Gegenwind: Windkraft im Wald“ hier Entwaldung

7-teilige Videoserie zum Thema „Gegenwind: Windkraft im Wald“ gestartet (Einleitungsvideo zur Serie)

Von Redaktion

Prof. Andreas Schulte mit dem Youtube Kanal CumTempore zeigt in einer 7-teiligen Serie wie Windräder im Wald geplant, gebaut und betrieben werden.

Herzlich Willkommen zum Einleitungsvideo der insgesamt 7-teiligen Videoserie „Gegenwind: Windkraft im Wald“. Dieses und die folgenden Videos der Serie sollen daten- und faktenbasiert Hintergründe und Interessen des Windkraft-Booms in Deutschland aufzeigen. Dabei wird über einen ganzheitlichen, wissensbasierten Blick versucht, betriebs- bzw. volkswirtschaftliche, energiepolitische und ökologische Aspekte des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes auch visualisiert mit Fotos, Video-Einspielern, Interviews und Grafiken aufzuzeigen. Die Videoserie richtet sich vor allem auch an die stark zunehmenden Mitglieder von Bürgerinitiativen, Vereinen, Gruppen, die überwiegend nicht aus der Land- und Forst- bzw. Energiewirtschaft oder dem Natur- und Umweltschutz kommen und vor einem steuerfinanzierten Nebelmeer an Information und schlimmer: Desinformation stehen, wenn sie sich über Windkraft vor allem im Wald in Deutschland informieren möchten. Das Einleitungsvideo stellt die Inhalte / Themen der einzelnen Videos vor und leitet mit Hintergrundinformationen zur sogenannten Energiewende in Deutschland ein.

Gegenwind: 02A Entwaldung bei uns in Deutschland

Doppelmoral bringt immer nur eines hervor: professionelle Lügner. Kommt vom Lyriker Thomas Lutter und passt gut zur Windkraft im Wald. Die EU-Entwaldungsverordnung trat 2023 in Kraft und zielt extrem bürokratisch, aber sinnbefreit darauf ab, die Entwaldung zu stoppen. Sie verbietet auch den kleineren Unternehmen, Handel mit Rohstoffen und Produkten, die nach 2020 auf gerodeten Waldflächen erzeugt wurden. Betroffen sind unter anderem Holz, Kaffee, Kakao, Gewürze etc. … und alle Produkte daraus. Die EU-Verordnung betrifft auch die Waldrodung, die Entwaldung in Deutschland! Allerdings nicht, wenn sie Wald roden, um darauf Windräder zu bauen. Dann werden Sie nämlich nicht wie eigentlich vorgesehen bestraft, sondern so mit Steuergeldern subventioniert, dass sie sich dick und doof verdienen. Interesse am Thema: Dann schauen Sie dieses Video mit daten- und faktenbasierten Hintergründen des raubsozialistischen Windkraft-Booms und den tatsächlich angerichteten Schäden in unserem deutschen Wald, die viel viel größer sind, als Sie dies glauben sollen.

 




Nichts passt mehr zusammen in der EU

Das gilt besonders für die Stromnetze

von Edgar L. Gärtner

Um Europa steht es nicht gut. Das gilt insbesondere für das Gebilde „Europäische Union“ (EU). Will man den Hauptakteuren der EU, die heute offenbar alle aneinander vorbeireden, keine bösen Absichten unterstellen, bleibt als Erklärung nur diese Vermutung: Jeder Einzelne von ihnen weiß im Grunde nicht, was er will. Aber einig sind sie sich alle über das, was sie nicht wollen: die Wahrheit über den geistigen Zustand und die wirtschaftlichen Perspektiven Westeuropas. Diese Wahrheit vernimmt man heute eher jenseits des Atlantiks als aus dem Mund europäischer Spitzenpolitiker.

Konstruktiver europäischer Aufbruch

Dabei hat die westeuropäische Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg durchaus faktenbasiert und konstruktiv begonnen. Den Gründervätern des nach Westen orientierten Nachkriegs-Europa wie vor allem den Franzosen Jean Monnet und Robert Schumann war bewusst, dass die enormen Kriegsschäden, unter denen fast alle europäischen Länder litten, nur mithilfe eines starken Wirtschaftswachstums überwunden werden konnten. Um diesem den Weg freizumachen, bedurfte es billiger Energie im Überfluss. Aus diesem Grunde setzten sich die beiden Franzosen mit Spitzen-Beamten der ersten Bonner Bundesregierung unter Konrad Adenauer zusammen, um jenseits der Feindbilder des Krieges die Gründung der „Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)“, bekannt als Montanunion auszuhandeln. Diese wurde im Jahre 1952 gegründet.

EWG und EURATOM

Die offizielle deutsch-französische Aussöhnung in Gestalt des zwischen dem französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle und des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 feierlich abgeschlossenen Élysée-Vertrages kam zwar erst später, aber in der Zwischenzeit kam es zwischen den Regierungen von sechs westeuropäischen Ländern zu wachsender Annäherung in der Wirtschafts- und Energiepolitik. 1957 unterzeichneten die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Italien und den Benelux-Staaten in Rom den Vertrag über die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Deren Hauptziel war die Förderung des Handels zwischen den Mitgliedsländern. Dabei lag wegen des damals noch großen Anteils der Landwirtschaft an der Wertschöpfung der Volkswirtschaften zunächst der Schwerpunkt auf Agrarprodukten.

Aber die Frage einer zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung wurde dabei nicht vergessen. Parallel zur Vorbereitung der EWG-Gründung verständigten sich die Regierungen darüber, die Kohle-Verstromung nur als Übergangslösung zu betrachten. Sie setzten (vor allem auf Druck Frankreichs, wo die Entwicklung der Kernenergie zunächst vom bekannten Pazifisten Frederick Joliot-Curie vorangetrieben wurde) auf die Atomenergie. 1957 kam es zum Abschluss des EURATOM-Vertrages. Aber auch in Deutschland gab es nach dem Abbruch der Entwicklung von Kernreaktoren unter der Naziherrschaft (die wahrscheinlich weiter gediehen war, als die offiziellen historischen Darstellungen ahnen lassen) eine Lobby für die Erschließung der Atomenergie, die damals tatsächlich so hieß. (Ich wohne in Bad Nauheim in Mittelhessen selbst in einem Haus, das nach dem Krieg vom Kernphysiker Prof. Robert Jäger und dessen Bruder, dem Komponisten Willy Jäger erbaut wurde, wie eine Bronzetafel an der Fassade ausweist. Jäger gilt als einer der „Väter“ des bundesdeutschen Atomprogramms unter Franz Josef Strauß.) Leider wurde der parallele Weg zwischen dem Aufbau der EWG und dem Ausbau von EURATOM später verlassen. Einer der wichtigsten Gründe für die Anstrengungen Westeuropas, eine preisgünstige Energieversorgung aufzubauen, war selbstverständlich der Kalte Krieg (Systemwettbewerb) mit dem kommunistisch beherrschten Osten. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Volkswirtschaften im Osten ließen diese Anstrengungen sichtbar nach und der von enttäuschtem Narzissmus genährte Selbsthass der Grünen begann sich in Form der Kohlenstoff-Phobie durchzusetzen.

2001: Die EU beginnt, Grün zu werden

Davon zeugt der Ausgang des Europäischen Rates von Barcelona im Jahre 2001. Auf einmal ging es im Grunde nicht mehr um die Sicherstellung einer preiswerten Energieversorgung als Basis für rasches Wirtschaftswachstum, sondern um die Verknappung und Verteuerung der Energie durch den Ausbau der unzuverlässigen, weil wetterabhängigen „dekarbonisierten“ Energiequellen Wind und Sonne. Das hätte die Stunde der Kernenergie sein können, da bei den bislang üblichen Atomkraftwerken über den gesamten Lebenszyklus nur 6 Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) je Kilowattstunde anfallen (Quelle), während Photovoltaik-Paneele zehnmal mehr CO2 produzieren. Doch die Kernenergie wurde von den Grünen aus uneinsichtigen Gründen verteufelt. Dabei decken alle zufallsabhängigen „Erneuerbaren“ zusammengenommen bis jetzt nicht mehr als 2,5 Prozent des europäischen Strombedarfs. (Tatsächlich hat die Klimaentwicklung wenig bis nichts mit dem CO2-Gehalt der Atmosphäre zu tun.)

Ich erinnere daran, dass ich wie der geniale Geo- und Astrophysiker Thomas Gold keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen „fossilen“ und biotischen Ressourcen sehe. Die Entscheidung der EU für die (vorgeblichen) „Erneuerbaren“ und die Abkehr von den „Fossilen“ impliziert aber die Abkehr von der historisch im Einklang mit dem Grad der Industrialisierung und Urbanisierung gewachsenen Elektrizitätserzeugung in zentralen Kraftwerken und die Rückkehr zu einer dezentralen Elektrizitätserzeugung, wie sie vor über 100 Jahren überwog. Diese bedarf aber einer Vervielfältigung der Übertragungsleitungen sowohl national als auch international. Während zwischenstaatliche Koppelstellen zwischen den Leitungsnetzen früher eher für seltene Notfälle ausgelegt waren, soll der zwischenstaatliche Elektrizitätstransport nun zur Dauereinrichtung werden. Um einen europäischen Binnenmarkt für Elektrizität für die inzwischen auf 27 Mitglieder angewachsene Europäische Union zu schaffen, legte der Europäische Rat zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Kopplungskapazität zwischen den Stromnetzen der EU-Mitgliedsstaaten von mindestens 10 Prozent der installierten Produktionsleistung fest. Doch dieses Ziel wurde bis Ende 2025 von acht EU-Mitgliedsstaaten nicht erreicht. Währenddessen hat die EU-Kommission bereits beschlossen, bis 2030 das Ziel von 15 Prozent zwischenstaatliche Transportkapazität anzusteuern.

Zentrale und dezentrale Energiequellen passen nicht zusammen

Um das Ziel einer optimalen Vernetzung dezentraler Energiequellen zu erreichen, bedarf es nach Schätzungen des Europäischen Rechnungshofes bis 2030 Investitionen von fast 600 und bis 2050 fast 2.000 Billionen Euro. Denn viele schon fest geplante „Erneuerbaren“-Projekte warten wegen Leitungs-Engpässen noch auf ihre Genehmigung. Aber diese Investitionen finden nicht statt, weil sie wirtschaftlich unsinnig sind. Wer würde schon freiwillig Milliarden investieren, um überschüssigen Solarstrom von Spanien über Frankreich nach Deutschland zu leiten? (Das war übrigens eine der Ursachen für den Beinahe-Blackout, der im vergangenen Jahr Spanien heimsuchte.) Die EU-Kommission versucht, diesen Problemen mithilfe des im Dezember 2025 vorgestellten Programms „Grids Package“ zu begegnen. Doch Samuel Furfari, ehemaliger für Energie zuständiger hoher EU-Beamter, weist darauf hin, dass die Politik den Aufbau eines internationalen Stromnetzes nicht einfach dekretieren kann. Es braucht dafür Jahrzehnte.

Unter der Dysfunktionalität der gegenwärtigen unzureichenden Vernetzung zwischen „erneuerbaren“, d.h. zufälligen mit den zuverlässig steuerbaren Energiequellen Wasser- und Kernkraft leidet insbesondere Frankreich. Im vergangenen Jahr gab es wegen der wetterbedingten zeitweiligen Überproduktion von Solar- und Windenergie nicht weniger als 432 Stunden mit negativen Strompreisen. Dadurch drohen die Milliarden-Investitionen in den Bau von Kernreaktoren des Typs EPR2 unrentabel zu werden, denn diese sind auf eine hohe Zahl jährlicher Betriebsstunden ausgelegt. Die Investitionskosten der sechs in Frankreich geplanten EPR2-Reaktoren werden auf etwa 83 Milliarden Euro veranschlagt. Die Kernkraftwerke können, um die Überproduktion abzufangen, höchstens um 20 Prozent gedrosselt werden. Die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen wird also in den kommenden Jahren weiter steigen, wenn nichts geschieht.

Deshalb erscheint es umso unverständlicher, dass der Entwurf für den nächsten französischen Zehn-Jahresplan der Energieversorgung (PPE3), der wegen der französischen Regierungskrise noch immer nicht verabschiedet ist, von einer Komplementarität zwischen planbaren und wetterabhängigen Energiequellen ausgeht. Aktuell zeigt es sich jedoch, dass beide schlicht inkompatibel sind. Sie ergänzen sich nur in seltenen Ausnahmefällen. Solange die EU-kommission unter Ursula von der Leyen das Dogma der Dekarbonisierung nicht aufgibt, kann wohl keine Ordnung in das europäische Zusammenspiel der europäischen Elektrizitätsnetze einziehen. Das erscheint umso dringender, als die EU mit ihrer Politik der Dekarbonisierung inzwischen weltweit allein dasteht.

 




Wenn das Licht ausgeht: Warum die Energiewende im Blackout-Fall keinen Startknopf hat

Ein deutschlandweiter Stromausfall ist kein Lichtschalter-Problem – sondern der Moment, in dem die physikalischen Grenzen der grünen Energiepolitik schonungslos sichtbar werden

Von Klima-Nachrichten

Wer erinnert sich nicht noch an die Verheißungen? Die Energiewende sollte nicht nur das Klima retten, sondern auch die Versorgungssicherheit garantieren. Wind, Sonne und Batterien – das heilige Triumvirat der grünen Zukunft. Dezentral, demokratisch, digital. Was dabei gerne verschwiegen wird: Im Fall eines landesweiten Blackouts verwandelt sich dieses Zukunftssystem in einen Haufen teurer Elektronik, die keinen einzigen Volt produziert. Nicht etwa, weil der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint – sondern weil die physikalischen Grundlagen fehlen, um das Netz überhaupt wieder zum Leben zu erwecken.

Der aktuelle Stromausfall in Berlin, der ca. 50.000 Haushalte vier Tage lang lahmlegte, liefert eine Kostprobe dessen, was auf Deutschland zukommt, wenn man die letzten konventionellen Kraftwerke vom Netz nimmt. Und nein, es geht nicht um Panikmache – es geht um Physik.

Das Netz ist kein Stromverteiler, sondern eine Maschine

Betrachten wir zunächst die technische Realität eines Blackouts. Das europäische Stromnetz läuft mit 50 Hertz Netzfrequenz – eine präzise synchronisierte Maschine, bei der sich alle Generatoren im Gleichtakt drehen. Nach einem totalen Zusammenbruch existiert: keine Referenzfrequenz, keine Spannung, keine Kommunikation über das Netz. Alles muss von Grund auf neu synchronisiert werden, Schritt für Schritt, wie ein Kartenhaus, das man in absoluter Dunkelheit aufbaut.

Das ist kein „Neustart“, wie man ihn vom Computer kennt. Es ist der mühsame, mehrstündige bis mehrtägige Wiederaufbau eines hochkomplexen Systems, bei dem die kleinste Fehlkalkulation zur sofortigen erneuten Abschaltung führt.

Schwarzstart: Die unterschätzte Fähigkeit

Nur wenige Kraftwerke können ohne externe Stromversorgung starten. In Deutschland gibt es laut Bundesnetzagentur 174 schwarzstartfähige Anlagen mit mindestens 10 MW Leistung (Stand 2020) – klingt nach viel, aber von diesen werden tatsächlich nur 26 von den Übertragungsnetzbetreibern für den Netzwiederaufbau vorgesehen. Das ist die strategische Reserve für den Ernstfall.

Schwarzstartfähig sind primär:

  • Wasserkraftwerke
  • Einige Gasturbinen (mit Batterieunterstützung)
  • Wenige speziell ausgerüstete Kraftwerke

Nicht schwarzstartfähig sind hingegen:

  • Kernkraftwerke (Ironie der Geschichte: längst abgeschaltet)
  • Die meisten Kohlekraftwerke (werden gerade stillgelegt)
  • Wind- und Photovoltaikanlagen (grid-following)
  • Große Batteriespeicher (ohne vorgelagerte Versorgung)

Sie lesen richtig: Die gesamte Infrastruktur der Energiewende ist im Schwarzfall nutzlos. Nicht eingeschränkt nutzbar. Nutzlos.

Warum dauert der Wiederaufbau so lange?

Ein großes Kraftwerk braucht zum Hochfahren zwischen 5 und 10 Prozent seiner Nennleistung als Eigenbedarf – für Pumpen, Schmierung, Kühlung, Steuer- und Leittechnik. Ohne Netz oder Schwarzstartquelle: Stillstand. Und selbst wenn die ersten Kraftwerke laufen, beginnt das eigentliche Problem: Die Balance zwischen Erzeugung und Last muss exakt stimmen. Zu viel Last? Frequenzeinbruch, Abschaltung. Zu wenig Last? Frequenzüberschuss, Abschaltung.

Deshalb werden Verbraucher schrittweise zugeschaltet: Erst kritische Infrastruktur, dann Haushalte regionenweise zeitversetzt, Industriebetriebe kommen ganz zum Schluss. Das Netz wird wie ein fragiles Kartenhaus aufgebaut – eine falsche Bewegung, und alles kollabiert erneut.

Hinzu kommen ausgefallene Schutzrelais in Umspannwerken, die manuell zurückgesetzt werden müssen. Leitungen müssen auf Kurzschlüsse geprüft werden. Die Kommunikation läuft nur noch über Notstromaggregate. Typische Zeitrahmen für einen deutschlandweiten Wiederaufbau: 24 bis 72 Stunden – unter Idealbedingungen. Mit Folgeschäden deutlich länger.

Das Problem der Erneuerbaren: Grid-Following statt Grid-Forming

Jetzt wird es interessant. Nahezu alle heutigen Wind- und Photovoltaikanlagen sind „grid-following“ – sie folgen dem Netz. Sie brauchen eine existierende Spannung und Frequenz, an die sie sich anhängen können. Nach einem Blackout gilt: Kein Netz, keine Einspeisung. Auch bei strahlendem Sonnenschein und kräftigem Wind: 0 Megawatt.

An dieser Stelle kommt regelmäßig das Argument: „Dann nehmen wir eben Batteriespeicher als Puffer.“ Schöne Theorie. Praktische Realität: Batterien liefern keine physikalische Trägheit. Sie stabilisieren die Frequenz nur über Regelalgorithmen – hochgradig empfindlich gegenüber Lastsprüngen, hochgradig softwareabhängig. Wer gibt nach einem Totalausfall den ersten Takt vor? Wer synchronisiert tausende Wechselrichter, damit sie nicht gegeneinander regeln? Ein Bug, ein Kommunikationsausfall, eine Fehlparametrierung – und das Chaos ist perfekt.

Grid-Forming Inverter: Die theoretische Lösung ohne Praxisbeweis

Die Antwort der Energiewende-Ingenieure lautet: „Grid-forming Wechselrichter.“ Diese sollen die fehlende Netzbildung von Synchrongeneratoren digital nachbilden. Klingt gut. Funktioniert aber – Stand heute – nur in der Theorie und in kleinen Pilotprojekten.

Die Probleme:

  • Bisher kaum großskalig erprobt
  • Keine Langzeiterfahrung für nationale Netze
  • Extrem komplexe Schutz- und Koordinationsfragen
  • Hochgradig softwareabhängig

Das ist kein physikalischer Anker wie ein rotierendes Schwungrad, sondern ein digitales Ersatzmodell. Ein Software-Update kann das System stabilisieren – oder zum Absturz bringen. Die europäischen Netzcodes diskutieren zwar Anforderungen für grid-forming Funktionalitäten, aber von einer flächendeckenden, erprobten Implementierung ist Deutschland meilenweit entfernt.

Fraunhofer ISE und andere Forschungseinrichtungen entwickeln fleißig Algorithmen und testen Prototypen. Doch zwischen einem Testaufbau und einem landesweiten Systemwechsel liegen Welten – und Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Dunkelflaute plus Blackout: Der Super-GAU

Jetzt stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein kalter Januartag, wenig Wind, keine Sonne, die Speicher sind bereits teilweise leer (weil sie in den Tagen zuvor die Versorgung stützen mussten). Dann: Blackout.

Was passiert? Keine Einspeisung aus Wind und Solar. Keine Trägheit im System. Kein sicherer Wiederaufbaupfad.

In so einem System wäre Deutschland faktisch auf die Nachbarländer angewiesen – auf französische Kernkraftwerke, skandinavische Wasserkraft, polnische Kohle –, um Spannung und Frequenz ins deutsche Netz zu „ziehen“ und den Neustart zu ermöglichen. Energiesouveränität? Nicht gegeben. Die grüne Unabhängigkeit endet dort, wo die Physik anfängt.

Was die Politik verschweigt

Die Bundesnetzagentur stuft das Risiko eines langanhaltenden Stromausfalls in Deutschland als „sehr unwahrscheinlich“ ein. Das mag statistisch korrekt sein – Deutschland hat eines der zuverlässigsten Stromnetze weltweit mit durchschnittlich 11 Minuten Ausfall pro Jahr. Doch diese Statistik gilt für das heutige System mit konventionellen Grundlastkraftwerken, die als Anker dienen.

Was passiert, wenn diese Anker verschwinden? Wenn die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen und durch Software-gesteuerte Wechselrichter ersetzt werden? Wird das Netz stabiler – oder anfälliger?

Herbert Saurugg, österreichischer Blackout-Experte, warnt seit Jahren: „Nur weil man ein Kraftwerk schwarz starten kann, heißt das noch lange nicht, dass man damit auch den Netzwiederaufbau bewältigen kann.“ Und weiter: Je kleiner die Anlagen, desto schwieriger und langwieriger das Hochfahren.

Ein 100%-EE-System hätte bei einem landesweiten Blackout:

  • Keine robuste Schwarzstartfähigkeit
  • Keine physikalische Netzbildung
  • Hohe Software- und Koordinationsrisiken
  • Extreme Abhängigkeit von Wetter und Ausland
  • Deutlich längere Wiederaufbauzeiten als heute

Im Extremfall: Das Netz ließe sich nicht mehr sicher eigenständig hochfahren.

Berlin als Menetekel?

Der aktuelle Stromausfall in Berlin – verursacht durch einen Brand an einer Kabelbrücke – zeigt exemplarisch, wie fragil selbst gut ausgebaute städtische Netze sind. Vier Tage brauchte es, bis alle 45.000 Haushalte wieder Strom hatten. Vier Tage Kälte, vier Tage ohne funktionierende Heizungen, ohne warmes Wasser, ohne Licht. Die vollständige Reparatur wird laut Netzbetreiber noch Wochen oder Monate dauern.

Und das war nur ein regional begrenzter Ausfall mit funktionierender Umgebung, die helfen konnte. Was wäre bei einem deutschlandweiten Blackout? Wer hilft dann?

Fazit: Physik schlägt Ideologie

Ein deutschlandweiter Blackout dauert nicht deshalb lange, weil deutsche Ingenieure inkompetent wären. Er dauert lange, weil das Stromnetz eine hochpräzise, synchron laufende Maschine ist – und Maschinen kann man nicht gleichzeitig kalt starten.

Die Energiewende ignoriert diese Realität. Sie ersetzt rotierende Massen durch Algorithmen, physikalische Trägheit durch virtuelle Inertialsysteme, bewährte Schwarzstartfähigkeit durch theoretische Konzepte. Und hofft, dass im Ernstfall alles funktioniert.

Das ist keine Energiepolitik – das ist russisches Roulette mit der Versorgungssicherheit eines Industrielandes.

Die unbequeme Wahrheit lautet: Ein Stromnetz braucht Trägheit, Synchronität und Startfähigkeit. Das sind Eigenschaften rotierender Maschinen, nicht von Wechselrichtern. Solange diese Grundwahrheit nicht akzeptiert wird, bleibt die Energiewende ein teures Experiment auf Kosten der Versorgungssicherheit.

Der nächste Blackout kommt bestimmt. Die Frage ist nur: Wie lange dauert es dann, bis das Licht wieder angeht?

Quellen und weiterführende Informationen:

[1] Bundesnetzagentur (2020): Monitoring nach § 35 EnWG – Schwarzstartfähige Anlagen in Deutschland https://dserver.bundestag.de/btd/19/167/1916714.pdf

[2] Wikipedia: Schwarzstart – Technische Grundlagen und Verfahren https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzstart

[3] Herbert Saurugg (2025): Schwarzstart & Netzwiederaufbau https://www.saurugg.net/blackout/schwarzstart-netzwiederaufbau

[4] Fraunhofer ISE: VerbundnetzStabil – Netzbildende Wechselrichter in Verbundnetzen https://publica.fraunhofer.de/entities/publication/fef7d252-19b0-462d-ab4d-34b36f7d1a79

[5] Cube Concepts (2025): Grid Forming mit netzbildenden Wechselrichtern https://cubeconcepts.de/en/grid-forming-mit-netzbildenden-wechselrichtern/

[6] MDPI (2024): Grid Forming Inverter as an Advanced Smart Inverter for Augmented Ancillary Services https://www.mdpi.com/2571-8797/6/3/51

[7] Ingenieur.de (Januar 2026): Vier Tage ohne Strom – Was der Berliner Blackout über unsere Netze verrät https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/vier-tage-ohne-strom-was-der-berliner-blackout-ueber-unsere-netze-verraet/

[8] Bundesregierung: Stromausfall – eine Risikoanalyse https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/stromausfall-blackout-2129818

[9] Bundeszentrale für politische Bildung (2023): Sind Blackouts in Deutschland wahrscheinlich? https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/blackout-2024/543954/sind-blackouts-in-deutschland-wahrscheinlich/

[10] Next Kraftwerke: Schwarzstart – Wie funktioniert der Neustart nach einem Blackout? https://www.next-kraftwerke.de/wissen/schwarzstart

Der Beitrag erschien zuerst bei Klimanachrichten hier




Atomenergie: Die teuerste Form der Energiegewinnung- laut SPD

Von Günter Keil

 

In der WELT AM SONNTAG vom 3.1.26 berichtete Daniel Wetzel darüber, dass „Die CSU eine Entgiftungskur für Atommüll will“. Das bezog sich auf die Transmutation, ein wichtiges Verfahren zur Reduzierung der Radioaktivität durch Neutronenbestrahlung. Außerdem hieß es in der Beschlussvorlage der CSU, die Kernenergie müsse mit Blick auf Versorgungssicherheit und Klimaschutz „wieder eine größere Rolle einnehmen.“ Der Journalist berichtete dann, was die SPD dazu sagte: „Atomenergie ist die teuerste Form der Energiegewinnung und wird dies angesichts der bereits unschlagbar günstigen erneuerbaren Energien auch bleiben“, erklärte die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Nina Scheer. Daniel Wetzel zerlegte diese Behauptungen mit dem Hinweis auf die rund 30 Mrd Euro, die der deutsche Steuerzahler für Wind- und Solarstrom zahlen muss, sowie auf das Beispiel Frankreichs mit seinem staatlichen Kernkraftbetreiber EdF, der nicht nur Milliardengewinne an den Staat ausschüttet, sondern auch billigen Strom erzeugt.

Und weiter teilte Frau Scheer mit: „China, als der Staat mit den meisten Atomenergieprojekten, baut selbst deutlich mehr an erneuerbaren Energien aus und wird diesen Trend absehbar fortsetzen.“

Hier lohnt es sich gewiss, zunächst das französiche Beispiel etwas genauer zu beschreiben, weil es für die SPD anscheinend fürchterlich und eigentlich auch fern jeglicher Vorstellung ist. Was die EdF aufgebaut hat, zeigen die Zahlen: Das Land hat 19 Kernkraftwerke mit insgesamt 58 Reaktoren in Betrieb. Sie liefern ca. 75 Prozent der Stromerzeugung. Laut D. Wetzel liefert die EdF der Staatskasse jährlich einen zweistelligen Gewinn. Und wie man schon lange weiß, ist der Strom in Frankreich so billig, dass sehr viele Franzosen elektrisch heizen. Direkt, ohne Wärmepumpen. Emmanuel Macron kündigte im Februar 2022 an, dass bis 2050 sechs neue, verbesserte EPR-Kraftwerke gebaut werden sollen, und auch die Prüfung von acht weiteren Standorten erfolgt. Ferner die Laufzeit-Verlängerung für alle Kraftwerke auf 50 Jahre. Das bezeichnete er als eine „Renaissance der Kernenergie“. Dieses Beispiel zeigt zweierlei: Kernkraft ist billig. Und niemals hat es bei der enormen Zahl der Anlagen einen schweren Unfall gegeben – also ist sie auch sicher. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Frau Scheer diese Fakten aus unserem Nachbarland nicht kennt. Aber darf sie das äußern ? Die zweite ihrer Botschaften bezog sich auf China. Sie lautete: „China, als Staat mit den meisten Atomprojekten, baut selbst deutlich mehr an erneuerbaren Energien aus und wird diesen Trend absehbar fortsetzen.“ China als Vorbild in der Energiepolitik – das ist eigentlich bereits ein Witz.

Zu den Tatsachen: China hält den Weltrekord bei der Emission von Kohlendioxid (CO2) – mit 29,7 Prozent. Zum Vergleich: USA 15%; Indien 6,9%; Japan 3% und Deutschland 2%. Dieser gewaltige Anteil hat seinen Grund: China ist seit Jahren dabei, speziell die Bewohner der riesigen ländlichen Regionen mit Elektrizität zu versorgen. Bei dieser gewaltigen Aufgabe sind die enorm großen Kohlevorkommen an der Nordgrenze zur Mongolei eine ebenso große Chance, das mit sehr vielen Kohlekraftwerken zu verwirklichen. Und genau das geschieht seit mehreren Jahren. Bislang wurden jährlich 50 neue Kohlekraftwerke gebaut – dies wurde in der Planung für 2025 auf 120 neue Anlagen erhöht und erfüllt. Gleichzeitig nutzt China diese geradezu Massenproduktion zu nennende Herstellung dieser Kraftwerkstypen als Exportartikel; vermutlich sind sie im Preis unschlagbar. Diese Nation ist übrigens Unterzeichner des Pariser Klimaabkommens – und hat angekündigt, im Jahre 2060 die CO2-Neutralität zu erreichen. Also niemals. Die internationale Klimaschutzgemeinde hat diese „Zusage“, die eine klare Absage ist, still hingenommen. Zu der von Frau Scheer ergänzten Aussage, dass China „deutlich mehr“ (deutlich mehr als wer oder was?) „an erneuerbaren Energien ausbaut“, ist festzustellen, dass es tatsächlich einige sehr imponierende Photovoltaik-Riesenanlagen gebaut und sie stolz der westlichen Presse präsentiert hat. Man weiß, wie das wirkt, aber man kann dort auch rechnen. Es ist gewiss anzuzweifeln, dass China ebenso viele Solarstrom-Paneele im eigenen Land installiert, wie es sie Deutschland jährlich verkauft.

Und ein letztes Wort zu dem ursprünglich von der SPD scharf abgelehnten CDU/CSU-Vorschlag zum Einstieg in die Transmutation der Nuklearabfälle: Herr Wetzel hat in seinem zitierten Artikel die weit fortgeschrittene Planung Chinas zu diesem Thema erklärt: „Im kommenden Jahr soll mit einer CiADS genannten Transmutationsanlage in Huizhou in der Provinz Guangdong der erste große Prototyp in Betrieb gehen. In Europa treibe Belgiens Nuklearforschungszentrum mit EU-Unterstützung das Transmutationsprojekt „Myrrha“ voran. Und ähnliche Pläne der Schweizer Firma Transmutex fördere bereits die deutsche Bundesagentur für Sprunginnovationen Sprin-D.

Jetzt müsste die SPD eigentlich über diese bundeseigene Behörde herfallen. Frau Nina Scheer wird gewiss dabei helfen.

 




Donald Trump habe «eine Tür aufgestoßen», ist Fritz Vahrenholt überzeugt

von Redaktion

Vahrenholt war einst der «Posterboy» der Energiewende, wie er selbst sagt. Als Wirtschaftsvertreter der erneuerbaren Energie und ehemaliger SPD-Umweltsenator in Hamburg war er ein gern gesehener Gast in den Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Später ging Vahrenholt auf Distanz zum «Klimaalarm» und begann, Fehlentwicklungen in den Energiepolitik zu kritisieren. Seither wird er von den Mainstream-Medien verschmäht.

2025 habe aber gezeigt, dass inzwischen die ganze Welt genug von der Klimapolitik habe, sagt Fritz Vahrenholt. Die Menschen hätten erkannt, dass die bisherige Erderwärmung kaum negative Konsequenzen habe. Sie würden aber immer deutlicher realisieren, dass die gängige Klima- und Energiepolitik mit empfindlichen Wohlstandsverlusten einhergehe. Es werde klar, dass die politische Elite die «Angstmache» mit dem Klima nur verwendet habe, um politische Ziele zu erreichen.

Donald Trump habe mit seiner Rückkehr zu einer vernünftigen Energiepolitik «eine Tür aufgestossen», ist Fritz Vahrenholt überzeugt. Nun sei entscheidend, ob der amerikanische Präsident mit seinem Kurswechsel wirtschaftlichen Erfolg habe.

Im Gegensatz zum Rest der Welt halte die politische Führungsschicht in Europa an ihrem Klimakurs fest. Die Politik auf unserem Kontinent richte sich noch immer an unrealistischen Schreckensszenarien aus, die aber von immer mehr Menschen durchschaut würden.

In Deutschland habe der Regierungswechsel keine wesentliche Änderung in der Klima- und Energiepolitik gebracht, stellt Vahrenholt fest. Friedrich Merz führe mehr oder weniger den Kurs der rot-grün geprägten Ampel-Koalition weiter. Die Union habe im Wahlkampf zwar noch eine Reaktivierung stillgelegter Kernkraftwerke angekündigt. Davon sei nun aber nichts mehr zu hören. Berlin befindet sich laut Vahrenholt noch immer in einer ideologischen Blase, gestützt durch den Support der öffentlich-rechtlichen Medien.

Das habe negative Konsequenzen, befürchtet Fritz Vahrenholt. Die hohen Stromkosten würden Deutschland allmählich kaputt machen: «Es wird in wenigen Jahren ein böses Erwachen geben.» Denn irgendwann werde dem Staat das Geld ausgehen, um die Fehler der irregeleiteten Energiepolitik weg-subventionieren zu können. Vahrenholt geht davon aus, dass noch viel mehr Arbeitsplätze verschwinden werden und es auch wegen der fehlgeleiteten Energiewende zu einem «harten wirtschaftlichen Aufprall» komme.

Der Schweiz empfiehlt er, Deutschland nicht zum Vorbild zu nehmen. Vahrenholt ist aber zuversichtlich, dass unser Land den «grössten Unfug» in der Klima- und Energiepolitik vermeiden könne – dank der korrigierenden Wirkung von Volksabstimmungen .