Kältereport Nr. 37 /2026
Die Schlagzeilen der Woche
Antarktis: immer noch unter –73°C (–100F)
Innere Arktis: Kältester Sommer seit Messbeginn
Südamerika: Weiterhin kaltes Winterwetter
Grönland: Winterbeginn mit 17,1 Gt
Südamerika: Erneut Rekord-Kälte
UK: „Dürre“ macht Platz für Kälte und Regen
Antarktis: Vier aufeinander folgende Tage unter -100°F
Argentinien: September-Kälterekord gebrochen
USA: Kälterekorde in Kalifornien und Oregon
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Meldungen vom 7. September 2026:
Antarktis: immer noch unter –73°C (–100F)
Das außergewöhnlich kalte Jahr 2026 in der Antarktis hält auch im September an, wobei die Temperaturen erneut unter -73°C fallen (die -100°F-Schwelle).
Am 5. September verzeichnete die Concordia-Station am Dome C laut dem italienischen antarktischen meteorologisch-klimatologischen Observatorium einen ungewöhnlich niedrigen Wert von -76,6 °C, was etwa 12,5 °C unter dem typischen Tages-Tiefstwert für September liegt.
Laut NOAA war der Juni der kälteste in der Antarktis seit 2021.
In Concordia sank die Temperatur am 5. Juni auf -80,3 °C, während am Südpol im Monatsdurchschnitt -60,6 °C gemessen wurden.
Im Juli verschärfte sich die Kälte noch weiter. Am 18. sank die Temperatur in Concordia auf –84,1 °C – die niedrigste gemessene Lufttemperatur weltweit seit 2012 und die drittniedrigste in der Geschichte der Station. In Wostok lag die Durchschnittstemperatur für den Monat bei -71,6 °C – der kälteste Juli seit einem Jahrzehnt –, während am Südpol ein Durchschnitt von -64,3 °C gemessen worden ist, was etwa 4,1 °C unter dem Normalwert lag.
Die Kälte hielt bis in den August hinein an, wobei am Südpol ein Durchschnittstemperaturwert von -63 °C gemessen wurde – einer der kältesten Augustmonate seit Beginn der Aufzeichnungen.
Auch jetzt, im meteorologischen Frühling, sinken die Temperaturen in Concordia weiterhin unter die -100 °F-Schwelle.
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Innere Arktis: Kältester Sommer seit Messbeginn
Die Hocharktis hat gerade den kältesten Sommer seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1958 hinter sich gebracht.
Daten des Dänischen Meteorologischen Instituts zeigen, dass die durchschnittliche Temperatur in 2 m Höhe nördlich von 80° N im Juni, Juli und August 2026 bei etwa -0,91 °C lag.
Der Juni lag im Durchschnitt bei -2,2°C, der Juli im Wesentlichen bei 0 °C und der August bei -0,5°C.
Der Rekord wurde nun unabhängig vom „Arctic Monitoring and Assessment Programme“ (AMAP) bestätigt, einer Arbeitsgruppe des Arktischen Rates, die das gesamte Archiv des DMI heruntergeladen und den Vergleich wiederholt hat.
Das Ergebnis: Der Juni war der kälteste Juni in der Messreihe, der Juli der kälteste Juli mit einem Unterschied von etwa einem halben Grad und der Sommer insgesamt der kälteste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1958.
In fast sieben Jahrzehnten DMI-Daten gab es nördlich von 80° N noch keinen kälteren Sommer.
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Südamerika: Weiterhin kaltes Winterwetter
Der hartnäckige Winter im Süden Südamerikas hat sich bis in den meteorologischen Frühling hinein ausgeweitet, wobei in Chile Kälterekorde gebrochen wurden und in ganz Argentinien in ungewöhnlich niedrigen Höhenlagen Neuschnee fiel.
In Balmaceda im Süden Chiles sanken die Temperaturen am 5. September auf -9,4 °C und brachen damit den bisherigen Tagesrekord von -9 °C aus dem Jahr 1976. Am folgenden Morgen sank die Temperatur auf -9 °C und brach damit den am 6. September 1994 aufgestellten Rekord von -7,2 °C.
Jenseits der Anden brachte ein neuer Polarvorstoß im September Schnee in die Tiefebene von Mendoza in Argentinien. In San Carlos, Luján de Cuyo und den Ausläufern fiel Schnee, bevor der Regen am späten Abend des 5. September im Großraum Mendoza in anhaltenden Schneefall überging.
Weiter östlich bedeckte Schnee die Altas Cumbres in Córdoba. Die Schneemengen zwangen am 6. September zur Sperrung der Route E-34, weil bei -3 °C die Sicht eingeschränkt und die Fahrbahn mit Schnee bedeckt war.
Dieser winterliche Frühlingsbeginn folgt auf einen auffallend kühlen August in Buenos Aires. Die zentrale Wetterstation verzeichnete eine durchschnittliche Tageshöchsttemperatur von nur 15,8 °C – den niedrigsten August-Höchstwert seit 2011. Nur an drei Tagen wurden 20 °C erreicht, ebenfalls die geringste Anzahl seit 2011.
Und in den Anden insgesamt gibt es bis in den Frühling hinein eine enorme Schneedecke.
In Portillo in Chile sind seit Mitte Juli mehr als 8 m Schnee gefallen, was das Skigebiet als die schneereichste Saison seit rund 50 Jahren bezeichnet. Die Schneelage ist so gut, dass Portillo die Skisaison bis zum 11. Oktober verlängert hat (zwei Wochen über das geplante Saisonende hinaus).
Im nahegelegenen Valle Nevado haben sich mehr als 5,15 m Schnee angesammelt, und auch dort wurde die Saison bis zum 18. Oktober verlängert – damit rechnet das Skigebiet mit voraussichtlich 121 Skitagen.
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Grönland: Winterbeginn mit 17,1 Gt
Die Saison 2026–27 zur Erfassung der Oberflächen-Massenbilanz in Grönland hat mit einem starken Anstieg des Zuwachses begonnen: In den ersten sechs Tagen kamen 17,1 Milliarden Tonnen Eis und Schnee hinzu – der Großteil davon in den letzten beiden Tagen.
Daten des DMI zeigen, dass die Eiskappe am 5. September um 5,628 Gigatonnen (Gt) zugenommen hat, gefolgt von einem noch größeren Zuwachs von 7,482 Gt am 6. September. Insgesamt verzeichnete Grönland in nur 48 Stunden einen Zuwachs von 13,11 Gt, womit sich die Gesamtmenge seit Saisonbeginn auf 17,1 Gt beläuft.
Im operativen, bis ins Jahr 2017 zurückreichenden Archiv des DMI liegt das Jahr 2026 für die ersten sechs Tage im September derzeit an zweiter Stelle hinter 2023. Es gibt zwar längere Datensätze, darunter auch solche, die von GEUS gepflegt werden, doch lassen sie sich nicht eins zu eins mit dem heutigen operativen HARMONIE-Produkt vergleichen. Eine Erweiterung der Rangliste erfordert daher eine vergleichbare Datenextraktion – womit ich mich gerade beschäftige.
(Ein Datensatz liefert tägliche modellierte SMB-Schätzungen bis zurück ins Jahr 1986, während ein anderer jährliche Schätzungen bis ins Jahr 1840 rekonstruiert.)
Vorerst ist die Schlussfolgerung klar: Nach den 525,2 Gt, die während der SMB-Saison 2025–26 akkumuliert worden waren und den sechsthöchsten Wert in der Reihe seit 1981 darstellten, ist Grönland außergewöhnlich stark in die neue Akkumulationssaison gestartet – 17,1 Gt in sechs Tagen, wobei mehr als 13 Gt in den letzten 48 Stunden hinzukamen.
Anmerkung des Übersetzers zu dieser Meldung: Auch hier geht es wieder um die Oberflächen-Masssenbilanz. Auf den Unterschied zur Gesamt-Massenbilanz einzugehen ist müßig: Wer lesen kann, kennt die vielen Beiträge auf diesem Blog dazu. Ganz aktuell steht dazu etwas in diesem Beitrag.
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Meldungen vom 8. September 2026:
Südamerika: Erneut Rekord-Kälte
Ein heftiger Kälteeinbruch aus der Antarktis hat in weiten Teilen des südlichen Südamerikas die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt sinken lassen, dabei Kälterekorde gebrochen, im Süden Brasiliens erneut Schnee gebracht und winterliche Luft bis über den 20. südlichen Breitengrad hinaus getrieben.
In Argentinien sank die Temperatur in Tandil auf -7,8 °C und stellte damit einen neuen Tages-Kälterekord auf, der die bisherige Bestmarke von -4 °C aus dem Jahr 1973 deutlich unterbot.
In General Pico sank die Temperatur am 6. September auf -4,9 °C und brach damit den bisherigen Tagesrekord von -4 °C aus dem Jahr 1975. In Buenos Aires fiel die Temperatur am gleichen Tag auf 2,4 °C und stellte damit ebenfalls einen neuen Tagesrekord auf.
Am 7. September erreichte Concordia -1,6 °C und brach damit den alten Rekord von -0,4 °C aus dem Jahr 2008, während die Temperatur in Monte Caseros auf 1,9 °C sank und damit den Wert von 2,3 °C unterbot – ebenfalls aus dem Jahr 2008. Und im gesamten Norden der Provinz Buenos Aires sanken die Temperaturen bis auf -6,1 °C.
In Berdier, in der Nähe von Salto, wurde mit -4,5 °C die niedrigste Septembertemperatur seit mindestens 60 Jahren erreicht, womit der Wert aus dem Jahr 2019 egalisiert wurde. In Junín sank die Temperatur auf -4,9 °C, in Rojas auf -4,5 °C und in Chacabuco auf -4 °C.
Weiter westlich war es in Mendoza noch kälter. In Monte Comán sank die Temperatur auf -8,3 °C, in Villa Atuel auf -8 °C und in Palermo Chico auf -7,7 °C, wobei in den Obstbaugebieten, in denen die Blüte bereits eingesetzt hatte, Frostschäden auftraten.
In Mendoza selbst sank die Temperatur an der offiziellen Messstation am 7. September auf 0 °C und erreichte damit den 1973 aufgestellten Tagesrekord.
Die Kälte brach auch jenseits der Anden in Chile Rekorde. In Balmaceda sank die Temperatur am 5. September auf -9,4 °C und übertraf damit den bisherigen Tagesrekord von -9 °C aus dem Jahr 1976. Einen Tag später sank die Temperatur auf –9 ° und brach damit den am 6. September 1994 aufgestellten Rekord von –7,2 °C.
Die Kältewelle griff auf Uruguay über, wo INUMET in Lavalleja -4,2 °C und in Florida -3 °C verzeichnete. In weiten Teilen des Zentrums, des Südens und des Ostens des Landes wurden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen, wobei der Frost sogar Teile des Nordens und Nordostens erreichte.
Die Polarluft drang daraufhin in den Süden Brasiliens vor. In São Joaquim, Santa Catarina, sank die Temperatur an der historischen Epagri/INMET-Messstation am 7. September auf -4 °C – der kälteste 7. September in der 72-jährigen Messgeschichte, womit der bisherige Rekord von -3 °C aus dem Jahr 1973 gebrochen wurde. Im nahegelegenen Caminhos da Neve wurden -5,9 °C gemessen.
In Bom Jardim da Serra sank die Temperatur auf -6,1 °C, in Urupema auf -5,4 °C. Im Hochland von Santa Catarina und Rio Grande do Sul wurde Schnee beobachtet, unter anderem in der Umgebung von Urubici, Bom Jardim da Serra, Cambará do Sul und São José dos Ausentes.
Die Kälte drang ungewöhnlich weit nach Norden vor.
In São Paulo erreichte die Höchsttemperatur am Montag lediglich 13,6 °C – der kälteste Septembertag seit 2000. In Rio de Janeiro wurden nur 19 °C gemessen, der kälteste Septembertag seit 2015.
Der polare Kälteeinbruch erreichte Mato Grosso do Sul, etwa 20° südlicher Breite, und setzte sich in abgeschwächter Form bis in den südlichen Amazonasraum fort, einschließlich Teilen von Acre und Rondônia – eine für diese Jahreszeit ungewöhnlich späte „Friagem“, die winterliche Bedingungen tief in den Kontinent hinein ausdehnte.
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UK: „Dürre“ macht Platz für Kälte und Regen
Die vielbeschriebene Sommerdürre in Großbritannien ist bereits vorbei, und mit einem tief greifenden Wetterumschwung in Europa kehren die atlantischen Regenfälle zurück.
Der Sommer 2026 war in London zweifellos trocken. Doch er war bei weitem nicht der historische Ausreißer, den die Schlagzeilen suggerieren. Am Flughafen Heathrow fielen von Juni bis August 93,6 mm Niederschlag, womit das Jahr 2026 dort auf Platz 17 der 79 trockensten Sommer rangiert.
Und nun regnet es wieder. Und zwar heftig. Der Omega-Block hat sich verschoben, der Atlantik hat sich wieder geöffnet, und wieder einmal ziehen wiederholt Tiefdruckgebiete nach Osten in Richtung Großbritannien.
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Eine Meldung vom 9. September 2026:
Antarktis: Vier aufeinander folgende Tage unter -100°F
Das kalte Jahr 2026 in der Antarktis hält auch im September an, wobei die Temperaturen in Concordia vier Tage in Folge unter -100 °F lagen.
Nach Angaben des italienischen antarktischen meteorologisch-klimatologischen Observatoriums wurde in Concordia am 5. September eine Tiefsttemperatur von -76,6 °C gemessen. Darauf folgten am 6. September -75,7 °C, am 7. September -76,4 °C und am 8. September -75,5 °.
Damit lagen die Temperaturen vier Tage in Folge unter -100 °F – eine selbst für die Verhältnisse auf dem antarktischen Plateau extreme Kältewelle, die etwa 10–12 °C unter dem Normalwert lag.
Es war ein eisiges Jahr für den Kontinent.
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Meldungen vom 10. September 2026:
Argentinien: September-Kälterekord gebrochen
Ein Kälteeinbruch aus der Polarregion im Vorfrühling hat in Tandil in Argentinien zur niedrigsten jemals im September gemessenen Temperatur geführt.
Am Flugplatz von Tandil sank die Temperatur diese Woche auf -7,8 °C und unterbot damit den bisherigen September-Tiefstwert von -7,1 °C, der am 14. September 2003 gemessen worden war. Die Aufzeichnungen reichen hier bis ins Jahr 1960 zurück.The cold was widespread across Buenos Aires Province.
Den SMN-Beobachtungen zufolge lagen die Temperaturen in Coronel Suárez bei -3,2 °C, in Azul bei -2,8 °C und in Junín bei -2 °C.
In General Pico sank die Temperatur am 6. September auf -4,9 °C – ein neuer Tagesrekord; Buenos Aires selbst erreichte am gleichen Morgen 2,4 °C – ebenfalls ein Rekord für den 6. September; und in Monte Caseros fiel die Temperatur am 7. September auf 1,9 °C – der niedrigste jemals für dieses Datum gemessene Wert.
Die Polarluft überquerte auch den Río de la Plata.
In Uruguay wurden –5 °C gemessen, die niedrigste Septembertemperatur des Landes seit Beginn der modernen Aufzeichnungen des INUMET (seit 1981), womit der am 2. September 1990 in Durazno, und lag nur 0,6 °C unter dem älteren nationalen September-Rekord von -5,6 °C.
Der Winter mag kalendarisch zwar vorbei sein, doch im südlichen Südamerika will er nur ungern weichen.
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USA: Kälterekorde in Kalifornien und Oregon
Ein Kälteeinbruch zu Beginn der Saison hat in ganz Kalifornien und Oregon eine Reihe von Temperaturrekorden gebrochen oder eingestellt.
Die Kälte erreichte am 4. September zunächst Nordkalifornien und Südoregon. In Mt. Shasta City sank die Temperatur auf 0,6 °C und brach damit den bisherigen Tages-Tiefstwert von 3,3 °C aus dem Jahr 1990. In Montague sank die Temperatur auf 1,7 °C und unterbot damit den Wert von 4,4 °C aus dem Jahr 1964, während in Klamath Falls 0 °C gemessen wurden, was dem Rekordwert vom 4. September 1912 entspricht.
Die Kaltfront zog dann weiter nach Süden.
Am 6. September erreichte Barstow-Daggett eine Höchsttemperatur von nur 25 °C und unterbot damit den bisherigen Rekord für die niedrigste Höchsttemperatur von 28,3 °C aus dem Jahr 1985. San Jacinto erreichte nur 26,1 °C und brach damit seinen alten Rekord für die niedrigste Höchsttemperatur von 27,8 °C ebenfalls aus dem Jahr 1985, während Anaheim bei 26,1°C seinen Höchstwert erreichte und damit den Wert aus dem Jahr 2001 einstellte.
Klamath Falls stellte dann am 7. September mit -0,6 °C einen weiteren Tagesrekord auf – genau wie 1999.
Es wird angenommen, dass dies die kälteste erste Septemberwoche seit Beginn der Aufzeichnungen in Nordkalifornien und Südoregon war.
Und es ist noch nicht vorbei.
Die neuesten ECMWF-Modelle simulieren, dass sich bis zum Wochenende erneut ein ausgedehnter Kaältluftkörper über den Westen ausbreiten wird, wobei die Temperaturanomalien in Teilen des Nordwestens und des inneren Westens lokal 5 bis 6°C unter dem saisonalen Durchschnitt liegen werden.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 38 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 11. September 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
