Kältereport Nr. 35 /2026
Die Schlagzeilen der Woche
Anden: Weitere Massen-Schneefälle
Antarktis: Kein Nachlassen der extremen Kälte
Grönland: Rekord-Schneezuwachs
Neuseeland: Starke Schneefälle
Anden: Weiterer Schneefälle, mindestens 180 cm
Innere Arktis: Rekord-kalter Sommer
Iberische Halbinsel: erhebliche Sommerkühle
Europa: Mehr Kalt- als Warm-Anomalien
Meldungen vom 24. August 2026:
Anden: Weitere Massen-Schneefälle
Der wichtigste Grenzübergang zwischen Chile und Argentinien wird heute wegen weiterer Schneefälle erneut geschlossen – weniger als eine Woche, nachdem er seine längste Sperrung in der Geschichte hinter sich hatte.
Der Grenzübergang Los Libertadores/Cristo Redentor war vom 14. Juli bis zum 18. August 34 Tage in Folge geschlossen, weil wiederholte Schneestürme, starke Winde und Eis die Hochgebirgsstraße unpassierbar machten. Der bisherige Rekord lag bei 26 Tagen im Jahr 2023.
Auf dem Höhepunkt der Sperrung räumten Einsatzkräfte auf der chilenischen Seite Schneewände und Schneeblöcke von mehr als 6 m Höhe weg, während sich auf beiden Seiten der Grenze Tausende von Lastwagen stauten.
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Behörden warnen davor, dass die winterlichen Bedingungen bis zum 31. August anhalten könnten, wobei entlang der Kordilleren weiterer starker Schneefall erwartet wird.
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Antarktis: Kein Nachlassen der extremen Kälte
Die anhaltende Kälte in diesem antarktischen Winter ist wirklich beeindruckend.
An der Amundsen-Scott-Südpolstation sank die Temperatur am 23. August auf -72,3 °C – ein weiterer Einbruch in Richtung -73°C (-100 °F), wobei der meteorologische Winter nur noch etwas mehr als eine Woche dauert.
Aussagekräftiger ist der Durchschnittswert.
Bis zum 23. August lag die Durchschnittstemperatur am Südpol bei -62,3 °C und damit etwa 2,6 °C unter dem August-Durchschnitt von -59,7 °C.
Dem gingen ein kalter Juni und ein außergewöhnlich kalter Juli voraus.
Bei der derzeitigen Entwicklung dürfte der Mittelwert für Juni bis August bei etwa -62,2 °C liegen – rund 2,8 °C unter dem Normalwert.
Sollte sich dies tatsächlich bestätigen, wäre 2026 der drittkälteste Juni–August-Winter in der seit 1957 geführten Aufzeichnung für den Südpol, nur hinter den Jahren 2004 und 2021 – wobei letzteres einen Durchschnitt von -62,9 °C aufwies.
Die Kälte hat sich über das hohe antarktische Landesinnere ausgebreitet.
In Concordia, auf dem Dome-C-Plateau, sank die Temperatur am 18. Juli auf –84,1 °C – die niedrigste Lufttemperatur, die seit 2012 an einer Wetterstation irgendwo auf der Erde gemessen wurde. In Wostok hingegen lag die Temperatur während eines Großteils des Winters tief im Bereich von –70 °C.
Selbst jetzt, da der September näher rückt, gibt es im hohen antarktischen Landesinneren noch immer keinerlei Anzeichen für ein Nachlassen der Kälte.
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Grönland: Rekord-Schneezuwachs
Die grönländische Eiskappe hat in dieser Saison an der Oberfläche mehr als 500 Milliarden Tonnen an Masse zugenommen – das ist der stärkste Zuwachs seit 2016/17.
Das DMI beziffert die akkumulierte Oberflächen-Massenbilanz (SMB) zum 23. August auf 524,8 Gt, nachdem an diesem Tag ein weiterer Zuwachs von 0,56 Gt verzeichnet worden war. Dies entspricht etwa 157 Milliarden Tonnen über dem Durchschnitt von 368 Gt für den Zeitraum 1981–2010, wobei die SMB-Saison fast abgeschlossen ist:
Der Gesamtwert stellt bereits den größten Zuwachs an Oberflächenmasse seit neun Jahren dar.
Der bisherige Spitzenwert wurde in den Jahren 2016–17 verzeichnet, als Grönland bei 544 Gt lag – der fünftgrößte jährliche Zuwachs an Oberflächenmasse in der damals 37-jährigen DMI-Aufzeichnungsgeschichte. Das beste Jahr vor 2016–17 war 1995–96, als der Zuwachs an Oberflächenmasse 619 Gt erreichte – der höchste Wert in der DMI-Aufzeichnungsgeschichte.
Seit Beginn des Sommers 2026 hat das Abschmelzen kaum Spuren hinterlassen und die Saison-Gesamtmenge am 17. August auf 517,7 Gt gesenkt. Seitdem hat eine erneute Zunahme den Wert jedoch wieder auf 524,8 Gt angehoben, darunter mehr als 7 Gt allein vom 21. bis 23. August.
Das Jahr 2026 wird in dieser Hinsicht als eines der stärksten Jahre der modernen Aufzeichnungen in die Geschichte eingehen.
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Meldungen vom 25. August 2026:
Neuseeland: Starke Schneefälle
Ein heftiger Wintersturm zieht auf die Südinsel Neuseelands zu, wobei vom Mittwoch bis Freitag im Landesinneren von Otago und Canterbury starker Schneefall zu erwarten ist.
MetService hat eine „Stark-Schnee-Warnung“ für das Canterbury High Country südlich des Rangitata-Flusses und Teile von Otago herausgegeben. Dabei werden starker Schneefall oberhalb von 800 m sowie mäßige Schneemengen bis hinunter auf 400 m erwartet.
Die NZTA warnt vor erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.
Sollte sich die Vorhersage bestätigen, ist mit Straßensperrungen und Einschränkungen zu rechnen; die Behörden warnen davor, dass Fahrzeuge eingeschneit werden könnten. Der MetService warnt davor, dass der Schnee auch Bäume und Stromleitungen beschädigen und Vieh unter Stress setzen könnte.
Das Tiefdruckgebiet wird über der Südinsel stagnieren und kältere Luft heranziehen, während der Niederschlag an Intensität zunimmt.
Der Vorstoß aus Süden erfolgt, während weiter südlich anhaltende antarktische Kälte herrscht: Amundsen–Scott meldete am 25. August erneut -73 °C.
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Anden: Weiterer Schneefälle, mindestens 180 cm
Die zentralen Anden haben sich kaum von den wochenlangen außergewöhnlichen Schneefällen erholt, da zieht bereits der nächste mehrtägige Schneesturm auf – mit einer Vorhersage von mehr als 180 cm und einer erneuten Sperrung des wichtigsten Grenzübergangs zwischen Chile und Argentinien.
Das Skigebiet Portillo hat in dieser Saison mehr als 7 m Schnee erhalten. Während des Schneesturms im Juli fielen in nur sieben Tagen rund 465 cm, während ein weiterer Sturm letzte Woche mehr als 90 cm Schnee über Portillo, Valle Nevado, La Parva und das argentinische Las Leñas brachte.
Ein weiterer Sturmzyklus vom 25. bis 31. August zieht nun auf, wobei die Vorhersagen mehr als 203 cm Neuschnee in Nevados de Chillán und über 152 cm in Portillo erwarten lassen.
Die Schneedecke ist so dick, dass Portillo seine Saison zum ersten Mal seit Jahrzehnten bis in den Oktober hinein verlängert hat.
Auch in den tiefer gelegenen Lagen herrscht Kälte.
Argentinien erlebte am Montag erneut weit verbreitet starken Frost, wobei die Temperaturen in Viedma auf -3,6 °C fielen, in Perito Moreno auf -3,2 °C, in Tandil auf -3 °C, in Bahía Blanca auf -1,2 °C, in Esquel auf -1 °C sowie in El Calafate und Mar del Plata auf -0,4 °C.
Nach einem zögerlichen Start in den Winter hat sich die Lage in den südlichen Anden nun entscheidend gewendet – es schneit weiter.
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Eine Meldung vom 26. August 2026:
Innere Arktis: Rekord-kalter Sommer
Der Sommer 2026 in der Hocharktis ist auf dem besten Weg, als der kälteste seit Beginn der Aufzeichnungen des DMI-Temperaturindex‘ im Jahre 1958 zu enden.
Bis zum 25. August lag die Durchschnittstemperatur in der Hocharktis im meteorologischen Sommer bei -0,88 °C, wobei an 67 von 86 Tagen die Tagesmittelwerte bei oder unter dem Gefrierpunkt lagen. Selbst der höchste Tagesmittelwert des Sommers erreichte lediglich +0,20 °C.
Der Juni wies einen Durchschnitt von etwa -2,2 °C auf – der kälteste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen.
Anschließend wurden vom 1. Juli bis zum 10. August an 36 von 41 Tagen neue Tages-Tiefstwerte verzeichnet, darunter 20 Rekorde in Folge vom 2. bis 21. Juli und weitere 12 in Folge vom 23. Juli bis zum 3. August. Am 26. Juli lag der Durchschnitt bei -0,3 °C – der niedrigste Tagesdurchschnitt im Juli seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die Kälte hielt bis in die zweite Augusthälfte an, so dass das Jahr 2026 auf dem besten Weg ist, der kälteste Sommer in der Hocharktis in der 69-jährigen Messreihe zu werden.
Außergewöhnliche Wärme in der Arktis würde weltweit für Schlagzeilen sorgen. Ein außergewöhnlich kalter Sommer bleibt hingegen unbeachtet.
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Eine Meldung vom 27. August 2026:
Iberische Halbinsel: erhebliche Sommerkühle
Eine heftige spätsommerliche Kältewelle erfasst Spanien und Portugal, wobei die Temperaturen bis zu 15 °C unter dem Normalwert liegen.
Die Kälte erreicht heute, am Donnerstag, dem 27. August, ihren Höhepunkt. Karten mit Abweichungen zeigen, dass der Großteil der Iberischen Halbinsel unter dem Durchschnitt liegt.
Für weite Teile Portugals und Spaniens werden Temperaturen prognostiziert, die 5 °C bis 10 °C unter dem Normalwert liegen.
Die Kälte erstreckt sich von Galicien und Nordportugal über Madrid bis tief in den Süden Spaniens, wobei eine ausgeprägte atlantische Strömung die kühle Luft ins Landesinnere treibt.
Dies ist eine erhebliche Abweichung für Ende August, die jedoch wahrscheinlich keine große Beachtung in den Mainstream-Medien finden wird.
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Eine Meldung vom 28. August 2026:
Europa: Mehr Kalt- als Warm-Anomalien
Die Abkühlung Ende August beschränkt sich nicht nur auf die Iberische Halbinsel. Auch in Osteuropa und im Westen Russlands herrschen Temperaturen deutlich unter dem Durchschnitt, was einen frühen Vorgeschmack auf den Herbst bringt – und in der Ukraine einen 49-jährigen Kälterekord.
Nachdem die Temperaturen in Portugal und Spanien bis zu 10 °C unter dem Durchschnitt lagen, hat sich auch im Osten ein ausgedehntes Kaltluftgebiet gebildet. In Ländern wie Weißrussland, der Ukraine und im europäischen Teil Russlands liegen die Temperaturen deutlich unter den für Ende August üblichen Werten.
In Minsk lagen die Temperaturen die ganze Woche über durchschnittlich mehr als 3 °C unter dem Normalwert, wobei die Tiefstwerte auf 7 °C fielen. Im benachbarten Ukraine sank die Temperatur in Tschernihiw am 25. August auf 6 °C und brach damit den 1977 aufgestellten täglichen Tiefstwert der Stadt von 6,6 °C.
Die Kälte reicht tief bis nach Russland hinein, wobei die Wolgaregion 5 °C unter der klimatologischen Norm liegt. Weiter nördlich ist der Übergang noch deutlicher. Die russischen Behörden warnen vor Frost bis zu -3 °C in Murmansk und Karelien am 28. und 29. August.
Trotz der katastrophalen Hitze-Schlagzeilen dieses Sommers erleben Teile Europas bereits einen frühen Vorgeschmack auf den Herbst.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 36 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 28. August 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

