Internationale Studie bringt Chinas Solarboom mit Vogelsterben und Zerstörung von Lebensräumen in Verbindung

John Hayward

Forscher haben festgestellt, dass groß angelegte Solarprojekte die Artenvielfalt verringern und die umliegenden Ökosysteme stören.

Eine am Freitag in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass Chinas rascher Ausbau der Solaranlagen der Umwelt geschadet und die Artenvielfalt verringert hat, insbesondere bei Vögeln, die durch die riesigen Felder mit Photovoltaikzellen Lebensraum für die Nahrungssuche und Brutplätze verloren haben. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Blog-Admin}]

Der in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichte Artikel – verfasst von Forschern aus China, Vietnam und den Vereinigten Staaten – begann mit den obligatorischen Lobeshymnen auf die Branche der erneuerbaren Energien, räumte jedoch ein, dass „saubere Energie auch erhebliche Auswirkungen auf die Natur haben wird“.

Die Forscher untersuchten über 2.000 Landkreise in China und stellten fest, dass in den Landkreisen mit den meisten Solaranlagen „ein Rückgang der Vogelvielfalt zu verzeichnen war, der in erster Linie auf die Landnutzungsänderung zurückzuführen ist“.

„Landnutzungsänderung“ ist der bevorzugte Euphemismus für riesige Solaranlagenfelder, die Flächen verschlingen, welche zuvor für die Landwirtschaft oder als Naturschutzgebiete genutzt wurden.

Das US-Energieministerium (DOE) wirbt seit kurzem für „Agrivoltaik“, d. h. Wege zu finden, wie man auch im Schatten riesiger Solarmodule weiterhin Nutzpflanzen anbauen, Vieh weiden lassen und Kolonien von bestäubenden Insekten ansiedeln kann.

Der Artikel in „Science“ kam hingegen ziemlich unverblümt zu dem Schluss, dass Solarparks in Wüsten und anderen vegetationsarmen Gebieten errichtet werden sollten, weil sie der Vegetation unbestreitbar schaden, was wiederum Vögeln schadet, die auf diese Vegetation als Nahrungsquelle und Unterschlupf angewiesen sind.

Weil China Solaranlagen schneller baut als andere Länder wurden die negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt im Schatten der riesigen chinesischen Solarparks schnell deutlich.

Solarzellen führen zu einer „minderwertigen Begrünung“, was für Vögel, Insekten und Tiere katastrophale Folgen hat, weil diese von der nun einheitlichen Vegetation nicht profitieren können.

Chinas „Solar-Fußabdruck“ erstreckt sich mittlerweile über eine Fläche, „die der Größe des US-Bundesstaates Rhode Island entspricht“.

Eine unerwartete Folge dieser Entwicklung war ein „Paradoxon“, das als „minderwertige Begrünung“ bezeichnet wird. Das bedeutet, dass Solarmodule dazu neigen, die Vielfalt der Vegetation in ihrer Umgebung zu verringern und eine „dichte, aber ökologisch homogene Vegetation“ hervorzubringen.

Dieses Phänomen hat verheerende Folgen für Vögel, Insekten und andere Tiere, die von der nun einheitlichen Vegetation nicht profitieren können.

Forscher haben festgestellt, dass Solaranlagen zudem „Landschaften zerschneiden“, „visuelle und thermische Störungen verursachen“ und Lebensräume von Vögeln zerstören.

„Umgekehrt deuten immer mehr Studien auf potenzielle Nebeneffekte hin. Die schattigen, kühleren und feuchteren Mikroklimata unter Photovoltaikmodulen können das Pflanzenwachstum fördern und so möglicherweise die Nahrungsquellen bereichern, und die baulichen Strukturen können in degradierten Gebieten als ‚Habitatinseln‘ fungieren“, fügte der Artikel hinzu, bevor er einräumte, dass keiner dieser theoretischen „Vorteile“ den Vögeln offenbar geholfen habe, die durch Chinas rasante Ausweitung der Solaranlagen verdrängt wurden.

Der Artikel deutete an, dass ein Problem in Chinas Vorliebe für die Aufstellung von „Fünfjahresplänen“ liege, die von der kommunistischen Zentralregierung entworfen werden. Diese sind in der Regel unflexibel, und unerwünschte Erkenntnisse wie etwa das Problem der minderwertigen Begrünung, die sich im Laufe der Zeit ergeben, werden nicht berücksichtigt.

Andererseits schuf Chinas zentrale Planung eine „charakteristische, quasi-experimentelle Landschaft“, die es Forschern erleichterte, die Umweltauswirkungen verschiedener Solarenergie-Strategien zu vergleichen.

Forscher stellten fest, dass chinesische Landkreise mit „strengen“ Ausbauplänen für Solaranlagen fast ausnahmslos einen erheblichen Verlust an Artenvielfalt erlitten, und zum Zeitpunkt der Studie schien keine der eingesetzten Maßnahmen zur Abmilderung dieser Auswirkungen nennenswerte Hilfe zu bieten.

Vogelarten, die in bestimmter Vegetation nisten und sich fleisch- oder allesfressend ernähren, litten am stärksten unter der Umwandlung von Flächen für Solaranlagen.

Schwarmvögel wurden oft durch das von den Solarfeldern reflektierte Licht verwirrt und verwechselten die Blendung mit Sonnenlicht, das vom Wasser reflektiert wird, was zu tödlichen Kollisionen in der Luft führte und dazu, dass die Vögel vergeblich nach Seen und Teichen suchten, die gar nicht existierten.

Entgegen den „Agrivoltaik“-Bestrebungen des US-Energieministeriums (DOE) kam die Studie in „Science“ außerdem zu dem Ergebnis, dass Chinas Ausbau der Solarenergie zu erheblichen Ertragseinbußen in der Landwirtschaft geführt hat.

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen ein entscheidendes ökologisches Dilemma: Ohne sorgfältige Raumplanung kann ein politisch vorangetriebener Ausbau der Solarenergie unbeabsichtigt die lokale Artenvielfalt gefährden“, so das Fazit der Forscher.

Die Autoren gingen weder auf die Möglichkeit ein, dass riesige Solarparks unvermeidbare Umweltschäden verursachen könnten, noch deuteten sie an, dass eine Verlangsamung der Solarwende in China der einzige Weg sein könnte, die Vögel zu retten.

Stattdessen schlugen sie eine „datengestützte, wissenschaftliche Grundlage für die Optimierung des Ausbaus der Photovoltaik“ vor.

Die einzige konkrete Strategie, die sich aus dieser datengestützten Wissenschaft ergab, bestand darin, groß angelegte Photovoltaikprojekte in „aride und semiaride Regionen, insbesondere in die Wüsten- und Gobi-Gebiete Nordchinas“ zu verlagern.

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Link: https://climatechangedispatch.com/study-china-solar-panels-birds-habitats/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE