

Die alten Brunnen wurden zugeschüttet, bevor die neuen genügend Wasser liefern können. Zu viel nukleare und fossile Erzeugungskapazität wurde in den letzten Jahren zerstört, ohne dass Ersatz in Sicht war. Nun steht der Winter vor der Tür. Die Gaslager sind zwar gefüllt, aber die letzten 4.500 MW Kernkraft werden am 31.12. laut Atomgesetz abgeschaltet – Strom für 10 Millionen Haushalte. Vor 15 Jahren waren es noch fast 20.000 MW.

Weil alle Warnungen ignoriert wurden, befindet sich Deutschland in einem Energie-Dilemma, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt. Die hektischen Maßnahmen zum Energieimport um jeden Preis und das erratische Kurieren der Ampel-Regierung an den sozialen Symptomen beweisen zur Genüge, dass die Hütte lichterloh brennt. Die Megawattstunde, die sonst an der Strombörse um 50 € kostete, erreichte kürzlich einen Spitzen-Preis von 1.000 €. Wenn etwas richtig knapp ist, wird es teurer. Weder Industrie noch Endkunden können auf Dauer solche Preise bezahlen. Auch der Staat hat nur so viel Geld, wie er von der Industrie und den Bürgern einnehmen kann.

Die Illusion der Vollversorgung mit Erneuerbaren platzt wie eine Seifenblase

Die Illusion der Vollversorgung mit Erneuerbaren platzt wie eine Seifenblase. Die Verengung der Energieressourcen auf Wind und Sonne ist auch keine angemessene Antwort auf den Klimawandel. Denn im Resultat hat die ganze Energiewende keine nennenswerte CO2-Reduktion gebracht, da ja die Erneuerbaren bisher gerade mal den ebenso CO2-freien Stromproduktionsausfall der abgeschalteten Kernenergie substituieren. Der erneuerbare Kraftwerkspark kann verzehnfacht werden, er kann bei Flaute und Dunkelheit trotzdem das Land nicht versorgen. Chemiefabriken, Stahlwerke, Aluhütten, Glasschmelzen, ja nicht einmal Bäckereien können windabhängig arbeiten. Wind und Sonne tragen derzeit mit sechs Prozent zur Primärenergieversorgung Deutschlands bei. Der Rest wird aus anderen Energieträgern gewonnen. Noch mehr als 90 Prozent des „Erneuerbaren-Weges einer nachhaltigen Energieversorgung“ liegen vor uns. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie das Ende dieses Wegs aussieht.

Es ist nachweislich unmöglich, eine Industrienation mit Wind und Sonne angemessen zu versorgen, solange es keine bezahlbare Speichertechnologie gibt. Dafür hat Deutschland aber weder die geologischen Voraussetzungen noch eine andere existierende bezahlbare Technologie. Um ganz Deutschland einen Tag mit Pumpspeicherstrom zu versorgen – wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint –, sind ungefähr 480 Pumpspeicherkraftwerke von der Größe des geplanten Rurseewerks erforderlich. Deutschlands Stromspeicher, alle existierenden zusammengenommen, reichen gerade einmal für 30 Minuten. Da kann Märchentante Kemfert faseln, was sie will. (hier ab Min. 36:10)

Auch wenn es nicht in Politikerköpfe hineingeht: Es geht nicht darum, möglichst viel erneuerbaren Strom zu produzieren. Er muss genau dann und in genau der Menge produziert werden, wenn er gebraucht wird. Strom ist das leichtverderblichste Gut der Welt, er muss in derselben Sekunde erzeugt werden, in der er verbraucht wird – es sei denn, man kann ihn speichern. Und noch einen schönen Gruß an den Staatssekretär Graichen im Wirtschaftsministerium, der die Batterien der Millionen Elektroautos, die er herbeifantasiert, als Speicher anzapfen will: Die Ladestationen sind nicht „rückladefähig“.

Es gibt sehr wohl eine Lösung der Endlagerfrage

Die vielgepriesene Wasserstofftechnologie hat einen Wirkungsgrad von 25 Prozent, das kann keine Politik ändern, das ist Physik. Und der Aufbau einer landesweiten Wasserstofftechnologiestrecke würde ein Zeitvolumen von nicht unter zehn Jahren benötigen, selbst wenn man den Preis von einem Euro pro Kilowattstunde akzeptieren würde. Von den Gefahren, die vom Umgang mit Wasserstoff ausgehen, gar nicht zu reden. Die drei Explosionen, die man in Fukushima sehen konnte, waren explodierender Wasserstoff.

Ein Blackout würde in Deutschland tausende Menschenleben kosten. Dagegen müsste man nun die Gefahren der Kernenergie abwägen. Da hilft die Statistik beim Verstehen. Der Beweis wurde in 15.000 Reaktorjahren erbracht. Bei der Erzeugung einer Terawattstunde Strom kommt es weltweit zu den folgenden Todesraten: Kohle 30, Öl 18, Biomasse 5, Erdgas 3, Wasserkraft 1, Wind/Wasser/Geothermie/Sonne/Kernenergie weniger als 1. Einem Opfer pro 10 Terawattstunden Kernkraft stehen drei Tote bei Windkraft gegenüber, da sind sogar TMI, Tschernobyl und Fukushima mit eingerechnet.

Es ist eine nicht zutreffende Behauptung, dass es keine Lösung der Endlagerfrage gibt. In Finnland geht gerade das Endlager ONKALO in Olkiluoto in Betrieb. Trotzdem ist wohl die gegenwärtige deutsche Lösung, keinen Endlagerstandort finden zu wollen, die ungewollt beste Lösung. Enthalten doch die abgebrannten Brennelemente in den Zwischenlagern noch mehr als 95 Prozent ihrer nutzbaren Energie. In den Reaktoren der Generation 4 bzw. 5 kann nach Wiederaufbereitung diese Energie genutzt werden und reicht für 350 Jahre Stromversorgung für Deutschland. Dann braucht es auch kein Endlager mehr, da die Abfälle dieser Reaktoren nur noch 300 Jahre strahlen. Aber in Deutschland ist ja auch die Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen verboten.

Ein Blackout wird immer wahrscheinlicher

Um sich vom Gas unabhängig zu machen, hätte man alle Kernkraftwerke weiterlaufen lassen müssen. Die haben ungefähr den Anteil Energie erzeugt, der von russischem Gas erbracht werden sollte. Deshalb hieß Gas ja „Brückentechnologie“. Heute fehlt beides mit fatalen Folgen. Und es hilft auch nicht, sich nun in der Not von LNG aus anderen fragwürdigen Ländern zu exorbitanten Preisen abhängig zu machen. Schiefergas hätte Deutschland selbst genug für viele Jahre. Doch die Politik verbietet auch das blindwütig, genauso wie die CCS-Technologie zur CO2-freien Weiternutzung der heimischen Kohle.

Strommangelwirtschaft ist schon heute Realität, und ein Blackout wird immer wahrscheinlicher. Auch die Nachbarländer werden nicht helfen können, die haben selber Probleme.

Es geht längst nicht mehr um Überzeugungen im größten Bundestag aller Zeiten. Jetzt geht es darum, seine Politikerhaut zu retten und möglichst die Anderen schuldig aussehen zu lassen, wenn die Energiekrise zuschlägt.

Die AfD hatte schon am 5. Juli dieses Jahres einen Gesetzentwurf zur Änderung des Atomgesetzes (Drucksache 20/2592 & 20/3586) eingebracht. In diesem wurde beantragt: „…Der Weiterbetrieb der drei aktuell noch im Betrieb befindlichen Kernkraftwerke ist als Minimalkonsens dringend angezeigt. Dazu müssen die betreffenden Anlagen Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode – 3 – Drucksache 20/2592 nach dem AtG entfristet und die Strommengenbegrenzung abgeschafft werden. Die Sicherstellung eines wirtschaftlich sinnvollen Betriebs für die Betreiber erfolgt am effektivsten über eine entschädigungsbewehrte Laufzeitzusage von 20 Jahren, welche zusätzliche Verbindlichkeit schafft. In einem zweiten Schritt, der nicht Gegenstand des vorliegenden Entwurfs ist, können die Ende 2021 abgeschalteten Kernkraftwerke in gleicher Weise entfristet werden…

Am 22. September 2022 beriet und beschloss der Deutsche Bundestag in dritter und letzter Lesung, den Gesetzesvorschlag der AfD zur Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke mit 70 Ja-Stimmen, 544-Nein Stimmen und 122 nicht abgegebenen Stimmen abzulehnen.

Merz ließ den Worten keine Taten folgen

Medial tut die Regierungspartei FDP in Sachen KKW so, als sei sie in der Opposition und fordert lautstark den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke. Der FDP-Parteivorsitzende und Bundesfinanzminister Lindner tönt am 21. September: „Es ist unabdingbar, die Kapazitäten am Strommarkt zu erhöhen und so die galoppierenden Preise zu senken. Die drei sicheren Kernkraftwerke müssen weiterlaufen und die Kohlekraftwerke unbedingt ans Netz gebracht werden“.

Einen Tag später stimmt er geschlossen mit 78 Abgeordneten seiner Fraktion im Bundestag – 14 FDP-Abgeordnete zogen es vor, abwesend zu sein – gegen einen Antrag zur Änderung des Atomgesetzes, der den Weiterbetrieb dieser Kraftwerke überhaupt erst ermöglicht hätte. Ab 1. Januar 2023 ist nämlich durch dieses Gesetz die gewerbliche Stromerzeugung aus Kernenergie in Deutschland bei Strafe verboten.

Und die CDU/CSU tönt durch den Mund ihres Parteivorsitzenden und Oppositionsführers Merz: „Die Zeit wird jetzt knapp. Wenn die Bundesregierung nicht sehr bald zu Entscheidungen kommt, dann trägt sie ganz allein die Verantwortung für die Folgen von Gasnotlage und Strommangel im kommenden Winter“. Nein, Herr Merz, für die Abschaltung der 14 anderen Kernkraftwerke trägt die CDU/CSU unter Führung der Abschaltkanzlerin Merkel die Hauptverantwortung. Die Entscheidung von 2011 zum Kernenergieausstieg traf die CDU/CSU, wenn auch zusammen mit der SPD und FDP und unter Druck von den Grünen.

Am 2. September forderte Merz in einer Mail an die CDU-Mitglieder den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke: „…Das Ergebnis dieses zweiten Stresstests sollte ursprünglich Mitte dieser Woche veröffentlicht werden. Aber ganz offensichtlich passt Teilen der Bundesregierung das ermittelte Ergebnis nicht, denn nach allem, was aus der Expertengruppe zu hören ist, wird der im Winter zu erwartende Strombedarf ohne die derzeit noch laufenden drei Kernkraftwerke in Deutschland nicht zu decken sein. Aber ein solches Ergebnis kurz vor den Wahlen in Niedersachsen droht die grüne Partei zu zerreißen. Also wird wieder nichts entschieden. … Vor diesem Hintergrund überhaupt noch ernsthaft daran zu denken, drei moderne, problemlos laufende Kernkraftwerke zum Jahresende stillzulegen, ist verantwortungslos (sagt ein Parteivorsitzender, dessen Partei 14 moderne, problemlos laufende Kernkraftwerke abschalten ließ). Wir haben der Bundesregierung im Sommer eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages zur Änderung des Atomgesetzes angeboten und sie aufgefordert, die Bestellung neuer Brennstäbe zu ermöglichen“. So tönt ein Herr Merz, um dann am 22. September mit 165 Abgeordneten seiner Fraktion im Bundestag – 32 CDU/CSU-Abgeordnete zogen es vor, abwesend zu sein – ebenfalls gegen eine Änderung des Atomgesetzes zu stimmen.

Weder von der CDU/CSU noch von der FDP gab es im Bundestag auch nur eine einzige Ja-Stimme für die Änderung des Atomgesetzes – noch einen schönen Gruß an Herrn Kubicki.

Abstimmung der Schande im Bundestag

Am 20. September, also ganze zwei Tage vor der Abstimmung über den AfD-Antrag im Bundestag, brachte die CDU/CSU-Fraktion einen eigenen Gesetzentwurf eines Neunzehnten Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes ein. Er kam so spät, dass eine Abstimmung darüber voraussichtlich erst nach der Niedersachsenwahl am 9. Oktober stattfinden kann. Im Grunde fordert der Antrag der CDU/CSU das Gleiche wie der Antrag der AfD. Nur soll die Laufzeit der letzten drei KKW nicht für 20 Jahre verlängert werden, sondern nur für zwei Jahre bis 31.12.2024.

Zur Reaktivierung der im vergangenen Jahr abgeschalteten KKW wird nichts gesagt. Offensichtlich glaubt auch die CDU/CSU, dass die Energiewende mit Sonne und Wind in zwei Jahren die Energiekrise gelöst hat oder bis dahin wieder Gas aus Russland fließt, irgendwer die nötigen 30 Gaskraftwerke gebaut hat und der von Frau Merkel begonnene Atomausstieg dann doch noch vollendet werden kann.

Ganz nebenbei frage ich mich, was die CDU/CSU macht, wenn es zur Abstimmung im Bundestag über ihren eigenen Gesetzentwurf kommt und die AfD geschlossen dafür stimmt? Lehnen sie dann ihren Antrag ab, nur um nicht mit der AfD zu stimmen?

Lippenbekenntnisse zur Kernenergie

Merz und Lindner geben feige Lippenbekenntnisse pro Kernenergie ab, in der Hoffnung, beim eintretenden Energie-Desaster mit ihrer Partei vor dem Zorn der Betroffenen davonzukommen. Sie hoffen dabei auf weitere Schützenhilfe der Medien, die ganz zufällig vergessen haben, über die Abstimmung der Heuchelei im Bundestag gebührend zu berichten. Darüber hinaus rechnen sie – wohl zu Recht – mit der Vergesslichkeit der deutschen Bürger. Sie wollen nur ihre Haut über den Winter retten. Sie verzögern, schwafeln und taktieren so lange, bis es den Betreibern der KKW endgültig unmöglich wird, die Anlagen über die kalte Jahreszeit in Betrieb zu halten. Das Zeitfenster dafür schloss sich schon im Mai dieses Jahres und jetzt müsste die Scheibe eingeschlagen werden, um doch noch in den Streckbetrieb zu gehen. Es sind noch drei Monate bis zur Abschaltung – mit der Lieferung neuer Brennelemente ist für diesen Winter nun nicht mehr zu rechnen.

Lieber 10 Millionen Haushalte ohne Strom – frierende Kinder und Omas, abwandernde Industrie eingeschlossen – als mit der falschen Partei zu stimmen. Dazu passt die Meldung, dass die französische Regierung jetzt offiziell den Bau von sechs neuen Kernkraftwerken EPR2 angekündigt hat. Sie werden an Standorten bereits bestehender Reaktoren in Doppelblockbauweise errichtet, die ersten zwei in Penly, Seine Maritime. Die nächsten zwei dann in Gravelin, im Norden Frankreichs. Der Baubeginn des ersten wird 2027 sein. Seine Inbetriebnahme im Jahr 2035.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier




KLIMA – Extreme Hitze und Trockenheit gab es bereits oft und schlimmer

Ein kleine Klima-Reise in frühere Zeiten und Katastrophen. Teil 1 – Einleitung

von Werner Eisenkopf, Runkel/D. (EIKE)

 

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Sagen Ihnen die folgenden Jahreszahlen irgendwas? Nämlich 627, 800, 879, 1000, 1022, 1132, 1152, 1160, 1189, 1200, 1276, 1277, 1303, 1304, 1393, 1394, 1440, 1538, 1539, 1540, 1541, 1556, 1615, 1625, 1646, 1678, 1695, 1718, 1723, 1724, 1746, 1748, 1749, 1753, 1754, 1760, 1767, 1778, 1779, 1793, 1811, 1818, 1830, 1832, 1846,1859, 1860, 1869, 1870, 1874, 1884 usw. ..

Das sind lauter trockene Jahreszahlen, zu denen wohl den meisten Lesern kaum irgendwas Spezielles einfallen dürfte. Dabei sind aus all diesen genannten Jahren, extreme Hitze und extreme Trockenheiten überliefert, die darin wohl allessamt, das Jahr 2022 locker übertreffen. In den Jahren 1303 und 1304 etwa, trockneten Rhein, Seine und Loire derart aus, dass man „trockenen Fusses“ diese Flüsse überqueren konnte. Man stelle sich sowas mal in der heutigen Zeit vor! Da würden die „Klimapolitiker“ täglich 24 Stunden hysterisch „Umkehr und Buße“ predigen.  Dagegen haben wir heute (August 2022) ja wohl noch fast „moderate“ Wassermengen, sogar im Rhein (siehe Bilder). Die größte bisher überlieferte Trockenheit in Mitteleuropa, war aber bereits im Jahre 1540.

 

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Solche damals vielerorts aufgezeichneten Hitze- und Trockenereignisse, ließen Menschen und Tiere verdursten und sterben. Sie sind absolut keine damaligen „Fake-News“ und dies haben auch dankenswerterweise gut recherchierte Fernsehsendungen, etwa beim deutschen MDR oder einzelne Nachrichtenmeldungen sogar beim ZDF-Heute aufgezeigt. Bei der ETH Zürich, wurden 2018 eine Fülle an historischen Daten, Baumringen und andere Details zum Jahr 1540 zusammengestellt und ausgewertet. Diese Mammutarbeit wurde grossteils vom Schweizer Klimaforscher Christian Pfister übernommen. Ganz unten ist dazu ein Link zu „Spektrum der Wissenschaft“ mit einem Fachartikel dazu zu finden.

Das Ergebnis zu 1540:
Elf Monate fiel damals so gut wie kein Regen, die Temperatur lag fünf bis sieben Grad über den Normalwerten des 20. Jahrhunderts, verbreitet muss die Temperatur im Hochsommer über 40 Grad geklettert sein. Unzählige Waldgebiete in Europa gingen in Flammen auf, beißender Rauch trübte das Sonnenlicht, im ganzen Sommer 1540 wurde kein einziges Gewitter registriert. Schon im Mai wurde das Wasser knapp, Brunnen und Quellen fielen trocken, die Mühlen standen still, die Leute hungerten, das Vieh wurde notgeschlachtet. In Europa starben in jenem Jahr schätzungsweise eine Million Menschen, die meisten an Ruhr.

Unter den vielen Jahreszahlen am Beginn dieses Blogs, sind auch welche mit dabei, die der Trockenheits- und Hitzekatastrophe von 1540 auch recht nahekamen. Damals gab es eben noch nicht das Internet und die „Selfies“ aus jeder Ecke und jedem Winkel. Deswegen drängt sich heutzutage bei vielen Zeitgenossen der Eindruck auf, das aktuelle Zeitalter nach der Jahrtausendwende, sei sowas wie die „schlimmste Klimakatastrophe der Menschheit“ und diese auch noch durch „eigene Schuld“ verursacht.

Als um das Jahr 800 herum, in Mittelamerika die damalige Hochkultur der Maya unterging, fiel dies mit einer extremen Trockenheitsphase dort zusammen. Nach den Ergebnissen untersuchter Tropfstein-Ablagerungen in Mittelamerika aus dieser Zeit, wurde gemäss einer Fernsehsendung bei ARTE, eine Dürrezeit über 50 Jahre Dauer festgestellt. 50 Jahre Dürre? Sowas würde auch unsere europäische „Kultur“ gefährden und vielleicht wohl auch auslöschen. Klimaglauben hin oder her.

Damit wären die Maya um das Jahr 800 und anderen Zeiten herum, aber theoretisch die „Erste durch Klimaglauben untergegangene“ Hochkultur. In dieser scheinbaren Ironie, steht aber eine Menge Logik. In der Gesellschaft der Maya vermittelten ihre „Herrscher“ zwischen den Göttern und dem einfachen Volk. Wenn also solche Dinge passierten, wie eine so lange Dürre, dann waren eben diese „Menschen“ schuld daran, die als Herrscher über das Volk, ja verantwortlich die Götter besänftigen sollten. Diese „Schuldigen“ hatten damit im Volksglauben versagt und die Götter erzürnt. Ergo ging daran letztendlich, wie ein gigantischer Dominoeffekt, eine ganze Maya-Hochkultur zugrunde. Sowas könnte sich aber unter etwas anderen Umständen, durchaus auch künftig und woanders (Europa?) wiederholen. Religiöser Glaube an sich und dann „Klimaglaube“ sowieso, sind da fast wie „Büchsen der Pandora“ anzusehen. Die Menschen sind unfassbar opferbereit. Doch wenn sie sich dann irgendwann erst einmal betrogen und hereingelegt fühlen, werden sie auch irgendwann rebellieren.

Auch im alten China, führten Wetter- und Klima-Ereignisse, zu immensen Folgen für die damalige Gesellschaft und Politik. Ein profaner Blitz-Einschlag im Pekinger „Tempel des Himmels“ etwa, änderte ganz plötzlich die gesamte damalige Kaiserpolitik. Vor 1470 hatten die damals weltgrössten Riesenschiffe (bis zu 120m lang! Kolumbus‘ Santa Maria war dagegen nur 19m lang) der „Chinesischen Schatzflotte“, bereits Handels-Reisen nach Indien, Afrika und vermutlich sogar nach Amerika gemacht. Diese chinesischen Flottenreisen ergaben vielleicht auch die Vorlage für die berühmte und rätselhafte türkische „Karte des Piri Reis“ von 1513, mit damals den Europäern noch völlig unbekannten Gebieten.

Doch nach dem Pekinger Himmelstempel-Blitzschlag, wurde all dies schnell beendet und in der Folgezeit auch die gesamte Flotte verfaulen lassen oder verbrannt. So also brachte sich das damals, am Beginn der europäischen Kolonialzeit, tatsächlich wissenschaftlich und technisch weltweit vielfach führende China, damit selbst um diesen Spitzenplatz und versank in tiefer langer Agonie. Dies änderte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg und mündet heute vorerst in die aktuellen chinesischen Bestrebungen unter Präsident Xi nun, China zur „Weltmacht Nr. 1“ aufsteigen zu lassen.

Wetter und Klima, haben zusammen mit Glaubensdingen, schon mehr politische Entscheidungen in allen Epochen beeinflusst und verändert, als den allermeisten Menschen bewusst ist. In Zeiten, wo das ganze Leben und Überleben abhängig war, von guten Ernten und genügend Nahrung, war dies Alles ja ganz anders als heute. Gerade in Mitteleuropa, sind dazu heutzutage aber die „Sensoren“ wohl vielfach verlorengegangen.

Historische europäische Aufzeichnungen, oft aus Klöstern als damals einzigen Stellen mit Schriftaufzeichnungen ganzer Regionen und aufwendig recherchierte Geschichtsbücher, enthalten dazu aber sehr viele Hinweise und Fakten. Nur existiert bislang offenbar keine Forschungsstelle, die all diese Mosaiksteinchen zusammenträgt und veröffentlicht. Man will offenbar keine Forschungen „Kontra-IPCC“ die dann Widerspruch und Zweifel an der „These vom menschgemachten Klimawandel“ schüren könnten. Einer „These“ die übrigens bis heute, also bis 2022, noch in keinem konkreten Forschungsbericht (!) in den unzähligen Veröffentlichungen unter dem IPCC-Dach, als „nachweislich bewiesen“ steht!

Solche „finalen“ Formulierungen im IPCC-Kontext, mit „kein Zweifel an der Menschenschuld“ finden sich nur allein unter den „Zusammenfassungen für Politikmacher“ und sind damit nur eine Art „politische gewollte Zusammenfassungsaussage“ aber unverändert kein Beweis. Doch hindert diese Tatsache nicht die unzähligen Journalisten, Politiker und auch Normalbürger, stets von der „unzweifelhaften Menschenschuld am Klimawandel“ zu reden und schreiben. Es ist also schon merkwürdig, was da verdrängt und zurechtgebogen wird, weil man es einfach nicht mehr anders wahrhaben will? Wohl auch, weil vielerorts schon der ganze Alltag/Beruf und mehr damit konform geht? Weil nicht falsch sein darf, was man sich selbst so fest und lange bereits ständig eingeredet hat?

Dazu haben sich gerade Fernseh-Nachrichtenportale allzu oft irgendwie störrisch darauf versteift, dass es „nur ZWEI Sorten Menschen“ darin gibt. Die „Guten“ und die „Bösen“ demnach. Die Ersteren sind immer die hehren „Klimaretter“ und die „Schlechten“ sind natürlich alle pauschal als „Klimaleugner“ titulierten Anderen. Diese schon fast verbohrt rüberkommende Aufteilung der real sehr komplexen Meinungsvielfalt als „Schwarz-Weiss-Holzschnitt“ ist weder zutreffend, noch berechtigt. Demnach wäre ja faktisch jeder Bürger, der einfach nicht daran glauben will, mit eigenem persönlichen Konsumverzicht und einem „Kleckschen eingespartem CO2“ nun gleich eine „Weltrettung“ anzuleiern, nur allein unter „Klimaleugner“ einzuordnen. Was da also auch die teuer bezahlten, öffentlich-rechtlichen Fernsehjournalisten aller Geschlechter da immer wieder von sich geben, ist eigentlich nur noch eine sehr primitiv-dumme Vereinfachung.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass etwa bei den Berichten über die grossen Waldbrände im Westen der USA (v.a. Kalifornien und Oregon), faktisch nie erwähnt wird, dass es in den Dreissiger-Jahren vor dem 2. Weltkrieg, dort noch viel mehr und grössere Waldbrände gegeben hat. Dazu gibt es aber Belege, Karten und Tabellen aus der damaligen Zeit aber diese werden uns gern verschwiegen.

Eine weitere Arroganz unserer aktuellen Zeit, ist die „Google- und Wiki-Wissensgläubigkeit“ der Menschen. Was nicht „googelbar“ ist und nicht in „Wikipedia“ steht, existiert für diese Menschen einfach nicht. Dabei enthalten die ganzen Internet-Informationen, immer noch nur einen Bruchteil des erworbenen Wissens der Menschheit und sind alles andere, als ein Maßstab anzusehen. Noch immer sind es interessante Bücher und Schriften, die viele Erkenntnisse veröffentlicht haben. Dem Autor dieser Zeilen, fielen schon in den Achtzigerjahren, die Bücher von Will und Ariel Durant auf: „Die Kulturgeschichte der Menschheit“ in 18 Bänden.

Es reicht aber manchmal schon aus, ein einziges geowissenschaftliches Fachbuch aus der Uni Heidelberg zu lesen, um etwa eine ganze „Studie“ vom deutschen „Bundes-Klimaminister“ Habeck bestellt und bezahlt zu relativieren. Prof. Rüdiger Glaser hat vor über 20 Jahren in seinem Buch ganz sachlich 1200 Jahre „Klimageschichte Mitteleuropas“ – Wetter-Klima-Katastrophen zusammengestellt (ISBN: 9783534146871 – vergriffen aber gebraucht noch erhältlich).

Nicht nur an der Ahr, auch in anderen Regionen, sind schon seit dem Mittelalter noch größere und schlimmere Wetter-Katastrophen bekannt, als die 2021 im Ahrtal. Auch riesige Waldbrände und wirklich noch viel extremere längere Dürren. So konnte man 1540 trockenen Fußes die Donau oder Seine überqueren. Man stelle sich sowas mal heute vor und dann die entsprechende „Klimapanik“ deswegen! Damals wurden halt eben „Hexen verbrannt“ um das Wetter zu besänftigen. Die „Hexen“ waren damit sowas wie ein damaliger „Vorgänger-Schuldiger “ zum heutigen CO2.

Interessanterweise erfährt man aber heutzutage nichts zu den Auswirkungen der Emissionen von fast 100 Tagen Vulkanausbruch im Atlantik, bei zugleich auch Ausbrüchen in Indonesien. CO2 ist nun mal das gleiche CO2, ganz egal ob aus Vulkan, Pflanzenverrottung oder Kohlekraftwerk kommend! 1816 gab es sowas schon mal. Das „Jahr ohne Sommer“ als Folge des gigantischen indonesischen Vulkanausbruchs vom Tambora 1815. Vulkanismus beeinflusste stets das irdische Klima und scherte sich niemals um irgendwelche menschliche „Gesetze“ oder gar „Klimagesetze“ und schon gar nicht um „Urteile“ irgendwelcher Gerichte.

Des Weiteren ist nichts bisher bekannt, wieviel die vorgesehene Umstellung der immensen Erdöl- und Gasmengen-Lieferungen aus Russland nach Deutschland, von effektiven Pumpen und Verdichtern in den Pipelines, auf künftig unzählige Schiffstransporte ausmachen werden. Etwas Totgeschwiegenes, was dann diese bisherigen Emissionen, dann wohl um ca. das 20-fache steigern wird. Ein einziges Gross-Containerschiff, führt schon auf einer Tour ca. 18000 Tonnen dreckigstes Schweröl als Brennstoff mit. Dagegen sind die Pipelinepumpen, schon fast „BIO“ dagegen und Verbrennerautos sowieso. Wenn der deutsche Minister Habeck dies Alles wüßte? Wenn Frau Sommaruga in Bern dies wüsste? …

Man sieht mit etwas Fairness, dass viele Dinge und Details, alle andere als „klar und bewiesen“ sind und dass man sich also auch damit sachlich und panikfrei befassen sollte. Dies wird hiermit und mit den später folgenden Fortsetzungen hierzu im Textatelier, auch versucht. Eine Art „absolute Weisheit“ und „Totales Überwissen“ hat Niemand vorzuweisen! Immer und überall, sind leider selbst bei sorgfältigster und neutralster Recherche, auch Irrtümer und Falschannahmen möglich. Wer diese Grundweisheit nicht vergisst und im Hinterkopf behält, ist schon mal auf einem sichereren Weg, als mit zu viel Gutgläubigkeit oder gar Naivität vielerorts.

Zwischenfazit:
All diese hier aufgeführten Dinge und Fakten, müssten eigentlich auch unsere „Klimapolitiker aller Parteien“ so wissen und beachten. Doch stattdessen überschlägt man sich in Panikmache und will den Menschen hierzulande einreden, mit dem eigenen Selbst-Demontieren bezüglich Leben, Ernähren, Arbeiten und Reisen, werde irgendwie die „Welt gerettet“ und zugleich steigen die jährlichen Emissionsmengen allein in China, Indien, übriges Asien, Afrika und Südamerika, stets unaufhaltsam um das mehrfache weiter an. Es steigt global sogar mehr an, als die Europäer überhaupt künftig auf ihrem Gebiet „stilllegen und einsparen“ können. Das ist schon rein mathematisch nicht wegzutricksen. Trotzdem wird weder der Planet, noch die Menschheit deswegen „krepieren“ sondern irgendwie damit zurechtkommen. Es wird ja ohnehin auch die nächste Eiszeit wieder mal kommen. Diese ganzen „natürlichen“ Kräfte im Weltall und im Innern der Erde, die etwa schon die Sahara ergrünen und das Mittelmeer austrocknen liessen, sind ja nie zum Stehen gekommen oder verschwunden. Sie wurden in einer Art „gigantischer menschlicher Selbstüberschätzung“ nur verdrängt.

Die Damen und Herren in der Politik und in den Medien, sollten bitte endlich mal zur Kenntnis nehmen: „Panikmache“ war noch niemals ein guter Anleiter und Ratgeber! Natur und Umwelt bewahren, ist sehr wichtig aber diese nun gerade „wegen Klimaschutz“ zu zerstören, ist verrückt! Dabei ist die derzeitige immense Tötung und Vernichtung von Insekten, durch LED-Strassenlicht und Windkraftrotoren, also „im Namen des Klimaschutzes“ und neben unzähligen toten Vögeln und Fledermäusen, nur ein Teil dieses gigantischen und auch sehr teuren Irrwegs. Spätere Generationen, werden wohl vermutlich die heutige Zeitepoche, teilweise sogar abschätzig mit der dunklen Epoche der historischen Hexenprozesse und Hexenverbrennungen -„gegen Unwetter“- vergleichen und verurteilen. Fanatischer religiöser wie auch „klimareligiöser“ Glaube, hat schon immer viel Unheil angerichtet und wird dies leider auch künftig weiter tun. Schon immer gab es dabei eine kleinere Anzahl Nutzniesser und Gewinner aber auch eine grössere Anzahl an Verlierern und Opfern.

Kommen wir nochmal zurück zur Dürrezeit im Sommer 2022. Wie das folgende Bild belegt, vom 21.8.2022, hat der Rhein auch bei aktuellem „Rekord-Niedrigwasser“ zwar sichtbare Sandbänke aber führt immer noch ungeheuer viel mehr Wasser, als bei den oben genannten historischen Tiefständen, bis hinunter zum „Trockenen Fusses das Flussbett überqueren“ können. Dies Alles passierte ja auch noch Jahrhunderte vor der Industrialisierung. Zu viele damalige „Lagerfeuer mit CO2“ kann man dafür aber schlecht anführen. Der „böse Mensch“ war also weder damals an Dürre, Hitze und Klima jemals „schuld“ gewesen, noch ist er dies heute! Wo heute viele „Klimapäpste“ ihre Dogmen bringen, wird sich irgendwann sicherlich auch mal ein „Klima-Luther“ oder ein „Klima-Zwingli“ erheben und durchsetzen…

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Teil-Übersicht über Links und Quellen

Aus Büchern im Besitz des Autors
Rüdiger Glaser: 1200 Jahre „Klimageschichte Mitteleuropas“ – ISBN 9783534146871
Will und Ariel Durant: „Kulturgeschichte der Menschheit“ 18 Bände – ISBN 3517005673

Internetlinks
Zum Jahr 1540 und den Auswertungen in der ETH-Zürich
https://www.spektrum.de/news/europas-vernichtende-jahrtausendduerre/1584414

Zur MDR-Sendung – Extreme Dürre alle 250 Jahre
https://www.mdr.de/wissen/mitteleuropa-extreme-duerre-alle-zweihundertfuenzig-jahre-100.html

Zum Dürren beim Untergang der Maya-Hochkultur
https://www.n-tv.de/wissen/Groesste-Maya-Metropole-Duerre-brachte-Mayapan-den-Untergang-article23479255.html

Zu Chinas Schatzflotte und ihrem Untergang bis 1525
https://www.businessinsider.de/wirtschaft/china-zerstoerte-vor-500-jahren-eigene-marine-2017-3/

Zu einem Teil der Jahreszahlen allgemeiner
https://eike-klima-energie.eu/2022/08/15/hitzewellen-der-letzten-1500-jahre/
https://cornwallalliance.org/author/liza-claire-ashley/

Zu Hochwasserkatastrophen an der Ahr seit 1348 (Autor W. Eisenkopf)
https://www.textatelier.com/index.php?id=996&blognr=6512&autor=Eisenkopf%20Werner

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors hier

 

 




Habecks Schummel-Wasserstoff aus VAE

Angeblich sei die erste Wasserstoff-Testlieferung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten im Hamburger Hafen angekommen – da lohnt sich ein genauer Blick auf die Meldung aus Robert Habecks Ministerium.

Von Hans Ambos.

„Erste Wasserstofflieferung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Deutschland eingetroffen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums vom 15. September. Doch bereits in der Überschrift steht die erste Unwahrheit: Geliefert wurde nämlich Ammoniak (NH3), und nicht Wasserstoff (H2). Er nennt Ammoniak verschleiernd „Wasserstoffderivat“. In den Vereinigten Arabischen Emiraten kann mit elektrischem Strom vom Kernkraftwerk Barakah in einer Elektrolyse-Anlage aus Wasser (H2O) Wasserstoff erzeugt werden. In einer Dampfreformierungs-Anlage der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) wird sogenannter Blauer Wasserstoff hergestellt (Erdgaskraftwerk). Im nächsten Umwandlungsschritt wird mit dem Haber-Bosch-Verfahren aus diesem Wasserstoff Ammoniak erzeugt, um ihn transportieren zu können. Nach dem Schiffstransport nach Deutschland wird durch einen „Cracker“ aus Ammoniak wieder Wasserstoff. Dieser Wasserstoff treibt mittels einer Brennstoffzelle LKWs oder den H2-Zug (Mireo) der Bahn an oder wird zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen, „E-Fuels“, verwendet.

Nach all diesen Umwandlungen und Rückumwandlungen bleibt jedoch kaum noch etwas von der ursprünglichen Energie übrig. Die Gesetze der Physik und Chemie sind leider nicht verhandelbar. Der Wirkungsgrad der Elektrolyse oder der Dampfreformierung beträgt ca. 75 Prozent. Die Haber-Bosch-Ammoniaksynthese hat einen Wirkungsgrad von 60 Prozent, NH3-Kompression und Transport: 85 Prozent, Ammoniak-Cracker: 70 Prozent, H2-Kompression und Transport: 90 Prozent, Brennstoffzelle: 70 Prozent. So erhält man von 100 kWh Strom aus dem Kernkraftwerk lausige 17 kWh Nutzenergie aus der Brennstoffzelle. Es ist fast so wie im Märchen von Hans im Glück. Aus einem Goldklumpen hatte er durch einen Reigen von Tauschgeschäften am Schluss einen Wetzstein.

Unfassbar teuer

Das Wasserstoffprojekt der Energiewende ist zudem unfassbar teuer: Eine CO2-frei erzeugte kWh vom KKW Barakah (oder deutschen KKWs) kostet ca. drei Cent. In Deutschland kostet dieser Wasserstoff ca. 90 ct/kWh. Zum Vergleich: Wasserstoff aus Erdgas kostet zurzeit min. 25 ct/kWh. Durch Förderprojekte und Subventionen wird der Preis künstlich niedrig gehalten. Habeck spricht vom Aufbau einer Wasserstoffwertschöpfungskette und hätte gerne grünen Wasserstoff aus den VAE. Den gibt es aber nicht, weil es dort keine Windkraftanlagen und nur wenige Photovoltaikanlagen gibt. Der Anteil der Erneuerbaren am Strommix beträgt dort nur drei Prozent (2021).

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums kann man Ammoniak auch auf der Basis von sogenanntem Blauen Wasserstoff herstellen: Von Blauem Wasserstoff ist die Rede, wenn bei der konventionellen Herstellung von Wasserstoff mittels Dampfreformierung das dabei freiwerdende CO2 abgeschieden und gespeichert wird (Carbon Capture and Storage, kurz CCS). Dieses Verfahren hat der Minister Habeck allerdings in Deutschland verboten! Alternativ zum Ammoniaktransport lässt sich auch flüssiger Wasserstoff transportieren. Dafür sind Temperaturen von unter minus 230°C nötig. Das ist mit sehr viel Aufwand und sehr hohen Kosten verbunden und stellt hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien. Faustformel: In die Verflüssigung von Wasserstoff müssen ca. 40 Prozent des Energiegehaltes des Wasserstoffes reingesteckt werden. Je länger die Strecke bzw. Speicherdauer, desto höher wird aber leider der Verlust an Energie.

 

Hans Ambos hat als Leiter des Radiochemielabors des Kernkraftwerkes Biblis und als Strahlenschutzbeauftragter einer Schweizer Firma gearbeitet. Seit 15 Jahren ist er freiberuflicher Dozent im Bereich Strahlenschutz und Kerntechnik.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier




An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!

Oder die Lippenbekenntnisse des Friedrich Merz, ..des Christian Lindner, der…you name them zum Weiterbetrieb der Kernkraftwerke

Ergänzung vom 26.9.22: 

In der Talksendung Anne Will vom gestrigen Sonntag forderte Christian Lindner (FDP), Finanzminister der Ampel, erneut die noch aktiven Kernkraftwerke weiter laufen zu lassen, obwohl mit ihm seine Fraktion im Deutschen Bundestag noch 3 Tage vorher einen entsprechenden Antrag der AfD (s.u), wie auch der Union vollständig abgelehnt hatten. Mehr Wählertäuschung geht wohl nicht.

Von Michael Limburg

Am 2. September versandte der Fraktionsvorsitzende der Unionsparteien im Deutschen Bundestag und gleichzeitig Vorsitzender der CDU an die Mitglieder seiner Partei eine eMail mit dem Inhalt, dass er – Friedrich Merz- es für unverantwortlich halte, wenn die Bundesregierung weiterhin an (CDU/CSU-FDP Entscheidung von 2011 unter Zustimmung von Grünen und „Liberalen“)  der Stilllegung der letzten drei Kernkraftwerke festhalte. Im Wortlaut steht da:

„Vor diesem Hintergrund überhaupt noch ernsthaft daran zu denken, drei moderne, problemlos laufende Kernkraftwerke zum Jahresende stillzulegen, ist verantwortungslos.“

Und weiter schreibt Merz an seine lieben Mitglieder:

“ Die Zeit wird jetzt knapp. Wenn die Bundesregierung nicht sehr bald zu Entscheidungen kommt, dann trägt sie ganz allein die Verantwortung für die Folgen von Gasnotlage und Strommangel im kommenden Winter. Die Bundesregierung darf sich nicht weiter an den alten ideologischen Grabenkämpfen der Grünen ausrichten“

Die in der Ampel mitregierende FDP forderte bei mehreren Gelegenheiten, wie bspw. ihrem Parteitag im April des Jahres, zunächst nur „eine Modifizierung unserer Ausstiegspläne bei Kohle- und Kernenergie“, und am 6. September bekräftige der FDP-Bundestagsfraktionschef Christian Dürr im ZDF die Forderung seiner Partei, alle drei noch laufenden deutschen Atomkraftwerke (AKW) am Netz zu lassen, und noch am letzten Mittwoch, dem 21.9.22, sagte der FdP Parteichef und gleichzeitig Bundesfinanzminister Christian Linder der Osnabrücker Zeitung:

„Es ist unabdingbar, die Kapazitäten am Strommarkt zu erhöhen und so die galoppierenden Preise zu senken. Die drei sicheren Kernkraftwerke müssen weiterlaufen und die Kohlekraftwerke unbedingt ans Netz gebracht werden“,

so Lindner im Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch).

Eine Abstimmung der Schande

Doch bereits am Folgetag , dem 22.9.22, beriet und beschloss der Deutsche Bundestag in dritter und letzter Lesung den Gesetzesvorschlag der AfD zur Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke (Gesetzentwurf der Fraktion der AfD: Entwurf eines Neunzehnten Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes (Drucksachen 20/2592 und 20/3586) abzulehnen.

Darin steht

Artikel 1 Änderung des Atomgesetzes

Das Atomgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 15. Juli 1985 (BGBl. I S. 1565), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 10. August 2021 (BGBl. I S. 3530) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:

1. § 1 Nummer 1 wird wie folgt gefasst:

„1. die Erforschung, die Entwicklung und die Nutzung der Kernenergie zu friedlichen Zwecken zu fördern und einen geordneten Betrieb von Anlagen zur Nutzung der Kernenergie zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität sicherzustellen,“.

  1. § 7 wird wie folgt geändert:
    1. a)  Absatz 1a Satz 1 Nummer 6 wird aufgehoben.
    2. b)  Nach Absatz 1d wird folgender Absatz 1e eingefügt:

„(1e) Sollten zukünftig Laufzeitbeschränkungen und Strommengenbegrenzungen für Betreiber von Anlagen zur Spaltung von Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität in Kraft treten, welche der Betreiber nicht zu verantworten hat, so ist er für den Zeitraum nach der so erzwungenen Abschaltung bis längstens 20 Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes für den so entstandenen Gewinnausfall zu entschädigen.“

  1. In Anlage 3 Spalte 2 werden die Angaben zu den Elektrizitätsmengen ab 1.1.2000 hinsichtlich der Anlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 gestrichen.

Artikel 2 Inkrafttreten

Das Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.

Nach kurzer „Beratung“ lehnten alle anwesenden Abgeordnete der Altparteien den Gesetzenwurf der AfD in namentlicher Abstimmung endgültig ab. Nur die anwesenden 69 Abgeordneten der AfD zuzüglich des fraktionslosen Abgeordneten Fahrle stimmten dem Entwurf zu. (Das Abstimmungsergebnis hier)

Es ist müssig hinzuzufügen, dass die deutschen Qualitätsmedien diese, n.M. des Autors Abstimmung der Schande, mit keinem Wort erwähnen. Stattdessen erzählt der hochgelobte Chefreporter der Welt, Robin Alexander, über „die Jungs und Mädels“ die sich am selben Tag einer Abstimmung über die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine, auf trickreiche Art und Weise entzogen hätten. Man muss eben Prioritäten setzen. Wir wissen – nicht erst seit heute – wo die bei denen liegen.

Es ist daher trotzdem zu vermuten, dass es viele geben wird, die sich die Namen der beteiligten Abgeordneten merken werden. Denn das Netz vergisst nichts.

Voller Wortlaut der email von Friedrich Merz vom 2. September 2022 an seine lieben Parteimitglieder

Lieber xxxxxxx,

viele private Haushalte und Unternehmen kämpfen jeden Tag mit stark steigenden Preisen für fast alle Waren und Dienstleistungen. Insbesondere die Energiepreise steigen wieder sprunghaft an. In einer solchen Lage braucht Deutschland eine kraftvoll handelnde Regierung. Stattdessen werden wir täglich weiter zu Zeitzeugen eines anhaltenden Streits in der Bundesregierung zu fast allen Themenbereichen. Das Bundeskabinett tagt zwei Tage in Klausur und geht ohne ein einziges konkretes Ergebnis in der Energiepolitik auseinander. Wir können uns die Untätigkeit dieser Bundesregierung nicht länger leisten.

Wenn wir schnellstmöglich unabhängig werden wollen von Putins Gas, dann hätten schon im Sommer Entscheidungen getroffen werden müssen. Stattdessen hat der Bundeswirtschaftsminister einen zweiten „Stresstest“ angeordnet, wie und mit welchen Energiequellen wir über den Winter kommen könnten. Das Ergebnis dieses zweiten Stresstests sollte ursprünglich Mitte dieser Woche veröffentlicht werden. Aber ganz offensichtlich passt Teilen der Bundesregierung das ermittelte Ergebnis nicht, denn nach allem, was aus der Expertengruppe zu hören ist, wird der im Winter zu erwartende Strombedarf ohne die derzeit noch laufenden drei Kernkraftwerke in Deutschland nicht zu decken sein. Aber ein solches Ergebnis kurz vor den Wahlen in Niedersachsen droht die grüne Partei zu zerreißen. Also wird wieder nichts entschieden.

Dieses Nichtstun und das Hinauszögern von Entscheidungen könnte für Deutschland fatale Folgen haben. Die Preissprünge an der Energiebörse zeigen, dass wir – anders als Robert Habeck es noch vor wenigen Wochen gesagt hat – eben doch ein veritables Stromproblem haben werden.

Vor diesem Hintergrund überhaupt noch ernsthaft daran zu denken, drei moderne, problemlos laufende Kernkraftwerke zum Jahresende stillzulegen, ist verantwortungslos. Wir haben der Bundesregierung im Sommer eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages zur Änderung des Atomgesetzes angeboten und sie aufgefordert, die Bestellung neuer Brennstäbe zu ermöglichen. Stattdessen streitet die Ampel weiter und der Bundeswirtschaftsminister erlässt in aller Eile eine kleinteilige, die Menschen bis in ihren privaten Lebensbereich gängelnde und bevormundende Energiesparverordnung. Anders als die Bundesregierung haben wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion dagegen konkrete Vorschläge zur Erweiterung des Energieangebots und zur Dämpfung der Preisentwicklung in den Energiemärkten unterbreitet. Unseren Beschluss finden Sie unter: https://www.cducsu.de

Die Zeit wird jetzt knapp. Wenn die Bundesregierung nicht sehr bald zu Entscheidungen kommt, dann trägt sie ganz allein die Verantwortung für die Folgen von Gasnotlage und Strommangel im kommenden Winter. Die Bundesregierung darf sich nicht weiter an den alten ideologischen Grabenkämpfen der Grünen ausrichten.

Mit den besten Grüßen

Ihr Friedrich Merz

 




Blockade des Kraftwerks Jänschwalde: Klimaextremisten bringen sich und andere in Gefahr

„Wir nehmen hier und heute den Kohleausstieg selbst in die Hand“, behauptete eine Gruppe verwirrter Klimaextremisten. Während Klimaschutzminister Habeck inzwischen jedes Kilowatt Strom und Wärme für den kommenden Winter zusammensucht, flippen des Zauberlehrlings Geister aus. 

Von Frank Hennig

Wie TE bereits berichtete, besetzten Klimaextremisten in den frühen Morgenstunden des 19. September Gleisanlagen vor dem Kraftwerk Jänschwalde, drangen ins Betriebsgelände ein und ketteten sich an Gurtbandförderanlagen an. In der Folge mussten zwei Blöcke des Kraftwerks aufgrund fehlender Kohle abgefahren werden, die verbleibenden zwei Blöcke die Leistung einsenken. Etwa 1.200 Megawatt eingeplanter Leistung fehlten im Netz.

Von öffentlich-rechtlichen Medien wie dem RBB wurden die Täter wie immer liebevoll ohne Anführungszeichen als Klima-Aktivisten bezeichnet. Das Engagement sei lobenswert, löse aber keine Probleme, heißt es in einem Kommentar des RBB. Was an der Aktion ist lobenswertes Engagement?

In ihrer Ahnungslosigkeit begaben sie sich in akute Gefahr, denn trotz Abschaltung der Gurtbänder war ein Wiederanlaufen aus technischen Gründen oder menschlicher Fehlhandlung nicht auszuschließen. Betroffen waren die Kohlebänder der Grabenbunker. Diese laufen neben den hunderte Meter langen Grabenbunkern, die man sich als Betonrinnen vorstellen kann, in die die Braunkohle aus den Waggons entladen wird.

Ein solches Gurtband ist stattliche 1,60 Meter breit und fährt mit über drei Metern pro Sekunde die aufgeschüttete Kohle in Richtung der Kohlebunker im Kraftwerkshauptgebäude. Jegliche Berührung des laufenden Bandes ist gefährlich, es droht das Hineinziehen von Gliedmaßen und damit schwerste Verletzungen.

Ungeachtet der Gefahr legten sich einige der Besessenen auf das Gurtband. Was wäre bei einem unbeabsichtigten Anlaufen eines Bandes passiert? Beim Versuch des Abspringens wäre es möglicherweise zum Einklemmen in Trag- oder Führungsrollen gekommen mit entsprechend schweren Verletzungen. Wären sie weiter auf dem Band mitgefahren, käme im folgenden Walzensiebrost im wahrsten Sinne des Wortes das Ende. Mehrere grobgezahnte Stahlwalzen hätten die Wirkung eines Fleischwolfes entfaltet, die sterblichen Überreste wären in der dann folgenden Prallhammermühle mit der Kohle vermischt und vermutlich nicht mehr auffindbar gewesen.

Während die Kraftwerker ins Schwitzen kamen und die verbleibende Kohlemenge hinsichtlich der Fahrweise zu optimieren versuchten, gaben die Täter ihre wirren Beweggründe preis: Die Autoproduktion sei zu hoch, das „kapitalistische Verwertungssystem“ müsse ein Ende haben. Gerade so, als käme ein sozialistisches System ohne Strom aus. Den Radikalen bar jeder Geschichtskenntnis ist natürlich nicht bekannt, dass die DDR die höchsten je erreichten Pro-Kopf-Emissionen an CO2 verbuchte. Erst der böse Kapitalismus führte dazu, die Emissionen auf ein Maß zu senken, dass man Kohlekraftwerken eines Alters wie in Jänschwalde (32 bis 40 Jahre) nicht zugetraut hätte.

Der materielle Verlust für das Betreiberunternehmen LEAG lässt sich noch nicht abschätzen. Während die zwei Blöcke wieder angefahren werden konnten, hielten Gleisbesetzungen den ganzen Tag über an. Die fehlenden Gigawattstunden nicht produzierten Stroms mussten teuer an der Börse zugekauft werden.

Brandenburgs Innenminister Stübgen (CDU) spricht von „Sabotage“, vom grünen Koalitionspartner kommt erwartungsgemäß keine Aussage. Mit einer deutlichen Ahndung der Tat ist erfahrungsgemäß kaum zu rechnen, auch in der Justiz war der grüne Marsch durch die Institutionen schließlich erfolgreich. Während Regierungskritiker als „radikale Mitte“ schon präventiv stigmatisiert und mögliche Demonstrationen im Vorfeld kriminalisiert werden, bettet man grüne Straftäter weich – sie wollen ja nur Gutes.

Dabei haben sie „dem Klima“ einen Bärendienst erwiesen. Die Ab- und Anfahrprozesse der beiden Blöcke machten den Einsatz von etwa 40 Tonnen schwerem Heizöl und einiger hundert Tonnen Braunkohle nötig, ohne dass dafür eine Kilowattstunde Strom erzeugt wurde. Zudem gelten für den Ab- und Anfahrbetrieb der Dampfkessel nicht die Emissionsgrenzwerte nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), weil sie aus Gründen der Feuerungstechnologie im niedrigen Lastbereich nicht einhaltbar sind. An anderen Stellen musste der fehlende Strom fossil ersetzt werden, denn die Kernkraftwerke fahren an der Oberkante und die „Erneuerbaren“ schieben aufgrund des Einspeisevorrangs ohnehin alles ins Netz, was sie können – sie können einfach nicht mehr.

Im Kraftwerk Jänschwalde sind derzeit ohnehin nur vier von sechs Blöcken in Betrieb, zwei stehen seit 2018 und 2019 in der sogenannten Sicherheitsbereitschaft, niemand rechnete ernsthaft mit ihrer Reaktivierung. Inzwischen bestätigte das Bundeswirtschaftsministerium, dass diese Blöcke ab Oktober in die „Winternotreserve“ aufgenommen seien. Betreiber LEAG „durfte“ dafür einen Antrag für eine Ausnahmegenehmigung stellen, weil während der Reservestellung die Emissionsgrenzwerte gesenkt wurden. Für diese Genehmigung schob das grüngesättigte Klimaministerium den Schwarzen Peter dem brandenburgischen Landesumweltamt zu, dessen grüner vorstehender Minister Vogel nun widerwillig auf Grund des Druckes von Ministerpräsident Woidke (SPD) die Genehmigung wohl wird erteilen müssen.

Wie immer endet plakativer krimineller Protest als Nachteil für alle. Mehr Emissionen, Druck auf den Börsenstrompreis und damit auf Endverbraucherpreise, Stress für Arbeitnehmer und Polizei und weitere poltische Spaltung der Bevölkerung. Die Anti-AfD-Parteien befürchten nun, dass hinsichtlich der bevorstehenden Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Cottbus die Stimmung in eine nicht gewünschte Richtung umschlägt.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier