Im Energiewendewunderland – von den Wunderwaffen zur Geheimwaffe

Staatssekretär Patrick Graichen aus dem Habeckministerium fantasierte bis 2030 mal eben 15 Millionen Elektroautos herbei, die als Stromspeicher bei Dunkelflaute fungieren. Der Mann qualifiziert sich damit zum neuesten Wunderheiler der deutschen Energiepolitik.

von Manfred Haferburg

Wunderwaffen, welche die Energieewende zum endgültigen Endsieg führen, wurden schon viele vorgestellt. Da war die stromerzeugende Knisterfassade, die Glaskugel zum Mondlichteinfangen, der stromerzeugende Fahrradweg, zuletzt der stromerzeugende Fernsehapparat. Sie haben alle eines gemeinsam – sie sind physikalischer Unfug. Staatssekretär Patrick Graichen aus dem Habeckministerium fantasierte bis 2030 mal eben 15 Millionen Elektroautos herbei, die als Stromspeicher bei Dunkelflaute fungieren (ab Min. 39:40). Derzeit gibt es ca. 650.000 Elektroautos, fehlen also nur noch etwas mehr als 14 Millionen, die bis 2030 verkauft werden müssen.

Was Graichen nicht sagt: woher der Strom für die Ladung von 15 Millionen Elektroautos kommen soll. Und was er offenbar nicht weiß: Die Ladestationen der Elektroautos sind nicht rückladefähig. Das heißt, es muss ein komplett neues rückladefähiges Lade-Netz aufgebaut werden, welches den Strom der Batterien der Autos zurück ins Netz speisen kann, um so als Strom-Speicher zu dienen. Und die 15 Millionen Autobesitzer müssen noch davon überzeugt werden, dass sie bei stundenhaften Mangelsituationen (Habeck) eben stundenhaft nicht fahren können, weil ihr Wagen stundenhaft als Stromspeicher gebraucht wird.

Wie ist aber der Stand der Technik zur Realisierung der Vision des Politologen, Volkswirtes und Staatssekretärs Dr. Graichen? Es ist ja nicht so, dass nicht an dem Problem gearbeitet würde. FOCUS-Online titelt: „Geheim-Waffe gegen Blackouts: Deutscher Energieriese testet E-Auto als Puffer“. Unter Geheimwaffe macht man es nicht.

FOCUS-Online dichtet fast poetisch: „Hyundai, LG und Next Kraftwerke setzten eine neue Funktion von E-Autos ein, um das Stromnetz zu stützen. Sie konnten mit den Testfahrzeugen Regelenergie im Stromnetz bereitstellen, ohne die Nutzbarkeit der Fahrzeuge zu beeinträchtigen“. 

Das ist physikalisch ungefähr so richtig, wie der Fernsehapparat, der Strom produziert. Wenn die Auto-Batterien ihre Kapazität als Regelenergie bereitstellen, dann sind sie doch nicht mehr vollgeladen – oder? Und wenn die Batterien nicht vollgeladen sind, dann ist doch die Nutzbarkeit der Fahrzeuge beeinträchtigt – oder? Oder besteht die Nutzbarkeit eines Elektrofahrzeuges darin, an der Ladesäule angeschlossen zu sein und als Stromspeicher zu fungieren? Fragen über Fragen.

Für Staatssekretär Graichen in einfacher Sprache

Der Versuch wurde mit acht PKW der Firma Hyundai Ioniq5 (Kaufpreis etwa 56.000 Euro) und speziellen Ladesäulen gemacht. Bei voller Entladung wurden also theoretisch dem Netz etwa 500 Kilowattstunden zur Verfügung gestellt. Das entspricht ungefähr dem dreimonatigen Stromverbrauch eines Ein- Personen-Haushaltes. Ein Kernkraftwerk versorgt 10 Millionen Haushalte.

Im Pressebericht von „NEXT“ steht:

Wir haben in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern eine Fahrzeugflotte der Hyundai Motor Group für die Sekundärregelleistung präqualifiziert, welche die technisch höchsten Anforderungen aller Regelenergieprodukte besitzt. Es wurde nachgewiesen, dass eine Regelenergieerbringung aus E-Fahrzeugen möglich ist, ohne die Nutzbarkeit des Fahrzeugs einzuschränken… Damit konnte gezeigt werden, dass E-Autos sich auch für die Bereitstellung von Regelenergie eignen. Regelenergie stellt eine Art Reserve im Stromnetz dar, die stets aufrechterhalten werden muss, um in Falle von Ausfällen dennoch Stabilität des Netzes zu gewährleisten. Es wird dabei unterschieden zwischen Primärreserve (Ausgleich innerhalb von Sekunden), Sekundärreserve (innerhalb fünf Minuten) und Minutenreserve (innerhalb von 15 Minuten).“ Von tagelangen Dunkelflauten steht da nichts.

Für Staatssekretär Graichen in einfacher Sprache, was so alles in den nächsten sieben Jahren geschehen muss, um seine Vision von den E-Mobilen als Stromspeicher in Realität umzusetzen:

  • Die Auto- und Stromfirmen haben in einem Test herausgefunden, dass acht elektrische Autos ein bisschen Strom von ihren Batterien ins Stromnetz schicken konnten. 
  • Sie sind dabei nicht kaputt gegangen.
  • Dazu mussten sie vorher gut geladen und an bestimmte Ladesäulen mit Steckern angestöpselt sein. 
  • Das soll jetzt überall gemacht werden, um die Energiewende zu retten.
  • Vor der Rettung müssen die Leute noch 14 Millionen Elektroautos kaufen, das sind zwei Millionen pro Jahr oder 5.000 pro Tag. 
  • Es müssen vor der Rettung auch noch 15 Millionen neue Ladesäulen eingebaut und mit Stromdraht verkabelt werden – weil nur ein Auto, was in der Steckdose eingestöpselt ist, Strom zurückspeisen kann. Das sind auch zwei Millionen Ladesäulen pro Jahr oder 5.000 pro Tag.
  • Mit diesem Strom können dann 60.000 Haushalte in der Küche Kaffee kochen oder im Bad Haare föhnen.

Wunderwaffe, Geheimwaffe? Hatten wir Deutsche das nicht schon alles einmal? Die Geheimwaffen und die Wunderwaffen werden für den Endsieg der Energiewende in Stellung gebracht. Alles kommt zurück: Überholen ohne Einzuholen.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier




Ende mit Wende: Deutschland ist sinkbar – wie die Titanic

Deutsche „Energiewende“ und EU-„Green Deal“ wollen baldige „Klimaneutralität“ erzwingen, zugleich hält die Regierung am Aus für die Atomkraft fest. Widersinnig – wenn man zuverlässige und bezahlbare Energie will. Das wollen die Apologeten und Profiteure der „Energiewende“ aber gar nicht: sie glauben mit religiöser Inbrunst, wir verbrauchten ohnehin zu viel Energie, Kleinbürger müssten endlich zur „Vernunft“ gebracht werden.

Von Michael W. Alberts

Von der Titanic hieß es, sie sei „unsinkbar“. Laut „Britannica“ glaubte ein Vizepräsident der Kreuzfahr-Gesellschaft – wie er vor dem US-Kongress sagte – deshalb zunächst den Nachrichten von der tödlichen Jungfernfahrt nicht. Die Schiffsbauer waren stolz auf ihre Sicherheitstechnik; man hatte den Rumpf aus 16 gegeneinander verschließbaren „compartments“ konstruiert: Wenn eines davon leck schlagen würde, könnten die anderen 15 das Schiff gleichwohl über Wasser halten. Heute würde man das Unglück sofort dem „Klimawandel“ zuschreiben, denn warum sonst sollte ein Eisberg sich ausgerechnet in die Route des Luxusliners wagen?

Das deutsche Narrenschiff zerschellt gegenwärtig aber nicht an einem Eisberg oder am Klimawandel, sondern im Gegenteil am „Klimaschutz“: an der grünen Ideologie, es müsse in Deutschland um wahrhaft jeden Preis CO2 vermieden werden – präziser: dass CO2 quasi von deutschem Boden emittiert wird; so denkt auch unser Verfassungsgericht. Solarpaneele, Elektromobil-Akkus und Windkraftmodule – unter miesesten Umwelt- und Arbeitsbedingungen in China produziert – dienen aber der Weltrettung.

Deutsche „Energiewende“ und EU-„Green Deal“ wollen baldige „Klimaneutralität“ erzwingen, zugleich hält die Regierung am Aus für die Atomkraft fest. Widersinnig – wenn man zuverlässige und bezahlbare Energie will. Das wollen die Apologeten und Profiteure der „Energiewende“ aber gar nicht: sie glauben mit religiöser Inbrunst, wir verbrauchten ohnehin „zu viel“ Energie und gefährdeten durch materiellen Überfluss – „Raubbau an der Natur“ – den Planeten; höhere Preise sollen die vielen Millionen quasi kriminell konsumgeiler Kleinbürger endlich zur „Vernunft“ bringen. (Das Kernmotiv des grünen Biedermeier: Wir fordern „Mutter Natur“ zu vieles ab. Was nicht in Echtzeit am Baum ausreichend nachwächst, ist „nicht nachhaltig“. Daher auch der absurde Fetisch des stofflichen Recycling und der Protest gegen jedes „Wegwerfen“ – von denselben, die moderne Kraftwerke sprengen, um irreversible Fakten zu schaffen.)

Materieller Wohlstand, soziale Sicherheit – aus Sicht der Weltretter von vornherein kein legitimes, schon gar nicht vorrangiges Politikziel, jedenfalls nicht auf bisherigem Niveau der westlichen Industrienationen: sie müssen „gesundgeschrumpft“ werden, Energie-Nachfrage hat sich gefälligst mit einem – aus gefühlt „planetarischer“ Sicht noch „nachhaltigen“ – Angebot vor allem aus volatilem Windstrom zu begnügen. Wenn gerade keiner kommt, wird das Leben eben eine Zeit lang stillgelegt, so wie man gewerbliche Produktion einfach unterlässt, wenn es sich nicht mehr rentiert, wozu die Aufregung.

Keine Energie, keine Exporte, keine Einkäufe

Die angeblich „global denken“ und den Planeten retten (in Wahrheit die Menschheit disponibel stellen) – sie ignorieren, dass angesichts globalen Handels Produktion in Deutschland nur stattfindet, solange sie weltweit konkurrenzfähig ist. Wenn hoch kapitalintensive Fabriken bei uns nur noch nach Wetterlaune genutzt, also miserabel ausgelastet und die Energiepreise astronomisch werden, wandert die Produktion ab nach China oder in andere Länder, denn niemand sonst ist so selbstabwürgend wie wir. Fehlende Energie, galoppierende Inflation, heruntergedrosselte Produktion (durch Folgen der Corona-Maßnahmenpolitik sowieso angeschlagen): diese Krise zerstört unser Land von vielen Seiten gleichzeitig; wir schlagen unseren längst angerosteten „Luxusliner“ von innen rundum leck, nachdem wir die Rettungsboote absichtlich unbrauchbar gemacht haben.

Wie Kinderbuch-einfach muss man es machen, damit alle es verstehen? Wir können die Importe, von denen wir uns immer abhängiger machen, wenn wir unsere eigene Industrie vertreiben, immer weniger bezahlen, wenn wir nichts mehr für den Export anzubieten haben, nämlich deutsche Maschinen, Autos, Chemieprodukte. Hingegen Yogakurse und Tattoos, soziokulturelle Kiezprojekte und akademische Gender-Sperenzchen taugen nicht als Tauschobjekt für Bekleidung, Möbel, Fernseher, Smartphones oder Solarpaneele. Nicht mal von Tourismus könnte Deutschland leben, denn diesem Gewerbe zieht man mit „Greenflation“ ebenfalls den Boden weg.

Die Regierung lässt Geld „drucken“ bzw. von der Zentralbank aufs virtuelle Papier schreiben, aber Geld ist nur ein Medium, das die reale Tauschwirtschaft zeitlich entkoppelt und damit potentielle Handelspartner um Größenordnungen vervielfacht (sowie als universaler Tauschwert-Indikator den freien Markt als Allokations-Instrument ermöglicht). Am Ende müssen wir der Welt trotzdem etwas reales anbieten können, was sie von niemandem besser als von uns bekommt, sonst können wir nicht vom Ausland kaufen, was wir brauchen, weil es bei uns nicht am Baum wächst. Kapiert, politische Klasse?

Freilich droht nicht „nur“ der Abschied der Exportnation Deutschland, mit dramatischen Folgen für Wohlstand und sozialen Frieden. Die aktuelle, fahrlässig bis mutwillig verschuldete Krise wird unmittelbar lebensgefährlich, wenn „Blackouts“ drohen und Gasreserven nur für lächerliche zwei Monate reichen, so dass Menschen ganz in echt erfrieren, während ganze Industrien stillgelegt werden müssen. Wie konnte es soweit kommen? Klar: Ignoranz und Inkompetenz in der politischen Klasse sind immens, sie verstehen nichts von Technik oder Physik, können nicht rechnen oder logisch denken, vielfach nicht mal einen klaren deutschen Satz sprechen.

Das Kernproblem aber ist ein vor Moral triefender, voluntaristischer Größenwahn, der erst die Krise herbeigeführt hat und sie jetzt in kalt lächelndem Zynismus als „Chance“ für den ersehnten großen Umbau nutzt. Endlich wird wahr, wonach Schulschwänzer und Selbstklebe-Aktivisten skandieren: Schluss mit dem Energieverbrauch, sofort! Bürgerliche Stimmen sagen, diese Krise müsse dem Dümmsten klar machen, dass die deutsche Energiepolitik unverantwortlich sei. Damit haben sie natürlich recht, aber sie verstehen nicht, dass die Krise Teil des Plans sein könnte und dass die Fanatiker nicht nur unbeirrt fortfahren, sondern mit dem Kampfruf „jetzt erst recht“ noch Tempo machen.

Putin hilft der grünen „Energiewende“

Im Ergebnis hat Putin den Grünen und ihren Handlangern einen Gefallen getan, die „Energiewende“ mit einem Turbo ausgestattet und dadurch erst zur vollen Blüte gebracht: Die Grünen schienen bereit, sich den Ausbau von Wind und Solar mit der massiven Verbrennung von Erdgas zu erkaufen. Nun bekommen sie Wind und Solar ohne fossile Brennstoffe und eine Energie-Verteuerung, für die sie sonst noch viele Jahre gebraucht hätten. Kein Wunder, dass die Grünen so freudig erregt kriegslüstern gegen den Russen agitieren. Manche wollen nun glauben, die Grünen hätten den Wert der Freiheit erkannt und ihren angeblich innewohnenden Pazifismus über Bord geworfen. In Wahrheit sind die Grünen spätestens seit dem vormals gewaltfrei Steine werfenden Außenminister Josef Fischer und seinem Plädoyer für deutsches (!) Militär auf dem Balkan nicht mehr pazifistisch; Gründerphasen-Ikone Petra Kelly war innerparteilich schon nur eine geduldete Randfigur, und wie pazifistisch waren sie und ihr General (!) Bastian überhaupt wirklich?

Aber vor allem ist Freiheit (wie materielle Sicherheit) für die Grünen ein entbehrlicher Luxus, wie in der Corona-Panik-Politik klar erkennbar: sie stehen fest zum „solidarischen“ Kollektivismus des Volksganzen, obwohl sie zugleich Nation und Landesgrenzen verächtlich machen. Die grüne Liebe zur individuellen Freiheit des Bürgers wird manifest in ihrem Verbots- und Volkserziehungs-Gedanken: gegen Fleischessen (schon die Produktion von Fleisch durch die Landwirtschaft), Eigenheime, effiziente Diesel-Autos; Glühbirnen oder Plastik-Strohhalme – dazu kommt noch die grüne Unterstützung von Internet-Zensur, Diffamierung und Kriminalisierung Andersdenkender.

Aber selbst wenn man glauben möchte, der Windkraft-verliebte Schriftsteller und die Beinahe-Völkerrechtlerin verabscheuten Putin für seinen Krieg „ganz ehrlich“ und sähen deshalb Zelensky – den sie eigentlich für seine unleugbare Nähe zu ultranationalistischen Kreisen ebenso ablehnen müssten – als Verbündeten: das ändert gar nichts daran, dass diese Krise für sie geradezu ein Geschenk ist: Nicht nur bekommen sie gewaltig Rückenwind für ihren „Klimaschutz“ durch brutales Abwürgen fossiler Energie-Importe, sie können zugleich den schwarzen Peter komplett nach Russland schieben und sich medial dafür noch als Beinahe-Kriegshelden abfeiern lassen. Wie geil ist das denn?

Nochmals unterstrichen: die vorstehende Analyse ist logisch ganz unabhängig davon, wie man Putins Aggression ansonsten bewertet, oder ob und wie man die Ukraine „solidarisch unterstützen“ möchte. Aber damit ist man bei der nächsten Frage, und sie entscheidet über das Schicksal Deutschlands und Europas: Was bewirken unsere „Sanktionen“ gegen Putin, insbesondere unser fester Wille, ganz unvorbereitet auf Energie-Importe aus Russland zu verzichten, vorgeblich um den Kreml in die Knie zu zwingen? Inzwischen ist klar erkennbar: So wie Russland weltweit keineswegs politisch isoliert ist, hat es für sein Öl und Gas in Milliarden Chinesen und Indern neue Kunden gefunden.

China bedarf gigantischer Energie-Importe, die über den Seeweg strategisch gefährdet sind, weil dieser durch Amerika blockiert werden könnte – so ist die Hinwendung Pekings zu Putin gar keine Geste der „Solidarität“, sondern im Eigeninteresse. Russland gewährt zugleich wohl massive Rabatte auf den Weltmarktpreis, was den Kreml nicht sehr schmerzt, denn letzterer steigt massiv – nicht zuletzt, weil westliche Produzenten wie die USA, Kanada oder die Niederlande aus „Umwelt- und Klimagründen“ ihre Öl- und Gasförderung deutlich reduzieren – so wie Deutschland sich „natürlich“ weigert, mehr Erdgas durch Fracking zu gewinnen. Durch die Preisexplosion kassiert Russland selbst mit massiv geminderten Exporten nach Europa zumindest teilweise mehr als vorher!

Westliche Klimaideologie hilft Putin

Vor Jahrzehnten haben die „Ölscheichs“ den Westen in die Krise gestürzt, indem sie mit ihrem OPEC-Kartell das Angebot verknappten. Heute verknappen westliche Länder selbst das Angebot und sorgen dafür, dass totalitäre Regime wie in Iran, Saudi-Arabien oder Venezuela immer höhere Profite einstreichen, aber eben auch die Russen. Das globale Bild zeigt grellfarbig den eklatanten Widerspruch zwischen dem verabsolutierten Ziel, Kohlenstoff-Energieträger „für das Weltklima“ auszumerzen, und dem aktuellen Wunschdenken, Russland als Exportland durch Sanktionen seiner Einnahmen zu entziehen und ihm damit die Kraft zur Kriegsführung zu nehmen: Einerseits zwingt man Putin sich neue Kunden zu suchen, wozu einiger Aufwand für neue Lieferwege und Preisrabatte notwendig sind; zugleich kompensiert und konterkariert man das durch spürbare Verknappung von Energie und damit hochgetriebene Preise.

Bei einem weltweit so gut wie unverzichtbaren Gut braucht man nicht einmal viel Verknappung, um die Preise stark hochzutreiben. Die Nachfrage ist nur wenig „preiselastisch“ und durch das erzielte Wohlstandsniveau beinahe festgemauert, deswegen reagiert umgekehrt der Preis extrem auf die Verfügbarkeit. Das gleiche Prinzip wie bei vielen Nahrungsmitteln im Supermarkt, die inzwischen (fast) das Doppelte wie vor wenigen Monaten kosten: auf Essen kann keiner verzichten, aber auf Energie eben auch nicht.

Energie ist – physikalisch zwingend – Voraussetzung für alles Wirtschaften in allen industrialisierten Ländern. Klar, eine luxuriöse Limousine aus deutscher Fertigung mit faszinierender High-Tech ist sehr viel beeindruckender als ein simples Fass Öl – aber ohne Raffinerieprodukte nutzt das schönste Auto wenig: nur ein Beispiel von vielen, warum die „Zurückgebliebenheit“ Russlands bei hochwertigen Konsumgütern und das resultierende, relativ niedrige Bruttosozialprodukt den Westen fälschlich auf die Idee gebracht haben, man könne Putin ökonomisch bezwingen. Ebenso pilgern die „Führer der westlichen Welt“ zu offiziell verachteten Despoten und betteln beinahe auf Knien um Energie – doch die Erniedrigung bleibt erfolglos: da ist niemand so recht mit dem Westen „solidarisch”, wie es scheint. Putin scheint hierbei weniger isoliert und hilflos in Energiefragen als Europa.

Wenn die Energie-Sanktionen aber nicht wirken können, warum setzen wir sie dann fort? Man könnte ja darüber diskutieren, zu welchen Opfern bei Komfort und Wertschöpfung man bereit ist, wenn dadurch dem Verbündeten in Kiew geholfen würde – aber dergleichen Erwägungen erledigen sich, wenn das eigene Opfer dem Anderen überhaupt keinen Nutzen erbringt. Die Nachkriegsgeneration in Deutschland hat geschuftet und gespart, damit die Kinder es mal besser haben. Man kann eine eigene Niere spenden, um einem Angehörigen das Leben zu retten oder zu erleichtern. Solche Opfer sind ehrenwert und vernünftig. Aber würde man sich aus „Solidarität“ das eigene Wohnzimmer zertrümmern, weil ein Arbeitskollege von Einbrechern beraubt wurde?

Es ist aber noch viel widersinniger, wenn Deutschland sich selbst „aus Solidarität“ die Wirtschaft abwürgt: irgendwann, hoffentlich recht bald, ist der Krieg beendet und die Ukraine muss mit gigantischem Aufwand neu aufgebaut werden. Wollen wir dann dabei sein, möglichst großzügig? Wie wollen wir das schaffen, wenn wir uns jetzt selbst in die Armut manövrieren? (Militärisch gedacht: Ist mutwillige Selbstverletzung im Feld nicht Defätismus, gleichbedeutend mit Desertieren, worauf standrechtlich geantwortet wird?) Wäre es nicht gerade unsere moralische Pflicht, wirtschaftlich stark zu bleiben, damit die Menschen in der Ukraine in kommenden Jahren von unserem Wohlstand profitieren können? Es bieten sich nur zwei Erklärungen dafür an, warum nicht so gehandelt wird.

Klima-Moral mit Chinas Kommunisten

Die eine ist: es geht um symbolisch-rituelle Akte, „virtue signaling“. Wenn wir russisches Gas beziehen, dann „klebt Blut aus der Ukraine daran“, so oder so ähnlich. Die Chinesen oder Inder fahren deswegen keinen Bogen um russische Energie, also unsere Selbstbestrafung ändert an der Sache nichts. Das ist ungefähr so moralisch, wie kein CO2 auf deutschem Boden entstehen zu lassen, dafür aber weit weniger effizient produzierte Industrieware aus China zu importieren … oder keine von Kinderhand geknüpften Teppiche zu kaufen, aber Elektro-Autos mit Akkus zu erzwingen, für die das Kobalt unter unvorstellbaren Bedingungen durch kongolesische Kinder abgebaut wurde. Das ist keine Moral, das ist Scheinheiligkeit.

Die zweite Erklärung ist: es geht gar nicht um Solidarität mit der Ukraine oder Abscheu gegenüber Russland. Vielmehr geht es, noch einmal und immer noch, nur darum, die verhasste, verteufelte fossile Energie weltweit so schnell wie möglich so knapp wie möglich zu machen, Deutschland vorweg. Und nebenbei noch mehr Milliarden den Freunden in der Windenergie-Industrie anreichen zu können: „Freiheitsenergie“, FDP-veredelt. (So produziert man Kriegsgewinnler, wie auch mit den aberwitzigen Windfall-Profits der Windbarone aufgrund der absurden Spielregeln an der „Strombörse“, die mit freiem Markt soviel zu tun hat wie die Windräder mit Natur- und Landschaftsschutz.)

Noch einmal: nicht nur auch und sogar diejenigen, die es ernst meinen mit dem Kampf gegen Putin und die Unterstützung der Ukraine – vielmehr gerade diese Politiker und andere Zeitgenossen müssten darauf drängen, dass Europa seine Wirtschaftskraft sichert, auch um den Preis weiterer Energie-Importe aus Russland: nur ein ökonomisch starkes Europa kann auf Dauer sowohl der Ukraine aufhelfen (die schon vor dem Konflikt seit Jahren in ihrer Armut stagnierte) als auch der russischen militärischen Gefahr glaubhaft Paroli bieten. „Unabhängig von russischer Energie“ wird man nicht spontan durch selbst-beweihräuchernde Deklaration verlogener Nachdemmunderedner auf „sozialen Medien“; vielmehr braucht das ein paar Jahre und eine ganz andere Politik: Ende mit „Wende“.

Dabei tragen gerade die Grünen Schuld daran, dass Deutschland sich so einseitig abhängig von russischer Energie gemacht hat – und jetzt schreien sie „Haltet den Dieb“! Nicht mal einen Hauch von Demut sieht man bei diesen größten Moralisten aller Zeiten, was für eine abstoßende Selbstgerechtigkeit. Mindestens ebenso scheinheilig ist nun aber, eine beschleunigte „Energiewende“ zu fordern, denn ganz abgesehen von der technischen und ökonomischen Untauglichkeit: die Zutaten dafür, Windkraft- und Photovoltaik-Module sowie Lithium-Ionen-Batteriepacks kommen weit überwiegend aus China.

Selbst wenn China vorerst nicht nach Taiwan einmarschieren sollte: das ist gewiss kein moralisch weniger fragwürdiges Regime als Russland. Hongkong haben sie schon die Freiheit genommen, mit brutaler Gewalt, wie zuvor Tibet. Uiguren sitzen regelrecht in KZs. Sklavenarbeit auch der „eigenen Rasse“, Völkermord, staatlicher Lebend-Organhandel: die Außenministerin müsste demonstrativ ihr iPhone zertrümmern, weil Blut der Opfer des Kommunismus daran klebt. Aber irgendwie gilt Herr Xi immer noch als grundsätzlich ehrenwerter Gesprächspartner – obwohl (oder vielleicht auch weil) er seine globalen hegemonialen Schachzüge (faktisch eine moderne hybride Kriegsführung) gegen den „freien Westen“ unbehelligt vorantreibt.

„Freier Westen“: ein Witz, ohne starke Wirtschaft

Die höhere Moral ist also nur eine Ausrede, mindestens selektiv und scheinheilig. Rational und ökonomisch müssten wir gerade auch zugunsten der Ukraine und des Friedens in Europa (während die EU aufgrund der Brüsseler Allmachts-Träume schon längst von innen heraus zerbröselt) alles tun, um über genug Energie zu verfügen und industrielle Stärke zu sichern. Was noch notwendiger würde, wenn wir richtigerweise anfingen, uns von China wieder weniger abhängig zu machen. (China kann auch gefährlich implodieren – es wird zwar von Tyrannen kontrolliert, steht aber auf tönernen Füßen.)

Wer wirklich Freiheit und Menschenrechte will, kann nicht gleichzeitig den „freien Westen“ per Klimawahn (und mit offenen Grenzen für alle) ruinieren. Aber unsere „Eliten“ propagieren: es geht alles, gleichzeitig und sofort: Wirtschaften ohne Energie, maßloses Verschulden ohne Inflation und Rezession, Geld verschenken an Flüchtlinge und fremde Länder ohne Ende. Wir sind doch so reich! Halluzinierender Größenwahn, klinisch auffällig. Diese, man kann es nicht anders sagen: gefährlichen Irren – anscheinend halten sie Deutschland tatsächlich für unsinkbar. Sind sie blind oder nehmen sie in Kauf, ein paar Eisberge zu schrammen, ein „compartment“ oder zwei fluten zu lassen? Viele Titanic-Passagiere waren noch überzeugt, es könne nicht so schlimm werden, da neigte sich das Schiff schon. Unsinkbar – nicht das Schiff, aber die menschliche Hybris.

Kino-Untergangsdarsteller Leonardo di Caprio fliegt luxuriös um die Welt und trommelt für das Weltklima, wenn er nicht gerade dekadenten Mega-Yachturlaub genießt. Warum auch nicht, Greta T. und Luisa N. handeln ähnlich und gelten als Vorbilder. Diese Typen forcieren den Untergang des „freien Westens“ heute, wegen einer nur eingebildeten Gefahr in 100 Jahren, deren Folgen – selbst wenn sie eintreten würden – bis dahin dank gewachsenem Wohlstand und technischem Fortschritt ohne weiteres beherrschbar sein werden.

Dieselbe Klimaideologie hat den Russen überhaupt erst so groß gemacht, dass er sich den Einmarsch in die Ukraine erlauben konnte. Nicht nur, weil Deutschland sich so abhängig gemacht hat vom russischen Gas, sondern weil der westliche Impetus insgesamt Energie so knapp und damit Förderländer wie Russland so stark gemacht hat: die heutige US-Administration trägt daran ebenso Schuld, nur dass Amerika von den „Sanktionen“ gegen Russland viel weniger betroffen ist als Europa.
Nein, der Krieg und die Krise sind wahrlich kein Argument für „Energiewende jetzt erst recht“; ganz im Gegenteil: der Klimaschutz mit religiösen Ausprägungen ist nicht nur unmittelbar ökonomisch fatal innerhalb Deutschlands und Europas, er ist auch geostrategisch und sicherheitspolitisch gefährlich. Das ist jetzt keine Theorie mehr, über die Heiko Maas mit seiner selbstgefälligen Entourage sich in der UNO mokierte, als Donald Trump davor warnte, sich so abhängig vom Russen-Erdgas zu machen; das ist mit dem Ukraine-Krieg eine bewiesene Tatsache. Diesen aberwitzigen Irrweg sollen wir fortsetzen?

Außenpolitische Stärke kommt nur aus wirtschaftlich stabilen Verhältnissen (oder aus Tyrannei plus Atombombe, das ist das Modell Nordkorea / Iran). Stabile Wirtschaft geht nicht ohne zuverlässige, bezahlbare Energie. Auch das ist keine Theorie, das ist Physik.

Freiheit: vorläufig nur mit fossiler Energie zu verteidigen

Entweder „Energiewende“, jetzt mit Turbo, oder konsequent für die Freiheit, es geht nur eines von beiden: das gilt außenpolitisch, aber auch im Inneren. Die Freiheit des Einzelnen hängt auch von seiner materiellen Lage ab; wer hungert oder zu erfrieren droht, für den ist bürgerlich-individuelle „Selbstverwirklichung“ unerreichbar. Freiheit heißt, zwischen Optionen wählen zu können, aber wenn weite Teile der Bevölkerung materiell aus dem Mittelstand gedrängt werden, lösen sich Potentiale der Lebensgestaltung in Luft auf. Ironie: auch die Freiheit, einer grünen Ideologie zu frönen, beruht auf dem hart erarbeiteten (inzwischen fast: früheren) Wohlstand Deutschlands! Armut vernichtet also auch Freiheit, so wie umgekehrt nur freie Individuen auf einem freien Markt Wohlstand schaffen können.

Was für eine Scheinheiligkeit grüner Weltenretter also, schon angesichts ihres Anspruchs, sie kämpften für die Freiheit. Nein, sie bekämpfen wirtschaftliche Stabilität und untergraben damit die Freiheit der Bürger im eigenen Land ebenso wie außenpolitisch-strategische Stärke, die gegenüber den Tyrannen weltweit unverzichtbar ist. Noch absurder und verlogener ist nur ihre Behauptung, sie verfolgten das Wohl der Menschheit: Dutzende, wenn nicht in kurzer Frist Hunderte Millionen weltweit stehen durch das bewusste Abwürgen von Energie und Lebensmittelproduktion wieder im Kampf um das nackte Überleben, den sie überwunden zu haben glaubten, dank Zugang zu Energie und Welthandel. Das alles schert die vorgeblichen Weltenretter nicht, in Wahrheit verachten sie die Freiheit des Volkes und opfern sie skrupellos Menschenleben: Praktizierter Nihilismus.

Michael W. Alberts, Gastautor mit langjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Feldern der Politikberatung

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

Dass der Autor mit seiner Analyse wohl richtig liegt, unterstreicht eine Aussage des US-Außenministers Antony Blinken als Reaktion auf den Pipelineanschlag:

„From the US perspective, as Blinken put it, while there are “clear challenges in the months ahead” in terms of Europe’s energy supply, “there is also a very significant opportunity to do two things.” The first is to “finally end the dependence of Europe on Russian energy” and the second is to “accelerate the transition to renewables” so the West can address the “climate challenge.” (Quelle hier)

Mit Dank an Kommentator Hannibal Murmel bei TE der darauf hinwies.

 




So machen es alle: Komm’ wir kaufen uns Klimawandel-Berichterstattung: Wenn Presseagenturen käuflich sind

Es ist nicht das erste Mal, dass wir über eine ganz besonders bedenkliche Form der Medienkonzentration berichten. Wer z.B. unsere Beiträge zum Redaktionsnetzwerk Deutschland in Erinnerung hat, der weiß um die Macht derjenigen, die einmal zubereiten, was dann in Hunderten von Zeitungen nichtsahnenden Lesern als angeblich von ihrer Tageszeitung erstellter Bericht serviert wird.

Das Besondere am Redaktionsnetzwerk Deutschland ist nun nicht, dass ein kleiner Kreis von sorgfältig ideologisch überprüften Journalismus-Aktivisten die Mantelteile unzähliger Tageszeitungen landauf und landab zusammenschreibt, das Besondere ist, dass eine Partei dahinter steckt: Die SPD. Auch hier wissen Stammleser mehr: Die SPD ist nur vordergründig eine Partei, denn eigentlich handelt es sich bei der SPD um einen Konzern, der im Medienbereich zur Krake geworden ist [Hier nachzulesen.]

Zur Erinnerung die Verflechtungen der SPD mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland:

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland ist natürlich nur ein Kanal, über den die SPD in Medien eingreift. Die SPD ist über ihre vielen Medienbeteiligungen auch an der dpa, der Deutschen Presse Agentur GmbH beteiligt. Offiziell beträgt die Beteiligung über die DDVG AG der SPD 1,3%. Rechnete man jedoch die vielen sonstigen Beteiligungen, die über Beiteiligungen an anderen Verlagen, z.B. der Madsack Mediengruppe vorhanden sind, zusammen, dann wird die Beteiligung der SPD an dpa wohl zu einem Vielfachen der offiziellen 1,3%.

In den letzten Jahren sind die Mantel der unterschiedlichen Zeitungen landauf landab, also die ersten Seiten, die Bundes- und internationaler Politik gewidmet werden, zunehmend durch das Redaktionsnetzwerk Deutschland gleichgeschaltet worden. Raten Sie, wer am Redaktionsnetzwerk Deutschland beteiligt ist! Richtig: Die SPD, über die DDVG AG.

Die stattliche Liste der Zeitungen, die zum Redaktionsnetzwerk gehören, vermittelt einen Eindruck vom Einfluss, den die Medienkrake SPD auf das hat, was in Zeitungen steht, Einfluss, den die SPD-Genossen natürlich bestreiten werden, denn sie sammeln ihre Medienbeteiligungen nicht, um zu beeinflussen. Aber warum sonst, wenn nicht um Einfluss zu nehmen, sollte eine Partei ein derartiges Medienimperium aufbauen und warum sonst, sollte sie dieses Medienimperium von Jahr zu Jahr vergrößeren?

Nun ist die Idee, die man bei der SPD hat, um sich Einfluss auf die Meinungsbildung derjenigen zu verschaffen, die tatsächlich noch Beiträge in Tageszeitungen oder MS-Medien zur Grundlage davon machen, nicht auf die SPD beschränkt. Sie wird auch international verfolgt, wobei die Angriffsstelle abermals Verteiler, Presseagenturen sind, deren vermeintlich objektive Texte von vielen Zeitungen in unterschiedlichen Ländern übernommen werden. Eine dieser Presseagenturen ist die Associated Press, AP.

Wenn Sie nach den Veröffentlichungen suchen, die die AP im Bereit von Klimawandel anzubieten hat, dann ergibt sich ein eindeutiges Bild: das einer Agentur, die die Erzählung vom menschengemachten Klimawandel in Hysterie und Aufforderung zur Panik verpackt, verbreitet. Ein paar Beispiele haben wir links gesammelt. Falls Sie sich nun fragen, warum die AP die Texte, die sie im Bereich “Klimawandel” selbst veröffentlicht und anderen zur Veröffentlichung anbietet, so eindeutig ausrichtet, warum es z.B. keinen Text über die vielen Wissenschaftler, die mittlerweile erhebliche Zweifel am von Menschen verursachten Klimawandel, wie ihn die UN propagiert und AP weitergibt, angemeldet haben, verbreitet, dann haben wir eine mögliche Antwort für sie: Die AP ist gekauft.

Vermeintliche Philanthropen, also Leute, die so reich geworden sind, dass sie entweder selbst oder über ihre Stiftungen, ihre geldgeschwängerte Langeweile dadurch abzubauen versuchen, dass sie alles tun, um Meinungsvielfalt zu ersticken und eine bestimmte Agenda den Hals von möglichsten vielen Medienkonsumenten hinabzustopfen, haben die AP gekauft, nein, offiziell heißt das: Sie unterstützen die AP, bei der man natürlich ganz dankbar ist und diese Dankbarkeit in Texten, wie denen links zum Ausdruck bringt. Geliefert wie bestellt, oder in den Worten der AP:

“NEW YORK (AP) — The Associated Press said Tuesday that it is assigning more than two dozen journalists across the world to cover climate issues, in the news organization’s largest single expansion paid for through philanthropic grants.
Die AP hat am Dienstag bekannt gegeben, dass sie mehr als zwei Dutzend Journalisten zur ausschließlichen Berichterstattung über Fragen des Klimawandels abstellt. Das Wachstum gehört zu den größten in der Geschichte von AP und wird über “philanthropische Zuschüsse” finanziert.

The announcement illustrates how philanthropy has swiftly become an important new funding source for journalism — at the AP and elsewhere — at a time when the industry’s financial outlook has been otherwise bleak.
Die Ankündigung zeigt, wie schnell Philanthropie zu einer wichtigen Einkommensquelle für Journalismus geworden ist – bei AP und bei anderen – zu einer Zeit, zu der ohne diese Zuschüsse der Ausblick der Sparte düster wäre.

The AP’s new team, with journalists based in Africa, Brazil, India and the United States, will focus on climate change’s impact on agriculture, migration, urban planning, the economy, culture and other areas. Data, text and visual journalists are included, along with the capacity to collaborate with other newsrooms, said Julie Pace, senior vice president and executive editor.
Das neue Team der AP mit Journalisten, die in Afrika, Brasilien, Indien und den Vereinigten Staaten positioniert sind, wird sich auf den Einfluss des Klimawandels auf die Landwirtschaft, Migration, Stadtplanung, Ökonomie, Kultur und andere Bereich konzentrieren. Sowohl Daten, Text als auch Videos sowie die Möglichkeit, mit anderen Nachrichtenagenturen zu kollaborieren, sind damit umfasst, sagt Julie Pace, Senior Vize-Präsident und Herausgeber.

“This far-reaching initiative will transform how we cover the climate story,” Pace said.
Diese weitreichende Initiative wird die Art, in der wir die Klimageschichte abdecken”, transformieren, sagte Pace.

The grant is for more than $8 million over three years, and about 20 of the climate journalists will be new hires.
Die Spende summiert sich auf mehr als 8 Millionen US-Dollar, die über drei Jahre gestreckt sind. 20 neue Klima-Journalisten werden mit diesem Geld neu eingestellt.

Die fünf Organisationen, die die Finanzierung bereitstellen sind:

  • Die William and Flora Hewlett Foundation,
  • das Howard Hughes Medical Institute,
  • Quadrivium,
  • the Rockefeller Foundation and
  • the Walton Family Foundation.

Sie sehen wie einfach es heute ist, sich die Berichterstattung, die man gerne lesen will, zu kaufen, wie willig sich Journalisten heute prostituieren und keinerlei Probleme damit haben, sich zu Klimaberichterstattern degradieren zu lassen, deren Aufgabe darin besteht, überall menschengemachten Klimawandel zu sehen, denn dafür werden sie bezahlt.

Dass damit ein großangelegter Versuch verbunden ist, die internationale Medienöffentlichkeit zu manipulieren und mit einer Dauer-Propaganda so sturmreif zu schießen, dass viele bereit sind, Einbußen bei Lebensstandard, Lebensqualität, Sicherheit, Eigentum und Freiheit hinzunehmen, zeigt das perfide Denken, das dem Versuch, über Presseagenturen Einfluss auf Konsumenten weltweit auszuüben, unterliegt.

Es ist alles ein großes Theater, das von wenigen Mäzenen mit einer eindeutigen Vorliebe für das Tragikomische finanziert wird. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele, die diesem Schauspiel in ihren Medien ausgesetzt werden, nicht vergessen, dass es sich um ein bezahltes Schauspiel und nicht um die Realität handelt.

Der Beitrag erschien zuerst bei ScienceFiles hier

Anmerkung der Redaktion 

wer nach Lesen dieses Beitrags einen Zusammenhang mit der Arbeit von Simplicissimus und seiner Trägerfirma Unyque aus Aachen vermutet, liegt mit Sicherheit vollkommen daneben.




Anpassung ist besser als CO₂-Vermeidung

In den letzten hundert Jahren ist die Zahl der Toten wegen Unwetter trotz Klimawandel massiv zurückgegangen. Die Menschen können sich heute besser schützen. Auch in anderen Bereichen zeigt sich: Anpassung ist die effizienteste Methode, um sich vor der Erderwärmung zu schützen.

Von Peter Panther

Die Entwicklung ist beeindruckend: In den 1920er- und 1930er-Jahren kamen weltweit jährlich noch etwa 450’000 Menschen wegen extremer Wetterereignisse wie Stürmen oder Überschwemmungen ums Leben. Mittlerweile sind es aber durchschnittlich noch 35’000 Menschen pro Jahr. Das ist ein Rückgang um weit über 90 Prozent. Berücksichtigt man das Bevölkerungswachstum der letzten hundert Jahre, beträgt die Abnahme sogar 98 Prozent.

2020 sagte Ernst Rauch, Chef der Klimaforschung und Geowissenschaften beim Rückversicherer Munich Re, zur Abnahme der Zahl der Toten wegen Naturkatastrophen: «Ganz entscheidend sind die Warnung der Bevölkerung und die Evakuierung, die wesentlich besser funktionieren als in früheren Jahrzehnten.»

Bei Dürren beträgt der Rückgang der Sterblichkeit, unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums, gegenüber den 1920er-Jahren sogar unglaubliche 99,99 Prozent. Mit anderen Worten: Heute kommt kaum mehr jemand ums Leben, nur weil es nicht regnet. Denn die Versorgung mit Wasser bei Dürreeignissen funktioniert fast überall um Welten besser als früher.

Je reicher, desto weniger Todesopfer

Solche Entwicklungen mögen angesichts der ständigen Meldungen über angeblich immer schlimmere Unwettern und Dürren überraschen. Doch die Menschen schaffen es laufend besser, sich an Extremwetter-Ereignisse anzupassen – egal, ob die Erderwärmung deren Auftreten begünstigt oder nicht. Anpassung ist offensichtlich effizient.

Und am besten können sich die Menschen an die Unbill der Natur anpassen, wenn sie die notwendigen finanziellen Mittel dazu haben. Diesen Zusammenhang belegte 2007 ein Forscherteam um den amerikanischen Geowissenschaftler Gregory van der Vink. Das Team hatte in 133 Ländern die jährlich bei Naturkatastrophen gestorbenen Menschen für die Zeit von 1964 bis 2004 erfasst.

Die Zahl der Opfer wurde mit dem Bruttosozialprodukt pro Kopf des jeweiligen Landes verglichen. Das Resultat: Die Zahl der Opfer war umso kleiner, je reicher die Bevölkerung war. Insbesondere fielen 80 Prozent aller erfassten Todesfälle in nur 15 Ländern an. Es waren fast ausnahmslos Länder mit tiefer wirtschaftlicher Leistung, wie Äthiopien, Sudan, Indonesien oder Bangladesch.

Die klimabedingte Sterblichkeit geht trotz Erderwärmung zurück

Der amerikanische Umweltforscher Matthew Kahn hatte solche Zusammenhänge schon früher erkannt. 2003 entwickelte er sogar eine Formel dafür: In einem Staat mit 100 Millionen Einwohnern, in dem das durchschnittliche Jahreseinkommen von 2000 Dollar auf 14’000 Dollar steigt, geht die Zahl der jährlichen Todesopfer wegen Naturkatastrophen um 700 zurück.

Anpassung ist auch ein sehr wirksames Mittel zum Schutz vor Temperaturextremen: So nimmt die Zahl der Hitze- und Kältetoten an vielen Orten laufend ab. Das britische Office for National Statistics (ONS) kam im letzten Januar zum Schluss, dass die klimabedingte Sterblichkeit in England und Wales innerhalb von nur 18 Jahren um 22 Prozent abgenommen hatte. Gemeint waren Todesfälle infolge hoher oder tiefer Temperaturen.

Konkret waren es 2001 noch 993 klimabedingte Todesfälle pro 100’000 Einwohner, 2019 aber nur noch deren 771. Gemäß dem ONS ist der Rückgang maßgeblich auf eine bessere Anpassung an Temperaturextreme, eine optimierte Gesundheitsvorsorge und auf «Verbesserungen der sozioökonomischen Umstände» zurückzuführen. Wer reicher ist, kann sich also besser vor Hitze und Kälte schützen.

Der Klimawandel spielt nur eine untergeordnete Rolle

Bemerkenswert ist, dass sogar die Hitzetoten für sich allein genommen vielerorts zurückgehen, trotz tendenziell steigender Temperaturen. Das belegte 2016 ein internationales Wissenschaftlerteam in der Fachzeitschrift «Environmental International». Als Grundlage dienten Daten von 305 Orten in zehn Ländern der Jahre 1985 bis 2012.

Die Auswertung zeigte, dass der Anteil der jährlichen hitzebedingten Todesfälle in der ersten berücksichtigten Fünfjahres-Periode zwischen 0,45 und 1,66 Prozent betrug, in der letzten Fünfjahres-Periode aber nur noch zwischen 0,15 und 0,93 Prozent. Der Einfluss des Klimawandels spielt also nur eine untergeordnete Rolle

Doch man muss nicht unbedingt Todesopfer heranziehen, um die Bedeutung der menschlichen Innovation und der Anpassung zu erkennen. So ist etwa die Zahl der Waldbrände in den letzten Jahrzehnten weltweit deutlich zurückgegangen.

Diesen Trend belegten 2014 amerikanische Forscher im Fachblatt «Journal of Geophysical Research: Biogeosciences»: Sie kamen zum Ergebnis, dass die jährlich verbrannten Flächen in der Zeit von 1901 bis 2007 global um 1,3 Millionen Quadratkilometer abgenommen hatten – dies bei einem Durchschnitt von 4,4 Millionen Quadratkilometer.

Die Menschen sind erfinderisch darin, sich zu schützen

Über die Gründe für weniger Waldbrände herrscht weitgehend Einigkeit: Die Menschen entfernen vermehrt brennbares Unterholz aus den Wäldern, schlagen Feuerschneisen, setzen auf Aufklärung über Feuer und bekämpfen einmal entstandene Bränder viel effektiver als früher.

All diese Beispiele zeigen: Anpassung an Klimaextreme, Naturkatastrophen etc. ist in den meisten Fällen sehr wirkungsvoll. Die Menschen sind erfinderisch darin, sich, ihre Habseligkeiten und die Natur zu schützen. Die wichtigste Voraussetzung für entsprechende Strategien sind ausreichende finanzielle Ressourcen. Darum haben die ziemlich reichen Niederländer kein Problem darin, sich vor Sturmfluten durch Dämme zu wappnen, während die eher armen Bangladescher diesbezüglich noch große Mühe haben.

«Freihandel» auf Platz eins der Liste der besten Problemlösungen

Der dänische Professor und Statistiker Björn Lomborg ist überzeugt, dass wirtschaftliche Entwicklung der beste Weg ist, um den Folgen des Klimawandels zu trotzen – viel besser als der Versuch, mittels der Reduktion des CO₂-Ausstoss den Temperaturanstieg zu begrenzen.

Zusammen mit der von ihm gegründeten Problemlöse-Institution Copenhagen Consensus, dem namhafte Ökonomen angehören, hat Lomborg mehrmals untersucht, welche die besten Methoden sind, um die Probleme der Menschheit zu lösen. 2015 erstellte das Gremium ein entsprechendes Ranking. Auf Platz eins der besten Strategien zur Lösung von Menschheitsproblemen landete «Freihandel». Die Vermeidung von Klimagasen hingegen rangierte abgeschlagen auf einer der hintersten Positionen.




Gletscherschwund in den Alpen: keinesfalls einzigartig

Dieses Jahr ist das Lamento wegen der «sterbenden» Gletscher besonders laut. Doch spektakuläre Holzfunde über der heutigen Waldgrenze zeigen, dass früher Bäume wuchsen, wo heute noch immer Eis ist. Die Gletscher waren in den letzten Jahrtausenden mehrmals kürzer als heute.

Von Peter Panther

Gletscher haben eine Persönlichkeit. Das muss man zumindest annehmen, wenn man die zahlreichen Zeitungsartikel zum Rückgang des Eises in den Alpen liest. Wegen der «Rekordschmelze» würden die Eisriesen «leiden» oder gar «sterben», heisst es hier. Der Klimawandel bedeute ein «Todesurteil» für sie. Dieses Jahr sei der Rückgang der Gletscher besonders stark.

Die Eismassen haben in den letzten Jahren in der Tat deutlich abgenommen. Daran ist ziemlich sicher die Erderwärmung in den Alpen um ca. zwei Grad Celsius seit 1850 schuld. Einen so starken Gletscherschwund wie in der Gegenwart habe es noch nie gegeben, hört man allenthalben.

Rückgang des Eises um die Hälfte seit 1931

Eine Studie der ETH Zürich und der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in der Schweiz (WSL) hat solchen Klagen kürzlich Vorschub geleistet: Ein Team von Glaziologen analysierte aufgrund von 21’700 historischen Bildaufnahmen den Rückgang der Gletscher in den Schweizer Alpen. Ihre Abschätzung ergab, dass zwischen 1931 und 2016 rund die Hälfte des Eises verschwunden ist. Flächenmässig sind die Gletscher sogar um zwei Drittel zurückgegangen. Die Studie erschien im Fachblatt «The Cryosphere».

Doch ist der Rückgang des Eises wirklich einzigartig, wie immer wieder suggeriert wird? Gar nicht zu dieser angeblichen Einmaligkeit passen Holzfunde beim Morteratschgletscher in Graubünden, der für seinen besonders starken Rückgang bekannt ist. Im Lauf der letzten Jahre kamen hier mehrmals Stücke von Lärchenstämmen zum Vorschein, die bisher im Eis verborgen gewesen waren – auf einer Höhe von 2150 Metern über dem Meer, wo eigentlich kein Baum wächst.

Über 10’000 Jahre alte Lärchen

Christian Schlüchter, Geologe an der Universität Bern, liess das Alter der Holzstücke bestimmen. Das geschah mittels einer radiometrischen Datierung des Kohlenstoff-Isotops C14, das im Holz enthalten ist, sowie einer Begutachtung der Jahresringe. Und siehe da: Das Holz ist über 10’000 Jahre alt. Das grösste Stück, ein Stamm mit einem Teil des Wurzelstocks, stammt von einem Baum, der vor 10’800 Jahren zu wachsen begann und stattliche 337 Jahre alt wurde.

Schlüchters Abklärungen ergaben weiter, dass die beim Morteratschgletscher gefundenen Holzstücke wohl nur einige Dutzend Meter weit transportiert worden sind. Der mutmassliche Standort der ehemaligen Bäume ist heute noch immer mit Eis bedeckt. Es gab früher also einen Baumbestand auf einer Höhe, wo heute nichts wächst.

Die letzte Eiszeit ging in den Alpen vor 11’700 Jahren zu Ende. Damals erstreckten sich die Gletscher zum Teil bis ins Schweizer Mittelland. Der Holzfund beim Morteratschgletscher zeigt, dass sich das Eis in den 900 Jahren nach der Eiszeit rasant zurückgebildet haben muss – bis auf einen Stand, der geringer ist als heute. Gemäss der Schätzung von Christian Schlüchter lagen die Temperaturen in jener Warmzeit vermutlich um 1,2 bis 1,6 Grad höher als heute.

Holzfunde in den Alpen deuten auf ein Dutzend Warmperioden

Der Fund beim Morteratschgletscher ist alles andere als ein Einzelfall. Forscher wie Schlüchter oder der Glaziologe Gernot Patzelt von der Universität Innsbruck haben im ganzen Alpenraum Holzfunde auf Höhen über der heutigen Baumgrenze dokumentiert. Es gibt solche Funde etwa im Wallis, im Berner Oberland, in Graubünden und in den Österreicher Alpen. Pikant: Das entsprechende Holz ist zum Teil über 10’000 Jahre alt, zum Teil aber auch nur 8000 oder 4000 Jahre.

Bereits 2006 wiesen Schlüchter und andere Forscher anhand von 143 Holz- und Torffunden über der heutigen Baumgrenze nach, dass es seit der letzten Eiszeit sogar zwölf Perioden gab, in denen die Gletscher in den Alpen eine geringere Ausdehnung hatten als 2005. Die Phasen, in denen sie kleiner als 2005 waren, dauerten insgesamt sogar länger als die Phasen mit grösseren Gletschern.

Auch in Skandinavien war die Ausdehnung von Eisfeldern in den letzten paar tausend Jahren vermutlich oft geringer als heute. Letztes Jahr wurde auf dem Eisfeld Digervarden in der norwegischen Gebirgsregion Reinheimen ein Ski aus Holz gefunden, der gemäss Datierung 1300 Jahre alt ist. Zum Vorschein gekommen ist er wegen der Eisschmelze.

Eismumie «Ötzi» deutet auf eisfreie Bergübergänge vor 5000 Jahren

In anderen Gegenden Norwegens stiess man in der Nähe von Gletschern auf Schuhe, Kleidungsstücke, Werkzeuge, Hufeisen und Pfeile, mit einem Alter von bis zu 6000 Jahren. Die Funde deuten auf Reiserouten, die nur wegen einer geringen Eisbedeckung begangen werden konnten.

In dieses Bild passt die Entdeckung des Eismumie «Ötzi» im Grenzgebiet zwischen Italien und Österreich im Jahr 1991. Die Mumie ist über 5000 Jahre alt und ein Hinweis, dass die Menschen in der Jungsteinzeit Bergübergänge benutzten, die heute noch immer vereist sind.

Natürlich kann man anhand der Länge von Gletschern nicht eins-zu-eins auf die Temperaturen in früheren Jahrtausenden schliessen. Auch Niederschläge haben einen starken Einfluss auf das Gletscherwachstum. Dennoch: Es muss in Europa seit der letzten Eiszeit mehrere Phasen gegeben haben, in denen es – zurückhaltend gesagt – mindestens so warm war wie heute. Klar ist jedenfalls, dass der gegenwärtige Eisschwund alles andere als einzigartig ist.

Studie ETH/WSL, 2022:

https://tc.copernicus.org/articles/16/3249/2022/

Studie Joerin, Schlüchter et al., 2006:  

https://journals.sagepub.com/doi/10.1191/0959683606hl964rp