BEHAUPTUNG: Der Klimawandel wirkte bis in die Vergangenheit hinein und führte zum Zusammenbruch der Zivilisationen der Bronzezeit

Anthony Watts

Vorbemerkung des Bloggers Anthony Watts: Aus der Rubrik „Gibt es irgendetwas, was der Klimawandel nicht kann, wenn Modelle im Spiel sind?“. Positiv zu vermerken ist, dass diese Studie verdeutlicht, welche Rolle natürliche Klimazyklen dabei gespielt haben.

Die klimatischen Ursachen für den Zusammenbruch der Zivilisationen der Bronzezeit entschlüsseln

Universität Stockholm

Den Ergebnissen einer in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlichten neuen Studie der Universität Stockholm zufolge traten die schwersten Dürren im antiken östlichen Mittelmeerraum auf, als mehrere natürliche Klimazyklen zeitgleich auftraten. Die Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf die klimatischen Bedingungen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der späten Bronzezeit und könnten dazu beitragen, das Verständnis für künftige Dürrerisiken in einer sich erwärmenden Welt zu verbessern.

„Wir haben festgestellt, dass die extremsten Dürren nicht durch ein einzelnes klimatisches Ereignis verursacht wurden, sondern dann auftraten, wenn natürliche Klimazyklen zusammenfielen, die sich über unterschiedliche Zeitskalen erstreckten. Dies hilft zu erklären, warum die mit dem Zusammenbruch der späten Bronzezeit verbundene Dürre so schwerwiegend war“, sagt Katherine Power, Doktorandin am Institut für Physische Geographie der Universität Stockholm und Erstautorin der Studie.

Vor rund 3.200 Jahren erlebten viele der großen Zivilisationen des östlichen Mittelmeerraums, darunter die Mykener, die Minoer und das Hethiterreich, einen weitreichenden gesellschaftlichen Zusammenbruch. Obwohl schwere Dürren seit langem mit dieser Zeit in Verbindung gebracht werden, sind die diesen Ereignissen zugrunde liegenden klimatischen Prozesse nach wie vor unklar. Um dies zu untersuchen, nutzten Katherine Power und Qiong Zhang, Professorin für Paläoklimamodellierung am Institut für Physische Geographie der Universität Stockholm und Mitautorin der Studie, ein hochmodernes Klimamodell, um die Entwicklung des Mittelmeerklimas in den letzten 8.000 Jahren zu rekonstruieren.

Das östliche Mittelmeer trocknete im Rahmen eines umfassenderen Klimawandels aus; schwächer werdende Monsune und sich verändernde atmosphärische Zirkulationen führten zu einem Rückgang der Feuchtigkeit aus Afrika und der Niederschläge in der gesamten Region. Bild: Katherine Power/Universität Stockholm

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Region über Jahrtausende hinweg einen allmählichen Austrocknungstrend durchlief, der durch langsame Veränderungen der Erdumlaufbahn angetrieben worden ist. Überlagert von diesem langfristigen Trend fanden wir zudem kurzfristigere Schwankungen im Atlantik und in der Atmosphäre“, sagt Katherine Power.

Die Forscher fanden heraus, dass die schwersten Dürren auftraten, wenn mehrere natürliche Klimazyklen zusammenfielen, sich vorübergehend gegenseitig verstärkten und Dürren hervorriefen, die weitaus intensiver waren als der langfristige Austrocknungstrend allein.

„Das Zusammentreffen dieser Prozesse hat das östliche Mittelmeer über eine kritische hydroklimatische Schwelle hinausgetrieben, wodurch die Wasserverfügbarkeit verringert und der Druck auf die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit in ohnehin schon gefährdeten Gesellschaften erhöht wurde“, sagt Katherine Power.

Diese Erkenntnisse verändern unsere Sichtweise auf vergangene Dürren, so die Forscher, und das Verständnis dieser Prozesse ist heute von großer Bedeutung:

„Der Mittelmeerraum ist einer der Hotspots des Klimawandels weltweit, und es wird prognostiziert, dass es in diesem Gebiet im Laufe des kommenden Jahrhunderts wärmer und trockener wird. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das zukünftige Dürrerisiko nicht nur von der langfristigen, vom Menschen verursachten Erwärmung abhängt, sondern auch davon, wie die natürliche Variabilität im Atlantik mit diesem Hintergrundtrend zusammenwirkt“, erklärt Katherine Power.

Indem diese Studie aufzeigt, wie verschiedene Klimaprozesse zusammenwirken und Dürren verstärken, kann sie laut den Forschern neue Erkenntnisse über die Risiken künftiger hydroklimatischer Extreme in einer sich erwärmenden Welt liefern.

Die Studie „Holocene ocean-atmosphere coupling and Mediterranean sensitivity to Atlantic circulation: Lessons from the Late Bronze Age collapse“ wurde in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht, und zwar hier: DOI: 10.1126/sciadv.aed5439.

Für diese Untersuchung wurde das Modell EC-Earth verwendet.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/07/27/claim-climate-change-reached-into-the-past-and-collapsed-bronze-age-civilizations/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE