Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 25 /2026

Eine Meldung vom 2. September 2026:

Hurrikane: Zwei Jahre in Folge ohne Übertritt auf das Festland

Auf dem amerikanischen Festland gab es im gesamten Jahr 2025 keinen einzigen Hurrikan, der auf Land traf – die erste Saison dieser Art seit 2015 –, und auch das Jahr 2026 bleibt, wie gestern berichtet, (bislang) frei von Hurrikanen.

Bis zum 1. September hatte der Atlantik fünf benannte Stürme, aber keinen einzigen Hurrikan hervorgebracht, wobei der ACE-Wert um 90 % unter dem Normalwert lag. Der Tropensturm Edouard erreichte am 1. September die Golfküste, blieb jedoch deutlich unter Hurrikanstärke.

Der klimatologische Höhepunkt der Hurrikansaison liegt um den 10. September, so dass ein Hurrikan in den USA gegen Ende der Saison sicherlich nicht ausgeschlossen werden kann.

Sollte das Jahr 2026 jedoch ohne einen einzigen Hurrikan zu Ende gehen, wäre dies das erste Mal seit 2009–10, dass in zwei aufeinanderfolgenden Jahren kein Hurrikan auf dem Festland der USA auf Land trifft.

Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851 gab es bisher nur sieben Mal zwei aufeinanderfolgende Jahre ohne Hurrikane – eine Wiederholung in den Jahren 2025–26 wäre erst das achte Mal.

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Eine Meldung vom 4. September 2026:

RCP8.5 ist tot — Lernen Sie den beeindruckenden Ersatz kennen

Klimamodellierer haben endlich eingesehen, dass die extremen Emissionsszenarien hinter RCP8.5 und SSP5-8.5 nicht mehr plausibel sind. Doch auch ihre Nachfolger basieren nach wie vor auf extremen Annahmen.

An der Spitze von CMIP7 – der neuesten Klimamodellsammlung, auf welcher der nächste IPCC-Sachstandsbericht basiert – steht ein neues HIGH-Szenario.

Die Emissionen liegen unter denen von SSP5-8.5, doch die sozioökonomischen Annahmen sind nach wie vor ähnlich drastisch und unrealistisch.

Das Szenario basiert auf SSP3, das von einer schwachen internationalen Zusammenarbeit, regionalen Konflikten, Handelsbarrieren, einer langsamen Entwicklung, einer stockenden Klimapolitik und einer geringen Anpassungsfähigkeit ausgeht.

Zudem wird davon ausgegangen, dass die Weltbevölkerung bis 2100 etwa 14,5 Milliarden Menschen erreichen wird. Die zentrale Prognose der UNO selbst erreicht einen Höchststand bei knapp 10,3 Milliarden, bevor die Zahl bis zum Ende des Jahrhunderts auf 10,2 Milliarden sinkt – und selbst diese Zahl liegt noch deutlich über anderen wichtigen Prognosen (das IHME geht von 8,8 Milliarden im Jahr 2100 aus). SSP3 rechnet also mindestens weitere 4,3 Milliarden Menschen zusätzlich zu den Prognosen hinzu, um seine Zukunftsszenario mit starken Auswirkungen zu konstruieren.

Die Entwickler von CMIP7 testeten Varianten mit hohen Emissionen, die sowohl auf SSP3 als auch auf SSP5 basierten. Die Emissionsergebnisse waren im Großen und Ganzen ähnlich.

Sie entschieden sich für SSP3, weil es „hohe Anforderungen für die Anpassung“ mit sich bringt und, wie sie es formulierten, „aus Sicht der Auswirkungen“ nützlicher ist. Wenn also zwei Entwicklungspfade zu ähnlichen Emissionen führten, wurde das HIGH-Szenario auf die Region ausgerichtet, die am wenigsten in der Lage ist, damit umzugehen.

Das mag für Stresstests nützlich sein.

Es ist jedoch keine wahrscheinliche Zukunft.

Dennoch werden in den kommenden zehn Jahren Tausende von Studien darüber berichten, wie sich dieses Szenario auf Ernten, Überschwemmungen, Sterblichkeit, Migration, Ökosysteme und die Wirtschaftsleistung auswirkt – und die Medien werden diese extremen Prognosen erneut an die Öffentlichkeit weitergeben, zweifellos ohne die fragwürdigen Annahmen zu erwähnen, auf denen sie beruhen.

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Meldungen vom 9. September 2026:

El Niño-Vorhersage rund ~1°C zu warm

Das CFSv2-Modell der NOAA hat die Stärke des sich entwickelnden El Niño 2026 erheblich überschätzt, während seine bias-korrigierte Version nun einen deutlich niedrigeren Spitzenwert prognostiziert.

Im Juli sah die unverarbeitete relative Niño-3.4-Prognose des CFSv2-Modells noch vor, dass der Index bis Anfang September auf etwa +2,8 °C steigen würde, bevor er später im Herbst einen Spitzenwert von knapp +3,4 °C erreichen werden würde:

Das ist nicht eingetreten.

Die jüngste relative Niño-3.4-Analyse liegt stattdessen bei etwa +1,8 °C – rund 1 °C unter dem Wert, den die Modelllauf vom Juli für diesen Zeitpunkt prognostiziert hatte.

Die NOAA veröffentlicht außerdem ein PDF- und korrigiertes CFSv2-Produkt, das anhand historischer Modellfehler kalibriert worden ist.

Diese korrigierte Vorhersage zeichnet nun ein deutlich schwächeres Bild: Der relative Niño-3.4-Wert erreicht in diesem Herbst einen Höchststand von etwa +2,1 °C bis +2,2 °C, bevor er bis Anfang 2027 rapide abfällt (immer noch ein starkes Ereignis, aber weit entfernt vom „Godzilla“-Szenario des Rohmodells):

Der Meteorologe Joe Bastardi hat auf diese Diskrepanz hingewiesen und angemerkt, dass das CFSv2-Modell dazu neigt, sowohl warme als auch kalte ENSO-Ereignisse zu stark einzuschätzen. Sein Argument: Frühere Prognosen darüber, wie extrem das Ereignis ausfallen würde, waren zu hoch.

Der offizielle August-Ausblick des CPC bleibt weiterhin hoch und schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der RONI im Zeitraum Oktober bis Dezember mindestens +2,5 °C erreicht, auf 69 %.

Die nächste offizielle ENSO-Aktualisierung des CPC ist für Donnerstag, den 10. September, vorgesehen.

Mal sehen, ob diese Prognose nun dem korrigierten CFSv2 folgt.

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Die Welt brennt 40% weniger

Acht Monate nach Beginn des Jahres 2026 stehen die weltweiten Branddaten weiterhin im Widerspruch zu Behauptungen, der Planet stehe „in Flammen“.

Laut einer Analyse des Global Wildfire Information System (GWIS) der EU lag die weltweit verbrannte Fläche am 2. September etwa 40 % unter dem Durchschnitt der Jahre 2012–2025:

Auf allen Kontinenten lagen die Werte unter dem Durchschnitt: Afrika, Nordamerika und Südamerika verzeichneten eine Rekordtiefstand bei der Brandfläche, Asien lag auf dem zweitniedrigsten Stand, während Europa etwa 22 % unter dem Durchschnitt lag und Ozeanien etwa 18 % darunter.

Die Copernicus-Daten bestätigen dies.

Die weltweiten Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse waren in der ersten Hälfte des Jahres 2026 die niedrigsten seit Beginn der 24-jährigen Satellitenaufzeichnungen:

Zudem haben Satellitenstudien einen erheblichen langfristigen Rückgang der weltweiten Brandflächen dokumentiert – darunter einen Rückgang um 24 % im Zeitraum 1998–2015 und um rund 27 % im Zeitraum 2001–2019.

Regionale Brände können verheerende Auswirkungen haben, doch die Behauptung, „die Welt brennt mehr“, wird durch die globalen Daten nicht gestützt.

Im Jahr 2026 zeigen sie fast genau das Gegenteil – so wie sie es bereits in den letzten 125 Jahren getan haben:

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Meldung vom 10. September 2026:

Wolken decken weitere Mängel in Klimamodellen auf

Direkte Beobachtungen über dem Südlichen Ozean zeigen, dass Klimamodelle zwar das Vorhandensein von Wolken erfassen können, dabei jedoch deren Art, Temperatur und Strahlungseffekt falsch darstellen.

Forscher an Bord des japanischen Forschungsschiffs „R/V Shirase“ verglichen Messungen von der Antarktisreise mit den Daten der ERA5-, MERRA-2- und CAM-ATRAS-Klimamodelle.

ERA5 und MERRA-2 ergaben zwar eine stärkere Bewölkung in den unteren Schichten als beobachtet worden ist, dennoch unterschätzten alle drei Modelle die Menge an Infrarotenergie, welche die Meeresoberfläche erreichte.

Die Studie verweist auf die Eigenschaften der Wolken.

Die Modelle wiesen Abweichungen bei der Wolkentemperatur und -phase auf, darunter zu viel Eis und zu wenig unterkühltes flüssiges Wasser – also Flüssigkeitströpfchen, die bei Temperaturen unter 0 °C nicht gefrieren*.

*Die Gefrier-Temperatur kleiner Tröpfchen in der freien Atmosphäre liegt bei egtwa -7 bis -10°C. Das kann jeder selbst überprüfen, wenn aus winterlichem Hochnebel geringer Sprühregen fällt, obwohl die Temperatur durchweg unter dem Gefrierpunkt liegt. A. d. Übers.

Wolken aus flüssigem Wasser strahlen bei gleicher Temperatur im Allgemeinen mehr Infrarotstrahlung nach unten ab als Eiswolken.

Daher kann ein Modell die Wolkendecke überschätzen und dennoch unterschätzen, wie viel Infrarotenergie von den Wolken an die Oberfläche zurückgestrahlt wird.

In MERRA-2 lagen die Hauptspitzen der abwärtsgerichteten langwelligen Strahlung etwa 10–20 W/m² unter den Beobachtungswerten.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Wolkenbedeckung allein nicht ausreicht. Ein Modell muss auch die Temperatur, die Höhe, den Flüssigwassergehalt und den Eisanteil der Wolken korrekt abbilden, um zu berechnen, wie sich Wolken auf die Energiebilanz der Erdoberfläche auswirken.

Wolken über dem Südlichen Ozean haben einen ungewöhnlich großen Einfluss auf die Strahlungsbilanz der Erde und lassen sich nach wie vor nur schwer genau nachbilden. Die Forscher bezeichnen die Strahlungseffekte der Wolken über dem Südlichen Ozean als „eine wesentliche Quelle der Unsicherheit in Klimaprognosen“.

Die Arbeit wurde am 31. Juli in „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht.

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Abnahme des arktischen Meereises kam schon vor etwa 20 Jahren zum Stillstand

Der Rückgang des arktischen Meereises endete vor fast zwei Jahrzehnten – das NSIDC selbst stellt seit 2007 keinen statistisch signifikanten Trend bei den September-Minima fest.

Das arktische Meereis ging in den 1990er Jahren und zu Beginn der 2000er Jahre zurück. Doch von 2007 bis 2025 zeigte das jährliche Sommerminimum laut dem National Snow and Ice Data Center keinen statistisch signifikanten Rückgang.

Im Jahr 2025 betrug das Minimum 4,60 Millionen km² (1,78 Millionen mi²) – und lag damit im Wesentlichen auf dem Niveau der Jahre 2008 und 2010.

[Tony Heller]

Und 2026 dürfte diese Stagnation noch länger anhalten.

Die Schmelzsaison nähert sich nun ihrem jährlichen Tiefpunkt (Mitte September); das NSIDC berichtete, dass „relativ kühle“ Bedingungen in der inneren Arktis den Rückgang im August verlangsamten (mit „relativ kühl“ ist eine Rekordkälte gemeint – siehe dazu die jüngsten Kältereports).

Der Rückgang kam etwa 2007 zum Stillstand.

Fast 20 Jahre später bleibt der unaufhaltsame Vormarsch in Richtung einer eisfreien Arktis weiterhin auf Eis gelegt.

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Korallen offenbaren rapide natürliche Temperaturschwankungen

Fossile Korallen aus dem Südchinesischen Meer belegen starke natürliche Schwankungen der Meerestemperatur, die bereits Tausende von Jahren vor dem Industriezeitalter aufgetreten waren.

Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Geo-Marine Letters“ veröffentlicht wurde, analysierte fossile Porites-Korallen von der Insel Hainan, die auf ein Alter von etwa 5.200 Jahren datiert wurden.

Korallen fungieren als natürliche Thermometer. Die chemische Zusammensetzung ihrer Skelette ändert sich mit der Wassertemperatur.

Den Wissenschaftlern gelang es, eine monatliche Temperaturaufzeichnung über einen Zeitraum von 67 Jahren sowie eine separate jährliche Aufzeichnung über einen Zeitraum von etwa 180 Jahren zu rekonstruieren, die sich von etwa 5.257 bis 5.076 Jahren vor heute erstreckt.

Die Rekonstruktion zeigt ausgeprägte Erwärmungen und Abkühlungen auf dekadischen Zeitskalen mit Schwankungen in der Größenordnung von etwa 1–1,5 °C über relativ kurze Zeitabschnitte der Aufzeichnung. Es zeigte sich, dass schnelle Erwärmungen und Abkühlungen auf dekadischer Skala – zusammen mit ENSO- und PDO-ähnlichen Schwankungen – in dieser Region bereits vor mehr als 5.000 Jahren auf natürliche Weise aufgetreten waren.

Dies wird dadurch untermauert, dass die Korallen starke 2- bis 7-Jahres-Zyklen aufweisen, die dem Verhalten des El-Niño-Southern-Oscillation-Phänomens entsprechen, sowie einen etwa 20-jährigen Zyklus, welcher der Pazifischen Dekadischen Oszillation ähnelt. El-Niño-Ereignisse traten während positiver PDO-ähnlicher Phasen häufiger auf, während La-Niña-Ereignisse in negativen Phasen vorherrschten.

Die wichtigsten natürlichen Klimaschwankungen im Pazifik scheinen bereits vor mehr als fünf Jahrtausenden ähnlich wie heute abgelaufen zu sein.

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Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE