Die Rockefeller-Klimamaschine
Cap Allon
Das Geld der Rockefellers zieht sich wie ein roter Faden durch die prägenden Jahrzehnte der modernen Umweltbewegung – von Maurice Strong und dem Stockholmer Gipfel 1972 über das UNEP und frühe klimapolitische Netzwerke bis hin zu den Nichtregierungsorganisationen und Medienkampagnen, die ins Leben gerufen wurden, um internationale Klimaabkommen voranzutreiben.
Die Geschichte beginnt lange vor dem „Klimawandel“.
In den 1960er Jahren engagierte sich die Rockefeller-Stiftung intensiv in der Bevölkerungspolitik. In ihrem Jahresbericht von 1967 bezeichnete sie das rasante Bevölkerungswachstum als Bedrohung für den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt und erklärte, die Stiftung strebe seit langem eine „Bevölkerungsstabilisierung“ an, indem sie demografische Forschung, Programme zur Familienplanung und die Ausbildung von Bevölkerungswissenschaftlern finanziere.
Dann trat Maurice Strong auf den Plan.
Im Jahr 1971, während Strong die erste UN-Konferenz über die Umwelt des Menschen in Stockholm vorbereitete, wählte ihn die Rockefeller-Stiftung zum Kuratoriumsmitglied. Strong leitete anschließend die Stockholmer Konferenz von 1972 und wurde danach der erste Exekutivdirektor des neu gegründeten Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).
Die Umwelt war nicht mehr in erster Linie ein Thema des Naturschutzes.
Die Stockholmer Konferenz trug dazu bei, sie als festen Bereich der internationalen Politik zu etablieren.
Strong selbst äußerte sich ganz klar dazu, wohin die Entwicklung führen würde. In einer Rede aus dem Jahr 1971 argumentierte er, dass die westlichen Industrieländer „ein weitaus höheres Maß an staatlicher Intervention“ in die wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse akzeptieren müssten, wobei die Wirtschaftspolitik zu einem Instrument zur Erreichung umfassenderer sozialer Ziele werden sollte.
Unterdessen war die Rockefeller-Stiftung selbst damit beschäftigt, sich direkt im Bereich des Klimaschutzes zu engagieren.
In seinem Jahresbericht von 1974 wurden Bevölkerungswachstum, Energieknappheit, Umweltverschmutzung, Nahrungsmittelversorgung und Klimawandel als Themen zusammengefasst, welche die Zukunft der „Weltordnung“ bestimmen könnten. Die Stiftung finanzierte die Climatic Research Unit der University of East Anglia mit 120.000 US-Dollar, um historische Klimaveränderungen und deren gesellschaftliche Auswirkungen zu untersuchen. Die CRU wurde später zum Epizentrum des „Climategate“-Skandals, als E-Mails von Phil Jones, Michael Mann und Keith Briffa die Umgehung von Informationsfreiheitsgesetzen, das Zurückhalten von Daten und Versuche, skeptische Forschung an den Rand zu drängen, aufdeckten.
Das Rockefeller Archive Center bestätigt, dass diese frühen direkten Förderungen im Klimabereich bereits 1974 begannen.
Seitdem hat sich dieser Schwerpunkt nur noch verstärkt.
Von Klima-Forschung zu Klima-Politik
Im Jahr 1986 begann der Rockefeller Brothers Fund RBF, das schwedische Beijer-Institut finanziell zu unterstützen.
In der eigenen Geschichte des RBF werden diese Förderungen als seine ersten Zuschüsse zum Thema Klimawandel bezeichnet.
Ihr Zweck ging weit über die Klimaforschung hinaus: Das Beijer-Institut wurde beauftragt, einen Fünfjahres-Aktionsplan mit politischen Optionen zu erstellen, internationale Treffen von Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern zu organisieren und beim Aufbau der Beratungsgruppe für Treibhausgase mitzuwirken.
1987 fanden die Workshops in Villach und Bellagio statt, die sowohl vom Rockefeller Brothers Fund als auch von der Rockefeller Foundation finanziert wurden; das letztgenannte Treffen fand im Bellagio-Zentrum der Rockefeller Foundation in Italien statt.
Insbesondere Bellagio war ausdrücklich politikorientiert. Zum Netzwerk rund um diese Veranstaltung gehörten Bert Bolin, Gordon Goodman, Michael Oppenheimer und andere, die daran arbeiteten, die Erderwärmung durch Treibhausgase von der wissenschaftlichen Bewertung hin zu politischen Maßnahmen zu führen. Die „Advisory Group on Greenhouse Gases“ wird in der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung als unmittelbarer Vorläufer des IPCC beschrieben.
Das IPCC folgte dann 1988 unter der Leitung von Bert Bolin.
Die Rockefellers haben das IPCC zwar nicht direkt gegründet (das waren technisch gesehen das UNEP und die WMO), aber sie haben nachweislich klimapolitische Arbeiten und Treffen unmittelbar vor dessen Gründung finanziert. Eine Forschungsarbeit des Rockefeller Archive Center geht sogar so weit, die von den Rockefellers finanzierten Workshops von 1987 als Wegbereiter für die Gründung des IPCC zu bezeichnen.
Offizielle IPCC-Berichte belegen, dass die Rockefeller-Stiftung den IPCC-Treuhandfonds 1990 direkt finanzierte.
Und Anfang der 1990er Jahre gingen die Klimausgaben der Rockefellers bereits deutlich über den wissenschaftlichen Bereich hinaus.
Die RBF gibt an, Organisationen finanziert zu haben, welche die UN-Klimaverhandlungen beobachteten und daran teilnahmen, darunter den Environmental Defense Fund, den NRDC, das Climate Institute und Netzwerke für Klimaschutzmaßnahmen.
Nach der Klimakonferenz in Berlin 1995 berief die Organisation auf dem Rockefeller-Anwesen in Pocantico eine Strategiesitzung ein, um im Vorfeld des Kyoto-Protokolls Maßnahmen zur Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit zu planen. Die Mittel flossen anschließend an den National Environmental Trust, das Environmental Information Center, das U.S. Climate Action Network, die Union of Concerned Scientists und Environmental Media Services.
Nach Angaben der RBF selbst nutzte die daraus resultierende Kampagne überregionale Zeitungen, Fernsehen, Radio und Expertenreisen, um politische Entscheidungsträger, Führungskräfte aus der Wirtschaft und die Öffentlichkeit zu erreichen und die amerikanische „Anhängerschaft für den Klimaschutz“ zu vergrößern.
Hier ging es nicht um Wissenschaftler, die Fachartikel veröffentlichten. Es handelte sich um organisierte politische Überzeugungsarbeit. Der Rockefeller Brothers Fund rühmt sich damit, maßgeblich an der Gründung von mehr als 40 Umwelt-NGOs beteiligt gewesen zu sein, wobei eine umfassendere Chronologie (Nordangård) fast 1.000 mit den Rockefellers verbundene Organisationen aus den Bereichen Politik, Finanzen, Wissenschaft, Philanthropie und Umweltschutz umfasst.
Und warum das Ganze?
Das ist die zentrale Frage.
Und obwohl ich erwartet hatte, Beweise dafür zu finden, dass die Klimapolitik darauf ausgelegt war, eine Verknappung fossiler Brennstoffe herbeizuführen und die Ölbeteiligungen der Rockefellers zu bereichern, konnte ich dazu nicht viel finden.
Es gibt jedoch ungewöhnlich starke Hinweise auf ein anderes Ziel: die Kontrolle über die Regeln, nach denen wirtschaftliche Aktivitäten ablaufen – eine Kontrolle, die zunehmend durch internationale Institutionen ausgeübt wird.
[Hervorhebung im Original]
Strong hat es selbst gesagt. Im Vorfeld des Erdgipfels von Rio 1992 schrieb er, dessen Zweck sei es, Umweltbelange „ganz in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Entscheidungsfindung“ zu rücken. In Rio beschrieb er die Agenda 21 als Rahmen für das systematische, kooperative Handeln, das erforderlich ist, um die Entwicklung zu transformieren.
Im Jahr 2000 bezeichnete Strong nachhaltige Entwicklung als einen „grundlegenden Prozess des zivilisatorischen Wandels“, der Veränderungen in den Bereichen Produktion und Konsum, Bildung und Regierungssysteme erfordere. Das von ihm vorangetriebene Earth-Charter-Projekt hatte Steven Rockefeller als Vorsitzenden des Redaktionsausschusses.
Auch der Rockefeller Brothers Fund hatte zu diesem Zeitpunkt aufgehört, um das Konzept herumzureden, und ein Programm ins Leben gerufen, das ausdrücklich den Namen „Democratic Practice – Global Governance“ trug und bei dem der Klimawandel zu den Kernanliegen gehörte. In seinen aktuellen Veröffentlichungen geht es darum, wie die Regeln der Weltwirtschaft gestaltet werden und in wessen Interesse dies geschieht.
Wir brauchen keine Psychoanalyse.
Die Ziele, wie sie formuliert sind:
Umweltfragen in die wirtschaftliche Entscheidungsfindung einbeziehen. Internationale Institutionen zu ihrer Bewältigung aufbauen. Nichtregierungsorganisationen gründen, um Druck auf Regierungen auszuüben. Medieninitiativen ins Leben rufen, um öffentliche Unterstützung zu gewinnen. Die Fähigkeit einzelner Staaten einschränken, bei als global definierten Problemen eigenständig zu handeln.
Der Klimawandel war für dieses Vorhaben außerordentlich nützlich, weil Energie die Grundlage fast jeder modernen wirtschaftlichen Aktivität bildet. Günstige und zuverlässige Energie ist das Rückgrat des Wohlstands. Wer den CO₂-Ausstoß kontrolliert, erlangt Einfluss auf Stromversorgung, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Bauwesen und Handel – also auf die gesamte Wirtschaftstätigkeit einer Nation, eines Blocks, eines Kontinents, einer Zivilisation.
Link: https://electroverse.substack.com/p/south-pole-back-below-70c-modern?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE