DIE NÄCHSTE „AGORA“

Das verzweigte Netzwerk der Agora Agrar – und wer dahinter steckt

von Holger Douglas

Wer zieht die Fäden, wenn die Rede von einem Umbau der Landwirtschaft ist? Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am wenigsten. Im Hintergrund wirken verzweigte Netzwerke, die am parlamentarischen System vorbei mal eben ein leistungsfähiges landwirtschaftliches Produktionssystem zerstören wollen.

Wer steckt dahinter, wenn wieder die Rede von einem Umbau der Landwirtschaft ist, von einem Umbau der Ställe und mal eben von einem Umbau der gesamten landwirtschaftlichen Produktion? Wer ist es, der wesentlich mit dazu beiträgt, dass »Essen für morgen« mit den Unsinnsbegriffen zur »Bekämpfung des Klimawandels« belegt wird, und der sich anmaßt vorzuschreiben, was wir essen sollen?

Der Ernährungs- und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir am allerwenigsten, der muss vorn den Minister geben. Im Hintergrund wirken verzweigte Netzwerke, die am parlamentarischen System vorbei mal eben ein leistungsfähiges landwirtschaftliches Produktionssystem zerstören wollen.

Auch in dem sehr kritischen Bereich der Lebensmittelproduktion hat sich ein nahezu undurchdringliches Netzwerk – oder sollte man besser sagen: Gestrüpp? – von NGOs oder besser: GOs gebildet. Auch hier findet ein munteres Bäumchen-wechsle-Dich-Spiel zwischen Ministerien, Instituten und Geschäftsführerposten von NGOs statt.

Alle eint: die Abneigung gegen eine Landwirtschaft, die mit ihrer hohen Produktivität zum ersten Mal dafür gesorgt hat, dass der Hunger in der Welt deutlich geringer wird. Das System versorgt mit gut ausgebildeten Landwirten die Menschen mit guten und preiswerten Lebensmitteln.

Denn keine 60 Jahre sind vergangen, in denen es Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen gibt und alle weitgehend satt werden, da werden viele übermütig und glauben, dies sei ungesund. In der neuen Räterepublik Berlin wundert es nicht, dass auch Agora Agrar ein Rat beistehen soll. Der soll die Begründung für eine Agrarpolitik liefern, die die Zerstörung der Landwirtschaft zum Ziel hat. Auf diese Begründungen kann sich dann wieder grüne Agrarpolitik stützen.

Direktorin der Agora Agrar ist Christine Chemnitz, die sich bei der grünen Heinrich-Böll-Stiftung »qualifiziert« hat. Mangels nachprüfbarer Fakten greift sie auch auf die Redefigur des »wissenschaftlichen Konsens« zurück, um zu behaupten, dass Insekten weltweit aussterben. Das weiß niemand, niemand hat sie gezählt; sogar Wikipedia schreibt, dass noch Millionen unentdeckte Arten vermutet werden. Aber es macht sich gut als Satz gegen die »Agrar- und Chemieindustrie« und gibt sicherlich Punkte im internen grünen Ranking, so landet man dann auch auf den gut dotierten Chefsessel der Agora Agrar.

»Wir stehen vor großen Herausforderungen in der Gestaltung einer nachhaltigeren Ernährung und Landnutzung“, sagt Harald Grethe, Co-Direktor von Agora Agrar. »Für deren Bewältigung brauchen wir einen intensiven und regelmäßigen Austausch zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren. Dazu wird der Rat beitragen.« Grethe hatte lange Jahre das agrarpolitische Beratungsgremium des Landwirtschaftsministeriums geleitet und träumt davon, dass »wir« weniger Milch trinken, weniger Wurst und Fleisch essen.

Der dunkelgrüne Grethe ist Professor für internationalen Agrarhandel an der Humboldt-Universität Berlin und ist mit Vorschlägen für das Tierhaltungsgutachten von 2015 krachend gescheitert. Darin hatte der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium »Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung« skizziert. Als Kosten wurden damals 3 bis 5 Milliarden Euro zusätzlich genannt. Ohne Zuschüsse würde eine solche Kostensteigerung zur Abwanderung von Teilen der Produktion in Länder mit geringeren Tierschutzstandards führen, schrieben sogar schon damals die Gutachter, wodurch die Tierschutzziele konterkariert würden.

Beide Direktoren stoßen in das Horn »zu viel Fleisch, zu viel CO2-Emissionen« in der Tierhaltung – also: weg damit. Zwei Mal jährlich tagen die Mitglieder in nicht öffentlichen Sitzungen und diskutieren die Herausforderungen der Nachhaltigkeitstransformation in Ernährung, Land- und Forstwirtschaft sowie die Arbeit von Agora Agrar.

Dabei sind unter anderem:

Silvia Bender (Grüne), Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin.

Auch hier finden wir den bei Transformationsaufgaben aller Art offenbar unvermeidlichen Jochen Flasbarth (SPD), Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Dann sitzt noch Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, Rossau, drin, ein grüner Karrierist mit üblichen Stationen Heinrich-Böll-Stiftung, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung globale Umweltveränderungen (WBGU).

Ebenfalls ist Britta Renner beteiligt, Vizepräsidentin der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V., Bonn, eine altgediente Organisation, die den Bürgern schon seit langem vorschreiben will, was sie zu essen haben, um »gesund« zu bleiben. Mit Landwirtschaft hat sie nichts am Hut, sie ist »Professorin für Psychologische Diagnostik und Gesundheitspsychologie an der Universität Konstanz«.

Schon fast selbstredend, dass auch Öko-Wirtschaft drin sein muss mit Tina Andres, der Vorsitzenden des Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) e.V., Berlin.

Ausgerechnet Jörg-Andreas Krüger, der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) e.V., ist ebenfalls dabei. Jener NABU, der mit eigener Tierhaltung zeigen will, wie es geht und doch immer wieder mit Tierhaltung in Konflikt kommt. Letztlich mussten Bauern häufiger den unter der NABU-Obhut völlig verwahrlosten Tieren mit Futter auf die Beine helfen.

Praktischerweise ist auch Dr. Ludger Schulze Pals dabei. Der ist Geschäftsführer des Landwirtschaftsverlags GmbH, Münster, der eines der landwirtschaftlichen Fachmagazine herausgibt. Dort findet man nichts Kritisches mehr über eine sogenannte »Agrarwende«, sondern hier wird verkündet wie ein Agora-Lautsprecher, dass die »Denkfabrik« Agora Agrar den »Totalausstieg aus der GAP-Basisprämie« empfiehlt.

Die Landwirte sollen Geld für sogenannte »gesellschaftlich gewünschte Gemeinwohlsleistungen« bekommen. Und was gesellschaftlich gewünscht ist, bestimmen Agora Agrar und seine grünen Genossen. Auch hier tritt wieder deutlich zutage: Geldverteilen ist das Prinzip grünen Wirtschaftens, auf Produktivität muss nicht mehr geachtet werden – zumindest solange noch Geld auf den Konten der Bundesbürger liegt.

Auch Benjamin Steeb sitzt im Rat. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung bei Lidl international, Neckarsulm. Das ist einer der vier großen Lebensmitteleinzelhändler mit einer dominanten Marktmacht, die sich heftige Auseinandersetzungen mit den Herstellern liefern.

Genau wie bei Agora Energiewende ist auch Agora Agrar mit grünen Gefolgsleuten besetzt, eine echte Auseinandersetzung über Sinn und Unsinn und vor allem die Kosten findet nicht mehr statt, sondern nur noch: Wie schaffen wir es am schnellsten, die Lebensmittelproduktion zu zerstören und teuer zu machen?

Sie alle haben gemeinsam: Sie wurden nie gewählt, demokratisch nicht legitimiert, aber dennoch wollen sie darüber befinden, was wir zu essen haben sowie ausgebildeten und kompetenten Landwirten vorschreiben, wie sie Ackerbau und Viehzucht betreiben sollen. Betreutes Denken will weismachen, eine Stillegung von fruchtbaren Ackerflächen sei notwendig für »das Klima« und einen »Umbau«. Bereits jetzt werden wichtige Ackerflächen mit Photovoltaikanlagen zugepflastert, damit ist mehr Geld zu verdienen als mit dem mühsamen Anbau von Weizen, Roggen und Kartoffeln.

Eine praktische Folge sieht man bereits: Immer mehr Landwirte geben auf, Ställe leeren sich dramatisch. Der Schweinebestand sinkt – in den letzten zehn sank er um 25 Prozent, die Zahl der schweinehaltenden Betriebe sank sogar um 43 Prozent. Nur wird entgegen aller Politappelle nicht weniger Schweinefleisch gegessen. Es wird einfach importiert.

Grüne Politik sorgt dafür, dass immer mehr importiert werden muss – von Lebensmitteln bis hin zur Elektrizität. Für die Verbraucher steigen die Preise für Lebensmittel – und die meisten können sich keinen Reim darauf machen.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Rezension zum Buch „Demontage des CO2-Betrugs“ des Autors Dr. Markus Ott

von Dr. techn. Konrad Stiglbrunner

Der Klima-Agenda des IPCC und des Weltklimarates liegt die Verherrlichung eines vorindustriellen Zustands zugrunde, der sich durch eine für 1850 gemutmaßte CO2-Atmosphärenkonzentration von 280 ppm und eine globale Mitteltemperatur von 15 °C (die um 33 K über der behaupteten mittleren Temperatur für eine Erde ohne Atmosphärenhülle liegen soll) auszeichnet. Mit der Drohung, andernfalls katastrophale Klimazustände zu riskieren, wird von UNO und vielen nationalen Regierungen eine umfassende Dekarbonisierung menschlichen Lebens gefordert und mit teils totalitären planwirtschaftlichen Maßnahmen erzwungen, die de facto einer Deindustrialisierung und für große Teile der Bevölkerung entwickelter Länder die Rückkehr sowie für Entwicklungsländer der Verbleib in vorindustriellen Armutsverhältnissen bedeutet (vgl. Alex Epstein: „Fossil Future“).

Das Buch Demontage des CO2-Betrugs, liefert – gestützt auf eine Synthese wissenschaftlicher Veröffentlichungen – den Nachweis, dass der CO2-/Treibhausgas-Alarmismus und die Forderung nach Dekarbonisierung inkl. dem Zertifikate-Ablasshandel in doppelter Hinsicht völlig ungerechtfertigt ist und auf Täuschungen beruht.

  1. Argument 1: Weder ist die Entwicklung der CO2-/Klimagas-Konzentration der Erdatmosphäre maßgeblich durch menschliches Handeln bestimmt
  2. Argument 2: Noch spielt der CO2-Gehalt eine klima- bzw. temperaturbestimmende Rolle (geschweige denn eine mit katastrophalen Folgen, die eine ruinöse planwirtschaftliche Rückkehr in vorindustrielle Verelendung rechtfertigen könnte).

Jeder einzelne der beiden Befunde würde schon genügen, um eine anthropogen verursachte Klimakrise (oder gar -katastrophe) ins Land der Mythen zu verweisen und damit der ruinösen planwirtschaftlichen Dekarbonisierung und Deindustrialisierung unmissverständlich ihre „Schein“-Legitimation entziehen.

  • Selbst im Kontext der IPCC-Doktrin, bestünde zwar keine Veranlassung, eine Abkehr von der Nutzung kohlenwasserstoffbasierter Energiequellen zu fordern, wie z.B. Alex Ferguson in seinem „Fossil Future“ treffend vermittelt.
  • Allerdings werden noch so überzeugende Kosten-/Nutzenerwägung und eine auf das Relativieren von behaupteten Gefahren beschränkte Argumentation als subjektive und interessengetriebene Beschwichtigung heruntergespielt, solange der Mythos unwiderlegt bleibt, bei der Klima-Agenda handle es sich um ein naturwissenschaftlich fundiertes Ziel, CO2 sei zurecht als apokalyptischer Klimatreiber in Kritik geraten und Klima“schutz“ durch Dekarbonisierung sei unbedingte Menschenpflicht.
  • Die von Markus Ott für „Demontage des CO2-Betrugs“ gewählten und von ihm zusammengefassten Arbeiten machen unmissverständlich deutlich, dass sich die Widerlegung der IPCC-Doktrin nicht nur auf Korrekturen an Modulen (wie z.B. die genaue Höhe von Klima-Sensitivitäten, das Streiten über frei erfundene Kippunkte und run-away-Risiken, usw.) beschränkt, sondern dass das gesamte Hypothesen- bzw- Mythengebäude der „Klimaschutz“-Armeen fundamental falsch und eine restlose Demontage dieser Bewegung und ihrer Glaubenslehre längst überfällig ist.

In der Öffentlichkeit ist trotz dieser Veröffentlichungen nur einer Minderheit bekannt, dass hinter beiden o.g. Argumenten der Alarmisten Täuschungen und Rechenfehler stecken, sodass man sich ernsthaft fragen muss, welch totalitär-korrumpierte Verhältnisse ermöglicht haben, auf dieser Grundlage ein Zerstörungsprogramm für die Menschheit zu lancieren und eine breite Anhängerschaft dafür gewinnen zu können.

Demontage des CO2-Betrugs“ und die darin zitierten Arbeiten sollen auf große Resonanz stoßen, sodass das vom Autor für die Titelbezeichnung gewählte Ziel tatsächlich bei einer Mehrheit der Bürger erreicht werden kann. Mit der nachfolgenden kurzen Zusammenfassung der Hauptaussagen für die oben geschilderte Doppelargumentation soll sich der Leser dieses Beitrags selbst ein Bild davon machen können, was Otts Buch und seine hierzu vor wenigen Wochen ergänzend veröffentlichte Videoserie vermitteln.

  1. Unbedeutende Rolle menschlicher CO2-Freisetzungen:

Dass IPCC erklärt den gesamten seit Beginn der Industrialisierung verzeichneten Anstieg der CO2-Konzentration von 280 ppm auf 420 ppm zu 100 % als anthropogen verursacht (i.W. durch Nutzung fossiler Energien und Landflächenverbrauch einer auf das Achtfache gestiegenen Erdbevölkerung). Tatsächlich liegt der dem menschlichen Wohlergehen zuzuschreibende Anteil an den jährlichen CO2-Konzentrationszuwächsen allerdings aktuell nur bei etwa 4 % und kumuliert über den Zeitraum seit Beginn der Industrialisierung bei etwa 15 %.

Die Widerlegung der IPCC-Prämisse einer primär menschenbestimmten CO2-Konzentration beruht auf folgenden Korrekturen an den Vorstellungen vom Globalen Kohlenstoffzyklus (wie er jährlich von Earth System Science Data veröffentlicht wird: https://essd.copernicus.org/articles/14/4811/2022):

    1. (Auch) Die vorindustrielle CO2-Konzentration war instabil und nicht auf unter 300 ppm begrenzt:

Dass bis zur Nutzung fossiler Energieträger eine natürliche und über zumindest 800.000 Jahre stabile Balance zwischen CO2-Emissionen und -Absorptionen bestanden und für eine CO2-Konzentration von unter 300 ppm – in den letzten 10.000 Jahren um 280 ppm – gesorgt habe, ist empirisch widerlegt. Wegen der temperaturabhängigen Gleichgewichtssättigung mit den Meeren und der terrestrischen Biosphäre unterliegt die CO2 Konzentration einer klimazyklischen Schwankung, die der Temperaturentwicklung zeitlich hinterherläuft.

    1. Die Absorptionskapazität (CO2-Senken) ist nicht schon durch die „natürlichen“ Kohlenstoffkreisläufe weitgehend erschöpft

Zusätzliche aus fossilen Energieträgern stammende CO2-Emissionen werden nicht erst über eine Verweilzeit von weit über 100 Jahren von Meer und Biosphäre absorbiert. Die Aufnahmeleistung der Photosynthese von Land- u. Meerespflanzen, durch Lösung- und Sedimentierung im Meereswasser, durch Verwitterung von Gestein und ggfs. andere Begleit- und Folgeprozesse gewährleistet, dass die atmosphärische Verweilzeit von CO2 (gleich welchen Ursprungs!) bei einheitlich nur etwa 4 Jahren liegt. (Trotz eines Anstiegs der jährlichen fossilen Emissionen auf inzwischen über 10 Gt C p.a. hat sich die airborne fraction – der jährliche Anstieg der CO2-Konzentration ausgedrückt in % der jährlichen anthropogenen Emissionen – im Bereich von ca. 50 % gehalten und sich nicht deutlich erhöht, was man bei der von ESSD bzw. IPC unterstellten Sättigung der CO2-Senken erwarten müsste.)

Auf Grundlage dieser Korrekturen ergibt sich der aktuelle Anteil der anthropogenen an den gesamten jährlichen CO2-Emissionen zu 4 % und über den gesamten Zeitraum seit Beginn der Industrialisierung zu etwa 15 %. Dies erklärt, dass auch bei stagnierenden fossilen Emissionen fortgesetzt ein stetiger Anstieg des CO2-Konzentrationsverlaufs in Mauna Loa (Keeling Kurve) gemessen wird und auch, dass die globalen lock-downs zu keiner Delle in den Messwerten geführt haben. Die historischen ebenso wie die aktuellen CO2-Verläufe sind nur mit den bekannten physikalisch und biologisch fundierten Emissions-/Absorptionsprozessen von CO2 – gleich welchen Ursprungs – kompatibel; für eine willkürliche Sonderbehandlung von CO2-Emissionen menschlichen Ursprungs lassen die tatsächlichen CO2-Verläufe keinerlei Raum. (vgl. http://hharde.de/#xl_xr_page_climate%20d).

* * *

Die untergeordnete Rolle menschlicher CO2-Freisetzungen wird selbst von vielen Klima-Realisten übersehen und bleibt bei der ruinösen Forderung des Weltklimarats, in den öffentlichen Medien und selbst in vielen (pseudo)wissenschaftlichen Fachpublikationen völlig unberücksichtigt. Aus dem wissenschaftlich unhaltbaren Postulat, die vorindustriellen CO2-Bilanzen seien sakrosankt und alle nachfolgenden Änderungen seien von der Natur nicht gut verdauliche Störungen, hat der Weltklimarat die Forderung nach einer Rückkehr zu geringeren CO2-Konzentrationen abgeleitet, die tatsächlich allerdings gar nicht durch die geforderte Dekarbonisierung menschlichen Lebens maßgeblich beeinflusst werden kann, weil sie dominant durch natürliche Prozesse bestimmt wird.

  1. Die Erde ist kein Treibhaus

Mit der Forderung nach einer Begrenzung der globalen Mitteltemperatur orientiert sich das IPCC auch an einem erfundenen Zustand, stellt einen wissenschaftlich unhaltbaren Zusammenhang zwischen Klimagaskonzentrationen als Treiber der mittleren Erdtemperatur her und begründet damit zudem auch noch das Erfordernis, Kipppunktgefahren Menschheits-bedrohlichen Ausmaßes abzuwenden.

    1. Die Atmosphäre wärmt die Erde nicht:

Die gemäß Strahlenbilanzrechnung nach Stefan-Boltzmann (Albedo-angepasst) berechnete globale Erdmitteltemperatur beträgt 15 °C bzw. 288 K, wenn man sich bei der Kalkulation auf eine im Tag-/Nachtzyklus rotierende jeweils nur halbseitig beschienene Erdkugel (mit tagseitiger Aufheizung und nächtlicher Abkühlung) bezieht.

  • Das IPCC behauptet, dass eine atmosphärenfreie Erde nur eine globale Mitteltemperatur von 255 K bzw. -18 °C hätte. Dass die globale Mitteltemperatur der Erde bei angenehmen 15 °C bzw. 288 K liegt, sei der Atmosphärenhülle und dem ihr zugeschriebenen Treibhauseffekt zu verdanken.
  • Dass das IPCC nur bei 255 K landet, beruht allerdings lediglich auf einer mit physikalischen Gesetzen unverträglich vereinfachten Modellberechnung. Dabei wird unter Ausblendung der Vierfach-Wurzelbeziehung zwischen Temperatur und Strahlungsleistung so getan, als ließe sich allein über Viertelung der Einstrahlungsleistung (gemäß dem Flächenverhältnis von kreisförmiger Einstrahlungsfläche zur 4-fach größeren kugelförmigen Abstrahlungsfläche) auf die sich strahlungsbilanziell einstellende Erdtemperatur zurückschließen. Dass bei einer derartig groben Näherungsrechnung systematisch eine Negativabweichung gegenüber dem tatsächlichen Wert zustande kommen muss, kann nicht überraschen und hat nichts mit einer Treibhauserwärmung durch die Atmosphärenhülle zu tun).
  • Dass die der Erdatmosphäre als Treibhauseffekt zugeschriebene Negativabweichung von 33 K bei zutreffender Berechnungsweise verschwindet, hat Ulrich Weber rechnerischen nachgewiesen. Die Anwendung der Stefan-Boltzmann Formel auf einzelne konzentrische Kreisringe, die in ihrer Summe die bestrahlte Hemisphäre der Erde bilden, ermöglicht die Berücksichtigung der spezifischen von den Einstrahlungswinkeln abhängigen (Albedo-angepassten) Strahlungsleistung, damit die Berechnung der Temperaturverteilung über die hemisphärische Oberfläche und damit der hemisphärischen Mitteltemperatur, die der tatsächlichen Mitteltemperatur der Erde entspricht.

Einem Näherungsfehler eine physikalische Bedeutung zuzuweisen, und darüber katastrophale Klimagefahren heraufzubeschwören, ist ein ziemlich bemerkenswertes Vorgehen.

    1. Der CO2-Gehalt ist nicht temperaturbestimmend:

Die oben unter 1.1. erwähnten historischen Klima-/Temperaturverläufe lassen sich auf die Überlagerung von Klima-Zyklen zurückführen, die keinen Resterklärungsraum für eine klimabestimmende Rolle von CO2 lassen (vgl. z.B. Prof. Horst-Joachim Lüdecke und Dr. Carl-Otto Weiss https://www.horstjoachimluedecke.de/egu-poster). Angesichts des Vorauslaufens der Temperatur- gegenüber der CO2-Entwicklung kann die Verneinung einer bedeutsamen Rolle von anthropogenen CO2-Emissionen für die globale Klima-/Temperaturentwicklung auch erfolgen, ohne (schon) sämtliche Details über alle tatsächlich klimabestimmenden Prozesse und deren detailliertes Zusammenwirken geklärt zu haben.

Dass eine Variation des Anteils von IR-absorbierenden Molekülen in der Atmosphäre klimatisch keine bedeutende Rolle spielt (und erdgeschichtlich gespielt hat), ist auch deshalb plausibel, weil das komplexe Klimasystem der Erde mit seinen vielfältigen stabilisierenden Rückkoppelungs-mechanismen ausgleichend auf Geleichgewichtsstörungen reagiert (vgl. dazu auch 2.4.).

Maßgeblich für das Erdklima sind neben radioaktivem Zerfall und tektonischen Verschiebungen im Erdinneren insbesondere die Energien und Kräfte die von außen in Form von Sonnen- und kosmische Strahlen sowie Magnet- und Gravitationsfeld auf die Erde einwirken. Die planetaren Konstellationen, orbitalen Parameter (inkl. Magnetpolwanderung) und die Sonnenaktivität modulieren ihre Wirkungsdynamik, die ihrerseits die Prozesse in Atmo-, Hydro-, Bio- und Geosphäre bestimmt und sich in Form von Tidenbewegung, Wind- und Ozeanströmungen, Wolken- und Aerosolbildung, Eisschmelze und Vegetationsveränderungen sowie anderen physikalische, chemische und biologische Begleitprozessen manifestieren (inklusive der damit einhergehenden Veränderung der Albedo).

Die Überlagerung der gesetzmäßigen mit stochastisch einzelereignis-bestimmten Vorgängen (wie Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Hurrikane, Großbrände, Tsunamis oder menschliche Einwirkungen) erzeugt ein komplexes vieldimensional reguliertes und über vielfältige Rückkoppelungsmechanismen stabilisiertes Gesamtsystem, dessen Entwicklung sich nur eingeschränkt nachvollziehen oder gar prognostisch modellieren lässt – schon gar nicht über den Anteil IR-absorbierender Moleküle an der Erdatmosphäre. Die Behauptung, die Regulierung der IR-absorbierenden Moleküle in der Atmosphäre könne das Erdklima stabilisieren, ist ebenso lächerlich, wie die Behauptung, dass die „Klimawissenschaftlichen“ Fragen geklärt seien und Klimaschutz das dringendste Erfordernis für das Überleben und Wohlergehen der Menschheit sei.

    1. Spektroskopische IR-Absorption bewirkt keine thermisch relevante Rückstrahlung:

In erdnahen Schichten wird die absorbierte IR-Energie durch Konvektion abgeführt und Rückstrahlung aus weiter entfernten Schichten wird bereits bei vorindustriellen CO2-Konzentrationen spektroskopisch blockiert.

  • Erdnah erfolgt eine Strahlungs-/Rückstrahlungsfreie Ableitung absorbierter IR-Energie

Aufgrund der erdnah hohen Atmosphärendichte spielt eine Behinderung der Wärmeabstrahlung durch die von IR-aktiven Molekülen wie CO2 bewirkte spektroskopische Absorption von Infrarot-Wärmestrahlen für die Erdtemperatur keine bestimmende Rolle. Die Dichte-bedingt hohe Zahl der Molekülkollisionen (1010 je Sekunde und Molekül) bewirkt eine strahlungsfreie (und damit auch Rückstrahlungs-freie) Deaktivierung der IR-angeregten Treibhausgasmoleküle, da sie nicht genügend Zeit haben, die absorbierte Infrarotstrahlung anders als über Thermalisierung und Konvektion abzugeben. Die IPCC-Hypothese einer Rückstrahlungs-bestimmten Erdtemperatur ist mit diesem Befund unvereinbar. (Dass thermische Leistungsabfuhr erdnah bzw. bei erdnahem Atmosphärendruck nicht durch Wärmestrahlung, sondern durch Leitung und Konvektion erfolgt, hat auch Dr. Tom Shula mit einem Pirani Transmissionsmeßgerät experimentell nachgewiesen:

 

https://wattsupwiththat.com/2023/04/18/a-novel-perspective-on-the-greenhouse-effect.)

  • Für erdfernere Höhenlagen ist das spektroskopische Fenster schon bei sehr geringen CO2-Konzentrationen geschlossen

Das spektroskopische Fenster für Infrarotstrahlung in dem für CO2 relevanten Wellenlängenbereich um 15 μm ist schon bei 280 ppm CO2-Gehalt sättigungsbedingt so weitgehend geschlossen, dass Strahlung-/Rückstrahlung dieses Wellenbereichs nur noch eine Schicht von wenigen Metern zu durchdringen vermag. Konkret hat Dr. Heinz Hug das beispielhaft für Luft mit 357 ppm CO2 und 2,6 % Wasser nachgewiesen. Nach 10 m Strahlungsweg sind schon 99,4 % der 15μm -IR-Strahlung absorbiert.

    1. Das multidimensionale Klimasystem ist stabil und Kipppunkt-resistent

Mit der obigen Widerlegung des erdatmosphärischen Treibhauseffekts hat sich die Frage nach der Größe von Klimasensitivitäten als Begleitfolgen einer CO2-bedingten spektroskopischer Erwärmung im Kontext menschengemachten Klimawandels schon erledigt. °)

Soweit man auf Begleitfolgen von Erwärmungen im Allgemeinen – gleich welcher Verursachung – abstellt, ist allerdings doch auch noch bemerkenswert, dass man beim Klimasystem viel eher mit negativen als mit positiven Rückkoppelungen rechnen muss (z.B. dem von Prof. Richard Lindzen et al nachgewiesenen Iris-Gegenkoppelungs-Effekt durch Wolkenbildung). Die Vorstellung einer kipppunktartig ausgelöst explosiv sich selbst verstärkenden Zerstörung der Lebensbedingungen auf unserem Planeten ist eine Illusion. Prof. Richard Lindzen verweist darauf, dass das Erdklima ein multidimensionales Gleichgewichtsystem ist, das von vielen gegenläufigen Ausgleichsprozessen über Jahrtausende erdgeschichtlicher Entwicklung hinweg in erstaunlich großer Balance gehalten wird. Wenn sich eine Einflussgröße verändert, reagiert das System mit vielfältigen Folgeprozessen, die die eingetretene Veränderung über negative Rückkoppelungen ausgleichen.

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°) Hinsichtlich Klimasensitivitäten haben Christopher Monckton et al im Übrigen auf einen Fehler in der Berechnungsweise des IPCC hingewiesen. Das IPCC ermittelt Temperaturänderungen (z.B. 2 K) als Differenzbetrag gegenüber dem behaupteten vorindustriellen Temperaturwert (von 288 K) und setzt diese Zusatzänderung ins Verhältnis zu den 33 K angeblich schon vorindustriell eingetretener TH-Erwärmung gegenüber der behaupteten Erdtemperatur ohne THE (255 K). Ihr Bezugswert für die Fehlerfortpflanzungsrechnung wäre dann für den genannten Beispielfall 2/33.

Korrekt gerechnet müsste aber auf die gesamte Temperaturdifferenz gegenüber dem Wert ohne THE von angeblich 255 K abgestellt werden. Für die Temperaturänderung bedeutet das, dass die schon vorindustriell bestandene Abweichung von 33 K im Abweichungswert mit zu berücksichtigen ist (33 + 2 = 35 K) und diese auf den Ausgangswert von 255 K zu beziehen ist. Der korrekt ermittelte Bezugswert für die Fehlerfortpflanzungsrechnung läge dann bei 35/255.

Wenn man die korrekte Berechnung des THE gemäß Ziffer 2.1. berücksichtigt, dann ergäbe sich für die Berechnungsweise des IPCC ein undefinierter Fehlerfortpflanzungswert von 0/0 und für die korrekte Berechnungsweise ein Wert von 2/288.

* * *

Oft erschöpft sich auch bei Klimarealisten die Zurückweisung des Treibhaus-Alarmismus mit Korrekturen an Klimasensitivitäten. Dass die Atmosphärenhülle keinen Treibhauseffekt mit dem ihr fälschlich zugewiesenem Erwärmungseffekt um 33 K liefert, ist ebenso wie die praktische Bedeutungslosigkeit atmosphärischer Rückstrahlung für die globale Mitteltemperatur der Erde unter vielen Klimarealisten nicht bekannt oder anerkannt und ganz gewiss nicht in der breiten Öffentlichkeit.

* * *

Markus Ott ist zu danken, dass er mit „Demontage des CO2-Betrugs“ über eine der größten und wirtschaftlich folgenschwersten Täuschungen aufklärt und auf die einschlägigen Veröffentlichungen aufmerksam macht, deren verbreitete Kenntnis der ruinösen Dekarbonisierung ein Ende bereiten könnte.

Demontage des CO2-Betrugs“ ist am 16.06.2021 als Buch mit

  • ISBN-10 ‏ : ‎ 1291028625
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-1291028621

erschienen.

Im März 2023 wurde das Buch zusätzlich Gegenstand einer auf Tom Nelsons youtube-Kanal veröffentlichten neunteiligen video-Serie, sodass wesentliche Teile daraus dort nun auch audiovisuell unter dem Titel „PhD author Markus Ott: “Dismantling The CO2 Hoax” verfügbar sind.

https://www.youtube.com/playlist?list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7

Unter nachfolgendem link hat Dr. Markus Ott dort auch einen download der englischsprachigen Übersetzung seines Buchs als pdf-Dokument ermöglicht: https://tomn.substack.com/p/dismantling-the-co2-hoax

PS: die hellblauen Ausführungen sind Ergänzungen zum Buch, die dort nicht behandelt sind.

Anlage:

Im März 2023 wurde das Buch zusätzlich Gegenstand einer auf Tom Nelsons youtube-Kanal veröffentlichten neunteiligen video-Serie, sodass wesentliche Teile daraus dort nun auch audiovisuell unter dem Titel „PhD author Markus Ott: “Dismantling The CO2 Hoax” verfügbar sind.

https://www.youtube.com/playlist?list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7

Unter nachfolgendem link hat Dr. Markus Ott auch einen download der englischsprachigen Übersetzung seines Buchs als pdf-Dokument ermöglicht: https://tomn.substack.com/p/dismantling-the-co2-hoax

  1. Im Video vom 05.03.2023 „Dismantling the CO2 Hoax“ stellt Dr. Markus Ott sich und sein Buch vor, ehe er (schon im Vorgriff auf die Videos 2 bis 5) die vom IPCC- und Klima-Alarmisten behauptete kausale Kette von anthropogenen Emissionen über den CO2-Gehalt der Atmosphäre bis zur Erderwärmung zurückweist. Insbesondere geht es hier dann um Höhe und Ursache der CO2-Entwicklung

https://www.youtube.com/watch?v=ahKajudPhzM&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=1&pp=iAQB

  1. Im zweiten Video vom 05.03.2023 „Ten minutes on CO2 proxies“ wird dazu nochmals vertiefend erläutert, warum IPCC´s Eisbohrkernanalysen die CO2-Geschichte verfälschen.

https://www.youtube.com/watch?v=Z8sG-AU52TU&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=3&pp=iAQB

  1. Im Video vom 08.03.2023 „Did humans cause recent CO2 rise“ fasst Markus Ott Prof. Murry Salby´s Widerlegung der vom IPCC behaupteten Rolle anthropogener CO2 Emissionen für den CO2-Gehalt der Atmosphäre zusammen.

https://www.youtube.com/watch?v=AGfXl8ewve8&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=2&pp=iAQB

  1. Im Video vom 13.03.2023 „Temperature rise causes CO2 rise“ wird gezeigt, dass die Temperatur- der CO2-Entwicklung zeitlich vorausgeht.

https://www.youtube.com/watch?v=v_LWTjsE5so&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=7&pp=iAQB

  1. Im Video vom 19.03.2023 „What warms the oceans“ erklärt er, warum die von der Wolkenbedeckung abhängige Sonneneinstrahlung und nicht die Erdatmosphäre die dominante Rolle für die Erwärmung der Ozeane spielt.

https://www.youtube.com/watch?v=m9PCgCGo17w&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=4&pp=iAQB

  1. Im Video vom 26.03.2023 „Questioning the Green House Effect” wird die offizielle IPCC-Berechnungsweise für den (fälschlich) als so bedeutsam erklärten Treibhauseffekt THE erläutert.

https://www.youtube.com/watch?v=Bj6ORbRBZ2s&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=6&pp=iAQB

  1. Im Video vom 03.04.2023 „Atmospheric greenhouse effect ~ 0“ zeigt, dass der Unterschied zwischen der berechneten und der tatsächlichen globalen Durchschnittstemperatur bei korrekter Berechnung verschwindet. Damit wird klargestellt, dass es sich bei der angegebenen GHE im Wesentlichen nur um einen Näherungsfehler ohne physikalische Bedeutung handelt.

https://www.youtube.com/watch?v=JXKHfL55G2A&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=5&pp=iAQB

  1. Das Video vom 14.04.2023 „Saturation of the CO2-IR-Absorption“ dass die CO2-Konzentration das spektroskopische Fenster bereits soweit geschlossen hat, dass nur noch wenig Raum für die Entstehung zusätzlicher IR-Rückstrahlung bleibt (im hinreichend entfernter Bereich, in dem Rückstrahlung auftreten kann). Eine Verdoppelung des atmosphärischen CO2-Gehalts kann keine nennenswerte spektroskopische Zusatzblockade der Infrarotabstrahlung bewirken.
  • Die spektroskopisch mit einer Restsättigung der Flanken des 15 μm-Spektralbereichs begründbare zusätzliche Wärme-(IR-)strahlungs-Absorption ist schon (bei 357 ppm CO2 und bei einer Luftschichtdicke von nur 10 m) zu 99,94 % ausgeschöpft. Im 9. Video wird dann erläutert, dass auch in erdnahen Lagen keine zusätzliche Rückstrahlung mehr erfolgen kann, weil sie dort grundsätzlich nicht in Frage gekommt.
  • Auch die vom IPCC für CO2-Verdoppelung unterstellte 1,2 %-ige Steigerung der Wärmerückstrahlung (von 320 auf 324 W/m²), würde im Übrigen nur einer Temperaturerhöhung um 0,7°C entsprechen (von 15 auf 15,7 °C) – diese wird dann allerdings mit einer fälschlich postulierten (und zudem falsch berechneten) Verstärkungs- (statt Minderungs-)-Effekt auf 1,5 °C bis 4,5 °C hochgerechnet.
  • Tatsächlich zeigen experimentelle Befunde negative nicht positive feedbacks (vgl. Wasserdampf-bedingte Wolkenbildung – Iris-Effekt), sodass sich statt der 0,7 °C eine Temperaturerhöhung um 0,2 °C ergäbe.

https://www.youtube.com/watch?v=CrMGTkPADFw&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=8&pp=iAQB

  1. Im Video vom 21.04.2023 „Convection and Thermalisation kills the Greenhouse Effect“ wird rechnerisch nachgewiesen, dass die Wärmerückstrahlung von infrarot-angeregten CO2/Klimagas-Molekülen aus erdnahen Atmosphärenschichten durch Thermalisierung und Konvektion schon im Keim verhindert wird.

https://www.youtube.com/watch?v=RbNNhLqhWPg&list=PL89cj_OtPeenkOm6CMmDLxO1SXONul2c7&index=9&pp=iAQB

 




Das IPCC als Politorchester

Die Politisierung des hierzulande „Weltklimarat“ genannten UN-Gremiums schreitet scheinbar unaufhaltsam voran. Es wird Zeit, sich zwischen Wissenschaftsberatung und Klima-Aktivismus zu entscheiden. Beides zusammen geht nicht.

Von Roger Pielke Jr.

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wurde vor mehr als 35 Jahren als wissenschaftlicher Bewertungsprozess gegründet. Wissenschaftliche Bewertungen sind in vielen Bereichen von entscheidender Bedeutung, um politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit dabei zu helfen, herauszufinden, was bekannt ist, was unsicher ist und wo es Anfechtungen, Ungewissheiten und grundlegende Unkenntnis gibt. Solche Bewertungen können uns auch dabei helfen, politische Optionen und Erwartungen zu verstehen, wie verschiedene Entscheidungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen könnten.

Regelmäßige Leser von The Honest Broker werden wissen, dass ich die jüngste Sechste Bewertung des IPCC (AR6) wegen einer inakzeptablen Anzahl von Fehlern und Auslassungen in meinen Fachgebieten sowie wegen des übermäßigen Rückgriffs auf die extremsten Klimaszenarien kritisiert habe. Heute werfe ich einen Blick auf die selbsterklärte politische Agenda des IPCC und behaupte, dass sich die Institution an einer Weggabelung befindet.

Bevor ich fortfahre, möchte ich klarstellen, was ich meine, wenn ich von „dem IPCC“ spreche. In gewissem Sinne gibt es so etwas wie „den IPCC“ eigentlich nicht. Der Bewertungsprozess der Organisation umfasst viele Hunderte von Personen, die in drei Arbeitsgruppen an der Erstellung von Dutzenden von Kapiteln zu einer Vielzahl von Themen arbeiten. Die Arbeitsgruppen sind weitgehend unabhängig voneinander, und selbst Kapitel innerhalb derselben Arbeitsgruppe können weitgehend unabhängig von anderen Kapiteln verfasst werden.

In einem anderen Sinne gibt es tatsächlich so etwas wie den IPCC – genauer gesagt, seine Führung und die engagiertesten Teilnehmer. Diese Kernteilnehmer stellen eine Art Klima-In-Group dar, die ein gemeinsames Ziel verfolgt und sich einer gemeinsamen politischen Agenda verpflichtet fühlt. Für einige Personen dreht sich ihre gesamte Karriere um den IPCC. Diese Kernteilnehmer haben eine gemeinsame politische Agenda, die in den Berichten in unterschiedlichem Maße zum Ausdruck kommt.

Was ist also die politische Agenda der IPCC-Innengruppe? Umwälzende Veränderungen („Transformational Change“) Als der IPCC im März seinen Synthesebericht veröffentlichte, kündigte er an:

„Wenn jetzt die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, könnte dies zu einem tiefgreifenden Wandel führen, der für eine nachhaltige und gerechte Welt unerlässlich ist.“

Es wäre leicht, diesen Satz als beratungsähnliche und leere Worthülsen abzutun. Aber der Begriff des „transformativen Wandels“ ist in der wissenschaftlichen Literatur zum Thema Klima weit verbreitet, und der IPCC definiert klar, was er mit „transformativem Wandel“ meint. In seinem Bericht AR6 der Arbeitsgruppe 3 erklärt der IPCC, dass Transformation mehr beinhaltet als nur den Übergang von einer Art von Technologie zu einer anderen (Hervorhebung hinzugefügt):

„Während es sich bei Übergängen um ‚Prozesse handelt, die Entwicklungspfade verschieben und Energie-, Verkehrs-, Stadt- und andere Teilsysteme neu ausrichten‘ (Loorbach et al. 2017) (Kapitel 16), ist Transformation die daraus resultierende ‚grundlegende Reorganisation großräumiger sozioökonomischer Systeme‘ (Hölscher et al. 2018). Eine solche grundlegende Reorganisation erfordert oft dynamische, mehrstufige Übergangsprozesse, die alles verändern, von der öffentlichen Politik und den vorherrschenden Technologien über individuelle Lebensstile und soziale Normen bis hin zu Governance-Arrangements und Institutionen der politischen Wirtschaft“

Transformationeller Wandel bedeutet, dass sich alles verändert.

Welche Beispiele gibt es für diese Art von Veränderungen? Der IPCC sieht „das Potenzial für positive Zyklen individueller und umfassenderer gesellschaftlicher Veränderungen, die letztlich dem Klima zugute kommen“.

Der IPCC fährt fort:

Der Ausgangspunkt für diesen positiven Kreislauf sind innere Übergänge. Innere Übergänge treten innerhalb von Individuen, Organisationen und sogar größeren Rechtssystemen auf, die Überzeugungen und Handlungen in Bezug auf den Klimawandel verändern (Woiwode et al. 2021). Ein innerer Übergang innerhalb eines Individuums (siehe z.B. Parodi und Tamm 2018) beinhaltet typischerweise, dass eine Person ein tieferes Gefühl des Friedens und die Bereitschaft, anderen zu helfen, sowie den Schutz des Klimas und des Planeten erlangt…“

Was sind Beispiele für solche „inneren Übergänge“? Der IPCC erklärt:

„Beispiele wurden auch in Bezug auf eine ähnliche Reihe innerer Übergänge bei Einzelpersonen, Organisationen und Gesellschaften gesehen, die die Annahme von Post-Development, Degrowth oder nicht-materiellen Werten beinhalten, die kohlenstoffintensive Lebensstile und Entwicklungsmodelle in Frage stellen….“

Der IPCC erörtert die Bedeutung von „Degrowth“ [Schrumpfung statt Wachstum, Anm. d. Red.] für seine Vision der Transformation in seinem Bericht der Arbeitsgruppe 2 des AR6:

„Verbrauchsreduzierungen, sowohl freiwillig als auch politisch induziert, können positive und doppelte Effekte auf die Effizienz sowie auf die Reduzierung des Energie- und Materialverbrauchs haben … ein kohlenstoffarmer Übergang in Verbindung mit sozialer Nachhaltigkeit ist möglich, auch ohne Wirtschaftswachstum (Kallis et al. 2012; Jackson und Victor 2016; Stuart et al. 2017; Chapman und Fraser 2019; D’Alessandro et al. 2019; Gabriel und Bond 2019; Huang et al. 2019; Victor 2019). Solche Degrowth-Pfade können entscheidend sein, wenn es darum geht, die technische Machbarkeit von Klimaschutzmaßnahmen mit sozialen Entwicklungszielen zu verbinden (Hickel et al. 2021; Keyßer und Lenzen 2021)“.

Diese Ansichten sind zweifellos legitim und aufrichtig vertreten. Aber ich bezweifle ernsthaft, dass eine Klimaagenda, die darauf abzielt, alles zu verändern, und die sich auf innere Übergänge zur Unterstützung von Degrowth stützt, in Peoria oder anderswo sehr weit kommen wird. Ganz allgemein gefragt: Warum werden sie zur Erstellung einer wissenschaftlichen Bewertung herangezogen?

Ich bin bei weitem nicht der Erste, der feststellt, dass der IPCC eine politische Agenda verfolgt, die sich auf den Wandel konzentriert. In einem Artikel aus dem Jahr 2022 erklären Lidskog und Sundqvist:

„Transformation ist zu einem Schlagwort in wissenschaftlichen und politischen Diskursen geworden, in denen der „transformative Wandel“ als Lösung für viele schwerwiegende Umweltprobleme angepriesen wird. Expertenorganisationen wie der IPCC und IPBES haben betont, dass transformative Veränderungen notwendig sind, um die ökologischen Herausforderungen zu bewältigen (IPCC, 2018IPBES, 2019) … Obwohl der transformative Wandel als Weg in die Zukunft und als unumstrittenes Ziel angesehen wird – es ist schwierig, jemanden zu finden, der ihm kritisch gegenübersteht – ist seine Bedeutung dennoch unklar.“

Die Annahme des transformativen Wandels als übergeordnetes politisches Ziel im IPCC AR6 (und im IPCC 1.5-Bericht davor) stellt eine Abkehr von der politisch neutraleren Verwendung des Begriffs im Fünften Sachstandsbericht (AR5) des IPCC dar. Im AR5 von 2014 wurde der Begriff „Transformationspfade“ verwendet, um auf technologische Alternativen zur Minderung des Klimawandels hinzuweisen, und nicht, um zu fordern, dass sich alles in der Gesellschaft ändern muss:

„Die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen (THG) auf einem beliebigen Niveau erfordert eine tiefgreifende Reduzierung der THG-Emissionen. Insbesondere die globalen Netto-CO2-Emissionen müssen schließlich auf oder unter Null gebracht werden. Emissionssenkungen dieser Größenordnung erfordern weitreichende Veränderungen in der menschlichen Gesellschaft, von der Art und Weise, wie wir Energie erzeugen und verbrauchen, bis hin zur Nutzung der Landoberfläche. Je ehrgeiziger das Stabilisierungsziel ist, desto schneller muss dieser Wandel vonstatten gehen. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, wie der Transformationspfad zur Stabilisierung aussehen wird, d.h. wie wir von hier nach dort gelangen können“.

Der IPCC AR5 räumte ein, dass es viele Wege gibt, die Anhäufung von Treibhausgasen (THG) in der Atmosphäre anzugehen:

„Es gibt keinen einzigen Weg zur Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen auf irgendeinem Niveau. Stattdessen wird in der Literatur eine breite Palette von Transformationspfaden beschrieben. Welcher Weg eingeschlagen wird, hängt von den Entscheidungen ab“. 

Diese expansive Sicht der politischen Möglichkeiten ist weit entfernt von „Prozessen, die alles verändern“ und einem „sich vertiefenden Gefühl des Friedens“. Die IPCC-Berichte AR5 und AR6 wurden zu Recht dafür kritisiert, dass sie nicht eine größere Anzahl von Möglichkeiten zur Abschwächung des Klimawandels (insbesondere Gerechtigkeit) in Betracht gezogen haben, was ebenfalls eine politische Ausrichtung widerspiegelt.

Der IPCC – oder genauer gesagt, einflussreiche Teile des IPCC – scheint von einer Gruppe mit gemeinsamen politischen Ansichten in Bezug auf das Klima vereinnahmt worden zu sein. Diese Ansichten umfassen Konzepte wie Degrowth und planetarische Grenzen und stellen die Klimapolitik auf den Kopf, so dass der Zweck zum Mittel wird.

Der transformatorische Wandel betrachtet die Klimapolitik als einen Hebel, mit dem sich „alles verändern“ lässt. Die geäußerte Notwendigkeit solch tiefgreifender Veränderungen in der gesamten Gesellschaft beruht auf einer beängstigenden, ja apokalyptischen Zukunftsperspektive. Wie der Leiter des IPCC im März anmahnte, unterstreicht der IPCC „die Dringlichkeit ehrgeizigerer Maßnahmen und zeigt, dass wir, wenn wir jetzt handeln, immer noch eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft für alle sichern können.“

Die politische Agenda des IPCC liest sich, als sei sie von wohlhabenden amerikanischen und europäischen Akademikern entwickelt worden. Die Milliarden von Menschen auf der Welt, denen es an Energiedienstleistungen oder ausreichender Nahrung mangelt, würden eine Agenda des Wandels wahrscheinlich begrüßen. Stattdessen legt der IPCC den Schwerpunkt auf Veränderungen im Lebensstil der einfachen Menschen in den reichen Ländern, wie der jüngste Synthesebericht erklärt: „Viele Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels würden sich durch geringere Luftverschmutzung, aktive Mobilität (z.B. zu Fuß gehen, Radfahren) und eine Umstellung auf nachhaltige, gesunde Ernährung positiv auf die Gesundheit auswirken.“

Ich habe wenig Zweifel daran, dass viele, die am IPCC AR6 mitgearbeitet haben, diesen Beitrag lesen und sagen werden: „Hmmm, davon habe ich nichts gesehen“, andere werden sagen: „Ja, das ist unsere Agenda, na und?“ und wieder andere werden sagen: „Ich habe eine andere politische oder berufliche Agenda, die ich in den Bericht eingefügt habe.“ Außerdem kann man sicherlich in die fast 10.000 Seiten des AR6-Berichts eintauchen und selektiv ein anderes politisches Narrativ konstruieren. Ich behaupte jedoch, dass der „transformative Wandel“ das ist, was im Jargon der symbolischen Politik als „Mastersymbol“ bezeichnet wird – die dominante politische Rahmung des AR6.

Der IPCC hat sich eindeutig von seiner Rolle als wissenschaftliches Gremium entfernt und ist nun viel stärker in der politischen Interessenvertretung engagiert. Der Versuch, gleichzeitig eine Bewertung vorzunehmen und für die Sache einzutreten, ist nie eine gute Idee. Ich stelle die These auf, dass die politische Agenda des IPCC, die auf einen tiefgreifenden Wandel abzielt, mehr als nur eine kleine Rolle spielt, da sie sich hartnäckig auf unplausible Extremszenarien stützt und zahlreiche Fehler und Auslassungen in Bezug auf die Wissenschaft von extremen Wetterereignissen und Katastrophen enthält – beides trägt dazu bei, die Forderung nach einem dringenden und groß angelegten gesellschaftlichen Wandel zu unterstreichen.

Der IPCC befindet sich an einer Weggabelung und sollte reformiert werden. Er muss entweder als vertrauenswürdiges wissenschaftliches Gremium agieren oder alternativ seine derzeitige Rolle als Umweltorganisation, die auf einen tiefgreifenden Wandel drängt, in vollem Umfang wahrnehmen. Es gibt keinen Mittelweg.

 

Roger A. Pielke Jr. ist ein amerikanischer Professor im Environmental Studies Program und Fellow des Cooperative Institute for Research in Environmental Sciences in Boulder, Colorado. Dieser Beitrag erschien zuerst auf seinem Blog „The Honest Broker“.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 




Kernenergie in Frankreich: Präsident Macron laviert noch immer

Edgar L. Gärtner

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat in letzter Zeit wiederholt versucht, in der Energie- und Klimapolitik gegenüber dem aktivistischen Overkill der gegenwärtigen EU-Kommission „Zeichen“ zu setzen (wie man so schön sagt), indem er eine „regulatorische Pause“ forderte und potentielle Groß-Investoren mit dem Ziel einer „Reindustrialisierung“ Frankreichs zu pompösen Treffen im Pariser Elysée-Palast und im Schloss von Versailles einlud. Während die Initiativen Macrons in den deutschen Mainstream-Medien kaum erwähnt wurden, sahen nicht nur anglo-amerikanische, sondern auch (staatlich subventionierte) französische Mainstream-Medien darin eine grundsätzliche Infragestellung der „Klimapolitik“ der EU (so Laszlo Trankovits am 17. Mai in „Tichys Einblick“).

Dieser Eindruck wird verstärkt durch die offenbar von Frankreich im Verein mit einer „Atom-Allianz“ mitteleuropäischer Staaten jüngst organisierte Blockade der Abstimmung über die Umsetzung des „Green Deal“ der EU in der Energiepolitik. Die Delegierten des Europaparlaments und der EU-Ministerrat hatten sich Ende März 2023 darauf geeinigt, dass bis zum Jahre 2030 42,5 Prozent und bis zum Jahre 2035 60 Prozent der in der EU eingesetzten Energie aus „erneuerbaren“ Quellen, d.h. Wind-, Solar- und Wasserkraft stammen müssen. Frankreich konnte nicht durchsetzen, dass die Kernkraft im Rahmen der EU-offiziellen Taxonomie generell als „grün“ eingestuft wurde. Nun geht es der französischen Regierung darum, wenigstens sicher zu stellen, dass der mithilfe der Kernenergie vergleichsweise günstig erzeugte Wasserstoff weiterhin in der Industrie verwendet werden kann. (Dabei steht außer Frage, dass Wasserstoff wegen der ungünstigen Energiebilanz seiner Herstellung kaum als universeller Energieträger geeignet ist.)

In der vorigen Woche haben sich Vertreter der 16 zur „Atom-Allianz“ gehörenden EU-Mitgliedsstaaten (plus als Gastland das Vereinigte Königreich) auf Einladung Emmanuel Macrons und der französischen Regierung in Paris getroffen und dort eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Darin erhoffen sie sich die Schaffung von 450.000 Arbeitsplätzen durch den Bau neuer Kernkraftwerke und einen Beitrag von 92 Milliarden Euro zum europäischen Bruttoinlandsprodukt. Allein in Frankreich steht der Bau von sechs Kernkraftwerken vom Typ EPR2 an. Die französische Nationalversammlung ebnete vor kurzem der Umsetzung des von Präsident Macron schon im vergangenen Jahr angekündigten Vorhabens den Weg, indem sie einer Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für neue Kernkraftwerke zustimmte.

Dennoch zweifeln viele französische Befürworter der Kernkraft an Macrons Durchsetzungswillen. Michel Gay fragt im liberalen Online-Magazin „Contrepoints“ warum Macron der vorzeitigen Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim zugestimmt hat. Dafür gebe es keine technischen, sondern höchstwahrscheinlich nur obskure politische Gründe. Hier zeigt sich Macrons Argumentations-Stil. (Ich spreche hier nicht von Kommunikation.) Immer wenn er etwas Richtiges verkündet, folgt fast im gleichen Atemzug das Gegenteil. Lange (zu lange?) ist Macron mit seinem verbalen Versuch, gleichzeitig („en même temps“) beide Seiten der politischen Auseinandersetzung zu bedienen, bei seinen Anhängern und Wählern einigermaßen durchgekommen. Deshalb weicht Macron auch bei den mehr oder weniger pompösen Treffen mit potenziellen ausländischen Investoren (allen voran Elon Musk) unter dem Motto „Choose France“ wie jüngst im Schloss Versailles nicht von dieser Zweigleisigkeit bzw. Doppelzüngigkeit ab. Über allem steht das politisch-korrekte Bekenntnis zur „Dekarbonisierung“ – vielleicht verbunden mit dem diskreten Hinweis, dass diese in Frankreich (dank der Kernenergie) preisgünstiger zu haben ist als anderswo. Aber er hütet sich vor einem klaren Bekenntnis zum Ausbau der Kernenergie. Vielleicht rührt das daher, dass die größten Vermögensverwalter der Welt wie BlackRock, Vanguard, State Street und andere noch immer nicht bereit sind, den angekündigten Bau neuer Kernkraftwerke zu finanzieren.

In den französischen Staatsmedien und den staatlich subventionierten Privatmedien dominiert aktuell Klima-Angst-Propaganda der übelsten Sorte. Jede Laune des Wetters wie die Trockenheit im Süden des Landes oder die Überschwemmungen in Norditalien oder auch die anschwellende Zahl illegaler Einwanderer wird mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um 4 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts gilt als feste Größe. Bei der Frage, wie diese Entwicklung zu bremsen sei, überwiegen Antworten, die uns bekannt vorkommen: Einbau von Wärmepumpen anstelle von Öl- und Gasheizungen, Bau von noch mehr Windrädern und Photovoltaik-Anlagen, Verzicht auf Fleischkonsum usw. Gerade hat der französische Rechnungshof gefordert, Frankreich müsse die Zahl seiner Weiderinder drastisch senken und stattdessen mehr Kunstfleisch auf der Basis von Zellkulturen produzieren, um die Freisetzung des „Treibhausgases“ Methan zu reduzieren. (Bis jetzt ist der „ökologische Fußabdruck“ von Kunstfleisch allerdings noch größer als der von extensiv gehaltenen Weiderindern.)

Der bekannte liberale Ökonom Jacques Garello, emeritierter Professor der Universität von Aix-en-Provence, ist hingegen überzeugt, dass das größte Hindernis für Investitionen in Frankreich die nach wie vor überbordende Bürokratie ist. Diese sei auch dafür verantwortlich, dass Jahr für Jahr die am besten Ausgebildeten Frankreich den Rücken kehren.

 




Das gescheiterte ZDF Tribunal – oder Markus Lanz und seine willigen Vollstrecker

Markus Lanz machte jüngst eine Sendung über den Klimawandel. Doch statt um das Thema, ging es vor allem darum, den AfD-Politiker Steffen Kotré mit zweifelhaften Methoden vorzuführen. Für die AfD dürfte der Auftritt ein gefundenes Fressen sein.

 MATHIAS BRODKORB in CICERO. (hier)

Von Michael Limburg

Mit ihrer desaströsen Politik richtet die Ampel Deutschland zugrunde. Das findet nicht nur die AfD, sondern das meinen auch immer mehr Bewohner dieses Landes, und, weil dies nicht mehr unter den Teppich zu kehren ist, fangen sogar die Vertreter der zugrunde liegenden Merkelpolitik an, dies nicht nur zu merken, sondern sogar öffentlich auszusprechen wagen. Wie bspw. Carsten Linnemann (hier). Und als Folge davon wächst der Zuspruch zur AfD, fast unaufhaltsam, auf jeden Fall aber gleichmäßig auf jetzt 18 %.

Das war wohl für das ZDF und seinen Talkstar Markus Lanz Anlass genug, das selbst auferlegte AfD Ausgrenzungsgebot zu durchbrechen und einen leibhaftigen AfD Mann, den Abgeordneten im Deutschen Bundestag Steffen Kotré, energiepolitischer Sprecher seiner Fraktion, einzuladen, um ihn dann dort, zumindest es zu versuchen, nach allen Regeln der Demagogie und Propaganda und vor einem Millionenpublikum[1] nieder zu machen. Denn, so vermutlich die Hoffnung, gelänge es ihn als Stümper, gar als Trottel aussehen zu lassen, dann wäre evtl. ein erster Schritt zu neuen Einhegung der AfD und ihres Zurückdrängens in Richtung unter 10 %, also politischer Bedeutungslosigkeit getan. Obwohl die wahlmäßig bedeutsamste Gruppe, die der 14-49 jährigen, nur lausige 250.000 Zuschauer aufbot, die waren wohl längst im Bett, war die Gesamtzahl der Zuschauer mit knapp 1,8 Millionen durchaus bemerkenswert.

Also gedacht getan, Herr Kotré wurde eingeladen. Nach eigenem Bekunden des „Moderators“ fiel die Wahl auf ihn, weil er in einem aufsehenerregenden Interview, das im russischen Fernsehen lief, den Leibhaftigen selber, den dortigen Fernsehkommentator und auch Moderator Solowjew interviewt hatte. Doch das allein durfte es nicht sein, denn es ist ja schließlich kein Geheimnis, dass weite Teile des Volkes und natürlich der AfD sich durchaus Verhandlungen mit Putin vorstellen können, um die Friedensdiplomatie in Gang zu bringen, denn außenpolitisch ist Steffen Kotré ja gar nicht zuständig. Daher musste ein Thema gefunden werden (zur Vorgeschichte hier), warum man ihn, den energiepolitischen Sprecher der AfD Fraktion, zur Diskussion wollte. Ihn nur wegen seines Videos mit dem russischen Gottseibeiuns einzuladen, war wohl selbst dem hartgesottenen M. Lanz als Manöver zu durchsichtig. Daher sagte man Kotré, man wolle mit ihm über Energiefragen sprechen, und als weiterer Gast sei ein Energiefachmann eingeladen, der die Gegenseite vertreten würde. Doch wie es der Zufall will, einen Tag vor der Aufzeichnung am 23.5.23, teilte man Kotré mit, leider, leider, leider könne dieser Energiefachmann nicht kommen, und statt seiner – die Energiefrage habe ja wohl viel mit der Klimafrage zu tun, wird man dies vielleicht gedacht und gesagt haben- würde der berühmte Klimaforscher Prof. Mojib Latif kommen.

Zufälle gibt´s, man glaubt es manchmal nicht.

Und der kam dann auch, und, wenn Journalisten nicht so recht weiter wissen, interviewen sie sich gern gegenseitig, vielleicht aber auch um die Spesenkasse zu schonen, lud man daher die „AfD“-Beobachterin und SPIEGEL Journalistin Melanie Ammann dazu.

Damit war das Trio Infernal, wie es mancher Zuschauer gedacht haben mag, komplett. Ein Angeklagter und 3 Kläger, die sich gleichzeitig als Richter fühlten und auch so aufführten.

Das Tribunal war besetzt, die Rollen verteilt, und es konnte losgehen. Das gut durchdachte Schauspiel sollte wie immer harmlos normal anfangen, nämlich mit der Vorstellung der Gäste. Dies macht, oft witzig einen besonderen Spruch des jeweiligen Gastes als Aufhänger nehmend, der Talkmaster Lanz auf die immer gleiche Weise. Und immer am Ende der Vorstellung fügt er hinzu…. ich freue mich sehr! Nur bei einem sagte er dies nicht, bei wem wohl? Na klar! Bei Steffen Kotré. Nun gut, der nahm es gelassen.

Wer nun stark genug ist sich ein als Tribunal geplantes Propagandastück des ÖR anzuschauen mag dies hier in der ZDF Mediathek tun. Allen anderen wird geraten sich das zu ersparen und hier weiter zu lesen, weil wir hier die stärksten Fehler, falschen Behauptungen, vorstellen und kommentieren, von denen insbesondere die Rede des Mojib Latif nur so wimmelte. Sie wurden bildhaft geradezu vorbildlich von Einspielbildern der Redaktion und beifälligen Bemerkungen des Moderators unterstützt. Bei einem überraschenden Behelfsgast eigentlich eine tolle Leistung.

Leider bleibt in diesem Fall, die oft schneidend fordernde Stimme, des sich, nach meiner Meinung, als Chefankläger gerierenden Markus Lanz ungehört, wenn der dem manchmal überfordert wirkenden Kotré immer wieder ins Wort fiel, oder barsch und im Befehlston sofortige Antworten abverlangte. Bspw. auf die Frage nach den Namen der Wissenschaftler, die anderer Meinung als der Herr Latif seien, oder 97 % „Wissenschaftler“.

Das war – so mein Eindruck – ziemlich ekelhaft und erinnerte mich häufig an Schauprozesse aus unseligen Zeiten. Trotzdem wäre das ein Fall wie viele, wenn nicht wir bei EIKE die zweifelhafte Ehre gehabt hätten, als vermeintliche Kronzeugen und Stichwortgeber für die völlige Ignoranz der AfD genannt zu werden, geschmückt mit den Namen zweier unserer Leute, die dazu noch mit ebenso falschen wie dümmlichen Attributen seitens des Herrn Lanz ausgestattet wurden. Auch dies gilt es zu korrigieren (bspw.hier).

Worum ging es eigentlich im Klimateil?

Es ging meinem Eindruck nach, die nachlassende Panik vor der Klimakatastrophe wieder anzuheizen und mittels eine mindestens 15 minütigen Klimapropagandashow des Herr Latif – unterstützt wie schon erwähnt – von vielen Katastrophen- Bildern seitens Lanz, diese wieder herzustellen. Dabei unterliefen Latif zahlreiche Falschaussagen und leider konnte Steffen Kotré einige seiner Behauptungen, wie oben erwähnt, auch nicht sofort belegen. Was natürlich sofort gegen ihn verwendet wurde.

Aber der Reihe nach und aus dem Gedächtnis protokolliert.

Bezogen auf die nachlassende Panik sollten wir uns zuerst in Erinnerung rufen, dass die erklärte Politik darin besteht, eine medial und politisch als gefährlich eingestufte größere Erwärmung als 1,5 Kelvin, bezogen auf „die Mitteltemperaturen vorindustrieller Zeiten“ so die Pariser Klimaübereinkunft, zu vermeiden. (Bild 1) Ein Bild, das Text, Reihe, Diagramm, Screenshot enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Bild 1. Darstellung der globalen Mitteltemperaturentwicklung in den Grenzen von – 35 ° C (Ø Antarktis) und + 30 ° (Ø Tropen) errechnet aus Daten terrestrischer Stationen, gebildet bis 2014 nach HADCRUT 3, ab 1014 nach HADCRUT 4. Abrufbar bei Woodfortrees. Eingetragen sind ferner die Durchschnittstemperaturen der Städte, Helsinki, Berlin, Rom und Miami.

Nun kennt zwar niemand „die Mitteltemperaturen vorindustrieller Zeiten“, weder die Temperaturen (plural), noch die Zeiten (plural), doch das hindert kaum jemand der Verantwortlichen daran, schaudernd sofortige härteste Maßnahmen zu fordern.

Schaut man sich diese Grafik oben an, dann ist m.E.n. von einem Problem, gar einem katastrophalen Problem, oder gar einem Klimanotstand, nichts aber auch gar nichts zu sehen. Berücksichtigt man außerdem, dass das IPCC 1988 gegründet wurde und das Kyotoprotokoll schon ab 1995 die Emissionen um 5 % senken sollte, obwohl sich keiner daran hielt, dann tut sich an der Temperaturfront nichts, rein gar nichts.

Das Ganze bewirkt also entweder eine „spukhafter Fernwirkung“ á la Einstein, oder aber das eine hat mit dem anderen nichts, aber auch gar nichts zu tun. Ich tendiere zu letzterem.

Soweit zur Vorgeschichte.

Nun zum Tribunal-Lanz, der seinen „Gast“ u.a. und ohne jede Hemmung insgesamt 15 x anherrschte, doch Namen für seine Behauptung zu nennen, dass andere Wissenschaftler nicht der Meinung des Herr Latif seien. Leider fiel Herrn Kotré nur die Namen Sebastian Lüning und Fritz Vahrenholt ein. Lüning ist zwar habilitierter Geologe und auch IPCC Autor. Aber den kannte Lanz nicht mal, und mit Vahrenholt konnte er auch nichts anfangen. Also forderte er weitere Namen. Hier sind einige Beispiele:

NOBEL LAUREATE PROFESSOR IVAR GIAEVER NORWAY/USA

PROFESSOR GUUS BERKHOUT / THE NETHERLANDS

PROF. RICHARD LINDZEN METEOROGIST MIT

DR. WILLI SOON PHYSICIST HARVARD
DR. CORNELIS LE PAIR / THE NETHERLANDS
PROFESSOR REYNALD DU BERGER / FRENCH SPEAKING CANADA

BARRY BRILL / NEW ZEALAND

VIV FORBES / AUSTRALIA
DR. PATRICK MOORE / ENGLISH SPEAKING CANADA
JENS MORTON HANSEN / DENMARK
PROFESSOR LÁSZIÓ SZARKA / HUNGARY
PROFESSOR SEOK SOON PARK / SOUTH KOREA
PROFESSOR JAN-ERIK SOLHEIM / NORWAY
STAVROS ALEXANDRIS / GREECE
FERDINAND MEEUS / DUTCH SPEAKING BELGIUM
HENRI A. MASSON / FRENCH SPEAKING BELGIUM
PROFESSOR INGEMAR NORDIN / SWEDEN
JIM O’BRIEN / REPUBLIC OF IRELAND
PROFESSOR IAN PLIMER / AUSTRALIA
DOUGLAS POLLOCK / CHILE
DR. BLANCA PARGA LANDA / SPAIN
PROFESSOR ALBERTO PRESTININZI / ITALY
PROFESSOR BENOÎT RITTAUD / FRANCE
DR. THIAGO MAIA / BRAZIL
PROFESSOR FRITZ VAHRENHOLT / GERMANY
THE VISCOUNT MONCKTON OF BRENCHLEY / UNITED KINGDOM DUŠAN BIŽIC ́ / CROATIA, BOSNIA AND HERZEGOVINA, SERBIA AND MONTE NEGRO

Prof. Will Happer Yale

Prof. Henryk Svensmark Kopenhagen

Prof. Nir Shaviv – Hebrew University Jerusalem

Prof. Lennart Bengtson MPI Hamburg

Prof. Hermann Harde Spektralphysiker Hamburg

Dr. habil Sebastian Lüning, Geologe + IPCC Autor

Prof. Karl Ewert Geologe EIKE

Prof. Horst Lüdecke, Physiker EIKE, Autor oder Co-Autor vieler Klimastudien peer reviewed

Prof. Paul Reiter Tropenmediziner …stieg aus dem IPCC aus, wegen Falschmeldung, dass der Klimawandel die Malariaausbreitung begünstige

Wer noch mehr braucht sei z.B. auf den offenen Brief von CLINTEL (hier) verwiesen, den inzwischen rd. 500 Klimaforscher und Experten auf diesem Gebiet unterschrieben haben

Das alles hätten Markus Lanz und seine Redaktion natürlich schon selber recherchieren müssen, würden sie Ihre Pflicht tun und auch nur einen Pfifferling auf fairen Journalismus geben. Taten sie aber nicht. Stattdessen durfte, sozusagen als Kronzeuge der Anklage, Prof. Mojib Latif auftreten, der schon des Öfteren durch peinliche Übertreibungen bis hin zu einfach falschen Aussagen aufgefallen war.

Sein bisher größter Brüller war wohl der, dass er behauptete, dass die Modelle die Klimazukunft „verlässlich“ voraussagten. Bekannt ist ja immer noch sein Eigentor .. “ In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“.

Diese Prognose erschien im SPIEGEL, in der Ausgabe vom 1. April 2000.

Passt doch; der 1. April, denn danach folgten viele Winter mit viel bis sehr viel Schnee.

Und auch seine Heiligsprechung des Nobelpreisträgers Klaus Hasselmann, seines Doktorvaters, wie er stolz betonte, der schon in den 70 er und 80 Modelle entwickelt habe, die Wetter- und Klima mit menschlichen Einflüssen verknüpften und die nun, weil Nobelpreis, sakrosankt seien, und zudem auch noch „verlässlich“, machte es auch nicht besser. Immer wieder statt harter Fakten, der Versuch mit geliehener Autorität zu punkten.

Doch nichts davon stimmte, außer dem Nobelpreis natürlich. Denn es war Hasselmann selber der 1999 im “Bulletin of the American Meteorological Society” erklärte, dass sie sich leider außer Stande sähe, den Menschen allein verantwortlich zu machen:

„Kurz gesagt, wir können die beobachteten Veränderungen des globalen und großräumigen regionalen Klimas derzeit nicht mit einem hohen Maß an statistischer Signifikanz allein auf anthropogene Einflüsse zurückführen. Dieses Ergebnis sollte keine große Überraschung sein.”

Was eigentlich auch nicht wundert, denn Klima als statistisch, mathematisches Kunstprodukt hängt nun mal von vielen Einflussgrößen ab, die zudem noch eng bis lose munter und auf allen Zeitskalen miteinander wechselwirken. Und dann nimmt es auch nicht Wunder, dass Hasselmann und Kollegen im Eifer auf jeden Fall den „Fingerabdruck“ des Menschen bei der Klimaentwicklung aufzuspüren, grundlegende statistische Regeln verletzt hatten, wie der Statistik-Professer Ross McKittrick unlängst aufdeckte (Details dazu hier). Macht alles nichts, lt. Latif und seinen Bewunderer enthebt die Verleihung des Nobelpreises jeglicher Kritik, also auch von Kritik an seinem Klimawunderglauben, den er als als Wissenschaft ausgibt, versteht sich.

Man könnte an dieser Stelle noch ein Fülle weiterer Fehlprognosen der Modellierer zeigen, die in schöner Regelmäßigkeit mit jedem IPCC Bericht als letzte Wahrheit veröffentlicht werden, um dann im nächsten Bericht entweder nicht mehr aufzutauchen oder einfach in die Zukunft verschoben werden. So wie der Wettbetrüger den Torwart nötigt seine Torpfosten immer in Richtung des gegnerischen Balles zu verschieben. Das ist Klimawissenschaft wie sie heute fast nur noch betrieben wird.

Latif bemühte dann als ganz erschreckendes Beispiel auch noch die Venus , weil die ja extrem heiß sei, wegen ihres vielen CO2 in der Atmosphäre und wiederholte – aus Unkenntnis, wie man zu seinen Gunsten annehmen kann, den Fehler, den vor ihm schon viele andere „Klimaforscher“ gemacht haben, indem sie einen extremen Treibhauseffekt für die Venus postulieren, weil dort die Atmosphäre zu 97 % aus CO2 (woher kam das?) bestünde. Dabei beziehen sie sich auf Carl Sagan, der bereits 1960 schrieb [2]: Zitat aus „The Radiation Balance of Venus“.

„Im Licht der Evidenz wird angenommen, dass die konvektive Atmosphäre im adiabatischen Gleichgewicht ist von der Region der Wolkenschicht bis herunter zur Oberfläche. … Druck und Temperatur sind über die Poisson-Gleichung verknüpft

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wobei 𝝲 das Verhältnis der spezifischen Wärmekapazitäten ist.“
Abgesehen von der fehlenden Klammer um 𝝲 -1 ist das die Formel von Poisson.

Weil die Dicke der Venusatmosphäre (30 km) und der Druck auf der Oberfläche (4 bar) damals falsch geschätzt wurden (es gab noch keine Venus-Sonden), erhielt er eine zu niedrige Temperatur.

Deswegen hat er einen „galoppierenden Treibhauseffekt“ postuliert.

In seinem berühmten Buch Cosmos hat er einen „galoppierenden Treibhauseffekt“ auch für die Erde prophezeit, sollte sie sich um 1 oder 2 °C aufwärmen, nicht wissend, dass die Erde im Atlantikum vor 5000 bis 7000 Jahren und in der Eem-Warmzeit vor 130 000 Jahren diese Schwelle – heute sagen Klimaalarmisten dazu „Kipppunkt“ – deutlich überschritten habe. Seine Fehler halten sich bis heute.[3] Detaillierte Beweisführung siehe hier

Kotré zum „heißlaufen“ Klimamodelle

Obwohl Herr Latif immer wieder behauptete, die Prognosen der Klimaforschung seien alle wahrgeworden, könnte nichts falscher sein als das, denn man muss ganz objektiv feststellen, dass alle Klimamodelle zu heiß laufen. Sowohl die Satellitendaten, wie auch die terrestrischen Messungen, mittels Thermometer und Ballonsmessungen zeigen einen Anstieg von rd. 1/3 des Mittelwertes der Modellrechnungen

Ein Bild, das Text, Screenshot, Diagramm, Schrift enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Das bestätigt die Aussagen von Herrn Kotré und widerlegt die von Herrn Latif.

Doch Latif sagte noch mehr, bspw äußerte er sich zum CO2 Gehalt der früheren Jahre und behauptete dieser sei seit „Millionen Jahren“ noch nie so hoch wie heute. Abgesehen, von der berechtigten Frage, wie das CO2 denn die Temperatur mess- und erkennbar hochtreibe, bleibt festzustellen, dass auch diese Feststellung des „Klimaforschers“ Latif nicht stimmt, denn Eisbohrkerne und Pflanzenstomata zeigen: Der historische CO2 Gehalt der Atmosphäre war oft deutlich höher als 280 ppm!

Jede Menge Details dazu hier

Und weiter geht´s …zur Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs

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Die Kurve zeigt, dass es schon des Öfteren in den letzten 10.000 Jahren sehr schnelle um bis zu 4 Kelvin (7800 – 8300) gab.

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..zur Mittelalterlichen Warmzeit… als lokale Besonderheit

Anders als Latif behauptet war auch die mittelalterliche Warmzeit keineswegs lokal, schon wenn man weiß, dass die Wikinger ab dem 9. Jahrhundert Grönland besiedelten, weil es dort schön warm war, und Grönland nun wirklich nicht „lokal“ ist. Jedenfalls für normale Leute. Abgesehen davon hat das Medieval Warming Project nachgewiesen, dass diese Periode global auftrat.

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Details dazu https://archiv.klimanachrichten.de/mapping-the-medieval-warm-period/

Wetterextreme

Wenn die Spiegelredakteurin Frau Melanie Amman mal zu Wort kam, versuchte sie mit ihren beschränkten Mitteln, wie auch Latif, eine Zunahme von Wetterextremen zu verkünden, auf die wir uns einstellen müssten. Mehrmals warf sie ein, dass Brandenburg in 2022 400 Waldbrände zu verzeichnen gehabt hätte. Der Grund dafür ihrer Meinung nach natürlich die Klimakatastrophe.

Nun brennt Holz erst ab Temperaturen von über 250 °C, so warm war es nun aber wirklich nicht. Also muss noch mehr passiert sein. Ist es auch, denn dank knapper Kassen und grünen Wahnsinns verzichten die Kommunen auf die Waldpflege und lassen Totholz sich dort ansammeln wo es gerade anfällt. Und das seit langem und sehr reichlich. Und wenn es dann mal funkt, dann brennt der Wald.

Die für Amman und Latif unbequeme Wahrheit jedoch ist: weltweit nehmen Wetterextreme eher ab, denn zu.

Auch der Dürre Index zeigt eine abnehmende Tendenz

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Hurrikane und Tropenstürme werden weniger sowohl an Zahl als an Stärke

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Waldbrände werden seltener, wie die folgende Grafik der kalifornischen Waldbrände zeigt.

Verbrannte Waldflächen in Kalifornien seit 1926

Und hier noch etwas für die Spezialisten.

Die Fehlerhaftigkeit historischer Temperaturdaten

Steffen Kotré verwies des öfteren auf die hohe Unsicherheit der historischen Temperaturmessungen und schloss daraus, das eine Zuordnung von Ursachen auf grund dessen nicht möglich sein, obwohl das Gegenteil behauptet würde. Doch keiner kümmerte sich darum, obwohl es mit die wichtigste Aussage war.

Die Messungen

Die historischen Temperaturdaten beinhalten eine große Zahl sich nach dem Gausschen Fehlerfortpflanzungsgesetz aufaddierender und nicht kompensierter systematischer Fehler. Das führt dazu, dass die historischen Temperaturreihen von einem mehren Kelvin breiten Unsicherheitsband umgeben sind. Doch bis auf wenige Klimaforscher ignorieren die Latif´s dieser Welt diese Tatsache völlig. Seltene Ausnahmen sind z.B. Richard Muller, dem Hauptautor der BEST Reihe.

Zitat „…Using data from all these poor stations, the U.N.’s Intergovernmental Panel on Climate Change estimates an average global 0.64oC temperature rise in the past 50 years, „most“ of which the IPCC says is due to humans. Yet the margin of error for the stations is at least three times larger than the estimated warming“ BEST Studienleiter Richard Muller 21.10.2011 Wallstreet Journal und

Sowie .“ Pat Frank 9.12.2019 Zitat „…sie haben vollkommen die systematischen Messfehler ignoriert, welche die Temperaturaufzeichnung durchziehen und diese ungeeignet macht, um irgendetwas über das historische Klima daraus abzulesen, siehe hier, hier und hier

Berücksichtigt man diese, dann muss die Zeitreihe der globalen Mitteltemperatur wie sie auch in Bild 1 dargestellt wurde, um das Unsicherheitsrauschen ergänzt werden und würde dann wie die folgende Grafik aussehen.

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Jede Zuordnung von evtl. Ursachen wird damit zum Glücksspiel. Es geht einfach nicht

Die Fehler der Modelle

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Linkes Bild: Temperaturentwicklung nach IPCC Klimamodellen mit statistischem Unsicherheitsband, rechtes Bild: reale Entwicklung der Unsicherheit wenn die systematischen Fehler nach der Gausschen Fehlerfortpflanzung berücksichtigt würden.

Abschließend bleibt festzuhalten, das es sich bei dieser Talkshow offensichtlich um ein Tribunal handelte, bei dem der Vorverurteilte AfD Mann Kotré mithilfe fingierter, zum Teil irrtümlich, zum Teil bewußter wissenschaftlicher Falschaussagen überführt werden sollte.

Das ging gründlich schief, aber nicht wegen besseren Wissens, sondern weil sich der Vorverurteilte AfD Mann Kotré als einziger an die Spielregeln hielt, sowie an seiner stoischen Ruhe und seinen Argumenten, an denen sämtliche Angriffe abprallten. Dafür muss man ihm Respekt zollen.

Der SPD Mann MATHIAS BRODKORB tat dies auf seine eigen Weise im CICERO (hier):

Markus Lanz machte jüngst eine Sendung über den Klimawandel. Doch statt um das Thema, ging es vor allem darum, den AfD-Politiker Steffen Kotré mit zweifelhaften Methoden vorzuführen. Für die AfD dürfte der Auftritt ein gefundenes Fressen

Fußnoten

  1. Quotenmeter: Mit einem Marktanteil von 19,3 Prozent und 1,79 Millionen Zuschauern bei allen kann das ZDF zufrieden sein. Bei den 14- bis 49-Jährigen reichten 0,25 Millionen Zuseher für hervorragende 13,6 Prozent Marktanteil in dieser Gruppe.
  2. Quelle und Herleitung Berechnung absoluter Temperaturen mit dem konvektiv-adiabatischen Modell Dr.-Ing. Bernd Fleischmann
  3. Mit Dank an Dr. Ing. Bernd Fleischmann, der diese Zusammenhänge in seinem Vortrag zur 14.IKEK detailliert beschrieben hat, und dem diese Worte entnommen wurden.