Kältereport Nr. 34 /2026
Die Schlagzeilen der Woche
Europas Endsommer-Abkühlung
Ukraine: Kälterekorde gebrochen
Sibirien, Russland: Einbruch extremer Kälte
Arktis: Meereis-Ausdehnung über dem Mittel
Neuseeland: Extreme Kälte
Innere Arktis: Kälte hält sich bis weit in den August
Anden, Südamerika: Schnee aus dem Weltraum sichtbar
Südpol: Erneut unter –70°C
Meldungen vom 17. August 2026:
Europas Endsommer-Abkühlung
West- und Mitteleuropa steuert auf einen kühlen Sommerausklang zu.
Die neueste GFS-AI-Prognose zeigt für den Zeitraum vom 20. bis 30. August in weiten Teilen Europas, insbesondere im Westen, allgemein niedrigere Temperaturen, wobei die stärksten Abweichungen auf der Iberischen Halbinsel, in Frankreich, Großbritannien und Skandinavien zu verzeichnen sind.
Ein Großteil der Hitze dieses Sommers wurde durch anhaltende Blockierungen verursacht, die atlantische Wetterfronten am Übergreifen auf Europa hinderten, das Absinken trockener Luft und Sonnenschein begünstigten und wiederholt heiße Luft aus Nordafrika und von der Iberischen Halbinsel nach Norden advehierten.
Nun kehrt sich dieses Muster um.
…
————————————-
Ukraine: Kälterekorde gebrochen
Die Abkühlung sorgt bereits weiter östlich für Rekordwerte.
In Tschernihiw sank die Tiefsttemperatur am 13. August auf 8 °C und brach damit laut dem Regionalen Zentrum für Hydrometeorologie in Tschernihiw den bisherigen Tagesrekord von 8,5 °C aus dem Jahr 1975. Einen Tag später sank die Temperatur in Tschernihiw weiter auf 7 °C und erreichte damit den am 14. August 1984 aufgestellten Rekordwert. Die Daten der Messstation reichen bis ins Jahr 1944 zurück.
Weiter westlich in Korosten sank die Temperatur am 13. August auf 4,9 °C und brach damit den bisherigen Rekord von 7,3 °C aus dem Jahr 1998. Die Beobachtungen hier reichen bis ins Jahr 1944 zurück.
————————————-
Sibirien, Russland: Einbruch extremer Kälte
Auch in weiten Teilen Russlands hält die ungewöhnliche Kälte an.
Nach einer ganzen Reihe von Rekordwerten, die letzte Woche gebrochen wurden, sank die Temperatur in Shelagontsy in Jakutien am 14. August auf -7,1 °C – rund 11 °C unter dem Normalwert. „Pogoda i Klimat“ bestätigt, dass dies die zweitniedrigste Temperatur ist, die an dieser Messstation jemals so früh im August gemessen wurde, und die tiefste Temperatur, die jemals für den 14. August verzeichnet wurde. Die Aufzeichnungen reichen hier bis ins Jahr 1940 zurück.
————————————-
Hawaii: Tropensturm Lala bringt seltenen Schnee auf dem Gipfel des Mauna Kea
Kameras auf dem Gipfel hielten am 15. und 16. August frische Schneeflocken fest, als Lala an der Big Island vorbeizog.
Mit einer Höhe von 4.207 m ist Schnee auf dem Mauna Kea nichts Ungewöhnliches. Im Sommer gilt dies jedoch als selten. Frischer Schnee im August wurde 2017 und 2018 dokumentiert, scheint seitdem aber nicht mehr in den Aufzeichnungen aufgetaucht zu sein.
Die Hurrikanaktivität fiel in diesem Jahr je nach Ozeanbecken unterschiedlich aus.
Im Atlantik war sie auffallend gering, während es im Pazifik reger zuging – ein Muster, das mit einem sich entwickelnden El Niño übereinstimmt, der die Aktivität im Atlantik tendenziell dämpft, während er den östlichen und zentralen Pazifik begünstigt.
Klima-Alarmisten werden eine weitere Schlagzeile über einen Hurrikan zweifellos als Bestätigung ihrer These begrüßen. Weniger gelegen kommt ihnen die Tatsache, dass der Sturm seltenen Augustschnee auf Hawaii fallen ließ.
————————————-
Arktis: Meereis-Ausdehnung über dem Mittel
Das arktische Meereis liegt im Jahr 2026 derzeit über dem Durchschnitt der Jahre 2011–2020.
Nach den neuesten Daten des NSIDC betrug die Ausdehnung am 15. August 5,619 Millionen km². Im Vergleich dazu lag der Durchschnitt der Jahre 2011–2020 bei 5,525 Millionen km² – damit liegt das Jahr 2026 um etwa 94.000 km² oder 1,7 % über dem Durchschnitt. Am 15. August 2012 betrug die Ausdehnung 4,850 Millionen km². In diesem Jahr gibt es daher 769.000 km² oder fast 16 % mehr Eis.
Im Jahr 2012 wurde am 17. September mit 3,39 Millionen km² das Minimum seit Beginn der Satellitenbeobachtung erreicht – ein Rekord, der bis heute nie wieder erreicht worden ist.
Seit 2007 ist kein Trend zu erkennen.
Am 15. August jenes Jahres betrug die Ausdehnung etwa 5,457 Millionen km².
Im Jahr 2026 liegt sie um 162.000 km² höher.
In der Arktis gibt es heute mehr Meereis als im Jahr 2007 – dem Jahr, in dem Al Gore und der IPCC gemeinsam den Friedensnobelpreis erhielten.
Die Daten zeigen seit nunmehr 19 Jahren keinen Trend:
————————————-
Meldungen vom 18. August 2026:
Neuseeland: Extreme Kälte
Neuseeland ist wieder in den Winter zurückgefallen: Es gibt Warnungen vor Neuschnee, weit verbreiteten Frost und eine erneute Sperrung der Desert Road.
Der jüngste antarktische Kaltluftausbruch ließ die Temperaturen am Montag stark sinken: Am Aoraki/Mount Cook fiel die Temperatur auf -8 °C, in Tekapo auf -5 °C und in Queenstown auf -4 °C; außerdem wurde die Desert Road (SH1) zwischen Rangipo und Waiouru wegen Schneefalls gesperrt.
Mit Blick auf die kommenden Tage gab der MetService am Dienstag eine weitere Schneewarnung für die Desert Road heraus, die von Dienstag 9 Uhr bis Mittwoch 3 Uhr morgens gilt.
Die Kälte reicht weit über die Berge hinaus. Laut MetService führen anhaltende Südwinde kalte Luft direkt aus dem Südlichen Ozean herbei, was zu weit verbreiteten Nachtfrösten und möglicherweise zu Glatteis in Teilen des Landes führt.
Westwinde dürften am Freitag für eine vorübergehende Milderung sorgen, doch die Kaltluft wird voraussichtlich am Wochenende auf die Südinsel zurückkehren.
All dies geschieht kaum zehn Tage nach dem außergewöhnlichen Kälteeinbruch Anfang August in Neuseeland, als die Temperatur in Taumarunui auf -7,2 °C sank – die tiefste jemals dort gemessene Temperatur – und Rotorua mit -5,6 °C einen neuen Allzeit-Tiefstwert erreichte.
Der Winter hat offenbar noch einiges zu bieten.
————————————-
Innere Arktis: Kälte hält sich bis weit in den August
Die außergewöhnliche Sommerkälte nördlich von 80° N hat sich bis weit in den August hinein gehalten.
Eine Auswertung der Temperaturreihe des Dänischen Meteorologischen Instituts (DMI) für die Hocharktis ergab, dass an 36 der 48 Tage vom 1. Juli bis zum 17. August Rekord-Tiefwerte für die Tagesmittelwerte an den jeweiligen Kalendertagen verzeichnet worden sind – das sind 75 % des Zeitraums.
Ein besonders auffälliger Messwert wurde am 26. Juli verzeichnet, als der Mittelwert auf -0,3 °C fiel – der tiefste Juli-Wert in den DMI-Aufzeichnungen:
All dies folgt auf einen Juni, in dem zahlreiche Rekorde gebrochen wurden:
Die Serie der Kälte-Tagesrekorde hat sich seit dem 9. August zwar etwas abgeschwächt, doch der allgemeine Trend zu einem „gefrorenen“ Sommer hält an. Das Jahr 2026 ist auf dem besten Weg, der kälteste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen (Daten seit 1958) in der Hocharktis zu werden – möglicherweise sogar mit deutlichem Abstand.
————————————-
Eine Meldung vom 19. August 2026:
Anden, Südamerika: Schnee aus dem Weltraum sichtbar
Das Ausmaß der Schneefälle dieses Winters in den Anden ist nun sogar aus dem Weltraum zu erkennen.
NASA-Satellitenbilder vom 18. August zeigen, dass die Kordilleren über Hunderte von Meilen hinweg in Chile und Argentinien schneebedeckt sind – von der Gegend um San Juan und Mendoza bis hinunter nach Patagonien.
Das Bild entstand zeitgleich mit der Wiedereröffnung des Grenzübergangs Cristo Redentor/Los Libertadores zwischen Argentinien und Chile nach einer Rekordschließung von 34 aufeinanderfolgenden Tagen aufgrund wiederholter starker Schneefälle, Eis und starker Winde.
Die Sperrung war die längste seit Beginn der Aufzeichnungen und übertraf die bisherige Rekordschließung von 26 Tagen im Jahr 2023.
Auf der argentinischen Seite hatten sich Tausende von Lastwagen gestaut; nun fließt der Güterverkehr endlich wieder durch Korridore, die zwischen tiefen Schneewehen freigelegt wurden. Für Personenkraftwagen und Busse galten bei der Wiederaufnahme des Betriebs weiterhin Einschränkungen.
Der Schnee hat sich in diesem Winter weit über die höchsten Gipfel hinaus ausgebreitet und auch Mendoza und La Pampa mit einer geschlossenen Schneedecke überzogen.
————————————-
Eine Meldung vom 21. August 2026:
Südpol: Erneut unter –70°C
Die bittere antarktische Kälte ist an den Südpol zurückgekehrt: Am 20. August sank die Temperatur am Amundsen-Scott-Pole auf -72,9 °C.
Die Tagesdurchschnittstemperatur lag bei -70,6 °C – ganze 11,1 °C unter dem Normalwert.
Die kalten Wetterbedingungen hielten bis zum 21. August an.
Die jüngsten Beobachtungen am Südpol ergaben Temperaturen unter -70 °C. Dieser erneute Temperatursturz folgt auf wiederholte Phasen extremer Kälte während des südlichen Winters.
Nach einem ungewöhnlich kalten Juni und Juli ist der August 2026 nun auf dem besten Weg, den dritten Monat in Folge zu werden, der kälter als normal ausfällt – bis zum 20. August lag der Durchschnittstemperaturwert bei etwa -61,5 °C gegenüber einer August-Norm von -59,7 °C.
Der Winter war hart, und nun lässt er nicht locker.
Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 35 / 2026
Redaktionsschluss für diesen Report: 21. August 2026
Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




