Habecks Wundergaskraftwerke: Endlich gibt es Zahlen

Kraftwerke, die mit Wasserstoff-Gasturbinen betrieben werden, werden als Game-Changer hochgejazzt. Doch wenn man es sich genau anschaut, kommt man zu dem Ergebnis: Das Ganze ist auf Sand gebaut, so wie die gesamte Energiewende. 

von Manfred Haferburg

Bundeswirtschaftsminister Habeck plant, bis 2030 „wasserstofffähige“ Gaskraftwerke mit einer installierten Leistung von 21 Gigawatt neu bauen zu lassen. Das entspricht ungefähr der Leistung aller Kernkraftwerke, die seit 2011 in Deutschland stillgelegt wurden, also rund einem Viertel der damaligen Stromerzeugungskapazität. Soweit der offizielle Plan der Ampel-Regierung. Ich habe schon in mehreren Beiträgen gefragt, ob so ein Plan nun dem Größenwahn entstammt oder purer Unkenntnis.

Nun ging in Leipzig das weltweit erste „wasserstofffähige“ Gaskraftwerk ans Netz und liefert endlich ein paar echte Zahlen, an denen man den Plan der Regierung messen kann. Die Welt jubelt hinter der Bezahlschranke: „Wasserstoff-ready“ – Dieses Leipziger Kraftwerk läutet eine neue Ära ein. Ist das wirklich so?

Das Leipziger „Heizkraftwerk Süd“ verfügt über eine installierte Leistung von 125 Megawatt und ist damit eher in der unteren Leistungsklasse angesiedelt. Die größte Gasturbine, die Siemens gebaut hat, hat eine Leistung von 593 MW. Die Gasturbine des Kraftwerks Irsching 4 hat eine Leistung von 569 MW. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass das Kraftwerk Irsching erst 2011 in Betrieb ging und vom Betreiber EON schon mehrfach zur Stilllegung angemeldet wurde, da es im Energiewende-Subventionsgestrüpp nicht wirtschaftlich betreibbar ist. Die Stilllegung wurde von der Bundesnetzagentur nicht gestattet, da das Kraftwerk nach der Stilllegung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld als systemrelevant eingestuft wurde. Nun zahlt der Steuerzahler.

Die Herstellung der Leipziger Gasturbine erfolgte durch Siemens Energy im Schwedischen Finspaeng. Der Brenner könnte mit 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden – wenn es denn in Leipzig Wasserstoff in der benötigten Menge gäbe. Gibt es aber nicht. Deshalb wird die Gasturbine mit schnödem Erdgas betrieben. Eine Anschlussleitung für den Wasserstoff soll 2026/27 kommen. Woher der benötigte Wasserstoff kommen soll? Eventuell aus Leuna, wo dann Erdgas zu „grauem“ Wasserstoff gecrackt werden soll. Wann und woher der benötigte „grüne“ Wasserstoff kommen soll, steht in den Sternen.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Die Regierung plant bis 2030 die Errichtung von Gasturbinen mit 21 Gigawatt Leistung in Deutschland. Um diese Leistung mit dem Typ der Leipziger Gasturbine zu installieren, müsste man 168 – in Worten „einhundertachtundsechzig“ – solcher Gaskraftwerke bauen. Dies muss auch pünktlich geschehen, da die letzten Kohlekraftwerke ja bis 2030 stillgelegt werden sollen. Das Leipziger Musterkraftwerk hat 188 Millionen Euro gekostet. Vorausgesetzt, die Preise blieben stabil, bedeutet das einen Investitionsaufwand für die geplante Flotte von Gaskraftwerken von mehr als 31 Milliarden Euro. Nur für die Gaskraftwerke!

Es gibt weder ein funktionierendes „wasserstofffähiges“-Gasleitungssystem noch die Erzeugungskapazitäten für den benötigten Wasserstoff. Derzeit geht die Bundesregierung davon aus, dass 2030 fünf Gigawatt Strom für die Produktion von grünem Wasserstoff zur Verfügung stehen. Die Nationale Wasserstoffstrategie sehe eine entsprechende elektrische Elektrolysekapazität vor, heißt es in der Antwort (19/27338) auf eine Kleine Anfrage (19/26446) der Grünen-Fraktion. „Bei unterstellten Vollbenutzungsstunden von 4.000 pro Jahr wäre hiermit ein Stromverbrauch von 20 Terawattstunden verbunden.“ Zehn Jahre später, also 2040, sollen den Vorstellungen zufolge 10 Gigawatt Elektrolyseleistung installiert sein.

Benötigt würden aber für die 21 Gigawatt Gaskraftwerke ca. 70 Gigawatt Strom. Wo der herkommen soll, weiß niemand.

Ein Schiff wird kommen

Derzeit fabuliert die Bundesregierung von einer Herstellung dieses Wasserstoffs in Namibia. Das mag von der Fläche und der Sonnenintensität her gesehen Sinn machen. Nur fehlen ein paar winzige Voraussetzungen in Namibia und Umgebung. Es werden gigantische Wasseraufbereitungsanlagen für die Wasserstoffherstellung benötigt. Es werden auch gigantische Solarkraftwerke zur Herstellung des Stroms für die Wasseraufbereitung und die Wasserstoffproduktion benötigt. Auch die gigantische Anzahl von Elektrolyseuren gibt es nur in der Fantasie der Bundesregierung, von den Verdichter-und Kühlstationen zur Verladung gar nicht erst zu reden. 2030 will die EU 10 Millionen Tonnen grünen Wasserstoff mit erneuerbarer Energie herstellen. Wo? Im sonnenreichen Afrika, ein Schiff wird kommen, mit einer großen Thermosflasche mit gekühltem Wasserstoff.

Für den Transport von flüssigem Wasserstoff gibt es nämlich bisher keine Flotte von Tankern, sondern nur ein Pilotprojektschiff, dessen Kapazität von 1.250 Kubikmetern mit unserer Leipziger Gasturbine schätzungsweise für zehn Tage reicht. Nun braucht es aber noch den Wasserstoff für die anderen 167 Gasturbinen. Und nicht nur für zehn Tage, sondern für das ganze Jahr.

Und es sollen ja auch die thermischen Prozesse der Industrie und der Luft- und Schwerlastverkehr auf grünen Wasserstoff umgestellt werden. Derzeit decken die „Erneuerbaren“ weniger als 10 Prozent des gesamten Primärenergiebedarfs. Der Wirkungsgrad bei der Wasserstoffsynthese ist mit weniger als 30 Prozent grottenschlecht. Für die Herstellung von einer Kilowattstunde Wasserstoff-Strom braucht man vier Kilowattstunden Sonnenstrom. Wieviel Solarkollektoren braucht man also für die gesamte Wasserstoffwirtschaft? Und was soll das kosten? Da höre ich auf zu rechnen, weil das so sinnlos ist wie die ganze deutsche Energiewende.

Der dritte Schritt vor dem Ersten

Wer den Stand der Realisierung der Gaskraftwerkspläne der Regierung bewerten möchte, kann sich die Liste der geplanten und im Bau befindlichen Gaskraftwerke Deutschlands auf Wikipedia ansehen, auch wenn die ziemlich ungenau ist. Ein einziger Blick auf diese Liste zeigt, dass es derzeit in Deutschland für Gaskraftwerke ohne massivste staatliche Subventionen keine Investoren gibt. Vielleicht muss Habeck noch ein Sondervermögen für den Tripel-Gaskraftwerks-Wumms auflegen.

Da wird der geneigte Leser fragen: Wieso und von wem wurde denn in das Leipziger „Heizkraftwerk Süd“ investiert? Ausgangspunkt war die Ausrufung des Klimanotstandes in der Stadt Leipzig im Jahr 2019. Sie erinnern sich vielleicht – das war damals gerade Mode, bevor es in Vergessenheit geriet. Der Rat der Stadt Leipzig beschloss ein Maßnahmenpaket zur Klimaneutralität der Stadt. Die Stromversorgung der Stadt durch das Kohlekraftwerk Lippendorf sollte eingestellt werden. Woraufhin die Stadtwerke – im Eigentum der Stadt – den Bau des Gaskraftwerkes beschlossen. Und weil man so schön grün war, sollte es schon eine Wasserstoff-Gasturbine sein. Dafür können doch 188 Millionen Euro Steuergeld nicht zu schade sein. Wie sagt der Leipziger? „Mir hamms, mir gönns“.

Das Kraftwerk Lippendorf wurde natürlich nicht abgeschaltet. Es ist gerade mal 22 Jahre jung, hat eine Leistung von 1.840 Megawatt und gehört zu den flexibelsten Kraftwerken Deutschlands, um den Zappelstrom der Erneuerbaren im Netz auszuregeln. Seine Abgaswerte entsprechen den modernsten Vorgaben, und es beliefert die Stadt Leipzig zuverlässig mit Strom und Fernwärme. Gemäß „Kohleverstromungsbeendigungsgesetz“ wird der Kraftwerksstandort bis Ende 2035 am Netz bleiben.

Ob bis zum Jahre 2030 die Leipziger Wasserstoff-Ready-Gasturbine wirklich einmal mit grünem Wasserstoff betrieben wird, ist mehr als fraglich. Es ist sogar fraglich, ob sie 2030 überhaupt noch betrieben wird. Vielleicht gibt es ja bis dahin eine bescheidene Wasserstoff-Wirtschaft mit den Anfängen einer Infrastruktur. Doch der Aufbau einer umfassenden Wasserstoffenergienutzung wird mehrere Jahrzehnte dauern, und bis dahin wird es beim Energiemix bleiben, auch unter Einbeziehung importierter Kernenergie.

An der Grünen-Schänke hängt ein Schild: „Morgen gibt’s Freibier“

Deutschland will die Welt im Alleingang mit seiner Energiewende retten. Habeck hat angekündigt, dass die Strompreise nach einer Übergangszeit in fünf Jahren sinken werden. Das kündigt Frau Professor Kemfert schon seit vielen Jahren an. Doch leider können die Strompreise gar nicht sinken. Auch nicht in fünf Jahren.

Der Netzausbau, der Ausbau der Erneuerbaren, der Bau der Backup-Kraftwerke, der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft – alles gleichzeitig – wird Unsummen kosten und viele Jahre dauern. Damit unter dieser Wahnsinnstransformation die Industrie irgendwie überleben kann, soll es laut Habeck einen „Brückenstrompreis für die Industrie“ geben. Höchstens sechs Cent pro Kilowattstunde, für fünf Jahre; was drüber ist, bezahlt vom Steuerzahler. Aber der kann nur zahlen, bis er selbst pleite ist. Und mit ihm geht der Staat bankrott. Logischerweise ist die Strompreis-Brücke also keine Brücke, sondern ein Zehnmeterbrett über einem leeren Schwimmbecken.

Nun, ich will nicht pessimistisch sein. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass diese Gasturbine „einer neuen Ära“ bis 2030 weitere 167 Schwestern haben wird, die sich alle mit grünem Wasserstoff drehen. Wer soll die in sechs Jahren bauen? Woher soll der Wasserstoff in absehbarer Zeit kommen? Wie soll der Wasserstoff transportiert und angelandet werden? Wie kann in Entwicklungsländern eine Wasserstoffproduktion samt Infrastruktur aus dem Boden gestampft werden? Was sagen die Afrikaner dazu? Wer soll das alles bezahlen?

So gesehen, haben die Kohlekraftwerke vielleicht noch eine glänzende Zukunft in Deutschland. Doch diese Problematik betrifft eher die diversen Nachfolger unseres genialen Wirtschafts- und Klimaministers Robert Habeck. Den gibt es in fünf Jahren nicht mehr. Er wird sich dann seiner Ministerpension erfreuen, mit Mannen und Gesinde auf seinem Hof irgendwo an der dänischen Grenze. Sei es ihm gegönnt.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 




In Memoriam: Gunnar Kaiser stellt Harald Lesch

Vor wenigen Tagen ist Gunnar Kaiser seinem Krebsleiden erlegen. Wir trauern um einen guten Menschen, einen klaren Denker und einen sehr mutigen Zeitgenossen. Denn Gunnar Kaiser war alles zusammen und zugleich.

Video von Gunnar Kaiser, in welchem er die vielen Widersprüche aufzeigt, die der Alleserklärer der ZDF Fernsehwissenschaftler Harald Lesch, seinen Zuschauern über die Jahre so zum Klima zugemutet hat. Das Video wurde bereits am 22.01.2020 unter dem Titel: „12 Fragen an Harald Lesch – Ein offener Brief von Gunnar Kaiser“ online gestellt und bisher mehr als 280.000 mal aufgerufen. Doch Harald Lesch hat diese 12 Fragen bisher nicht beantwortet. Wohl, weil er zu offensichtlich und immer wieder daneben lag. Aber das ist nur eine Vermutung.

 

Gunnar Kaisers Beruf war der des Lehrers, er lehrte an einem Hamburger Gymnasium, seine Berufung die des Philosophen der die Welt erkennen will. So wie sie ist. Und weil das immer schwieriger wurde hing er den Lehrerberuf vor einiger Zeit an den Nagel und widmete sich ganz der Aufklärung mit Hilfe des Internets. Sein Youtube Kanal hat es auf 254.000 Abonnenten gebracht. Sein Rat, seine Erkenntnisse, waren also sehr gesucht. Und wurden deswegen auch angefeindet.

Boris Reitschuster schreibt anlässlich seines Ablebens über ihn:

Der Philosoph, Autor und Lehrer ist nach einer schweren Krebserkrankung im Alter von 47 Jahren am 12. Oktober 2023 verstorben, wie sein Team jetzt bekannt gab. Kaiser war in der Corona-Zeit einer der bekanntesten Maßnahmen-Kritiker. Mit seiner nachdenklichen, feinen und auch selbstkritischen Art war er für viele Menschen ein Leuchtturm in dieser schrecklichen Zeit. Auch im persönlichen Gespräch war Kaiser sehr einnehmend, wie ich selbst erlebt habe.

Weil er kein Blatt vor den Mund nahm und massiv die Freiheit verteidigte, wurde er von den großen Medien massiv angefeindet. „Wie Gunnar Kaiser als Philosoph auf Abwege geraten ist“, titelte etwa die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ). Das Schweizer Blatt geriert sich zwar gerne als kritisches Medium. In vielen entscheidenden Bereichen ist es jedoch stramm auf Linie. Weil Kaisers Artikel zu kritisch waren, „cancelte“ die Zeitung aus Zürich die Zusammenarbeit mit ihm.

Kaiser war studierter Philosoph und Germanist, Gymnasiallehrer, Schriftsteller und Autor eines Romans, der in sechs Sprachen übersetzt wurde. Bekannt wurde er auch als Betreiber des Youtube-Kanals «KaiserTV» mit zuletzt 254 000 Abonnenten.

Ich weiß nicht, ob Kaisers Erkrankung auch auf die Hetze gegen ihn zurückzuführen ist. Und es verbietet sich jede Spekulation darüber.

Was ich aber weiß ist: Es trifft so oft die Falschen.

Es macht mich sprachlos, dass ein so feinsinniger, kluger, integrer Mensch wie Kaiser in so jungen Jahren von uns gehen musste.

Ich möchte einfach in stiller Trauer das Andenken an ihn hochhalten.

In den Herzen vieler Menschen wird er für immer lebendig sein. Lebendiger, als es viele andere zu Lebzeiten sind.

Möge er in Frieden ruhen!

Und mögen seine Angehörigen die Kraft finden, diesen grausamen Verlust zu ertragen.

 

Wir schließen uns diesem Gedenken aus tiefem Herzen an.




Nachts ist es kühler als draußen.. oder warum macht die „Klimaerhitzung“ (Grünsprech) so einen Riesenbogen um Deutschland?

Von Michael Limburg

(mit Nachtrag vom 27.10.23)

Jeder weiß es, erst der Klimawandel, dann der menschgemachte Klimawandel und seit dem Wahljahr 2021 die „Klimaerhitzung“ werden furchtbar. Besonders für die wackeren Deutschen. Aber natürlich auch für alle anderen Länder dieser Welt, speziell für die Länder „des globalen Südens“, die dann deswegen zu Millionen schnell noch in das von der „Klimaerhitzung“ bedrohte Deutschland einwandern. Um jeden Preis, wie wir inzwischen wissen und defacto ungebremst. Und deswegen müssen wir das Land nicht vor dieser Einwanderung, sondern vor der „Klimaerhitzung“ schützen, , glaubt nicht nur Steffi Lemke, derzeitige grüne Umweltministerin der Ampel. Aber die besonders. Und hat deswegen das sog. Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht und begründet dies so[1]:“

„Schon heute verursacht die Klimaerhitzung in Deutschland und Europa enorme Schäden. Hitze und Dürre, Starkregen und Hochwasser – Wetterextreme werden in Zukunft häufiger und zwingen uns zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen der Klimakrise. Deshalb hat die Bundesregierung das erste bundesweite Klimaanpassungsgesetz verabschiedet.“

Nun ist Steffi Lemke eine Grüne und bei denen – wenn auch nicht nur- kann man erwarten, dass sie keine Ahnung haben von dem, wovon sie reden. Es müssen ja nicht immer Länder sein, die „hunderttausende Kilometer weit entfernt sind“ wie die offenbar weitgereiste Außenministerin die Welt vor kurzem wissen ließ. Es genügt, schon die eigenen Daten nicht zu kennen, auch wenn sie vom eigenen Amt, dem Umweltbundeamt, erhoben und veröffentlicht werden, aber trotzdem Unsinn oder Lügen – je nachdem – in die Welt zu posaunen. Denn schon der erste Satz enthält nichts weiter als eine solche, gefolgt von einer durch nichts begründeten Spekulation. Eine kurze Recherche hätte Frau Lemke gezeigt, dass die Niederschläge seit 1880 in diesem vergleichsweisen kühlen Land kaum zugenommen haben, ja sogar für die letzten 20 Jahre sogar einen deutlichen Abwärtstrend aufweisen.

 

Abbildung 1 : Niederschlagsmengen in Deutschland seit 1880; Quelle UBA Oktober 2030

Um dann im zweiten Teil zu behaupten, sie könne in die Zukunft sehen, und erkennen: „Wetterextreme werden in Zukunft häufiger“. Auch das ist frei erfunden und nicht mal das besonders erfindungsreiche IPCC traut sich zu, solche Voraussagen zu machen, wie der Kollege Peter Panther hier nachwies.

Doch Steffi Lemke ist nicht allein. Viele andere unterstützen sie, arbeiten ihr zu und halten ihr die Steigbügel. Besonders manche Meteorologen aus dem Fernsehen tun dies.

Nein, diesmal ist es nicht der Einpeitscher der „Klimaerhitzung“ vom ZDF, die Zierde seines Berufes, Herr Özden Terli, sondern der etwas moderater auftretende Wetterfrosch von RTL, der Meteorologe und Klimaexperte, wie er sich selber sieht, Christian Häckl. Der erzählt uns allen Ernstes:“… Die Nächte würden sich aufgrund des CO₂-Treibhauseffektes stärker erwärmen. “Unsere Nächte werden schneller warm als die Tage” Und erklärt das anhand der CO₂-Rückstrahlung, die zunähme, weil die CO2 tragende Schicht in der Nacht deutlich dünner, aber dichter sei. Vermutlich bezieht er sich dabei auf das paper von Davy et al[2] von 2016, der eben jenes postulierte und glaubte das anhand seiner Daten nachgewiesen zu haben. Ich werde darauf zurückkommen.

Und last but not least glaubt das IPCC, dass die überaus moderate Rückerwärmung nach dem Ende der kleinen Eiszeit zu 100 % menschgemacht sei, und meint damit durch die Emission von „Treibhausgasen“, also im Wesentlichen das CO2 . Stellvertretend sei hierfür Zeke Hausfather[3] zitiert, der auch die Website „Carbon Brief“ betreibt, in dem er dies postuliert.

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All diese Behauptungen stehen unwidersprochen im Raum und sollen begründen, warum der Kampf gegen die „Klimaerhitzung“ so wichtig ist, dass dafür jedes Opfer, natürlich nur von uns, gerechtfertigt ist.

Fassen wir sie noch einmal zusammen.

  1. Die „Klimaerhitzung“ schreitet fort und erzeugt Extremwetter, wenigstens in der Zukunft.
  2. Die Erwärmung ist zu 100 % menschgemacht – fast nur getrieben durch die anthropogenen CO2 Emissionen.
  3. Die Nächte werden schneller warm als die Tage. Ursache sei der „Treibhauseffekt“

Nun gibt es zum Glück das Internet, ferner die Datensammlung des Deutschen Wetterdienstes DWD, einige private Klimaforscher namens Baritz, Kowatsch, Kämpfe und Leistenschneider, sowie EIKE. Und daher können wir heute das Ergebnis einer langjährigen Arbeit des oben genannten Quartetts präsentieren. Sie machten nämlich das, was alle modellverliebten „Klimaforscher“ hassen. Sie befragten die realen Daten, und die liegen für Deutschland und für klimarelevante Zeiten in rauen Mengen vor. Angeregt durch den Vorschlag des Lesers Balint werteten sie nicht nur die Mitteltemperaturen von knapp 550 Messtationen aus (dies nur zu Kontrollzwecken) sondern die Max. und Minwerte, die im allgemeinen den Tagen und Nächten zuzuordnen sind, und gruppierten diese überdies nach den Jahreszeiten. Für allgemeine vergleichende Aussagen begannen sie mit dem Jahr 1892 bis heute. Für die Jahreszeitenanalyse beschränkten sie sich auf den Start ab 1948 bzw. ab 1988. Auf diese Weise untersuchten sie rd. 3,5 Mio Datensätze, für heutige Desktopcomputer und gewiefte Excelanwender offensichtlich kein unlösbares Problem mehr. Und das Ergebnis ist verblüffend. Um es vorwegzunehmen, die Daten zeigen eindeutig:

Die Klimaerwärmung findet hauptsächlich im Sommer und im Herbst statt, und das auch nur tagsüber.

Ferner zeigen sie, dass die Erwärmung erst 1988 begann, bis dahin, also seit 1892 gab es defacto keinen Erwärmungstrend (der Trend zeigt eine winzige Steigung von 0,0022 K pro Jahr), und dazu mit einem satten Temperatursprung von in der Spitze 1,5 K vom Jahr 1987 auf 1988 und dessen Ursache völlig ungeklärt ist. Die folgenden Jahre hingegen zeigen im Mittel eine deutliche Erwärmung mit einer Trendsteigung von 0,032 K pro Jahr. Das ist fast das 15 fache der Jahre davor.

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Abbildung 2: Zeitreihe der Mitteltemperatur in Deutschland nach DWD von 1892 bis 2022 mit darüber gelegter CO2Konzentration

Legt man zusätzlich den Anstieg der CO2 Konzentration darüber, dann erkennt man keinerlei Korrelation beider Trends bis 1988 und ab da, eine vergleichsweise enge. Sollte die CO2 Konzentration der Treiber sein, dann erhebt sich die Frage, warum es bis zum Jahr 1988 ausruhte? Und nicht wirkte, obwohl sich die Konzentration bereits in dieser Zeit um deutliche rd. 17 % erhöhte. Und um einem Einwand gleich zu entkräften: Seit den Nullerjahren wird auch in Deutschland die CO2 Konzentration gemessen[4]. Sie unterscheidet sich nur in Nuancen von der weltweiten Konzentration.

Aber es kommt noch besser. Denn nicht nur Jahre bis 1988 unterscheiden ich dramatisch von denen ab 1988, sondern es gibt auch erhebliche Unterschiede zwischen den Jahreszeiten und ihren Trends, wie auch innerhalb der Tages- und Nachttrends. Geht man davon aus, dass das CO2 immer und überall wirkt, dazu noch sozusagen ziemlich nachtblind ist, bzw. wenn nicht, sogar nachts stärker heizen soll als am Tage, dann geben die folgenden Ergebnisse ziemliche Rätsel auf. Sollten sie jedenfalls.

Im Folgenden werden daher die Zeitreihen der vier Jahreszeiten untereinandergestellt und kommentiert.

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Abbildung 3: Zeitreihen und Trends der Frühjahrstemperaturen von 544 DWD Stationen. Der Trend der Nachttemperaturen ist negativ. Die Nächte wurden kühler, während die Tageshöchstwerte im Trend leicht positiv sind, mit + 0,0192 K/Jahr

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Abbildung 4: Zeitreihen und Trends der Sommertemperaturen von 544 DWD Stationen. Der Trend der Nachttemperaturen ist geringfügig positiv.. Die Nöchte werden kaum wärmer, während die Tageshöchstwerte im Trend kräftig positiv sind, mit + 0,0668 K/Jahr

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Abbildung 5: Zeitreihen und Trends der Herbsttemperaturen von 544 DWD Stationen. Der Trend der Nachttemperaturen ist leicht positiv.. Die Nächte werden etwas wärmer, während die Tageshöchstwerte im Trend kräftig positiv sind, mit + 0,0617 K/Jahr, also fast so steil wie bei den Sommertemperaturen.

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Abbildung 6: Zeitreihen und Trends der Wintertemperaturen von 544 DWD Stationen. Der Trend der Tages- und Nachttemperaturen ist nur noch geringfügig positiv.. Die Tage und Nächte werden nur noch etwas wärmer und die Tageswerte sind mit + 0,0198 K/Jahr so geringfügig ansteigend wie die Tagestemperaturen im Frühjahr. Immerhin ist die Steigung der Nachtemperaturen immer noch nicht leicht positiv bevor sie im Frühjahr ins Negative dreht.

Wir sehen also nicht nur frappante Unterschiede im Trend der Jahreszeiten, weil die „menschgemachte Klimaerhitzung“ (von max. 24 °C !!)also hauptsächlich im Sommer stattfindet, um sich dann im Herbst schon wieder abzuschwächen, sozusagen zur Ruhe zu begeben, um dann im Winter in den wohlverdienten REM Schlaf zu verfallen, der auch im Frühjahr noch nicht zum Erwachen führt. Wenn Frank Wedekind das gewusst hätte. Er hätte wohl sein schönes Büchlein „Frühlings Erwachen“ anders benannt.

Und noch etwas sticht sofort ins Auge, in allen vier Jahreszeiten sagen die Nächte: Erwärmungstrend – nee – ohne mich. Das geht im Frühjahr sogar so weit, dass sich dort statt eines leicht positiven Trends, ein negativer Trend zeigt. Obwohl doch wie uns von höherer Stelle immer wieder versichert wird, dass sich die Erwärmung, dank menschgemachten CO2, nachts besonders auswirkt. Und nun das!

Fassen wir also zusammen.

1. Seit 1892 bis 1987 gab es keinen Erwärmungstrend.

Obwohl die CO2 Konzentration im gleichen Zeitraum (106 Jahre) von 295 ppm auf 348 ppm, also um 53 ppm oder 17 %, stieg. Den gab es auch seit 1948 bis 1987 nicht. Trotz steileren CO2 Anstiegs von  310 ppm auf 348 ppm, also um 38 ppm oder 12,2 %.

2. Ab 1988 gab es

a. einen Sprung von + 1,5 °C in der Spitze; Ursache unbekannt, und von da an

3. Einen steten Anstieg der Ø Temperatur von bis heute ca. 0,8 ° C , also in nur 30 Jahren. CO2 stieg im selben Zeitraum von 350 ppm auf 422 ppm. Also um + 72 ppm.

aber, dieser Temperatur-Anstieg manifestierte sich jeweils nur im Sommer und etwas schwächer auch im Herbst, aber dort auch nur tagsüber. Die Nächte blieben auf demselben Niveau.

4. und, da lt. Hypothese das CO2

1. Immer erwärmend wirkt,

und

2. nachts sogar stärker als tagsüber, (z.b. hier https://www.wetter.de/cms/klimawandel-darum-erwaermen-sich-naechte-staerker-als-tage-4638142.html)

und

3. der Mensch fast ausschließlich (lt. IPCC) mit seiner Emission von Treibhausgasen an der Erwärmung der letzten ca. 120 Jahre schuld sein soll,(z.b. hier https://www.carbonbrief.org/analysis-why-scientists-think-100-of-global-warming-is-due-to-humans/)

Da stellen sich doch sofort die folgenden Fragen?

1. Wie macht das CO2 das?

2. Wie macht das menschengemachte CO2 das?

3. Wie macht der Treibhauseffekt das?

Zumindest für Deutschland sind diese Fakten unwiderlegbar. Das CO2 kann es nicht sein. Es wirkt wenn überhaupt, in einem so geringen Maße, dass es locker von anderen Klimavariablen überboten wird. Doch welche könnten das sein? Nun, da kommen sofort zwei Hauptverdächtige ins Spiel. Der eine ist die Sonnenscheindauer. Und der andere ist die deutsche Wiedervereinigung mit dem damit einhergehenden Wärmeinseleffektes. Beider Trends sind kräftig positiv

Zunächst zur Sonnenscheindauer. Dank veränderter Großwetterlagen erhöhte sich die Sonnenscheindauer

 

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Abbildung 7: Zeitreihen und Trends Sonnenstunden und der Niederschlagsmenge in Deutschland von 1988 bis 2022. Wie zu erkennen haben die Sonnenstunden im Trend in der genannten Zeitspanne um  gut 78 Stunden zugenommen, der Trend bei den Niederschlägen ist hingen sogar leicht negativ.

Mithin widerlegt diese Grafik, wie auch die in Abbildung 1 die Behauptung von Frau Lemke dass ..“schon heute die Klimaerhitzung in Deutschland und Europa enorme Schäden“ verursacht. Die „Klimaerhitzung“ überschreitet im Trend die 24 ° nicht, und die im Nachsatz von ihr behaupteten Zunahmen von Extremwetter fanden hierzulande nicht statt. Sie zeigt aber deutlich, dass es mehr Sonnenstunden gab. Und – jedenfalls nach den klassischen Regeln der Thermodynamik – bedeuten mehr Sonnenstunden, auch mehr solare Energieeinstrahlung, die wiederum, wenn nicht von Zauberhand weggemopst, unmittelbar zur Erhöhung der Temperaturen, und in diesem Fall wirklich nur im Sommer und Frühherbst führen müssen.

Bleibt noch die Zunahme des Wärmeinseleffektes. Zu diesem haben die Kollegen Kowatsch, Kämpfe, Leistenschneider und Baritz schon viel geschrieben, R. Lesitenschneider hat ihn sogar aus den Beobachtungen abgeleitet und einer theoretischen Ableitung unterworfen. Details dazu finden Sie hier. Danach dürfte dieser zu 50 bis 60 % die gegenwärtige Erwärmung versursacht haben. Den Rest liefert problemlos die erhöhte Zahl an Sonnenstunden.

Inzwischen mehren sich die Studien international sehr renommierte Klimaforscher wie W. Soon, hier R. Conolly, R. Spencer hier , die dem Wärmeinseleffekt eine wesentlich stärkere Rolle bei der Erwärmung zubilligen, und dies auch durch Messungen belegen, als es das IPCC, in seiner per Mandat erzwungenen ausschließlichen Fixierung auf den anthropogenen Treibhauseffekt, wahrhaben will. Es sieht also so aus, als ob auch von Seiten der Wissenschaft damit begonnen wird, die Karten neu zu mischen.

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Abbildung 8: IPCC Mandat, bis Oktober 2018 auf der Webesite des IPCC nachzulesen, seitdem verschwunden.

Bleibt dem Autor nur noch der Merksatz des großen Physikers Richard Feynman den dieser seinen Studenten immer wieder einbläute, in dem er sie ermahnte genau hinzusehen und nur der Realität zu glauben:

»Egal, wie bedeutend der Mensch ist, der eine Theorie vorstellt, egal, wie elegant sie ist, egal wie plausibel sie klingt, egal wer sie unterstützt, wenn sie nicht durch Beobachtungen bewiesen wird, dann ist sie falsch.« Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman

  1. Quelle: https://www.bmuv.de/pressemitteilung/bundesregierung-verabschiedet-erstes-bundesweites-klimaanpassungsgesetz 13.07.23
  2. Davy et al. 2016: https://rmets.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/joc.4688
  3. Quelle Zeke Hausfather in https://www.carbonbrief.org/analysis-why-scientists-think-100-of-global-warming-is-due-to-humans/
  4. Quelle https://www.dwd.de/DE/forschung/atmosphaerenbeob/zusammensetzung_atmosphaere/spurengase/inh_nav/klimagase_node.html

Nachtrag 27.10.23

Beim nochmaligen Lesen dieser Zeilen fielen mir wieder die denkwürdigen Worte der Berliner Klima – (und Verkehrs- und sonstiges „Gedöhns“) Senatorin Dr. Manja Schreiner CDU ein, der ich diesen Sachverhalt, wenn auch – der zugebilligten Redezeit wegen – weniger  detailliert – anlässlich einer Anhörung zu Klimschutzgesetzen im Berliner Abgeordnetenhauses am 31.8.23 vortrug. Aber sehen und hören Sie selbst (Ab Minute 15:44).




Klimaschutz und Migration – ein linksgrüner Zielkonflikt

Ein Dilemma für die selbsternannten Weltretter: Die unkontrollierte Massenmigration nach Deutschland verschlechtert signifikant die globale, vor allem aber die deutsche CO2-Bilanz. 

von Wolfgang Meins

Zielkonflikte gibt es zahlreiche, sei es in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft oder auch im ganz Privaten, z.B.: „Ich liebe dich und würde dich auch gerne heiraten, aber leider gibt es da noch eine Andere.“ Es geht also um spezielle Konflikte, die dadurch entstehen, dass sie nicht gleichzeitig und im selben Umfang gelöst werden können. Ein typischer Zielkonflikt für linksgrüne Politiker dürfte sein, Klimaschutz einerseits und Migration andererseits unter einen Hut zu bringen. Denn die unkontrollierte Massenmigration nach Deutschland verschlechtert, wie noch genauer zu zeigen sein wird, signifikant die globale, vor allem aber die deutsche CO2-Bilanz.

Eine Problemlage, die im Übrigen bisher kaum thematisiert worden ist. Womit bereits eine für das linksgrüne Milieu typische Lösungsstrategie genannt ist, nämlich einen Zielkonflikt auf ideologiebelastetem Terrain gar nicht erst als solchen genauer zu benennen, sondern ihn möglichst zu beschweigen. Besser noch, sozusagen die hohe Schule ideologischer Verbohrtheit, die Realität nur selektiv wahrzunehmen und damit eine Seite der Problemlage einfach kognitiv auszublenden. Hilfreich, und nicht selten auch zwingende Voraussetzung für diese Strategie, ist allerdings eine stille Übereinkunft im Sinne eines Schweigegelübdes der Politik mit Medien und möglichst auch Wissenschaft.

Es geht hier also um einen Konflikt, den unsereiner, als Skeptiker des ausschließlich oder auch nur überwiegend menschengemachten Klimawandels nicht hat und mit dem entsprechend gelassen umgegangen werden kann – auch im Vertrauen auf Anpassungsfähigkeit und Erfindergeist des modernen Menschen. Ganz anders als diejenigen, die klimawandelmäßig voll auf Linie sind. Denen müsste die anhaltende Massenmigration eigentlich zunehmend schlaflose Nächte bereiten, bringt sie uns doch mit jedem Grenzübertritt der Klimaapokalypse einen Schritt näher.

Vom Regen in die Traufe

Da wähnen die Schutzsuchenden sich nach mühsamer und gefährlicher Flucht endlich in Sicherheit, tatsächlich aber geraten sie durch ihre Befeuerung der „Klimakrise“ – aufgrund ihres mit dem Grenzübertritt fortan deutlich höheren CO2-Ausstoßes – vom Regen in die Traufe. Das Problem wird deutlich, vergegenwärtigt man sich den durchschnittlichen CO2-Ausstoß pro Kopf in den typischen Herkunftsländern der Migranten einerseits und den hiesigen andererseits.

Laut Wikipedia betrug im Jahr 2020 diese CO2-Emission in Deutschland 7,7 t. In den typischen Herkunftsländern der aktuellen Migrantengeneration emittierten die Menschen 2020, wenngleich auch eher unfreiwillig, deutlich weniger CO2 pro Kopf: Irak 4,6 t, Marokko 1,8 t und Syrien 1,4 t – ganz zu schweigen von den in Subsahara-Afrika gelegenen Herkunftsländern, wie z.B. Senegal und Nigeria mit je 0,6 t oder Ghana mit 0,5 t. Noch klimafreundlicher sind die Verhältnisse in Afghanistan mit 0,3 t oder auch Somalia mit 0,0 t – geht doch!

Eine verschollene „Kurzanalyse“

Zu Beginn der gegenwärtigen Migrationskrise, also seit 2015, wurde von wissenschaftlicher Seite – in einer Art Kooperation mit zwei Medien – dieses Problem durchaus auch noch aufgegriffen. Nach meinen Recherchen allerdings nur dieses eine Mal – und seitdem nie wieder. Ende 2015 berichtete der Spiegel über das hier interessierende Thema und erwähnte eine ihm vorliegende „Kurzanalyse“ von Prof. Dr. Andreas Löschel, die allerdings heute weder im Netz noch in Löschels Publikationsverzeichnis auffindbar ist. Einen Monat später folgte dann der Deutschlandfunk in Form eines Interviews mit Löschel, der unter den deutschen Ökonomen eine relativ große Nummer ist und den Lehrstuhl für Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit an der Ruhr-Universität Bochum innehat.

Dieser Wissenschaftler war zudem Leitautor des Weltklimarates für den 5. und 6. Sachstandsbericht und ist darüber hinaus bis heute Vorsitzender der Expertenkommission der Bundesregierung zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“, also sozusagen der wissenschaftliche Obersupervisor unserer Energiewende. Im Folgenden soll weder das deutsche Energiewende-Fiasko grundsätzlich verhandelt werden noch die wahlweise philosophische oder psychologische Frage, wie man sich als Lehrstuhlinhaber so einen Job freiwillig antun kann. Es geht vielmehr ausschließlich um Löschels Erkenntnisse zur hier speziell interessierenden Frage.

Seinerzeit, also 2015, galt, dass der nationale CO2-Ausstoß (von 1990) bis 2020 um 40 Prozent zu sinken hat. Wegen absehbarer Gefährdung dieses Ziels hatte die Merkel-Regierung damals bereits eine milliardenteure Abwrackprämie für Braunkohlekraftwerke beschlossen. Durch den starken Zuzug von Migranten, so Löschel damals, drohe nun eine neue Lücke bei den nationalen Klimazielen. Es gelte nämlich eine Art Faustregel: „Eine Million Einwohner mehr erhöhen die CO2-Emissionen bis 2030 im Schnitt um 6,4 Millionen Tonnen pro Jahr. Das entspräche gut der Hälfte des jährlichen CO2-Ausstoßes, den die acht abgeschalteten Braunkohleblöcke einsparen sollen.“ Bekanntlich hatte Deutschland damals – trotz des coronabedingten wirtschaftlichen Einbruchs – seine Klimaziele verfehlt und 2020 gegenüber 1990 nur eine Minderung von 38,7 Prozent erreicht.

Er ist ein Guter!

Vorauseilend exkulpierend bringt der Spiegel seinen Lesern im dafür typischen Jargon schonend bei, dass Löschel – trotz seiner unerfreulichen Ergebnisse – ein Guter sei, der durchaus dafür ein Bewusstsein habe, „wie heikel das von ihm angeschnittene Thema ist. Rechtspopulisten könnten seine Studie für ihre kruden Thesen nutzen.“ Wahrscheinlich sind solche „Thesen“ gemeint wie „Klimaziele wegen der Flüchtlinge in weite Ferne gerückt“ oder „Klimakrise spitzt sich wegen Flüchtlingswelle weiter zu“ oder auch „Klimaschutz und grenzenlose Aufnahme von Flüchtlingen vertragen sich nicht“.

Bevor wir uns der Frage zuwenden, wie sich die Lage an der CO2-Front seitdem entwickelt hat, sei noch kurz ein anderer klimarelevanter Aspekt gewürdigt. Wenn Löschel nämlich zu dem Schluss kommt, die globalen Migrationsströme hätten kaum Effekte für die weltweite Klimabilanz, da die betroffenen Menschen künftig einfach in einem anderen Land den CO2-Ausstoß erhöhen, indem sie arbeiten, heizen, mobil sind und zudem die Erstellung von Gütern fördern, vermag das nicht wirklich zu überzeugen: Wenn z.B. eine Million Afghanen nach Deutschland kommen, erhöht sich, grob geschätzt, ihr CO2-Ausstoß pro Jahr nach den o.g. Zahlen mal eben um den Faktor 26! Sie würden dann nicht mehr, wie in ihrer Heimat, für 300.000 t CO2 verantwortlich sein, sondern für 7,7 Millionen t! Ob die globalen Migrationsströme einen relevanten Effekt auf den weltweiten CO2-Ausstoß haben, hängt also nicht unwesentlich von der schieren Anzahl der Migranten ab und ganz besonders davon, von wo nach wo sie wandern. Eine Migration von Syrern oder Irakern nach Afghanistan oder Somalia wäre sozusagen praktizierter Klimaschutz.

Vielleicht sollte Löschel dieses CO2-Problem einmal für die von interessierter Seite ja immer wieder gern aus dem Hut gezauberten, bis jetzt allerdings nicht real existierenden, sogenannten Klimaflüchtlinge durchrechnen. Die Weltbank zum Beispiel prognostiziert immerhin 216 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2050, v.a. aus Subsahara-Afrika, von denen allerdings drei von vier Menschen innerhalb ihres Landes umsiedeln, so zumindest die Prognose. Da kannte die Weltbank allerdings noch nicht die Forderungen des die Bundesregierung beratenden Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR), nämlich denjenigen, die durch die Folgen des Klimawandels ihre Heimat verlieren, einen „Klima-Pass“ für einen Daueraufenthalt oder eine „Klima-Card“ für einen befristeten Aufenthalt in Deutschland auszustellen. Das sind ganz zweifellos Superideen, zumal die Bundesregierung damit, wie es völlig ironiefrei heißt, international eine Vorreiterrolle einnehmen könne.

Das Problem wegdefiniert

In den verschiedenen Monitoring-Berichten der Expertenkommission zum Stand der Energiewende während der letzten Jahre finden sich, nicht unerwartet, keinerlei konkrete Hinweise auf migrationsbedingte demographische Veränderungen und deren Auswirkungen auf den sog. Klimaschutz bzw. den CO2-Ausstoß. Lediglich im Monitoring-Bericht für das Berichtsjahr 2015, der im Dezember 2016 erschien, heißt es – äußerst vage und allenfalls teilweise zutreffend –, dass auch exogene, „von der Bundesregierung nicht beeinflussbare Faktoren“ wie z.B. demographische Veränderungen die „Zielerreichung“ erschwert hätten. Darüber hinaus wollen diese Experten der Bundesregierung das Leben nicht unnötig schwer machen und gehen der Einfachheit halber für ihre Prognosen offenbar davon aus, dass der Migrantenzustrom 2015 die ganz große Ausnahme war und fortan, zumindest bis 2020, die Einwohnerzahl Deutschlands auf dem 2015er Niveau verharrt – folglich mit nur geringem Einfluss auf die Energiewendeziele.

Tatsächlich allerdings nahm die Einwohnerzahl ab 2016 bis 2020 noch einmal um eine Million zu und anschließend, bis Ende Juni 2023, gar um weitere 2,3 Millionen. Ende dieses Jahres werden voraussichtlich knapp 86 Millionen Menschen in Deutschland leben, also rund 5 Millionen mehr als noch 2014. Nach der Löschelschen Faustregel würde das folglich eine Erhöhung der CO2-Emissionen von 2024 bis 2030 – im Vergleich zu 2014 – um etwa 32 Millionen Tonnen pro Jahr bedeuten, dem jährlichen CO2-Ausstoß von ca. 20 Braunkohlekraftwerken entsprechend. Und das auch nur unter der eher unwahrscheinlichen Annahme einer ab 2024 nicht weiter wachsenden Bevölkerung – bei zudem mittlerweile völlig illusorischen CO2-Einsparzielen, die der deutschen Energiewirtschaft im Rahmen des Klimaschutzgesetzes für den Zeitraum von 2024 bis 2030 auferlegt wurden.

 

Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Meins ist Neuropsychologe, Arzt für Psychiatrie und Neurologie, Geriater und apl. Professor für Psychiatrie. In den letzten Jahren überwiegend tätig als gerichtlicher Sachverständiger im zivilrechtlichen Bereich.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 




Bundesregierung und EU treiben Energiekosten in die Höhe

Trotz teurer und knapper Energie und Abwanderung der Industrie wird die preistreibende und Energie vernichtende Energiewende im Namen der Weltklimarettung weiter getrieben.

von Prof. Dr. Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel (NAEB)

Inzwischen sollte es jedem klar geworden sein, der kritisch die Energiewende hinterfragt, sie wird mit jedem Schritt teurer. Ohne zunehmende Subventionen geht es nicht. Doch woher soll das Geld kommen, wenn durch die hohen Energiekosten die Wirtschaft nicht mehr wettbewerbsfähig ist und die Einkommen sinken? BP und Total haben daher ihre Pläne, mehr als 1.000 Windkraftanlagen in der Ost- und Nordsee zu bauen, auf Eis gelegt. Gleiches geschieht in England und an der Ostküste der USA. Die Investoren befürchten offensichtlich hohe Verluste, wenn die staatlichen Subventionen nicht mehr gezahlt werden können.


Energiewende-Gesetze verstoßen gegen die Physik 

Doch die EU und die Bundesregierung treiben die Energiewende weiter. Gesetze dazu werden von den rot-grünen Abgeordneten mit Hilfe der FDP gebilligt, selbst wenn sie gegen elementare physikalische Gesetze verstoßen. Das heißt, sie sind nicht durchsetzbar, auch wenn dafür beliebig viele Subventionen winken. Die Energieversorgung mit Wasserstoff ist dafür ein herausragendes Beispiel.


Das Heizungsgesetz spart weder Energie noch Kosten

Auch das Gebäude-Energien-Gesetz (GEG), besser bekannt als Heizungsgesetz,  gehört dazu. Haueigentümer sollen die Heizungen auf Wärmepumpen umstellen und die Außenwände stärker isolieren. Für die vom Gesetz geforderten Umbauten wird weitgehend fossile Energie, vorwiegend Erdöl zum Antrieb von Maschinen und Kohle für die Metallherstellung, gebraucht. Nach frühesten 10 Jahren kann eine Energieersparnis  erwartet werden. Bis dahin wird mehr Energie durch das Heizungsgesetz  verbraucht. Bei den Kosten sieht es noch schlimmer aus. Die Umbaukosten von über 50.000 Euro pro Wohnung sind erst nach 50 Jahren durch die Heizkostenersparnis bezahlt. Rechnet man Zinsen dazu, ist eine Abzahlung nicht möglich. Das heißt, wirtschaftlich wird der Wohnungseigentümer enteignet. Das Heizungsgesetz soll nach massiven Protesten in Teilen erst später in Kraft treten. Doch von einer Änderung oder gar Aufhebung ist keine Rede.


Erhöhte Autobahn-Maut verteuert Lebensmittel

Die Verdopplung der Autobahn-Maut und Ausdehnung auf Lastwagen ab 3,5 Tonnen bei gleichzeitiger Erhöhung der CO2-Steuer auf Treibstoffe um 10 auf 40 Euro/Tonne CO2 im nächsten Jahr führt zu einer empfindlichen Verteuerung der Transportkosten. Die Preise für Lebensmittel dürften um 10 % steigen. Die weitere Verteuerung wird viele Unternehmen zum Aufgeben zwingen. In Frankreich würden solche Verordnungen zum Blockieren aller Fernstraßen mit LKW führen. Werden wir das auch Deutschland erleben?


CO2-Bepreisung und Energiewende verdoppeln Stromkosten

Ganz schlimme Wirkung hat die CO2-Bepreisung. Nach den Vorstellungen der grünen Gutmenschen soll dadurch fossile Energie unbezahlbar werden. Die Energieversorgung für unser Industrieland würde dann auf dem vom Wetter abhängigen Wind- und Solarstrom basieren. Wie dieser schwankende Strom, der weder planbar noch regelbar ist (Fakepower), ein stabiles Stromnetz aufbauen soll, ist das Geheimnis der Gesetzgeber. Die Stabilisierung des Netzes mit grünem Wasserstoff ist eine Utopie. Die Kosten und die Energieverluste zur Erzeugung, Speicherung und Wiederverstromung von grünem Wasserstoff sind nicht tragbar.

Die CO2-Bepreisung treibt die Energiekosten kräftig in die Höhe. Emissionskosten von 10 Euro/Tonne CO2 erhöhen die Gestehungskosten (Kosten ohne Gewinn) von Kraftwerkstrom um einen Cent/Kilowattstunde (ct/kWh). Das sind etwa 20 %. Treibstoffe werden rund 4 ct/Liter teurer (2,5 %). Bei Erdgas sind es 0,3 ct/kWh (3,5 %). Die Basis für die Prozentangaben von Treibstoff und Erdgas sind die Endpreise, die der Verbraucher bezahlt. Die grüne Bundesregierung plant steigende CO2-Abgaben bis zu 300 Euro/Tonne. Jeder mag selbst ausrechnen, welche Preise er  dann zahlen muss. Hinzu kommt immer noch die Mehrwertsteuer.

„Experten“ glauben, mit einer Abscheidung von CO2 und Verpressung in tiefen Erdschichten könne Strom aus fossil gefeuerten Kraftwerken wieder billiger werden, denn dann würden keine CO2-Emissionskosten anfallen. Doch das entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Unsinn. Der Energieaufwand für die Abscheidung aus dem Rauchgas, die Verflüssigung, der Transport und die Verpressung verbrauchen rund 50 % der Kraftwerksleistung. Diese Idee fordert die doppelte Kraftwerkskapazität und den doppelten Brennstoffeinsatz. Energie wird im großen Stil vergeudet.

Der zuständige Wirtschaftsminister Habeck will an der steigenden CO2-Bepreisung festhalten. Die Einnahmen im zweistelligen Milliardenbereich sollen in den Klima- und Energiefonds fließen, der seinem Ministerium zugeordnet ist. Aus diesem Fonds werden die Subventionen für Fakepower und viele Programme zur Durchsetzung der Energiewende bezahlt. Insgesamt stehen über 50 Milliarden jährlich zur Verfügung.


Steigende Stromverluste durch die Energiewende 

Die immer teurer werdende Energiewende wird weiter getrieben mit immer mehr Energieverlusten. Von Energieeffizienz kann keine Rede sein. Mit dem Bau weiterer Fakepower-Anlagen gibt es bei Starkwind und Sonnenschein immer häufiger Strom über den Bedarf hinaus. Um das Netz nicht zu überlasten, muss der überschüssige Strom kostenpflichtig entsorgt werden (negative Börsenpreise). In diesem Jahr war das nach einer Aufstellung von Rolf Schuster, Vernunftkraft, bereits an mehr als 190 Stunden der Fall. Die Entsorgungskosten liegen deutlich über 100 Millionen Euro. Auch der nicht brauchbare Überschussstrom trägt zur Steigerung der Stromkosten bei.


Politische Entscheidungen verdoppeln Stromkosten

Der größte Teil unserer Energiekosten sind staatliche Abgaben, und Energieverluste. Neben direkten Steuern sind es vor allem die Subventionen zur Stützung und zum Vorantreiben der Energiewende. Die Energiewende ist der Hauptkostentreiber. Ohne sie würden die Kosten mehr als halbiert, Deutschland wäre wieder weltweit wettbewerbsfähig. Doch noch immer meint die Mehrheit der Deutschen nach Medienberichten, die Energiewende sei zur Weltklimarettung notwendig. Die Profiteure der Energiewende haben gut gearbeitet. Mit Indoktrination und Schüren der Angst vor einem Weltuntergang wird kritisches Denken verhindert. So kann weiter abkassiert werden.