Aktuelle Beobachtungen bzgl. El Niño
Cap Allon
Laut NBC News hat sich El Niño verstärkt, weil der Mensch fossile Brennstoffe verbrannt und den CO₂-Gehalt in der Atmosphäre erhöht hat. Die gemessenen ENSO-Daten zeigen jedoch nicht, dass El-Niño-Ereignisse immer stärker werden.
Diese Behauptung stammt aus einer neuen Studie in der Fachzeitschrift „Science“, in der anhand von Korallen aus den Galápagos-Inseln das ENSO-Geschehen im östlichen Pazifik über einen Zeitraum von rund 900 Jahren rekonstruiert worden ist. Die Autoren berichten von einer um 36,5 % höheren Variabilität in der heutigen Zeit, die sie größtenteils auf stärkere El-Niño-Ereignisse zurückführen. In der Veröffentlichung selbst wird jedoch eingeräumt, dass die Reaktion des ENSO auf die Erwärmung nach wie vor „nur unzureichend erfasst“ ist.
Betrachtet man die Beobachtungen, so zeigt der Multivariate ENSO-Index (MEI) der NOAA keine Tendenz zu immer stärkeren Ereignissen. Der El-Niño-Zyklus von 1982–83 erreichte im aktuellen MEI.v2-Datensatz einen Wert von etwa 2,9. Das Ereignis von 1997–98 folgte 15 Jahre später. Der Wert für Juni–Juli 2026 lag bei etwa 2,4. Mehr als vierzig Jahre steigender CO₂-Konzentrationen haben daher keine Abfolge von immer stärkeren El-Niño-Ereignissen hervorgebracht.
Tatsächlich berechnet die NOAA für den Zeitraum 1979–2023 einen Gesamttrend des MEI.v2 von -0,020. Diese Kennzahl misst zwar den Index als Ganzes und nicht speziell die El-Niño-Höhepunkte, liefert jedoch sicherlich keinen beobachtbaren Trend hin zu einem immer positiveren ENSO-Zustand.
Die längerfristigen Daten sind für die gängige Darstellung sogar noch problematischer.
Die erweiterten ENSO-Daten der NOAA zeigen bedeutende Ereignisse lange vor den modernen Emissionen: Die Jahre 1902, 1930–31, 1941 und 1972 zählen alle zu den stärksten Ereignissen für verschiedene Jahreszeiten, während rekonstruierte Belege darauf hindeuten, dass der El Niño von 1877–78 in seiner Stärke mit den Jahren 1982–83, 1997–98 und 2015-16 vergleichbar war.
IPCC: Es gibt „keine Anzeichen“ dafür, dass die Häufigkeit von Ereignissen mit hoher Amplitude seit den 1970er Jahren einen langfristigen Trend darstellt, der von der multidekadischen Variabilität getrennt werden kann.
Er stellte zudem keine jüngste anhaltende ENSO-Verschiebung fest, die über den bekannten Bereich der natürlichen Variabilität hinausgeht.
Selbst Michael Mann hat ein Problem mit den Daten und erklärt, dass tatsächliche Messungen der Wassertemperatur rund um die Galápagos-Inseln – der Region, aus der die Korallenrekonstruktion stammt – einen „erheblichen Rückgang in den letzten Jahrzehnten“ bei der El-Niño-bezogenen Variabilität zeigen. Der Meereswissenschaftler John Bruno argumentiert, dass die Korallen möglicherweise teilweise auf die zugrunde liegende Erwärmung reagieren und nicht auf eine Verstärkung der ENSO.
Die Beobachtungen belegen also keine anhaltende, durch CO₂ bedingte Zunahme der El-Niño-Erscheinungen – und El Niño ist auch nicht immer häufiger geworden. Der IPCC stellt keinen langfristigen Trend bei der Häufigkeit von El Niño/La Niña fest, während es in den letzten Jahrzehnten lange neutrale und von La Niña dominierte Phasen gab.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die instrumentellen Messdaten zeigen nicht, dass El-Niño-Ereignisse mit steigendem CO₂-Gehalt immer stärker werden; bereits vor mehr als einem Jahrhundert traten starke Ereignisse auf; der IPCC kann die jüngsten Ereignisse mit hoher Amplitude nicht von der multidekadischen Variabilität unterscheiden; und instrumentelle SST-Beobachtungen auf den Galápagos-Inseln zeigen, dass sich die jüngste Variabilität in die entgegengesetzte Richtung bewegt.
Link: https://electroverse.substack.com/p/summer-cold-breaks-records-in-russia?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

