Das GEG und nie gekannter Betrug an deutschen Bundesbürgern

Die Ampelpolitik und ihre Zerstörung von politischem Anstand und Regeln

Von Werner Eisenkopf,

EIKE-Gründungsmitglied, Und auch einfaches Mitglied der SPD, seit 1985

Sachstand beim Verfassen: Fr. 16.6.2023 Morgens – Brief an den SPD Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag Rolf Mützenich in leicht editierter Form

Diese drastische Überschrift, ist hier völlig bewu0t und absichtlich so formuliert. Wer die politische Geschichte der Bundesrepublik Deutschland kennt, wird keinen einzigen früheren Fall kennen oder ein Beispiel nennen können, wo eine ähnlich massive Täuschung, Belügung und Nötigung der Bürger vorkam. Wo man so willkürliche, extrem teure, oft auch noch sinnlose und die Grundrechte auf Eigentum verletzende Gesetztexte für Zwangsmaßnehmen, auch noch in extrem kurzer Zeit durchziehen wollte.

Habeck hat tatsächlich die CO2-Emissionen sogar an 2022 deutlich verstärkt! Das verschweigt er aber und auch sein Staatssekretär Udo Philipp. Weiter unten wird dies näher erklärt. Dazu stürzen die Ampel-Politiker, jetzt auch noch bundesweit alle Bau-Genehmigungsbehörden, Schornsteinfeger, Handwerkerfirmen etc. in ein zeitlich-terminliches Chaos! Langwierige Dinge wie Bau- und Energieplanung, müssen ja nun plötzlich um mehrfaches beschleunigt werden, wenn man sich dem Habeck-Diktat, nicht einfach beugen will. Allein schon der Zeitpunkt, ab 1.1.2024, ist an sich schon absurd und überhaupt viel zu kurz. Haus- und Heizungsplanungen sind ja kein Schnellschuss-Projekt, das nachher auch leicht wieder korrigierbar ist und allein Zuschussklärungen, können in Einzelfällen eher lange dauern. Ohne diese aber können Viele gar nicht bauen.

Die darin beteiligten Politiker der Ampel-Koalition, haben hier wirklich jedes Gespür und Maß verloren. Sie erkennen offenbar nicht einmal, daß sie gerade GESCHICHTE machen. Jedoch NEGATIVGESCHICHTE und dies immer näher an undemokratischen Zonen, die mancherorts auch bereits „KLIMA-Faschismus“ genannt werden, ohne hier und heute, diesen Begriff bereits selbst zu verwenden.

Doch der Reihe nach, Punkt für Punkt und am Ende eine deutliche Grafik.

Seit Monaten stritt man in der Bundespolitik der Ampel-Regierungsparteien, um das geplanten schärfere GEG – Gebäude-Energiesetz. Die SPD eher unbestimmt, Die FDP scheinbar als „Rebell für den Bürger“ und die Grünen als diejenigen, denen dies alles noch zu wenig und zu langsam ist. Vor wenigen Tagen plötzlich die Schlagzeilen, man habe sich geeinigt und wolle das Gesetz noch vor der Sommerpause im Bundestag durchbringen. Dazu, daß man Änderungen als nötig erkannt habe und berücksichtigen werde. Es käme also „ein ganz neues Gesetz“ als Vorlage.

Stattdessen wurde im Bundestag die unveränderte ALTE GEG-Entwurfsfassung vom 17. Mai 2023 eingebracht! Dies nur mit „Leitplanken“ als neue Verbal-Beschönigung. Somit eine da schon fast einen Monat alte Fassung, die keine einzige der vorher vollmundig versprochenen Änderungen und Anpassungen enthielt. Allein dies ist schon ein Affront und eine Beleidigung für jeden normal denkenden Bürger. Hier sieht ganz besonders die Bundes FDP schon wirklich lächerlich aus. Wozu das ganze vorherige Getue, wenn das noch nicht mal im eingebrachten Entwurf überhaupt enthalten ist.

Dann hat der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Mittwoch, 15. Juni im Bundestag öffentlich behauptet, wegen „Untätigkeit“ in der Merkel-Regierungszeit, müsse alles nun „schneller“ gehen. Dies als vorgeschobene Begründung für das extrem hohe Tempo, was hier plötzlich gezeigt wird. Das nachher wohl für die meisten deutschen Bürger, egal ob als Hausbesitzer oder als Mieter, sicherlich persönlich teuerste Gesetz aller Zeiten, demnach im Schweinsgalopp und Rekordtempo durch den Bundestag ziehen.

Diese Argumentation des Bundeswirtschaftsministers Habeck und dazu auch aller dies genauso begründenden Ampel-Politiker, ist inhaltlich leider tatsächlich eine glatte Lüge und Betrug am Bürger. In einer funktionierenden Demokratie wäre dies zudem ein Fall für die Gerichtsbarkeit wegen Falschinformation und Vortäuschung falscher Tatsachen.

Tatsächlich verschweigt Herr Habeck, daß ausgerechnet er selbst als Minister, im Jahr 2022, die Emissionen (CO2) stark ERHÖHT hat. Viel mehr erhöht hat, als man mit all diesen teuren Heizungs-Umbauten überhaupt je „einsparen“ könnte. Der „Klima-Minister“ als Pusher von CO2! Stand dies jemals in einer Zeitung oder sendeten ARD oder ZDF etwas dazu? Offenbar nie! Diese Journalisten WOLLEN NICHT sehen, was unübersehbar ist.

Nicht nur das Bundeswirtschaftsministerium hat genaue Zahlen, wieviel russisches Erdöl und Erdgas, vor dem Russland-Ukraine-Krieg , nach Deutschland importiert wurde. Diese Riesenmangen waren nicht nur vergleichbar billig eingekauft, sondern erforderten auch nur eine begrenzte Zahl an ökonomischen sparsamen Pipeline-Pumpen und -Verdichtern. Dies alles ist nun aber umgestellt auf jetzt unzählige und teils weltumspannende Schiffstransporte! Schon in 2022 waren das hunderte von Schiffsladungen, anstatt der Pipelines. Jeder riesige Schiffsmotor, mit dazu meistens noch Schweröl als „allerdreckigster möglicher“ Treibstoff, pustet ungleich mehr Emissionen aus, als vorher die Pipelines. Doch wo ist dies aufgelistet und berechnet? Stattdessen wird es komplett totgeschwiegen und Reporter stellen sich dazu auch dumm.

Wenn Herr Habeck also „wegen der Merkel-Zeit“ seine jetzige Eile begründet, aber dabei seine eigene, von ihm selbst ministeriell verantwortete STEIGERUNG der Emissionen unterschlägt und totschweigt, ist das letztendlich LUG und BETRUG am Bürger.

Dazu kommt teilweise sogar dasselbe (!) russische Erdöl, wie früher einst per emissionarmer Pipeline, nun aber per Schiffen zu uns. Dies teils auf Umwegen wie über Indien und viel mit griechischen Tankern transportiert. Dazu alles natürlich auch um ein vielfaches teurer als früher.

Wer also als alleiniges Maß aller Dinge, die ausgestoßenen CO2-Mengen berechnet, muß den Habeck-Behauptungen widersprechen. Kein einiger Bundesbürger und kein deutscher Industriemanager, hat jemals vorhandene Emissionen so stark gesteigert, wie ausgerechnet Herr Minister Habeck seit 2022!

Die Begründungen für diese Gesetzes-Eile im Bundestag, sind also schlicht gelogen und sollen täuschen. Dies sollte den beiden Fraktionsvorsitzenden von FDP und SPD im Bundestag auch bekannt sein, doch es wären da noch viel mehr konkrete Worte und Äußerungen schreibbar, aber die kommen sicherlich noch massiv in den aktuellen Landtagswahlkämpfen von Hessen und Bayern. Die Proteste in Erding, am 10.6.23, waren sicherlich nur ein Anfang von Größerem. Auch Rolf Mützenich, wird sich garantiert noch warm anziehen müssen.

Dann nochmals zu der im GEG-Entwirf genannten Schlüsselzahl „65%“ ohne irgendeine auch nur ansatzweise Begründung, wie oder wodurch diese Zahl überhaupt zustande kam? Bisher mußte bei neuen deutschen Gesetzen oder Regeln, zumindest ansatzweise eine Art „Legitimierung“ des staatlichen Eingriffs vorgelegt werden. Also deren Einführung und Details, zumindest etwas detailliert begründet werden.

Heute scheint es zu reichen, daß zu irgendeiner späten Nachtstunde in Berlin, nach einem langen Koalitions-Verhandlungstag 2021, die müden und vielleicht mehr oder weniger alkoholisierten Ampel-Politiker, solche Zahlen würfeln oder losen? Daß sie offenbar einfach eine willkürliche und „krumme“ Zahl „65%“ spaßeshalber damals als „Einigung“ bezeichnen und diese nun in einen Gesetzentwurf einbringen, ohne sie als Zahl und Herleitung überhaupt je zu erklären. Ein Ansatzpunkt für jede spätere Verfassungsklage, gegen das GEG.

Doch auch unzählige Zeitungsreporter und Fernseh-Journalisten, schieben und sendeten schier unzählige Details von Details zum GWG-Entwurf, jedoch niemals etwas zu dieser Zahl „65 %“ selbst. Man nennt dies sinngemäß den „rosa Elefanten“ im Raum, DEN KEINER SEHEN WILL!

Daß all diese teure Umstellung bundesdeutscher Heizungen, zu Irrsinnspreisen, nachher irgendwas am globalen Wetter bzw. Klima „ändern“ würde, glaubt auch Robert Habeck gewiss nicht. Selbst sein eigener früherer Staatssekretär Graichen, nannte mal „1,4 % rechnerische Emissionseinsparungen für ganz Deutschland bis 2030, falls bis dazu 6 Millionen Wärmepumpen, entsprechend Öl- und Gasheizungen abgelöst haben sollten.

Man lasse sich dies nur mal auf der Zunge zergehen. In der Grafik ganz unten, kann man dies grafisch schön klar dargestellt sehen.

Es ist sogar sicher, daß die globalen Emissionen noch viel stärker ansteigen werden, als nicht nur Deutschland, sondern sogar die ganze EU künftig (bis 2045/2050) „EINSPAREN“ kann! Die jetzt schon offiziellen und gemeldeten Steigerungspläne, beim künftigen Kohle-, Erdöl- und Erdgasverbrauch von Indien und China, lassen das ganze „Klimaschützen“ nur noch als reine „politisch gewollte grüne Symbolpolitik“ aussehen. Maßlos, teuer, schädlich und sinnlos fürs Klima! Man betrachte nur einmal die Grafik unten und den „globalen Fliegenschiss“ der deutschen Heizungen als Vergleich.

In künftigen Generationen, wird man rückblickend rätseln, wie eine ganze Welt auf diesen ganzen „Klima-Irrsinn“ hereinfallen konnte . Wie man seine eigenen Grundlagen als Industrienation und Wirtschaft zerschlagen und selbstdemontieren konnte. Dies alles in einem leider wirklich nur noch „klimareligiös“ nennbaren Wahn als selbsternannte „Weltretter“ und ohne Zweifel am eigenen Tun.

Wer Details am damaligen Untergang des weströmischen Reiches kennt, der sieht erstaunt bereits einige Parallelen zu heute in Europa. Damals Rom und heute Brüssel und Berlin.

Die FfF und die Klimakleber, wecken bei historisch Gebildeten, bereits gewisse Erinnerungen an Maos „Junge Garden“ bei der Kulturrevolution damals in China. Jedoch auch Assoziationen zu den verführten jungen Menschen im 1. Weltkrieg. „Assoziation“ ist noch kein Vergleich oder eine Gleichsetzung. Es ist eher ein inneres Betrachtergefühl. Doch wenn dieses GEG tatsächlich so wie vorgesehen und auch so schnell im deutschen Bundestag durchkommen sollte, ist danach in der bundesdeutschen Politik, wirklich nichts mehr so, wie es vorher war.

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Ergänzung vom 20.6.23 11:13

Wer hiernach trotzdem noch immer an „Klimaschutz durch CO2-Reduktion“ glaubt, ist Damit in einem „Glaubens-Bereich“ der nichts mehr mit Logik und gesundem Menschen –Verstand zu tun hat.       Werner Eisenkopf




Propagandawissenschaftler treiben unbedarften Journalistinnen den Angstschweiß auf die Stirn

von Michael Limburg

Es geschah mal wieder in der sz (Süddeutsche Zeitung). Ja die gibt es noch, auch wenn die Auflagenentwicklung nur eine Richtung kennt. Nach unten.

Diese sz ist schon seit langem kräftig bemüht dem ÖR Panikorchester in (aber nicht nur dort) Sachen Klima den Rang abzulaufen und die nachlassende Klimapanik immer wieder aufs Neue anzuheizen. Zu diesem Behufe beschäftigt sie auch eine Redakteurin namens Vera Schroeder. Sie wirkt dort im Ressort Wissen, was angesichts ihres im Folgenden dokumentierten offensichtlichen Unwissens zumindest einige Fragen aufwirft.

Frau Schroeder schrieb nämlich am 16.6.23 einen Kommentar mit der Überschrift:

„Klimakrise: Klimakurven auf die Titelseiten!“ (abzurufen hier). Darin schreibt sie u.a.

Zitat: In Anbetracht der Dimension ist und bleibt es ein Wahnsinn, wie selten klimawissenschaftliche Themen Schlagzeilen und Talkshows dominieren. Gerade zum Beispiel wäre mal wieder ein guter Moment dafür. Die globalen Daten zeigen einen hitzebedingten Dreifachrekord: Die Oberflächentemperaturen in den Ozeanen liegen weit über allen bisherigen Messwerten. Die weltweiten Lufttemperaturen sind extrem. Zugleich war die Meereisfläche rund um die Pole zuletzt so klein wie zu dieser Jahreszeit noch nie seit Messbeginn. Rekorde, Rekorde, Rekorde.“ Zitatende

Und weiter unten im Text

Zitat: Außerdem ziehen Klimanachrichten, einmal vermeldet, selten Folge-News nach sich. Ganz anders als parteipolitisches Geplänkel, siehe Heizungsstreit. Um diese innermedialen Automatismen zu ändern, müssten wir aktiv gegensteuern Zitatende

Als ich das zuerst las, dachte ich zunächst an eine Satire. Wer das schreibt, dachte ich, zumal im Ressort Wissen, wenn auch bei der sz, na schön, der kann nur Satire gemeint haben. Denn niemand, wirklich niemand in diesem Land kann doch der Dauerberieselung mit Klimakatastrophennachrichten, dazu noch oft in bester Werbemanier bunt und bewegt bebildert, mit furchtbaren Tönen unterlegt, entgehen. Doch ich stellte schnell fest die Wissensredakteurin Schroeder meint es ernst, bitter ernst. Dafür steht schon der nonchalante Satz

„Außerdem ziehen Klimanachrichten, einmal vermeldet, selten Folge-News nach sich. Ganz anders als parteipolitisches Geplänkel, siehe Heizungsstreit.“

…Die Autorin hielt und hält den „Heizungssstreit“, wie sie den Streit über das GEG nennt, dessen Auswirkungen auf alle Haushalte in diesem Land katastrophal sein werden, wirklich für parteipolitisches Geplänkel. Wie weltfremd, wie ahnungslos, wie gleichgültig gegenüber dem Leid anderer, muss man sein, um so einen Satz nicht nur zu denken, sondern auch noch öffentlich hinzurotzen?

Nein, Satire kann es nicht sein, also dachte ich, dann schauen wir uns mal die anderen Sätze auch genauer an. Und da fällt als erstes auf, dass sie Zahlen im ganzen Kommentar meidet. Wie der Teufel das Weihwasser, so meidet sie Zahlen. Sie verbleibt im relativen, im ungefähren, wenn sie bspw. schreibt

„…Die Oberflächentemperaturen in den Ozeanen liegen weit über allen bisherigen Messwerten. Die weltweiten Lufttemperaturen sind extrem. Zugleich war die Meereisfläche rund um die Pole zuletzt so klein wie zu dieser Jahreszeit noch nie seit Messbeginn. Rekorde, Rekorde, Rekorde.“….

..doch ihre Panik, die sie offenbar empfindet, wirkt echt. Und zwar genau deswegen, nur macht sich die Wissensredakteurin das nicht klar. Sie vermeidet Zahlen, obwohl in den referierten papers durchaus Zahlen enthalten sind. Gigantische Zahlen, riesige Zahlen, wie wir gleich sehen werden. Und sie weiß auch, aber vielleicht auch nicht, dass sich nur mit Zahlen vernünftige und überprüfbare Vergleiche anstellen lassen. Das macht sie aber nicht, sie verbleibt im ungefähren, im relativen, haut dafür aber umso stärker verbal auf die Pauke. Man kann nun vermuten, dass sie mit Zahlen nicht so recht umgehen kann, aber in der Wissenschaft ist es eben so. Dort heißt es vergleiche nur vergleichbares und dann versuche so genau wie möglich die gefundenen Zusammenhänge zu quantifizieren. Also in Zahlen darzustellen
Und da es Frau Schroeder unterließ, habe ich das für sie getan. Und zwar habe ich mir ihre Panikmeldungen zum Thema Oberflächentemperaturen der Ozeane angeschaut. Gibt man Hitzerekorde und Ozeane bei Google ein, stößt man schnell auf die Seite Scinexx[1]. Die Macher behaupten von sich Wissenschaft allgemein verständlich aber seriös darzustellen.

Und dort findet man einen Artikel unter der sehr „seriösen“ Überschrift: Ozeane brechen erneut Wärmerekord – Weltmeere speicherten im Jahr 2022 mehr Wärme als jemals zuvor

Und es wird darin mit viel Getöse aber ausgesprochen seriös berichtet, dass die Ozeane weltweit bis in 2000 m Tiefe 9 bis 10 Zettajoule Wärmeenergie aufgenommen hätten, und weiter “Diese Energiemenge entspricht etwa dem Hundertfachen der globalen jährlichen Stromproduktion und würde ausreichen, um Wasser in 700 Millionen Wasserkochern ein Jahr lang pausenlos am Kochen zu halten.“ Von einer Temperaturzunahme ist jedoch nirgends die Rede.

Und in einem anderen Scinexx Artikel zum selben Thema, schon in 2019 erschienen, wird ebenfalls kräftig auf die Pauke gehauen und die Energiezunahme sogar mit der von Atombomben verglichen:

„Demnach haben die Ozeane in den letzten 25 Jahren schon das Energieäquivalent von 3,6 Milliarden Hiroshima-Bomben als Wärme aufgenommen, wie die Forscher berichten. Quelle dieser Wärmeenergie sei eindeutig der Klimawandel.“

Die Aussagen stammen übrigens immer vom selben Forscher, einem Mr. Lijing Cheng vom Institut für Atmosphärenphysik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Der scheint eine Vorliebe dafür zu haben seine dürftigen und mehr als zweifelhaften Zahlen (dazu kommt noch ein weiterer Beitrag in den nächsten Tagen) mittels drastischer Vergleiche hoch zu dramatisieren und damit in die Schlagzeilen zu bringen. Doch auch hier wieder – Temperaturangaben fehlen vollständig. Und so natürlich bei Frau Schroeder.

Nun, das lässt sich ändern. Uns interessiert ja vor allem die Temperaturzunahme. Ist die exorbitant? Ist die rekordverdächtig? Ist sie vielleicht höchst gefährlich, wie die ganze „Klimakrise“? Nun, dass kann man ja rechnen, nur machen das weder der Autor Cheng, noch Frau Schroeder. Denn seit über 100 Jahren ist ja bekannt, dass  Temperaturänderungen in einem Körper bekannter Masse über die Wärmekapazität miteinander proportional verknüpft sind. Doch weil diese Berechnung fehlt muss man vermuten, dass weder Frau Schroeder, noch die Autorin der Scinexx Artikel, eine Frau Nadja Podbregar, diese Zusammenhänge kennen, will es aber nicht beschwören.

Doch Fakt ist, wenn man sie kennte und auf die Mega-Riesenzahlen des talentierten Herrn Cheng anwendet, dann sieht die Welt gleich ein wenig besser aus. Und das tun wir jetzt.

Herr Cheng behauptet gemessen zu haben, dass der Energieinhalt der Weltmeere im Jahr 2022 um rund 10 Zettajoule zugenommen hätten. Wir tun so, als ob wir ihm das glauben. Bei Wikipedia finden wir für das Volumen der Weltmeere rd. 1,335 * 10^12 Kubikkilometer. Die mittlere Tiefe wird mit 3.688 m angegeben. Meerwasser enthält im Schnitt 1,025 x mehr Masse als reines Wasser und hat eine Wärmekapazität von 4,18 J/g*K

Herr Cheng „misst“ jedoch nur bis 2000 m Tiefe, das sind 54 % von 3.688 m, also nehmen wir – bei sonst gleichen Bedingungen- auch nur 54 % der gesamten Masse und kommen damit auf eine Masse 7,24 * 10^23 g.

Das Ganze wird nun verknüpft über die Formel

Temperaturanstieg = (10^21 Joule) / (7,24 × 10^23 Gramm * 4,18 J/gK) = 0,00 32 K.

Natürlich unter den vereinfachenden Annahmen, dass sich die zugeführte Energie gleichmäßig über das gesamte Volumen des Ozeans bis in eine Tiefe von 2000 Metern verteilt. Und auch sonst keine weiteren Störgroßen und davon gibt es viele, auftreten, die das Ergebnis ändern könnten.

Cheng behauptet also im Klartext, er hätte bestimmen können, dass die Temperatur der Weltmeere um ganze 0,00 32 K zugenommen haben. 3,2 Tausendstel Grad! Und will uns glauben machen, das sei hochgefährlich.

Hätte er diese Zahl genannt hätte das natürlich überhaupt keine Schlagzeilen gebracht. Das wusste er auch, also wählte Herr Cheng den Umweg über die riesigen Zettajouls, den Vergleich mit den Milliarden Hiroshimabomben, und den hunderten Millionen von Tauchsiedern. Und siehe da. Jetzt klappt es. Unsere unbedarften Wissenschaftsredakteurinnen fahren angsterfüllt darauf ab und geben die Nachricht verstärkt weiter. Ziel erreicht.

 

  1. Aus dem Impressum:  scinexx wurde 1998 als Gemeinschaftsprojekt des Heidelberger Springer Verlags und der Düsseldorfer MMCD NEW MEDIA GmbH gegründet und wird von führenden Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Gesellschaften unterstützt.

 




Das Sommer-Ritual

von KlimaNachrichten Redakteur

Alle Jahre wieder, man kann fast die Uhr danach stellen, folgen die gleichen Meldungen in den Medien. Eine davon betrifft Waldbrände. Wenn es lange Zeit nicht geregnet hat, dann begünstigt diese Tatsache Waldbrände. Die Temperatur ist dabei fast nicht entscheidend. Waldbrände gibt es auch im Frühjahr, es muss nur lange genug nicht regnen. Es kann sie sogar im Winter geben. Die Monate mit den meisten Bränden in Deutschland sind der April und der Juni.

So ist es auch dieses Jahr ein wiederkehrendes Ritual. Der Wald um das brandenburgischen Jüterbog brennt. Reflexartig wird der Klimawandel aus der Kiste geholt. Das ist aber allenfalls nur bedingt richtig. Waldbrände entstehen fast immer durch Menschen, entweder absichtlich oder fahrlässig. Das Problem bei Jüterbog (und auch anderen Waldflächen) ist die Tatsache, dass sie jahrzehntelang militärische Übungsplätze waren. Der Boden ist verseucht mit Munition, Löscharbeiten sind lebensgefährlich. In Jüterbog kann die Feuerwehr nur aus geräumten Gassen heraus das Feuer bekämpfen, was aber nicht erfolgreich sein kann. Man lässt das Feuer dort walten, solange keine Menschen gefährdet sind. Erschwerend kommt dazu, dass in Brandenburg sehr viele Nadelbäume die Wälder prägen. Ihre Nadeln brennen bei Feuer besonders gut und tragen es weiter.

Die Chance, dass auch um Jüterbog Menschen den Wald angezündet haben, ist groß, ganz gleich ob aus krimineller Energie oder aus Blödheit. Dennoch werden wir in den Medien nur vom Klimawandel lesen, aber nichts, von fehlender Adaption. In andere Teilen Brandenburg ist es ebenfalls trocken, aber dort können Feuer gelöscht werden, weil wir Menschen uns darauf eingestellt haben und Feuerwehren löschen können. Es ist zudem auch einfacher mit Achselzucken auf das Klima zu verweisen, statt die Räumung der Munition zu veranlassen. Das ist teuer und offenbar nicht gewollt. Die Tagesschau dazu:

“Die Feuerwehr stellt sich darauf ein, dass der Einsatz gegen den Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow-Fläming) noch Tage dauern wird. Die Feuerwehrleute kommen nicht nah genug an die Brandherde heran, weil das Gebiet mit alter Munition stark belastet ist. Es sei nur möglich, sich wegen der Explosionsgefahr auf geräumten Wegen rund um das Gebiet zu bewegen. Die Feuerwehr kontrolliere den Brandschutzstreifen und halte ihn nass, um zu verhindern, dass das Feuer auf weitere Areale übergreift. “Es ist frustrierend für den Feuerwehrmann, der hier steht und nichts machen kann”, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Rico Walentin. Insgesamt betrachtet dehne sich der Brand weiter aus und die Rauchentwicklung nehme wieder und ziehe in Richtung Treuenbrietzen, warnt die Feuerwehr.” 

Das Landwirtschaftsministerium hat interessante Daten und Fakten zu dem Thema Waldbrand. Leider fehlen noch die 2022er Daten. Sie erscheinen erfahrungsgemäß im Sommer. Bis 2021 sah der Trend jedenfalls so aus wie auf dem Chart. Das passt nur schwer zur Gleichung, es wird immer schlimmer.

Ein Bild, das Text, Diagramm, Screenshot, Reihe enthält. Automatisch generierte Beschreibung

(Abbildung: Screenshot BMEL)

Wir hatten bereits im Jahr 2019, das ist das Jahr mit einem extremen Peak über das Thema geschrieben und auch über die Reflexe der bekannten Protagonisten. Es hat sich nicht viel daran geändert.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog Klimanachrichten

 

 

 




Grünes Schrumpfen – die große Endzeitbeschleunigung

Eine kurze Geschichte

Das „grüne Schrumpfen“ und Rationierung sei nötig, um den Klimakollaps noch zu verhindern – diese Ideologie findet in Deutschland eifrige Fürsprecher. Ihre historischen Wurzeln reichen allerdings weit vor das Klimathema zurück. Die Überschriften der Apokalypse lauteten damals anders. Die Rettungsvorschläge blieben gleich – genauso wie die Figur des „guten Hirten“.

Von Alexander Wendt

Im Juli 2021 erschien in der taz ein Streitgespräch zwischen zwei Kontrahenten, die heute beide deutlich mehr Bekanntheit genießen als damals.Es handelte sich, wie bei den meisten formatierten Diskussionen in Deutschland, nicht um ein Gespräch unter Antipoden, sondern ziemlich Gleichgesinnten, die damals nur über den Weg zu einer, wie sie beide sagten, klimagerechten Gesellschaft konferierten. Auf der einen Seite argumentierte die taz-Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann, heute eine der bekanntesten Predigerinnen der autoritären Schrumpfungslehre. Auf der anderen Patrick Graichen, damals noch Chef der „Agora Energiewende“. Die innergrüne Debatte fand damals gewissermaßen hinter einem Vorhang statt, gedacht nur für das eigene Milieu. Ihre öffentliche Resonanz hielt sich damals in Grenzen. Deshalb sollte sie noch einmal aus dem Archiv ins Licht.

In dem Gespräch erledigt Herrmann eine Beruhigungsformel der Transformationsingenieure nach der anderen. Gleich am Anfang widerspricht sie der Behauptung, gerade der Verzicht auf fossile und nukleare Energieerzeugung, die Umstellung von Verkehr und Heizung auf Strom und der Industrie auf Wasserstoff setze neues Wachstum frei. „Grünes Wachstum“, so Herrmanns Befund, „ist nicht möglich“.

Sie rechnet auch vor, dass eine ausschließliche Energieerzeugung aus Wind, Sonne und Pflanzengas nicht zu der Industriegesellschaft passt, die in Deutschland noch existiert: „Wenn wir bis 2045 oder gar 2035 klimaneutral sein wollen, bleibt sehr wenig Zeit. Heute liegt der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch bei etwa 17 Prozent. Es ist völlig unklar, wie das in 30 Jahren auf 100 Prozent steigen soll.“

Graichen hält dagegen, das ginge durch „die Halbierung des Gesamtenergieverbrauchs“ sehr wohl. Was wiederum überhaupt nicht zu den Plänen der Gesamtelektrifizierung passt, an denen er später als Staatssekretär unter Robert Habeck arbeitete. Laut Habeck soll die deutsche Stromerzeugung von derzeit etwa 550 Terawattstunden bis 2030 auf etwa 750 Terawattstunden steigen. Das müsste sie auch, um den Strom für all die Wärmepumpen, Elektroautos und vor allem Wasserstofferzeugungsanlagen herzustellen. In seiner Argumentation widerspricht der Agora-Vertreter anderen Denkfiguren, die aus der gleichen ideologischen Produktion kommen. Und das nicht nur einmal. In einem Fall weist er sogar selbst auf eine erhebliche Lücke zwischen Plan und Wirklichkeit hin. „Die eigentliche Herausforderung“, meint er, „ist der Gebäudesektor, denn da muss der Energiebedarf wirklich halbiert werden. Und bisher ist noch nicht geklärt, wo all die Handwerker dafür herkommen sollen.“

Eine plausible Antwort bietet er nicht. Nach seinem vorübergehenden Wechsel in die Bundesregierung stellte er bekanntlich auch die Frage nicht mehr.
Als nächstes räumt Herrmann in dem Gespräch die Dauerwerbebehauptung beiseite, Wind- und Solarenergie wären im Vergleich zu allen anderen Erzeugungsarten unschlagbar günstig. „Man würde“, meint die taz-Mitarbeiterin zu Graichens Vorstellung von einer fantastischen Effizienzsteigerung, „dann damit nur die jetzige Produktion energieeffizienter angehen, das ist noch kein grünes Wachstum. Erneuerbare Energien sind außerdem teurer als die jetzige fossile Energie. Und der Kapitalismus braucht dringend billige Energie für sein Wirtschaftswachstum.“ Und weiter: „Aus meiner Sicht ist Energie alles. Ohne billige Energie hätte es den Kapitalismus nicht gegeben. Und Wachstum ohne billige Energie ist nicht möglich. […] Das Problem ist die Speicherung der Ökoenergie. Die Industriegesellschaft kann nicht stillstehen, sobald kein Wind weht und die Sonne nicht scheint. Mindestens zweimal im Jahr produzieren Wind- und Solarenergie mindestens zwei Tage lang fast gar nichts.“

Ressourcen sind im Westen und inzwischen fast weltweit nicht wirklich billig. Aber Herrmann trifft mit ihrer Feststellung den wesentlichen Punkt, dass die Höhe des Energiepreises darüber entscheidet, ob ein Land seinen Wohlstand halten kann. Und für andere Regionen, ob sie es schaffen, der Armut zu entkommen.
Herrmanns bemerkenswerter Schluss – und zwar der, der sich von der Argumentationsoberfläche grüner Regierungspolitik am deutlichsten unterscheidet – läuft darauf hinaus, dass eine westliche Bevölkerung unter den Bedingungen von Wahlen und freien Entscheidungen ein schrumpfungs- und Verarmungsprogramm nicht freiwillig mitmachen würde. „Niemand“, so ihre Argumentation, „sitzt in der Uckermark, wenn er nach Mallorca kann. Wenn man aber kein Energiegeld zahlt, können ärmere Leute nicht mehr fliegen – während es sich Reiche mühelos leisten können. Diese Ungerechtigkeit wäre in einer Demokratie nicht durchzuhalten: Wer nicht mehr fliegen darf, ist morgen bei der AfD. Bleibt also nur die Rationierung. Jeder bekommt einen Flug zugeteilt. Auch andere knappe Güter wird man rationieren müssen. So wird sich die Frage stellen, wer noch Auto fahren darf.“ Es wären ganz nebenbei noch ein paar andere Möglichkeiten nötig, etwa eine Art proklimatischer Schutzwall, der verhindert, dass Bürger und damit Steuerzahler massenhaft dorthin auswandern, wo eine Regierung sie nicht unter Totalkontrolle stellt. Graichens Handwerkerproblem würde sich damit erheblich verschärfen.

Natürlich wäre Herrmanns Gesellschaft eine Diktatur, noch nicht einmal eine weiche, sondern eine Ordnung, die sogar noch tiefer in das Privatleben jedes Einzelnen eingreift als die untergegangene Herrschaftsform im Ostblock. Anders als dort stünde auch kein gehaltloses Wohlstandsversprechen am Anfang, sondern gleich die Ankündigung von Enteignung, Überwachung und Strafe. Die in Deutschland und anderswo seit Generationen auftretende Figur des „guten Hirten“ (Karl Heinz Bohrer) mäße in Zukunft also den in Heloten verwandelten Bürgern jedes einzelne Gebrauchsgut zu. In dieser Welt müssten Helfer des Hirten natürlich mit dem CO2-Argument auch jeden Schwarzmarkt verfolgen, jede Schwarzheizung und jedes illegale Huhn auf dem Balkon. Aber bei aller Menschenfeindlichkeit lässt sich nicht abstreiten, dass Herrmann ein wirklich stringentes Modell entwirft, anders als Graichen, der den Staat zwar zum gleichen Endzweck umbauen möchte wie sie, bei Weg und Mitteln dorthin aber vage und widersprüchlich bleibt.

In ihrem Buch „Das Ende des Kapitalismus“ geht Herrmann ins Detail, beispielsweise, indem sie einen Einheitsspeiseplan entwirft, der „500 Gramm Obst und Gemüse, 232 Gramm Vollkorngetreide oder Reis, 13 Gramm Eier und 7 Gramm Schwein“ vorsieht. „Auf den ersten Blick“, schreibt sie, „mag dieser Speisezettel etwas mager wirken, aber die Deutschen wären viel gesünder, wenn sie ihre Essgewohnheiten umstellten. Rationierung klingt unschön. Aber vielleicht wäre das Leben sogar angenehmer als heute, denn Gerechtigkeit macht glücklich.“
Für Selbstgerechtigkeit trifft das auf jeden Fall zu, wie jedes Porträtfoto der taz-Autorin beweist.

In den siebziger und achtziger Jahren begründeten die westdeutschen Linken ihren Kampf gegen die Atomenergie mit dem Argument, die Kernkraftwerke mit Endlagern und dem nötigen Sicherheitsapparat führten zwangsläufig in den ‚Atomstaat‘ und damit zum Ende der Demokratie. Bekanntlich transformierte die Nukleartechnik weder Deutschland, Frankreich, Finnland noch andere Staaten in eine technokratische Diktatur. Die historische Pointe liegt darin, dass gerade ein Staat ohne Kernkraft, fossile Kraftwerke, Kraftstoffe und deshalb ohne ausreichend Energie sehr viel wahrscheinlicher auf genau diese Rutschbahn gerät, die im rationierten Glück durch Armut endet.

Auffälligerweise stehen die Kapitalismusverächter und Ressourcenzuteiler untereinander im harten Wettbewerb um Auflagen und Talkshowpräsenz. Neben Herrmann wirbt die Schrumpfpredigerin Maja Göpel für eine neue Ordnung durch Umverteilung; auf dem evangelischen Kirchentag ruft Heinrich Bedford-Strohm zur „schöpfungsgerechten Fortbewegung“ auf, wobei er vermutlich nicht seinen früheren Dienstwagen meint, einen BMW Plug-in Hybrid 745Le Drive, Listenpreis 106400 Euro. Jedenfalls nicht für alle. Entsprechende Verzichtsermahnungen gibt es bekanntlich auch in einer Art Dauerschleife von den öffentlich-rechtlichen Anstalten, die, ganz nebenbei, ab 2025 einen deutlich höheren Rundfunkbeitrag fordern.

Wenn eine Bewegung zwar bis jetzt noch keine Breite in der Bevölkerung gewinnt, aber sehr deutlich an Macht, dann rückt nach der Zustandsbeschreibung die Frage in den Mittelpunkt, wo die Wurzeln ihrer Ideologie liegen. So viel vorab: Sie reichen weit hinter die Klimadebatte zurück, sogar weit hinter den Club of Rome. In einer Hinsicht arbeiten Herrmann, Göpel und andere wirklich ressourcenschonend. Denn buchstäblich nicht ein Komma von dem, was sie vortragen, ist neu. Sie hantieren ausschließlich mit wiederaufbereiteter, bestenfalls neu abgemischter Importware, die nach 1945 entstand, und zwar fast ausschließlich in den Vereinigten Staaten.
Warum markiert gerade die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg den Beginn einer Denkschule, die Pascal Bruckner viele Jahrzehnte später – in kritischer Absicht wohlgemerkt – mit „sauver la terre, punir l’homme“ zusammenfasste, ‚die Erde retten, den Menschen bestrafen‘?

In der Wirtschaftsgeschichte gelten die Jahre zwischen 1914 und 1945 als Phase der großen globalen Unterbrechung. Nach dem steilen Produktivitätsanstieg ab 1880 flachte sich die Wachstumskurve bei Konsum, Ressourcenverbrauch und vielen anderen Kennzahlen in den Industrieländern in dieser Zeit von zwei Weltkriegen, Spanischer Grippe und Depression deutlich ab. Die Rüstungsindustrien stießen zwar bis dahin unvorstellbare Gütermengen aus, allerdings bestimmt zur möglichst schnellen wechselseitigen Vernichtung. Als nach 1945 die aufgebauten Industriekapazitäten für das zivile Leben produzierten, schoss das globale Sozialprodukt, der Konsum, der Energie- Wasser und Düngerverbrauch und das Bevölkerungswachstum steil in die Höhe. Das vor allem in den Industriestaaten, aber auch, wenn auch in sehr viel bescheidenerem Maß, in früher abhängigen Großregionen wie Indien. In dem Phänomen, das Umwelthistoriker später „The Great Acceleration“ nennen sollten, die ‚Große Beschleunigung‘, sah eine ganze Reihe von Theoretikern eine katastrophale Fehlentwicklung. Die Wohlstandszunahme in ihren westlichen Ländern machte ihnen Sorge, noch mehr aber die Aussicht, dass sich auch für ehemals unterworfene Länder die Chance öffnete, der Armut zu entkommen.

Als einer der ersten aus dieser Intellektuellenriege verfasste der amerikanische Umwelttheoretiker William Vogt 1948 das Manifest „Road to Survival“ („Der Weg des Überlebens“), in dem er den Untergang der Zivilisation vorhersagte, sollte es nicht gelingen, Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum durch entschiedene Eingriffe zu bremsen. Und das nicht überall, sondern zunächst erst einmal dort, wo sich erste zarte Spuren des Armutsrückgangs zeigten. Vogt warf dem britischen Kolonialregime vor, die Lebensbedingungen auf dem indischen Subkontinent in unverantwortlicher Weise verbessert zu haben. „Vor der Pax Britannica“, schrieb er, „zählte Indien eine Bevölkerungszahl von weniger als 100 Millionen Menschen. Die Bevölkerungszahl wurde in Balance gehalten durch Krankheit, Hungersnot, Gewaltsame Auseinandersetzungen. In bemerkenswert kurzer Zeit gelang es den Briten, den gewaltsamen Auseinandersetzungen ein Ende zu setzen, Hungersnöte erheblich zu reduzieren, indem Bewässerungssysteme gebaut, Vorratsspeicher angelegt und Nahrungsmittel in schwerer Zeit importiert wurden. Während wirtschaftliche Konditionen und Hygieneverhältnisse verbessert wurden, blieben die Inder bei ihren Gewohnheiten und vermehrten sich mit der Verantwortungslosigkeit des Kabeljaus.“

In seinem enorm einflussreichen und vielfach übersetzten Buch stellte Vogt also nicht die zivilisatorischen Errungenschaften in den USA und anderswo im Westen in Frage. Er fand nur, dass außerhalb dieser Zone radikal schlechtere Bedingungen herrschen sollten. Anders sei es nicht möglich, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Es ging nicht darum, um Pascal Bruckners Wort zu bemühen, alle Menschen zu bestrafen, sondern nur bestimmte, denen Vogt und kurze Zeit später andere Vordenker einen geringeren Wert zumaßen als ihnen selbst. Bei Willam Vogt handelte es sich um einen Pionier dieser Denkschule. Zum intellektuellen Star stieg etwas später der Biologe Paul Ehrlich mit seinem Buch „The Population Bomb“ („Die Bevölkerungsbombe“) auf, 1968 herausgegeben und mit einem starken Echo versehen durch den einflussreichen Sierra Club unter seinem damaligen Präsidenten David Brower. In dem Doomsday-Stil, der Jahrzehnte später auch die Klimadebatte bestimmen sollte, stellte Ehrlich fest, „die Schlacht, die gesamte Menschheit zu ernähren“, sei schon verloren. Es könnte nur noch um Notprogramme gehen, um das Allerschlimmste zu verhindern. Sein Rettungsvorschlag sah eine strikte Kontrolle des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachswachstums durch Aufsicht, Verteilung und Rationierung vor. In seinem Buch und seinen späteren Äußerungen nahm er nicht nur die Entwicklungsländer in den Blick, sondern auch den Westen selbst.

Der Sierra Club, 1892 von John Muir als Naturschutzorganisation gegründet, wandelte sich vor allem unter Brower zu einer Organisation, die sich mehr und mehr der Gesellschaftspolitik widmete. Sie wand sich in seiner Amtszeit grundsätzlich gegen Kernkraft (später auch gegen größere Wasserkraftanlagen, gegen Fracking, gegen Kohleverstromung sowieso). Heute handelt es sich bei dem Sierra Club um ein politisch-wirtschaftliches Konglomerat; er vertreibt Solaranlagen, unterhält eine eigene Geldsammelorganisation zugunsten von Bewerbern der demokratischen Partei und konzentriert sich auf Wachstumskritik. Umweltschutz spielt eher aus Traditionsgründen noch eine kleinere Rolle. In seiner Entwicklung steht er idealtypisch für ein Muster, das sich so ähnlich fast überall in der westlichen Degrowth-Ideologie zeigt: Angehörige der (weißen) Ober- und Mittelschicht machen sich Gedanken darüber, wie sich Ärmere unter Berufung auf die Natur am besten vom Wohlstand fernhalten lassen.

Paul Ehrlich und ein anderer von David Brower unterstützter Theoretiker, der Autor und Physiker Amory Lovins kamen schon in den siebziger Jahren zu dem Schluss, den Ulrike Herrmann Jahrzehnte später nur wiederholte: dass Energie die Schlüsselrolle für eine Politik der Wachstumsbremsung spielt. Lovins entwickelte das Konzept des „soft path“, des „weichen Wegs“, für den er nur Solar- und Windenergie als zulässig erachtete – was faktisch, da er nie darlegte, wie die nötigen Energiemengen bei wetterabhängiger Erzeugung gespeichert werden sollten, auf die Vorstellung eine Niedrigenergiegesellschaft hinauslief. Den engen Zusammenhang zwischen einem knappen und nicht zu günstigen Energieangebot und einer Wohlstandsbegrenzung stellten beide selbst ausdrücklich her. „Es wäre fast schon desaströs“, so Lovins, „wenn wir eine billige, saubere, ausgiebige Energiequelle fänden, wenn man sich nur vorstellt, was wir damit anstellen würden.“ In “An Ecologist‘s Perspective on Nuclear Power“ schrieb Ehrlich 1975: „Die Menschen mit billigem Strom im Überfluss zu versorgen wäre tatsächlich so, als drückte man einem dummen Kind ein Maschinengewehr in die Hand.“ Nirgendwo außerhalb der USA erfuhr Lovins eine größere Anerkennung als in Deutschland, wo er 2016 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhielt, und zwar mit der ausdrücklichen Würdigung, er habe das intellektuelle Fundament für die deutsche Energiewende gelegt. Das trifft auch zu. Kein anderes Industrieland der Welt folgte bisher seiner Empfehlung, eine Volkswirtschaft nur auf Solar- und Windenergie umzustellen.

Ganz allmählich verschob sich die Begründung dafür, warum Wohlstand im Interesse höherer Ziele so dringend begrenzt werden mussten. Als Ehrlichs „Bevölkerungsbombe“ 1968 erschien, bremste Chinas Führung schon nach und nach das Bevölkerungswachstum mit ihrer Zweikind-Politik. In den westlichen Ländern ging die Geburtenraten nach Einführung der Pille zurück. Die eben noch als unausweichlich beschriebene Überbevölkerungskatastrophe rückte also allmählich aus dem Zentrum des apokalyptischen Denkens, um Platz für eine mit ganz ähnlicher Rhetorik beschworenen neue Endzeitvorstellung zu schaffen, dem bevorstehenden Ende fast aller natürlicher Ressourcen. Diese Idee hob der „Club of Rome“ ab 1972 auf die internationale Debattenbühne. Nach den damaligen Berechnungen, durchgeführt vom MIT (Massachusetts Institute of Technology), würden die Goldvorräte höchstens bis 1981 reichen, Quecksilber bis 1985, 1992 das letzte Fass Erdöl gefördert, 1994 unweigerlich der letzte Kubikmeter Gas, 1993 das letzte Kilo Kupfererz.

Die Rezepte dagegen glichen grundsätzlich denen gegen die Bevölkerungsbombe, nämlich Kontrolle, Wohlstandsbegrenzung, außerdem, und das noch ausgeprägter als bei Ehrlich, Rationierung und Verteilung durch eine Elite, die am besten wusste, wem weltweit wieviel Rohstoffe zustanden. Als sich sämtliche Voraussagen vom schnellen Ende der Rohstoffe als falsch herausstellten, stieg ab den neunziger Jahren die dritte große Endzeiterzählung im „Zeitalter der Beschleunigung“ auf: die Lehre vom unmittelbar bevorstehenden Klimakollaps durch Kohlendioxidemissionen. Die Maßnahmen lauteten auch hier: möglichst strenge Gesellschaftslenkung, Wachstums- und Wohlstandsrestriktionen. Je weiter sich das Denkgebäude entwickelte, desto lauter erhob sich die generelle Forderung, den Kapitalismus als Kern des Übels abzuschaffen, wenigstens aber den Schwellenländern nicht den gleichen Zugang zum Wohlstand zu erlauben. Hier führt ein sehr direkter Weg vom Brundtland-Report der Vereinten Nationen von 1987, der die Kernkraft für Entwicklungsländer als riskant und problematisch beschrieb, bis zu dem Auftritt von Luisa Neubauer, die am Rand der Klimakonferenz in Ägypten 2022 auf den EU-Kommissar Frans Timmermans einredete, um ihn davon zu überzeugen, Gasförderungsprojekte in Afrika zu verhindern.

Erst mit dem Rückblick auf den Ausgangspunkt der „Großen Beschleunigung“ – also die Zeit um 1945 bis 1950 – zeigt sich ein spätestens seit den Endsechzigern Denkmuster, bei denen die Überschriften wechseln, der Text darunter aber weitgehend konstant bleibt. Immer stellen westliche Technokraten und Intellektuelle aus der Mittel- und Oberschicht die Diagnose, immer steht die globale Katastrophe unmittelbar bevor und die Uhr deshalb fünf Sekunden vor zwölf. Immer lässt die Beweisführung keinen Platz für den geringsten Zweifel, jedes Mal konnte es sich bei denjenigen, die sich dem Ratschluss nicht bedingungslos unterwerfen, nur um Ignoranten und Böswillige handeln. Und spätestens seit den Siebzigern lautet der alternativlose Rat Lenkung, Planung, Rationierung, Zuteilung von Lebenschancen. Die darunterliegende Grundüberzeugung lässt sich am besten als Misstrauen gegen das selbständige Individuum beschreiben. Menschen sind demnach nicht zur Freiheit begabt; bekommen sie zu viel davon – und dieser Punkt ist schnell erreicht – dann richten sie damit nur Schaden an. Zu ihrem eigenen Besten bedürfen sie deshalb der Aufsicht durch die guten Hirten, die über bessere Einsichten verfügen als der Rest.

Zu der Begriffsprägung „Große Beschleunigung“ kam es übrigens ziemlich spät und retrospektiv auf der öffentlich nur wenig wahrgenommenen Dahlem-Konferenz zur „History of Human-Environmental Relationship“ 2005. Der Umwelthistoriker Will Steffen, einer der prägenden Figuren dieser Konferenz, schrieb später, die Wortschöpfung sei ein bewusster Rückgriff auf das Werk „The Great Transformation“ des Ökonomen Karl Polanyi von 1944 gewesen (auch diese Formel erfuhr also durch Klaus Schwab mindestens ihre Drittverwertung). Polanyi stellt darin dem Kapitalismus eine ungünstige Prognose, da er die Ungleichheit verstärke und schließlich in seinen Konflikten untergehen würde. Als Alternative empfahl er Wirtschaftslenkung jenseits des Marktes.

Zu keiner Zeit unternahmen diejenigen, die unter wechselnder Themenherrschaft eine Rettung der Welt vor den Menschen predigten – genauer: vor einer bestimmten Sorte Menschen – den Versuch einer gewissermaßen innerhumanen moralischen Begründung, warum bestimmten Ländern, Regionen und Personen weniger Lebenschancen zustehen sollten als anderen. Hier von einem blinden Fleck zu sprechen wäre untertrieben. Es handelt sich um ein blindes Zentrum im Inneren dieses Überzeugungssystems. Genauso wenig bemühen sich seine derzeitigen Verfechter, den Widerspruch zwischen einer Rationierungsgesellschaft nach dem Muster von Herrmann und den migrationspolitischen Vorstellungen aufzulösen, die in diesem politischen Milieu gleich in der Nachbarschaft siedeln. Denn die Präambel der Herrmannschen Zuteilungsgesellschaft kann nur lauten: Es gibt schon für diejenigen, die jetzt hier leben, nur sehr, sehr wenig Platz und Güter. Das Thema des Bevölkerungszuwachses in Afrika spricht auch keine Luisa Neubauer an, denn erst hier und nicht schon bei der Agitation gegen Gasförderung in Senegal zieht ihr das antirassistische Dogma die rote Linie. Nichts spaltete übrigens schon vor Jahrzehnten die Mitglieder des Sierra Clubs so sehr wie die Frage der Einwanderung in die USA.

Bei der Vorstellung, die Gesellschaft müsste zur Rettung der Natur von wissenden Hirten geleitet werden, handelt es sich um eine radikale Ungleichheitslehre und das seit ihren Ursprüngen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die große Rechtfertigung von der Weltrettung durch Wohlstandsverzicht ganzer Weltregionen spiegelt sich im Kleinen der westlichen Gesellschaften maßstabgetreu wider. Ob nun Luisa Neubauer, die in ihrem Leben mehr Flugmeilen zurücklegte als fünf Arbeiterfamilien zusammen, ob die Fernsehfigur Joko Winterscheidt, bisher vor allem mit PS-starken Autos, Hubschraubern und ähnlich CO2-intensivem Gerät auf Sendung, die jetzt gerade eine Klimarettungsserie produziert – selbstredend wieder mit reichlich Flugverkehr – ob Robert Habeck, wöchentlich unterwegs mit Dienstlimousine und Helikopter zur Einweihung eines Windparks und zwischendurch mit dem Kleinflugzeug nach Davos, um dort neue „Freiräume durch Nachdenklichkeit“ (Jürgen Kaube) zu eröffnen – fast jeder gute Hirt zeichnet sich durch einen ums vielfache größeren Kohlendioxidfußabdruck aus als diejenigen, die sie zur strengen Diät auffordern. In die Kategorie gehört auch der FAZ-Feuilletonautor, der am 10. Mai 2023 in einem Text über eben jene „Große Beschleunigung“ schrieb:

„Die universalisierte Figur des Spießers, der sich mit seinem kleinen Glück begnügt, und dem gewiss nichts ferner liegt, als die Welt zu verändern, könnte sich als die gefährlichste Spezies erweisen, welche die Erde in ihrer viereinhalb Milliarden Jahre langen Geschichte beheimaten sollte.“

Interessant daran wirkt vor allem, dass der Autor den von ihm verachteten Spießer, der für sich nur ein kleines Stück Wohlstand und Sicherheit wünscht, als eigene Spezies innerhalb der Menschheit anspricht. Aber das folgt nur konsequent aus der Haltung, anderen per Definition nicht die gleichen Glücks- und Artikulationschancen einzuräumen, die der FAZ-Redakteur selbst beansprucht. Er dürfte auch ahnen, dass sein Lebensstil mit Fernreisen und einem gehaltsangemessenen Konsum vermutlich mehr Ressourcen verbraucht und CO2 emittiert als der Spießer mit seinem Holzkohlegrill auf dem solarkraftwerkslosen Balkon. Wenn es einerseits so etwas wie ein blindes Zentrum in diesem Denken gibt, dann auch ein unausgesprochene, aber immer innerlich mitgesummtes Credo: Ich rechtfertige meinen Wohlstand, indem ich den von Ärmeren bekämpfe. Und das natürlich nicht aus kultureller Verachtung, sondern zur Rettung von Mutter Gaia.

Ulrike Herrmann fällt nicht nur durch ihre brutale Ehrlichkeit beim Entwurf des Rationierungsparadieses etwas aus dem Raster, sondern auch dadurch, dass sie sich tatsächlich nicht viel aus materiellen Dingen zu machen scheint. Ihr Speiseplan deutet auf ein entschieden antihedonistisches Naturell hin, gegen das es nichts einzuwenden gibt, solange sie es jemand anderem nicht aufzudrängen versucht.

Die beiden Doomsday-Varianten Bevölkerungsbombe und Rohstoffversiegen erschöpften sich als Thema, siehe oben, nach einiger Zeit. Sie verflüchtigten sich nicht völlig, bildeten aber nicht mehr die Überschrift für die Weltlenkungsphantasie, nachdem sie ihren Fünf-Sekunden-vor-Zwölf-Ruhm hatten. Auch dem Klimaendzeitglauben steht diese thematische Erschöpfung bevor. Nicht gleich morgen, aber was seine Parolen und Gesten angeht, befindet er sich etwa im letzten Viertel seiner Laufzeit. Ein neues Großproblem drängt schon langsam herauf, das der alternden Gesellschaften. Es betrifft nicht nur alle westlichen Länder ab spätestens 2030, sondern bald auch China. Selbstverständlich handelt es sich um ein schweres und ernsthaftes Problem. Das galt ja auch für die rapide Bevölkerungszunahme nach 1950, für den Umgang mit Rohstoffen. Und auch Klimaveränderungen können Länder und Regionen schwer und negativ treffen. Nur findet sich eben historisch kein einziges Beispiel, dass jemals eine technokratische Priesterkaste mit zentraler Lenkung, mit Rationierung, Technik- und Marktfeindlichkeit und verordneter Armut für andere etwas zum Besseren gewendet hätte.

Trotzdem stehen die Chancen gut, dass auch in der kommenden Demographiekrise der gleiche Typus des Hirten wieder auf die Podien klettern und verkünden wird, dass die Welt sich nur mit ihrem Großlenkungsplan und seinen immergleichen Instrumenten retten lässt.

Ihr Überzeugungssystem funktioniert deshalb so robust, weil es sich von vornherein nicht auf Erkenntnis, sondern auf Macht und Rechtfertigung richtet. Vor allem das Rechtfertigungsbedürfnis sollte niemand unterschätzen. Denn die Retter vor der Endzeitkatastrophe erleiden Zyklus für Zyklus gleich zwei narzisstische Kränkung. Einmal dadurch, dass ihre Prognosen immer wieder an der Wirklichkeit abprallen und ein anderes mal deshalb, weil eine Mehrheit der Bürger es zu allen Zeiten ablehnte, sich den guten Führern freiwillig zu unterwerfen.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Mathematisch ist beim IPCC alles falsch! Teil 4

Von Henri Masson, Professor (emeritus) an der University of Antwerp (Belgium) und Michael Limburg Dipl. Ing.

Dieser Artikel wiederholt weitgehend einen Teil des Vortrags, den der Autor Henri Masson auf der 12. jährlichen EIKE-Konferenz (München 2018) gehalten hat. Der Text, der die PowerPoint-Folien der Präsentation umgibt, ist jedoch unveröffentlicht, ebenso wie das, was den Kern dieser Studie ausmacht: die Analyse der Anpassungs-Residuen von Hadcrut 5.0.1.0-Daten durch eine Summe von Sinuskurven oder eine lineare Regressionslinie.

Das Video dazu findet man hier.

Teil 4

Der richtige Weg zur Vorgehensweise

Die Anpassung von Zeitreihen, sei es durch eine Linie, eine oder mehrere Sinuskurven oder eine andere Funktion, muss bestimmten, oft vernachlässigten Bedingungen genügen, um statistisch gültig zu sein. Eine dieser Bedingungen betrifft das Residuum der Anpassung. Dieser muss:

● keine Informationen mehr enthalten

● ● stationär sein: (nicht mit der Zeit wachsen oder abnehmen)

● ● keine signifikanten periodischen Komponenten mehr enthalten

● mit weißem Rauschen vergleichbar sein

● ● um die Regressionskurve herum gemäß einer Normalverteilung verteilt sein

● ● eine Autokorrelationsfunktion haben, die mit der von weißem Rauschen vergleichbar ist

● die Homoskedastizität einhalten (eine homogene Streuung über die Regressionskurve aufweisen).

Der Sache zuliebe und trotz aller Kritik, die in dieser Arbeit an den globalen Temperaturanomalien geübt wird, wollen wir diese Kriterien auf die Anpassung der jährlichen HADCRUT 5.0.1.0-Daten anwenden, die vom englischen Wetterdienst zusammengestellt wurden, eben weil sie vom IPCC verwendet werden; und wir wollen diese Daten verwenden, um die Qualität ihrer Anpassung durch eine Regressionslinie zu bewerten (wie es das IPCC tut, wenn es von einem globalen durchschnittlichen Temperaturanstieg von einigen Grad pro Jahrhundert spricht). Zum Vergleich wollen wir auch die Qualität der Anpassung bewerten, die mit einer Summe von Sinuskurven erzielt wird, deren Bedeutung sich im Laufe der folgenden Analyse zeigen wird.

Hadcrut-5-Daten und ihre Anpassung

Die jährlichen Hadcrut-5.0-Daten seit 1850 sind unten dargestellt (Abbildung 26). Es handelt sich dabei um die neuesten Daten, die bisher verfügbar sind:

Abbildung 26. Jährliche globale Temperaturanomalien (Hadcrut 5.0-Daten).

Im Prinzip ist diese Abbildung identisch mit Abbildung 25, die mit Daten von 2001 erstellt wurde. Der Leser wird das Ausmaß der an den vergangenen Temperaturen vorgenommenen Anpassungen zu schätzen wissen, Anpassungen, die nicht immer ordnungsgemäß dokumentiert und noch weniger überzeugend begründet sind (Abbildung 27):

Abbildung 27 Nicht immer harmlose Anpassungen der Daten. Um 2010, während einer Episode dessen, was seither als Climategate bezeichnet wird, enthüllten Whistleblower die Existenz kompromittierender E-Mails von Met-Beamten, die über Datenmanipulationen für die „Bedürfnisse der Klimasache“ berichteten, d. h. die Menschen über die Medien zu alarmieren und die politischen Entscheidungsträger zu dringendem Handeln zu bewegen. Dies sind bekannte Bestandteile des Social Engineering (eine elegantere Formel als „Massenmanipulation“, um diese Art von Verhalten zu beschreiben), die ein fester Bestandteil des Medienarsenals von Umweltschützern und Klimaalarmisten sind. Das Bedürfnis von Wissenschaftlern und Aktivisten, die Risiken und die Dringlichkeit ihrer Beseitigung zu übertreiben, ist leider zum Mainstream geworden, zum Nachteil der intellektuellen Integrität, die jede wissenschaftliche Arbeit begleiten sollte, die diesen Namen verdient.

Das Leistungsspektrum (Fourier-Transformation der Autokorrelationsfunktion) dieser Daten zeigt das Vorhandensein einer kontinuierlichen Komponente (Frequenz Null) und einiger Periodizitäten, die größer sind als die der kontinuierlichen Komponente. Diese Beobachtung rechtfertigte die Entscheidung, die empirische Kurve durch eine Summe von Sinuskurven zu beschreiben.

Abbildung 28. Leistungsspektrum der Hadcrut 5.0.1-Daten. Die gestrichelte rote Linie entspricht dem Betrag der kontinuierlichen Komponente (Nullfrequenz). Diese Frequenzen sind Näherungswerte, da sie (algorithmisch) einem Vielfachen der Abtastfrequenz geteilt durch die Länge der Datenreihe entsprechen. Diese Länge muss (algorithmisch) immer ein Exponent von 2 sein. In diesem Fall bedeutet dies 256 Messpunkte und eine Zerlegung des Leistungsspektrums in 128 Punkte (das Ergebnis einer Fourier-Analyse nach dem FFT-Verfahren ist symmetrisch, was die Anzahl der Punkte durch zwei teilt). Die maximale Frequenz beträgt 0,5 Jahre (die halbe Abtastrate nach dem Shannon-Theorem), die minimale Frequenz beträgt 1/128.

Anpassung der Hadcrut 5.0-Daten

Die folgende Abbildung 29 zeigt die jährlichen HADCRUT 5.0.1-Daten seit 1850 und ihre Anpassung durch eine Regressionslinie und eine Summe von 4 Sinuskurven, deren Parameter in der folgenden Tabelle angegeben sind. Diese Parameter wurden (Tabelle 3) durch nichtlineare Optimierung der Summe der Quadrate der Abweichungen (SSE) definiert, die minimiert werden sollten.

Abbildung 29. Anpassung der Hadcrut 5.0.1-Daten durch die Regressionsgerade (schwarz gestrichelte Linien) und eine Summe von 4 Sinuskurven (rote Kurve)

Tabelle 3. Optimierte Parameter der 4 Anpassungs-Sinusoide. Die optimalen Frequenzen unterscheiden sich von den per Leistungsspektrum erhaltenen, da letztere eine Reihe von diskreten Werten sind (Vielfache der Abtastfrequenz geteilt durch die Länge der nutzbaren Daten). Die Perioden von 22 Jahren, 60 Jahren, 120 Jahren (unter der Harmonischen von 60 Jahren) und die von etwa 300 Jahren wurden in der Literatur mit natürlichen Zyklen in Verbindung gebracht. Die Sinuskurve von 300 Jahren ist im Leistungsspektrum einer (abgeschnittenen) Zeitreihe von 256 Jahren nicht als solche zu erkennen. Sie verschmilzt mit der kontinuierlichen Komponente.

Am Rande sei bemerkt, dass die Extrapolation des sinusförmigen Ansatzes eine Stagnation der Temperaturen voraussagt, die zwei bis drei Jahrzehnte lang leicht um den aktuellen Wert schwanken, bevor sie ab 2050 wieder sinken, und dies ohne jegliches menschliches Eingreifen. Die lineare Regression sagt einen kontinuierlichen Temperaturanstieg in der Größenordnung von 0,5 °C pro Jahrhundert voraus, ohne dass der Mensch eingreift; damit würden noch vier Jahrhunderte verbleiben, bevor die verhängnisvollen zwei Grad erreicht werden, bei deren Überschreitung die Alarmisten (ohne rationale Begründung) irreversible Klimakatastrophen vorhersagen.

Es gäbe also keinen Klimanotstand, unabhängig davon, welcher Ansatz gewählt wird.

Qualität der Anpassung

Die Qualität einer Zeitreihenanpassung wird in der Regel durch den Vergleich der Quadratsummen der Anpassungsresiduen (SSE Sum of Squared Errors) bestimmt, die minimiert werden sollten. Da diese Summe von der Anzahl der Messpunkte abhängt, wird, wenn die zu vergleichenden Zeitreihen unterschiedlich lang sind, vorzugsweise das Bestimmtheitsmaß R² verwendet, berechnet mit der folgenden Formel:

In dieser Formel:

N ist die Anzahl der Punkte in der Zeitreihe

yi die in der Zeitreihe enthaltenen Werte

ŷ die entsprechenden bereinigten Werte

σ² die Varianz der in der Zeitreihe enthaltenen Daten

R² misst den Prozentsatz der Gesamtvarianz der Daten, der durch ihre Anpassung erklärt wird. Wie aus der nachstehenden Tabelle hervorgeht, führt in diesem Fall die Anpassung durch 4 Sinuskurven zu einem Wert von R² = 0,91, der der linearen Regression = 0,65.

Tabelle 4. Bewertung der Anpassungsqualität von Hadcrut 5.0-Daten durch 4 Sinuskurven und eine lineare Regression. Die 4 Sinuskurven erklären 91 % der Gesamtvarianz, während die lineare Regression 64 % erklärt.

Dieses Ergebnis ist nicht überraschend, da bei der Anpassung durch 4 Sinuskurven 12 Parameter verwendet werden (viermal eine Amplitude, eine Frequenz und eine anfängliche Phasenverschiebung), während die lineare Regression nur zwei verwendet. Es ist anzumerken, dass die Hinzufügung einer fünften Sinuskurve zum Sinusmodell nur einen marginalen Qualitätsgewinn bedeuten würde. Dies würde man als parametrische Überdimensionierung bezeichnen.

Überprüfung der Anwendungsbedingungen der Anpassungsverfahren.

Die erste Überprüfung ist rein visuell und besteht darin, die Entwicklung der Residuen in Abhängigkeit von der Zeit zu untersuchen. Beachten Sie, dass diese folgende Bedingungen erfüllen müssen:

● stationär, ohne zunehmende, abnehmende oder schwankende Tendenz mit der Zeit

● symmetrisch um den Nullpunkt verteilt, sonst führt die Anpassung zu einer Verzerrung

● Homogen (ohne Streuungsschwankung) um ihren Mittelwert Null über die Zeit verteilt

Abbildung 30 zeigt, dass die Residuen, die der Anpassung durch 4 Sinuskurven entsprechen, diese drei Bedingungen in etwa erfüllen; dies ist bei den Residuen der linearen Regression nicht der Fall:

Abbildung 30. Entwicklung der Residuen der Anpassung der Hadcrut 5.0-Daten. Oben die Anpassung durch 4 Sinuskurven, unten die Anpassung durch die Regressionsgerade. Die Sinusoid-Anpassung führt zu Residuen, die zwar nicht exakt qualifiziert sind, aber viel näher an den Residuen liegen, die sich aus der linearen Regressionsanpassung ergeben.

Das zweite Kriterium der Anpassungsqualität bezieht sich auf die Amplitudenverteilung der Residuen, die im Idealfall einer Normalverteilung folgen sollte. Dies lässt sich visuell beurteilen, wie in der nachstehenden Abbildung dargestellt, indem man ein Diagramm erstellt, das dem Histogramm der Residuen eine Normalverteilung mit demselben Mittelwert und derselben Standardabweichung überlagert. Auch hier ist zu erkennen, dass die Verteilung der Residuen der Sinusanpassung näher an der theoretischen Kurve liegt als die Verteilung der Residuen der linearen Regression, die auch in diesem Fall eindeutig bimodal ist.

Abbildung 31. Histogramm der Residuen im Vergleich zu einer Normalverteilung. Oben für die sinusförmige Anpassung, unten für die lineare Regression.

Ein anderer visueller Ansatz ist die Erstellung eines QQ-Diagramms, in dem die Dezile oder Perzentile (Unterteilung der Punktpopulation in 10 bzw. 100 gleiche Teile) der Normalverteilung auf der Abszisse und die der Residuen-Verteilung auf der Ordinate aufgetragen werden. Im Idealfall sollten die Punkte genau mit der aufsteigenden Diagonale der Abbildung übereinstimmen.

Abbildung 32. QQ-Diagramm der Residuen im Vergleich zu einer Normalverteilung. Oben: Sinusförmige Anpassung. Unten, lineare Regression. Im Idealfall sollten die Punkte auf die Diagonale fallen. Es ist zu erkennen, dass die Residuen der linearen Regressionsanpassung weiter und an den Enden sogar erheblich abweichen.

Mit einem der zahlreichen Hypothesentests kann auch die Übereinstimmung mit einer Normalverteilung geprüft werden. Unter diesen Tests gehören die Tests von Shapiro-Wilkinson und Agostino-Pearson zu den effizientesten. Die sinusförmige Anpassung besteht beide Tests, während die lineare Regressionsanpassung beide Tests nicht besteht (Tabelle 5):

Tabelle 5. Zwei Konformitätstests mit einer Normalverteilung. Links die Verteilung der Residuen einer sinusförmigen Anpassung. Rechts ist die Verteilung der Residuen einer linearen Regression zu sehen. Die sinusförmigen Anpassungsresiduen der Hadcrut-Daten bestehen beide Tests, im Gegensatz zu den linearen Anpassungsresiduen.

Der letzte Punkt ist zu prüfen, ob die Residuen mit weißem Rauschen vergleichbar sind. Eine gängige Methode zur Durchführung dieser Prüfung ist die Untersuchung der Autokorrelations- und partiellen Autokorrelationsfunktionen der Anpassungsresiduen und der Vergleich der Ergebnisse mit den 95 %-Konfidenzintervallen von weißem Rauschen (siehe Abbildung 33 unten).

Zur Erinnerung: Die Autokorrelationsfunktion entspricht der folgenden Formel:

Wobei N die Anzahl der Daten x der Zeitreihe, τ der Offset und σ² die Varianz ist.

Auch hier besteht die Anpassung durch 4 Sinuskurven den Test mehr oder weniger gut, während die Residuen der linearen Anpassung weitgehend versagen.

 

Abbildung 33. Autokorrelationsfunktionen und partielle Autokorrelation der Residuen. „4 Sinuskurven“ bedeutet sinusförmige Anpassungsresiduen; „Linear“ die einer linearen Regression, „Korrelationsdiagramm“ die Autokorrelationsfunktionen und „Partielles Korrelationsdiagramm“ die partiellen Autokorrelationsfunktionen. Bei letzteren handelt es sich um Autokorrelationsfunktionen, die um die Auswirkungen der Spitzenwerte, die kleineren Verschiebungen entsprechen, „bereinigt“ sind. Weißes Rauschen ergibt eine Autokorrelationsfunktion mit einer anfänglichen Spitze bei Nullverschiebung und dann unbedeutenden Schwankungen, die dem Rauschen entsprechen. In den Abbildungen geben die schraffierten Bereiche die Grenzen des 95%-Konfidenzintervalls an. Damit eine Anpassung gültig ist, müssen die Autokorrelationsfunktionen ihrer Residuen innerhalb der Grenzen dieses Konfidenzintervalls für weißes Rauschen bleiben. Bei der Anpassung durch 4 Sinuskurven wird dies mit zwei Spitzenwerten erreicht. Die Regressionsgeraden-Anpassung scheitert weitgehend, da die Autokorrelationsfunktion typisch für nicht-stationäre Daten ist. Die partiellen Autokorrelationsfunktionen sind sehr ähnlich; sie haben beide eine leicht signifikante Spitze für eine 38-jährige Verzögerung. Und signifikante Spitzen für 1-Jahres-Verzögerungen; diese Spitze hat die doppelte Amplitude im Fall der linearen Anpassung.

Die Ergebnisse der durchgeführten Residuen-Analyse sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst:

Tabelle 6. Zusammenfassung der Übereinstimmungsanalyse

Das Urteil ist endgültig: Keine der Bedingungen für die Gültigkeit einer Zeitreihenanpassung wird durch eine auf Hadcrut 5.0-Daten angewandte Regressionslinie erfüllt. Diese Feststellung bedeutet auch und vor allem, dass jede Extrapolation einer linearen Regression, die auf Hadcrut 5.0-Daten angewendet wird, statistisch unzulässig ist. Und dennoch…

Bevor wir zum Schluss kommen und um das Konzept der Temperaturanomalien endgültig zu desakralisieren, können wir sehen, dass sie in der Tat nichts anderes sind als das Ergebnis der Anpassung der Temperaturdaten durch ein Verfahren der „wirklich rudimentären Projektion“: Wir untersuchen das Ergebnis einer Anpassung der Daten durch den Durchschnitt, der über einen festen Zeitraum von 30 Jahren berechnet wird, der am Anfang des Messfensters endet, das sich selbst über einen Zeitraum von 30 Jahren entwickelt, bevor es zurückgesetzt wird. Es handelt sich nicht einmal um ein einfaches Verfahren des gleitenden Durchschnitts, da der Bezugszeitraum nicht dem Messpunkt „folgt“. Und natürlich erfüllt dieser Rückstand nicht die oben beschriebenen Bedingungen. Daraus lässt sich nur ableiten, dass die Verwendung von Temperaturanomalien eine schlechte, statistisch nicht abgesicherte Technik zur Temperaturanpassung ist, mehr nicht.

Schlussfolgerungen

Lokale Daten von Wetterstationen, Messungen der Meerestemperatur (sei es durch Versenkung, Kühlwasser-Temperaturmessung oder Bojen) oder Satelliten unterliegen Mess- und Kalibrierungsfehlern, die sie nicht vollständig miteinander kompatibel machen, und sind noch weniger in der Lage, kleinste Temperaturschwankungen von Jahr zu Jahr zu erkennen, die sich mit experimentellen Fehlerkreuzungen vermischen.

Das Konzept der globalen Temperaturanomalie hat nicht nur keine physikalische oder geografische Bedeutung, sondern leidet auch unter einem Mangel an räumlicher und zeitlicher Repräsentativität und erzeugt falsche Trends und Verzerrungen bei Vorhandensein zyklischer Komponenten in den Rohdaten. Es wird daher dringend davon abgeraten, Temperaturanomalien zur Rechtfertigung klimapolitischer Maßnahmen zu verwenden.

Andererseits sind die klimatischen Folgen lokal. Das IPCC stützt seine die Empfehlungen rechtfertigenden Projektionen auf globale Zirkulationsmodelle, die mit globalen Temperaturanomalien kalibriert sind. Diese Modelle sind nicht in der Lage, lokale, ja sogar regionale Temperaturschwankungen zu beschreiben, und zwar beim derzeitigen Stand ihrer Entwicklung und den Fähigkeiten der Supercomputer, die für die Durchführung der nötigen langen und komplexen Berechnungen erforderlich sind.

Trotz dieser Kritikpunkte und um die Analyse der IPCC-Praktiken zu vervollständigen, wurde die Zeitreihe HADCRUT 5.0.1 der globalen Temperaturanomalien analysiert, die vom British Met entwickelt wurde und vom IPCC weitgehend zur Kalibrierung seiner Modelle verwendet wird.

Diese Analyse zeigt deutlich die statistische Legitimität der Annäherung an die jährlichen Klimadaten HADCRUT 5.0.1 durch eine Summe von 4 Sinuskurven, im Gegensatz zu einer linearen Regression, die die meisten Bedingungen ihrer Anwendbarkeit in diesem Fall verletzt und die daher zu Schlussfolgerungen führt, die sicherlich alarmierend, aber vollkommen unbegründet sind.

Es sei daran erinnert, dass, auch wenn dies gängige Praxis ist, nicht besagt, dass die beste Anpassung der vorhandenen Daten auch die beste Projektion in die Zukunft ergibt.

Die Extrapolation lokaler Klimadaten, der Vergleich der verschiedenen Anpassungs- und Projektionsmethoden, die dem „Stand der Technik“ entsprechen (multiple Regressionen, Dekomposition, Arima, neuronale Netze usw.), die Definition der Konfidenzintervalle dieser Projektionen unter Berücksichtigung der Fehlerfortpflanzung, die Erkennung einer möglichen chaotischen Signatur (durch die so genannte nichtlineare Analyse) und in einigen Fällen sogar die Grenzen des Vorhersagehorizonts (durch die Sichtbarkeitskarte) werden in den kommenden Monaten erneut veröffentlicht werden.

Jedem seine Wahrheit, wir wollen Sie nicht überzeugen, sondern Ihnen helfen, das, was man Ihnen über das Klima erzählt, auf der Grundlage einiger elementarer mathematischer Überlegungen kritisch zu reflektieren.

Ende

Wer den ganzen Bericht lesen will hier ist er als pdfIPCC has it all wrong Li-Edition Deutsch