Der Rhein führte schon öfter mal viel weniger Wasser als heute
Cap Allon
Der Rhein ist eine der wichtigsten Handelsadern Europas. Er entspringt in den Schweizer Alpen und fließt durch oder entlang der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands, bevor er die Niederlande durchquert und in die Nordsee mündet.
Auf seinen Gewässern werden Kraftstoffe, Chemikalien, Metalle, Getreide und Container zwischen den Industriezentren und den großen Häfen Europas transportiert. Der Fluss liefert zudem Trinkwasser, versorgt Fabriken und stellt Kühlwasser für Kraftwerke bereit.
Der Rhein führt in diesem Sommer außergewöhnlich wenig Wasser, was erneut für Schlagzeilen über Klimakatastrophen gesorgt hat.
Doch dies ist nicht der niedrigste Wasserstand in der Geschichte der Messungen.
Aufnahmen des Bundesarchivs aus dem Jahr 1949 zeigen den Rhein nach monatelanger Dürre. Weite Sand- und Kiesbänke liegen frei, Boote sitzen auf Grund und Fährrampen enden weit über dem Wasser. Das Bundesamt für Wasserwirtschaft stuft die Dürre von 1949 als die schwerste ein. Weitere schwere Dürren gab es in den Jahren 1920–21, 1947, 1959, 1962–63 und 1971–72.
Hinweis: Es handelt sich um einen Film über 1 Minute, Quelle und Titel sind im Bild genannt. Eine Recherche unter bundesarchiv.de ergab jedoch keinen Treffer.
Um zu vergleichen, wie viel Wasser ein Fluss während verschiedener Dürreperioden führt, ist die Durchflussmenge die aussagekräftigste Größe.
Bei Köln führt der Rhein derzeit mehr als 600 Kubikmeter Wasser pro Sekunde (Tagesmittel von 638 m³/s, Stand: 3. August).
Der niedrigste jemals gemessene Tagesdurchfluss liegt weit darunter – 401 m³/s, gemessen am 31. Dezember 1853.
Der heutige Wert schafft es nicht einmal unter die Top 10, denn der Abfluss sank 1853 auf 401 m³/s; 1864 auf 452 m³/s; 1858 auf 464 m³/s; 470 m³/s im Jahr 1929; 492 m³/s im Jahr 1893; 496 m³/s im Jahr 1822; 525 m³/s im Jahr 1921; 530 m³/s im Jahr 1947; 538 m³/s im Jahr 1829; und 573 m³/s im Jahr 1871.
Der „neue Rekord“, der derzeit die Runde macht, betrifft die Pegelhöhe – also die Höhe des Wassers gemessen an einer örtlichen Messskala. Am 1. August wurde ein Wert von 66 cm gemessen (am 4. August bereits 69 cm). Dies ist jedoch kein direkter Vergleich mit früheren Messwerten.
Der Nullpunkt des Pegels in Köln hat sich in der Vergangenheit mehrfach verändert, unter anderem durch eine Absenkung um einen Meter im Jahr 1979. Auch das Flussbett und der Flusslauf haben sich durch Erosion, Ausbaggerungen und bauliche Maßnahmen verändert.
Servus TV: Information statt Indoktrination
Am Dienstag, dem 04. August 2026 wurden in Österreichs Hauptstadt Wien, wo auch ich lebe, eine Temperatur von unglaublichen, aber realen 41 Grad Celsius gemessen. Österreichs privater Fernsehsender Servus TV tat zur aktuellen… pic.twitter.com/477OVYmqr5
— THOMAS EISENHUTH (@thomaseisenhuth) August 5, 2026
Die Abflussmenge ist daher die aussagekräftigere Kennzahl, wenn man vergleicht, wie viel Wasser der Rhein während historischer Dürreperioden führte. Der heutige Messwert liegt bei etwa 636 m³/s. Wie bereits hervorgehoben, lagen viele frühere Tagesabflussmengen darunter.
Der Pegelstand befindet sich auf einem Rekordtief. Der tatsächliche Abfluss des Rheins jedoch nicht. Und während bei vielen vergangenen Dürreperioden Schiffe auf Grund liefen, befahren heute noch immer Frachtschiffe den Fluss – wenn auch mit reduzierter Ladung.
Link: https://electroverse.substack.com/p/portillo-under-23-feet-of-snow-the?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
