Windräder: Klimaretter oder Krankmacher?

Windkraft-Lobby und Mainstream-Medien verleumden Wissenschaftler, die mögliche Auswirkungen von Windrädern auf die Gesundheit untersuchen. Dabei häufen sich diesbezügliche Indizien – verursacht insbesondere von Infraschall. Angesichts des massiven weiteren Windrad-Zubaus und des steigenden Schallpegels der neuen Anlagen ist die genauere Erforschung der Risiken dringend geboten.

Dipl. Physiker Dr. Werner Huber,

wernerhuber.consult@t-online.de

Diesbezüglich führend tätig ist Professor emer. Dr. Vahl – er war bis 2020 Direktor der Mainzer Universitätsklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, ein verdienter und renommierter Mediziner – und die von ihm geleitete „Forschungs-Gruppe Infraschall“. Nun sehen sie sich heftigen Angriffen ausgesetzt.

Der Grund? Die Forscher entschlüsseln immer klarer den abträglichen Einfluss von Windrad-Schallemissionen auf die menschliche Gesundheit. Ihre schon 2021 publizierten Laborversuche belegen die Schwächung der Kontraktionskraft von Herzmuskelzellen bei windrad-typischer Niederfrequenz-Beschallung. Von Lobby und Behörden allerdings kam ein harter Konter: Die Schallpegel in den üblichen Siedlungsabständen von 800 Metern und mehr lägen weit unter der Gefährdungsschwelle, die Mainzer Versuche mit ihren hohen Schallpegeln seien daher irrelevant. Da man an der Klinik aber zahlreiche Erkrankungen, besonders im Bereich Herz/Kreislauf, als windradschall-induziert diagnostiziert hatte, setzten die Forscher ihre Untersuchungen fort.

Bestärkt wohl auch durch Erkenntnisse aus anderen Quellen: Eine dänische Studie von 2018 weist auf vermehrte Schlaganfälle hin, wenn sich Niederfrequenz-Schall in Räumen durch Eigenmoden zu „stehenden Wellen“ aufschaukelt, oder wenn der sogenannte Druckkammereffekt auftritt.

Im Zusammenhang mit meinem Buch „Klima-Wahrheit“ sprach ich selbst mit Einwohnern des schwer schall-belasteten Ortes Uhingen-Baiereck: Sie berichteten von Symptomen wie Benommenheit, Unruhe, Schwindel, Übelkeit, Druckgefühl auf Ohren und Körper, Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafstörungen. Selbst Kinder wachten nachts auf und kröchen verstört in die Betten der Eltern. – Allesamt schädliche Stressfaktoren für Herz und Kreislauf wie auch für andere Organe. Zwei Gerichte in Frankreich haben mittlerweile Erkrankungen als Folge von Windkraft beurteilt.

Das Standardargument der Pro-Windkraft-Seite: Ursache ist nicht der Schall selbst, sondern der Nocebo-Effekt, also die Einbildung von negativen Windrad-Auswirkungen. Dies aber wird widerlegt durch international festgestellte Auswirkungen auf Tiere: Rentier-Vergrämung in Skandinavien, Einbruch Bruterfolg bei Hühnereiern, Schädigung Wal-Populationen nahe Windkraft-Feldern in Nordsee und an der US-Atlantikküste. Laborratten wiesen nach Beschallung krankhafte Veränderungen auf wie Herzzellenschädigung, Koronarsklerose, Destabilisierung der Blut-Retina-Schranke und neuronale Inflammationsprozesse.

Eine aktuelle schwedische Studie von 2025 kommt mittels perfektionierter Schall-Berechnungen sowie Messungen zum Schluss, dass „bisherige Untersuchungen sowohl die Schallreichweite wie auch die Gesundheitsgefährdung unterschätzt haben.“ Insbesondere der extrem niederfrequente Infraschall – unter 20 Hertz, unhörbar aber physiologisch wirksam – weist immense Reichweiten bis über 10 Kilometer auf, bei großen Windkraft-Feldern sogar bis 90 Kilometer. – Dramatisch über den Siedlungs-Mindestabständen von typisch 800 Metern. Die Mainzer Forscher hatten also gute Gründe, die Problematik weiter zu untersuchen. Trotz Lobby-Gegenwind und höchst obskurer Versuche, sie davon abzubringen.

Im April dieses Jahres legten sie nun eine 70 000 Patienten umfassende aufwendige Statistikanalyse vor, die eine signifikant höhere Herzerkrankungsrate bei hoher Windrad-Dichte zeigte. Verglichen wurden in der Region Paderborn zwei stark belastete Kommunen (insgesamt 224 Windräder) mit zwei wenig belasten Kommunen (8 Windräder). Sonstige erkrankungsrelevante Parameter waren vergleichbar. Zielgrößen waren die Neu-Diagnosen für Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz laut Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung. Betrachteter Zeitraum waren die Jahre 2015 bis 2024, begleitend zum Ausbau der Windenergie.

Das Fazit der Analyse: „Die Daten zeigen am Beispiel der Region Paderborn ein signifikant erhöhtes kardiovaskuläres Neu-Erkrankungsrisiko in Kommunen mit massivem Ausbau der -Windenergie“. Beispielhaft wird für Herzinsuffizienz eine Fallsteigerung jahresabhängig zwischen 20 und 68 Prozent gegenüber den wenig belasteten Kommunen genannt. Schlussendlich fordert die Studie, die „exponierte Bevölkerung“ zu ärztlicher Risikoabklärung zu motivieren und Mittel bereitzustellen, um Grenzwerte für die Schallbelastung zu definieren.

Für die Gemeinde der Rechtgläubigen samt Nutznießern war dies ein sündhafter Abfall von der Klima- und Energiewende-Religion und der Gemeinschaft der Guten. Ein WDR-Podcast setzte den Ton: „Was hat Professor Vahl damit vor? … Möglicherweise will er von bestimmten Stellen Gelder bekommen.“ Der Lobby-Verband Erneuerbare Energien NRW nahm den giftigen Ton auf und warf den Studienautoren „politische Motivation“ vor. Unterstellen, anschwärzen, verleumden: die Argumente der Argumentlosen.

Das Umweltbundesamt zog sich auf die Feststellung zurück, bisher habe man noch keinen wissenschaftlichen Beleg für windrad-bedingte Erkrankungen gefunden. Hat man die in der dänischen Studie genannte Schlaganfallhäufung „übersehen“? Vielleicht wegen der Befürchtung, dass das Thema „öffentlich, politisch, wenn nicht sogar populistisch instrumentalisiert wird“? Verschweigen aus politischer Opportunität? „Bei Asbest, Contergan, Corona wars auch so“, ironisiert diesbezüglich der windkraft-kritische Verein „Vernunftkraft NRW“.

Ein solches Verschweigen wäre umso unverantwortlicher, als die neuen Hochleistungs-Windräder mit Nennleistung um die 7 MW die Zahl der betroffenen Anwohner potenziert: Die Schallemissionen sind nicht nur stärker, sondern weit in den Infraschall-Bereich verschoben – bis hinab zu 1 Hertz und darunter -, wodurch wie erwähnt die Reichweiten explodieren. Dies weil Infraschall kaum gedämpft wird und wegen nächtlicher Schallbündelung durch abkühlungsbedingte atmosphärische Grenzschichten.

Kann die Medizin die Schallwirkung auf den Organismus erklären? Man kennt zwei Angriffspunkte. Zum einen die hochsensiblen Mikro-Drucksensoren in den Organzellen (ihre Entdeckung mit dem Medizin-Nobelpreis 2021 ausgezeichnet): Sie steuern mittels elektrischer Nervenimpulse lebenswichtige Funktionen wie Blutdruck, Stoffwechsel, Immunreaktionen, Heilungsprozesse, Gleichgewichtssinn, Stress-Regulierung, Embryonalentwicklung. Die Windrad-Schallimpulse scheinen die Funktion dieser Sensoren zu stören – und damit auch die zugeordneten Lebensfunktionen.

Weiterer Angriffspunkt: Tiefe Frequenzen können Gewebe, Organe und selbst Knochen in Vibration versetzen, besonders wenn Resonanz auftritt. Beim niederfrequenten Infraschall unter 20 Hertz können zum Beispiel Lunge, Herz, Magen-Darm-Trakt oder der Brustkorb betroffen sein. Mit Folgen wie Atemnot, Brustbeklemmung, Herzrhythmusstörungen, inneres Vibrieren, Stresssymptome, Panikattacken, Infarkte. Empfindlich auch das Gleichgewichtsorgan, wo Schallwellen mit Frequenz um 10 Hertz die Flüssigkeit in den Innenohr-Bogengängen zum Schwingen bringen: Das Gehirn erhält unplausible Signale, die Folge sind Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Übelkeit bis zum Erbrechen. So übrigens die Funktion von Schallwaffen.

Noch sind viele Fragen offen, ein weites Forschungsfeld tut sich auf. Aber man will es offenbar unbestellt lassen. Der Energiewende-Komplex will ungestört die gigantischen Ausbaupläne für Abertausende weiterer Windräder vorantreiben. Nach Corona soll es ein weiteres Menschenexperiment geben. Hoffentlich können Bürgerinitiativen und gemeinschaftliches Engagement das Schlimmste verhindern!