Grüne „Stromverstopfung“ bei Anne Will am 16.4.2023

Frau Eckard-Göring und das Nichtkapieren profaner Physik

von Werner Eisenkopf (EIKE-Gründungsmitglied)

Am Sonntagabend dem 16.4.2923 war in der ARD wieder mal Talkshow mit Anne Will. Dabei schaffte es Frau Karin Eckard-Göring als Vorstandsvertreterin von Bündnis 90/ Die Grünen in der Runde tatsächlich, vor dem Fernsehpublikum einige Aussagen zu Strom/Stromtechnik zu machen, die die Teilnehmer hätten erstaunen müssen jedoch niemanden erstaunten. Es waren nämlich auch Aussagen, dabei mit denen jeder Elektrikerlehrling garantiert sofort hochkant durch jede Gesellenprüfung gefallen wäre.

Doch erst mal der Reihe nach. Das Thema des Abends war:

Deutschland schaltet ab – Ist der Atom-Ausstieg die richtige Entscheidung?

Die Teilnehmer waren:

Reiner Haseloff (CDU), Johannes Vogel (FDP), Katrin Göring-Eckardt (GRÜNE), Harald Lesch (himself) und Dorothea Siems (Zeitung Die WELT).

An diesem Abend wurde aus der EIKE-Position betrachtet, insgesamt wenig Sinnvolles gebracht. Anscheinend waren ALLE Anwesende von der Notwendigkeit des „Klimaschutzes“ überzeugt und unterschieden sich da eigentlich nur in den Details, ob man sofort die Kernkraftwerke „ab morgen“ zurückbaut (Göring-Eckard und Lesch) oder das eher „langsam angehen“ sollte (Haseloff, Vogel) oder eher gar nicht zurückbauen (Siems).

Wer sich für die genauen Worte interessiert und eine ganze Stunde Zeit dafür aufbringen will, kann  dies unter diesem Link aufrufen. Dabei sind auch Untertitel für Hörbehinderte zuschaltbar:

An dieser Stelle sollen nur mal zwei Aussagen der Frau Eckard-Göring näher genannt werden. Die erste (ab Min. 26.06)

„Wir haben im ersten Vierteljahr (Anm. 2023) so viel „Erneuerbar“ zugebaut, an Kapazitäten, wie diese Atomkraftwerke ausgemacht haben, Wir sind (darin also) schon wieder bei klar Null.“

Die gute Frau Eckard-Göring glaubt also wirklich, daß mit den paar neuen Windrädern im ersten Quartal 2023, die als Kernkraft abgeschaltete Stromerzeugungskapazität, damit schon wieder auf Null ausgeglichen wäre. Da bleibt erst mal der Atem stehen. Und sowas bestimm mit über die Energie im  Industrieland Deutschland! Von den immensen Unterschieden, Schwankungen, Windstillen, Grundlast und Netzfrequenz, braucht man da erst gar nicht zu kommen

Doch bevor man hier wieder zu Atem kommt, folgte direkt danach eine noch „atemberaubendere“ Aussage (in Min. 26.25):

„Die Atomkraft führt in den Netzen, immer zu Verstopfung“

Weder der als „Physiker „vorgestellte Ministerpräsident Haseloff aus Sachsen-Anhalt, noch der „Fernseh-Wissenschaftler“ Harald Lesch, noch sonst jemand im Raum, widersprachen hier!     Unwissenheit oder nur Feigheit? Ok! Es war ja auch keine Gesellenprüfung für Elektriker dort, an dem Abend. Sonst wären alle dabei garantiert hochkant durchgeflogen.

Dazu fehlen jetzt nur noch die „Kobolde“ der Frau Baerbock oder „Das Netz ist der Speicher“ von Frau Ricarda Lang und dann wird man es schwer haben, auf diesem Planeten noch Personen in „Amt und Würden“ zu finden, die dieses geballte Unwissen, noch nach „unten hin“ unterbieten könnten. Doch was soll denn Besseres herauskommen, wenn Kinderbuchautor, Studienabbrecherin und Theologin, durch Wählerstimmen in solche Funktionen kommen? Wenn sie damit befugt werden, Deutschland wirtschaftlich an die Wand zu fahren?

Wenn die Grünen erst mal ihren „Klima-Sieg“ erfolgreich vollbracht haben, wird wohl irgendwer dazu sentimental als Abschluss dichten:

„…zwar ging das Deutschland tot dabei .

doch starb es völlig Schadstoff frei !“

Ein sehr undiplomatischer Mensch, hat mir dazu einmal seine rein private Meinung gesagt, bei der ich auch damals nicht dem Mumm hatte, ihm zu widersprechen. Asche auf mein Haupt! Er sagte sinngemäß, daß eigentlich nicht diese gewählten Politiker selbst, demnach die „Vollpfosten“ seien, sondern vielmehr deren treue Wähler. in einem Anfall von Diplomatie und kurzzeitiger Friedfertigkeit, habe ich mich damals jeglicher Antwort darauf enthalten.

Olaf Scholz als Bundeskanzler, der dies alles duldet und mitmacht, auch bei der Energiepolitik, sollte eigentlich ein wenig Angst vor den Historikern der Zukunft haben. Wenn da nicht noch ein „Wunder“ geschieht, wird er später in den Annalen der Historiker posthum wohl womöglich nachher als der „schlechteste Bundeskanzler der BRD seit 1949“ eingestuft werden. Sowas ist in den nächsten 100 Jahren, aber erst mal nur reine subjektive Spekulation!

Es wäre alles viel unproblematischer, wenn Olaf Scholz damals einen Berufsweg als Kindergärtner gefunden hätte, anstatt als Politiker. Dann wäre es ja nicht so schlimm, wenn ihm da ein Robärt, ein Annalenchen, eine Ricarda oder das Katrinchen, dauernd auf der Nase herumtanzen würden. Bei Scholzens schon „sprichwörtlich schlechtem Gedächtnis“ würde er all diese Quengeleien und Frechheiten der „Blagen“ im grünen genderneutralen Fairtrade-Einteiler, bestimmt schon am jeweiligen Abend wieder vergessen haben. Bei elterlichen Rückfragen, dazu, wäre zumindest sehr sicher, daß dann der „Kindergärtner Scholz“ ihnen antworten würde: „Ich kann mich nicht erinnern.“

Noch nach Jahrhunderten erinnert man sich jedoch im Volk (vulgo beim gemeinen Pöbel) an die Beinamen von diversen „Herrschern“ und führt sie so auch in den Annalen fort. In so einem künftigen Verzeichnis im Jahre 2223, könnte man darin womöglich für „Mitteleuropa“ u.a. solche Namen lesen wie:

Karl der Große, Ludwig der Fromme, Philipp der Gutmütige, Friedrich der Einfältige, Olaf der Vergessliche…

Ab hier wird den Kommentatoren das Feld überlassen. Insbesondere in der Bedeutung der Aussagen bei Anne Will, die leider niemals die richtigen Fragen stellt, so wie etwa:

„Wie glauben Sie, kann die ‚Klimaneutralität‘ bei uns gelingen, wenn allein Indien schon seinen Gasverbrauch bis 2045 um 500% erhöhen und seinen Ölverbrauch am Weltmarkt, von 5% auf dann 11% mehr als verdoppeln will? Dazu kommen dann ja noch China. Rest-Asien, Afrika und Südamerika dazu. Also wie soll dies überhaupt funktionieren?“

 




Deutschland auf dem Irrweg – ARD Kritik am Atomausstieg auf ARD: Viel zu spät und auch noch zahnlos

von Holger Douglas

Neben staatstragenden Dokus wie »Hass gegen Queer« findet die ARD noch ein wenig Zeit, über den sogenannten Atomausstieg und die Folgen zu berichten. Wenige Tage vor der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke kam die ARD um die Ecke und fragte, ob man wirklich einem Industrieland die AKWs ohne Folgen abschalten kann.

Die offensichtlichen Widersprüche fallen sogar den Leuten von der ARD auf, die diese Doku (»Deutschland schaltet ab«) eilig zusammen geschustert haben. »Wie passt das zusammen?«
Unter rauchenden Schloten hört man: »Deutschland holt Kohlekraftwerke aus der Reserve wie hier Block sieben im Großkraftwerk Mannheim. 70 km südöstlich wird eines der letzten Kernkraftwerke abgeschaltet. Es stößt kaum Treibhausgase aus, sondern nur Wasserdampf«, heißt es unter dramatisch erscheinenden Nebelschwaden, die aus dem niedrigen Hybridkühlturm des Kernkraftwerkes Neckarwestheim kommen. Gleichzeitig werden – so weist der Sprecher hin – bei unseren europäischen Nachbarn die Kernkraftwerke ausgebaut.

Ins Bild gerückt wird Professor Harald Schwarz von der Universität Cottbus-Senftenberg, den wir bei Tichys Einblick häufig ausführlich zu Wort kommen lassen. Wenn er im Ausland die deutsche sogenannte Energiewende vorstellt, bekommt er zu hören: »Aber ihr wisst schon noch, wie elektrische Stromversorgung gemacht wird?« Schwarz ist übrigens überrascht, dass unser Stromsystem noch stabil ist.

Ein Mitarbeiter des Kernkraftwerks Isar 2 sagt, dass er den Atomausstieg nicht nachvollziehen könne. »Alle reden vom Klima und wir fahren die Kohlekraftwerke an. Unerklärlich.« Zumal die Anlage »top in Schuss« sei, alle Revisionen wurden gemacht und sie sei perfekt gewartet. Zehnmal war das Kraftwerk Weltmeister in der erzeugten Jahresmenge an Strom.

Rafael Grossi von der internationalen Atomenergieorganisation in Wien IAEA übt keine direkte Kritik an dem deutschen Ausstieg, sondern weist auf die einzige Rolle Deutschlands hin: »Im Rest der Welt finden Sie das Gegenteil!« Frankreich hat 56 Reaktoren, es werden mehr. Belgien hat die Laufzeit von zwei seiner fünf Reaktoren verlängert. In den Niederlanden sollen zwei neue Reaktoren gebaut werden. In Großbritannien stehen neun Reaktorblöcke, zwei weitere sind im Bau. In Schweden laufen sechs Reaktoren, dort sollen weitere Kernkraftwerke hinzukommen. In Finnland produzieren fünf Reaktoren Strom. In Polen werden sechs Reaktoren geplant.

Es passiere gerade sehr viel, so Grossi, und bleibe nicht nur bei Absichtserklärungen. Er fabuliert allerdings, dass die meisten Länder rund 15 bis 20 Prozent Atomkraft anstrebten, »damit sie dann erneuerbare Energien besser in ihre Stromnetze integrieren können«. Kernkraftwerke also lediglich um sogenannte »Erneuerbare« herumbauen, um der Klima-Ideologie Referenz zu erweisen.
Gezeigt wird ein Besuch Habecks in Schweden, das bis vor kurzem noch aus der Atomkraft aussteigen wollte, aber eine 180-Grad-Wende vollzogen hat. Eine tatsächliche Wende also, keine 360-Grad-Wende à la Baerbock.

Einer der Filmautoren fragt Habeck bei einer Pressekonferenz in Schweden mit der schwedischen Wirtschaftsministerin Ebba Busch nach dem Gegensatz zwischen Schweden und Deutschland bei der Atompolitik. »Wie haben Sie Ebba Busch erklärt, dass es Deutschland ohne Atomkraft in Zukunft schaffen wird, seine Klimaziele zu erreichen?« Statt »schaffen wird« hätte er formulieren müssen: »schaffen will«. Habeck beginnt sein berühmtes Stottern: »Das ist der Unterschied im Energieverständnis. Schweden baut ein Atomkraftwerk und habe starke Wasserkraft, die dauerhaft grundlastfähigen Strom lieferten.«

Immerhin kommt Habeck das Wort von der »Grundlast« über die Lippen, diesen Begriff haben Grüne bisher immer abgeschmettert. Grundlast sei doch sowas von gestern, heißt es lautstark fast unisono aus den grünen Reihen. »Wir werden sehr zeitnah die Ausschreibung für Wasserstoffkraftwerke starten«, betet Habeck die neue Wunderlösung an. »Also wir bauen auch neue Kraftwerke, nur eben Kraftwerke, die zu unserem Energiesystem passen.« Habeck erzählt von einem Wettbewerb zwischen den Energiesystemen, die müssten zu dem Land passen.

Von Ebba Busch muss Habeck sich entgegnen lassen: »Wir brauchen alle gute Energieformen; wir brauchen viel Strom, auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Ist es möglich, sich hohe Klimaziele zu setzen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum und den Wohlstand zu steigern? Bei dieser Schlüsselfrage sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir beides brauchen«, so Busch deutlich.

30 Prozent des Stroms in Schweden stammen aus Kernkraftwerken. In der Dokumentation erklärt Busch: »Die Frage des Klimaschutzes ist eine Schicksalsfrage. Schweden hat noch immer einen hohen CO2-Ausstoß in der Schwerindustrie und im Transportsektor. Wenn wir das durch Strom ersetzen wollen, geht das nicht allein mit erneuerbaren Energien. Da brauchen wir Atomenergie.« Jetzt will Schweden weiter neue Kernkraftwerke in aller Welt einkaufen.

Die Autoren der ARD-Doku besuchen Olkiluoto 3, den neuen Druckwasserreaktor in Finnland. Der Reaktor mit seinen 1600 MW wird 14 Prozent des finnischen Strombedarfes decken. Der ist mit seinen rund 11 Milliarden Euro Baukosten und einer extrem langen Bauzeit unter anderem deshalb so teuer geworden, erklärt ein Pressesprecher des KKW, weil sie nach einer langen Auszeit vom Atom erst wieder lernen mussten, wie Kernkraftwerke gebaut werden. Finnland hat übrigens den zweitniedrigsten Strompreis in Europa.

Gezeigt wird der finnische Fraktionsvorsitzende der Grünen, ehedem ein fundamentaler Kritiker der Atomenergie, heute fundamentaler Befürworter. Eigene Positionen müssten hinterfragt und verändert werden, meint er. Ohne Atomkraft werde es schwieriger, Treibhausgase zu reduzieren.

Eine ARD-Doku wäre keine ARD-Doku, wenn das Team nicht durch halb Europa reisen würde. Weiter geht es zu Professor Bruno Merk, einem nach Großbritannien ausgewanderten Kernphysiker. Merk will einen neuen Reaktor entwerfen, der die restlichen Kernbrennstoffe weiter ausnutzen kann. Denn dort sind noch 95 Prozent der Energien enthalten. Die bisherigen Reaktoren können aus technischen Gründen mit drei bis fünf Prozent nur einen geringen Teil der Energie des Urans ausnutzen. Merk hat Deutschland nach der Entscheidung Atomausstieg verlassen – wie viele andere Wissenschaftler auch.

Doch dies wird noch viele Jahre dauern. Keine Frage, diese Forschung ist wichtig, doch sie wurde in Deutschland so gründlich ausradiert, wie das eben nur hierzulande möglich ist. Aber nichts davon in der Doku, politische Gründe ausgespart. Die Autoren besuchen nicht jene Wissenschaftler in Berlin, die einen neuen Dual Fluid Reaktor entwickeln. Das Unternehmen ist zwar in Kanada angesiedelt, doch demnächst werden in Berlin Versuche dazu stattfinden.

Stattdessen wird »Klimaaktivistin« Zion Lights vorgestellt, eine konvertierte ehemalige Anti-Atomkraftaktivistin, die jetzt weltweit für Atomkraft als Mittel gegen den Klimawandel wirbt. Etwas, das sie mit Michael Shellenberger gemeinsam hat. Früher war sie in Großbritannien eine landesweit bekannte Gegnerin der Kernenergie. Sie hat ihre Meinung geändert, sagt der Film. Warum? Wegen der »Klimakrise«.

Gemeinsam mit Lights besuchen die Autoren in England das Mammutprojekt Hinckley Point C; dort werden zwei neue Reaktoren gebaut. »Es müssen noch viel mehr Atomkraftwerke gebaut werden«, betont Zion Lights jetzt mit derselben Verve und Radikalität doch genau andersrum – 180Grad-Wenden sind offenbar in. Jetzt schwärmt sie: »Es ist phantastisch, dass wir neue Kraftwerke bauen.« Deutlich sagt sie: »Wir brauchen Kraftwerke mit Grundlast!« Und fragt Deutschland: »Wollt ihr Atomkraft oder wollt ihr Kohle?« Lights inszeniert auf der Straße gemeinsam mit Statisten eine »Hochzeit« zwischen Erneuerbaren und Kernkraft.

Doch Kernkraftwerke sind teuer, sehr teuer sogar. Sie machen diesen Nachteil dadurch wett, dass sie mit wenig Brennstoff lange Zeit sehr große Energiemengen produzieren können. Das war ein wesentlicher Grund, warum in den 70er und 80er Jahren in Deutschland sogenannte »Konvoireaktoren« gebaut wurden: eine Konstruktion, ähnliche Zulassungen und Genehmigungen. Das reduzierte den Aufwand. Dazu war ein großes Potential und Knowhow für den Bau vorhanden. Doch hochspezialisierte und zertifizierte Schweißer beispielsweise gibt es kaum mehr. Darunter leidet übrigens auch der Bau in Hinckley Point.

Kernkraftwerke stellt man nicht einfach auf die Wiese, es sind äußerst komplexe Industrieanlagen, die eine entsprechende Infrastruktur von Forschung und Entwicklung über Bau bis hin zu kompetenten Fachleuten in den Genehmigungsbehörden benötigen. Diese Strukturen sind in Deutschland nahezu vollständig zerschossen worden. Grün dominierte Politik hat verbrannte Erde hinterlassen. Kein Wort davon in der Reportage.

Die Kosten des Baus an der englischen Westküste haben sich vervielfacht. Damit sollen die Kohlekraftwerke wegen der Klimakrise ersetzt werden, sagt ein Sprecher von Hinckley Point. Im Film kommt nicht heraus, dass dieser Gegensatz unsinnig ist. Auch Kohlekraftwerke werden weltweit massiv ausgebaut – sogar deutlich mehr als Kernkraftwerke. Sie sind einfacher und billiger zu bauen, Stein- und Braunkohle liegen überall in hohen Mengen in der Welt unter und auf der Erde und sind die preisgünstigste Art der Energieerzeugung. Absurd anzunehmen, Kernkraftwerke könnten schnell alles übernehmen.

Der Aktivistin folgt in der ARD-Doku die Technikhistorikerin Anna Veronika Wendland, die sich mit Kernkraft und ihrer Geschichte befasst und die das Abschalten für einen Fehler hält, nicht weil Kernkraftwerke hohe Energiemengen produzieren, sondern weil sie angeblich so schön CO2-frei sind.

Der aus einer SPD-wählenden Familie stammende Wendland, die aufgrund ihrer Position in den letzten Jahren immer wieder verunglimpft und diffamiert wurde, geht das Narrativ vom angeblich notwendigen Kampf gegen den Klimawandel und das CO2 flüssig und mühelos über die Lippen. Deswegen hält sie es für einen Fehler, die Kernkraftwerke anstelle der Kohlekraftwerke auslaufen zu lassen. Kernkraft könnte die Rolle übernehmen, die die Kohle spielt, sagt sie ohne Blick auf Zahlen und Realitäten. Nachgefragt wird ebenfalls nicht.

Dann wieder Bilder vom Steinkohlekraftwerk Mannheim, eine imposante und sehr moderne Industrieanlage. Dort wurden 2022 zwei Millionen Tonnen Steinkohle verbrannt. Der Sprecher dramatisch: »Importiert aus der ganzen Welt mit entsprechenden Folgen für das Weltklima.« Kein Wort davon, dass dieses Kraftwerk eines der effektivsten ist, zudem mit aufwändigen Filtersystemen fast vollständig sauber gemacht, die Verbrennung optimiert. Da kommt kaum noch Ruß raus, kaum Stickoxide, kein Schwefel.

Da sendet die ARD noch kurz vor knapp eine Reportage über das Aus der Kernkraft, doch die gerät zahnlos. Wirklich kritisch nachgefragt wird nirgendwo. Nicht einmal bei jenem dubiosen Patrick Graichen. »Der ist der Kopf hinter der deutschen Energiewende«, so der Sprecher. »Patrick Graichen war früher einer der wichtigsten Lobbyisten für erneuerbare Energien. Jetzt ist er Staatssekretär verantwortlich für den Umbau des deutschen Energiesystems.«

Dieser Satz wird als Fakt formuliert, kein Konjunktiv schränkt den verwegenen Anspruch ein, mal eben so ein Energiesystem »umbauen« zu können. »Es kommt mir ein bisschen so vor, gestatten Sie mir, wenn ich das so sage«, fragt der Reporter, »wenn wir unterwegs sind auf der Autobahn und alle kommen einem entgegen. Dann kann man ja denken, die sind alle falsch abgebogen. Aber vielleicht denkt man auch irgendwann, wir sind wir falsch abgebogen.«

Graichen redet tatsächlich davon, dass auf der Welt ein großer Wind- und Solarboom stattfinde. »Wenn ich mir die Zahlen angucke, weiß ich, dass wir auf dem richtigen Kurs sind und die Mediendiskussion, die alle Jahre wieder eine neue Sau durchs Dorf treibt, die kann ich dann tatsächlich auch an mir vorüberziehen lassen.« Keine kritische Nachfrage, sondern der Satz: »Die weltweite Entwicklung hin zur Atomkraft eine Erfindung der Medien?« Fragt der Sprecher aber nicht als Frage an Graichen. Interessant wäre dessen Antwort.

Die ARD-Reporter schauen noch kurz bei Trimet vorbei, der Aluminiumhütte in Hamburg. Die verbraucht so viel Strom wie eine Großstadt mit einer Million Einwohner. »Wie lange geht es hier noch weiter?« 240-mal wurde im vergangenen Jahr der Strom abgestellt. Die Produktion friert ein, ein kompletter Verlust der Produktion droht, wenn der Strom länger ausfällt. Zwei Drittel der Öfen sind zudem ausgeschaltet, die Strompreise sind zu hoch.

Alles auch nicht neu, es wurde auch hier bei TE immer wieder beschrieben. Jetzt kommt es bei der ARD an. Spät und zahnlos. Ganz zu schweigen, dass wenigstens das CO2-Narrativ ein klein wenig einschränkend im Konjunktiv erzählt wird. Eine entsprechende Nachfrage geht ebenfalls nicht an Graichen. Der darf dagegen am Schluss unwidersprochen noch seine neue Wunderwaffe ins Feld führen: »Im klimaneutralen Zustand sind dann dafür die Wasserstoffkraftwerke da.« Also irgendwann im Wunderland.

Speicher und Wasserstoff stehen noch lange nicht zur Verfügung, so der Sprecher und fügt nicht hinzu, ob überhaupt. Leider fehlt auch hierauf die Antwort von Graichen.

Ebba Busch, Wirtschaftsministerin in Schweden, will also neue Atomkraftwerke bauen lassen. »Schweden hat gerade den Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig gemacht«, informiert der Sprecher.

Nichts also ist unumkehrbar.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Friedrich Merz und Lars Klingbeil bei maischberger am 18.04.2023

Von: R.Schuster rolf_schuster@gmx.de

Betreff: Friedrich Merz / Lars Klingbeil bei maischberger am 18.04.2023

Datum: 19. April 2023 um 00:48

An: Friedrich Merz CDU/CSU friedrich.merz@bundestag.de, Lars Klingbeil SPD lars.klingbeil@bundestag.de, menschenbeimaischberger@wdr.de

Kopie:Fast alle Bundestagsabgeordnete, sowie maßgeblich Verantwortliche wie Robert Habeck, Patrick Graichen etc.

Sehr geehrter Herr Klingbeil

Lieber Herr Merz,

Mit Interesse habe ich die Sendung „maischberger am 18.04.2023“ verfolgt.

Sie beide sind überzeugt, dass Deutschland seine Klimaziele erreichen und/oder erfüllen muss.

Deshalb stellen sich mir folgende Fragen, die ich an Sie richten möchte:

  1. Existert eine Institution, die eine

· umfassenden sachlich-zeitlichen Projektablaufplan

· eine Engpassanalyse

· eine Kostenanalyse

· eine Kosten Nutzen-Analyse erstellt und diese dahingehend überprüft, welche Kosten von Deutschland aufgewendet werden müssen, um den Anstieg um 0,1 Grad Celsius zu verhindern?

Nennen Sie bitte die Namen der Verantwortlichen und der Institution oder Ministerium.

 

2. Warum wurde die Klima-Katastrophe nicht gestoppt?

Deutschland hat seit 1990 seine Emissionen um 37,5 % abgesenkt.

Gleichzeitig stiegen die Temperaturen von 0,42 auf 0,89 Grad,  der Anstieg hat sich also mehr als verdoppelt.

 

Deutschland emittiert jährlich ca. 630Mio to CO2.

Nach den EU-Plänen werden 50€/to CO2 an Steuern erhoben werden.

Der Rechenweg dazu von der Redaktion eingefügt

Jährliche Emission CO2 Abgabe ergeben Einwohner D
630.000.000 t 50 €/t 31.500.000.00 € 81.000.000

Kosten pro Einwohner und Jahr

384 €

Kosten pro 4 Personen Haushalt

1536 €

 

Dies bedeutet für meine Familie eine zusätzliche Belastung von ca.1.600 € pro Jahr.

Wofür werden diese 32 Milliarden € / Jahr verplant.

Und: Bitte kommen Sie mir nicht mit dem Öko-Sozialen Floskeln .

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Schuster

 




Neues aus Schildburghausen

von Uli Weber

Wir sind gerade dabei, nachträglich den sogenannten Morgenthau-Plan für Nachkriegsdeutschland aus eigener Kraft umzusetzen. Begründet wird dessen Notwendigkeit damit, dass wir mit der Vermeidung unseres Anteils am jährlichen anthropogenen CO2-Ausstoß von etwa 2% die Welt vor der Selbstverbrennung retten würden. Denn wenn wir mit der Dekarbonisierung unseres Landes schließlich fertig wären, würden uns als global bewundertem Vorreiter alle weiteren Länder wie die Lemminge von selbst in diesen Abgrund folgen.

Dieser Abgrund ist also ein echtes Problem, und zwar nicht für alle weiteren Länder dieser Welt, sondern ganz allein für uns.

Vergessen wir mal ausnahmsweise, dass mein hemisphärisches Stefan-Boltzmann-Modell den sogenannten „natürlichen atmosphärischen Treibhauseffekt“ längst widerlegt hat (Analyse: Teil-1, Teil-2, Teil-3) und wenden wir uns dem vorgeblichen CO2-Klimaantrieb der Klimaheuchler zu. Es beginnt damit, dass keiner nix Genaues weiß, aber alle fest daran glauben. Und das liegt wiederum daran, dass niemand bereit oder in der Lage ist, sich mit Primärquellen, also den wissenschaftlichen Originalquellen, auseinanderzusetzen und daraus eigenes Sekundärwissen zu erzeugen. Viel lieber übernimmt man das zielsicher konstruierte Tertiärwissen von fanatischen Missionaren des Klimaaberglaubens.

Eine Herleitung des Begriffs „Tertiärwissen“:

Primärwissen ist das Peer-to-Peer Wissen von Fachleuten, denen das notwendige wissenschaftliche Handwerkszeug zur Verfügung steht, um Primärinformationen selbst zu generieren oder fremde zu bewerten.

Sekundärwissen ist das Wissen von sogenannten Multiplikatoren, die sich bestenfalls fachlich-didaktische Kenntnisse angeeignet haben, um damit komplexe Primärinformationen mehr oder weniger korrekt zu vereinfachen und in „leichter Sprache“ weiter zu verbreiten.

Tertiärwissen (=schlimmstenfalls Hörensagen und/oder Verschwörungstheorie) ist das von Multiplikatoren mit Sekundärwissen an eine Zielgruppe weiter vermittelte Wissen, dessen Richtigkeit von dieser Zielgruppe üblicherweise nicht mehr fachlich hinterfragt werden kann, sondern einfach geglaubt werden muss.

Beginnen wir mit den sogenannten wissenschaftlichen Grundlagen des CO2-Klimaantriebs. Im TAR Full Report Kapitel 6 “Radiative Forcing of Climate Change” in Tabelle 6.2 auf Seite 358 gibt der IPCC vereinfachte Formeln für den vorgeblichen Strahlungsantrieb ∆F [Wm−2] von sogenannten Klimagasen an; für das „Radiative Forcing“ von Kohlenstoffdioxid (CO2) ergibt sich folgende logarithmische Funktion:

∆F = α ln(C/C0) mit α=5.35

Als Quellenangabe wird dort wiederum das IPCC (1990) genannt mit dem Hinweis auf aktualisierte Werte für die Konstanten. Daneben werden noch zwei weitere logarithmische Formeln für das „Radiative Forcing“ von CO2 angegeben, die auf Shi (1992) und WMO (1999) beruhen. In der nachfolgenden Abbildung wird dieser (vorgebliche) logarithmische Zusammenhang zwischen dem atmosphärischen CO2-Gehalt und der Temperatur deutlich:

Abbildung 1: Der vorgebliche Treibhausbeitrag von CO2 aus der IPCC- Gleichung (3, dunkelblau) für 280 (grün), 400 (hellblau) und 800 ppm CO2 (rot) (5000 ppm -ganz rechts- ist der Grenzwert am Arbeitsplatz)

Quelle der Abb.: Klimahysterie ist keine Lösung (Seite 188), dieses Buch ist auch in SW erhältlich

In meinem EIKE-Artikel, „Von Schergen und „Leugnern“: Wem gehört das Gold am Ende des Regenbogens?“ hatte ich auf einige Ungereimtheiten im juristischen Sakrament des Klimaaberglaubens hingewiesen. Der historische BVG-Klimabeschluss stützt sich in Absatz 19, vorletzter Satz, auf eine „annähernd lineare Beziehung“ zwischen der Gesamtmenge an emittierten klimawirksamen Treibhausgasen und dem Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur. Die Quellenangabe des BVG bezieht sich wiederum auf eine diesbezügliche Aussage des „Sachverständigenrates für Umweltfragen“ (SRU): SRU, Demokratisch regieren in ökologischen Grenzen ‒ Zur Legitimation von Umweltpolitik, Sondergutachten, 2019, S. 36“, Zitat mit Hervorhebungen:

Verschiebungen klimatischer Mittelwerte

37. Zwischen dem Anstieg der mittleren Temperatur der Atmosphäre an der Erdoberfläche und der Gesamtmenge an emittierten klimawirksamen Treibhausgasen, welche kumulativ über einen gegebenen Zeitraum in die Atmosphäre emittiert wurde, besteht eine annähernd lineare Beziehung. Es spielt also für die allgemeine Entwicklung keine Rolle, wo und wann Emissionen ent-standen sind. Vielmehr kommt es vor allem auf deren Gesamtmenge über einen langen Zeitraum an.

Nun ist es in unserem Lande eigentlich übliche Praxis, dass sich Gerichte bei ihren Urteilen auf wissenschaftliches Primärwissen stützen. Und ausgerechnet zu dieser entscheidenden Kernaussage des SRU für den BVG-Beschluss zum ominösen CO2-Budget fehlt ein konkreter wissenschaftlicher Quellenverweis in dem immerhin 48-seitigen Literaturverzeichnis des SRU (Seiten 214-261).

Das dem BVG vom SRU auf Zuruf und ohne wissenschaftliche Quellen vermittelte Tertiärwissen zur vorgeblich annähernd linearen Temperaturwirksamkeit von Treibhausgasen steht also den Erkenntnissen des sogenannten „Weltklimarates“ (IPCC) diametral gegenüber (oben).

In seinem Beschluss folgt das Bundesverfassungsgericht beim sogenannten „verbleibenden CO2-Restbudget“ dann in Absatz IV. 2. aa) den kompetenzbefreiten Behauptungen der Beschwerdeführer*Innen zum CO2-Restbudget (ebenfalls Tertiärwissen), Zitat mit Hervorhebungen:

Dabei leiten die Beschwerdeführenden das Deutschland ab 2020 verbleibende Restbudget aus Schätzungen des IPCC zur Größe des globalen Restbudgets bei einer 66%igen Wahrscheinlichkeit ab, das 1,5 °C-Ziel einzuhalten. Dieses betrage ab 2018 noch 420 Gigatonnen. Nach den Rechengrundlagen des IPCC bestehe ab dem 1. Januar 2020 noch ein CO2-Budget von 336 Gigatonnen. Für Deutschland verblieben so auf Basis einer nach Auffassung der Beschwerdeführenden sinnhaften Betrachtung nach weltweit gleichen Pro-Kopf-Emissionsrechten ab dem 1. Januar 2020 noch 3,465 Gigatonnen CO2.

Schaun wir also mal nach, wie groß das CO2-Restbudget tatsächlich ist. Am 29. April 2017 erschien auf Kalte Sonne mein Artikel „Prozentrechnung müsste man können: Das en(t)liche CO2-Budget“. Auf dem Internetblog „Klimalounge“ war nämlich am 11. April 2017 ein Artikel mit der Aussage erschienen, ein befürchteter Temperaturanstieg von  1,5 bis 2 Grad erlaube nur noch ein globales CO2-Budget von 150 bis 1050 Gigatonnen (Gt). Bis zum Jahre 2015 hatte der Mensch aus der Nutzung fossiler Energieträger etwa 1400 Gt CO2 zusätzlich in die Atmosphäre eingebracht (Quelle) und damit den CO2-Gehalt der Atmosphäre auf 400 ppm erhöht. Hier die betreffende IPCC-Abbildung aus dem genannten Klimalounge-Artikel:

https://kaltesonne.de/wp-content/uploads/2017/04/ipcc-co2.jpg

Der dortige Text zu dieser Abbildung (2), Zitat:Zusammenhang von kumulativen CO2-Emissionen und globaler Erwärmung. Die Zahlen an den „Blasen“ geben die in den verschiedenen Szenarien erreichte CO2-Konzentration in der Atmosphäre an. Die auf der vertikalen Achse angegebene Temperatur gilt zu dem Zeitpunkt, an dem die auf der horizontalen Achse angegebene Emissionsmenge erreicht wird. Das heißt: die noch folgende weitere Erwärmung allein aufgrund der thermischen Trägheit im System ist hier noch nicht einkalkuliert. Quelle: IPCC Synthesebericht (2014).

 

Die Aussagen über das verbleibende globale CO2-Budget basieren hier offenbar auf einem linearen Zusammenhang zwischen dem atmosphärischen CO2-Gehalt und der globalen Temperatur, was schon einmal den IPCC-Ausführungen zum vorgeblichen logarithmischen „Radiative Forcing“ von CO2 widerspricht. Legen wir den weiteren Betrachtungen nun einmal den Blasenwert von (480-530 ppm = 3.000 Gt CO2 = 1,75-2,0 dT °C) aus der obigen IPCC-Grafik zugrunde und vergleichen wir diese Werte mit den oben aufgeführten zusätzlichen Fakten: Der vorindustrielle CO2–Gehalt in unserer Atmosphäre soll 280 ppm oder 0,028% betragen haben. Für den Zeitraum zwischen 1900 und 2015 summiert sich der anthropogene CO2-Eintrag auf insgesamt etwa 1400 Gigatonnen (Gt) und hatte zu einer Erhöhung des atmosphärischen CO2-Gehaltes um 0,012% auf 0,040% oder 400 ppm geführt. Zwischen dem anthropogenen CO2-Ausstoß und dem atmosphärischen CO2-Gehalt ergibt sich also folgender (linearer) Zusammenhang:

  1. X Gt CO2 = 280 ppm       mit X = „natürliche“ atmosphärische CO2-Menge [Gt CO2]
  2. X Gt CO2 + 1.400 Gt CO2 = 400 ppm
  3. = (2) – (1)   1.400 Gt CO2 = 120 ppm

Die ursprüngliche atmosphärische CO2-Gesamtmenge „X [Gt CO2]“ ergibt sich dann linear aus den Zeilen (1) und (3) mit einem einfachen Dreisatz zu:

X Gt CO2 = 280 ppm x 1.400 Gt CO2 / 120 ppm = 3.200 Gt CO2

Wir können aus dem IPCC-Blasenwert mit (480-530 ppm = 3.000 Gt CO2 = 1,75-2,0 DT °C) einmal ganz vorsichtig eine mittlere CO2-Konzentration von 510 ppm für einen maximalen anthropogenen Temperaturanstieg unter 2 Grad entnehmen. Diese 510 ppm entsprechen dann knapp 6.000 Gt CO2. Abzüglich der natürlichen atmosphärischen CO2-Menge  ergibt sich daraus also ein ursprüngliches globales Emissionsbudget von 2.800 Gt CO2 für eine Temperaturerhöhung unter 2 Grad, das sogar noch um 200 GT CO2 kleiner ist, als im IPCC-Bubble angegeben wird. Von diesem ursprünglich verfügbaren globalen CO2-Budget von 2.800 Gt CO2 wären bereits 1.400 Gt CO2 „verbraucht“, bleiben also weitere 1.400 Gt CO2. Nach der hier durchgeführten Abschätzung würde eine Erhöhung des vorindustriellen atmosphärischen CO2-Gehaltes auf 510 ppm also weitere 1.400 Gt CO2 (=2.800 Gt CO2– 1.400 Gt CO2) erfordern, um nach der oben abgebildeten IPCC-Grafik schließlich eine atmosphärische Temperaturerhöhung von insgesamt etwa 1,75-2,0 °C auszulösen. Damit kommen wir hier ziemlich genau auf einen Unterschied von Faktor 8 beim deutschen CO2-Restbudget:

Restbudget D: 3,465 Gigatonnen CO2 @1.1.2020 (BVG) ≠ 28 Gigatonnen CO2 @2014 (IPCC)

Bei einem weltweiten jährlichen CO2-Ausstoß von konstant 30 Gigatonnen würde es ab dem Jahre 2015 dann noch etwa 45 Jahre bis zu einem angeblich anthropogen verursachten Temperaturanstieg von insgesamt knapp 2 Grad Celsius dauern, also etwa bis zum Jahre 2060. Die Aussage über eine kumulative Wirkung von CO2 zur Bemessung des verfügbaren CO2-Budgets in dem zitierten Klimalounge-Artikel ist aber nur insoweit korrekt, wie sich dieses CO2 auch noch in der Atmosphäre befindet. Das anthropogene CO2 hat in unserer Atmosphäre nämlich eine Verweildauer von nur etwa 120 Jahren (hier unter dem Stichwort „Kohlendioxid“ – dort inzwischen geändert).

Das globale CO2-Budget ist also gar nicht kumulativ, sondern fortlaufend „erneuerbar“!

Mit dieser Verweildauer von etwa 120 Jahren für das anthropogene CO2 in unserer Atmosphäre beträgt das fortlaufende globale CO2-Budget für den anthropogenen CO2-Ausstoß also etwa 2.800 Gt CO2 pro 120 Jahre. Damit dürfte dann ein vorgeblich menschengemachter Temperaturanstieg sicher unter 2 Grad bleiben. Wir haben also eigentlich bis zum Jahre 2060 Zeit, um den anthropogenen CO2-Ausstoß auf jährlich 23 Gigatonnen (=2.800 Gt CO2 / 120 Jahre) zu begrenzen und damit das ominöse 2-Grad Ziel dauerhaft zu abzusichern. Von Null-Emissionen ab 2050 kann also selbst dann keine Rede sein, wenn man tatsächlich an einen menschengemachten Klimawandel durch CO2-Emmissionen glauben will.

Ein globales CO2-Budget von jährlich etwa 23 Gigatonnen CO2 würde vielmehr die befürchtete menschengemachte Klimaerwärmung dauerhaft unter 2 Grad halten. Die Dekarbonisierung der Welt erweist sich damit zum wiederholten Male als eine völlig unnötige Selbstkasteiung der Menschheit. Und aufgrund dieses religiös anmutenden Endzeitglaubens will die westliche Welt jetzt freiwillig ihre kohlenstoff-basierte Lebensgrundlage zerstören und unseren daraus resultierenden Lebensstandard vernichten.

Im Ergebnis begehen die westlichen Industrienationen bis zum Jahr 2100 also wissentlich einen ökonomischen Selbstmord, indem sie eine „Große Transformation“ in eine auf Wind- und Sonnenenergie basierende mittelalterliche Agrargesellschaft anstrebten und der übrigen Welt das erneuerbare CO2-Restbudget überlassen:

Abbildung 3: Hochrechnung für den anthropogenen CO2-Aussoß bis 2100 aus Klimahysterie ist keine Lösung (Seite 92) mit den Auswirkungen eines fortlaufend erneuerbaren CO2-Budgets von 30 Gt/a und einer geplanten Zero-CO2-Emmission in den westlichen Industrienationen

Unter der „zivilgesellschaftlichen“ und politisch-medialen „Führung“ von klimareligiösen Sektierern entwickeln wir unsere freie und bedarfsorientierte westliche Marktwirtschaft mit hoher individueller Lebenserwartung also in eine angebotsorientierte drittweltlich-kommunistische Planwirtschaft zurück. Und erstmals seit Beginn der Aufklärung hat hier ein oberstes Gericht bei einer existenziellen Entscheidung von nationaler Tragweite die finale Entscheidung über eine offene wissenschaftliche Fragestellung an sich gezogen und schließt damit nahtlos an das historische Galilei-Urteil an.

Erst rückblickend werden Historiker einstmals feststellen können, ob der richtungsweisende BVG-Klimabeschluss ebenso lange Bestand gehabt haben wird, wie dieses Urteil gegen Galileo Galilei…

PS: Die Angaben über die atmosphärische Lebensdauer des anthropogenen CO2-Eintrags schwanken in der Literatur zwischen 5 Jahren und 1.000 Jahren. Ein jährlich erneuerbares CO2-Budget hat also eine erhebliche Schwankungsbreite; suchen Sie Sich also gerne selber Ihr passendes Budget aus.

PPS: Glauben Sie’s oder glauben Sie’s nicht: Bei seinem jüngsten Ukrainebesuch wurde der deutsche Minister für Wirtschaft und Klimaschutz am 06.04.2023 von der WELT mit der Überschrift, „Solange die Dinger sicher laufen“, sind ukrainische Atomkraftwerke für Habeck „in Ordnung“, zitiert. Und am 15.04.2023 wurden dann die letzten drei deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet, OBWOHL „die Dinger“ hier in Deutschland noch viel sicher gelaufen sind als die in der Ukraine.

PPPS zu Manfred Haferburgs KKW-Abgesang auf EIKE: Die damaligen Schildbürger waren die Xhosa, der Onkel Trittin hieß Mhlakaza und seine FfF-Nichte Nongqawuse.

 




Vorwärts zu Mangel und Armut

Eine korrupte Oberschicht, die das herrschende Narrativ beschützt, hat nirgendwo auf der Welt Schwierigkeiten mit knappen Ressourcen, Strompreisen oder dem eigenen CO2-Ausstoß. Nur darf die Gruppe natürlich nicht zu groß sein für die energetische Arche, sonst geht die Reise schief. Die meisten müssen über Bord gehen.

von Roger Letsch

Bevor es im politischen Theater zur Sache geht, kommt immer erst die Binse. Sie kann ruhig mehrere Seiten lang sein und muss nicht aus der eigenen Feder stammen. Wichtig ist lediglich, dass sie das gültige Narrativ bekräftigt. Etwa dass der Sozialismus siegt, Ozeanien schon immer mit Ostasien im Krieg war oder dass der Klimawandel ein großes – ach was, ein ernsthaftes… was rede ich, das größte – Problem sei und wir alle, die Menschheit, mehr noch die Europäer und am allermeisten die Deutschen Schuld an überhaupt allem tragen. Auch die Betrachtungen des Deutschlandfunks zu einer schrägen Studie eines unbedeutenden englischen Soziologieprofessors aus Leeds haben diese unvermeidliche Präambel.

„Dass der Klimawandel ein ernsthaftes Problem ist, darüber herrscht in Europa weitgehend Einigkeit. Die Menschheit muss ihren Energiebedarf senken, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Allen vorweg: die Menschen in den Industrienationen. Das bedeutet, den Lebensstil ändern – weniger Auto fahren, weniger Fliegen, weniger Strom verbrauchen zum Beispiel.“

Haben Sie es bemerkt, Liebe Leser? Die Präambel, die wir in unterschiedlicher Form täglich auf allen Kanälen bis zur Ermattung der Skepsis ums Maul geschmiert bekommen, fiel gerade erstaunlich kurz aus. Ein Satz muss genügen, um die gewünschte Schläfrigkeit zu erzeugen. Doch was danach kommt, dieses „muss“ der Senkung unseres Energiebedarfs, steht mitnichten in den Klimazielen des Pariser Abkommens. Da ist lediglich von Beschränken (Anstieg der Durchschnittstemperatur), Senken (der Emissionen) und Lenken (Geld, was denn sonst) die Rede. Die im ersten Satz unterstellte Einigkeit soll uns jedoch zustimmend nickend über die Schwelle tragen, dass alles genau so geschehen muss mit Auto, Fliegen, Strom und dem ganzen Rest.

Endlich geht es den „Reichen“ an den Kragen!

„Ja aber“ denkt da vielleicht der überraschte Leser. „Die werden doch nicht … die können doch nicht … die haben doch Lösungen! Erneuerbare vor! Deshalb machen wir das hier doch alles!“ Die kurze Antwort lautet: Sie werden, sie können! Und die Lösungen sind nicht für euch viele da draußen gedacht, die ihr Auto fahrt, in den Urlaub fliegt und frech Strom verbraucht. Natürlich müsst ihr alle mitmachen, aber die neue, energiegewendete Welt ohne CO2 reicht leider nicht für alle. Doch da ist Trost.

Dieser DLF-Artikel, liebe Skeptiker, Taxifahrer, Berufspendler, Schichtarbeiter, Häuschen-im-Grünen-Abstotterer und Gebrauchtwagenkäufer, dieser Artikel ist für euch! Zwar geht euch angesichts der Energiekosten und der bevorstehenden Heizungskatarsis langsam ein Licht auf (LED, versteht sich), wohin die Reise geht, doch der englische Professor und nun auch der DLF sind diesmal nicht hinter euch her, sondern hinter dem unverschämt großen Fußabdruck der „Reichen“ und deren fadenscheinigen Rechtfertigungen. Und wer kann als gebeutelter Steuerzahler schon etwas dagegen haben, dass es denen endlich auch an den Kragen geht!

Ziel der Studie war es übrigens „…die Durchführbarkeit und Fairness von politischen Optionen zur Reduzierung des hohen Energieverbrauchs zu untersuchen“. Mir stellen sich da gleich zu Beginn folgende Fragen: Was ist hoch, was ist fair und zuallererst: Was ist reich? Die denkbar kleine Stichprobe von 30 Probanden wurde mit gekauften Marketingadressen in den „besseren Vierteln“ im urbanen englischen Raum rekrutiert, also mal direkt in jenem Umfeld, in dem sich die grüne Weltretterklientel wie der Mao’sche Fisch im revolutionären Wasser bewegt: brauchbarer ÖPNV, moderne Wohnsubstanz, Zentrumsnähe. 20 der Probanden wiesen „hohe monatliche Stromrechnungen“ und mehr als 16.000 km Autofahrten pro Jahr auf. „Hoch“ definiert man mit mehr als 120 Pfund, was im zugrundeliegenden Rechnungsjahr (2019/2020) etwa 140 Euro entsprach. Das ist zwar kaum Upperclass, sondern eher solider Mittelstand, aber das nur nebenbei. Fünf Haushalte hatten Stromrechnungen über 160 Pfund und fünf weitere hatten mehr als drei Autos, fuhren mehr als 24.000 km und waren auch noch Vielflieger.

Seht euch nur diesen Fußabdruck an!

Zumindest ein Drittel der Probanden gehörte beim Energieverbrauch also zu den oberen zehn Prozent im Land. Für Professoren an britischen Unis liegt das durchschnittliche Jahressalär übrigens bei 87.000 Pfund, was mehr als das Doppelte des BIP per Capita im Königreich ist. 160 Pfund für Strom im Monat ist also auch für Emittenten vom Kaliber Noel Cass weit unterhalb der Schmerzgrenze. Zumindest 2019/20, als der Strompreis in Großbritannien noch etwa ein Drittel unter dem deutschen lag. Für die sektorgekoppelte deutsche Energieversorgung der Zukunft klingt 180 Euro allerdings noch wie ein süßes Versprechen aus einer Utopie mit Trittinschen Eiskugeln. Demnächst heißt es eher: „Komm mit mir ins Wärmepumpenland, der Strompreis kostet den Verstand.“ Doch schlimm genug, so die Studie, was die reichen Briten 2020 sorglos trieben:

„Die Menschen haben über ihren Lebensstil gesprochen, als wäre es völlig normal und als würde es jeder tun. Das hat uns sehr interessiert, weil es zeigt, wie Menschen ihren Lebensstil rechtfertigen.“ 

Wir lernen: Mangel zwingt zur Sparsamkeit, Wohlstand nicht. Hätten Sie’s gewusst? Wer Sparsamkeit will, muss Mangel erzeugen – und wer will bestreiten, dass wir da gerade auf einem guten Weg sind! Die befragten englischen Klimasünder nehmen ihre moralisch verwerfliche Klimabilanz indes mit Ironie, Humor und Gleichgültigkeit, und die Studie listet süffisant und scharf kategorisiert auf, was da an falschen Antworten (alles außer „mea maxima culpa“) zu hören ist. Da gebe es die Umleitung von Verantwortung (Whataboutismus, Individualismus und Trittbrettfahrerei), die Nachteile des Klimaschutzes würden betont, es herrschte technologischer Optimismus (How dare you!), und einige halten Veränderungen für gänzlich unmöglich. Manche glaubten sogar, der abverlangte Verzicht bedeute in Konsequenz, die Menschheit gehe „zurück in die Höhlen“. Die Dinge auch mal bis zum bitteren Ende zu denken, ist eine Angewohnheit, die sehr eng mit dem englischen Humor verbunden zu sein scheint. Ich möchte meine Leser nicht mit den Einzelheiten dieses Generalbashings langweilen. Die Schlussfolgerung der Studie fällt jedenfalls, wie erwartet, deutlich aus und scheint dem DLF sehr zu gefallen:

„Menschen mit hohem Energieverbrauch werden möglicherweise niemals freiwillig auf Informationen, Ermahnungen und Appelle an Eigeninteresse reagieren, heißt es in der Studie. Deswegen halten die Wissenschaftler „stärkere staatliche Maßnahmen“ für erforderlich, auch solche, die in die „Wahlfreiheit der Verbraucher“ eingreifen.“

Klimaretter fliegen netter

Kleiner Einschub: Für alle, denen beim Lesen dieser Stelle im DLF-Artikel vor Schreck oder Empörung der Porscheschlüssel aus der Hand gefallen war, hat das DLF an dieser Stelle den Artikel „Der Klimawandel – eine Ungerechtigkeit“ mitsamt Foto von der Flutkatastrophe im Ahrtal eingeblendet. Die war zwar nicht dem Klimawandel oder den Reichen, sondern totalem politischen Versagen zuzuschreiben, aber wer weiß das schon noch. Immer schön hochhalten, die Hostie!

Es ist eine Kulturkonstante, dass Wohlstand zu mehr Konsum und damit auch zu höherem Energieverbrauch führt. Der Wunsch, sich „nach oben“ zu schuften, es einmal besser zu haben, den Kindern einen besseren Start ins Leben zu geben, zu sparen oder zu investieren… all diese Entwicklung treibenden menschlichen Aktivitäten setzen Legalität voraus. Schafft man diese Triebfeder ab oder entwertet sie durch einen moralischen Pranger, setzt man die Hauptproduktivkraft des Menschen schachmatt. Solche Versuche beginnen mit Ideen, die zu Worten werden, münden in Gewalt und enden in allerlei sozialistisch-kommunistischen Experimenten, in denen es dann über kurz oder lang allen gleich geht. Gleich schlecht.

Allen? Nicht allen! Durchstöbert man in der Studie die Fragen nach Antworten, die alle von einem Mangel an Flugscham, SUV-Scham und Enerieverbrauchscham zeugen, vermisst man eine Gruppe von „Menschen mit hohem Energieverbrauch“. Denn offensichtlich ist man in der Studie keinem Klimaaktivisten begegnet, der in den letzten Jahren Ägypten, Schottland, Spanien, Polen, Marokko, Frankreich, Peru, Qatar, Südafrika, Mexiko und Indonesien bereist hat. Was wie das Blättern im TUI-Katalog klingt, sind einige der letzten Tagungsorte des COP-Klimawanderzirkus, und die entsprechende entschuldigende Antwort hätte lauten müssen „Die Klimakonferenz COP28 ist in Dubai, da muss ich einfach fliegen! Und diese Privatjets, die sind ja gebaut, also warum soll man die nicht nutzen.“

Die Vielfliegerei in Privatjets im Dienste der Klimarettung ist im Sündenregister nicht verzeichnet und solches Treiben im Namen der Planetenrettung opportun, und wird es für immer und ewig bleiben. Praktisch auch, dass es nicht das persönliche CO2-Konto ist, das mit Miles & More gekoppelt wird, sondern das von Parteien, NGOs, ESG-konformen Firmen oder Regierungen. Den gewöhnlichen „Reichen“ wurden von der Partei des Klimaproletariats und seiner Media-Science-Claque schon mal die Instrumente gezeigt, verbunden mit der freundlichen Aufforderung, zu wählen. Reich bleiben und auf die andere Seite der Macht wechseln, um dort das Hohe Lied vom bösen CO2 zu singen. Oder genauso wie alle anderen mit zerstochenen Reifen im Klimapunktesystem landen, wo Dollar, Pfund, Euro und Gold keine gültigen Zahlungsmittel sind und nicht Verdienst, Laune oder Laster über Konsum, Kultur und Kunst entscheiden, sondern das zugeteilte CO2-Budget.

Widerstand?

Es gäbe noch eine dritte Möglichkeit, doch die ist einfach zu utopisch. Man könnte den Kampf aufnehmen, auch wenn man selbst scheinbar nicht unmittelbar von Inflation, Energieknappheit und Verboten betroffen ist.

Man könnte darauf hinweisen, dass es so etwas wie ein reiches Land mit knapper elektrischer Energie nicht gibt. Die Korrelation von Pro-Kopf-Einkommen und verfügbarer Energie ist einfach zu offensichtlich. Der in Deutschland, Großbritannien und weiten Teilen des Westens eingeschlagene Weg führt zu offensichtlich in die Energiemangelwirtschaft. Man könnte die Klimaretter und die Politiker fragen, wer in Großbritannien, in Deutschland und in allen anderen Industrienationen eigentlich die Steuern zahlt und den Wohlstand erwirtschaftet, den sie mit so großen Schubkarren verteilen oder wegwerfen möchten. All das könnte man tun, um den überall ins Kraut schießenden neo-planwirtschaftlichen Möchtegerns in die Parade zu fahren und vom eigenen Wohlstand – sei er erarbeitet oder ererbt – zu retten, was zu retten ist.

Kann das gelingen? Daran habe ich im Zeitalter der lähmenden Klimabinse so meine Zweifel. Um ein historisches Bild zu bemühen, erweckt derzeit alles ab obere Mittelschicht bei mir den Eindruck des französischen Adels im ausgehenden 18. Jahrhundert, als man die Axt nicht sehen wollte, die an die Gesellschaft gelegt wurde. Man genoss die hochfahrenden Reden der Philosophen in den Salons und die revolutionären Theaterstücke, weil man annahm, dass all dies nur gesprochen, nur geschrieben, nur gespielt sei und keine Folgen habe. Ich doch nicht! Mir doch nicht! Die doch nicht! Heute doch nicht! Man starb als Archetyp in der Theaterszene und applaudierte dem Tod in persona im Publikum. Doch schnell wurde aus dem Ruf nach Gleichheit vor dem Gesetz der Schrei nach Gleichheit der Vermögen, und weder der Applaus noch die Gleichgültigkeit von gestern sorgten für mildernde Umstände. Ein jeder mag in seiner Wirklichkeit erforschen, vor welchen der eigenen Lebensrealitäten die Klima-Guillotine der Neuzeit halt machen, welchen Reichtum sie tolerieren und welche Ausrede sie gelten lassen würde. Ein kaputter Rücken als Ausrede für den SUV? Netter Versuch! Für solche Extravaganzen reicht Ihre Stellung im System leider nicht aus.

In 25 Ländern liegt der Anteil der Menschen, die überhaupt Zugang zu Elektrizität haben, noch unter 50 Prozent. Bei 23 weiteren liegt er noch unter 75 Prozent. Im Tschad liegt der Wert sogar nur bei 11 Prozent. Alle diese Länder versammeln sich energetisch unter der Armutslinie, und weder Sonne noch Wind werden daran etwas ändern. Natürlich gibt es auch dort Wohlstand und in unserem Sinne „reiche Leute“. Eine korrupte Oberschicht, die das herrschende Narrativ beschützt, hat nirgendwo auf der Welt Schwierigkeiten mit knappen Ressourcen, Strompreisen oder dem eigenen CO2-Ausstoß. Nur darf die Gruppe natürlich nicht zu groß sein für die energetische Arche, sonst geht die Reise schief.

Was sich die bisher offenbar nicht vom Klimawahn betroffenen „Reichen“ fragen sollten, ist, ob sie tatsächlich einen Platz im Rettungsboot sicher haben, oder, nachdem das Schiff (in diesem Fall Deutschland) dank der Unfähigkeit des Kapitäns auf Grund gelaufen ist, mit der Plebs auf einem Floß der Medusa sitzen, wenn die Schleppleinen gekappt werden. Ob 180 Euro Stromrechnung im Monat und 16.000 km im Jahr für Sie nun viel oder wenig sein mögen, liebe Leser, für die meisten von uns wird gelten, was einst George Carlin sagte: “It’s a big club and you ain’t in it!“

 

Roger Letsch, Baujahr 1967, aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, als dieses noch in der DDR lag und nicht so hieß. Lebt in der Nähe von und arbeitet in Hannover als Webdesigner, Fotograf und Texter. Dieser Beitrag erschien zuerst auf seinem Blog Unbesorgt.