Abschied von der Aufklärung

Wissensanmaßung oder Gnostizismus in den Simulationsmodellen

Edgar L. Gärtner

Wie sinnvoll ist es, die Verrücktheiten der Grünen aller Parteien mit dem Hinweis auf die europäische Aufklärung zurückzuweisen? Können sich die Grünen doch, wie es scheint, ebenso auf die Tradition der Aufklärung berufen wie ihre Kritiker. Besonders klar bekennen sich die Grünen zur Aufklärung, wenn sie sich als Musterschüler der US-Neocons gerieren. Deren Anliegen ist global governance, die Beherrschung der Welt durch die analyrische Ausschaltung des gesunden Menschenverstandes.

Warum war im Paradies das Naschen vom Baum der Erkenntnis (von Gut und Böse) verboten? Die Mehrzahl derer, die sich heute auf die Aufklärung berufen, stellen sich diese Frage wohl gar nicht. Es geht hier selbstredend nicht darum, dem menschlichen Erkenntnisdrang grundsätzliche Grenzen zu setzen, sondern die Menschen davor zu warnen, selbst Gott zu spielen. Es geht gleichzeitig darum, die Menschen vor dem „Verlust der Mitte“ und dem Ende der Kontemplation durch die Anhäufung zusammenhangslosen Wissens zu bewahren. Nach Auffassung der historischen und aktuellen Aufklärer kann und sollte es prinzipielle Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit gar nicht geben. Die Begründung dafür lieferte das streng deterministische Weltbild des mechanischen Materialismus, das sich auf die Gravitationstheorie des englischen Mathematikers und Münzmeisters Sir Isaac Newton (1643 – 1727) stützte. Newton fand für die vom deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571 – 1630) entdeckten elliptischen Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne die heute noch gültige mathematische und physikalische Erklärung. Was Gravitation ist und wie sie zustande kommt, wissen wir bis heute nicht. Es gibt darüber nur mehr oder weniger gewagte Vermutungen.

Die viel zitierte newtonsche Formel für die exakte Berechnung der Gravitationskraft gilt allerdings nur für die Anziehung zwischen zwei Himmelskörpern. Schon die Wechselwirkung zwischen drei Körpern ist mit dem newtonschen Instrumentarium der Differential- und Integralrechnung, wie es sich später zeigte, nicht mehr analysierbar. Newtons Formel galt und gilt noch heute nur für ein stark vereinfachtes Modell mit nur zwei Himmelskörpern, nicht jedoch für die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Sonne, Planeten und Trabanten im realen Sonnensystem. Über die grundsätzliche Unlösbarkeit des „Dreikörperproblems“ informiert dieser Blog-Beitrag eines Physikers: Unlösbar und faszinierend: Das Dreikörperproblem – Astrodicticum Simplex (scienc2eblogs.de). Newton bestätigte insofern die vom italienischen Dominikaner-Mönch Thomas von Aquin (1225 – 1274) aus logischen Überlegungen abgeleitete Erkenntnis, dass die Welt für uns Menschen zwar grundsätzlich erkennbar, in ihrer Gänze jedoch unbegreifbar bleibt, weil auch der schärfste Menschenverstand nur Teilwahrheiten erkennen kann. Doch das wollten Newtons Bewunderer, die sich als „Aufklärer“ hochstilisierten und über die mittelalterliche Scholastik lästerten, nicht wahrhaben. Sie zogen es vor, sich über das finstere und abergläubische Mittelalter lustig zu machen und stattdessen weiterhin die Illusion zu pflegen, Newtons Formeln seien der Schlüssel für das Verständnis des ganzen Universums.

Kants verführerische Aufklärungs-Definition

Immanuel Kants viel zitierte Definition der Aufklärung von 1784 (in der Septemberausgabe der Berlinischen Monatsschrift) klingt schon auf den ersten Blick verführerisch, weil sie die emanzipatorischen Sehnsüchte des aufstrebenden deutschen (Bildungs-)Bürgertums auf den Begriff bringt, kann aber auch als Antithese zum alttestamentarischen Verbot, vom Baum der Erkenntnis zu essen, gelesen werden: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ „Sapere aude!“ (wörtlich: „Wage zu wissen!“) kann allerdings leicht zum Wahlspruch eines Régimes werden, in dem das sokratische Bekenntnis, nichts zu wissen, als verabscheuungswürdige und strafbare Sünde gilt. So zeugt schon Kants Definition der Aufklärung von der Versuchung, Modelle als Realität auszugeben, um das Eingeständnis von Zweifel und Unwissenheit angesichts einer unübersichtlichen Problemlage zu vermeiden.

Newton selbst war da offenbar vorsichtiger. Denn in seinen Schriften finden sich etliche Hinweise auf göttliche Eingriffe, die die Systeme kreisender Himmelskörper vor dem Kollaps bewahren. Erst lange nach Newtons Tod wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, dass er einen großen Teil seiner Zeit mystischen Betrachtungen und alchimistischen Experimenten widmete. Diese erscheinen heute weniger als Irrwege eines ansonsten streng vernunftgeleiteten Geistes, sondern als eine ganzheitlichen Sinn suchende Ergänzung der analytisch-mathematischen Herangehensweise. Newton kann also gewiss nicht als Urheber des mechanistischen Weltbildes der Aufklärung gelten.

Laplace und Napoleon Bonaparte

Mehr als auf Newton geht das mechanistische Weltbild im Kern auf den „Traité de Mécanique Céleste“ (deutscher Titel: „Abhandlung über die Himmelsmechanik“) zurück, ein fünfbändiges, für Laien schwer verständliches Werk, das der französische Mathematiker Pierre-Simon Laplace (1749 – 1827) zwischen 1799 und 1823 schrieb. Schon vor der nur Mathematikern verständlichen Himmelsmechanik hatte Laplace seine auch für Laien verständliche „Exposition du système du monde“ veröffentlicht, die er dem ihm persönlich gut bekannten Ersten Konsul Napoléon Bonaparte vorstellte. Der naturwissenschaftlich durchaus Interessierte und mit der Theorie Newtons vertraute Machthaber soll Laplace auf das Fehlen jeglicher Anspielung auf Gott hingewiesen haben. Worauf Laplace geantwortet habe, einer solchen Hypothese habe er nicht bedurft. Laplace gab sich dadurch wie sein Gegenüber als Gnostiker zu erkennen. Der Gnostizismus ist das, was die Aufklärung von der mittelalterlichen Scholastik unterscheidet. Der Begriff „Gnostizismus“ verweist auf die spätantike Gnosis, eine häretische Bewegung, die streckenweise dem Christentum Konkurrenz machte beziehungsweise dieses zu unterwandern versuchte. Wie der moderne Gnostizismus übte sich schon die antike Gnosis darin, die Welt als berechenbar und daher vorausschaubar darzustellen, d.h. etwas zu wissen vorzugeben, was Menschen nach aller Erfahrung gar nicht wissen können, und das dann autoritär festzulegen und, wenn nötig, mit physischer Gewalt durchzusetzen.

Alternative, von der Bibel inspirierte Sichtweisen, die die Bedeutung des Zufalls und den Einfluss des Geistes hervorhoben, galten fortan als rückschrittlich, wenn nicht als reaktionär. In Wirklichkeit gibt es Wunder jeden Tag. Man darf sie nur nicht, wie viele Aufklärer, wegdefinieren. Aktive geistige Gleichschaltung ist eine Erfindung beziehungsweise Errungenschaft der kontinentaleuropäischen Aufklärung. (Für die schottische und skandinavische Aufklärung gilt das nicht in gleichem Maße.) Dabei ist es durchaus nicht so, dass Laplace und seine Nachfolger die Rolle des Zufalls in der Entwicklung von Natur und Gesellschaft leugneten. Im Gegenteil verdanken wir wesentliche Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung gerade Laplace. Deren Ziel war aber nicht die Anerkennung der Offenheit von Entwicklungen, sondern deren Berechenbarkeit.

Seinen pointierten Ausdruck fand das deterministische Weltbild im „Laplaceschen Dämon“ – ein Ausdruck, der gar nicht von Laplace selbst stammt. Laplace sprach im Vorwort zu seinem „Essai philosophique sur les probabilités“ (1814) von einer höheren Intelligenz, die in der Lage wäre, aus der Kenntnis aller Bewegungsgesetze der kleinsten Atome wie der größten Himmelskörper sowie deren Anfangsbedingungen auf den zukünftigen Systemzustand zu schließen, d.h. zu einer so gut wie alles erklärenden Weltformel zu gelangen, mit deren Hilfe die Zukunft berechnet werden kann.

Aufklärung und Gnostizismus

Die vorgeblich auf Schwarmintelligenz beruhende Online-Enzyklopädie Wikipedia stellt denn auch beim Stichwort „Aufklärung“ schon einleitend durchaus zutreffend fest, dass die Bewegung der europäischen Aufklärung etwas mit Gnostik zu tun hat: „Der Begriff Aufklärung ist eng verbunden mit der frühmodernen Verurteilung des Mittelalters als einer Epoche der Dunkelheit und des finsteren Aberglaubens, die im Vergleich zur Antike als rückständig galt. Die Neuzeit sollte der Dunkelheit des Mittelalters das Licht der Erkenntnis entgegensetzen. Die Lichtmetaphorik konnte von der Antike übernommen werden: Vom Licht der Erkenntnis wurde in der griechischen Philosophie (zuerst von Parmenides), in der spätantiken Gnostik sowie in der Bibel gesprochen. Der Ausdruck ist zugleich mit einer Bemühung um Klarheit der Begriffe (clare et distincte) als Maßstab der Wahrheit verbunden – etwa bei René DescartesGottfried Wilhelm Leibniz und Johann Heinrich Lambert. Der Gebrauch des englischen Verbs „to enlighten“ und des Partizips „enlightened“ war seit dem 17. Jahrhundert üblich. Sie bedeuten „Verständnis schaffen“ und „aufgeklärt“ im Sinne von „über eine Sache erhellend informiert“. Das Substantiv „Enlightenment“ wurde erst im 20. Jahrhundert als Epochenbegriff gängig.[1] Der deutsche Ausdruck Aufklärung wurde um 1770 üblich.“

So weit Wikipedia. Die meisten Historiker sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem gnostischen bzw. mechanistischen Weltbild und dem Terror der französischen Revolution von 1789 bis 1794. Es zeigte sich hier die Skrupellosigkeit von allen Zweifeln hinsichtlich einer ihnen angeblich leuchtenden Zukunft befreiter Menschenmassen. Die Rolle des allwissenden Dämons nahm zumindest in Frankreich und in weiteren Ländern, die sich an Frankreich orientierten, schon bald der moderne Nationalstaat ein (wobei für mich nicht die Nation, sondern der Staat das Problem ist).

Obwohl bereits Newton an der Lösung des Drei-Körper-Problems scheiterte, hielt sich bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Glaube, mit irgendwelchen Rechentricks werde das vielleicht eines Tages doch noch gelingen. Im Jahre 1888 zeigte der französische Mathematiker Henri Poincaré (1854 – 1912) schließlich, dass Differentialgleichungssysteme für die Bewegung von drei Himmelskörpern grundsätzlich nicht durch Integration analytisch lösbar sind. Heute umgeht man dieses Problem durch die hilfsweise Einführung von (Pseudo-)Zufallszahlen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen nach der Monte-Carlo-Methode o.ä. Diese Hilfskonstruktion wird in dem der MIT-Studie „Die Grenzen des Wachstums“ (1972) zugrunde liegenden „Weltmodell“ angewandt. Dieses vom neo-malthusianistischen Club of Rome in Auftrag gegebene Modell bleibt damit wie spätere Computersimulationen der Ausbreitung von Coronaviren durch Neil Ferguson vom Londoner Imperial College ganz dem mechanistischen Weltbild verhaftet. Diese Simulationsmodelle prophezeiten Hunderttausende, wenn nicht Millionen von COVID-Todesopfern und dienten der Rechtfertigung der Aussetzung von Grundrechten durch den „Lockdown“.

Die Quantenphysik überwindet die mechanistische Illusion

Ob und inwieweit Albert Einsteins Relativitätstheorie (1905) dem mechanistischen Weltbild widerspricht, bleibt dahingestellt. Von Einstein selbst stammt bekanntlich der Ausspruch: „Gott würfelt nicht.“ Er hing als Pantheist grundsätzlich dem Determinismus an. Andererseits würde die Lichtgeschwindigkeit, die nach Einsteins Formeln nicht überschritten werden kann, die Existenz des Laplaceschen Dämonen verunmöglichen, da dieser nicht über diese Grenze hinausblicken könnte. Der spätere Nachweis der zeitunabhängigen Verschränkung von Elementarteilchen machte diesen Einwand allerdings hinfällig. Wirklich überwunden wurde der Determinismus der Aufklärung erst in den 1920er Jahren durch die so genannte Kopenhagener Deutung der Quantenphysik. Dort gilt der Zufall auf Quantenebene als objektive Tatsache. Für den Aufenthaltsort von Elementarteilchen wie auch von Himmelskörpern lassen sich danach nur Wahrscheinlichkeiten angeben. Es gibt allerdings auch deterministische Interpretationen der Quantenphysik.

Berechenbar wird die Zukunft auch in deterministischen Ansätzen wie dem des theoretischen Physikers David Bohm (1917-1992) nicht. Alle stofflich-energetischen Bewegungen und Umwandlungen erscheinen in David Bohms „Holomovement“ als Projektionen aus einem unsere irdische Raumzeit umgebenden zeitlosen Hyperraum. Damit lassen sich Phänomene wie der „Spuk“ der Nichtlokalität und der verzögerungsfreien Verschränkung räumlich weit voneinander entfernter Elementarteilchen erklären, denn im zeitlosen Hyperraum gehören diese zusammen. Ohne die Annahme eines jenseitigen Hyperraums lässt sich nicht erklären, warum räumlich weit voneinander entfernte Elementarteilchen schneller als die Lichtgeschwindigkeit aufeinander reagieren können. Der Franzose Alain Aspect (geb. 1947), der Amerikaner John Clauser (geb. 1942) und der Österreicher Anton Zeilinger (geb. 1945) erhielten für ihre Arbeiten über das „Wunder“ der Raum und Zeit durchbrechenden Verschränkung von Elementarteilchen im Jahre 2022 den Nobelpreis für Physik. Der Schweizer Physiker Nicolas Gisin (geb. 1952), der auf der Basis der Theorie von Alain Aspect das erste erfolgreiche Quanten-Teleportations-Experiment durchführte, ging leer aus.

Durch Verschränkung und Teleportation wird auch dem Laien klar, dass es die Quantenphysik letzten Endes mehr mit geistigen als mit materiell-mechanistischen Prozessen zu hat. So zumindest die m.E. überzeugende Argumentation des gottgläubigen deutschen Quantenphysikers Thomas Görnitz (geb. 1943) und des ebenfalls gläubigen Nobelpreisträgers Anton Zeilinger. So musste auch der agnostische amerikanische Star-Philosoph Thomas Nagel (geb. 1937) in seinem 2013 auch auf Deutsch erschienen Buch „Geist und Kosmos. Warum die materialistische Konzeption der Natur falsch ist“ eingestehen, dass die Evolution der Organismenarten und des Bewusstseins sich einer naturalistischen Erklärung entzieht. Das hat dem alten Mann einigen Ärger eingebracht.

Quantenphysik ist keine Esoterik

Heute werden Erkenntnisse der Quantenphysik in zauberhaften technischen Werkzeugen wie dem Smartphone praktisch von jedermann tagtäglich genutzt. Doch einen spürbaren und nachhaltigen Einfluss auf das in den Köpfen unserer Zeitgenossen vorherrschende Weltbild hatte das nicht. So gelingt es modernen Scharlatanen, den Menschen mithilfe mechanistischer Modelle des Ressourcenverbrauchs, der Erderwärmung oder der Virusausbreitung Angst einzujagen. Heute überwiegt die Tendenz, alle mit der Quantenphysik zusammenhängenden weltanschaulichen Fragen in der Schublade „Esoterik“ verschwinden zu lassen. Die Enzyklopädie „Wikipedia“ geht auf den Inhalt der Bücher des Ehepaars Görnitz gar nicht erst ein und weist nur darauf hin, es gebe keine überzeugenden Hinweise auf relevante Quanteneffekte bei der Funktion des Verstandes. Deren Ansatz, die Entstehung des Bewusstseins und des Verstandes zu erklären, werde in der neurologischen und psychologischen Forschung folglich nicht weiterverfolgt. Das stimmt wohl insofern, als entsprechende Anträge auf Forschungsgelder zurzeit kaum Erfolgsaussichten haben. Doch war gerade der Begründer (wider Willen) der Quantenphysik, der praktizierende Katholik Max Planck (1858-1947), fest davon überzeugt, dass Naturwissenschaft und christlicher Glaube einander bedingen und ergänzen. Max Planck erkannte, warum die moderne Naturwissenschaft nur im christlichen Abendland aufkommen konnte: Gott gibt sich in der Bibel als Vernunftwesen zu erkennen. Er hat „diese Welt vernünftig und durch die Vernunft erkennbar geschaffen.“

Mein Freund Wolfgang Leisenberg (geb. 1942) knüpft daran in seinem 2019 erschienen Buch „Die verbo(r)gene Wirklichkeit“ an. Leisenberg war Professor für Regelungstechnik und Systemdynamik an der Technischen Hochschule Mittelhessen und leitete gleichzeitig erfolgreich ein preisgekröntes Unternehmen für energiesparende thermische Verfahrenstechnik. Er beruft sich in seinem Buch vor allem auf die Quanten-Feldtheorie des verkannten deutschen Physik-Genies Burkhard Heim (1925 – 2001). Dieser liegt ein zwölfdimensionaler Hyperraum zugrunde. Dessen erste vier Koordinaten (R3 und T1) beschreiben die Raumzeit, in der wir uns bewegen. Zum Diesseits gehören auch noch zwei Strukturkoordinaten (S2). Die übrigen sechs Koordinaten gehören zum Jenseits (Hyperraum). Zwei davon (I2) stehen für Informationen beziehungsweise Projektionen, die aus dem Hyperraum in unsere Raumzeit hineinwirken. Die in der Raumzeit experimentell nachweisbaren Felder und Teilchen erhalten dadurch ihre Eigenschaften. Die letzten vier zeitlosen Dimensionen (G4) bleiben für uns Menschen vollkommen rätselhaft. Nicht nur Heim sieht eine Steuerung unserer materiellen Welt aus dieser Dimension durch willentliche Veränderung der Wahrscheinlichkeiten, die wir wegen ihrer Unwahrscheinlichkeit als „Wunder“ wahrnehmen.

Burkhard Heim zeigte, dass das Universum nicht, wie einst von Demokrit postuliert, von Materieteilchen seinen Ausgang genommen haben kann, sondern von einer hochsymmetrischen zeitlosen Quanten-Informationsstruktur. Das führt zwingend zur Frage, welche prima causa diese Struktur geschaffen hat. Heim bestätigte so, obwohl er als Agnostiker auftrat, die Schöpfungslehre des Johannes-Evangeliums: „Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott. Alles ist durch das Wort geworden / und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben / und das Leben war das Licht der Menschen.“

Nach der Theorie des französischen Physikers Émile Charon (1920-1998) können Elektronen als elementare Träger des Bewusstseins angesehen werden. So verfügt jedes Elektron durch ein „schwarzes Mikro-Loch“ über eine „innere Raumzeit“, die gleichzeitig als Schnittstelle zum Hyperraum fungiert. Sie ist mit Photonen gefüllt, deren Muster ein individuelles Gedächtnis bilden, denn die Zeit läuft im Inneren von schwarzen Löchern rückwärts und kann so „erinnert“ werden. Mit der in schwarzen Löchern rückwärts laufenden Zeit lässt sich wohl auch das Rätsel erklären, vor dem der bekannte amerikanische Hirnphysiologe Benjamin Libet (1916-2007) stand, als er experimentell herausfand, dass unser Zentralnervensystem auf Signale reagiert, bevor diese gesendet werden.

Darwin’sche Evolutionstheorie als Dogma

Als Gipfel der europäischen Aufklärung gilt heute beinahe unumstritten die Theorie der Evolution der Organismenarten durch Natürliche Zuchtwahl von Charles Darwin (1809 – 1882) und dessen Ideengeber Thomas Robert Malthus (1766 – 1834). Gerade Malthus gilt noch heute mit seinen düsteren Prophezeiungen von Überbevölkerung und Hungersnöten auf der Grundlage eingängiger mathematischer Formeln als Urbild eines Aufklärers. Erstmals dargelegt hat Malthus seine dystopische Bevölkerungstheorie im „Essay on The Principles of Population“ im Jahre 1798. Im Jahre 1820 kam er im umfassenderen Werk „Principles of Economics“ darauf zurück, änderte aber substanziell nichts an seinen Aussagen. In der Zwischenzeit war Malthus, finanziert von der kolonialistischen East India Company, zum weltweit ersten Professor für Politische Ökonomie ernannt worden. Malthus‘ in mathematische Formeln gefasste Theorie lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Menschen vermehren sich naturgesetzlich in geometrischer Progression (exponentiell), während ihre Subsistenzmittel nur in arithmetischer Progression (linear) anwachsen.

Hier finden wir die für einen Teil der Aufklärer typische Wissensanmaßung. Malthus gab sich gar nicht erst die Mühe, seine These statistisch zu belegen. Sie schien seinen Lesern in der britischen Upper Class auch so einleuchtend, weil sie den Armen mit ihrem ungebremsten Vermehrungsdrang die Schuld an ihrer Misere zuschob. Der eindeutige Klassen-Bias war ein gefundenes Fressen für die Gegen-Aufklärer Friedrich Engels (1820 – 1895) und Karl Marx (1818 – 1883), die vor allem bemängelten, dass Malthus die Rolle des technischen Fortschritts weit unterschätzte. Man hätte mit der Kritik aber noch erheblich tiefergehen und darauf hinweisen können, dass Malthus zumindest in der ersten Fassung seiner Bevölkerungstheorie die Menschen als geistlose Massen-Wesen auffasst, nicht als genetisch und geistig einmalige Individuen mit einem freien Willen. Das heißt er machte keinen Unterschied zwischen Menschen und Tieren.

Genau das erlaubte es Charles Darwin, an Malthus anzuknüpfen. Darwin konnte zwar noch nichts von Genen und Mutationen wissen. Aber er nahm die große zufällige Variabilität zwischen den Individuen der ihm bekannten Organismenarten wahr. Da brachte ihn die Lektüre der Malthus-Theorie auf die Idee, in den unterschiedlichen Überlebenschancen individueller Varianten im Kampf um Nahrung und Lebensraum (struggle for life) den Schlüssel für die Veränderung der Arten zu sehen. (Der Ausdruck „Survival oft he fittest“ stammt allerdings nicht von Darwin, sondern vom liberalistischen Sozialphilosophen Herbert Spencer.) Charles Darwin sah also eine Parallele zwischen der Arbeit von Hunderassen-Züchtern und der natürlichen Selektion. Er wusste wohl, dass es den Züchtern noch nie gelungen war, eine neue Art hervorzubringen. Bei den Naturbedingungen mochte er das jedoch nicht ausschließen, da diesen viel längere Zeiträume zur Verfügung standen.

Darwin nahm also an, das (mechanistische) Wechselspiel zwischen zufälliger Variation und strenger natürlicher Selektion könne die Evolution der Organismen-Vielfalt im kleinen wie im großen erklären. Es gibt aber keinen Beleg für die Entstehung einer Neuen Art durch natürliche Selektion. Tatsächlich trug der Darwin’sche Ansatz nichts zum Verständnis der Makro-Evolution, dem Aufkommen neuer Arten mit neuen Bauplänen und einer entsprechenden Betriebs-Software, bei. Aber auch für die (materialistische) Erklärung der Mikroevolution, die Anpassung von Organismen an veränderte Umweltbedingungen durch die Bildung von Rassen bzw. Unterarten, taugt der Darwin’sche Ansatz nach Ansicht des mir persönlich bekannten DDR-Bürgerrechtlers und unabhängigen Evolutionsforschers Michael Beleites nicht unbedingt. Alle von Neodarwinisten angeführte Paradebeispiele für Selektionsprozesse nach dem Darwin’schen Muster lassen sich nach Beleites‘ Buch „Umweltresonanz – Grundzüge einer organismischen Biologie“ (2014) auch anders erklären. Doch das scheint kaum jemanden zu interessieren. Wie kaum eine Theorie oder vielmehr unbeweisbare Hypothese zuvor wurde der Erklärungsansatz von Malthus und Darwin in Europa für bare Münze genommen. Wer sie offen in Frage stellt, beendet damit seine akademische Karriere.

Der deutsche „Meisterdenker“ Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) gründete darauf seine Diagnose: „Gott ist tot“. Ohne Gott steht der Mensch, der ohne Bezug auf seinen Schöpfer nicht definierbar ist, dann vor der Alternative, sich mithilfe technischer Manipulationen zum „Übermenschen“ weiterzuentwickeln oder in tierisches Sklavendasein abzusinken. Konsequenterweise kommen wirkliche zur Transzendenz befähigte Menschen bei Yuval Noah Harari (geb. 1976), dem Guru des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF), gar nicht vor. Es gibt dort nur mehr oder weniger intelligente Tiere: oben die kleine Minderheit der Alpha-Tiere, die sich dank eines optimierten Genoms und Hirn-Implantaten auf dem Weg zum Übermenschen wähnen, und unten eine breite Masse Zukurzgekommener, denen er nahelegt, sich die Langeweile ihres sinnlosen Daseins mit Computerspielen und Drogen zu vertreiben. Das Christentum bot demgegenüber Platz sowohl für hoch intelligente als auch für schlichte Gemüter.

Moral ist nicht wissenschaftlich begründbar

Wie ihr Urahn Malthus pflegen elitäre Vereinigungen wie staatliche Forschungsorganisationen, das WEF oder der Club of Rome die Illusion, Moral sei unter Hinweis auf Computersimulationen eines fiktiven „Treibhauseffekts“ wissenschaftlich begründbar. Eine Modell-Rechnung der amerikanischen Winter-Temperatur von Clara Deser, Laurent Terray und Adam S. Phillips, veröffentlicht 2015 in der Fachzeitschrift „Journal of Climate“ der American Meteorological Society (DOI: 10.1175/JCLI-D-15-0304.1), versucht, die Wintertemperaturen der letzten 50 Jahre (1963 bis 2012) zu modellieren, um Anhaltspunkte für die weitere Entwicklung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu gewinnen. Dabei zeigt es sich, wie Systeme von Differentialgleichungen auch bei nur minimalen Unterschieden in den Anfangstemperaturen bis zum Ende dieses Jahrhunderts völlig außer Kontrolle geraten und 5°Kelvin voneinander abweichen können.

Nach christlicher Auffassung ist die Ableitung moralischer Forderungen von wissenschaftlichen Formeln immer verdächtig. Es kann grundsätzlich keine ehrliche und „nachhaltige“ Moral ohne die Liebe zu Jesus Christus geben. Sir Alexander King, ein Mitbegründer des Club of Rome, hat die antichristliche Stoßrichtung des Neo-Malthusianismus 1991 im autobiografisch gefärbten Bericht „The First Global Revolution“ bemerkenswert offenherzig formuliert: „Auf der Suche nach einem neuen Feind, der uns vereinen könnte, kamen wir auf die Idee, dass Umweltverschmutzung, die drohende globale Erderwärmung, Wasserknappheit, Hungersnöte und Ähnliches in die Rechnung passen würden.(…) Alle diese Gefahren werden durch menschliches Handeln verursacht und können nur durch veränderte Einstellungen und Verhaltensweisen überwunden werden. Der wahre Feind ist also die Menschheit selbst.“

Im Lichte einer vom Christentum und von der Quantenphysik erhellten Theorie der menschlichen Entwicklung hätte diese geistige Sackgasse vielleicht vermieden werden können. Denn wenn es stimmt, dass lebende Organismen ständig mit nicht lokal gespeicherten Informationen kommunizieren, dann ist die DNA wahrscheinlich gar nicht der primäre Träger der Erbinformation, sondern lediglich Empfänger nichtlokaler Information aus dem Hyperraum. Die Quanten-Muster aller Organismen waren nach dieser Vorstellung schon im Hyperraum beziehungsweise im kosmischen Bewusstsein in nicht manifester Form vorgebildet. Nach der Bibel folgt die Entwicklung des Universums und der lebenden Organismen einer Information, dem Wort Gottes. Nach der darwinistischen bzw. neodarwinistischen Theorie soll jedoch im Laufe der Zeit Information durch das Wechselspiel von Zufall und Selektion neu entstehen. Es gäbe dann also keinen zeitlosen Logos, an dem sich die Entwicklung ausrichtet.

Das Bewusstsein kommt vor dem Sein

Nicht das Sein bestimmt das Bewusstsein, wie Marx, Engels und Lenin lehrten, sondern das Bewusstsein kommt vor dem Sein. Die Entstehung neuer Arten als Projektionen aus dem Hyperraum in die irdische Raumzeit beruhte demnach auf einer Quantenauslese (Makroevolution), an die sich die irdische Auslese (Mikroevolution) anschließt. Das könnte erklären, warum große, zu neuen Bauplänen und Verhaltensmustern führende Gen-Mutationen nicht ziellos erfolgen und daher niemals funktionsuntüchtige „Übergangsformen“ erzeugt haben. Fossilien der von den Darwinisten postulierten zahlreichen „unfertigen“ Arten wurden denn auch nie gefunden. Zufällige, ungerichtete Klein-Mutationen werden hingegen zum allergrößten Teil mithilfe der darwinschen Selektion eliminiert, sofern sie nicht zufällig zu einem Überlebens-Vorteil führen. Nur durch zielgerichtete Mutationen konnte im Kambrium vor etwa 530 Millionen Jahren in geologisch sehr kurzer Zeit eine der heutigen vergleichbare Artenvielfalt entstehen. Die Paläontologen sprechen von der Kambrischen Explosion. Davor gab es praktisch nur einzellige Organismen.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, dem seine Endlichkeit bewusst wird. Die im Buch Genesis geschilderte Entstehung des Menschen kann so interpretiert werden, dass der Mensch als Gottes Ebenbild zunächst vollkommen war und sich frei im Hyperraum, das heißt in der Gegenwart Gottes bewegen konnte. Da er aber der Schlange, einem Geschöpf, mehr vertraute als seinem Schöpfer und selbst Gott sein wollte, landete er in der Endlichkeit der Raumzeit, behielt aber die Erinnerung an das verlorene Paradies. Der Mensch wird deshalb definiert als Brückenwesen zwischen Diesseits und Jenseits.

Nur Menschen sind transzendenzfähig

Der Mensch ist nicht lediglich ein besonders intelligentes Tier, wie Darwin annahm, sondern, wie die Strukturtheorie von Berthold Heim zeigt, als einzige Organismenart transzendenzfähig. Damit existiert zum ersten Mal ein wissenschaftlicher Ansatz, um die Sonderstellung des Menschen zu belegen. Diese Definition erlaubt es uns, zu entscheiden, ob wir dem ausgestorbenen Homo neanderthalensis die Eigenschaft des Menschseins zusprechen können oder nicht. Als eindeutiger Hinweis auf die Transzendenzfähigkeit der Neandertaler kann demnach die zum Teil aufwändige Bestattung ihrer Toten gelten. Ich würde Homo neanderthalensis aber trotzdem eher als Vormenschen bezeichnen, denn auch sein erfolgreicherer Konkurrent Homo sapiens sapiens ist nach dem Arzt und Philosophen Karl Jaspers (1883-1969) erst in der „Achsenzeit“ (800 – 200 v. Chr.), in der alle unsere aktuellen Gedankensysteme ihren Ursprung haben, zum heutigen Menschen geworden. Entscheidend war dabei die Verkündung der 10 Gebote durch Mose. Davor waren alle Menschen- bzw. Vormenschengemeinschaften, wie wir heute wissen, direkt oder indirekt dem Kannibalismus und der Sklaverei zugetan.

Fazit: Seit dem Durchbruch der Quantenphysik in den 1920er Jahren nähern wir uns wieder dem mittelalterlichen Weltbild, in dem die sichtbare Welt eingebettet war in eine überirdische Wirklichkeit, die der Wissenschaft verschlossen bleibt, aber den Gott Suchenden ein Stück weit offenbart werden kann. Es geht dabei weniger um die Wiederverzauberung der Welt, sondern um die Rücknahme ihrer Entzauberung durch die so genannte Aufklärung. So zeigt sich dem für die verborgene Wirklichkeit Aufgeschlossenen eine bemerkenswerte Komplementarität zwischen biblischer Offenbarung und naturwissenschaftlicher Forschung, was allerdings nicht als Gottesbeweis herhalten kann. Eines solchen bedürfen Menschen, die aufgrund individueller Begegnung mit der frohen Botschaft zum Glauben an den Mensch gewordenen, für uns am Kreuz gestorbenen und wiederauferstandenen Gottessohn gefunden haben, auch gar nicht.

 




Jetzt wird der Pazifische Ozean radioaktiv „verseucht“

von Dr. Lutz Niemann

Die Kernenergie ist ein totes Pferd, so hat sich der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz geäußert. Damit hat sich der Kanzler auf Deutschland bezogen, und damit hat er leider recht. Aber in der restlichen Welt ist die Kernenergie etwas ganz anderes als ein totes Pferd, dort ist das Pferd quicklebendig, es entwickelt sich kräftig und überall vermehrt es sich.

In Deutschland wird seit langer Zeit in den Medien auf die Kernkraft eingeprügelt, indem die Strahlenangst geschürt wird. Dazu kommt jetzt ein Ereignis, denn es wird in Fukushima Kühlwasser in den Pazifischen Ozean geleitet, weil der Platz an Land nicht mehr ausreichend ist. Man hatte diesem Kühlwasser mit viel Aufwand etliche Radionuklide entzogen, nur bei Tritium (H-3) ist das nicht möglich. Jetzt wird dieses Wasser zusätzlich mit Meerwasser verdünnt und dann ins Meer geleitet. Zur Angstmache eignen sich große Zahlen wie „1,34 Millionen Tonnen belastetes Wasser“ und „22 Billionen Becquerel“, diese Zahlen kann der Bürger nicht einordnen. Es ist die bewährte Methode, zu Strahlung und Kernenergie Angst und Misstrauen zu schüren, Deutschlands Ausstieg gleichsam durch neuen Horrormeldungen zu rechtfertigen.

Zahlen zur radioaktiven „Belastung“ des Kühlwassers

Vor der Einleitung in den Ozean wird das Kühlwasser mit Meerwasser versetzt, so daß die Konzentration des Tritiums auf 1500 Becquerel pro Liter oder kleiner sinkt. Nun wissen wir aus der Diskussion um Dioxin aus den Jahren um 1990, daß in der Toxikologie bei Emissionen in die Luft mit Verdünnungsfaktoren von 1 zu 1 000 000 gerechnet wird. Diese Verdünnung ist auch bei Einleitung in Wasser anzusetzen, so daß wir bei einer Tritium-Konzentration um 0,001 Becquerel pro Liter ankommen.

Zum Vergleich:
Das Wasser der Wettinquelle im Radon-Heilbad Bad Brambach hat 25 000 Becquerel pro Liter, und dabei handelt es sich dort um alpha-Strahlung mit einer 20-fach höheren biologischen Wirksamkeit im Vergleich zur beta-Strahlung von Tritium. Diese Strahlung bewirkt die Heileffekte für die Patienten des Heilbades.
Trinkwasser in Urgesteins-Gegenden kann eine alpha-Aktivität von 1000 Becquerel erreichen (z.B. Helsinki).

Tritium ein schwacher beta-Strahler, die Reichweite der Strahlung beträgt etwa 0,05mm. Nur wenn Wasser mit Tritium getrunken wird, könnte es im Körper wirken. Zum Trinken ist Meerwasser ungeeignet.

Zur Umrechnung einer Aktivität in die Bestrahlungsdosis braucht man den Dosiskoeffizienten. Dieser Dosiskoeffizient liegt für Tritium bei einem Tausendstel von Jod-131 oder Cs-137, das sind die bedeutenden in Fukushima freigesetzten Nuklide, die weltweit in der Luft verteilt wurden. Wenn schon Jod und Cäsium nichts Schädliches bewirken konnten, dann kann es erst recht nicht durch das Tausendfach harmloserer Tritium geschehen.

Alles in unserer Welt ist radioaktiv, der Mensch und alle Lebewesen, alle Pflanzen, überall in Luft und Wasser befindet sich Radioaktivität. Das Meerwasser hat durch Kalium-40 eine Radioaktivität von 12 Becquerel pro Liter — darf man es daher „radioaktiv verseucht“ nennen? Und welche Bedeutung hat eine winzige Erhöhung dieses Wertes in der dritten Dezimale? — Einen aktuellen Bericht zu den Maßnahmen in Japan haben die Fachleute der GRS auf ihrer Startseite eingestellt (hier). Die derzeitigen Pressemeldungen bei uns dienen einzig politischen Zwecken.

Was waren die Folgen des Fukushima-Unfalls?

Es gab durch die frei gesetzten Radionuklide keine gesundheitlichen Schädigungen bei der Bevölkerung, dazu war die entwichene Menge an Radioaktivität viel zu gering. Noch bevor der Deutsche Bundestag den endgültigen Ausstieg aus der Kernkraft beschloss, wurde diese Tatsache durch die IAEA veröffentlicht. Auch in Deutschland gab es dazu eine Meldung (hier), aber in den öffentlichen Medien wie gewohnt nicht beachtet.

Erinnern wir uns: Eine Wasserstoffexplosion zerlegte die Reaktorgebäude, aber die Reaktoren selber bleiben heil. Heute will Deutschland seine Energieversorgung auf Wasserstoff umstellen, aber das gibt keinen Anlass zu irgendwelchen Bedenken. Vielleicht ist der „grüne“ Wasserstoff nicht explosiv?

Als Folge des Fukushima-Unfalls wurden in der Kraftwerksumgebung über 100 000 Menschen evakuiert, auch aus 8 Krankenhäusern und 17 Pflegeheimen, so verlangten es die Gesetze. Nach anfänglichem Zögern wurden auch die Intensiv-Patienten aus den Krankenhäusern abtransportiert und so deren Versorgung unterbrochen. Mit der Folge von 50 unmittelbaren Todesfällen. Über diese Toten wird nicht gern geredet. Sogar in der sonst exzellenten Darstellung der Ereignisse in Japan durch die Fachleute der GRS (hier) wird diese traurige Folge von unsinnigen Gesetzen erst auf Seite 68 erwähnt, nachdem auf den Seiten zuvor im Wesentlichen von Becquerel und Sievert geredet wird. Weitere Berichte dazu sind noch heute zu finden unter (hier), (hier), (hier), (hier), (hier).

Es gab in Japan keine Todesfälle durch die „Strahlengefahr“, der Atomtod schlug NICHT zu. Nur die Schutzmaßnahmen vor der „Strahlengefahr“ war für weit über 1000 Personen tödlich. — Wir befinden uns in einer verkehrten Welt, Deutschland steigt aus und erweitert nur die tödlichen Strahlen“SCHUTZ“maßnahmen (hier).

Die Strahlen“SCHUTZ“gesetze sind weltweit falsch, sie sollten korrigiert werden

Man weiß, eine hohe Strahlendosis in sehr kurzer Zeit ist schädlich für Lebewesen. Aus diesem Wissen heraus macht man bei Strahlung die Hypothese, daß der Schaden auch bei Verteilung einer Dosis über eine längere Zeit auftritt, aber nicht nachweisbar ist. Natürlich ist dieses unsinnig. Wir alle wissen aus dem Vergleich mit Ethanol, daß die Flasche Schnaps über lange Zeit konsumiert nicht schädlich ist. In 1934 hatte man den ersten Grenzwert bei einem Zehntel der letalen Dosis eingeführt, als man die Wirkung der Strahlung auf Lebewesen noch gar nicht kannte. Seither wurden die Grenzwerte immer weiter erniedrigt, und eine gigantische Industrie lebt von der Bekämpfung der nicht vorhandenen Gefahr.

Es gibt eine Rechenvorschrift, nach der man hypothetische Tote aus der Dosis ausrechnen kann. So wurden bei der internationalen Konferenz der IAEA in Wien 2006 „20 Jahre nach Tschernobyl“ einmalig 4000 Krebstote infolge der in Tschernobyl freigesetzten Radioaktivität berechnet. Wenn man dieselbe Rechnung auch für den Luftverkehr machen würden, so wären das Ergebnis jährliche 5000 Krebstote durch die erhöhte Ortsdosisleistung in Flughöhe. In der Medizin werden täglich millionenfach Strahlendosen in ca. 20 Minuten zum Nutzen der Patienten verabreicht, zu deren Vermeidung in der Kerntechnik Millionenbeträge ausgegeben werden. In der Fachwelt ist der Unsinn der Strahlen“SCHUTZ“gesetze bekannt, die ja nur im Bereich Kerntechnik gelten.

Die Gesetze werden von den Abgeordneten im Bundestag gemacht, und diese werden gut bezahlt, damit sie ihre Hand hochheben, wenn die eigene Partei ein Gesetz vorlegt. Durch Unkenntnis des Sachverhaltes kommt es zu falschen Gesetzen. Für den Bürger ist das Thema zu kompliziert. So ist die „Strahlengefahr“ inzwischen weltweit fest in den Gehirnen der Menschen einbetoniert. Ein ähnliches wird zur Zeit mit der nicht existierenden „CO2-Gefahr“ betrieben, die EU geht dabei voran.

Unsere Medien haben die Aufgabe einer umfassenden Berichterstattung. Aber auch dort fehlt es heute, obwohl seit den Jahren der Schröder / Fischer-Regierung genug Zeit vergangen ist, um sich zu informieren. Andere Meinungen – oder besser Tatsachen – werden nicht berichtet. Das Thema Kernkraft und Strahlung ist ein politisches Thema geworden. Nur einzelne private Internetaktionen wirken dem medialen Trommelfeuer entgegen und erlauben sachliche Berichte. Das tote Pferd Kernenergie ist längst nicht tot, das hat man weltweit erkannt (hier), (hier), (hier).

 




Der Industriestrompreis – Die Angst vor dem Absturz der Wirtschaft

Im Streit um den Industriestrompreis geht es weder um die Rettung der Industrie noch um die Bewahrung des Wohlstands, sondern um die Rettung der ökologischen Klimapolitik vor den Bürgern.

von Alexander Horn

Inzwischen scheinen führende SPD-Politiker erkannt zu haben, dass in Deutschland die Deindustrialisierung droht. Auf dem Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD erklärte Parteichef Lars Klingbeil, dass der Strompreis in Deutschland „zu hoch“ sei und es daher einen staatlich gedeckelten Industriestrompreis geben müsse. Seine Partei würde niemals akzeptieren, dass die Industrie aus Deutschland verschwinde. Damit schwenken die Genossen nun auf die Linie vieler Industrieverbände wie auch der Gewerkschaften und vor allem der Grünen ein. Diese, insbesondere auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, warnen vor einem regelrechten Kollaps der Industrie, der von den energieintensiven Industrien in Deutschland auszugehen drohe.

Habeck sieht daher die unabdingbare Notwendigkeit, den Strompreis für energieintensive Industrien sehr zügig bei sechs Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu deckeln, denn sonst würden die Unternehmen zwar weiterhin investieren, „aber nicht mehr in Deutschland“.

Wie prekär die Grünen die wirtschaftliche Lage offenbar einschätzen, zeigt sich in der Geschlossenheit, mit der die Partei hinter dem im Mai von Habeck vorgestellten Eckpunktepapier steht. So sollen ausgerechnet diejenigen Unternehmen, die als besonders ‚schmutzig‘ gelten, da sie für den Großteil der CO2-Emissionen der Wirtschaft verantwortlich sind, vor dem Niedergang bewahrt werden. Es sei „wichtig, energieintensive Unternehmen zu entlasten“, findet die Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang. Die dazu erforderlichen Subventionen sollten als Teil einer „neuen Investitionsagenda für Deutschland“ fließen, wozu man die ursprünglich zur Bewältigung der Corona-Krise vom Bundestag genehmigten Mittel des Wirtschaftsstabilisierungsfonds kurzerhand zweckentfremden solle.

Luftschloss statt Brücke

Um die bei den Bürgern inzwischen aufkommenden Ahnung, dass der maßgeblich von den Grünen geprägte klima- und energiepolitischen Kurs der letzten Jahrzehnte für die nun zu beobachtende Deindustrialisierung verantwortlich sein könnte, möglichst im Keim zu ersticken, behaupten die Protagonisten dieser ökologischen Klimapolitik unisono, dass die hohen Energiepreise lediglich ein Übergangsproblem seien. Dem von der CDU/CSU bis hin zu den Linken verbreiteten Narrativ zufolge rühren die nun immer deutlicher werdenden Probleme der Unternehmen, die die Erwerbstätigen mit Arbeitsplatzverlusten und Reallohneinbußen bezahlen, aus der viel zu schleppend voranschreitenden Transformation in Richtung Klimaneutralität.

Deswegen sei die Beschleunigung dieser Klima- und Energiepolitik, also insbesondere der Ausbau von Wind- und Solarenergie, mit der neuen „Deutschlandgeschwindigkeit“ umso dringender. Nach den Worten von Habeck sollen die von ihm vorgeschlagenen Energiesubventionen nur „eine Brücke“ schlagen, die – der gebetsmühlenhaft von Parteien, Wirtschaft- und Arbeitnehmervertretern und Wissenschaftlern wiederholten These zufolge – „dann in eine Zukunft mit niedrigen erneuerbaren Strompreisen und ohne Subventionen“ führen werde, so Habeck.

Diese Argumentation, wonach die schleppende Umsetzung der ökologischen Klimapolitik ursächlich für die in Deutschland hohen Energie- und vor allem Strompreise sei, machen sich auch diejenigen zu eigen, die die Subventionierung der Unternehmen über den Industriestrompreis ablehnen. So stellen sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wie auch die FDP gegen den Industriestrompreis. Scholz zufolge gehe es um „das Ziel, dass die Strompreise runter müssen“, wozu man jedoch nicht diese Subventionen benötige. Stattdessen brauche es einen noch „schnelleren Ausbau von Windkraft und Solarenergie“.

Brücke in die Deindustrialisierung

Dass die erneuerbaren Energien spottbillig sind und deren zügiger Ausbau sowie der Aufbau der zugehörigen Wasserstoffwirtschaft zu sagenhaft niedrigen Energiekosten führen würden, ist jedoch reine Fiktion. Das lässt sich längst an der Strompreisentwicklung erkennen. Denn während erneuerbare Energie außerhalb der Stromversorgung keine nennenswerte Rolle spielt und dort die Energiepreise wegen der erst in den letzten Jahren in Gang gekommenen CO2-Besteuerung kaum gestiegen sind, sind die Strompreise regelrecht explodiert. So zahlen private Verbraucher gegenwärtig für Strom etwa 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh), für Gas jedoch nur etwa 12 Cent pro kWh. Verantwortlich für die vergleichsweise hohen Strompreise ist der inzwischen auf knapp ein Drittel des deutschen Bruttostromverbrauchs angestiegene Anteil des hochsubventionierten Wind- und Solarstroms. Dessen weiterer Ausbau wird billige fossile Energieträger wie vor allem Kohle und Erdgas, die noch immer den Löwenanteil des Stroms liefern, mehr und mehr verdrängen und zu weiter steigenden Energiepreisen führen.

Bereits vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs zahlten Unternehmen in Deutschland, bedingt durch die seit mehr als 20 Jahren zunehmende Nutzung von Wind- und Solarstrom, einen durchschnittlichen Strompreis von 14,90 Cent pro Kilowattstunde (kWh) – private Verbraucher 32,62 Cent. Der Ukraine-Krieg hat an diesem Niveau wenig geändert. Im zweiten Halbjahr 2022 lagen die Strompreise nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei durchschnittlich 20,74 Cent beziehungsweise 34,96 Cent pro kWh.

Damit liegen die deutschen Industriestrompreise im internationalen Vergleich auf einem Spitzenniveau. In Deutschland zahlen energieintensive Unternehmen etwa 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und damit mehr als den doppelten Strompreis als Wettbewerber in den in den USA oder in China. Bei weniger energieintensiven Betrieben sind die Unterschiede im Vergleich zu bedeutenden Industrieländern noch gravierender.

Bis zur geplanten vollständigen Deckung des Strombedarfs durch erneuerbare Energien kommt ein weiterer gigantischer Kostentreiber hinzu, der bislang noch völlig unbedeutend ist. Denn Energie muss den Bedürfnissen moderner Gesellschaften entsprechend bedarfsgerecht verfügbar sein. Dazu muss der von den Launen der Natur abhängige Wind- und Solarstrom durch Zwischenspeicherung transformiert werden. Noch muss diese Transformation nicht erfolgen, denn bis heute liefern im europäischen Stromnetz vor allem Kohle- und Atomkraftwerke den zum Ausgleich von Dunkelflauten erforderlichen Strom. Hinzu kommen Gaskraftwerke, deren Betrieb zwar teurer ist, da Wind- und Solarstrom Vorrang genießen und sie nur hochgefahren werden, wenn Wind- und Solarstrom nicht ausreichend zur Verfügung steht. Sie werden jedoch benötigt, um die Volatilität der Erneuerbaren auszugleichen.

Durch den beabsichtigten kompletten Ersatz dieser konventionellen Kapazitäten fallen nicht nur vergleichsweise günstige Stromerzeuger weg. Zudem müssen erneuerbare Energien zukünftig in immer größerem Umfang transformiert werden, so dass sie auch während wochenlanger Dunkelflauten bedarfsgerecht Strom liefern. Eine Möglichkeit, um dies zu bewerkstelligen, besteht darin, den Wind- und Solarstrom mittels Hydrolyse in Wasserstoff umzuwandeln, diesen zu speichern, um ihn dann bedarfsgerecht in Wasserstoffturbinen zur Stromerzeugung zu nutzen. Aufgrund physikalischer Wirkungsgrade gehen bei dieser Transformation mehr als drei Viertel der ursprünglich erzeugten Wind- und Solarenergie verloren. Dadurch wird ein Vielfaches an erneuerbare Energie benötigt, was sich entsprechend im Preis niederschlägt. Zusätzlich wird das Preisniveau dadurch nach oben getrieben, dass Anlagen zur Hydrolyse, Wasserstoffspeicherung und Wasserstoffverbrennung aufgebaut und betrieben werden müssen, um diese Energietransformation zu ermöglichen.

Angst vor den Bürgern

Diese Aussichten treiben den etablierten Parteien den Angstschweiß auf die Stirn. Denn die kostentreibenden Folgen der ökologischen Klimapolitik, die mit Hilfe teurer Energieeffizienzvorgaben auf eine drastische Senkung des Energieverbrauchs setzt, um den verbleibenden Bedarf vollständig mit Hilfe der – nur begrenzt verfügbaren und extrem teuren – erneuerbaren Energien zu decken, werden mit der voranschreitenden Umsetzung immer deutlicher.

Längst mussten die etablierten Parteien erkennen, dass sie mit ihrer Klimapolitik den Unternehmen und den Bürgern die weltweit höchsten Strompreise beschert haben, obwohl hierzulande erst gut fünf Prozent des Primärenergieverbrauchs durch Wind- und Sonnenenergie gedeckt wird. Auch mit Hilfe gigantischer staatlicher Förderprogramme wie etwa der ab Juli 2022 erfolgten Streichung des EEG-Zuschlags, der die Strompreise mit zuletzt jährlich etwa 30 Milliarden Euro belastet hatte, konnte dies nicht verhindert werden. Und nun stehen mit dem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren und ihrer zukünftig notwendigen bedarfsgerechten Bereitstellung jahrzehntelange und zudem erhebliche Kostensteigerungen bevor. Diese werden die längst in Gang gekommene Deindustrialisierung und die Kaufkraftverluste der Bürger vorantreiben und sogar beschleunigen. Die Protagonisten dieser Klimapolitik erkennen nun, dass die steigenden Energiekosten nicht nur mitverantwortlich sind für die sich auf lange Sicht abzeichnende wohlstandsvernichtende Stagflation der Wirtschaft. Sie bedrohen die Industrie mit einer langanhaltenden Schrumpfung bis hin zu einem von den energieintensiven Industrien ausgehenden zügigen Absturz.

Inzwischen gestehen führende Ökonomen öffentlich ein, dass sich die Deindustrialisierung unter den Prämissen der ökologischen Klimapolitik nicht verhindern lässt. Nun hat sich sowohl die Mehrheit der Ökonomen im einflussreichen Sachverständigenrat, der die Bundesregierung in wirtschaftspolitischen Fragen berät, als auch der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesfinanzministerium gegen Habecks gedeckelten Industriestrompreis gewandt. Die Begründung des Wissenschaftlichen Beirats: Es sei ungewiss, „inwieweit Deutschland seinen Stromverbrauch in Zukunft durch eigene erneuerbare Energien zu niedrigen Preisen decken“ könne. Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrats begründet ihre ablehnende Haltung damit, dass auf Unternehmen gesetzt werde müsse, die auch bei hohen Strompreisen im globalen Wettbewerb mithalten können.

Noch deutlicher wurde der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick: „Der Industriestrompreis ist ein Fehler. Wir sollten das Geld nicht in die energieintensive Industrie stecken, sie wird auf Dauer ohnehin verschwinden.“ Früher oder später werden demnach in den energieintensiven Branchen, darunter Stahl-, Chemie- und Papierindustrie, eine Million relativ gut bezahlter Industriearbeitsplätze und ein Fünftel der industriellen Wertschöpfung in Deutschland verlorengehen.

Die Rettung der Klimapolitik

In der Diskussion um den Industriestrompreis stehen sich nun zwei Lager gegenüber. Sie eint der Konsens über die Richtigkeit der ökologischen Klimapolitik, die sie mit vereinten Kräften seit Jahrzehnten vorangetrieben haben. Um diese Klimapolitik zu retten, propagiert das eine Lager – angeführt von Habeck – die Subventionierung der Industrie, so dass sich die Deindustrialisierung nicht abrupt, sondern schleichend vollzieht. So will es vermeiden, dass die Bürger dieser Klimapolitik nicht das Vertrauen entziehen. Das zweite Lager, unter politischer Führung von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) –, fürchtet, dass die hohen Dauersubventionen für energieintensive Betriebe die verbleibenden Unternehmen und die privaten Verbraucher sehr zügig überlasten werden. Denn sie müssten nicht nur die Subventionen finanzieren, sondern zudem mit steigenden Energiepreisen zurechtkommen, was in der Bevölkerung die Akzeptanz der ökologischen Klimapolitik erheblich belasten würde. Sie sehen die Schließung von energieintensiven Unternehmen, die bei steigenden Energiepreisen nicht mehr wettbewerbsfähig sind, als notwendiges und vor allem kleineres Übel an, da Dauersubventionen nicht durchzuhalten wären.

In der Auseinandersetzung um den Industriestrompreis geht es weder um die Rettung der Industrie noch um die Bewahrung des Wohlstands. Im Zentrum steht nicht etwa die Sorge, dass die über Jahrzehnte weiter steigenden Energiepreise zu Deindustrialisierung und Wohlstandserosion führen werden, sondern dass dies zu abrupt geschieht und dadurch die Klimapolitik in Frage gestellt wird. Um Industrie und Wohlstand in Deutschland zu retten, ist es jedoch unabdingbar, eine Klimapolitik in Frage zu stellen, die einseitig darauf setzt, den Klimawandel auf Kosten des Wohlstands zu verhindern, anstatt den Klimawandel durch steigenden Wohlstand beherrschbar zu machen.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Wie man Teures billig und Kleines groß redet.

Spektrum übt sich im Großreden des winzigen CO2 Beitrages Deutschlands

Von Michael Limburg

Zu den seit langem bekannten psychologischen Tricks die Verkäufer lernen, bevor sie auf ihre Kundschaft losgelassen werden, gehört das sogenannte Mathematisieren. Dahinter verbirgt sich eine semantische Verkaufs-Technik, erhebliche Preisunterschiede zweier vergleichbarer Güter so klein zu reden, dass sie dem potenziellen Käufer letztendlich als unerheblich für seine Kaufentscheidung erscheinen. Ist eine Ware bei vorhandener Vergleichbarkeit sagen wir um 50 % teurer, werden nur diese 50 % genommen und in kleine und kleinste Stücke zerhackt. Die 50 % mögen 50 € sein. Also sagt der Verkäufer, was sind schon 50 €? Wenn Sie jede Stunde evtl. 1 € durch die Verwendung meiner Ware einsparten, dann hätten Sie die Mehrkosten schon in einer guten Arbeitswoche wieder raus, und dann beginnt das große Verdienen. Man bezieht also die schon relativierte Summe von 50 € auf irgendeine beliebige andere große Zahl – hier die vielen Stunden der Woche – und macht aus den 50 € damit nur noch 1 €. Das ist schon sehr viel kleiner und eher zu vernachlässigen.

Das funktioniert in der Praxis meistens sehr gut, und geht natürlich auch anders herum. Man kann auf diese Weise kleine Zahlen zu großer Wichtigkeit aufblasen. Und genau das versucht ein Autor namens Christian Schwägerl im SPEKTRUM mit diesem Psychotrick aus dem Handbuch der Verkaufswissenschaft. Er wird uns dort als „Autor, Journalist, Buchautor und Mitgründer von »RiffReporter« „ vorgestellt. Und wir erfahren, dass so denkwürdige Bücher wie »Menschenzeit« über das Anthropozän, »11 drohende Kriege« über globale Konfliktrisiken und »Analoge Revolution« über die Zukunft digitaler Technologien von ihm stammen. Und, auf diese Weise als kompetent vorgestellt, darf er in einem Beitrag vom 26.8.23 behaupten: “Und zwei Prozent retten doch die Welt“ womit die kläglichen CO2 Emissionen Deutschlands gemeint sind. Offenbar schwant der Alarmistengemeinde der Kirche von der globalen Erwärmung, dass immer weniger Menschen damit einverstanden sind Hemd und Hose zu verlieren, Haus und Hof abgeben zu sollen, um die mickrigen – es sind auch nur noch 1,8 % – CO2 Emissionen Deutschlands immer weiter zu senken. Kaum jemand glaubt offenbar, dass Deutschland damit die Welt retten kann.

Also muss der Experte ran dies zu verhindern.

So schreibt der Autor im ganz richtig:

„Auf das bisschen Kohlendioxid, das wir Deutschen in die Atmosphäre pusten, kommt es doch nicht an, oder?

Um dann trotzig entgegen zu halten:

„Doch. Das populärste Argument gegen mehr Klimaschutz – und seine Entkräftung.“

Nun denn! Hugh, ich habe gesprochen.

Dann beginnt er – im Stile von Shakespeares Julius Caesar – in der Grabrede von Marc Anton an Caesars Grab: „ Doch Brutus ist ein ehrenwerter Mann, und ehrenwerte Männer sind sie alle“ … um sie dann Strophe für Strophe immer weiter zu verdammen, mit der klaren Erkenntnis:

“ »Deutschland verursacht doch nur zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen – wenn wir die einsparen, retten wir damit nicht die Welt! Das klingt im ersten Moment überzeugend. Was sollte das kleine Deutschland, in dem nur jeder hundertste Mensch lebt, schon weltweit ausrichten können? Was soll es ändern, wenn ein so verschwindend geringer Anteil an den globalen Emissionen ein bisschen weiter schrumpft?

Das Argument ist beliebt und funktioniert gut, weil es das eigene Handeln bedeutungslos erscheinen lässt. Gleichzeitig stellt es Menschen und Organisationen, die sich für Klimaschutz einsetzen, als realitätsfern dar“

Soweit so richtig, soweit so klar, dann aber schreibt der Autor weiter:

“ Von allen mehr als 200 Nationen weltweit gehört Deutschland mit einem Anteil von zwei Prozent an den derzeitigen Treibhausgasemissionen nicht in die Kategorie »bedeutungslos«. Vielmehr belegt es beim energiebedingten CO2-Ausstoß unter allen Ländern den siebten Platz nach China, den USA, Indien, Russland, Japan und dem Iran – noch vor Saudi-Arabien und Indonesien“

Haben Sie den Trick bemerkt? Aus einer harmlosen Zahl von weniger als 1/50 (2 %) der weltweiten Emission, macht er eine lineare Rangfolge bei der Deutschland zur Nummer 7 der weltweiten Emissionssünder aufsteigt. Das klingt schon viel dramatischer. Um dann das Ganze noch weiter aufzublasen, indem er die geringen knapp 2 % in Millionen Tonnen umrechnet und schreibt:

„Weil Treibhausgase unsichtbar sind, fällt es schwer, sich unter den 746 Millionen Tonnen etwas vorzustellen. Doch es handelt sich bei den deutschen Emissionen um eine beachtliche Menge. Sie wiegt zum Beispiel 20-mal mehr, als Deutschland als wichtigster Produzent in der EU im Jahr 2022 an Rohstahl hergestellt hat. Ein drei Meter tiefer und 20 Meter breiter Swimmingpool, der dieses Gewicht an Wasser aufnehmen soll, wäre rund 12 400 Kilometer lang. Man könnte in so einem Pool von Deutschland aus nach Santiago de Chile oder bis knapp vor die Nordspitze von Australien schwimmen.“

… oder genauso durchsichtig:

“ Wenn man die deutschen CO2-Emissionen des vergangenen Jahres als reines Gas in einen Behälter packen wollte, bräuchte man dafür eine Kugel mit einem Durchmesser von knapp neun Kilometern. Das imposante Gebilde würde fast bis hinauf zur Flughöhe von Passagiermaschinen reichen“

.. wobei sich der aufmerksame Leser die Frage wird nicht verkneifen können, festzustellen, dass wohl nur ein Idiot auf die Idee kommen würde, solche Vergleiche anzustellen, womit beleibe nicht gemeint ist, dass ich den Autor für einen Idioten halte. Nein, ganz im Gegenteil, ich halte ihn, wenn auch verzweifelt, für ziemlich gerissen.

Denn er hätte natürlich auch schreiben können, dass die gesamten anthropogenen Emissionen von rd. 37.000 Megatonnen CO2 äqivalent von denen Deutschland mickrige 748 Megatonnen besteuert, auch nur nur 1,2[1] bis 5 % der gesamten Emissionen dieser Gase im natürlichen Kreislauf ausmachen. Was bedeuten würde, dass auch die 37.000 Megatonnen insgesamt bei der globalen Bilanz unerheblich sind. Und die knapp 2% damit natürlich erst recht. Jedenfalls dann, wenn man seriöse Wissenschaft betreiben wollte. Aber das ist offensichtlich nicht die Absicht des Autors, Journalist, Buchautor und Mitgründer von RiffReporter.

Er will etwas Winziges riesig erscheinen lassen. Und deshalb schreitet er im Folgenden zur Verwendung von Relativzahlen, denn er bezieht sich dann auf die großen Bevölkerungszahlen und schreibt: ..

„Wichtig ist zudem, die Zahlen ins Verhältnis zu setzen. China und Indien haben jeweils 1,4 Milliarden Einwohner, Deutschland dagegen nur 84 Millionen. Wenn Klimaschutz-Gegner hier zu Lande ihr 2-Prozent-Argument bemühen, dann können Inder und Chinesen darauf hinweisen, dass in ihren beiden Ländern zusammen 35 Prozent aller Menschen leben, in Deutschland nur ein Prozent. Indien kann zudem argumentieren, dass der Pro-Kopf-Ausstoß des Landes mit 2,5 Tonnen dreieinhalbmal niedriger ist als der in Deutschland. Die historischen Gesamtemissionen Indiens aus der Verbrennung von Erdöl, Kohle und Erdgas betragen mit 57 Milliarden Tonnen sogar nur 61 Prozent der bisherigen deutschen Gesamtmenge. China kann mit seinem Pro-Kopf-Ausstoß von 9,9 Tonnen vorbringen, dass der deutsche Wert auch erst seit 2019 unter diese Marke gesunken ist.“

Das ist zwar sachlich alles nicht falsch, aber in Bezug auf die behauptete Treibhauswirkung des CO2 völlig unerheblich, ja gewollt irreführend. Denn wenn die Hypothese von der Treibhauswirkung denn stimmte, würde Mutter Natur sich einen Dreck darum scheren, ob Inder, Chinesen, Fidschi Insulaner oder böse weiße alte Männer das CO2 emittierten. Nur die Summe macht es. Und davon auch nur die Summe, welche die Konzentration erhöht, zu der die anthropogenen Emissionen wohl geringfügig beitragen. Wie geringfügig das in Wirklichkeit ist, zeigt der kürzlich erfolgreich abgeschlossene Großversuch die Emissionen drastisch abzusenken. Gemeint ist hier der Großversuch weltweiter Lockdowns im Jahr 2020. Ein Bild, das Text, Screenshot, Diagramm, Schrift enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Nach Daten des Global Carbon projects gab es in 2020 einen Einbruch der weltweiten Emissionen um 1,8 Gt oder 1.800 Mt. Andere Quellen ermittelten sogar 2,4 Gt. Das ist das 2,4 bis 3,2 fache des gesamten deutschen Ausstoßes. Und hatte diese riesige Absenkung, die zu schwersten ökonomischen Schäden – gerade in den ärmeren Ländern- geführt hatte, eine Auswirkung auf die allein entscheidende Konzentration? Nein! Nicht die Geringste, wie die folgende Grafik zeigt.

Ein Bild, das Text, Diagramm, Reihe, Screenshot enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Und bevor irgendein Schlaumeier anmerkt, man müsse auch die Trägheit des Systems berücksichtigen, was zu einer Verschleifung der Reaktion führen müsse, sei festgestellt, dass das System offensichtlich sehr schnell reagiert, weil es auf die aktuellen jahreszeitlichen Schwankungen defacto spontan reagiert, wie auch auf Vulkanausbrüche etc.

Doch dieses Großexperiment zeigt auch noch etwas anderes, viel Wichtigeres. Nämlich, dass der anthropogene Anteil am gesamten CO2 Kreislauf noch viel, viel kleiner sein muss, als gegenwärtig angenommen. Sogar noch kleiner als die vermuteten 1,2 % des UBA. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass sämtliche Anstrengungen die Emissionen zu senken, zwar unausweichlich in die Armut des Mittelalters führen müssen, aber keinerlei wirksamen Einfluss auf die Konzentration dieses Gases in der Atmosphäre haben.

Um auf den Beitrag von Christian Schwägerls in SPEKTRUM zurückzukommen. Der bemüht in seiner windigen Argumentationskette dann auch noch eine lange – vom IPCC so behauptete – Verweilzeit des CO2 in der Atmosphäre und rechnet auf diese Weise eine Altschuld vor, die Deutschland, weil es viel früher viel pfiffiger war als die Völker weiter Teile der Welt, einen „Rucksack“ zu verantworten hätte.. so schreibt er:

“Deutschland hat Analysen des Global Carbon Project zufolge seit 1871 insgesamt knapp 98 Milliarden Tonnen zu diesen Gesamtemissionen beigetragen – also etwa so viel wie die ganze Welt heute in drei Jahren. Das sind knapp vier Prozent der so genannten »historischen Emissionen«. Jedes 25. zusätzliche Kohlendioxidmolekül (genauer: CO2-Äquivalent) in der Atmosphäre stammt also aus Deutschland. Im internationalen Gesamtranking steht die Bundesrepublik damit bei den energiebedingten historischen Emissionen auf Platz vier nach den USA, China und Russland – also wieder ganz weit vorne“

Leider stimmt auch das nur insofern, als das die emitierte Gesamtmenge so groß ist, wie angegeben, aber die Verweilzeit stimmt nicht, denn sie beträgt nur in etwa 4- 7 Jahre, wie mehrere Autoren unabhängig von einander herausfanden. Und damit ist die Rucksackbehauptung zwar gut geeignet, um ahnungslose Klimajünger der letzten Generation zu beeindrucken, aber wissenschaftlicher Nonsens.

Früher war die Zeitschrift Spektrum mit der einzigen Version „Spektrum der Wissenschaft“ eine geachtete Institution in der interessierte Laien gut aufbereitete und verständliche Artikel zu komplexen Wissenschaftsthemen fanden, und darauf vertrauen konnten, dass diese objektiv und neutral im Ton, aber in sich stimmig, den aktuellen Stand der Wissenschaft – gelegentlich auch kontovers – darstellten. Das ist leider vorbei.

 

  1. 1,2 % ist Schätzung des UBA in einer Mitteilung von Dr. Claudia Golz vom 10.08.05 „Wissenschaftler schätzen jedoch, dass etwa 1,2% der Emission von Kohlendioxid durch menschliches Handeln bedingt ist, der Rest ist natürlichen Ursprungs.„

 




Unbegrenzte Lügenenergie

Die Energiewende ist mittlerweile ein sich selbst verstärkender Irrtum. Dies führt zu grotesken politischen Entscheidungen. Die Folgen davon müssen erneut kaschiert oder geleugnet werden. Neue, wieder fehlerhafte Maßnahmen werden beschlossen. Und es müssen Schuldige für das Versagen gefunden werden – am besten die Kritiker des Irrsinns.

von Manfred Haferburg

Die Politik hat sich in der Energiewende völlig verheddert. Mehrere Politikergenerationen versuchen sich seit über 20 Jahren daran, die Energieversorgung einer der führenden Wirtschaftsnationen der Welt auf die Energiequellen des Mittelalters – Sonne, Wind, Wasser und Pflanzen – umzustellen. Die Energiepolitik wurde zu einem Spielball der Macht degradiert. Ideologie, Unkenntnis, Unehrlichkeit, Manipulation und Skrupellosigkeit haben eines der besten Energieversorgungssysteme der Welt bis zur Unkenntlichkeit und bereits irreversibel zerstört.

Die Zerstörung besteht in der Abschaltung von 17 voll funktionsfähigen Kernkraftwerken, die vor 12 Jahren ein Viertel des deutschen Strombedarfs zuverlässig und günstig deckten. Doch auch hochmoderne und saubere Kohlekraftwerke wie das keine fünf Jahre alte Kraftwerk Moorburg fielen den politischen Maschinenstürmern zum Opfer. Es lohnt, noch einmal die Geschichte „Im Sumpf von Moorburg“ nachzulesen. Nicht eines der vollmundigen grünen Heilsversprechen ist nach zwei Jahren auch nur begonnen worden. Bei Ingenieuren entsteht aus Nichts Etwas, bei Politikern wird aus Etwas Nichts. Diese Politiker können nur zerstören, ohne Skrupel. Kein Wunder – wer noch nie in seinem Leben gearbeitet hat, kann nicht ermessen, was es bedeutet, die Ergebnisse der Arbeit Anderer zu zerstören.

Nicht nur Moorburg wurde zerstört, noch viele weitere moderne Kohle- und Gaskraftwerke fielen dem politischen Weltrettungswahn zum Opfer. Dafür wurden für teures Geld tausende gigantische Windräder und Solarpaneel-Farmen errichtet, die bei Flaute und Dunkelheit NICHTS erzeugen. Dann müssen alte Kohlekraftwerke oder die Kernkraftwerke im Ausland einspringen, natürlich auch für teures Geld. Im Ergebnis dieses Politikversagens befindet sich die einst führende Industrienation mit zunehmender Geschwindigkeit auf einer abschüssigen Rutschbahn in Richtung eines Schwellenlandes. Und das mit allen katastrophalen sozialen Folgen für die Bevölkerung. Das Land geht vor die Hunde.

Technischer und ökonomischer Wahnsinn

Es dauerte über 100 Jahre, eine sichere und günstige Energieversorgung in Deutschland aufzubauen. Das Stromnetz hatte eine ganz klare Funktionalität: den Strom weniger, gut regelbarer Großkraftwerke bei günstigen Preisen auf das schwer vorhersagbare Verhalten von vielen Millionen Verbrauchern sicher und vor allem zuverlässig zu verteilen. Dank der klugen Arbeit von vielen Generationen von Ingenieuren gelang dies hervorragend. Die Bundesrepublik Deutschland hatte eine der sichersten und günstigsten Stromversorgungen aller Länder.

Anders war es allerdings in der DDR. Hier herrschte beständige Strommangelwirtschaft, die sich in häufig zu niedriger Frequenz ausdrückte und im Winter 1978/79 zu einem großflächigem Blackout mit Todesopfern führte. Aber nicht einmal die verkommene SED-Führung wagte es, eine so unsinnige und desaströse Energiepolitik zu betreiben, wie sie durch die CDU/CSU/SPD/Grüne/FDP/Linke in Deutschland seit 20 Jahren vorangetrieben wird.

Die Energiewende kann technisch nicht funktionieren, weil sie gegen die Gesetze der Physik und Ökonomie verstößt. Ein Industrieland mit volatiler Energie ohne industrielle Speicher versorgen zu wollen, ist physikalisch nicht möglich, da es immer wieder Zeiten gibt, wo es eine Unterversorgung gibt, bzw. eine Überversorgung. Beide Fälle führen aber zum Netzausfall, wenn nicht massiv in die Regelung eingegriffen wird. Bei Überversorgung muss man den Strom ins Ausland mit massiven finanziellen Verlusten verklappen und bei Unterversorgung muss man extrem teuer importieren und den Verbrauch rationieren. Das kann man in einem Schwellenland machen, aber nicht in einer Industrienation.

Die Energiewende kann und wird auch nicht das Weltklima beeinflussen oder gar „retten“. Deutschland trägt mit zwei Prozent zum weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß bei. Würde Deutschland morgen aufhören zu existieren, das Klima würde es gar nicht bemerken. Aber es ist noch viel schlimmer: Auf Grund der desaströsen Energiewendepolitik erhöht sich Deutschlands CO2-Ausstoß wieder, weil ja die abgeschalteten Kernkraftwerke durch weiter laufende Kohlekraftwerke ersetzt werden. So wurde Deutschland vom selbsternannten Vorreiter zur energiepolitischen Lachnummer, zum Beispiel, wie man es nicht machen sollte.

Alte Fehler sollen mit neuen Fehlern korrigiert werden

Da die Konstruktion der Energiewende von Anfang an gegen die Gesetze der Physik und Ökonomie verstieß, funktionierte sie nicht, und es mussten immer neue Nachbesserungen und Korrekturen vorgenommen werden, die aber ihrerseits ebenfalls wieder mit den Naturgesetzen kollidierten und der Nachbesserung bedurften.

Die Politik will auf keinen Fall zugeben, dass die Prinzipien, auf denen die Energiewende fußt, grundsätzlich mangelhaft sind. Deshalb konnte auch keines der vollmundigen Energiewendeversprechen eingehalten werden – von Trittins Eiskugel über die demnächst fallenden Strompreise bis hin zu den Dutzenden nicht funktionierender technischer Innovationen, die immer wieder zu Energiewendedurchbrüchen hochgelobt wurden. In ihrer Unbedarftheit schreckten die Ideologen noch nicht einmal vor stromerzeugenden Tiefkühlhühnchen oder afrikanischen Wunderfernsehapparaten zurück. Die Politik begreift nicht, dass es auch dann kein Perpetuum mobile gibt, wenn eine überwältigende Mehrheit im Bundestag seine Funktion beschließt.

So entstand das Gestrüpp von Subventionen, Subwenden und unsinnigen Gesetzen, die alle nur ein Ziel hatten: das Scheitern der Energiewende zu kaschieren. Kein verantwortlicher Politiker überschaut noch das in 20 Jahren ausgewucherte Dickicht mit all seinen verheerenden Folgen für das Land. Beispielhaft sei hier nur genannt, dass durch die Abschaltung der Kernenergie die Kohlekraftwerke wieder hochgefahren werden mussten, was zum Anstieg des deutschen CO2-Ausstoßes führte. Prompt wurde zum Ausgleich dieses Mankos ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, was durch den millionenfachen Austausch funktionierender Gasheizungen diesen CO2-Anstieg kompensieren sollte. Funktioniert zwar nicht und ruiniert Millionen von Bürgern, bringt aber eine gute Presse. Das bemerkend, wurde prompt eine neue massive Subvention zum Ausgleich des für die Bürger ruinösen Heizungsumbaus auf den Weg gebracht. Da aber dieses Geld dafür nicht von den Bäumen fällt, wurde beschlossen, die CO2-Steuer statt von 30 auf 35 Euro pro Tonne zu erhöhen, nun eine Erhöhung auf 40 Euro vorzunehmen.

Die Politik tut seit Jahren alles, um durch Verknappung und immer neue Abgaben den Strompreis zu erhöhen. Wenn dann ruchbar wird, dass die Industrie diese Strompreise nicht mehr stemmen kann und die Flucht ins Ausland ergreift, kommt die Politik mit einem „Industriestrompreis als Brücke“ daher, der aber nichts anderes ist, als die hohen Strompreise mittels massiver Subventionen zu senken. Um diese Subventionen an die Industrie zu bezahlen, greift die Politik erneut dem Bürger über die Abgaben- und Inflationsschiene in die ohnehin schon leeren Taschen. So entstehen immer neue Abwärtsspiralen.

Pseudoexperten lügen für die Energiewende

Politiker und ihre medialen Ausposauner lassen sich nur ungern in ihren Ansichten und Wünschen widersprechen, seien diese Ansichten auch noch so weltfremd und unrealistisch. Längst haben sich ganze Camps und selbsternannte Think-Tanks von Miet-Wissenschaftlern gebildet, die den Politikern – oft wider besseres Wissen, denn so dumm können sie gar nicht sein – nach dem Munde reden und mit Titeln, Auszeichnungen, Medienpräsenz und Fördermitteln reichlich belohnt werden. Das ist nicht unbedingt etwas Neues, schon zu DDR-Zeiten sang Wolf Biermann über solche Wissenschaftler:

„Was haben wir denn an denen verlor’n: An diesen deutschen Professor’n
Die wirklich manches besser wüssten, Wenn sie nicht täglich fressen müssten
Beamte! Feige! Fett und platt!. Die hab ich satt!“

Wissenschaftler, die den Beglückungsideen der Politiker hingegen aus wissenschaftlicher Sicht kritisch gegenüberstehen, werden ausgegrenzt, lächerlich gemacht, verunglimpft oder gar in ihrer Existenz vernichtet. Ein Ingenieur oder Ökonom, der sich in der Energiepolitik auf die Physik und die Ökonomie beruft, braucht ein schnelles Pferd.

So entsteht ein sich selbst verstärkender Irrtum. Dieser wiederum führt zu nachgerade grotesken politischen Entscheidungen. Die Folgen dieser falschen Entscheidungen müssen kaschiert oder geleugnet werden. Es müssen neue, wieder fehlerhafte Maßnahmen beschlossen werden, wenn die Folgen der vorhergehenden Maßnahmen unübersehbar werden, und es müssen Schuldige für das Versagen angeprangert werden – am besten die Kritiker der auslösenden Maßnahmen.

So schließt sich der Kreis in einer Abwärtsspirale, die den Wohlstand eines ganzen Landes mit sich reißt. Die politischen Minderleister und Ideologen sind an der Macht und führen einen Krieg gegen den Wohlstand der eigenen Bevölkerung. Noch ist etwas Substanz da, die erst verbraucht werden muss, bevor die Bevölkerung aufwacht. In dieser Phase befindet sich Deutschland gerade.

Koste es, was es wolle

45 Milliarden Euro pro Jahr soll der „Industriestrompreis“ den Steuerzahler kosten, nach Habeck eine „Strompreisbrücke für fünf Jahre“, bis der Strompreis durch die „Erneuerbaren“ von alleine fällt. Sonne und Wind stellen ja keine Rechnung. Dumm nur, dass dies nicht passieren wird und die Brücke in die Unendlichkeit verlängert werden muss. Dumm nur, dass diese Brücke vom Mittelstand finanziert werden muss, der sowieso schon die Hauptlast der vergurkten Energiewende stemmt. Dumm nur, dass die Strompreisbrücke ein Umverteilungsmechanismus von unten nach oben ist.

Kein Mensch kann die bisherigen Kosten der Energiewende präzise ermitteln. Die Politik verschleiert und vernebelt sie nach Kräften, in Hütchenspieler-Manier. Auch hier lohnt ein Blick in den Artikel „Die Hütchenspieler des Stromnetzes“, von dem bisher alle Voraussagen eingetroffen sind. Bisher hat die Energiewende und ihre vielen Subwenden die gebeutelten Steuerzahler und Stromkunden wahrscheinlich schon mehr als eine Billion Euro gekostet. Und für die nächsten zehn Jahre kommt noch einmal eine Billion obendrauf. BDI Präsident Siegfried Russwurm veranschlagt die künftigen Kosten der geplanten technischen Maßnahmen zur Dekarbonisierung Deutschlands bis 2030 auf 850 Milliarden Euro. Das sind 150 Milliarden Euro pro Jahr.

Wenn diese gigantischen Belastungen – ein Verarmungsprogramm der Deutschen – wenigstens irgendetwas für das Klima nützen würden. Aber das ist eben nicht der Fall. Die Energiewender reißen alle ihre Ziele. Der Durchschnittsdeutsche stößt nach 20 Jahren Energiewende immer noch doppelt so viel CO2 aus wie sein französischer Nachbar und bezahlt den doppelten Strompreis. Der wohlmeinende Leser ahnt sicher dunkel den Grund.

Im Gestrüpp der Stromkostenlügen

Sonne und Wind schicken zwar keine Rechnung, aber die Windmüller, Solarbarone, Netzausbauer, ausländischen Stromexporteure und vor allem ein unendlich gieriger Steuerstaat schon.

Seit Jahren werden über die Erzeugungskosten der Erneuerbaren und der Kernenergie absurde Mondzahlen verbreitet. Da wird gelogen, dass sich die Freileitungen nach oben wölben. Die Gestehungskosten der Erneuerbaren werden mit 7,5 Euro-Cent pro Kilowattstunde hemmungslos schöngerechnet. Die Kernenergie hingegen soll angeblich bis zu 40 Cent pro Kilowattstunde kosten, nachdem man sie mit allen möglichen und unmöglichen Nebenkosten behängt hat.

Der Fachjournalist und YouTuber Stefan Spiegelsperger hat dazu ein sehr anschauliches Video ins Netz gestellt, in dem er die frechen Lügen entlarvt. Dieser Mann ist ein sehr pfiffiger Rechercheur und kann gut mit Zahlen umgehen. Sein Kanal Outdoor-Chiemgau ist deshalb wärmstens zu empfehlen.

Hier kurz der Inhalt zusammengefasst: Die Energiewender lassen nämlich sämtliche Integrationskosten für Wind und Sonne unter den Tisch fallen und geben den reinen Erzeugungspreis an der Klemme des jeweiligen Windrades und Solarpaneels an. Das Stromversorgungssystem muss aber für die Erneuerbaren völlig umgebaut werden. Das ergibt nach Spiegelsperger statt 7,5 Cent pro KWh Gestehungskosten von 36,7 Cent pro KWh bei Erneuerbaren.

Die Schönrechner lassen die folgenden Kosten einfach unter den Tisch fallen, obwohl sie vom Stromkunden voll bezahlt werden müssen:

  • „Redispatchkosten“ in Höhe von 2,4 Cent pro KWh (Maßnahmen zur Stabilisierung volatiler Einspeisung / Im- und Export)
  • „Stromnetzausbaukosten“ in Höhe von 7,7 Cent pro KWh (Netzausbau zum Transport des Windstroms von windreichen in windarme Gebiete)
  • „Zusatzkosten EEG-Umlage“ in Höhe von 14 Cent pro KWh (staatliche Förderungen von Wind- und Solaranlagen)
  • „Zusatzkosten Backup-Kraftwerke“ in Höhe von 2,5 Cent pro KWh (Reservehaltung, Bau und Betrieb von Kohle/Gaskraftwerken, die bei Ausfall der Erneuerbaren einspringen müssen)
  • „Zusatzkosten Verteilernetze vor Ort“ in Höhe von 2,6 Cent pro KWh (zum „Einsammeln“ der vielen dezentralen Erzeuger Windräder und Solarpaneele zwecks Einspeisung ins Netz)

Diesen 36,7 Cent pro KWh der Erneuerbaren stehen 4,3 Cent Realkosten der Kernkraftwerke gegenüber, die man ja z.B. in der Schweiz sehr gut messen kann.

Da fragt man sich, was bezwecken die Erneuerbaren-Schön- und Kernenergie-Schlechtrechner mit ihren manipulativen Zahlen? Das möge jeder selbst beantworten.

Die Energiewende ist unsozial

Die Stromversorgung in Deutschland war vor der Energiewende so zuverlässig und billig, dass in der alten Bundesrepublik der Strom sprichwörtlich „aus der Steckdose kam“ und sich niemand Gedanken darüber zu machen brauchte. Auch die meisten der wenig Begüterten konnten sich den Strom leisten, der ihnen ein recht komfortables Leben ermöglichte.

Seit der Jahrtausendwende hat die dilettantische deutsche Energiepolitik durch eine Verdreifachung des Strompreises dafür gesorgt, dass heute jedes Jahr etwa einer Million Menschen in Deutschland der Strom abgestellt wird, weil sie ihn nicht mehr bezahlen können. Das sind etwa 350.000 Haushalte. Sehr oft trifft es Menschen, Familien mit vielen Kindern, Alte, die sowieso schon arm sind. Schauen Sie sich mal in Ihrer Wohnung um. Was würde alles nicht mehr funktionieren, wenn Ihnen der Strom abgestellt würde?

Wird die Energiewende weiter vorangetrieben, ist eines sicher. Die Stromkosten kennen nur eine Richtung: weiter nach oben. Ich bewundere den Mut der Energiewender, mit immer höherer Schlagzahl offenbar unbeirrt auf dem einmal eingeschlagenen Irrweg weiterzumarschieren. Wenn der ganze Energiewende-Betrug auffliegt, haben sie nichts zu lachen. Der große Lümmel Volk kann sehr ungehalten werden.

Ich bin gespannt, wann der Zurückruderweltmeister Friedrich Merz seine neueste Aussage: „Wir würden sofort alle stillgelegten Kernkraftwerke wieder ans Netz nehmen“ reumütig und zerknirscht zurücknimmt. Friedrich, Friedrich, was werden denn die Mutti und Marietta Slomka dazu sagen?

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier